FC Bayern München II FC Bayern München II
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Hermann-Gerland-Kampfbahn (Stadionthread)

03.11.2009 - 12:47 Uhr
Zitat von FCB-27-02-1990
Warum ist es nur so verdammt schwer in einer reichen 1,5 Millionen Metropole wie München für drei Vereine (Bayern II, 1860 & Türkgükcu) eine würdige und zukunftsträchtige Spielstätte zu finden?

Na wegen der Politik....

Ich denke in der Stadtpolitik gibt es eine traditionell gepflegte Wahrnehmung, dass München in die beiden Lager Blau und Rot geteilt ist. Etwas anderes gab es wahrnehmungstechnisch nicht, bzw. wurde in den zurückliegenden 40 Jahren bei jeder noch so kleinen kommunalen Entscheidung der Münchener Stadtfußball schlechter gestellt, als es vorher war. Damit einhergehend war seit den frühen Achtzigern ein schrittweiser Niedergang des städtischen Amateurfußballs zu beobachten.
Inzwischen ist die Lage so, dass es hinter den drei GWS Nutzern gar keinen Münchener Verein oberhalb der Bezirksliga (7. Liga) mehr gibt. Da ist mittlerweile einfach alles abgestorben, was vor 40 Jahren noch in der 3., 4. und 5. Liga spielte. Und das ist eindeutig auf die Sportpolitik der Landeshauptstadt zurückzuführen. Den Vereinen wurde die Luft zum Atmen genommen, man pferchte sie zu Dritt oder Viert in Bezirkssportanlagen, die nicht mehr saniert wurden und die Nutzer der BSA mussten sich alle Sponsoreneinnahmen der Anlage teilen. Im Ergebnis war das zum Sterben zu viel aber zum Leben zu wenig.
Stattdessen kamen die platztechnisch viel besser situierten Vereine im Speckgürtel auf den Plan und nehmen heute die frühere Rolle der Münchener Stadftvereine ein.

Ein Vergleich mit Berlin zeigt gut auf, was hier schiefgelaufen ist.

Berlin verfügt aktuell über 2 Erstligisten (Hertha & Union), 5 Regionalligisten (BFC Dynamo - Berliner AK 07 - SV Lichtenberg 47 - VSG Altglienicke - FC Viktoria 1889), sowie 6 Oberligisten (Tennis Borussia Berlin - Hertha Zehlendorf - Blau-Weiß 90 Berlin - SC Staaken - SV Tasmania Berlin - CFC Hertha 06).

München hat 1 Erstligisten (FCB), 1 Drittligisten (Sechzig) und 1 Viertligisten (TG).
Bis runter zur Landesliga tauchen dann gar keine anderen Stadtvereine mehr auf.

Damit hat Berlin 13 Vereine in den Top 5 Ligen und München lediglich 3 Vereine.

Diese Darstellung zeigt deutlich, was in München in den letzten 40 Jahren eigentlich passiert ist.

Ursächlich dafür war die Politik der OBB Kronawitter und Ude, die sich einzig für Wohnraum in der rasant wachsenden Landeshauptstadt interessierten und den Sport gern zugunsten ihrer Agenden im Stich ließen. Parallel zur schleichenden Einschränkung der innerstädtischen Amateure wurden die beiden Leuchttürme Bayern und Sechzig öffentlich hofiert, damit für Beobachter zumindest die Suggestion einer sportfreundlichen Politik hängen blieb (Wählerstimmen).

Es bleibt festzuhalten, dass das Leuchtturmprojekt Allianz Arena nur unter hohem öffentlichem Druck der WM éntstand, bzw. München sonst gar nicht Ausrichtungsort geworden wäre. Wäre bspw. Beckenbauer nicht WM OK Chef gewesen und hätte auf populistische Weise den Druck auf die Stadt maximiert, wäre das WM Stadion in dieser Form nie entstanden und man hätte auf minimalistische Weise einfach das OLY hergerichtet.

Als es dann politisch unvermeidlich wurde, dass in München ein neues Stadion mit Privatmitteln gebaut wird, begann die darauf folgende Privatisierungsstrategie von OBB Ude mitsamt der Schließung aller städtischen Fußballstadien.
Im Zuge des Baus der AA wurden kompensativ sowohl das OLY (2005) wie auch das Dante (2007) für den Fußball gesperrt. Im Ergebnis wurde also der Sportstättenbedarf für den Fußball privatisiert, bzw. bewusste Kürzungen des kommunalen Angebots vorgenommen.
Das ging sogar noch einen Schritt weiter, als OBB Ude in 2008 plante das GWS auch noch komplett abzureissen, um dort ein alternatives Bauprojekt zu verfolgen. Dazu fiel ihm nur ein CSU Antrag auf die Füße, der feststellte, dass die Landeshauptstadt damit über gar kein Stadion bis hinunter zur Regionalliga verfügen würde und folglich FCB und Sechzig Amateuer- und Frauenmannschaften keine städtische Spielstätte hätten. Ude wäre das grundsätzlich egal gewesen, da er schon zuvor die Politik des Abschiebens von Sport in das Umland favorisierte.

Aber die CSU schaffte es zumindest den GWS Abriss zu verhindern, weshalb wir heute überhaupt darüber debattieren dürfen, warum es denn überhaupt nicht mehr ausreicht. Es hätte alles noch schlimmer kommen können.

Die Stadt München hat sich seit Kronawitter und ganz besonders während der Regierung Ude als absolut fußballfeindlich positioniert. Das ist die Ursache der heutigen Probleme mit der städtischen Infrastruktur und beileibe kein "unerhörter" Aufstieg eines dritten Vereins.

In Köln hat man bspw. drei Vereine (FC, Fortuna, Viktoria) in drei separaten Stadien.
Berlin hat sogar gleich 7 Stadien mit > 10.000 Plätzen, dazu noch ein Dutzend > 2,5k.
In München gibt es neben dem GWS gar kein Stadion, in dem man RL spielen dürfte.

Vor diesem Hintergrund sei die Frage erlaubt, warum die reiche LHH München denn gar nichts mehr im Angebot hat. Sind Sportstätten denn nicht Teil der gesellschaftlichen Bedarfe in einer 1,5 mio Metropole?

OBB Reiter scheint hier merklich weniger feindselig unterwegs zu sein, aber den de facto Nachweis einer gegenteiligen Politik ist er immer noch schuldig, weil gewisse Entscheidungen langer Zeiträume bedürfen und wir deren Ergebnisse daher noch gar nicht realisiert sehen. Reden kann man bekanntlich viel, gerade vor Wahlperioden...

Die Ausgangslage:
https://www.bfv.de/binaries/content/assets/inhalt/spielbetrieb-verbandsleben/vereinsunterstutzung/slc-studien/slc-studie-amateurfussball-infrastruktur-muenchen.pdf

Aktionsplan:
https://www.bfv.de/news/andere-news/2019/09/vorstellung-aktionsplan-5-plus-fuer-amateurfussball-in-muenchen
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Landauer am 23.02.2020 um 11:29 Uhr bearbeitet
Zitat von Landauer
Ich denke in der Stadtpolitik gibt es eine traditionell gepflegte Wahrnehmung, dass München in die beiden Lager Blau und Rot geteilt ist. Etwas anderes gab es wahrnehmungstechnisch nicht, bzw. wurde in den zurückliegenden 40 Jahren bei jeder noch so kleinen kommunalen Entscheidung der Münchener Stadtfußball schlechter gestellt, als es vorher war. Damit einhergehend war seit den frühen Achtzigern ein schrittweiser Niedergang des städtischen Amateurfußballs zu beobachten.
Inzwischen ist die Lage so, dass es hinter den drei GWS Nutzern gar keinen Münchener Verein oberhalb der Bezirksliga (7. Liga) mehr gibt. Da ist mittlerweile einfach alles abgestorben, was vor 40 Jahren noch in der 3., 4. und 5. Liga spielte. Und das ist eindeutig auf die Sportpolitik der Landeshauptstadt zurückzuführen. Den Vereinen wurde die Luft zum Atmen genommen, man pferchte sie zu Dritt oder Viert in Bezirkssportanlagen, die nicht mehr saniert wurden und die Nutzer der BSA mussten sich alle Sponsoreneinnahmen der Anlage teilen. Im Ergebnis war das zum Sterben zu viel aber zum Leben zu wenig.
Stattdessen kamen die platztechnisch viel besser situierten Vereine im Speckgürtel auf den Plan und nehmen heute die frühere Rolle der Münchener Stadftvereine ein.

Ein Vergleich mit Berlin zeigt gut auf, was hier schiefgelaufen ist.

Berlin verfügt aktuell über 2 Erstligisten (Hertha & Union), 5 Regionalligisten (BFC Dynamo - Berliner AK 07 - SV Lichtenberg 47 - VSG Altglienicke - FC Viktoria 1889), sowie 6 Oberligisten (Tennis Borussia Berlin - Hertha Zehlendorf - Blau-Weiß 90 Berlin - SC Staaken - SV Tasmania Berlin - CFC Hertha 06).

München hat 1 Erstligisten (FCB), 1 Drittligisten (Sechzig) und 1 Viertligisten (TG).
Bis runter zur Landesliga tauchen dann gar keine anderen Stadtvereine mehr auf.

Damit hat Berlin 13 Vereine in den Top 5 Ligen und München lediglich 3 Vereine.

Diese Darstellung zeigt deutlich, was in München in den letzten 40 Jahren eigentlich passiert ist.

Ursächlich dafür war die Politik der OBB Kronawitter und Ude, die sich einzig für Wohnraum in der rasant wachsenden Landeshauptstadt interessierten und den Sport gern zugunsten ihrer Agenden im Stich ließen. Parallel zur schleichenden Einschränkung der innerstädtischen Amateure wurden die beiden Leuchttürme Bayern und Sechzig öffentlich hofiert, damit für Beobachter zumindest die Suggestion einer sportfreundlichen Politik hängen blieb (Wählerstimmen).

Es bleibt festzuhalten, dass das Leuchtturmprojekt Allianz Arena nur unter hohem öffentlichem Druck der WM éntstand, bzw. München sonst gar nicht Ausrichtungsort geworden wäre. Wäre bspw. Beckenbauer nicht WM OK Chef gewesen und hätte auf populistische Weise den Druck auf die Stadt maximiert, wäre das WM Stadion in dieser Form nie entstanden und man hätte auf minimalistische Weise einfach das OLY hergerichtet.

Als es dann politisch unvermeidlich wurde, dass in München ein neues Stadion mit Privatmitteln gebaut wird, begann die darauf folgende Privatisierungsstrategie von OBB Ude mitsamt der Schließung aller städtischen Fußballstadien.
Im Zuge des Baus der AA wurden kompensativ sowohl das OLY (2005) wie auch das Dante (2007) für den Fußball gesperrt. Im Ergebnis wurde also der Sportstättenbedarf für den Fußball privatisiert, bzw. bewusste Kürzungen des kommunalen Angebots vorgenommen.
Das ging sogar noch einen Schritt weiter, als OBB Ude in 2008 plante das GWS auch noch komplett abzureissen, um dort ein alternatives Bauprojekt zu verfolgen. Dazu fiel ihm nur ein CSU Antrag auf die Füße, der feststellte, dass die Landeshauptstadt damit über gar kein Stadion bis hinunter zur Regionalliga verfügen würde und folglich FCB und Sechzig Amateuer- und Frauenmannschaften keine städtische Spielstätte hätten. Ude wäre das grundsätzlich egal gewesen, da er schon zuvor die Politik des Abschiebens von Sport in das Umland favorisierte.

Aber die CSU schaffte es zumindest den GWS Abriss zu verhindern, weshalb wir heute überhaupt darüber debattieren dürfen, warum es denn überhaupt nicht mehr ausreicht. Es hätte alles noch schlimmer kommen können.

Die Stadt München hat sich seit Kronawitter und ganz besonders während der Regierung Ude als absolut fußballfeindlich positioniert. Das ist die Ursache der heutigen Probleme mit der städtischen Infrastruktur und beileibe kein "unerhörter" Aufstieg eines dritten Vereins.

In Köln hat man bspw. drei Vereine (FC, Fortuna, Viktoria) in drei separaten Stadien.
Berlin hat sogar gleich 7 Stadien mit > 10.000 Plätzen, dazu noch ein Dutzend > 2,5k.
In München gibt es neben dem GWS gar kein Stadion, in dem man RL spielen dürfte.

Vor diesem Hintergrund sei die Frage erlaubt, warum die reiche LHH München denn gar nichts mehr im Angebot hat. Sind Sportstätten denn nicht Teil der gesellschaftlichen Bedarfe in einer 1,5 mio Metropole?

OBB Reiter scheint hier merklich weniger feindselig unterwegs zu sein, aber den de facto Nachweis einer gegenteiligen Politik ist er immer noch schuldig, weil gewisse Entscheidungen langer Zeiträume bedürfen und wir deren Ergebnisse daher noch gar nicht realisiert sehen. Reden kann man bekanntlich viel, gerade vor Wahlperioden...

Die Ausgangslage:
https://www.bfv.de/binaries/content/assets/inhalt/spielbetrieb-verbandsleben/vereinsunterstutzung/slc-studien/slc-studie-amateurfussball-infrastruktur-muenchen.pdf

Aktionsplan:
https://www.bfv.de/news/andere-news/2019/09/vorstellung-aktionsplan-5-plus-fuer-amateurfussball-in-muenchen



Ja, die Liebe Politik. Speziell die Münchner Politik im Rathaus der Stadtregierenden. Ich gehe absolut konform mit dir und der Meinung, dass politisch beziehungsweise Sport-politisch in der Landeshauptstadt München eine ganze Menge in den letzten 10-20 Jahren gescheit schief gelaufen ist.

Das ist natürlich aber nur die halbe Wahrheit. Ich frage mich halt schon auch, warum wir als FC Bayern München mit 700+ Millionen Umsatz dann das nicht selbst in die Hand nehmen? Klar, die LHM hat uns leider den Bau für ein Amateure-Stadion mit 5.000 Plätzen & Fantrennung am Campus verwehrt aus fadenscheinigen Gründen. Im Endeffekt war das ein großer Bockmist der da seitens der Stadt gebaut wurde, aber man rechnete halt einerseits nur mit zwei Münchner Vereinen in der HGK bzw. im Grünwalder (GWS) wie es die Blauen so gerne nennen. Andererseits wollte die Stadt München die Mieteinnahmen der Bayern U23 nicht verlieren, mit Türkgücü rechnete offenbar halt keiner zu dieser Zeit.

Natürlich ist geeignetes Bauland für ein 5-10k Stadion rar gesät und derzeit sehr teuer was die Baukosten angeht - ABER vom abwarten wird es ja auch nicht besser. Gerade weil man sich auf die Stadt als Vermieter scheinbar nicht verlassen kann und auch sportpolitisch vieles schief läuft sollte man als Verein das selbst in die Hand nehmen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCB-27-02-1990 am 23.02.2020 um 14:54 Uhr bearbeitet
Zitat von FCB-27-02-1990

Ich frage mich halt schon auch, warum wir als FC Bayern München mit 700+ Millionen Umsatz dann das nicht selbst in die Hand nehmen?
....
Natürlich ist geeignetes Bauland für ein 5-10k Stadion rar gesät und derzeit sehr teuer was die Baukosten angeht - ABER vom abwarten wird es ja auch nicht besser. Gerade weil man sich auf die Stadt als Vermieter scheinbar nicht verlassen kann und auch sportpolitisch vieles schief läuft sollte man als Verein das selbst in die Hand nehmen.

Na weil man beim FCB intern (noch) gar nicht den Bedarf dazu sieht und man glaubt, für die eigenen Fans ginge die Welt unter wenn man das GWS verlässt. Andererseits ist das eh unvermeidbar, aber dann dreht sich das alles wieder binär in Richtung "Mieten ist günstig" und es wird erneut kein Thema. Es hapert am internen Willen des FCB, das ist alles....

Bzgl. Bauland wäre die aktuelle Chose rund um die Verdrängung aus dem GWS eine par excellence Steilvorlage , um mit der Stadt ein Erbpachtgrundstück für einen Stadionbau auszuhandeln.
Das würde die Kosten des Baulandes deckeln und es wäre schon allein deshalb sehr attraktiv für die Stadt, weil sie damit auf der Basis von Privatisierung eine auffällige Peinlichkeit ihrer eigenen Sportstättenpolitik elegant heilen könnte. Eine solch einmalige Gelegenheit muss man nutzen. Aber da fehlt mir der Glaube.
Etwas überraschender die Meldung aus München: "Wir haben die Unterlagen vollständig ausgefüllt und fristgerecht eingereicht", sagte Türkgücü-Geschäftsführer Maximilian Kothny. "Und wir haben die Eingangsbestätigung vom DFB."

Vollständig - das heißt, dass die Münchner eine Lösung der Stadionproblematik gefunden haben. "Wir haben einen Spielort", so Kothny. Noch ist aber unklar, wer im Fall eines Türkgücü-Aufstiegs aus dem Grünwalder Stadion, in dem auch der TSV 1860 und der FC Bayern II spielen, weicht. BFV-Präsident Rainer Koch hatte ausgeschlossen, dass dort Platz für drei Drittliga-Klubs sei, ebenso dem Ansinnen Türkgücüs, nach Nordrhein-Westfalen auszuweichen, eine Absage erteilt.
https://www.mainpost.de/sport/schweinfurt/Fussball-Regionalliga-Bayern-Tuerkguecue-und-FC-05-beantragen-Drittliga-Lizenz;art795,10415606

Ich frag einfach mal hier nach.
Türkgücü hat die drittliga Lizenz beantragt.
Gibt es schon irgendwelche neuen Gerüchte welche Mannschaft dann wo Spielt?

Das letzte was ich zu den Amateuren hier gelesen hab war ja Unterhaching, da die bislang nur explizit 1860 abgesagt hatten.
Laut SZ hat man die HGK als Spielstätte beim DFB angegeben. Von Seiten der Stadt wird vor der Kommunalwahl nix passieren.

•     •     •

"Er ist ein Parasit"
Zitat von DukNukem
Etwas überraschender die Meldung aus München: "Wir haben die Unterlagen vollständig ausgefüllt und fristgerecht eingereicht", sagte Türkgücü-Geschäftsführer Maximilian Kothny. "Und wir haben die Eingangsbestätigung vom DFB."

Vollständig - das heißt, dass die Münchner eine Lösung der Stadionproblematik gefunden haben. "Wir haben einen Spielort", so Kothny. Noch ist aber unklar, wer im Fall eines Türkgücü-Aufstiegs aus dem Grünwalder Stadion, in dem auch der TSV 1860 und der FC Bayern II spielen, weicht. BFV-Präsident Rainer Koch hatte ausgeschlossen, dass dort Platz für drei Drittliga-Klubs sei, ebenso dem Ansinnen Türkgücüs, nach Nordrhein-Westfalen auszuweichen, eine Absage erteilt.
https://www.mainpost.de/sport/schweinfurt/Fussball-Regionalliga-Bayern-Tuerkguecue-und-FC-05-beantragen-Drittliga-Lizenz;art795,10415606

Ich frag einfach mal hier nach.
Türkgücü hat die drittliga Lizenz beantragt.
Gibt es schon irgendwelche neuen Gerüchte welche Mannschaft dann wo Spielt?

Das letzte was ich zu den Amateuren hier gelesen hab war ja Unterhaching, da die bislang nur explizit 1860 abgesagt hatten.


Warum denkst du, das GWS wäre nicht die gemeldete Spielstätte?
Seitens Stadt sind 3 Clubs im GWS kein Problem, das kommt vom DFB. Falls der DFB das noch nicht formell kommuniziert hatte, dann müssen die Vereine das zuerst per Lizenzunterlagen provozieren. Erst wenn der DFB dann eine formelle Ablehnung ausspricht, wird die Stadt aktiv werden müssen.

Soll heißen, ich rechne hier mit Beamten-Mikado, damit man auf diesem Wege zuerst die Kommunalwahl aussitzt und erst danach eine Entscheidung treffen muss.

Davon abgesehen besteht folgender Sachverhalt:

- Sechzig & Türkgücü brauchen für ihre Erstvertretungen ein Stadion mit mindestens 10k.
- FCB II braucht ein Stadion mit mindestens 5k.

Der FCB ist der einzige Verein mit eigenen Spielstätten (AA & Campus). Im Worst Case fehlender Spielstätte könnte FCB II somit in der eigenen AA antreten, diese Ausweichmöglichkeit haben die beiden anderen Vereine dagegen nicht.
Da FCB II das nicht will, werden sie sich entsprechend mit Haching ausgetauscht haben und hätten dann eine weitere Option. Daraus folgt, dass der FCB so oder so nicht zum Härtefall wird weil er im Umkreis mindestens eine, wenn nicht sogar gleich zwei Alternativen hat.

Ebenso würde FCB II jederzeit eine Genehmigung von Ingolstadt zur Nutzung von deren Stadion bekommen, da Audi als Teilhaber beider Clubs als Vermittler fungieren würde.
Sogar eine Ertüchtigung einer anderen Spielstätte im Umland (zB Garching / Heimstätten) auf 5k Zuschauer wäre theoretisch denkbar. Das aber mit der höheren 10k Anforderung für Erstvertretungen zu tun, wäre ungleich schwieriger und wesentlich teurer.

All diese Optionen sind den beiden anderen Vereinen aber komplett verwehrt, sie haben sehr wohl ein echtes Problem. Dazu steht aktuell die nächstmögliche Spielstätte in Nürnberg (170 km) im Raum. Alle anderen im Umkreis haben bereits dicht gemacht.

Man kommt also recht fix darauf, dass die Stadt im Rahmen ihrer Abwägung rund um die GWS Nutzer den FCB rauswerfen müsste. Alles andere birgt zuviel politischen Zündstoff bzw. echte Härtefälle.
Zitat von Landauer
Zitat von DukNukem

Etwas überraschender die Meldung aus München: "Wir haben die Unterlagen vollständig ausgefüllt und fristgerecht eingereicht", sagte Türkgücü-Geschäftsführer Maximilian Kothny. "Und wir haben die Eingangsbestätigung vom DFB."

Vollständig - das heißt, dass die Münchner eine Lösung der Stadionproblematik gefunden haben. "Wir haben einen Spielort", so Kothny. Noch ist aber unklar, wer im Fall eines Türkgücü-Aufstiegs aus dem Grünwalder Stadion, in dem auch der TSV 1860 und der FC Bayern II spielen, weicht. BFV-Präsident Rainer Koch hatte ausgeschlossen, dass dort Platz für drei Drittliga-Klubs sei, ebenso dem Ansinnen Türkgücüs, nach Nordrhein-Westfalen auszuweichen, eine Absage erteilt.
https://www.mainpost.de/sport/schweinfurt/Fussball-Regionalliga-Bayern-Tuerkguecue-und-FC-05-beantragen-Drittliga-Lizenz;art795,10415606

Ich frag einfach mal hier nach.
Türkgücü hat die drittliga Lizenz beantragt.
Gibt es schon irgendwelche neuen Gerüchte welche Mannschaft dann wo Spielt?

Das letzte was ich zu den Amateuren hier gelesen hab war ja Unterhaching, da die bislang nur explizit 1860 abgesagt hatten.


Warum denkst du, das GWS wäre nicht die gemeldete Spielstätte?
Seitens Stadt sind 3 Clubs im GWS kein Problem, das kommt vom DFB. Falls der DFB das noch nicht formell kommuniziert hatte, dann müssen die Vereine das zuerst per Lizenzunterlagen provozieren. Erst wenn der DFB dann eine formelle Ablehnung ausspricht, wird die Stadt aktiv werden müssen.

Soll heißen, ich rechne hier mit Beamten-Mikado, damit man auf diesem Wege zuerst die Kommunalwahl aussitzt und erst danach eine Entscheidung treffen muss.


Dank deiner Beiträge in den Stadionthreads hab ich meiner Meinung nach für einen Außenstehenden einen guten Einblick, was zu dem interesse Meinerseits bei dem Thema geführt hat.
Deshalb vertraue ich deiner Argumentation, dass es wohl oder übel die Bayern treffen wird.
Jedoch habe ich bei meinem Post für "Wer sich bewegt verliert" schon zu weit gedacht.

Es sollte ja unter anderem duch die "NRW Aktion" allen bekannt sein, dass der DFB aufgrund des Spielplans keine drei Vereine in einer Liga in einem Stadion haben will. (Das der Rasen drei Mannschaften aushält sieht man ja schon ne Weile)
Jedoch steht das nirgendwo explizit und wurde nur in Artikeln "gesagt".
Deshalb können auch alle drei Vereine das GWS als Stadion angeben, da die Stadt drei Miter erlaubt.
Obwohl eigentlich jeder Weis, dass es bei einem Aufstieg von Türkgücü so nicht klappt wartet man jetzt darauf, dass der DFB einschreitet und das mit max 2 Mannschaften in einer Liga und einem Stadion "offiziell" macht.
Da lag also mein Denkfehler, da es jetzt erstmal noch "legal" ist. Ich hätte ja wissen müssen, dass sich erstmal keiner öffentlich bewegt.
Also muss erstmal abgewartet werden, wann (und wie) sich der DFB zu der Thematik äußert.
Je nachdem wann das dann erfolgt vrkürzt das dann natürlich die Reaktionszeit der Stadt. Deshalb ist es wirklich nicht unwahrscheinlich, dass es den FCB trifft.

Was ich mich gerade noch zum Zeitplan frage.
Wird man überhaupt etwas öffentlich machen, bevor Türkgücü als Meister feststeht?
Denn ab dem Zeitpunkt ist das Problem ja auch akut vorhanden.
Wäre ja blöd, wenn man die Bayern vorher rauswirft und Türkgücü dann doch nicht aufsteigt.
Es bleibt also spannend.
Zitat von DukNukem

Was ich mich gerade noch zum Zeitplan frage.
Wird man überhaupt etwas öffentlich machen, bevor Türkgücü als Meister feststeht?
Denn ab dem Zeitpunkt ist das Problem ja auch akut vorhanden.
Wäre ja blöd, wenn man die Bayern vorher rauswirft und Türkgücü dann doch nicht aufsteigt.
Es bleibt also spannend.


Ich vermute zunächst antwortet der DFB auf den "Konjunktiv" der Lizenzunterlagen mit dem Verweis, keine "3 in 1" zu akzeptieren. Dann geht der Runde Tisch mit der Stadt weiter und es wird ein Ergebnis für den "Fall X" geben. Vom Timing wird das nach der Kommunalwahl passieren.

Hinsichtlich de facto Ligenzugehörigkeiten muss das abgewartet werden, aber die Lizensierung umfasst ja immer alle rechnerisch noch bestehenden Möglichkeiten, deshalb mein Verweis auf den Konjunktiv.
Und wenn dann irgendwann feststeht, dass wir 3 Drittligisten haben werden, dann ist eine Entscheidung im Rathaus zu den Nutzern des GWS aus Planungsgründen schon vorher fixiert worden.
Jochen Sauer hat sich zum Stadion-Thema geäußert und und bleibt cooltung

https://www.fupa.net/berichte/fc-bayern-muenchen-wer-spielt-im-gruenwalder-stadion-das-sag-2632161.html

•     •     •

"Vagner. Und er heißt Love mit zweitem Künstlernamen, weil er neben den fußballerischen auch die sozialen Zweikämpfe zu seinen Kernkompetenzen zählt.“ (Wolff Christoph Fuß während des CL-Spiels FC Bayern - Besiktas)
Zitat von Derbysieger
Jochen Sauer hat sich zum Stadion-Thema geäußert und und bleibt cooltung

https://www.fupa.net/berichte/fc-bayern-muenchen-wer-spielt-im-gruenwalder-stadion-das-sag-2632161.html


Grundsätzlich eine legitime Haltung, zumal die Stadt bislang keine Änderung angekündigt hat.
Dennoch sehe ich den FCB zukünftig eher in einem eigenen Stadionneubau.
Einfach weil man damit zukünftig komplett unabhängig von solchen Themen wäre, ein angemessenes Branding der eigenen Spielstätte möglich wäre, und man fortan mit 2,5k Zuschauern in einem 5k Stadion eine weit bessere Atmosphäre hätte als mit 2,5k in einem auf 18k erweiterten GWS.
Willkommener Nebenaspekt wäre eine Entzerrung der angespannten Bedarfslage im Stadtgebiet und folglich eine private Entlastung kommunaler Strukturprobleme. Die Ausgangslager der Landeshauptstadt kann man selbst mit Good Will nur als armselig beschreiben. Man hat heute eine schlechtere kommunale Infrastruktur für den Fußball als in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.
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