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Peter Bosz
Geburtsdatum 21.11.1963
Alter 62
Nat. Niederlande  Niederlande
Funktion Trainer
Akt. Verein PSV Eindhoven

Peter Bosz [Trainer]

06.06.2017 - 13:06 Uhr
Peter Bosz [Trainer] |#2011
15.09.2017 - 15:37 Uhr
Zitat von Gorgoroth
Zitat von Yantaix

Zitat von Gorgoroth

Zitat von Harlekin

Ich würde in jedem Fall zustimmen, dass das Gegenpressing nicht gut funktioniert hat. Vor allem bei den Gegentoren war das der Fall. Und zwar, weil der BVB zu langsam (!) nach vorne (!) gerückt ist. Und das finde ich doch bemerkenswert - meiner Meinung nach bestätigt das sogar Bosz' Arbeit. Und es bestätigt, dass es auf hohem Niveau einfach noch Abstimmungszeit und mehr Vertrauens ins nach vorne Verteidigen braucht.



Sehr interessant, dass in der Sueddeutschen (Print) genau umgekehrt (und damit auf Bela-Rethy-Mainstream-Niveau) argumentiert wird. Im Online-Bereich der Zeitung findet sich ein etwas anderer Artikel, der wie folgt schildert:

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Thomas Tuchel hat Bosz den Aufenthaltsbereich des defensiven Mittelfeldspielers - in diesem Fall Sahin - nach vorne verschoben. Die Dortmunder versuchten mit ihrer Abwehrlinie so weit wie möglich ans gegnerische Tor zu rücken, ungeachtet der Stärken Tottenhams. Die Innenverteidiger standen teils in der Mitte der gegnerischen Hälfte, selbst bei Ballverlust wichen sie nicht zurück, sondern probierten oft, den Ball direkt wiederzugewinnen. Weil die Außenverteidiger ihre Bindung zu den zentralen Abwehrspielern zugunsten der Offensive aufgaben, ergab sich daraus eine Systematik, in welcher der Ball gut zirkulierte, von rechts nach links etwa, in die Mitte oder vor und zurück - bloß darf bei dieser Systematik der Ball quasi überhaupt nicht verloren gehen, was natürlich nicht umzusetzen ist.

http://www.sueddeutsche.de/sport/bvb-in-der-champions-league-und-dann-loesen-sich-auch-noch-goetzes-zaehne-1.3666215

Schön zu sehen, wie weit die professionelle Journaille mittlerweile vom Know-How der Entwicklung im Fußball hinterherhinkt. Allerdings hat man das schon bei der legendären Arbeit von Jürgen Klopp während der Fußball-WM als Analytiker im TV (vor seiner Tätigkeit beim BVB) erkennen können, wenn man denn wollte.

Nachgerade absurd sind doch Äußerungen wie diese.

Die Innenverteidigung mit dem Griechen Sokratis und dem Türken Ömer Toprak ist dem Antrittstempo der meisten Stürmer nicht gewachsen. Bosz sah das Problem schon in der Anfangsphase, aber ihm war es offensichtlich egal - und den Spurs logischerweise auch.

Offensichtlich egal?
Echt jetzt?


Warum absurd? Ich habe auch keinen Plan B oder irgendeine Form von cleverem Ingame-Coaching von Bosz gesehen.


Und ganz offensichtlich hast den Sinn meines Beitrages auch nicht gesehen.
Macht ja nix...


Klär mich dann doch kurz auf. Ich war wirklich nicht in der Lage deine brillianten Gedankenzüge nach zu vollziehen.

Du weißt es besser als der Journalist?
Lügenpresse?

Ernsthaft, was stört dich an dem Artikel?
Peter Bosz [Trainer] |#2012
15.09.2017 - 15:51 Uhr
Zitat von Yantaix

Zitat von Gorgoroth

Zitat von Yantaix

Zitat von Gorgoroth

Zitat von Harlekin

Ich würde in jedem Fall zustimmen, dass das Gegenpressing nicht gut funktioniert hat. Vor allem bei den Gegentoren war das der Fall. Und zwar, weil der BVB zu langsam (!) nach vorne (!) gerückt ist. Und das finde ich doch bemerkenswert - meiner Meinung nach bestätigt das sogar Bosz' Arbeit. Und es bestätigt, dass es auf hohem Niveau einfach noch Abstimmungszeit und mehr Vertrauens ins nach vorne Verteidigen braucht.



Sehr interessant, dass in der Sueddeutschen (Print) genau umgekehrt (und damit auf Bela-Rethy-Mainstream-Niveau) argumentiert wird. Im Online-Bereich der Zeitung findet sich ein etwas anderer Artikel, der wie folgt schildert:

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Thomas Tuchel hat Bosz den Aufenthaltsbereich des defensiven Mittelfeldspielers - in diesem Fall Sahin - nach vorne verschoben. Die Dortmunder versuchten mit ihrer Abwehrlinie so weit wie möglich ans gegnerische Tor zu rücken, ungeachtet der Stärken Tottenhams. Die Innenverteidiger standen teils in der Mitte der gegnerischen Hälfte, selbst bei Ballverlust wichen sie nicht zurück, sondern probierten oft, den Ball direkt wiederzugewinnen. Weil die Außenverteidiger ihre Bindung zu den zentralen Abwehrspielern zugunsten der Offensive aufgaben, ergab sich daraus eine Systematik, in welcher der Ball gut zirkulierte, von rechts nach links etwa, in die Mitte oder vor und zurück - bloß darf bei dieser Systematik der Ball quasi überhaupt nicht verloren gehen, was natürlich nicht umzusetzen ist.

http://www.sueddeutsche.de/sport/bvb-in-der-champions-league-und-dann-loesen-sich-auch-noch-goetzes-zaehne-1.3666215

Schön zu sehen, wie weit die professionelle Journaille mittlerweile vom Know-How der Entwicklung im Fußball hinterherhinkt. Allerdings hat man das schon bei der legendären Arbeit von Jürgen Klopp während der Fußball-WM als Analytiker im TV (vor seiner Tätigkeit beim BVB) erkennen können, wenn man denn wollte.

Nachgerade absurd sind doch Äußerungen wie diese.

Die Innenverteidigung mit dem Griechen Sokratis und dem Türken Ömer Toprak ist dem Antrittstempo der meisten Stürmer nicht gewachsen. Bosz sah das Problem schon in der Anfangsphase, aber ihm war es offensichtlich egal - und den Spurs logischerweise auch.

Offensichtlich egal?
Echt jetzt?


Warum absurd? Ich habe auch keinen Plan B oder irgendeine Form von cleverem Ingame-Coaching von Bosz gesehen.


Und ganz offensichtlich hast den Sinn meines Beitrages auch nicht gesehen.
Macht ja nix...


Klär mich dann doch kurz auf. Ich war wirklich nicht in der Lage deine brillianten Gedankenzüge nach zu vollziehen.

Du weißt es besser als der Journalist?
Lügenpresse?

Ernsthaft, was stört dich an dem Artikel?


Locker bleiben.

Erstens beziehe ich mich nicht auf meine eigenen Gedankengänge, sondern auf die anderer. Abzulesen an dem Zitate des Users Harlekin, stellvertretend für viele andere, gut analysierende Beiträge hier in diesem Faden.

Zweitens behauptet der Journalist (und vor allem der in der Print-Version) etwas gegenteiliges, was durch die vielen Beiträge hier ad absurdum geführt worden ist.

Beides wollte ich mit meinem Beitrag einander gegenüberstellen.

Die Fußballberichterstattung hängt noch in den späten 1990er Jahren angereichert mit Schlagworten wie Gegenpressing, den Zahlenreihen der Systeme, Statistiken usw. Sie hinkt dem, was sich aus Foren oder Spezialseiten wie Spielverlagerung usw. herausfinden lässt, Jahre hinterher.

Konkret: Wenn man schreibt, Bosz würde nur auf Offensive sehen, ist das zum jetzigen Zeitpunkt lächerlich, nachdem drei Spiele gegentorfrei blieben und das nicht durch Glück. Die Offensive war ja in Freiburg eher Gegenstand der Kritik.

Und dann dem Trainer noch zu unterstellen, ihm wäre eine kritische Sache aufgefallen und sei ihm egal? Das ist völlig absurd.

Zum Thema "Lügenpresse" möchte ich jetzt einmal nichts weiter sagen; ich habe die Sueddeutsche-Print natürlich nur deswegen erwähnen können, weil ich die Zeitung hier liegen habe. Und wer kauft sich schon "Lügenpresse"? Unschuldig
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Gorgoroth am 15.09.2017 um 15:52 Uhr bearbeitet
Peter Bosz [Trainer] |#2013
15.09.2017 - 15:53 Uhr
Zitat von Yantaix
Zitat von Gorgoroth

Zitat von Yantaix

Zitat von Gorgoroth

Zitat von Harlekin

Ich würde in jedem Fall zustimmen, dass das Gegenpressing nicht gut funktioniert hat. Vor allem bei den Gegentoren war das der Fall. Und zwar, weil der BVB zu langsam (!) nach vorne (!) gerückt ist. Und das finde ich doch bemerkenswert - meiner Meinung nach bestätigt das sogar Bosz' Arbeit. Und es bestätigt, dass es auf hohem Niveau einfach noch Abstimmungszeit und mehr Vertrauens ins nach vorne Verteidigen braucht.



Sehr interessant, dass in der Sueddeutschen (Print) genau umgekehrt (und damit auf Bela-Rethy-Mainstream-Niveau) argumentiert wird. Im Online-Bereich der Zeitung findet sich ein etwas anderer Artikel, der wie folgt schildert:

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Thomas Tuchel hat Bosz den Aufenthaltsbereich des defensiven Mittelfeldspielers - in diesem Fall Sahin - nach vorne verschoben. Die Dortmunder versuchten mit ihrer Abwehrlinie so weit wie möglich ans gegnerische Tor zu rücken, ungeachtet der Stärken Tottenhams. Die Innenverteidiger standen teils in der Mitte der gegnerischen Hälfte, selbst bei Ballverlust wichen sie nicht zurück, sondern probierten oft, den Ball direkt wiederzugewinnen. Weil die Außenverteidiger ihre Bindung zu den zentralen Abwehrspielern zugunsten der Offensive aufgaben, ergab sich daraus eine Systematik, in welcher der Ball gut zirkulierte, von rechts nach links etwa, in die Mitte oder vor und zurück - bloß darf bei dieser Systematik der Ball quasi überhaupt nicht verloren gehen, was natürlich nicht umzusetzen ist.

http://www.sueddeutsche.de/sport/bvb-in-der-champions-league-und-dann-loesen-sich-auch-noch-goetzes-zaehne-1.3666215

Schön zu sehen, wie weit die professionelle Journaille mittlerweile vom Know-How der Entwicklung im Fußball hinterherhinkt. Allerdings hat man das schon bei der legendären Arbeit von Jürgen Klopp während der Fußball-WM als Analytiker im TV (vor seiner Tätigkeit beim BVB) erkennen können, wenn man denn wollte.

Nachgerade absurd sind doch Äußerungen wie diese.

Die Innenverteidigung mit dem Griechen Sokratis und dem Türken Ömer Toprak ist dem Antrittstempo der meisten Stürmer nicht gewachsen. Bosz sah das Problem schon in der Anfangsphase, aber ihm war es offensichtlich egal - und den Spurs logischerweise auch.

Offensichtlich egal?
Echt jetzt?


Warum absurd? Ich habe auch keinen Plan B oder irgendeine Form von cleverem Ingame-Coaching von Bosz gesehen.


Und ganz offensichtlich hast den Sinn meines Beitrages auch nicht gesehen.
Macht ja nix...


Klär mich dann doch kurz auf. Ich war wirklich nicht in der Lage deine brillianten Gedankenzüge nach zu vollziehen.

Du weißt es besser als der Journalist?
Lügenpresse?

Ernsthaft, was stört dich an dem Artikel?


Erstens @Yantaix: Ich finde, eine eine argumentative Resonanz wäre spannender gewesen als ein Einzeiler a la "keine Form von cleverem Ingame-Coaching". Denn das können wir gar nicht seriös beurteilen; nur weil Bosz nicht wild rumfuchtelt, heißt das nicht, dass er nicht ingame coached. Man sieht ihn beispielsweise recht häufig mit Spielern sprechen. Es gibt durchaus einige Trainer, dei sagen, dass das ganze Reinrufen und wilde Fuchteln kaum etwas bringe, weil es eh laut sei, die Spieler im Tunnel etc. Wenn Bosz mal ne Saison Trainer ist, sieht man so langsam, ob er auch mal Spiele durch taktische Maßnahmen drehen kann oder nicht, ob er häufig ausgecoached wird oder umgekehrt oder oder. Dann kann man mal nen erstes Fazit ziehen.

Zweitens @Gorgoroth: Sorry, dass ich jetzt erst zu ner kurzen Antwort komme. Den SZ-Artikel habe ich auch gelesen. Ich finde ihn aber gar nicht so falsch. Denn die Beschreibung der 'normalen Situation' ist ihnen ja durchaus in etwa geglückt. Man darf zur Bewertung normaler - auch seriöser - Blätter nie vergessen, dass diese nicht in erster Linie für den fußballtaktisch interessierten TM-User, sondern für den allgemein sportinteressierten Leser schreiben. Die müssen ne riesige Range abdecken. Gerade die SZ liefert - finde ich - einen insgesamt sehr leserlichen Sportteil und ist in einigen Hinsichten m.E. führendes Sportmedium in Deutschland, zumindest was Tageszeitungen angeht.

Zum Inhalt: Die SZ argumentiert ja wie gesagt den 'Normalfall'; ich habe mich ja auf die Gegentore bezogen. Während die also schildern, was passiert, wenn es 'läuft', habe ich beschrieben, dass es so - wie von der SZ beschrieben - in den entscheidenden Momenten gerade nicht gelaufen ist: Sokratis hat vor dem ersten Tor sich gerade nicht getraut voll durchzulaufen bzw. an Kane dran zu bleiben. Sahin ist nicht voll auf Eriksen draufgelaufen etc. Insofern glaube ich, dass die SZ eher den allgemeinen Spielverlauf schildert. Die Krux an dem Artikel ist, dass die SZ dann den entscheidenden Grund für die BVB Niederlage in den nicht ganz genauen, aber auch nciht ganz falschen Satz packt "der Ball darf dann nicht verlorengehen". Denn der Satz ist genau so nicht ganz zutreffend: Der Ball darf verlorengehen, wenn man durchpressen kann (was man z.B. beim ersten Gegentor m.E. hätte machen können). Wenn man das nicht kann, weil die Räume nicht richtig aufgeteilt sind, dann sollte man auch nicht den Ball verlieren - dann ist der Satz zutreffend.

Ein Beispiel: Bei der Großchance von Son - die ich obenstehend schonmal analysiert habe - z.B. hatte Pulisic den Ball im Dribbling verloren. Der wollte etwas übermotiviert im eins gegen eins etwas reißen und ist hängengeblieben. Wenn er da ruhiger agiert, bleibt er wahrscheinlicher am Ball oder kann zumindest den koordinierten Befreiungsschlag in den richtigen Raum verhindern. Weil diese Art von Ballverlusten Gift für das BVB-Spiel unter Bosz sind (und es eigtl. auch unter Tuchel waren, bis der auf Dembélé als Unterschiedspieler umgestellt hat), finde ich den Dembélé-Abgang auch nicht schlimm, im Gegenteil: Ein Unsicherheitsfaktor wird rausgenommen und mit Yarmolenko ist ein weitaus ruhigerer, erfahrenerer Spieler dazugekommen, der weitaus weniger Bälle in konteranfälligen Zonen verlieren dürfte.

Davon ab finde ich auch, dass die Fußballanalyse in Deutschland in insgesamt bedauernswertem Zustand ist. Da müsste viel mehr kommen. Wir sollten uns aber alle an die eigene Nase packen: Wenn wir hier in nem Fußballfachforum ständig nur Stammtischquatsch produzieren, sollten wir nicht auf Medien zeigen, die nur sehr partiell über Fußball berichten bzw. das für eine viel breitere Leserschaft tun.

•     •     •

"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
Peter Bosz [Trainer] |#2014
15.09.2017 - 16:20 Uhr
Spielverlagerung hat sich mit unserer Niederlage gegen die Spurs auseinandergesetzt.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Benjani am 15.09.2017 um 16:21 Uhr bearbeitet
Peter Bosz [Trainer] |#2015
15.09.2017 - 16:21 Uhr
Zitat von Harlekin
Zitat von Yantaix

Zitat von Gorgoroth

Zitat von Yantaix

Zitat von Gorgoroth

Zitat von Harlekin

Ich würde in jedem Fall zustimmen, dass das Gegenpressing nicht gut funktioniert hat. Vor allem bei den Gegentoren war das der Fall. Und zwar, weil der BVB zu langsam (!) nach vorne (!) gerückt ist. Und das finde ich doch bemerkenswert - meiner Meinung nach bestätigt das sogar Bosz' Arbeit. Und es bestätigt, dass es auf hohem Niveau einfach noch Abstimmungszeit und mehr Vertrauens ins nach vorne Verteidigen braucht.



Sehr interessant, dass in der Sueddeutschen (Print) genau umgekehrt (und damit auf Bela-Rethy-Mainstream-Niveau) argumentiert wird. Im Online-Bereich der Zeitung findet sich ein etwas anderer Artikel, der wie folgt schildert:

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Thomas Tuchel hat Bosz den Aufenthaltsbereich des defensiven Mittelfeldspielers - in diesem Fall Sahin - nach vorne verschoben. Die Dortmunder versuchten mit ihrer Abwehrlinie so weit wie möglich ans gegnerische Tor zu rücken, ungeachtet der Stärken Tottenhams. Die Innenverteidiger standen teils in der Mitte der gegnerischen Hälfte, selbst bei Ballverlust wichen sie nicht zurück, sondern probierten oft, den Ball direkt wiederzugewinnen. Weil die Außenverteidiger ihre Bindung zu den zentralen Abwehrspielern zugunsten der Offensive aufgaben, ergab sich daraus eine Systematik, in welcher der Ball gut zirkulierte, von rechts nach links etwa, in die Mitte oder vor und zurück - bloß darf bei dieser Systematik der Ball quasi überhaupt nicht verloren gehen, was natürlich nicht umzusetzen ist.

http://www.sueddeutsche.de/sport/bvb-in-der-champions-league-und-dann-loesen-sich-auch-noch-goetzes-zaehne-1.3666215

Schön zu sehen, wie weit die professionelle Journaille mittlerweile vom Know-How der Entwicklung im Fußball hinterherhinkt. Allerdings hat man das schon bei der legendären Arbeit von Jürgen Klopp während der Fußball-WM als Analytiker im TV (vor seiner Tätigkeit beim BVB) erkennen können, wenn man denn wollte.

Nachgerade absurd sind doch Äußerungen wie diese.

Die Innenverteidigung mit dem Griechen Sokratis und dem Türken Ömer Toprak ist dem Antrittstempo der meisten Stürmer nicht gewachsen. Bosz sah das Problem schon in der Anfangsphase, aber ihm war es offensichtlich egal - und den Spurs logischerweise auch.

Offensichtlich egal?
Echt jetzt?


Warum absurd? Ich habe auch keinen Plan B oder irgendeine Form von cleverem Ingame-Coaching von Bosz gesehen.


Und ganz offensichtlich hast den Sinn meines Beitrages auch nicht gesehen.
Macht ja nix...


Klär mich dann doch kurz auf. Ich war wirklich nicht in der Lage deine brillianten Gedankenzüge nach zu vollziehen.

Du weißt es besser als der Journalist?
Lügenpresse?

Ernsthaft, was stört dich an dem Artikel?


Erstens @Yantaix: Ich finde, eine eine argumentative Resonanz wäre spannender gewesen als ein Einzeiler a la "keine Form von cleverem Ingame-Coaching". Denn das können wir gar nicht seriös beurteilen; nur weil Bosz nicht wild rumfuchtelt, heißt das nicht, dass er nicht ingame coached. Man sieht ihn beispielsweise recht häufig mit Spielern sprechen. Es gibt durchaus einige Trainer, dei sagen, dass das ganze Reinrufen und wilde Fuchteln kaum etwas bringe, weil es eh laut sei, die Spieler im Tunnel etc. Wenn Bosz mal ne Saison Trainer ist, sieht man so langsam, ob er auch mal Spiele durch taktische Maßnahmen drehen kann oder nicht, ob er häufig ausgecoached wird oder umgekehrt oder oder. Dann kann man mal nen erstes Fazit ziehen.

Zweitens @Gorgoroth: Sorry, dass ich jetzt erst zu ner kurzen Antwort komme. Den SZ-Artikel habe ich auch gelesen. Ich finde ihn aber gar nicht so falsch. Denn die Beschreibung der 'normalen Situation' ist ihnen ja durchaus in etwa geglückt. Man darf zur Bewertung normaler - auch seriöser - Blätter nie vergessen, dass diese nicht in erster Linie für den fußballtaktisch interessierten TM-User, sondern für den allgemein sportinteressierten Leser schreiben. Die müssen ne riesige Range abdecken. Gerade die SZ liefert - finde ich - einen insgesamt sehr leserlichen Sportteil und ist in einigen Hinsichten m.E. führendes Sportmedium in Deutschland, zumindest was Tageszeitungen angeht.

Zum Inhalt: Die SZ argumentiert ja wie gesagt den 'Normalfall'; ich habe mich ja auf die Gegentore bezogen. Während die also schildern, was passiert, wenn es 'läuft', habe ich beschrieben, dass es so - wie von der SZ beschrieben - in den entscheidenden Momenten gerade nicht gelaufen ist: Sokratis hat vor dem ersten Tor sich gerade nicht getraut voll durchzulaufen bzw. an Kane dran zu bleiben. Sahin ist nicht voll auf Eriksen draufgelaufen etc. Insofern glaube ich, dass die SZ eher den allgemeinen Spielverlauf schildert. Die Krux an dem Artikel ist, dass die SZ dann den entscheidenden Grund für die BVB Niederlage in den nicht ganz genauen, aber auch nciht ganz falschen Satz packt "der Ball darf dann nicht verlorengehen". Denn der Satz ist genau so nicht ganz zutreffend: Der Ball darf verlorengehen, wenn man durchpressen kann (was man z.B. beim ersten Gegentor m.E. hätte machen können). Wenn man das nicht kann, weil die Räume nicht richtig aufgeteilt sind, dann sollte man auch nicht den Ball verlieren - dann ist der Satz zutreffend.

Ein Beispiel: Bei der Großchance von Son - die ich obenstehend schonmal analysiert habe - z.B. hatte Pulisic den Ball im Dribbling verloren. Der wollte etwas übermotiviert im eins gegen eins etwas reißen und ist hängengeblieben. Wenn er da ruhiger agiert, bleibt er wahrscheinlicher am Ball oder kann zumindest den koordinierten Befreiungsschlag in den richtigen Raum verhindern. Weil diese Art von Ballverlusten Gift für das BVB-Spiel unter Bosz sind (und es eigtl. auch unter Tuchel waren, bis der auf Dembélé als Unterschiedspieler umgestellt hat), finde ich den Dembélé-Abgang auch nicht schlimm, im Gegenteil: Ein Unsicherheitsfaktor wird rausgenommen und mit Yarmolenko ist ein weitaus ruhigerer, erfahrenerer Spieler dazugekommen, der weitaus weniger Bälle in konteranfälligen Zonen verlieren dürfte.

Davon ab finde ich auch, dass die Fußballanalyse in Deutschland in insgesamt bedauernswertem Zustand ist. Da müsste viel mehr kommen. Wir sollten uns aber alle an die eigene Nase packen: Wenn wir hier in nem Fußballfachforum ständig nur Stammtischquatsch produzieren, sollten wir nicht auf Medien zeigen, die nur sehr partiell über Fußball berichten bzw. das für eine viel breitere Leserschaft tun.


Du hattest ja in dem von mir herausgestellten Teil deiner langen Analyse geschrieben, es wäre in den jeweiligen kritischen Situationen, die zu den Gegentoren führten, vielleicht besser gewesen, der BVB wäre schneller nach vorn gerückt. Und zwar als Teil der Verteidigung, nicht etwa als Angriffsbewegung.

(Wobei: Man kann das beim Gegenpressing ja eigentlich gar nicht mehr so leicht trennen, wenn Angriffspressing betrieben wird, verteidigt man gegen Ball und tut dies "spielmachend", dem Duktus Klopps folgend, nachdem Gegenpressing der beste Spielmacher ist.)

Hier herrscht ein gewisser Konsens, dass gegen Tottenham das Pressing nicht so effektiv gewesen ist, wie noch in den vorangehenden Spielen. Das war definitiv auch meine Wahrnehmung bei dem Spiel. (Über die Gründe, z.B. die Umstellungen und deren mögliches fehlendes Einspielungsniveau, um das GP auf 100 Prozent zu bringen, kann man sicher reden.)

Trotzdem reden wir hier doch von sehr hoch betriebenem Gegenpressing als Mittel gegen gegnerischen Ballbesitz, was beim Bosz-BVB doch die Normvariante ist.

Der SZ-Schreiber (eigentlich noch mehr der Print-Selldorf) redet aber von der Offensive als Denk-Dogma, was aber nicht nur auf die Situationen abzielt, in denen es nicht funktioniert hat, sondern ein grundlegendes Missverständnis offenlegt, was die Spielidee von Gegenpressing usw. anbelangt.

Wenn man dem folgt, was die SZ schreibt, hätte doch der BVB viel langsamer, weniger weit rausrücken, ja am besten defensivfokussiert mit zwei Doppelreihen vor dem eigenen Strafraum positieren sollen(ein bisschen boshaft formuliert). Doch Bosz habe nur Offensive im Kopf und die Erkenntnis, dass es nicht funktioniert, sei ihm egal. Das finde ich absurd.

Deine Beobachtungen zum Dribbling-Verhalten von Pulisics (hat ja nicht nur einmal dembelet in dem Spiel) zeigt übrigens die anhaltende Neigung der Berichterstattung, sich auf das letzte Glied der Fehlerkette zu fokussieren (das Schmelzer-Syndrom).

Aber gut. Ich bin kein Fußballexperte und würde den Anspruch auch nie erheben. cool
Peter Bosz [Trainer] |#2016
15.09.2017 - 17:11 Uhr
@Gorgoroth:
Ach Experten sind wir hier doch alle nicht. Experten sind die Quatschköppe, die im Mobilatfantalk fanwirksam Schals um den Hals haben und bierselige Stammtischwahrheiten von sich geben grins

Wirklich Ahnung hab ich auch ganz sicher nicht. Ich hab keine Trainerscheine etc. (hier gibt es aber einige User, die da einiges vorzuweisen haben!)

Mit dieser Lesart gebe ich Dir Recht. Es ist natürlich etwas kurzgegriffen, wenn das hohe Pressen nen pejorativen Unterton erhält - und die Journalisten sich nicht die Feinheiten, sondern das 'einfache' Anschauen (a la: höhö, die kriegen Konter, also stehen sie zu hoch... tötööö augen-zuhalten ). Was die Fehlerkettengeschichte angeht, gebe ich Dir ebenso Recht, Schmelzer-Syndrom ist da eine passende Bezeichnung grins

•     •     •

"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
Peter Bosz [Trainer] |#2017
15.09.2017 - 18:11 Uhr
Zitat von Harlekin
@Gorgoroth:
Ach Experten sind wir hier doch alle nicht. Experten sind die Quatschköppe, die im Mobilatfantalk fanwirksam Schals um den Hals haben und bierselige Stammtischwahrheiten von sich geben grins

Wirklich Ahnung hab ich auch ganz sicher nicht. Ich hab keine Trainerscheine etc. (hier gibt es aber einige User, die da einiges vorzuweisen haben!)

Mit dieser Lesart gebe ich Dir Recht. Es ist natürlich etwas kurzgegriffen, wenn das hohe Pressen nen pejorativen Unterton erhält - und die Journalisten sich nicht die Feinheiten, sondern das 'einfache' Anschauen (a la: höhö, die kriegen Konter, also stehen sie zu hoch... tötööö augen-zuhalten ). Was die Fehlerkettengeschichte angeht, gebe ich Dir ebenso Recht, Schmelzer-Syndrom ist da eine passende Bezeichnung grins


Es war aber von vorneherein klar, dass Bosz medial kritisch begleitet werden wird, weil er nicht die Standardgrütze der BL spielen lässt. Da sind die Artikel "Was hat er sich dabei nur gedacht", "Wir haben es immer schon gewusst" und "Wenn es funktionieren würde, täten es ja alle" schon ein halbes Jahr vorher fertig in der Lade.
Toll ist, dass wir beim BVB da nicht gleich bei der ersten Brise umfallen und medial gefällig agieren, sondern Bosz sein Ding erstmal durchziehen darf, hoffentlich erfolgreich. Ich bilde mir ein zu erkennen was er will, ich meine auch, dass die Mannschaft das annimmt, aber alles fein abgestimmt sein muss, damit es wirklich überzeugend klappt.
Zusätzlich darf man auch nicht vergessen, dass uns mit Reus, Schmelzer, Bartra und Guerreiro 4 Spieler fehlen die ich klar in der ersten Elf sehe, was nicht als Ausrede gelten soll. Es ist aber erwähnenswert wenn man darüber reden will, dass man gegen den PL 2. auswärts verliert.

•     •     •


Peter Bosz [Trainer] |#2018
15.09.2017 - 18:15 Uhr
Bitte nicht über den Doppelpost wundern. Der TM-Artikel geht exakt auf den Konter mit Son-Abschluss ein, den ich auch bereits angesprochen hatte:
http://spielverlagerung.de/2017/09/15/schwache-restverteidigung-fuehrt-zu-erster-niederlage-unter-bosz/

Durch die verhältnismäßig hohen Positionierungen von Sahin und Piszczek stand die Restverteidigung der Dortmunder oft vor einer 2-gegen-2-Situation, sollten die Spurs die Lokalkompaktheiten am Flügel überspielen können. In diesem Beispiel aus der 51. Minute gelang das Alderweireld mit einem sehr simplen hohen Ball aus dem eigenen Drittel heraus. Schon bei der schlampigen Annahme von Pulisic sah man bei Eriksen eine kluge Vororientierung, mit der er sich aus dem Rücken von Tolan und Dahoud wegschleichen und den hohen Ball von Alderweireld annehmen konnte. Eriksen konnte dadurch aktiv in den Konter eingreifen und die Dortmunder vor einer fast unlösbaren Aufgabe stellen. Diese war zwar im Endeffekt durch den numerischen Nachteil nur sehr schwer zu verteidigen, in der Entstehung jedoch hauptsächlich ein qualitatives Problem, welches bereits während des eigenen Angriffes anfängt.


Tollerweise sieht Spielverlagerung dasselbe Problem, das auch ich angesprochen habe und verweist dazu auf einen Twitterlinl (ich fühle mich gebauchpinselt tongue ) : https://twitter.com/jensschuster_de/status/908065178381635584

In dem Bild sieht man schön das, was ich bzgl. des Konters und bzgl. des ersten Gegentores angesprochen hatte: Der BVB muss stärker nach links (Konter) oder nach vorne (1. Gegentor) verschieben, um die im Artikel angemahnte Kompaktheit zu erhalten.

Ich würde übrigens behaupten, dass Pocchettino Bosz ausgecoached hat: Die Laufwege der Offensivspieler auf die ballnahen Flügel und Richtungen der Befreiungsschläge in den Schatten des Dortmunder Pressings sind mit Sicherheit geplant gewesen. Das ist zu verteidigen, dazu muss man aber vorausschauend (!) hart verschieben.

•     •     •

"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
Peter Bosz [Trainer] |#2019
15.09.2017 - 18:29 Uhr
Zitat von Dwayne_Hicks
Eigentlich macht Bosz alles richtig. Die Mischung aus Klopp-Fussball (Pressing, Gegenpressing, hochstehen, Umschalten etc.) und Tuchel-Fussball (Ballbesitz, Positionsspiel etc.) passt mMn perfekt zum Verein, zu den Fans und vor allem zur Mannschaft. Mit Übung, Training und Praxis wird das auch immer besser werden.

Aktuell werden wir aber gegen spielstarke Teams (wovon es ja zum Glück nicht sooo viele gibt) Probleme damit haben. Die können nun mal auch ein starkes intensives Pressing überspielen und was dann passiert haben wir gestern gesehen.

In Ballbesitz ist mir das Positionsspiel oft noch zu starr, aber das wird.

Aber generell sind wir auf aller bestem Wege!


Mit Klopp hat das so nix zu tun. Alles, was Bosz spielen lässt, die höllandisch-spanische Schule. Aber zumindest bislang ohne das feine Positionsspiel eines Peps oder Tuchels (15/16). Positionsspiel ist eigentlich immer starr oder was meinst Du?
Peter Bosz [Trainer] |#2020
15.09.2017 - 19:53 Uhr
Man darf auch nicht vergessen das sich alles erst mal richtig finden muss und die automatismen wachsen müssen.

In der 1 HZ haben wir gut gespielt und haben es durch Individuelle fehler versaut. In der 2 Hz kam ne menge Pech dazu.

Finde die PK heute von ihm ganz gut. Er quatscht nicht viel drum herum, sondern kommt zimlich auf den Punkt. Während die Medien uns wieder alles absprechen hat er zurecht die 1 gute Halbzeit angesprochen. Aber ich befürchte das seine ehrliche art, ihm noch irgendwann um die ohren fliegt. Immerhin sind gerade unsere Medien dafür bekannt alles zu verdrehen.
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