SC Freiburg SC Freiburg
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Julian Schuster
Geburtsdatum 15.04.1985
Alter 41
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein SC Freiburg

Julian Schuster [Trainer]

02.05.2012 - 20:09 Uhr
Julian Schuster [Trainer] |#751
15.01.2026 - 13:13 Uhr
Zitat von Koelner_Keller
Zitat von TaktikTeddy

Ob du jemanden ernst nimmst oder nicht, ist dabei völlig nebensächlich.


In der Beurteilung, ob es mir jemand wert ist meine Zeit mit ihm zu verbringen, ist die Frage, ob ich denjenigen basierend auf seinem bisherigen Auftreten ernstnehme und für mich oder die Sache als relevant betrachte, von ausschlaggebender Bedeutung. Das magst Du mit Deiner Lebenszeit anders handhaben, das machen aber die Wenigsten. Ich gehöre auch nicht dazu.


Wenn du inhaltlich nichts beitragen willst und stattdessen regelmäßig versuchst, andere Meinungen durch Herabwürdigung und sprachliche Überhöhung zu entwerten, dann wäre es ehrlicher, sich aus der Diskussion herauszuhalten. Was du hier betreibst, ist keine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, sondern der Versuch, dich rhetorisch über dein Gegenüber zu stellen, ohne dessen Argumente zu prüfen oder zu beantworten. Das ist kein Diskussionsstil, sondern Dominanzverhalten.

Ich habe daran kein Interesse mehr.
Julian Schuster [Trainer] |#752
15.01.2026 - 13:20 Uhr
Zitat von TaktikTeddy
Genau dieser Satz ist das Problem:

"Das größte Dilemma für Viele ist, dass wir nicht gegen Bayern, BVB, Leipzig, Leverkusen und Frankfurt gewinnen."

Das verzerrt komplett den Kern der Kritik. Niemand fordert hier ernsthaft, dass wir diese Spiele regelmäßig gewinnen müssen. Das wird auch von keinem so geschrieben. Das ist ein Strohmann-Argument, mit dem man sich nicht mehr mit der eigentlichen Kritik beschäftigen muss.
Die Kritik richtet sich nicht gegen Niederlagen an sich, sondern gegen Auftritt, Spielidee und offensive Harmlosigkeit. Ein Spiel wie in Leipzig wird nicht kritisiert, weil es 0:2 ausgeht sondern weil man 98 Minuten lang keinen ernsthaften Offensivversuch sieht. Das hat nichts mit Titelträumen zu tun, sondern mit Bundesliga-Niveau.
Und genau da wird es kritisch:
Sobald man das Wie anspricht, wird einem unterstellt, man habe "ungesunde Erwartungen" oder wolle gegen Bayern und Co jedes Spiel gewinnen. Das ist ziemlich schwach.
Niemand verlangt, dass wir Leipzig, Leverkusen oder Bayern spielerisch dominieren. Aber man darf sehr wohl erwarten, dass eine Bundesligamannschaft:
- aktiv am Spiel teilnimmt,
- offensiv Strukturen erkennen lässt,
- und nicht von vornherein auf Schadensbegrenzung ausgerichtet ist.
Der Vergleich mit PTSV Jahn oder Ebnet ist in dem Zusammenhang übrigens komplett daneben. Wir sind kein Kreisligist, der gegen einen Bundesligisten mutig sein will, wir sind der Bundesligist. Und wir haben einen Kader, der mehr kann als 0,x xG und einen Torschuss pro Spiel.
Der ganze Umbruch-, Marktwert- und Finanzargumentationsblock mag in Teilen stimmen, aber er erklärt nicht, warum wir offensiv oft so ideenlos auftreten. Er erklärt auch nicht, warum Kritik daran sofort als "unrealistisch" abgetan wird.
Man kann JS differenziert sehen, man kann Geduld fordern, man kann auch sagen, dass nicht alles schlecht läuft. Alles fair.
Aber bitte hört auf, jede Leistungs- und Spielkritik auf den Satz zu reduzieren: „Ihr seid nur sauer, weil wir gegen die Großen nicht gewinnen.“
Das ist schlicht falsch und verhindert jede ernsthafte Diskussion.


Wir haben Unentschieden gespielt gegen Dortmund und Frankfurt.

Verloren gegen Leipzig, Bayern und Leverkusen.

Erwartungshaltung ist mein Punkt. Eventuell sind diese Mannschaften einfach besser.
Aber das scheint nicht akzeptabel zu sein.
Julian Schuster [Trainer] |#753
15.01.2026 - 13:27 Uhr
Zitat von 0815Fuechsle


Wir haben Unentschieden gespielt gegen Dortmund und Frankfurt.

Verloren gegen Leipzig, Bayern und Leverkusen.

Erwartungshaltung ist mein Punkt. Eventuell sind diese Mannschaften einfach besser.
Aber das scheint nicht akzeptabel zu sein.



Es geht nicht darum, dass wir gegen Leipzig, Bayern oder Leverkusen verlieren. Das wird von niemandem ernsthaft bestritten.
Kritisiert wird das Wie.
Gegen Leipzig z. B. ein Torschuss in 98 Minuten, kaum offensive Strukturen, keine erkennbare Idee, wie man selbst aktiv werden will. Das hat nichts mit "zu hoher Erwartungshaltung" zu tun, sondern mit der Frage, ob man als Bundesligist überhaupt am Spiel teilnimmt.
Sobald dieser Aspekt angesprochen wird, wird die Kritik wieder auf "ihr erwartet zu viel" reduziert. Damit wird der eigentliche Inhalt konsequent umgangen.
Und genau deshalb dreht sich die Diskussion hier im Kreis.
Julian Schuster [Trainer] |#754
15.01.2026 - 13:29 Uhr
Zitat von TaktikTeddy
Zitat von Koelner_Keller

Zitat von TaktikTeddy

Ob du jemanden ernst nimmst oder nicht, ist dabei völlig nebensächlich.


In der Beurteilung, ob es mir jemand wert ist meine Zeit mit ihm zu verbringen, ist die Frage, ob ich denjenigen basierend auf seinem bisherigen Auftreten ernstnehme und für mich oder die Sache als relevant betrachte, von ausschlaggebender Bedeutung. Das magst Du mit Deiner Lebenszeit anders handhaben, das machen aber die Wenigsten. Ich gehöre auch nicht dazu.


Wenn du inhaltlich nichts beitragen willst und stattdessen regelmäßig versuchst, andere Meinungen durch Herabwürdigung und sprachliche Überhöhung zu entwerten, dann wäre es ehrlicher, sich aus der Diskussion herauszuhalten. Was du hier betreibst, ist keine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, sondern der Versuch, dich rhetorisch über dein Gegenüber zu stellen, ohne dessen Argumente zu prüfen oder zu beantworten. Das ist kein Diskussionsstil, sondern Dominanzverhalten.

Ich habe daran kein Interesse mehr.


Das war meinerseits lediglich der Versuch Dir näherzubringen, dass es aus meiner Sicht manchmal ganz sinnvoll wäre mit Kritik nicht hausieren zu gehen, sondern sie gezielt dann vorzutragen, wenn man sie als wirklich relevant erachtet, weil man sich sonst der eigenen Argumente beraubt und im Gegenüber den Anschein erweckt, dass es dem Vortragenden eben nicht um die Sache im Speziellen geht, sondern um eine gewisse Grundeinstellung, woran sich auch ein Befassen mit dem von ihm vorgetragenen Punkten, einer gemeinsamen Erörterung bishin zu Zustimmung in einzelnen Punkten nichts ändern würde, da es eine Frage des Mindsets ist, welches immer wieder zu ähnlich gelagerter Kritik führt, unabhängig von der Frage wie berechtigt diese letztlich ist.
Ich bin mir recht sicher, dass auf ein und dieselbe Kritik zum Leipzigspiel, sachlich vorgetragen von einem sich bei jedem Spiel im Spieltagsthread negativ äussernden User, einem komplett neuen User, und einem User, welcher sich bis dato eher positiv zum SC äusserte, völlig verschieden reagiert wird, und dies hat Gründe, welche sich eben nicht im Argument wiederfinden.
Julian Schuster [Trainer] |#755
15.01.2026 - 13:45 Uhr
Ach lange geht es nicht mehr und dann ist dieses Forum endgültig nur noch die Echo-Kammer für die Dauernörgler. Es gibt ja schon jetzt eigentlich keinen Thread mehr in dem nicht irgendwas kritisiert wird: Spielstil, Transfers, Trainer, Spieler, Sportdirektoren, Stadion, Ticketing oder auch die Fans. Alles ist zu wenig attraktiv, zu schlecht, zu wenig mutig, über dem Zenit, gehen zu wenig Risiko ein, ist zu klein, ist auf Amateurniveau oder zu leise. Zufrieden ist eigentlich niemand je mehr, schiesst man 4 Tore hätten es auch 6 werden können, wird man 5. hätte man auch die Champions League erreichen können und selbst bei total überzeugenden Siegen wie gegen Mainz findet man wieder einen Höler den man durch den Dreck ziehen kann. Dieses Forum ist mittlerweile, mit wenigen Ausnahmen, nur noch eine Anlaufstelle für Leute die partout an allem irgendwas auszusetzen haben. Zufrieden ist man eh nie und wenn sich dann doch jemand erdreistet mit Platz 8 in der Bundesliga, Platz 5 in der Europa League und einem Viertelfinale im DFB Pokal zufrieden zu sein, wird ihm sicher noch Ambitionslosigkeit vorgeworfen. Aber kritisiert wird ja nur «Spielidee und Auftreten» der Mannschaft, währenddessen sich die Diskussionen in 10 Threads parallel im Kreis drehen.

•     •     •

BSC Young Boys --- SC Freiburg
Julian Schuster [Trainer] |#756
15.01.2026 - 13:56 Uhr
Zitat von Sektor_D7
Ach lange geht es nicht mehr und dann ist dieses Forum endgültig nur noch die Echo-Kammer für die Dauernörgler....Aber kritisiert wird ja nur «Spielidee und Auftreten» der Mannschaft, währenddessen sich die Diskussionen in 10 Threads parallel im Kreis drehen.


In einem anderen Forum wird seit gestern Abend diskutiert, wie Schuster die neu zusammen gewürfelte Innenverteidigung und damit erwartbare Probleme versuchte zu stabilisieren, beispielsweise indem versucht wurde die Räume im zentralen Mittelfeld zu verdichten, und ob das vorsichtige Agieren auf den Aussen eben auch diesem Sachverhalt geschuldet sei. Auch wird darüber spekuliert, wie nicht nur eine ernsthafte Klatsche, sondern beispielsweise ein Ergebnis von 1:4 aufgrund eines etwas offensiveren Vorgehens sich mental vielleicht negativ auf das neu zusammengefundene Innenverteidigerduo oder die ganze Mannschaft in Bezug auf die anstehenden Wochen ausgewirkt hätte. Angetan von der Spielweise und dem Ansatz ist dort niemand, aber es wird versucht ihn sich zu erklären, mögliche andere Lösungen zu finden, Folgen abzuschätzen. Da sind einige nette Überlegungen dabei.
Julian Schuster [Trainer] |#757
15.01.2026 - 16:47 Uhr
Wenn es darum geht, Julian Schuster und seine Arbeit zu beurteilen, muss man zuerst einmal drei Dinge berücksichtigen, die aus meiner Sicht oftmals in Vergessenheit geraten:

1. Das ist immer noch erst die zweite Saison von Schuster als Cheftrainer einer Fußballmanschaft. Ja im Spitzensport gibt es keine Ausreden und man muss immer auf höchstem Niveau liefern. Gleichzeitig sollte man einem jungen und unerfahrenen Trainer wie Schuster genau wie einem jungen und unerfahrenen Spieler auch Fehler verzeihen können und eine Entwicklung antizipieren. Nebenbei bemerkt finde ich es amüsant, dass Schuster hier im Forum irgendwie zum Symbolbild für den biederen (manche würden sagen langweiligen) SC Freiburg steht. Dabei ist seine Berufung als Cheftrainer letzte Saison ein Wagnis, dass nur sehr wenige Vereine in der Bundesliga oder generell im Spitzenfußball eingehen würden und damit auf dem Papier das Gegenteil von langweilig und bieder.

2. Sein Vorgänger im Amt ist Christian Streich, ein Trainer der wie kein anderer über den SC Freiburg hinaus Kult oder Legendenstatus besitzt. Ein Trainer, der Freiburg mehrfach vor dem Abstieg rettete und den Verein innerhalb seiner Amtszeit vom Abstiegskandidaten zum wiederholten Europa Fahrer machte. Viel größer können die Fußstapfen nicht sein für irgendeinen Trainer, geschweige denn für einen Trainer Novizen.

3. Ist die Erwartungshaltung massiv gestiegen. Ich weiß da werden wieder einige sagen, dass ist ein Todschlagargument, aber es ist nunmal Fakt, dass für Julian Schuster andere Maßstäbe gelten als für alle seine Vorgänger beim SC Freiburg.

Schaut man dann auf die sportliche Situation, sieht diese aus meiner Sicht durchaus erfreulich aus. Im DFB Pokal bringt einen ein Sieg gegen einen Zweitligisten ins Halbfinale (was erst das vierte Mal in der Geschichte des Vereins wäre, wenn ich mich nicht täusche). In der Europa League sollte nach menschlichem Ermessen ein Platz unter den ersten 8 gesichert werden. Damit würde man ein auf dem Papier einen nicht übermächtigen Gegner im Achtelfinale bekommen, sodass hier das Viertelfinale absolut realistisch ist. Dazu steht man in der Bundesliga auf Platz 8. Davor stehen Mannschaften, die von den finanziellen Rahmenbedingungen und des Spielermaterials eigentlich außer Reichweite für den SC sind, wenn diese Vereine nicht wie Leipzig letztes Jahr massiv unter ihren Möglichkeiten bleiben. Rein von den Zahlen her ist für den SC Freiburg in einer Saison nicht viel mehr möglich als das, was wir aktuell zu sehen bekommen. Ich glaube, da sind sich die meisten hier auch eigentlich einig.

Aber kommen wir zu dem Punkt, den die Kritiker oder wie auch immer man sie nennen möchte, als wohl wichtigsten Punkt sehen: die Spielweise und der vermeintlich fehlende Mut. Hier gibt es aus meiner Sicht drei Dinge zu beachten:

1. Schaut man ein bisschen über den Breisgauer Teller zu anderen Vereinen der Bundesliga oder darüber hinaus, sieht man dass dieses Thema nicht nur in Freiburg so diskutiert wird. Nehmen wir mal als Beispiel den FC Arsenal. Die Gunners sind aktuell Tabellenführer der Premier League und der Champions League. In dieser haben sie 6 von 6 Spielen gewonnen und nebenbei den FC Bayern geschlagen, dessen Leistungsvermögen man sich jede Woche in der Bundesliga zur Genüge führen kann. Auch wenn das als Fan des Erzrivalen schmerzt, muss man aktuell anerkennen, dass der FC Arsenal die aktuell wahrscheinlich beste Mannschaft der Welt ist. Diese Mannschaft hat in der Premier League 15 von 40 erzielten Toren nach Standards erzielt (plus zwei Eigentore). Wenn es um Tore aus dem Spiel heraus geht, wäre Arsenal auch in der Premier League nur 11. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass wir in Zeiten leben, in denen der professionelle Fußball von einem enormen Pragmatismus geprägt ist. Das oberste Ziel einer jeden Mannschaft ist es, zu gewinnen. Und so wie sich der Fußball in den letzten Jahren entwickelt hat, ist der vielversprechendste Weg dahin aktuell eine sichere Defensive und das ausnutzen von Standard Situation. Das ist keine schöne Entwicklung, keiner von uns ist Fußball Fan geworden, weil die Topmannschaften so durchdachte Eckenvariante benutzt haben, um das Siegtor zu erzielen. Aber man muss diese Entwicklung zur Kenntnis nehmen und akzeptieren, dass viele Mannschaften diesen Weg gehen, den bspw. Urs Fischer bei Union Berlin vor einigen Jahren auch in der Bundesliga fast perfektioniert hatte. Jeder kann sich wünschen, dass sein Lieblingsverein nicht so zynisch ist, durch Kompaktheit und Standards die Spiele zu gewinnen, das würde ich niemandem vorwerfen. Gleichzeitig sollte man reflektieren können, dass das handelnde Personal vor allem nach der Punkteausbeute beurteilt wird, egal wie diese zustande kommt. Man hat ja in Augsburg sehr schön sehen können, wie erfolgreich es ist, diesen Weg verändern zu wollen.

2. Erinnert sich eigentlich noch jemand an die ersten beiden Spiele der Saison? An die Aufstellungen gegen Augsburg und Köln? Suzuki sofort in der Startelf, Manzambi auf der 8, Dinkci auf RA. Da war richtig viel Spiellust und Qualität auf dem Platz, man hat sich vor allem gegen Augsburg viele Chancen herausgespielt, viel Ballbesitz gehabt und war die fußballerisch bessere Mannschaft. Genützt hat es aber nichts, die Ergebnisse sind bekannt und nach zwei Spielen stand man mit null Punkten auf Platz 18. Das dann vom Trainer Team ein gewisser Pragmatismus reinkommt, erstmal wieder die defensive zu stabilisieren und so zu Punkten zu kommen, kann doch keiner ernsthaft kritisieren.

3. Das bringt mich zu dem Punkt, den ich beim SC unter Schuster am ehesten kritisieren möchte: Die fehlende Balance. Auch ich kann anerkennen, dass das Spiel des SC manchmal (nicht immer!) zäh, uninspiriert und wenig dynamisch wirkt. Hier tut sich Schuster und die Mannschaft aus meiner Sicht schwer, die Mitte zu finden. Es gibt entweder nur das extrem Augsburg oder auch Wolfsburg mit offensiver Spielweise, vielen Chancen aber dafür hinten zu viele Fehler, zu viele leichte Tore. Oder es gibt das extrem Leipzig, Gladbach, Union, wo man so sehr auf Kompaktheit und Fehler vermeiden aus ist, dass nach vorne gar nichts geht. Teilweise ist dies ja nicht mal nur von Spiel zu Spiel so dermaßen unterschiedlich, sondern schwankt innerhalb eines Spiels gewaltig. Gegen den HSV fand ich die ersten 35 Minuten echt gut, gegen einen tiefstehenden Gegner, auch wenn kein Tor gefallen ist. Gleichzeitig muss man im selben Spiel in den letzten 10 Minuten zittern, dass 10 Hamburger nicht noch den Ausgleich machen. Auch hier fehlt mir die Balance zwischen den Gegner kommen lassen und kontrollieren, was dann zu oft in ein passives Abwarten vor dem eigenen 16er verkommt. Das ist aus meiner Sicht die entscheidende Aufgabe für Schuster, das Trainerteam aber auch die Mannschaft für die anstehende Rückrunde. Die Kompaktheit in der Defensive behalten und gleichzeitig mehr konstruktiv nach vorne spielen. Das schreibe ich jetzt hier so gemütlich an meinem Schreibtisch in dem vollen Wissen, wie schwer das in der Realität ist.

Ich hatte es bereits angesprochen, dass sich hier auch etwas in der Bundesliga für den SC verschoben hat. Früher war man gegen jeden Gegner eigentlich Außenseite, heute ist man gegen die Hälfte der Liga leichter oder sogar klarer Favorit. Dadurch machen es die Gegner wie bspw. der HSV am Samstag auch ganz gerne, gegen Freiburg den tiefen Block auszupacken, weil sie genau wissen, dass diese Spielweise gegen Freiburg gut funktionieren kann, weil es dem SC an Durchschlagskraft und Dynamik fehlt. Das ist aus meiner Sicht der Schritt, den man gehen muss, wenn man sich in der oberen Tabellenhälfte etablieren will oder sogar weiter nach oben blicken will.

Ich rechne tatsächlich schon in Augsburg damit, das wir eine offensivere Aufstellung sehen werden. Grifo wird mit einiger Wahrscheinlichkeit starten und auch Matanovic erwarte ich ehrlich gesagt in der Startelf. Viel wird allerdings auch in Augsburg von der Besetzung der IV abhängen. Ich fand Jung und Ogbus beide gestern sehr solide und es lag nicht an ihnen, dass das Spiel verloren gegangen ist. Gleichzeitig muss man trotzdem anerkennen, das einerseits der Spielaufbau unter der Abwesenheit von Ginter und Lienhart enorm litt. Im Aufbau war eigentlich immer Jung derjenigen, der dann einen meist unpräzisen hohen Ball irgendwo in Richtung Höler spielte, den selbst ein besserer Spieler als dieser nur schwer verarbeiten konnte. Das andribbeln von Lienhart oder ein präziser lange Ball von Ginter haben da schon deutlich gefehlt. Gleichzeitig hatte ich auch den Eindruck, dass man aufgrund der Innenverteidigung insgesamt nochmal weniger bereit war, ins Risiko zu gehen im Spielaufbau oder beim Anlaufen. Wie gesagt, dass ist keine Kritik an den beiden, die es gestern gut gemacht haben. Gleichzeitig steht zu befürchten, dass mit derselben Innenverteidigung am Sonntag ähnlich Probleme auftauchen werden wie gestern.

•     •     •

Tottenham Hotspur SC Freiburg
Julian Schuster [Trainer] |#758
15.01.2026 - 16:48 Uhr
Zitat von Koelner_Keller

In einem anderen Forum wird seit gestern Abend diskutiert, wie Schuster die neu zusammen gewürfelte Innenverteidigung und damit erwartbare Probleme versuchte zu stabilisieren, beispielsweise indem versucht wurde die Räume im zentralen Mittelfeld zu verdichten, und ob das vorsichtige Agieren auf den Aussen eben auch diesem Sachverhalt geschuldet sei. Auch wird darüber spekuliert, wie nicht nur eine ernsthafte Klatsche, sondern beispielsweise ein Ergebnis von 1:4 aufgrund eines etwas offensiveren Vorgehens sich mental vielleicht negativ auf das neu zusammengefundene Innenverteidigerduo oder die ganze Mannschaft in Bezug auf die anstehenden Wochen ausgewirkt hätte. Angetan von der Spielweise und dem Ansatz ist dort niemand, aber es wird versucht ihn sich zu erklären, mögliche andere Lösungen zu finden, Folgen abzuschätzen. Da sind einige nette Überlegungen dabei.


Das klingt sehr gut. Wo finde ich denn dieses Forum?
Julian Schuster [Trainer] |#759
15.01.2026 - 17:03 Uhr
Ich schreib Dich diesbezüglich per PN an.
Julian Schuster [Trainer] |#760
15.01.2026 - 17:05 Uhr
Zitat von TaktikTeddy

Es geht nicht darum, dass wir gegen Leipzig, Bayern oder Leverkusen verlieren. Das wird von niemandem ernsthaft bestritten.
Kritisiert wird das Wie.
Gegen Leipzig z. B. ein Torschuss in 98 Minuten, kaum offensive Strukturen, keine erkennbare Idee, wie man selbst aktiv werden will. Das hat nichts mit "zu hoher Erwartungshaltung" zu tun, sondern mit der Frage, ob man als Bundesligist überhaupt am Spiel teilnimmt.
Sobald dieser Aspekt angesprochen wird, wird die Kritik wieder auf "ihr erwartet zu viel" reduziert. Damit wird der eigentliche Inhalt konsequent umgangen.
Und genau deshalb dreht sich die Diskussion hier im Kreis.


Du nennst das "Wie" in den Spielen gegen Leipzig, Bayern und Leverkusen und gibst als Beispiel den einen Torschuss gegen Leipzig. So, wie du es formulierst, kann man aber den Eindruck bekommen, als hätte der SC in allen drei Spielen eine ähnliche Herangehensweise gewählt. Unterschiedlicher hätten sie aber kaum sein können.
Dann frage ich mal zurück, wie dir denn das "Wie" gegen Bayern gefallen hat? Da hatten wir deutlich mehr als den einen Torschuss und sogar 2 Tore erzielt. Das war, zumindest in der ersten Halbzeit, sehr forscher und mutiger Fußball vom SC.
Und auswärts in Leverkusen gab es auch 10 Torschüsse vom SC.

Ich möchte nicht den einen Torschuss in Leipzig schönreden. Aber daraus direkt diese Pauschalisierung auf die anderen Spiele abzuleiten bzw. zumindest zu suggerieren, geht einfach an der Realität komplett vorbei.

Nehmen wir doch mal die aktuellen Top 7 der Liga, also die Mannschaften, die aktuell vor dem SC stehen. Wir hatten 4 Heimspiele (Stuttgart, Dortmund, Frankfurt, Hoffenheim) und davon KEIN EINZIGES verloren (1 Sieg, 3 Unentschieden). Gegen Stuttgart verdient gewonnen, gegen Frankfurt würde ich von einer gerechten Punkteteilung sprechen, gegen Hoffenheim war der Punkt am ehesten glücklich, dafür wäre gegen Dortmund eher ein Sieg drin gewesen.
Und dann 3 Auswärtsspiele in München, Leverkusen und Leipzig, alle drei verloren. Allerdings mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen - mutig und forsch in München mit bekanntem Ergebnis, in Leverkusen zumindest konkurrenzfähig (trotzdem verdient verloren) und jetzt in Leipzig mal ein Spiel, in dem man halt komplett unterlegen war.
Ich will sagen: das Spiel in Leipzig war jetzt aus meiner Sicht tatsächlich das einzige gegen die Topclubs, in denen man absolut verdient verloren hat bei gleichzeitig komplett defensivem Ansatz. Und dieser Ansatz hatte aber gleichzeitig aufgrund der aktuellen Personallage sehr nachvollziehbare Gründe.

In manchen Ausführungen klingt es halt so, als wären diese Saison alle Spiele gegen Topmannschaften Offenbarungseide mit dem immer gleichen Angsthasenfußball gewesen. Und das ist schlichtweg nicht richtig.
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