Pressestimmen Nationalmannschaft
10.06.2006 - 13:35 Uhr
01.07.2006 - 15:27 Uhr
>Sorry, aber wo liest du bei den Schweden Neid heraus ?
>Für mich treffens die beiden Kommentare auf den Punkt !
Sie schreiben, man weiss immer noch nicht wie gut Deutschland ist
>Für mich treffens die beiden Kommentare auf den Punkt !
Sie schreiben, man weiss immer noch nicht wie gut Deutschland ist
01.07.2006 - 15:33 Uhr
Was hat eigentlich "El Pais" gegen Deutschland? Immer anti-deutsch was die Zeitung von sich gibt. Die sahen ja auch Polen bis zum Platzverweis in der 75. als das bessere Team an, was einfach sowas von lächerlich war. Wird wohl der Neid sein.
01.07.2006 - 15:36 Uhr
was soll die kritik..argentinien war überlegen zumindest 60 minuten... fehlentscheidungen gab es nicht wirklich..was sollen die zeitungen denn schreiben? Deutschland zaubert argentinien weg?
01.07.2006 - 16:04 Uhr
>Was hat eigentlich "El Pais" gegen Deutschland? Immer
>anti-deutsch was die Zeitung von sich gibt. Die sahen ja auch
>Polen bis zum Platzverweis in der 75. als das bessere Team an,
>was einfach sowas von lächerlich war. Wird wohl der Neid sein.
>
weils spanien is...
genau der gleiche müll wie england!
entweder sauer wegen WWII oder was weiß ich...
auf jedenfall Neid und eifersucht
>anti-deutsch was die Zeitung von sich gibt. Die sahen ja auch
>Polen bis zum Platzverweis in der 75. als das bessere Team an,
>was einfach sowas von lächerlich war. Wird wohl der Neid sein.
>
weils spanien is...
genau der gleiche müll wie england!
entweder sauer wegen WWII oder was weiß ich...
auf jedenfall Neid und eifersucht
01.07.2006 - 16:32 Uhr
man muss aber zugeben das deutsche presse den anderen vereinen gegenüber auch nich grad zimperlich ist.
01.07.2006 - 16:52 Uhr
>Bei manchen ist der Neid deutlich herauszulesen, vorallem aus
>den Ländern (Polen,Schweden) die wir besiegt haben, ebenso
>merkt man dass die Engländer nicht unsere Freunde sind. Am
>besten und treffendsten find ich die Schlagzeile der Basler
>Zeitung
Ja, für mich auch!
Ziemlich effizient und genau auf den Punkt gebracht.
Das Spiel wäre eines Finalspiels würdiger!
>den Ländern (Polen,Schweden) die wir besiegt haben, ebenso
>merkt man dass die Engländer nicht unsere Freunde sind. Am
>besten und treffendsten find ich die Schlagzeile der Basler
>Zeitung
Ja, für mich auch!
Ziemlich effizient und genau auf den Punkt gebracht.
Das Spiel wäre eines Finalspiels würdiger!
05.07.2006 - 12:14 Uhr
ITALIEN
La Gazzetta dello Sport: "Flieg, Italien, flieg. Grosso-Del Piero: Azzurri im Finale, Delirium auf allen Plätzen. Cannavaro, Kaiser von Deutschland."
Il Corriere dello Sport: "Wir lieben Euch. Die blauen Löwen sind im Endspiel. Dieses unendliche Italien. Deutschland geschlagen in der Verlängerung mit den Toren von Grosso und Del Piero."
Il Corriere della Sera: "Zwei großartige Tore und Italien ommt ins Finale. Grosso und Del Piero treffen in der letzten Minute. Deutsche Tränen und Festa Azzurra in allen Städten."
La Stampa: "Wunderbares Italien. Grosso und Del Piero schenken uns das Finale. Wir gehen nach Berlin. Auf den Plätzen explodiert die Party. Alle vereint durch den blauen Triumph."
GROSSBRITANNIEN
The Sun: "Wurst-Albtraum."
Daily Telegraph: "Ballacks Traum endet in Tränen. Italiens Fußball macht weiterhin Schlagzeilen: Zu Hause in der Krise, im Ausland im Glück."
Daily Mail: "Tränen, als Jürgens Traum vernichtet wird. Die Deutschen gewinnen immer, wenn es zum Elfmeterschießen kommt, aber vorher schlagen die Italiener immer die Deutschen."
Daily Mirror: "Sie kamen als die Parias der Welt, die Männer, die alles repräsentierten, was der Fußballsport gern vergessen möchte über die dunkle Seite dieses wunderschönen Spiels. Doch am Sonntag ist es Italien, das erhobenen Hauptes und mit stolz geschwellter Brust im Berliner Olympiastadion aufmarschieren wird, die Ehre wieder hergestellt, belohnt für den Mut."
Independent: "Was für ein Ende, eine Furcht einflößende Erledigung der Gastgeber-Nation durch Italien."
Guardian: "Die Party ist aus für Deutschland, aber Klinsmann verbreitet landesweit Stolz."
Times: "Die (deutsche) Nationalmannschaft ist als ein Team mit Angriffslust neu aufgestellt worden und das Land ist ein fröhliches geworden, das seine Flagge wiedergewonnen hat."
FRANKREICH
France Soir: "Auf Wiedersehen, Ballack."
Le Figaro: "Italien löscht den Traum der Deutschen aus. Es ist eine Leistung, wie viel Mut zum Überleben die Squadra im Hexenkessel von Dortmund bewiesen hat."
Libération: "Grosso Leistung Italiens."
L'Equipe: "Italien zerbricht den deutschen Traum. Zauberhaftes Italien. Cannavaro löscht die Feuer. Ballack war nicht auf der Höhe."
SCHWEDEN
Aftonbladet: "Italien kam als böser Geist und Hassobjekt zur WM und hat nun mehr erreicht, als man erträumen konnte. Die Italiener spielten für ihre Ehre, die Deutschen für ein Volk in Ekstase. Endlich gab es mal ein WM-Match, das allen großen Erwartungen gerecht wurde."
Svenska Dagbladet: "Als alle sich auf das Elfmeterschießen eingerichtet hatten, kam die Entscheidung. Die Deutschen erwartet nun statt der Fortsetzung ihrer WM-Party ein gigantischer, landesweiter Kater."
DÄNEMARK
Jyllands-Posten: "Italienische Klasse beendete die deutsche WM-Party. Pirlo war das ganz große Erlebnis. linsmanns Truppe fehlte mit zunehmender Spieldauer immer mehr die Frische und Frechheit früherer WM-Spiele."
Ekstra Bladet: "Jetzt haben mal am Ende doch nicht die Deutschen gewonnen. Das Fest der Gastgeber endete mit einem ganz, ganz schlimmen Absacker. Beim Spekulieren auf das Elfmeterschießen hatte man die Rechnung ohne die Italiener gemacht."
NORWEGEN
Dagbladet: "Stille Nacht in Deutschland. Selten hat ein Trainer so Recht behalten wie der Italiener Marcello Lippi gegen die Deutschen. Hätte Torsten Frings sich gegen Argentinien nicht zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen, wäre alles vielleicht anders gekommen."
POLEN
Rzeczpospolita: "Die Deutschen stehen unter Schock. Beide Tore für Italien fielen in den letzten Minuten der Verlängerung. Das ist das Schmerzlichste an der Niederlage kurz vor dem Schlusspfiff. Denn in der Vergangenheit haben gerade die Deutschen wichtige Spiele oft auf diese Weise gewonnen."
Gazeta Wyborcza: "Ein mörderischer Kampf über 120 Minuten, und dann? Die Italiener sind obenauf, nicht die Deutschen! Die Deutschen versprachen Angriff von der ersten Minute, aber den ersten gezielten Schuss gaben sie erst in der 62. Minute ab. Die Italiener beherrschten das ganze Match."
"Przeglad Sportowy: "Das WM-Spiel am Dienstag war eines großen Finales würdig. Das bestreiten nun die Italiener nach einem fantastischen Halbfinal-Auftritt."
SERBIEN
Vecernje novosti: "Deutsche und Italiener haben das beste bisherige Spiel der WM geboten. Es hatte alles: eine fantastische Atmosphäre, ein unglaubliches Tempo, herausragende Spieler. Weisheit und Tapferkeit brachten den Italienern einen großen Triumph. Für die Deutschen war der Verlust der Konzentration in den letzten Augenblicken des Spieles verhängnisvoll."
ÖSTERREICH
Kronenzeitung: "Selbst wenn Lehmann & Co nicht Sonntag im großen Finale, sondern nur Samstag im Spiel um Platz drei stehen: Sie sind einen ziemlich weiten Weg gegangen. Das sollte man würdigen. Und manchmal hat man fast das Bedürfnis, sie gegen ihre eigenen Landsleute zu verteidigen."
Kurier: "Schade um diese junge, sympathische Mannschaft aus Deutschland. Sie hat ein brillantes Turnier absolviert und gezeigt, dass sie eine große Zukunft hat. Gegenwärtig aber ist Italien noch besser. Es war ein verdienter Sieg der Italiener. Sie waren in einem Klassespiel einfach abgebrühter."
Die Presse: "Der deutsche Traum, zum zweiten Mal im eigenen Land und zum vierten Mal Weltmeister zu werden, ist geplatzt. Er löste sich in Nichts auf, als in der Endphase der torlosen Verlängerung wieder ein Elferschießen winkte, wie gegen Argentinien. Aber diesmal kam alles anders."
Der Standard: "Deutschland versuchte 120 Minuten lang, über Italien den Weg ins WM-Finale zu finden. Am Ende dieses Weges jubelten allerdings die diesmal einigermaßen vorwärts orientierten Italiener."
La Gazzetta dello Sport: "Flieg, Italien, flieg. Grosso-Del Piero: Azzurri im Finale, Delirium auf allen Plätzen. Cannavaro, Kaiser von Deutschland."
Il Corriere dello Sport: "Wir lieben Euch. Die blauen Löwen sind im Endspiel. Dieses unendliche Italien. Deutschland geschlagen in der Verlängerung mit den Toren von Grosso und Del Piero."
Il Corriere della Sera: "Zwei großartige Tore und Italien ommt ins Finale. Grosso und Del Piero treffen in der letzten Minute. Deutsche Tränen und Festa Azzurra in allen Städten."
La Stampa: "Wunderbares Italien. Grosso und Del Piero schenken uns das Finale. Wir gehen nach Berlin. Auf den Plätzen explodiert die Party. Alle vereint durch den blauen Triumph."
GROSSBRITANNIEN
The Sun: "Wurst-Albtraum."
Daily Telegraph: "Ballacks Traum endet in Tränen. Italiens Fußball macht weiterhin Schlagzeilen: Zu Hause in der Krise, im Ausland im Glück."
Daily Mail: "Tränen, als Jürgens Traum vernichtet wird. Die Deutschen gewinnen immer, wenn es zum Elfmeterschießen kommt, aber vorher schlagen die Italiener immer die Deutschen."
Daily Mirror: "Sie kamen als die Parias der Welt, die Männer, die alles repräsentierten, was der Fußballsport gern vergessen möchte über die dunkle Seite dieses wunderschönen Spiels. Doch am Sonntag ist es Italien, das erhobenen Hauptes und mit stolz geschwellter Brust im Berliner Olympiastadion aufmarschieren wird, die Ehre wieder hergestellt, belohnt für den Mut."
Independent: "Was für ein Ende, eine Furcht einflößende Erledigung der Gastgeber-Nation durch Italien."
Guardian: "Die Party ist aus für Deutschland, aber Klinsmann verbreitet landesweit Stolz."
Times: "Die (deutsche) Nationalmannschaft ist als ein Team mit Angriffslust neu aufgestellt worden und das Land ist ein fröhliches geworden, das seine Flagge wiedergewonnen hat."
FRANKREICH
France Soir: "Auf Wiedersehen, Ballack."
Le Figaro: "Italien löscht den Traum der Deutschen aus. Es ist eine Leistung, wie viel Mut zum Überleben die Squadra im Hexenkessel von Dortmund bewiesen hat."
Libération: "Grosso Leistung Italiens."
L'Equipe: "Italien zerbricht den deutschen Traum. Zauberhaftes Italien. Cannavaro löscht die Feuer. Ballack war nicht auf der Höhe."
SCHWEDEN
Aftonbladet: "Italien kam als böser Geist und Hassobjekt zur WM und hat nun mehr erreicht, als man erträumen konnte. Die Italiener spielten für ihre Ehre, die Deutschen für ein Volk in Ekstase. Endlich gab es mal ein WM-Match, das allen großen Erwartungen gerecht wurde."
Svenska Dagbladet: "Als alle sich auf das Elfmeterschießen eingerichtet hatten, kam die Entscheidung. Die Deutschen erwartet nun statt der Fortsetzung ihrer WM-Party ein gigantischer, landesweiter Kater."
DÄNEMARK
Jyllands-Posten: "Italienische Klasse beendete die deutsche WM-Party. Pirlo war das ganz große Erlebnis. linsmanns Truppe fehlte mit zunehmender Spieldauer immer mehr die Frische und Frechheit früherer WM-Spiele."
Ekstra Bladet: "Jetzt haben mal am Ende doch nicht die Deutschen gewonnen. Das Fest der Gastgeber endete mit einem ganz, ganz schlimmen Absacker. Beim Spekulieren auf das Elfmeterschießen hatte man die Rechnung ohne die Italiener gemacht."
NORWEGEN
Dagbladet: "Stille Nacht in Deutschland. Selten hat ein Trainer so Recht behalten wie der Italiener Marcello Lippi gegen die Deutschen. Hätte Torsten Frings sich gegen Argentinien nicht zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen, wäre alles vielleicht anders gekommen."
POLEN
Rzeczpospolita: "Die Deutschen stehen unter Schock. Beide Tore für Italien fielen in den letzten Minuten der Verlängerung. Das ist das Schmerzlichste an der Niederlage kurz vor dem Schlusspfiff. Denn in der Vergangenheit haben gerade die Deutschen wichtige Spiele oft auf diese Weise gewonnen."
Gazeta Wyborcza: "Ein mörderischer Kampf über 120 Minuten, und dann? Die Italiener sind obenauf, nicht die Deutschen! Die Deutschen versprachen Angriff von der ersten Minute, aber den ersten gezielten Schuss gaben sie erst in der 62. Minute ab. Die Italiener beherrschten das ganze Match."
"Przeglad Sportowy: "Das WM-Spiel am Dienstag war eines großen Finales würdig. Das bestreiten nun die Italiener nach einem fantastischen Halbfinal-Auftritt."
SERBIEN
Vecernje novosti: "Deutsche und Italiener haben das beste bisherige Spiel der WM geboten. Es hatte alles: eine fantastische Atmosphäre, ein unglaubliches Tempo, herausragende Spieler. Weisheit und Tapferkeit brachten den Italienern einen großen Triumph. Für die Deutschen war der Verlust der Konzentration in den letzten Augenblicken des Spieles verhängnisvoll."
ÖSTERREICH
Kronenzeitung: "Selbst wenn Lehmann & Co nicht Sonntag im großen Finale, sondern nur Samstag im Spiel um Platz drei stehen: Sie sind einen ziemlich weiten Weg gegangen. Das sollte man würdigen. Und manchmal hat man fast das Bedürfnis, sie gegen ihre eigenen Landsleute zu verteidigen."
Kurier: "Schade um diese junge, sympathische Mannschaft aus Deutschland. Sie hat ein brillantes Turnier absolviert und gezeigt, dass sie eine große Zukunft hat. Gegenwärtig aber ist Italien noch besser. Es war ein verdienter Sieg der Italiener. Sie waren in einem Klassespiel einfach abgebrühter."
Die Presse: "Der deutsche Traum, zum zweiten Mal im eigenen Land und zum vierten Mal Weltmeister zu werden, ist geplatzt. Er löste sich in Nichts auf, als in der Endphase der torlosen Verlängerung wieder ein Elferschießen winkte, wie gegen Argentinien. Aber diesmal kam alles anders."
Der Standard: "Deutschland versuchte 120 Minuten lang, über Italien den Weg ins WM-Finale zu finden. Am Ende dieses Weges jubelten allerdings die diesmal einigermaßen vorwärts orientierten Italiener."
05.07.2006 - 15:04 Uhr
Die meisten passen ganz gut, doch die polnischen find ich doch arg weit hergeholt.Die Spanier wären auch mal wieder interessant gewesen.
05.07.2006 - 15:16 Uhr
>Die meisten passen ganz gut, doch die polnischen find ich
>doch arg weit hergeholt.Die Spanier wären auch mal wieder
>interessant gewesen.
Ja stimmt schon, man merkt oft gerade den Nationen die selbst oft sehr im Schatten stehen, die größte Verbitterung an. Sehr positiv sind die Berichte aus England hingegen
>doch arg weit hergeholt.Die Spanier wären auch mal wieder
>interessant gewesen.
Ja stimmt schon, man merkt oft gerade den Nationen die selbst oft sehr im Schatten stehen, die größte Verbitterung an. Sehr positiv sind die Berichte aus England hingegen
06.07.2006 - 10:06 Uhr
Gehört vlt eher zum "German strengths & weaknesses"-Fred und wie er sich entwickelt hat, aber den finde ich nicht mehr. Für mich trifft trotz vieler Klischees (und Don Henley, das ist natürlich atemberaubend) manches den Nagel auf dem Kopf. Und das vom Schweizer Boulevard!
www.blick.ch
Wir sind immer noch zu Gast bei Freunden
06.07.2006 | 00:06:58
Melancholie statt Wut. Stolz statt Enttäuschung. Und Jürgen Klinsmann bleibt die Lichtgestalt der Nation. Deutschland am Tag nach DER Niederlage. Ein Versuch, die Stimmung im Lande einzufangen.
Die Niederlage ist nicht sofort zu sehen. Niemand hat die schwarz-rot-goldenen Fähnchen von den Autos gerissen. Höchstens bei zu rasanter Fahrt der Wind, das himmlische Kind.
Diese Wimpel, mit Plastikhaltern an Benz und Bentley, Fiat und Ford befestigt, sind der Verkaufshit des Frühsommers. Sie flattern auch am Tag danach.
Die Menschen sind freundlich. Wir sind immer noch zu Gast bei Freunden. Ich habe beim Italiener gegessen. Komplimente der deutschen Gäste für den Chef.
Und doch: Irgendetwas ist anders. Ich spüre einen Hauch von Bescheidenheit im deutschen Wesen und Wirken.
Diese Stimmung hat Don Henley von den Eagles in einem Song («After the boys of summer are gone») wunderbar eingefangen.
«I never will forget those nights, I wonder if it was a dream, remember how you made me crazy, remember how I made you scream.»
Nach dem «Massen-Orgasmus» wird jetzt die Zigarette danach geraucht. Ohne dass die Köpfe rauchen.
Natürlich liessen sich Seiten füllen mit bösen Deutschen, die feiernde Italiener provoziert haben. Aber wenn alleine auf den offiziellen Fanmeilen 15 Millionen Menschen im Banne eines nationalen Fussballspiels stehen, dann wird auch gepöbelt. Es wäre eine Verzerrung der Wirklichkeit, daraus eine Rückkehr der «bösen Deutschen» abzuleiten.
Die Italiener taugen in Deutschland sowieso nicht zum Bösewicht. Sie stehen für feines Essen, elegante Klamotten, Erotik und cleveren Fussball. Der BILD-
Reporter, im Deutschlanddress zur Arbeit erschienen, der unmittelbar nach dem 1:0 der Italiener spontan ausruft, «…aber es war ein geiles Tor», trifft die Stimmung der Mehrheit.
Der Stecker ist genau im richtigen Zeitpunkt herausgezogen worden. Bevor die Deutschen wirklich durchdrehen – aber erst nachdem sie ihr Selbstvertrauen zurückerhalten haben. Der Triumph über Argentinien hat die Weltordnung des Fussballs wieder hergestellt. Mit einem Platz an der Sonne für Deutschland.
Stolz statt Enttäuschung.
Und Bundestrainer Jürgen Klinsmann bleibt als «Fussball-Siegfried» DIE Lichtgestalt.
Auch der deutsche Drachentöter Siegfried schien unbesiegbar. Ehe die Sagengestalt durch einen Stich in die einzig verwundbare Stelle gemeuchelt wurde.
Mit einem schnellen (Angriffs-)Stich haben die Italiener den Fussball-Siegfried am Dienstag zur Strecke gebracht. Die Meuchler von der Fifa hatten ihn durch die Verbannung des Helden Torsten Frings erst verwundbar gemacht.
«Klinsi muss bleiben», fordert des Volkes Stimme. Die Verbandsgeneräle werden nun erfahren, welch unerbittlicher Verhandler der Schwabe Klinsi ist. Denn aus Kalifornien hat er auch die Erkenntnis mitgebracht: «Money talks, bullshit walks.»
Auch das sagt hier des Volkes Stimme über die WM: Fussball ist nur für uns da unten eine fröhliche Party und Opium.
Für die da oben hingegen ist es ein knallhartes Geschäft und jede Menge Kohle.
www.blick.ch
Wir sind immer noch zu Gast bei Freunden
06.07.2006 | 00:06:58
Melancholie statt Wut. Stolz statt Enttäuschung. Und Jürgen Klinsmann bleibt die Lichtgestalt der Nation. Deutschland am Tag nach DER Niederlage. Ein Versuch, die Stimmung im Lande einzufangen.
Die Niederlage ist nicht sofort zu sehen. Niemand hat die schwarz-rot-goldenen Fähnchen von den Autos gerissen. Höchstens bei zu rasanter Fahrt der Wind, das himmlische Kind.
Diese Wimpel, mit Plastikhaltern an Benz und Bentley, Fiat und Ford befestigt, sind der Verkaufshit des Frühsommers. Sie flattern auch am Tag danach.
Die Menschen sind freundlich. Wir sind immer noch zu Gast bei Freunden. Ich habe beim Italiener gegessen. Komplimente der deutschen Gäste für den Chef.
Und doch: Irgendetwas ist anders. Ich spüre einen Hauch von Bescheidenheit im deutschen Wesen und Wirken.
Diese Stimmung hat Don Henley von den Eagles in einem Song («After the boys of summer are gone») wunderbar eingefangen.
«I never will forget those nights, I wonder if it was a dream, remember how you made me crazy, remember how I made you scream.»
Nach dem «Massen-Orgasmus» wird jetzt die Zigarette danach geraucht. Ohne dass die Köpfe rauchen.
Natürlich liessen sich Seiten füllen mit bösen Deutschen, die feiernde Italiener provoziert haben. Aber wenn alleine auf den offiziellen Fanmeilen 15 Millionen Menschen im Banne eines nationalen Fussballspiels stehen, dann wird auch gepöbelt. Es wäre eine Verzerrung der Wirklichkeit, daraus eine Rückkehr der «bösen Deutschen» abzuleiten.
Die Italiener taugen in Deutschland sowieso nicht zum Bösewicht. Sie stehen für feines Essen, elegante Klamotten, Erotik und cleveren Fussball. Der BILD-
Reporter, im Deutschlanddress zur Arbeit erschienen, der unmittelbar nach dem 1:0 der Italiener spontan ausruft, «…aber es war ein geiles Tor», trifft die Stimmung der Mehrheit.
Der Stecker ist genau im richtigen Zeitpunkt herausgezogen worden. Bevor die Deutschen wirklich durchdrehen – aber erst nachdem sie ihr Selbstvertrauen zurückerhalten haben. Der Triumph über Argentinien hat die Weltordnung des Fussballs wieder hergestellt. Mit einem Platz an der Sonne für Deutschland.
Stolz statt Enttäuschung.
Und Bundestrainer Jürgen Klinsmann bleibt als «Fussball-Siegfried» DIE Lichtgestalt.
Auch der deutsche Drachentöter Siegfried schien unbesiegbar. Ehe die Sagengestalt durch einen Stich in die einzig verwundbare Stelle gemeuchelt wurde.
Mit einem schnellen (Angriffs-)Stich haben die Italiener den Fussball-Siegfried am Dienstag zur Strecke gebracht. Die Meuchler von der Fifa hatten ihn durch die Verbannung des Helden Torsten Frings erst verwundbar gemacht.
«Klinsi muss bleiben», fordert des Volkes Stimme. Die Verbandsgeneräle werden nun erfahren, welch unerbittlicher Verhandler der Schwabe Klinsi ist. Denn aus Kalifornien hat er auch die Erkenntnis mitgebracht: «Money talks, bullshit walks.»
Auch das sagt hier des Volkes Stimme über die WM: Fussball ist nur für uns da unten eine fröhliche Party und Opium.
Für die da oben hingegen ist es ein knallhartes Geschäft und jede Menge Kohle.
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