Geschichtsstunde(n)
06.03.2012 - 14:19 Uhr
So, liebe Forumsgemeinde!
Eigentlich sollte man so einen Thread ja nicht mit einem Zitat einleiten, aber es ist nunmal auf den Punkt formuliert. Einfach im Zitat die Worte "FC Bayern" durch BVB ersetzen, und darum soll's dann hier gehen!
Ich hoffe sehr, diese Art Thread findet hier Anklang (und ist überhaupt einen eigenen Thread wert), mich würde es freuen!
Eigentlich sollte man so einen Thread ja nicht mit einem Zitat einleiten, aber es ist nunmal auf den Punkt formuliert. Einfach im Zitat die Worte "FC Bayern" durch BVB ersetzen, und darum soll's dann hier gehen!
Zitat von Felixius
Nicht nur eine Bereicherung für den Thread, sondern für das ganze Forum. Ich, der erst Mitte des letzten Jahrzehnts beim FCB "eingestiegen" ist, interessiere mich sehr für diese Details, für die Entwicklung des FC Bayern in den letzten 30 Jahren und die Erinnerungen an die damalige Zeit. Das ist Vereinsgeschichte, und diese sollte meiner Meinung von der älteren an die jüngere Generation weitergegeben werden, damit man die Helden der Vergangenheit in ein paar Jahren nicht vergessen hat.
Von daher würde ich es schön finden, wenn die User älteren Semesters sowas wie eine Reihe starten, die die Vergangenheit des FC Bayern beleuchten soll. Spieler, Persönlichkeiten, Spielzeiten, Kurioses, für die Entwicklung des Vereins Entscheidendes, usw...
Zitat von Wibbelsterz
zunächst mal meinen dank an alle user, die diesen thread auf den letzten seiten so bereichert haben
zunächst mal meinen dank an alle user, die diesen thread auf den letzten seiten so bereichert haben
Nicht nur eine Bereicherung für den Thread, sondern für das ganze Forum. Ich, der erst Mitte des letzten Jahrzehnts beim FCB "eingestiegen" ist, interessiere mich sehr für diese Details, für die Entwicklung des FC Bayern in den letzten 30 Jahren und die Erinnerungen an die damalige Zeit. Das ist Vereinsgeschichte, und diese sollte meiner Meinung von der älteren an die jüngere Generation weitergegeben werden, damit man die Helden der Vergangenheit in ein paar Jahren nicht vergessen hat.
Von daher würde ich es schön finden, wenn die User älteren Semesters sowas wie eine Reihe starten, die die Vergangenheit des FC Bayern beleuchten soll. Spieler, Persönlichkeiten, Spielzeiten, Kurioses, für die Entwicklung des Vereins Entscheidendes, usw...
Ich hoffe sehr, diese Art Thread findet hier Anklang (und ist überhaupt einen eigenen Thread wert), mich würde es freuen!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DortmunderJunge am 08.07.2022 um 08:36 Uhr bearbeitet
06.03.2012 - 15:44 Uhr
Zitat von TheNuge:
Zitat von Lucius09:
Dann schreib ich als Thread-Ersteller selber mal: ich bin irgendwas um 1995 zum BVB gekommen...zu jung, um mich aktiv zu erinnern.
Im Bayern-Forum (wo das Zitat herkommt), stand zusammengefasst über diese Zeit so etwas wie:
"Der FCB ist in dieser Zeit erst langsam vom Ausbildungs- zum Käuferverein geworden, aber Dortmund zog an den Bayern vorbei damals, weil sie diese Entwicklung zuerst durchgemacht haben" (--> Stichwort "Italienrückkehrer").
Wie war das denn damals so in der Bundesliga? Wie ist es dazu gekommen, dass Dortmund all die "Guten" aus Italien zurückgeholt hat? Wer war damals verantwortlich und woher kam das Geld?
Seht ihr, Fragen über Fragen, die nach einer Antwort schreien :D
Bayern war alles andere als ekin Ausbildungsverein. Sie haben schon damals den mit Abstand höchsten Spieleretat gehabt.
Dortmund konnte sich dei italienrückkehrer durch ihren uefa cup Erfolg leisten.
Damals wurde verhöltnismäßig unwahrscheinlich viel TV Gelder für die uefa cup Speile ausgeschüttet. und der BVB kanm bis ins Finale.
Man hat bei dem Möller Transfer die bayern ausgestochen.
Möller wollte zum BVB zurück und entschied sich gegen Bayenr und ein höheres gehalt. Ähnlich wie bei Reus jetzt.
Selbstverständlich war der FCB zu Beginn bis Mitte der 90er noch ein Ausbildungsverein.
Beispiel Saison 90/91
Tor:
- Raimond Aumann, kam als 17-Jähriger in die Bayern-Jugend.
- Sven Scheuer, kam ebenfalls als 17-Jähriger.
Abwehr:
- Hansi Pflügler, kam als 15-Jähriger in die Bayern-Jugend.
- Stefan Reuter, war 21 Jahre alt als er von Nürnberg zum FCB wechselte.
- Klaus Augenthaler, kam als 18-Jähriger in die Bayern-Jugend.
- Markus Münch, wurde ebenfalls aus der Jugend hochgezogen.
Mittelfeld:
- Manfred Schwabl, war bereits mit 11 Jahren in der Bayern-Jugend
- Hans Dorfner, kam mit 17 in die Bayern-Jugend und kehrte nach einer Ausleihe (Nürnberg) zu den Bayern zurück.
- Christian Ziege, kam bereits mit 18 Jahren nach München.
- Allan Nielsen, wurde mit 19 Jahren nach München geholt, ging jedoch nach 2 Jahren wieder.
Sturm:
- Brian Laudrup, kam mit 21 Jahren.
- Michael Sternkopf, kam mit 20 Jahren nach München.
Alles Leute aus dem 90/91er Kader, die entweder aus der Jugend hochgezogen wurden oder bereits in sehr jungen Jahren zum FCB gingen
Über die nächsten Jahre kamen dann beispielsweise diese Spieler hinzu:
- Markus Babbel, mit 9 Jahren bereits in der Bayern-Jugend gewesen.
- Max Eberl, der mit 6 Jahren in der Bayern-Jugend war und bis 1994 für deren Amateure spielte.
- Uwe Gospodarek, mit 16 bereits in der Bayern-Jugend.
- Mehmet Scholl mit 22 Jahren zu den Bayern gewechselt.
- Dieter Frey, mit 20 Jahren seine erste Profistation.
- Christian Nerlinger, bereits mit 13 in der Bayern-Jugend.
- Harald Cerny, mit 17 bereits nach München gekommen.
- Dietmar Hamann, bereits mit 16 in der Bayern-Jugend.
- Alexander Zickler, mit 19 Jahren nach München gekommen.
Tatsächlich begannen die Bayern im Prinzip mit der Kaufwut des BVB, der nach dem UEFA-Cup-Finale folgte, ebenfalls verstärkte externe, gestandene Kräfte zu verpflichten. Vorher wurde der ein oder andere Tansfer gesetzt, aber nicht in dem Maße wie es später der Fall war.
Die Dortmunder Transferbemühungen begannen zum Teil bereits nach dem Pokalsieg 1989.
90/91 wurden 6,6 Millionen DM für Poschner und Povlsen bezahlt. Nach der moderaten Ablöse von knapp 2,5 Mio DM für Chapuisat ein Jahr später, wurde bereits zur Saison 92/93, dem Finaljahr im UEFA-Cup, für ca. 12,5 Mio Mark Reuter und Sammer geholt, gleichzeitig jedoch Helmer und Peter Quallo verkauft, was das Ganze wieder ausglich.
Rein von den Transferausgaben hat sich das Ganze sogar die Waage gehalten, sportlich gesehen weltklasse. Allerdings hat dies auch zu einer Erhöhung des Gehälterschnitts geführt.
Richtig ist, dass nach dem UEFA-Cup-Kreuzzug die Mittel für weitere Transfers freiwurden. Innerhalb von 2 Jahren wurden Freund, Riedle, Möller und Cesar für fast 25 Millionen DM verpflichtet, abgerundet wurde das mit kleineren Verkäufen.
95/96 wurden dann noch einmal fast 20 Millionen DM für Herrlich, Heinrich, Berger und Kohler ausgegeben, diese sollten aus den CL-Einnahmen finanziert werden.
Die Dortmunder Finanzproblematik ergab sich vor allem aus den nun immer steigenden Gehältern, die Bayern verstanden es auch, mit einfachen, aber dennoch cleveren Mitteln dieses Problem zu vergrößern, in dem man andeutete an Sammer, Freund und Reuter interessiert zu sein. Dem wurde, von Seiten Niebaum, mit Gehaltserhöhungen entgegengewirkt. Das war, zusammen mit den mehrfachen Stadionausbauten, die Grundlagen für die immer stärker werdenden Finanznöte des BVB, die erst zum Börsengang und dann zum endgültigen Absturz führten.
Gleichzeitig brachte Bayern nun auch verstärkt externe Kräfte ein wie Papin, Klinsmann, Basler, Herzog, Kahn, Rückholaktion von Matthäus etc. um sportlich mitzuhalten, was zum Ende der 90er immer besser gelang.
Zitat von Lucius09:
Dann schreib ich als Thread-Ersteller selber mal: ich bin irgendwas um 1995 zum BVB gekommen...zu jung, um mich aktiv zu erinnern.
Im Bayern-Forum (wo das Zitat herkommt), stand zusammengefasst über diese Zeit so etwas wie:
"Der FCB ist in dieser Zeit erst langsam vom Ausbildungs- zum Käuferverein geworden, aber Dortmund zog an den Bayern vorbei damals, weil sie diese Entwicklung zuerst durchgemacht haben" (--> Stichwort "Italienrückkehrer").
Wie war das denn damals so in der Bundesliga? Wie ist es dazu gekommen, dass Dortmund all die "Guten" aus Italien zurückgeholt hat? Wer war damals verantwortlich und woher kam das Geld?
Seht ihr, Fragen über Fragen, die nach einer Antwort schreien :D
Bayern war alles andere als ekin Ausbildungsverein. Sie haben schon damals den mit Abstand höchsten Spieleretat gehabt.
Dortmund konnte sich dei italienrückkehrer durch ihren uefa cup Erfolg leisten.
Damals wurde verhöltnismäßig unwahrscheinlich viel TV Gelder für die uefa cup Speile ausgeschüttet. und der BVB kanm bis ins Finale.
Man hat bei dem Möller Transfer die bayern ausgestochen.
Möller wollte zum BVB zurück und entschied sich gegen Bayenr und ein höheres gehalt. Ähnlich wie bei Reus jetzt.
Selbstverständlich war der FCB zu Beginn bis Mitte der 90er noch ein Ausbildungsverein.
Beispiel Saison 90/91
Tor:
- Raimond Aumann, kam als 17-Jähriger in die Bayern-Jugend.
- Sven Scheuer, kam ebenfalls als 17-Jähriger.
Abwehr:
- Hansi Pflügler, kam als 15-Jähriger in die Bayern-Jugend.
- Stefan Reuter, war 21 Jahre alt als er von Nürnberg zum FCB wechselte.
- Klaus Augenthaler, kam als 18-Jähriger in die Bayern-Jugend.
- Markus Münch, wurde ebenfalls aus der Jugend hochgezogen.
Mittelfeld:
- Manfred Schwabl, war bereits mit 11 Jahren in der Bayern-Jugend
- Hans Dorfner, kam mit 17 in die Bayern-Jugend und kehrte nach einer Ausleihe (Nürnberg) zu den Bayern zurück.
- Christian Ziege, kam bereits mit 18 Jahren nach München.
- Allan Nielsen, wurde mit 19 Jahren nach München geholt, ging jedoch nach 2 Jahren wieder.
Sturm:
- Brian Laudrup, kam mit 21 Jahren.
- Michael Sternkopf, kam mit 20 Jahren nach München.
Alles Leute aus dem 90/91er Kader, die entweder aus der Jugend hochgezogen wurden oder bereits in sehr jungen Jahren zum FCB gingen
Über die nächsten Jahre kamen dann beispielsweise diese Spieler hinzu:
- Markus Babbel, mit 9 Jahren bereits in der Bayern-Jugend gewesen.
- Max Eberl, der mit 6 Jahren in der Bayern-Jugend war und bis 1994 für deren Amateure spielte.
- Uwe Gospodarek, mit 16 bereits in der Bayern-Jugend.
- Mehmet Scholl mit 22 Jahren zu den Bayern gewechselt.
- Dieter Frey, mit 20 Jahren seine erste Profistation.
- Christian Nerlinger, bereits mit 13 in der Bayern-Jugend.
- Harald Cerny, mit 17 bereits nach München gekommen.
- Dietmar Hamann, bereits mit 16 in der Bayern-Jugend.
- Alexander Zickler, mit 19 Jahren nach München gekommen.
Tatsächlich begannen die Bayern im Prinzip mit der Kaufwut des BVB, der nach dem UEFA-Cup-Finale folgte, ebenfalls verstärkte externe, gestandene Kräfte zu verpflichten. Vorher wurde der ein oder andere Tansfer gesetzt, aber nicht in dem Maße wie es später der Fall war.
Die Dortmunder Transferbemühungen begannen zum Teil bereits nach dem Pokalsieg 1989.
90/91 wurden 6,6 Millionen DM für Poschner und Povlsen bezahlt. Nach der moderaten Ablöse von knapp 2,5 Mio DM für Chapuisat ein Jahr später, wurde bereits zur Saison 92/93, dem Finaljahr im UEFA-Cup, für ca. 12,5 Mio Mark Reuter und Sammer geholt, gleichzeitig jedoch Helmer und Peter Quallo verkauft, was das Ganze wieder ausglich.
Rein von den Transferausgaben hat sich das Ganze sogar die Waage gehalten, sportlich gesehen weltklasse. Allerdings hat dies auch zu einer Erhöhung des Gehälterschnitts geführt.
Richtig ist, dass nach dem UEFA-Cup-Kreuzzug die Mittel für weitere Transfers freiwurden. Innerhalb von 2 Jahren wurden Freund, Riedle, Möller und Cesar für fast 25 Millionen DM verpflichtet, abgerundet wurde das mit kleineren Verkäufen.
95/96 wurden dann noch einmal fast 20 Millionen DM für Herrlich, Heinrich, Berger und Kohler ausgegeben, diese sollten aus den CL-Einnahmen finanziert werden.
Die Dortmunder Finanzproblematik ergab sich vor allem aus den nun immer steigenden Gehältern, die Bayern verstanden es auch, mit einfachen, aber dennoch cleveren Mitteln dieses Problem zu vergrößern, in dem man andeutete an Sammer, Freund und Reuter interessiert zu sein. Dem wurde, von Seiten Niebaum, mit Gehaltserhöhungen entgegengewirkt. Das war, zusammen mit den mehrfachen Stadionausbauten, die Grundlagen für die immer stärker werdenden Finanznöte des BVB, die erst zum Börsengang und dann zum endgültigen Absturz führten.
Gleichzeitig brachte Bayern nun auch verstärkt externe Kräfte ein wie Papin, Klinsmann, Basler, Herzog, Kahn, Rückholaktion von Matthäus etc. um sportlich mitzuhalten, was zum Ende der 90er immer besser gelang.
06.03.2012 - 15:52 Uhr
Hier nochmal die Chronologie der schwersten Zeit unseres Vereins, einfach unfassbar was damals abgelaufen ist.
http://anstageslicht.de/index.php?UP_ID=3&NAVZU_ID=46&STORY_ID=71&M_STORY_ID=526
http://anstageslicht.de/index.php?UP_ID=3&NAVZU_ID=46&STORY_ID=71&M_STORY_ID=526
07.03.2012 - 05:13 Uhr
Finde es gut, dass diese Idee, geboren im Hoeneß-Thread, hierin extrahiert wurde.
Das wird nun ein längerer Beitrag, also wer kein Bock hat, bitte überspringen…
(Aufgrund fortgeschrittener Stunde habe ich nur bis Seite 3 gelesen, also entschuldigt, falls ich einiges wiederhole was ggf. auf Seite 4 oder 5 schon Erwähnung fand).
Meine Meinung bzgl. der Diskussionen auf den letzten Seiten liegt doch ziemlich in der Mitte.
Ich komme aus der gelben Stadt, bin Mitte der 80er geboren und konnte den BVB anfangs überhaupt nicht leiden! Warum? Ganz einfach, alle mochten ihn!
Ich hatte mit 5 Jahren das Fußballspielen begonnen und lieben gelernt und immer wenn ich mit meinen Vorstadtvereinen auf den BVB traf, gab’s Klatschen.
Klar denkt Ihr! Richtig, war klar!
Aber das raffte ich als 5 Jähriger nicht. Ich hasste diesen Verein. Die arrogante Art der Jugendspieler und das ganze Gerede über die Profiabteilung, von dem ich nichts verstand.
Mir war das alles irgendwie unsympathisch.
Nach und nach jedoch, eben zu Anfang der 90er entdeckte ich diesen Verein völlig neu.
Hype entfachte sich, und wie ich als kleiner Bengel so war, erlag ich diesem irgendwann. Zu sträuben hatte ich mich lange genug versucht, meine Oma schmuggelte mich damals viele Male auf die Süd, es war um mich geschehen und der „Erfolgsfan“ war geboren :D
Meine Wahrnehmung mag nicht die fundierteste sein, auf Quellenrecherche möchte ich mich auch nicht mehr begeben und auf ein Battle mit der Fortune-Fraktion (zu aggressiver Diskussionsstil) habe ich auch keine Lust (allerdings teile ich auch einige Ansichten), aber größtenteils möchte ich hier für die Ansichten von Davidowski Partei ergreifen (ich würde nie auf die Idee kommen den FC Bayern als Ausbildungsverein zu charakterisieren, er war (LOL) ein Spitzenclub mit dem Selbstverständnis stets die national besten Spieler und somit auch oftmals junge Spieler zu erwerben; abgesehen von Fortunes Fakten war das vor der EU-Bosman-Liberalisierung mit Spielerrestriktionen).
Zurück zu der gemeinsamen Geschichte von mir und dem BVB:
Borussia Dortmund fing Anfang der 90er an ins Risiko zu gehen und startete mit einer größeren Investitionsinitiative. Sicherlich war es hier anders als es Heute der Fall ist. Heute hat man sich eine Einnahmesituation erarbeitet und investiert was man hat. Damals ging man einen eher klassischen weg und investierte fremdfinanziert, in der Hoffnung eine bessere zukünftige Einnahmesituation zu generieren (eben risikoreich!).
Das kann man verteufeln oder richtig finden, das obliegt persönlicher Risikopräferenzen; existenzbedrohend (bzgl. der Anfanginvestments) war es jedenfalls nicht, da – so denke ich – sind sich alle einig.
So sehr ich Niemeier bzw. Meibaum mit Fünfzehn Lenzen anfing zu verteufeln, muss ich ihnen einfach zugutehalten, dass ihr Weg bis 96/97 vertretbar war, trotz finanziellen Risikos. Die Probleme, die wirklich zum „Point of no Return“ führten kamen erst im Anschluss. Und ich möchte explizit klarstellen, dass ohne die Anfangsinvestition, die heutige Einnahmesituation NIE erreichbar gewesen wäre. Die Strahlkraft, die Magie und die Fanbase wäre eine ganz andere! Irgendwann muss man immer anfangen zu klotzen, möchte man wirklich empor steigen.
Bevor ich nun eine Flut von Protestposts provoziere, zur Niemeierkritik.
Mit 12/13 hat man von Bilanzen und Finanzierungsmodellen keine Ahnung. Man geht gerne pöhlen und so kam bei mir die ersten Ansätze zur Kritik erst auf, als die Transferpolitik anfing mir merkwürdig vorzukommen. Das fing eigentlich 97 an, als ich so ziemlich alle Einkäufe zumindest mit Skepsis aufnahm und auch begann die immer höheren Transfersummen zu registrieren. Rückblickend lässt sich ja sagen, dass damalig starke inflationäre Tendenzen aufkamen.
Mit der Schule machten wir eine Führung durch das Westfalenstadion und wir besuchten auch das Trainingsgelände am Rabenloh. Wir durften richtig aufs Gelände so das Andi, Mattes, der Kokser und wie sie alle hießen direkt 3 Meter vor uns rumliefen.
Mir fiel sofort die kalte Stimmung auf. Druck war überall spürbar, Gespräche zwischen Spielern untereinander oder mit dem Trainer absolute Ausnahme.
Da bröckelte erstmalig ein richtig großes Stück Magie in meinem Inneren weg. Später warteten alle auf Autogramme. Ich war nie ein Autogrammjäger, weil ich das schon damals albern fand (was sollte ich mit unleserlichem Gekrackel?).
Ich wartete nur ein wenig paralysiert bis mein Lieblingsspieler Andi Möller vorbeikam, klatschte ihn ab und sagte nur „mach sie platt am Samstag!“ er nickte nur beiläufig, schaute verduzt, weil ich kein Autogrammwunsch äußerte, ging vorbei zu einen Journalisten und meckerte den Typen an, was er wieder über ihn geschrieben habe.
Ab da an raffte ich erstmals was an dieser ganzen Branche so dranhängt und welchen falschen Schein die Medien in der bunten Buli-Welt vermitteln.
Von da an sah ich den Verein mit anderen Augen und begann – von Finanzen hatte ich ja nun mal null Plan (wie auch in dem Alter) – dem ganzen Treiben rund um die Transfers kritischer zu begegnen. Man kann sagen, dass ich mich im Weiteren sogar vom Verein entfremdete, da ich mit einer Horde Spieler nichts anfangen konnte, die in Folge geholt wurden (zumeist qualitativ, aber auch im Preis-Leistungs-Verhältnis, oder weil sie schlicht arg obskur erschienen) und erst hier fing es an, dass man begann dem Verein nachhaltig Schaden zuzufügen.
Ich liste mal auf:
- Manni Binz als Schmusekumpel für Möller, der sich zunehmend isoliert fühlte in der Truppe und seelischen Beistand erbat,
- Thomas Häßler, weil alt und mir damals schon klar war, dass er mit Andi nicht harmonieren würde (typischer Größenwahntransfer vom Doktor),
- Miroslav Stevic (ich konnte seine Art fußballzuspielen nie leiden, ganz schlimm wie er später unter Trainer Sammer für die Standards zuständig war),
- Alfred Nijhuis (ich verstand die Welt nicht mehr),
- Bachirou Salou (der Mann mit dem schwarzen Schuh^^),
- Karsten Baumann,
- Sead Kapetanovic,
- Christian Wörns (vllt. kein Schlechter, aber der Preis: WTF),
- Evanilson (der Dauergrinser ging gar nicht, Gott hat der Böcke geschossen, vor allem im Stellungsspiel),
- Fredi Bobic (siehe Wörns),
- der Sörensen-Deal (peinlich die Sache damals mit 60),
- Sunday Oliseh (Ersatz vom Ersatz im DM bei Juve und Jahrhundertstandardschütze),
- der Heinrich-Rückkauf,
- aber an der Spitze von allem der Superdeal, der jedem Dämlack komisch vorkam und selbst von Hoeneß damals bei "Ran" im Interview verspottet wurde; der „Sale and Lease-Back“-Evanilson-Deal um Amoroso zu finanzieren
Man könnte sicher noch so einiges Weitere zusammentragen…
- Victor Ikpeba hielt ich für einen guten Transfer, er hatte leider viel Pech; er kam in ein „upgef…tes“ Arbeitsumfeld, die Truppe war zerstritten ohne Ende, seine Frau verstarb und er litt nur an Verletzungen; deshalb lasse ich ihn, sowie auch den besten Transfer Otto Addo, der leider viel zu viel Pech hatte, mal hier raus.
Die total kranken und Größenwahnsinnigen Stadionaktionen allen voran der Ausbau der Ecken sind natürlich auch noch zu nennen. Es war nicht mehr feierlich und je älter ich wurde und je mehr man überblickte und ans Tageslicht drang, desto sprachloser war man, ob das überhaupt noch mein Verein sein soll (ja manchmal ist zu viel denke nicht gut).
Während des Zivildienstes hatte ich mit „Mandaten/Klienten“ whatsoever vom Doktor Kontakt und die fragten sich auch zunehmend, wie der Typ so überschnappen konnte.
Aber nochmal, wäre er nicht übergeschnappt, oder hätte man auch mal intern Kritik angebracht (falls das überhaupt möglich war), hätte man ab 97 sicher umsteuern können.
Spätestens die Börsengangerlöse hätte man anders verwenden müssen. Wenn man sich nur mal alle gescheiterten Geschäfte vor Augen führt, die er unter der Prämisse „Investitionen in Steine und Beine“ durchdrückte… oh je, schlimme Erinnerungen brechen auf.
Ich meine jedenfalls trotzdem, dass man so fair sein MUSS, anzuerkennen, welch Verdienste er BIS 96/97 mitbrachte, auch wenn alles Schlechte letztendlich bleibt und die Anfangszeit überkompensiert.
Man kann nur froh sein, dass es ein Ende mit Schrecken gab und kein Schrecken ohne Ende bzw. dass er einfach verschwand. Wie dem auch sei, Himmel sei Dank, kam alles zum Guten, die Hundertjahrfeier war eines meiner schönsten Erlebnisse mit dem Verein schlechthin, weil ich den Tag enorm emotional erlebte und Heute kann man so stolz auf die Männer und Frauen in diesem Verein sein und auf das, was sie geleistet haben.
Legendär und Einzigartig auf der weiten Welt!
Schade nur, dass meine Oma, mit der die Magie einst begann, vor zwei Jahren an Krebs verstarb und diese Jahrhundertmeisterschaft nicht mehr miterleben durfte. Das hätte ich Ihr sehr gewünscht, weil sie der wohl größte Fan aus meiner Familie war.
Ich bin mir sicher, es werden große, große Zeiten anbrechen und wir holen – finanziell vollkommen gesund und risikolos – den Henkelpott früher nach Dortmund als ihn die Bazis nach München holen.
Ich wünsch Euch allen alles Gute.
Nur der BVB
Das wird nun ein längerer Beitrag, also wer kein Bock hat, bitte überspringen…
(Aufgrund fortgeschrittener Stunde habe ich nur bis Seite 3 gelesen, also entschuldigt, falls ich einiges wiederhole was ggf. auf Seite 4 oder 5 schon Erwähnung fand).
Meine Meinung bzgl. der Diskussionen auf den letzten Seiten liegt doch ziemlich in der Mitte.
Ich komme aus der gelben Stadt, bin Mitte der 80er geboren und konnte den BVB anfangs überhaupt nicht leiden! Warum? Ganz einfach, alle mochten ihn!
Ich hatte mit 5 Jahren das Fußballspielen begonnen und lieben gelernt und immer wenn ich mit meinen Vorstadtvereinen auf den BVB traf, gab’s Klatschen.
Klar denkt Ihr! Richtig, war klar!
Aber das raffte ich als 5 Jähriger nicht. Ich hasste diesen Verein. Die arrogante Art der Jugendspieler und das ganze Gerede über die Profiabteilung, von dem ich nichts verstand.
Mir war das alles irgendwie unsympathisch.
Nach und nach jedoch, eben zu Anfang der 90er entdeckte ich diesen Verein völlig neu.
Hype entfachte sich, und wie ich als kleiner Bengel so war, erlag ich diesem irgendwann. Zu sträuben hatte ich mich lange genug versucht, meine Oma schmuggelte mich damals viele Male auf die Süd, es war um mich geschehen und der „Erfolgsfan“ war geboren :D
Meine Wahrnehmung mag nicht die fundierteste sein, auf Quellenrecherche möchte ich mich auch nicht mehr begeben und auf ein Battle mit der Fortune-Fraktion (zu aggressiver Diskussionsstil) habe ich auch keine Lust (allerdings teile ich auch einige Ansichten), aber größtenteils möchte ich hier für die Ansichten von Davidowski Partei ergreifen (ich würde nie auf die Idee kommen den FC Bayern als Ausbildungsverein zu charakterisieren, er war (LOL) ein Spitzenclub mit dem Selbstverständnis stets die national besten Spieler und somit auch oftmals junge Spieler zu erwerben; abgesehen von Fortunes Fakten war das vor der EU-Bosman-Liberalisierung mit Spielerrestriktionen).
Zurück zu der gemeinsamen Geschichte von mir und dem BVB:
Borussia Dortmund fing Anfang der 90er an ins Risiko zu gehen und startete mit einer größeren Investitionsinitiative. Sicherlich war es hier anders als es Heute der Fall ist. Heute hat man sich eine Einnahmesituation erarbeitet und investiert was man hat. Damals ging man einen eher klassischen weg und investierte fremdfinanziert, in der Hoffnung eine bessere zukünftige Einnahmesituation zu generieren (eben risikoreich!).
Das kann man verteufeln oder richtig finden, das obliegt persönlicher Risikopräferenzen; existenzbedrohend (bzgl. der Anfanginvestments) war es jedenfalls nicht, da – so denke ich – sind sich alle einig.
So sehr ich Niemeier bzw. Meibaum mit Fünfzehn Lenzen anfing zu verteufeln, muss ich ihnen einfach zugutehalten, dass ihr Weg bis 96/97 vertretbar war, trotz finanziellen Risikos. Die Probleme, die wirklich zum „Point of no Return“ führten kamen erst im Anschluss. Und ich möchte explizit klarstellen, dass ohne die Anfangsinvestition, die heutige Einnahmesituation NIE erreichbar gewesen wäre. Die Strahlkraft, die Magie und die Fanbase wäre eine ganz andere! Irgendwann muss man immer anfangen zu klotzen, möchte man wirklich empor steigen.
Bevor ich nun eine Flut von Protestposts provoziere, zur Niemeierkritik.
Mit 12/13 hat man von Bilanzen und Finanzierungsmodellen keine Ahnung. Man geht gerne pöhlen und so kam bei mir die ersten Ansätze zur Kritik erst auf, als die Transferpolitik anfing mir merkwürdig vorzukommen. Das fing eigentlich 97 an, als ich so ziemlich alle Einkäufe zumindest mit Skepsis aufnahm und auch begann die immer höheren Transfersummen zu registrieren. Rückblickend lässt sich ja sagen, dass damalig starke inflationäre Tendenzen aufkamen.
Mit der Schule machten wir eine Führung durch das Westfalenstadion und wir besuchten auch das Trainingsgelände am Rabenloh. Wir durften richtig aufs Gelände so das Andi, Mattes, der Kokser und wie sie alle hießen direkt 3 Meter vor uns rumliefen.
Mir fiel sofort die kalte Stimmung auf. Druck war überall spürbar, Gespräche zwischen Spielern untereinander oder mit dem Trainer absolute Ausnahme.
Da bröckelte erstmalig ein richtig großes Stück Magie in meinem Inneren weg. Später warteten alle auf Autogramme. Ich war nie ein Autogrammjäger, weil ich das schon damals albern fand (was sollte ich mit unleserlichem Gekrackel?).
Ich wartete nur ein wenig paralysiert bis mein Lieblingsspieler Andi Möller vorbeikam, klatschte ihn ab und sagte nur „mach sie platt am Samstag!“ er nickte nur beiläufig, schaute verduzt, weil ich kein Autogrammwunsch äußerte, ging vorbei zu einen Journalisten und meckerte den Typen an, was er wieder über ihn geschrieben habe.
Ab da an raffte ich erstmals was an dieser ganzen Branche so dranhängt und welchen falschen Schein die Medien in der bunten Buli-Welt vermitteln.
Von da an sah ich den Verein mit anderen Augen und begann – von Finanzen hatte ich ja nun mal null Plan (wie auch in dem Alter) – dem ganzen Treiben rund um die Transfers kritischer zu begegnen. Man kann sagen, dass ich mich im Weiteren sogar vom Verein entfremdete, da ich mit einer Horde Spieler nichts anfangen konnte, die in Folge geholt wurden (zumeist qualitativ, aber auch im Preis-Leistungs-Verhältnis, oder weil sie schlicht arg obskur erschienen) und erst hier fing es an, dass man begann dem Verein nachhaltig Schaden zuzufügen.
Ich liste mal auf:
- Manni Binz als Schmusekumpel für Möller, der sich zunehmend isoliert fühlte in der Truppe und seelischen Beistand erbat,
- Thomas Häßler, weil alt und mir damals schon klar war, dass er mit Andi nicht harmonieren würde (typischer Größenwahntransfer vom Doktor),
- Miroslav Stevic (ich konnte seine Art fußballzuspielen nie leiden, ganz schlimm wie er später unter Trainer Sammer für die Standards zuständig war),
- Alfred Nijhuis (ich verstand die Welt nicht mehr),
- Bachirou Salou (der Mann mit dem schwarzen Schuh^^),
- Karsten Baumann,
- Sead Kapetanovic,
- Christian Wörns (vllt. kein Schlechter, aber der Preis: WTF),
- Evanilson (der Dauergrinser ging gar nicht, Gott hat der Böcke geschossen, vor allem im Stellungsspiel),
- Fredi Bobic (siehe Wörns),
- der Sörensen-Deal (peinlich die Sache damals mit 60),
- Sunday Oliseh (Ersatz vom Ersatz im DM bei Juve und Jahrhundertstandardschütze),
- der Heinrich-Rückkauf,
- aber an der Spitze von allem der Superdeal, der jedem Dämlack komisch vorkam und selbst von Hoeneß damals bei "Ran" im Interview verspottet wurde; der „Sale and Lease-Back“-Evanilson-Deal um Amoroso zu finanzieren
Man könnte sicher noch so einiges Weitere zusammentragen…
- Victor Ikpeba hielt ich für einen guten Transfer, er hatte leider viel Pech; er kam in ein „upgef…tes“ Arbeitsumfeld, die Truppe war zerstritten ohne Ende, seine Frau verstarb und er litt nur an Verletzungen; deshalb lasse ich ihn, sowie auch den besten Transfer Otto Addo, der leider viel zu viel Pech hatte, mal hier raus.
Die total kranken und Größenwahnsinnigen Stadionaktionen allen voran der Ausbau der Ecken sind natürlich auch noch zu nennen. Es war nicht mehr feierlich und je älter ich wurde und je mehr man überblickte und ans Tageslicht drang, desto sprachloser war man, ob das überhaupt noch mein Verein sein soll (ja manchmal ist zu viel denke nicht gut).
Während des Zivildienstes hatte ich mit „Mandaten/Klienten“ whatsoever vom Doktor Kontakt und die fragten sich auch zunehmend, wie der Typ so überschnappen konnte.
Aber nochmal, wäre er nicht übergeschnappt, oder hätte man auch mal intern Kritik angebracht (falls das überhaupt möglich war), hätte man ab 97 sicher umsteuern können.
Spätestens die Börsengangerlöse hätte man anders verwenden müssen. Wenn man sich nur mal alle gescheiterten Geschäfte vor Augen führt, die er unter der Prämisse „Investitionen in Steine und Beine“ durchdrückte… oh je, schlimme Erinnerungen brechen auf.
Ich meine jedenfalls trotzdem, dass man so fair sein MUSS, anzuerkennen, welch Verdienste er BIS 96/97 mitbrachte, auch wenn alles Schlechte letztendlich bleibt und die Anfangszeit überkompensiert.
Man kann nur froh sein, dass es ein Ende mit Schrecken gab und kein Schrecken ohne Ende bzw. dass er einfach verschwand. Wie dem auch sei, Himmel sei Dank, kam alles zum Guten, die Hundertjahrfeier war eines meiner schönsten Erlebnisse mit dem Verein schlechthin, weil ich den Tag enorm emotional erlebte und Heute kann man so stolz auf die Männer und Frauen in diesem Verein sein und auf das, was sie geleistet haben.
Legendär und Einzigartig auf der weiten Welt!
Schade nur, dass meine Oma, mit der die Magie einst begann, vor zwei Jahren an Krebs verstarb und diese Jahrhundertmeisterschaft nicht mehr miterleben durfte. Das hätte ich Ihr sehr gewünscht, weil sie der wohl größte Fan aus meiner Familie war.
Ich bin mir sicher, es werden große, große Zeiten anbrechen und wir holen – finanziell vollkommen gesund und risikolos – den Henkelpott früher nach Dortmund als ihn die Bazis nach München holen.
Ich wünsch Euch allen alles Gute.
Nur der BVB
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Box2Box_Playmaker am 07.03.2012 um 05:22 Uhr bearbeitet
08.03.2012 - 00:08 Uhr
So dann leg ich mal los, Ohren anschnallen und wohl fühlen.
Ich hab den ganzen Text grade schon mal verfasst und da ich anscheinend ein bissken dösig bin, schön gelöscht. :p
Ich bin im Jahre 1968 in Dortmund geboren.
Zu dieser Zeit haben wir noch in der Roten Erde gespielt.
Meine Familie hat schon immer in einem engen Bezug zum BVB gelebt, fangen wir mal mit der besten Geschichte sofort an.
1969 gegen die Komischen.
Ein Familienmitglied war in einem Hundeverein, der bei den Spielen des BVB die Ordnungsdienste ausführte, im und um das Stadion herum(hab ich dann ende der Achziger anfang Neunziger auch Jahrelang gemacht).
Einige werden es ahnen, ja es war unser Hund der den Friedel packte.
Er erzählt es ja heute noch mit einem lächeln im Gesicht, naja lächen tut er heute, nicht damals.
Schande05 hat das 1:0 gemacht die Fans dieses Vereins stürmten den Platz, aber nicht wie es oft zu lesen steht wurden die Hunde frei, sondern einfach die Leine lang gelassen.
Da stand er einfach im Weg, zumindest wurde mir das aus erster Hand so berichtet.
Das habe ich alles erst später wahr genommen, als ich als kleiner Bengel losgeschickt wurde, denn es war ja wieder Derby und die Bild Zeitung besorgen sollte(Das Bild war früher immer auf der Titelseite, Jahrelang und ich musste immer wieder mehrere, "so viele wie Du bekommst", besorgen).
Ich hab mich geschämt, da der Erwerb dieser Zeitung in unserer Familie nur für Blöde denkbar und für uns nicht auszudenken war, so bin ich erzogen worden.
Bevor man in die Schule kam wurde schon gepöhlt.
Ein anderes Familienmitglied war mit seinem kleinen Bauunternehmen bei dem Bau des Westfalenstadions dabei, auch das habe ich schon in früher Kindheit mitbekommen und bestaunt.
Das war damals eines der modernsten Stadien in Deutschland und ich war ja auch noch klein, so daß ich einen überwältigenden Eindruck des Stadions hatte.
In den Siebzigern, gab es ausser Fussball bei uns Jungs nichts, naja die Reihenfolge war:
Familie, Fussball, Fahrrad, Futtern und danach die Penne.
Tischtennisplatten, Basketballkörbe und so ein Kram gabs nicht an der Schule wie heute.
Es wurde überall gepöhlt, auf dem kleinsten Stück Asche, Rasen und auf Beton, alleine oder mit vielen vor die Garagentore bolzen, Englisch Fussball(so nannte man das, Ball hochhalten und volley abziehen).
Irgendein Doof musste ins/oder vors Garagen- Tor und durfte sich abknallen lassen(das war echt Strafe).
Die Helden und somit wir hießen Burgsmüller und Abramczik etc., einige hatten auch schon die Namen der Nationalmannschaft auf dem Schirm.
Ich hab mir Jahre später immer noch die Steinchen(von den Ascheplätzen) aus den Armen und Beinen mit nem Zirkel operiert, die kamen immer mal wieder durch die Haut hoch.
In der Schule gabs nur den BVB, es gab keine von den komischen Fans von nebenan, zum Beispiel.
Auch dort hatte ich einen Freund, dessen Familie sehr eng mit dem BVB und der Führungsetage verbunden war.
Die nahmen mich gerne mit ins Stadion zu den Spielen und so erlebte ich dort schon so einiges.
Kann mich noch gut erinnern, uns (die Kinder) hat man auf der Nord im gemässigten Bereich geparkt, wir spielten gegen Blau-Weiss und die Süd versuchte den Bereich auf der Nord wo die Gegner(S05) standen zu stürmen, also das hat auch ganz gut geklappt.
Es war eine sehr gewalttätige Zeit, beim Derby.
Ich stand in der Pause mit meinem Würstchen zwischen den Parteien, unten rechts an der Nord war der Würstchen/Getränke - Stand, daneben ein Gittertor mit "einem" Ordner davor.
Kurzerhand flogen Ordner und Tor beiseite, die damalige Borussen Front kam komplett von der Süd(die Tribühne war echt leer gegenüber) und dann gings echt zur Sache,
aber irgendwie ist uns Kindern nix passiert(Glück?).
Kurz danach bin ich in ein streng katholisches Jungeninternat im Teutoburger Wald gekommen.
Dort hatte ich, natürlich beim Bolzen, die ersten Kontakte zu Anhängern anderer Vereine.
Wie konnten die nur, hatten die gar keinen Plan?
Mein erstes Trikot, das mit UHU, trug ich voller Stolz und spielte nur mit diesem am Leib.
Nee nicht nackig, aber ein anderes hab ich nicht angezogen, dann eher im Unterhemd.
Als ich nach meiner weiteren Odyssee u.a lebte ich in FF/M(Spitzname: Der Dortmunder)
in Dortmund mein erstes Geld verdiente versuchte ich, so oft wie möglich, den BVB zu besuchen.
Mittlerweile habe ich seit Jahren, zwei Dauerkarten(die Frau will mit, was fällt der ein?) auf der Süd!
In der Zeit habe ich so einiges mit dem BVB mitgemacht; unter anderem Legenden wie:
Manni Burgsmüller(mein Held :D ),
Den Werdegang von Susi Zorc,....
Trainer wie Uli Maslo, Udo Lattek, Pal Csernai,...., Horst Köppel, Ottmar Hitzfeld, Nevio Scala, Matthias Sammer...,Jürgen Klopp waren/sind meine Begleiter.
Zwei fast Abstiege wie die Religation gegen SC Fortuna Köln damals(Wegmann fällt mir da sofort ein(die Kobra)), dann die Rettung mit Sammer und Lattek.....
Fast Insolvenz, der Ar... war fast ab!
Einen DFB Pokalsieg, das war geil,
... so liebe Schalker lest mal mit,
:D vier Meisterschaften :D
durfte ich bewundern.
-----------VIER, wie in Eurem Namen 04------------
Und ich hab noch viel, sehr viel mit meinem BVB vor.
Drauf geschi..en ob wir dieses Jahr Meister werden, in der CL, da leg ich mich zu 100% fest, sind wir.
Selbst wenn wir dritter werden(?????) können wir dieses Jahr wieder ordentlich feiern und das werde ich auch machen, egal ob da jemand mitmacht!
Dann ziehe ich alleine durch Dortmund, alle die mich kennen wissen das.
Was sollte ich wohl sonst für ein Anhänger als einer der Borussia aus Dortmund sein! :cool
Daher schließe ich den Beitrag mit den üblichen Worten und hoffe ich bin Euch(BVB Fans) damit nicht auf den Zwirn gegangen(Ihr wisst nun mehr als meine Frau(grins)) .
MfG
Heja BVB
Ich hab den ganzen Text grade schon mal verfasst und da ich anscheinend ein bissken dösig bin, schön gelöscht. :p
Ich bin im Jahre 1968 in Dortmund geboren.
Zu dieser Zeit haben wir noch in der Roten Erde gespielt.
Meine Familie hat schon immer in einem engen Bezug zum BVB gelebt, fangen wir mal mit der besten Geschichte sofort an.
1969 gegen die Komischen.
Ein Familienmitglied war in einem Hundeverein, der bei den Spielen des BVB die Ordnungsdienste ausführte, im und um das Stadion herum(hab ich dann ende der Achziger anfang Neunziger auch Jahrelang gemacht).
Einige werden es ahnen, ja es war unser Hund der den Friedel packte.
Er erzählt es ja heute noch mit einem lächeln im Gesicht, naja lächen tut er heute, nicht damals.
Schande05 hat das 1:0 gemacht die Fans dieses Vereins stürmten den Platz, aber nicht wie es oft zu lesen steht wurden die Hunde frei, sondern einfach die Leine lang gelassen.
Da stand er einfach im Weg, zumindest wurde mir das aus erster Hand so berichtet.
Das habe ich alles erst später wahr genommen, als ich als kleiner Bengel losgeschickt wurde, denn es war ja wieder Derby und die Bild Zeitung besorgen sollte(Das Bild war früher immer auf der Titelseite, Jahrelang und ich musste immer wieder mehrere, "so viele wie Du bekommst", besorgen).
Ich hab mich geschämt, da der Erwerb dieser Zeitung in unserer Familie nur für Blöde denkbar und für uns nicht auszudenken war, so bin ich erzogen worden.
Bevor man in die Schule kam wurde schon gepöhlt.
Ein anderes Familienmitglied war mit seinem kleinen Bauunternehmen bei dem Bau des Westfalenstadions dabei, auch das habe ich schon in früher Kindheit mitbekommen und bestaunt.
Das war damals eines der modernsten Stadien in Deutschland und ich war ja auch noch klein, so daß ich einen überwältigenden Eindruck des Stadions hatte.
In den Siebzigern, gab es ausser Fussball bei uns Jungs nichts, naja die Reihenfolge war:
Familie, Fussball, Fahrrad, Futtern und danach die Penne.
Tischtennisplatten, Basketballkörbe und so ein Kram gabs nicht an der Schule wie heute.
Es wurde überall gepöhlt, auf dem kleinsten Stück Asche, Rasen und auf Beton, alleine oder mit vielen vor die Garagentore bolzen, Englisch Fussball(so nannte man das, Ball hochhalten und volley abziehen).
Irgendein Doof musste ins/oder vors Garagen- Tor und durfte sich abknallen lassen(das war echt Strafe).
Die Helden und somit wir hießen Burgsmüller und Abramczik etc., einige hatten auch schon die Namen der Nationalmannschaft auf dem Schirm.
Ich hab mir Jahre später immer noch die Steinchen(von den Ascheplätzen) aus den Armen und Beinen mit nem Zirkel operiert, die kamen immer mal wieder durch die Haut hoch.
In der Schule gabs nur den BVB, es gab keine von den komischen Fans von nebenan, zum Beispiel.
Auch dort hatte ich einen Freund, dessen Familie sehr eng mit dem BVB und der Führungsetage verbunden war.
Die nahmen mich gerne mit ins Stadion zu den Spielen und so erlebte ich dort schon so einiges.
Kann mich noch gut erinnern, uns (die Kinder) hat man auf der Nord im gemässigten Bereich geparkt, wir spielten gegen Blau-Weiss und die Süd versuchte den Bereich auf der Nord wo die Gegner(S05) standen zu stürmen, also das hat auch ganz gut geklappt.
Es war eine sehr gewalttätige Zeit, beim Derby.
Ich stand in der Pause mit meinem Würstchen zwischen den Parteien, unten rechts an der Nord war der Würstchen/Getränke - Stand, daneben ein Gittertor mit "einem" Ordner davor.
Kurzerhand flogen Ordner und Tor beiseite, die damalige Borussen Front kam komplett von der Süd(die Tribühne war echt leer gegenüber) und dann gings echt zur Sache,
aber irgendwie ist uns Kindern nix passiert(Glück?).
Kurz danach bin ich in ein streng katholisches Jungeninternat im Teutoburger Wald gekommen.
Dort hatte ich, natürlich beim Bolzen, die ersten Kontakte zu Anhängern anderer Vereine.
Wie konnten die nur, hatten die gar keinen Plan?
Mein erstes Trikot, das mit UHU, trug ich voller Stolz und spielte nur mit diesem am Leib.
Nee nicht nackig, aber ein anderes hab ich nicht angezogen, dann eher im Unterhemd.
Als ich nach meiner weiteren Odyssee u.a lebte ich in FF/M(Spitzname: Der Dortmunder)
in Dortmund mein erstes Geld verdiente versuchte ich, so oft wie möglich, den BVB zu besuchen.
Mittlerweile habe ich seit Jahren, zwei Dauerkarten(die Frau will mit, was fällt der ein?) auf der Süd!
In der Zeit habe ich so einiges mit dem BVB mitgemacht; unter anderem Legenden wie:
Manni Burgsmüller(mein Held :D ),
Den Werdegang von Susi Zorc,....
Trainer wie Uli Maslo, Udo Lattek, Pal Csernai,...., Horst Köppel, Ottmar Hitzfeld, Nevio Scala, Matthias Sammer...,Jürgen Klopp waren/sind meine Begleiter.
Zwei fast Abstiege wie die Religation gegen SC Fortuna Köln damals(Wegmann fällt mir da sofort ein(die Kobra)), dann die Rettung mit Sammer und Lattek.....
Fast Insolvenz, der Ar... war fast ab!
Einen DFB Pokalsieg, das war geil,
... so liebe Schalker lest mal mit,
:D vier Meisterschaften :D
durfte ich bewundern.
-----------VIER, wie in Eurem Namen 04------------
Und ich hab noch viel, sehr viel mit meinem BVB vor.
Drauf geschi..en ob wir dieses Jahr Meister werden, in der CL, da leg ich mich zu 100% fest, sind wir.
Selbst wenn wir dritter werden(?????) können wir dieses Jahr wieder ordentlich feiern und das werde ich auch machen, egal ob da jemand mitmacht!
Dann ziehe ich alleine durch Dortmund, alle die mich kennen wissen das.
Was sollte ich wohl sonst für ein Anhänger als einer der Borussia aus Dortmund sein! :cool
Daher schließe ich den Beitrag mit den üblichen Worten und hoffe ich bin Euch(BVB Fans) damit nicht auf den Zwirn gegangen(Ihr wisst nun mehr als meine Frau(grins)) .
MfG
Heja BVB
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SonsS am 08.03.2012 um 00:38 Uhr bearbeitet
26.07.2012 - 00:20 Uhr
Zitat von Box2Box_Playmaker:
:D gott! ich wusste von vorneherein schon, dass du ein riesen fass aufmachen wirst!
wird ein zitate-horror, aber gut, spammen wir den thread ruhig voll. mal sehen wo das enden wird...
Jupp, schauen wir mal. Allerdings erwarte ich nicht allzuviel positives, da von dir doch eine Menge verklärt wird.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Was nachvollziehen?
risikobereitschaft, zwecks wachstum, expansion und erfolg. ich habe nie behauptet, dass man dies um jeden preis tun müsse (oder überhaupt! mann muss schließlich nicht erfolgreich sein), sondern sage, dass es nachvollziehbar ist/war.
WARUM ist dies nachvollziehbar? Du verweigerst dich komplett einer Erklärung, warum es nachvollziehbar ist, immer mehr Schulden zu machen, die immer weniger kontrolliert werden konnten. Du kannst es drehen und wenden wie du willst, es ist und bleibt vereinsschädigendes Verhalten und vereinsschädigendes Verhalten ist nie nachvollziehbar.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
dazu muss man sich in menschen mit anderen risikopräferenzen versetzen und einsehen, dass niebaum eben in unterschiedlichen phasen unterschiedlich handelte (darauf wirst du im nächsten post sicher ansetzen und äußern, dass er immer nur blödsinn machte und so werden wir uns ewig im kreis drehen [oder du wirst dich darüber beschweren, wie ich es mir rausnehmen kann, zu prognostizieren was Du machen wirst])
Ob dir das nun passt oder nicht, aber Niebaum hat schlicht und ergreifend nunmal unfassbar viel dämliches veranstaltet. Du versuchst hier ein paar positive Dinge von Niebaum zu finden, ich widerspreche den von dir genannten Dingen. Wenn man von einer herausragenden Transferpolitik spricht und ihm dies als positive Sache anrechnet, dann muss man auch erklären können, warum diese herausragend war. Kann man dies nicht, fällt das Argument komplett raus.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Das man die Existenz eines Vereins gefährdet, nur um gute Spieler geholt zu haben?
finazprobleme hatte man damals schon, richtig, aber ich behaupte eben, dass man bis 97 noch kontrolle hatte (man / niebaum evtl. sogar schon da nicht mehr, weiß ich nicht).
In der Tat war es nur sehr schwer die Kontrolle zu behalten, mit dem Börsengang hätte man tatsächlich den Turnaround machen können, allerdings hättest du dich, was das geholte Spielermaterial angeht, wohl noch mehr aufgeregt.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
mir geht es auch nur um die spieler, die man holte und diese unterscheiden sich eben in der sportlichen qualität signifikant.
Diese unterschieden sich im übrigen auch von den Kosten her signifikant.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
bis 97 überwiegend granaten - nach 97 überwiegend schrott!
wird das von dir bestritten?
Nach 97 zerplatzte zum ersten mal die finanzielle Blase. Es konnte viel weniger investiert werden, entsprechend kam auch weniger Qualität. Davon ab brauchen wir nicht so zu tun, als ob nach 1997 nur noch Graupen gekommen wären.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ursprünglich wollte ich nur auf diese diskrepanz hinaus. ich hätte das wort "herausragend" wohl besser nie benutzen dürfen, da du dich festbeißt wie eine klette und ich mich nun - ohne dies beabsichtigt zu haben - ordentlich in erklärungsnot komme.
ich nehme es hiermit zurück. deal?
Es ist in der Tat besser wenn du dies zurücknimmst. Wenn man schon krampfhaft versucht Niebaum etwas positives anzudichten, dann sollte man bitte bei der Wahrheit bleiben. Wenn man einen tollen Spieler für eine Summe holt, von der man zwei tolle Spieler hätte finanzieren können, dann hat man nicht unbedingt einen tollen Job gemacht.
Zitat von DerFortune:
bis 97 hatte man mWn 50mio DM schulden, was weniger ist als der 1.fc köln heute.
Der BVB hatte zum selben Zeitraum auch weniger Umsatz als der 1.FC Köln heute. Schlimm sind nicht nur die bereits bestehenden Schulden gewesen, sondern auch die laufenden Kosten, die viel zu hoch waren, als das man dies hätte kontrollieren können.
Man steuerte dem entgegen, indem man die Bilanz durch den Riedle-Verkauf schönigte und lediglich günstige Ergänzungen holte, was dir wiederum böse aufstößt. Das ist nunmal der Lauf der Dinge wenn man kein Geld hat.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
man hätte ohneweiteres gegensteuern können.
Interessante Theorie, wenn auch nichts weiter. Fakt ist, dass der BVB nicht nur bereits enorm hohe Schulden hatte, sondern gleichzeitig auch noch hohe Kosten aus dem laufenden Spielbetrieb hatte und gleichzeitig den Stadionausbau vorantrieb, welcher den BVB zusätzlich belastete.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
du scheinst nicht in der lage zu sein, niebaum differenziert zu betrachten, oder du verweigerst dich dem.
Du hast sicherlich Verständnis dafür, dass ich solche Vorwürfe lächelnd ignoriere, solange sie ohne Argumentation in den Raum geschmissen werden, nur um krampfhaft zu versuchen die Objektivität des Gesprächspartners in Abrede zu stellen.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
mir ist bewusst, dass er den verein an den rand des ruins trieb, dies tat er aber erst nach 97 und vor allem ab 99.
Die Lage war schon vorher bedrohlich, auch da muss ich den Stichpunkt laufende Kosten wiederholt erwähnen. Diese waren exorbitant gestiegen und wurden immer wieder durch Einmalerlöse bedient. Die erste kleine Explosion kam erst 1997, deren Vorgeschichte begann jedoch schon früher und war bereits vor 1997 nicht mehr aufzuhalten.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
kredite aufzunehmen um in steine und beine zu investieren ist und war gang und gebe und wird es immer sein (auch mit dem ffp, so es denn umgesetzt wird).
Es ist aber nicht Gang und Gäbe wenn man unzählige Kredite aufnimmt, alle zu immer haarsträubenderen Konditionen, bis nichts mehr geht.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
das eigentliche problem war doch, dass er die transferpolitik so änderte, dass er durchschnittskicker holte, die aber wie cl-sieger entlohnte und nur darum ging es mir ursprünglich.
Das ist aber NICHT das Problem gewesen. Wenn man bereits mit Topstars, die die CL gewinnen und noch mehr verdient haben, extreme(!) finanzielle Probleme bekommt, wie sollen da Durchschnittskicker am Niedergang Schuld sein?! Der Gehaltsetat war bereits ab 1993 total vergiftet. Dies besserte sich etwas auf Kosten des sportlichen Erfolgs von 1997 bis 1999 und wurde mit dem Börsengang erneut vergiftet bis in die Unkenntlichkeit.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
und wenn du dich auf meinen ursprungspost beziehst, dann doch auch bitte auf diese kernfrage und nicht ausschließlich auf das adjektiv "herausragend"...
Ich habe deinen Satz zitiert, weil du diesen als Leistung von Niebaum herausgestellt hast, ich habe dagegen argumentiert, weil dies eben keine Leistung war. Wenn du das Wort herausragend in diesem Zusammenhang nutzt, ist es schlicht deplatziert. Ich habe klar aufgezeigt warum, während du das ursprünglich nicht einsehen wolltest. Nur deswegen ist es eskaliert, bis du nun zusätzliche Abenteuerthesen aufstellst.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Wenn du es als wirr bezeichnest, dann lasse dich doch wenigstens herab und versuche zu erklären, warum dies "wirr" sein soll.
gern. du wirfst mir viel zu viel durcheinander, stellst sachen zur diskussion, die erstens keiner bedürfen und zweittens, von denen ich mich im ursprungspost klar zu distanzieren versuchte um ausschließlich die TP in sportlich-qualitativer hinsicht zu beurteilen. vergebens! du gehts wie oben null auf die kernfrage ein, wieso niebaum anfing höheres risiko zu gehhen und gleichzeitig schwächere spieler zu holte
Ich habe mehr als deutlich gemacht, dass die finanzielle wie sportliche Situation Hand in Hand gingen, gehen und immer gehen werden. Zumal ich mich fragen muss, ob du eigentlich blind bist, ich habe mehr als deutlich gemacht, dass Niebaum eben nicht höheres, sondern nach 1997 GERINGERES Risiko gegangen ist, als er Spieler verkaufte, die Ablöse brachten, das Gehaltsbudget senkten und im Gegenzug durchschnittliche Ergänzungen holte. Das nächste Risiko begann mit dem Börsengang, welches sich bis zum wirtschaftlichen Zusammenbruch zog. Hab ich auch mehrfach erklärt, sowohl in der Diskussion mit dir, als auch in vorangegangenen Diskussionen in diesem Thread, die du offensichtlich nicht nachgelesen hast, ansonsten würdest du mir nicht unterstellen, dass ich nicht auf deine "Kernfrage" eingegangen wäre.
DU stellst die These auf, dass der wirtschaftliche Niedergang der Borussia in den Durchschnittsspielern begründet ist, ich erkläre dir nur, dass dies nicht sein kann, da die Probleme des BVB schon auftraten, bevor diese Spieler überhaupt verpflichtet wurden.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
wenn man mittel hat spieler zu holen. teure spieler. ich sage bewusst nicht gute spieler. wieso hole ich dann AB 97 konzeptlos teure schlechte spieler, anstatt den weg wie bisher weiterzugehen, in dem man teure gute spieler holt.
Weil, und das sage ich nun zum wiederholten Male, die finanzielle Situation es NICHT mehr hergab. Die Kreditlimits waren ausgereizt, Bares war nicht mehr vorhanden, laufende Kosten mussten bedient werden. Es war NICHTS mehr da. Wie willst du dann noch teure Spieler holen, wenn diese einerseits NICHT finanzierbar waren und zweitens, diese die Situation dadurch sogar noch verschlimmert hätten? Der BVB konnte den 97er-Kader, mit dem man die CL gewann und damit den kompletten europäischen Zaster abgriff, nicht mehr finanzieren. Wie sollten dann noch teurere Spieler geholt werden?
Der BVB hat 1997 erst durch den Riedle-Verkauf eine positive Bilanz ausgewiesen und 1998 durch den Heinrich-Verkauf andere Spieler finanzieren können. Asche kam erst, wie mehrfach angemerkt, erst durch den Börsengang rein.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
schön, dass wir langsam zum wesentlichen kommen: dass die mannschaft nicht seriös zu finanzieren war sollte konsons sein. wenngleich ich herausragend schrieb und zurückrudere, stelle ich die these auf, dass er bei bebehaltung der akquise fähigen personals refinanzierungspotenziale erschlossen hätte.
Das ist schön, das du dabei bleibst. Es fehlt jedoch immer noch eine schlüssige Argumentation, warum dies so sein sollte.
- Der BVB hatte nichts mehr an Bargeld
- Das Kreditlimit war ausgereizt.
- Die Bilanz hätte ohne den Riedle-Verkauf, trotz des höchst lukrativen CL-Siegs, ein dickes Minus ausgewiesen
- Die Stadionkosten explodierten
Man konnte die laufenden Kosten nicht mehr bedienen, entsprechend waren noch höhere Kosten einfach nicht mehr drin. Der BVB sparte in der Folgezeit, entsprechend sank die Konkurrenzfähigkeit. Mit dem Börsengang wurde wieder frisches Geld reingespült, worauf der Spaß von vorne losging, mit dem Unterschied, dass die Kosten immer höher wurden, welche durch einmalige Erlöse kompensiert werden mussten, was auf die Dauer natürlich nicht gutgeht.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
dadurch das er aber eben die TP umwarf (wieso auch immer), wurde es erst richtig unseriös, da die mannschaft zunehmend einbrach.
Was heisst denn hier "wieso auch immer"? Was nicht geht, das geht nicht, wo kein Geld mehr da ist, da kann auch nix geholt werden. Ich habe dir oben bereits Punkte genannt. Ich kann aus einem Faultier auch kein Känguruh machen, ebensowenig wie ich mit Null Euro plus Schulden einen Spieler finanzieren kann.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ferner habe ich auch nie behauptet, dass die truppe bis 97 seriös-konservativ zu finanzieren gewesen sei. nur mit den gut 50mio DM schulden war das kind noch lange nicht im brunnen. es fiel erst, als er durchschnittskicker holte und gefallen daran fand, diese wie cl-sieger zu bezahlen.
Ok, jetzt nochmal: Das Problem war schon lange nicht mehr alleine der Schuldenberg von 50 Millionen DM, sondern die laufenden Kosten, die immer weiter stiegen und immer wieder von einmaligen Erlösen aufgefangen werden mussten, welche wiederum Substanz kosten, sei es finanzieller, sportlicher oder infrastruktureller Natur. 1997 war das erste Mal der Punkt erreicht, wo gar nichts mehr ging, weswegen tatsächlich mal die Kosten etwas gesenkt wurden.
Das Kind war nicht in den Brunnen gefallen, weil Durchschnittskicker geholt wurden (die im übrigen nicht wie CL-Sieger bezahlt wurden, sondern durchaus günstiger waren), sondern weil sich laufende Kosten immer weiter auftürmten. Stadionausbau, Gehälter, Kreditzinsen etc. Dem wurde für 2 Jahre lang ein wenig entgegengewirkt, bis der Börsengang kam. Da war frisches Geld wieder drin, da wurde wieder kräftig investiert. Ist doch nicht wirklich schwer zu verstehen.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
desweiteren:
streng unter niebaums risikobreitschaft betrachtet, passt aber dann in deine argumentation nicht: ein evanilson, ein bobic, ein herrlich ein oliseh und weiß ich wer noch. decheiver und binz, ja, die passen in deine argumentation.
Ich habe es oben doch deutlich erklärt. 1997 wurden Finanzlöcher gestopft, 1998 wurden die Transfers durch den Heinrich-Verkauf finanziert. Ohne den Lehmann-Transfer im Winter hätte man auch da ein dickes Plus gemacht.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
geld woher auch immer war zum erwerb von spielern offensichtlich da (wie auch immer gerd das auftrieb), oder siehst du das anders? wieso wurden keine konzeptionell passende und gute spieler mehr geholt?
Von den Heinrich-Millionen wurden unter anderem Dede und Lehmann finanziert. Keine guten Spieler? Der Löwenanteil ging für Salou raus, welcher unter anderem im DFB-Pokal gegen Schalke einen wichtigen Treffer erzielte und einen guten Teil seiner Ablöse wieder reinbrachte und vom Gehalt her immer noch günstiger war als die Spieler, die 3-4 Jahre vorher auf dem Platz standen.
Das Barbarez in Dortmund nix wurde können sich auch die Fans zu einem guten Teil selbst auf die Kappe schreiben.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
gut! ist von belang. sehe ich jedenfalls ein, dass zur TP die finanzielle seite gehört und das ich mich unbedacht äußerte. "herausragend" ist nun auch schon x-fach zurückgenommen.
erkennst du denn mittlerweile, dass sich der sportliche aspekt in der TP enorm verschob?
Selbstverständlich erkenne ich das. Habe ich im übrigen mehrfach erklärt, dass die sportliche Leistungsfähigkeit sank zugunsten einer Kostenreduktion, der man nicht mehr ausweichen konnte.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
nichtsdestoweniger wäre ich mit deinem obigen abschnitt (gequirlte scheiße/überteuerte zahlungen) vorsichtig. wenn man regelmäßig um die cl spielt scheint das doch garnicht so schädigend zu sein. wirf mal einen blick nach barcelona. wird dort gegenwertig vereinsschädigung betrieben?
Du willst doch nicht allen Ernstes einen Verein, der mehr als sechsfache am Umsatz macht als der BVB in den 90ern, stark auf die Jugend setzt, ein vielfaches an Ablösesummen kassiert und trotzdem mit einem Schuldenberg umgehen muss, mit dem BVB von 1997 vergleichen? Also bitte, jetzt wirds aber extrem abenteuerlich. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der BVB in einem Jahr, in dem man die CL gewann, einen finanziellen Verlust hinnehmen musste. Das ist NICHT dauerhaft kompensierbar gewesen.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
meinem dafürhalten nach NICHT und das liegt woran: man kauft zu 85% excellent (SPORTLICH) ein und das ist eber der kleine aber feine (oder sehr große) unterschied.
Nope, der Unterschied ist das Bedienen von (achtung, es kommt schon wieder!) laufenden Kosten. Das Verhältnis besagter Kosten zum Umsatz war höher, als das vom Barca heute. Der BVB hatte 1997 nur einen Bruchteil an Umsatz gehabt, die CL brachte deutlich weniger ein, die eingenommen Ablösen waren viel geringer. Das ist nicht mit Barca zu vergleichen, das darf man gar nicht mit Barca vergleichen wenn man sich nicht aus der Diskussion disqualifizieren will.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ist richtig. fehler war aber eben der wechsel in der transferpolitik (sportlich).
Es war kein Fehler. Wie kann es ein Fehler sein, wenn es keine andere Alternative gibt? Kein Bares, nix auf der Bank, Kreditlimit ausgereizt, Bilanzloch etc. Von nix kommt nix. Entsprechend holte man ablösefreie Spieler.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
dadurch blieb erfolg zu refinanzierung aus und substanz war in den büchern (wegen lächerlich schlechter transfers) auch keine.
Nochmal: WELCHE Refinanzierung? Der BVB hatte all die Jahre zuvor schon kaum etwas refinanziert, jährlich wurden Verluste eingefahren, die mit Luftbuchungen in der Bilanz geschönt wurden, das Jahr des CL-Siegs war ein finanzielles Desaster. Wie soll da ein NOCH teurerer Kader das Ganze refinanzieren? Erklär es mir, ich will das wissen. Das ist pure Traumtänzerei deinerseits.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
es bringt uns doch beiden aber nichts hier ständig parallel aneinander vorbei zu argumentieren. ich betrachte niebaum eben zweigeteilt.
Nur das du dabei einer Traumtänzerei unterliegst, in der dieses finanzielle Harakiri noch in irgendeiner Form hätte gutgehen können, wenn man die Karre noch mehr gegen die Wand gefahren hätte.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
wohingegen ich seine politik bis 97 als nicht grundsätzlich vereinsschädigend ansehe, sondern erst von da an, siehst du das komplett anders. für dich war niebaum seit amtsantritt vereinsschädigend. lass uns konstatieren, dass wir nicht auf einen nenner kommen werden...
In der Tat werden wir da auf kenien gemeinsamen Nenner kommen, dazu sprechen die Fakten viel zu sehr gegen deine obskuren Theorien.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Es war nicht immer die Möglichkeit vorhanden Spieler zu erwerben, zumindest war es nicht möglich mit einem Transferminus zu leben. 2 Jahre lang hatte man nach dem CL-Sieg Spieler verkauft, entweder um rückwirkend eine Bilanz zu schönigen (Riedle), oder um eine aktuelle zu schönen (Heinrich). Es wurde erst wieder Geld in die Hand (99/00) genommen, als der Börsengang in greifbarer Nähe war.
ikpeba, bobic, herrlich, salou, barbarez usw.usf.
geld trieb er immer iwie iwo auf. ich habs nie gutgeheißen sondern mich lediglich gewundert, wieso er dies in so merkwürdiges teilweise unnötiges personal steckte...
Herrlich kam im Sommer 1995, Salou wurde durch den Heinrich-Transfer finanziert (bis zum Winter hatte man noch ein Transferplus von fast 5 Millionen), die drei anderen Spieler kamen 99/00. Und was war, neben dem Fastabstieg, das Besondere an dieser Saison? Richtig, der Börsengang. Also kaum verwunderlich das Ikpeba, Bobic und Barbarez finanziert werden konnten, wobei letzterer ziemlich günstig war.
Zitat von DerFortune:
Die Transferpolitik hatte sich im übrigen kaum verändert. Die Zahlen wurden lediglich größer, so wie sie in ganz Europa größer wurden. Der Umsatz 2002 war größer als der Umsatz 1995. Dennoch hatten die Ablösesummen und Gehälter beider Jahre eines gleich: Im Vergleich zum Umsatz waren die genannten Aufwendungen viel zu hoch.
die transferpolitik änderte sich grundsätzlich: zum x-ten mal, vorher (97) überwiegend gute spieler, die ins damalige 352 passten, später überwiegend blödsinn. wenn du da keinen unterschied identifizieren kannst, sollten wir die debatte doch einstellen, nicht wahr...
Dir ist aber schon klar, das gesondert die Jahre 1995 und davor sowie 2002 angesprochen wurden? Wenn du dies nicht erkennen kannst, dann sollte man die Debatte in der Tat einstellen.
Es wurden teure Spieler auf Pump finanziert, um kurzfristig Erfolg zu sichern. Da waren 95 wie 02 gute bis sehr gute Spieler dabei. 02 waren sie noch teurer, dafür war 02 der Umsatz größer. Entsprechend ging es um die Relation Kosten - Erlöse. Ist nicht wirklich schwer zu verstehen, oder?
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Mich beschleicht allerdings immer noch das Gefühl, das DU nicht verstanden hast, worum es mir ginge, als ich deine abenteuerlichen Bezeichnungen und Behauptungen kommentiert habe. Es macht nicht sonderlich viel her, wenn man den Anschein erwecken würde, dass andere nicht verstehen würden, was man mit einem Thema bezwecken würde, wenn man selbst mit einem Brett vorm Kopf rumläuft.
DU pickst dir aus meinen sehr niebaumkritischen beitrag das wort "herausragend" raus, schreibst zig zeilen über niebaums sonderbarer finanzploitik (wo wir zu 90% eh d´accord sind), ohne auf die kernfrage einzugehen: wieso fing er plötzlich an mehr risiko für gurkigere spieler zu gehen?
mehr noch: DU erkennst ja nicht mal, dass die spieler gurkiger wurden...
wer hat das brett vorm kopf? ich wäre für eine umfrage...
Au ja, ich wäre auch für die Umfrage. So oft wie ich dir die Antwort auf deine Kernfrage schon gegeben habe, muss ich mich mittlerweile fragen, ob du 'ne ganze Holzfabrik vorm Kopp hast.
Ich wollte auf eine Behauptung deinerseits eingehen, dies habe ich getan. Ich brauche mich kaum dafür rechtfertigen, dass ich deinen Unsinn richtigstelle, insbesondere nicht auf einer Diskussionsplattform. Wenn du ein Problem damit hast, dass Leute einen gegenteiligen Standpunkt einnehmen und dies tatsächlich auch noch argumentativ untermauern können, dann bist du hier falsch.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ich wollte eigentlich nur mal meine kerfrage zur diskussion stellen und erfahren, welche erklärungsansätze die übrigen interessierten user dazu so haben.
ciao
Ich habe dir jetzt ca. 12 Mal eine Antwort auf deine Kernfrage gegeben, obwohl du bei dieser Kernfrage komplett die damaligen Gegebenheiten ignorierst und von einer Refinanzierung träumst, wo keine möglich war. Ablösesummen für Spieler wollen bezahlt werden, dies ging nicht. Da könntest du auch verlangen, dass ein Mensch aus dem Stand 5 Meter hochspringt.
:D gott! ich wusste von vorneherein schon, dass du ein riesen fass aufmachen wirst!
wird ein zitate-horror, aber gut, spammen wir den thread ruhig voll. mal sehen wo das enden wird...
Jupp, schauen wir mal. Allerdings erwarte ich nicht allzuviel positives, da von dir doch eine Menge verklärt wird.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Was nachvollziehen?
risikobereitschaft, zwecks wachstum, expansion und erfolg. ich habe nie behauptet, dass man dies um jeden preis tun müsse (oder überhaupt! mann muss schließlich nicht erfolgreich sein), sondern sage, dass es nachvollziehbar ist/war.
WARUM ist dies nachvollziehbar? Du verweigerst dich komplett einer Erklärung, warum es nachvollziehbar ist, immer mehr Schulden zu machen, die immer weniger kontrolliert werden konnten. Du kannst es drehen und wenden wie du willst, es ist und bleibt vereinsschädigendes Verhalten und vereinsschädigendes Verhalten ist nie nachvollziehbar.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
dazu muss man sich in menschen mit anderen risikopräferenzen versetzen und einsehen, dass niebaum eben in unterschiedlichen phasen unterschiedlich handelte (darauf wirst du im nächsten post sicher ansetzen und äußern, dass er immer nur blödsinn machte und so werden wir uns ewig im kreis drehen [oder du wirst dich darüber beschweren, wie ich es mir rausnehmen kann, zu prognostizieren was Du machen wirst])
Ob dir das nun passt oder nicht, aber Niebaum hat schlicht und ergreifend nunmal unfassbar viel dämliches veranstaltet. Du versuchst hier ein paar positive Dinge von Niebaum zu finden, ich widerspreche den von dir genannten Dingen. Wenn man von einer herausragenden Transferpolitik spricht und ihm dies als positive Sache anrechnet, dann muss man auch erklären können, warum diese herausragend war. Kann man dies nicht, fällt das Argument komplett raus.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Das man die Existenz eines Vereins gefährdet, nur um gute Spieler geholt zu haben?
finazprobleme hatte man damals schon, richtig, aber ich behaupte eben, dass man bis 97 noch kontrolle hatte (man / niebaum evtl. sogar schon da nicht mehr, weiß ich nicht).
In der Tat war es nur sehr schwer die Kontrolle zu behalten, mit dem Börsengang hätte man tatsächlich den Turnaround machen können, allerdings hättest du dich, was das geholte Spielermaterial angeht, wohl noch mehr aufgeregt.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
mir geht es auch nur um die spieler, die man holte und diese unterscheiden sich eben in der sportlichen qualität signifikant.
Diese unterschieden sich im übrigen auch von den Kosten her signifikant.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
bis 97 überwiegend granaten - nach 97 überwiegend schrott!
wird das von dir bestritten?
Nach 97 zerplatzte zum ersten mal die finanzielle Blase. Es konnte viel weniger investiert werden, entsprechend kam auch weniger Qualität. Davon ab brauchen wir nicht so zu tun, als ob nach 1997 nur noch Graupen gekommen wären.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ursprünglich wollte ich nur auf diese diskrepanz hinaus. ich hätte das wort "herausragend" wohl besser nie benutzen dürfen, da du dich festbeißt wie eine klette und ich mich nun - ohne dies beabsichtigt zu haben - ordentlich in erklärungsnot komme.
ich nehme es hiermit zurück. deal?
Es ist in der Tat besser wenn du dies zurücknimmst. Wenn man schon krampfhaft versucht Niebaum etwas positives anzudichten, dann sollte man bitte bei der Wahrheit bleiben. Wenn man einen tollen Spieler für eine Summe holt, von der man zwei tolle Spieler hätte finanzieren können, dann hat man nicht unbedingt einen tollen Job gemacht.
Zitat von DerFortune:
bis 97 hatte man mWn 50mio DM schulden, was weniger ist als der 1.fc köln heute.
Der BVB hatte zum selben Zeitraum auch weniger Umsatz als der 1.FC Köln heute. Schlimm sind nicht nur die bereits bestehenden Schulden gewesen, sondern auch die laufenden Kosten, die viel zu hoch waren, als das man dies hätte kontrollieren können.
Man steuerte dem entgegen, indem man die Bilanz durch den Riedle-Verkauf schönigte und lediglich günstige Ergänzungen holte, was dir wiederum böse aufstößt. Das ist nunmal der Lauf der Dinge wenn man kein Geld hat.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
man hätte ohneweiteres gegensteuern können.
Interessante Theorie, wenn auch nichts weiter. Fakt ist, dass der BVB nicht nur bereits enorm hohe Schulden hatte, sondern gleichzeitig auch noch hohe Kosten aus dem laufenden Spielbetrieb hatte und gleichzeitig den Stadionausbau vorantrieb, welcher den BVB zusätzlich belastete.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
du scheinst nicht in der lage zu sein, niebaum differenziert zu betrachten, oder du verweigerst dich dem.
Du hast sicherlich Verständnis dafür, dass ich solche Vorwürfe lächelnd ignoriere, solange sie ohne Argumentation in den Raum geschmissen werden, nur um krampfhaft zu versuchen die Objektivität des Gesprächspartners in Abrede zu stellen.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
mir ist bewusst, dass er den verein an den rand des ruins trieb, dies tat er aber erst nach 97 und vor allem ab 99.
Die Lage war schon vorher bedrohlich, auch da muss ich den Stichpunkt laufende Kosten wiederholt erwähnen. Diese waren exorbitant gestiegen und wurden immer wieder durch Einmalerlöse bedient. Die erste kleine Explosion kam erst 1997, deren Vorgeschichte begann jedoch schon früher und war bereits vor 1997 nicht mehr aufzuhalten.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
kredite aufzunehmen um in steine und beine zu investieren ist und war gang und gebe und wird es immer sein (auch mit dem ffp, so es denn umgesetzt wird).
Es ist aber nicht Gang und Gäbe wenn man unzählige Kredite aufnimmt, alle zu immer haarsträubenderen Konditionen, bis nichts mehr geht.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
das eigentliche problem war doch, dass er die transferpolitik so änderte, dass er durchschnittskicker holte, die aber wie cl-sieger entlohnte und nur darum ging es mir ursprünglich.
Das ist aber NICHT das Problem gewesen. Wenn man bereits mit Topstars, die die CL gewinnen und noch mehr verdient haben, extreme(!) finanzielle Probleme bekommt, wie sollen da Durchschnittskicker am Niedergang Schuld sein?! Der Gehaltsetat war bereits ab 1993 total vergiftet. Dies besserte sich etwas auf Kosten des sportlichen Erfolgs von 1997 bis 1999 und wurde mit dem Börsengang erneut vergiftet bis in die Unkenntlichkeit.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
und wenn du dich auf meinen ursprungspost beziehst, dann doch auch bitte auf diese kernfrage und nicht ausschließlich auf das adjektiv "herausragend"...
Ich habe deinen Satz zitiert, weil du diesen als Leistung von Niebaum herausgestellt hast, ich habe dagegen argumentiert, weil dies eben keine Leistung war. Wenn du das Wort herausragend in diesem Zusammenhang nutzt, ist es schlicht deplatziert. Ich habe klar aufgezeigt warum, während du das ursprünglich nicht einsehen wolltest. Nur deswegen ist es eskaliert, bis du nun zusätzliche Abenteuerthesen aufstellst.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Wenn du es als wirr bezeichnest, dann lasse dich doch wenigstens herab und versuche zu erklären, warum dies "wirr" sein soll.
gern. du wirfst mir viel zu viel durcheinander, stellst sachen zur diskussion, die erstens keiner bedürfen und zweittens, von denen ich mich im ursprungspost klar zu distanzieren versuchte um ausschließlich die TP in sportlich-qualitativer hinsicht zu beurteilen. vergebens! du gehts wie oben null auf die kernfrage ein, wieso niebaum anfing höheres risiko zu gehhen und gleichzeitig schwächere spieler zu holte
Ich habe mehr als deutlich gemacht, dass die finanzielle wie sportliche Situation Hand in Hand gingen, gehen und immer gehen werden. Zumal ich mich fragen muss, ob du eigentlich blind bist, ich habe mehr als deutlich gemacht, dass Niebaum eben nicht höheres, sondern nach 1997 GERINGERES Risiko gegangen ist, als er Spieler verkaufte, die Ablöse brachten, das Gehaltsbudget senkten und im Gegenzug durchschnittliche Ergänzungen holte. Das nächste Risiko begann mit dem Börsengang, welches sich bis zum wirtschaftlichen Zusammenbruch zog. Hab ich auch mehrfach erklärt, sowohl in der Diskussion mit dir, als auch in vorangegangenen Diskussionen in diesem Thread, die du offensichtlich nicht nachgelesen hast, ansonsten würdest du mir nicht unterstellen, dass ich nicht auf deine "Kernfrage" eingegangen wäre.
DU stellst die These auf, dass der wirtschaftliche Niedergang der Borussia in den Durchschnittsspielern begründet ist, ich erkläre dir nur, dass dies nicht sein kann, da die Probleme des BVB schon auftraten, bevor diese Spieler überhaupt verpflichtet wurden.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
wenn man mittel hat spieler zu holen. teure spieler. ich sage bewusst nicht gute spieler. wieso hole ich dann AB 97 konzeptlos teure schlechte spieler, anstatt den weg wie bisher weiterzugehen, in dem man teure gute spieler holt.
Weil, und das sage ich nun zum wiederholten Male, die finanzielle Situation es NICHT mehr hergab. Die Kreditlimits waren ausgereizt, Bares war nicht mehr vorhanden, laufende Kosten mussten bedient werden. Es war NICHTS mehr da. Wie willst du dann noch teure Spieler holen, wenn diese einerseits NICHT finanzierbar waren und zweitens, diese die Situation dadurch sogar noch verschlimmert hätten? Der BVB konnte den 97er-Kader, mit dem man die CL gewann und damit den kompletten europäischen Zaster abgriff, nicht mehr finanzieren. Wie sollten dann noch teurere Spieler geholt werden?
Der BVB hat 1997 erst durch den Riedle-Verkauf eine positive Bilanz ausgewiesen und 1998 durch den Heinrich-Verkauf andere Spieler finanzieren können. Asche kam erst, wie mehrfach angemerkt, erst durch den Börsengang rein.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
schön, dass wir langsam zum wesentlichen kommen: dass die mannschaft nicht seriös zu finanzieren war sollte konsons sein. wenngleich ich herausragend schrieb und zurückrudere, stelle ich die these auf, dass er bei bebehaltung der akquise fähigen personals refinanzierungspotenziale erschlossen hätte.
Das ist schön, das du dabei bleibst. Es fehlt jedoch immer noch eine schlüssige Argumentation, warum dies so sein sollte.
- Der BVB hatte nichts mehr an Bargeld
- Das Kreditlimit war ausgereizt.
- Die Bilanz hätte ohne den Riedle-Verkauf, trotz des höchst lukrativen CL-Siegs, ein dickes Minus ausgewiesen
- Die Stadionkosten explodierten
Man konnte die laufenden Kosten nicht mehr bedienen, entsprechend waren noch höhere Kosten einfach nicht mehr drin. Der BVB sparte in der Folgezeit, entsprechend sank die Konkurrenzfähigkeit. Mit dem Börsengang wurde wieder frisches Geld reingespült, worauf der Spaß von vorne losging, mit dem Unterschied, dass die Kosten immer höher wurden, welche durch einmalige Erlöse kompensiert werden mussten, was auf die Dauer natürlich nicht gutgeht.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
dadurch das er aber eben die TP umwarf (wieso auch immer), wurde es erst richtig unseriös, da die mannschaft zunehmend einbrach.
Was heisst denn hier "wieso auch immer"? Was nicht geht, das geht nicht, wo kein Geld mehr da ist, da kann auch nix geholt werden. Ich habe dir oben bereits Punkte genannt. Ich kann aus einem Faultier auch kein Känguruh machen, ebensowenig wie ich mit Null Euro plus Schulden einen Spieler finanzieren kann.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ferner habe ich auch nie behauptet, dass die truppe bis 97 seriös-konservativ zu finanzieren gewesen sei. nur mit den gut 50mio DM schulden war das kind noch lange nicht im brunnen. es fiel erst, als er durchschnittskicker holte und gefallen daran fand, diese wie cl-sieger zu bezahlen.
Ok, jetzt nochmal: Das Problem war schon lange nicht mehr alleine der Schuldenberg von 50 Millionen DM, sondern die laufenden Kosten, die immer weiter stiegen und immer wieder von einmaligen Erlösen aufgefangen werden mussten, welche wiederum Substanz kosten, sei es finanzieller, sportlicher oder infrastruktureller Natur. 1997 war das erste Mal der Punkt erreicht, wo gar nichts mehr ging, weswegen tatsächlich mal die Kosten etwas gesenkt wurden.
Das Kind war nicht in den Brunnen gefallen, weil Durchschnittskicker geholt wurden (die im übrigen nicht wie CL-Sieger bezahlt wurden, sondern durchaus günstiger waren), sondern weil sich laufende Kosten immer weiter auftürmten. Stadionausbau, Gehälter, Kreditzinsen etc. Dem wurde für 2 Jahre lang ein wenig entgegengewirkt, bis der Börsengang kam. Da war frisches Geld wieder drin, da wurde wieder kräftig investiert. Ist doch nicht wirklich schwer zu verstehen.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
desweiteren:
streng unter niebaums risikobreitschaft betrachtet, passt aber dann in deine argumentation nicht: ein evanilson, ein bobic, ein herrlich ein oliseh und weiß ich wer noch. decheiver und binz, ja, die passen in deine argumentation.
Ich habe es oben doch deutlich erklärt. 1997 wurden Finanzlöcher gestopft, 1998 wurden die Transfers durch den Heinrich-Verkauf finanziert. Ohne den Lehmann-Transfer im Winter hätte man auch da ein dickes Plus gemacht.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
geld woher auch immer war zum erwerb von spielern offensichtlich da (wie auch immer gerd das auftrieb), oder siehst du das anders? wieso wurden keine konzeptionell passende und gute spieler mehr geholt?
Von den Heinrich-Millionen wurden unter anderem Dede und Lehmann finanziert. Keine guten Spieler? Der Löwenanteil ging für Salou raus, welcher unter anderem im DFB-Pokal gegen Schalke einen wichtigen Treffer erzielte und einen guten Teil seiner Ablöse wieder reinbrachte und vom Gehalt her immer noch günstiger war als die Spieler, die 3-4 Jahre vorher auf dem Platz standen.
Das Barbarez in Dortmund nix wurde können sich auch die Fans zu einem guten Teil selbst auf die Kappe schreiben.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
gut! ist von belang. sehe ich jedenfalls ein, dass zur TP die finanzielle seite gehört und das ich mich unbedacht äußerte. "herausragend" ist nun auch schon x-fach zurückgenommen.
erkennst du denn mittlerweile, dass sich der sportliche aspekt in der TP enorm verschob?
Selbstverständlich erkenne ich das. Habe ich im übrigen mehrfach erklärt, dass die sportliche Leistungsfähigkeit sank zugunsten einer Kostenreduktion, der man nicht mehr ausweichen konnte.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
nichtsdestoweniger wäre ich mit deinem obigen abschnitt (gequirlte scheiße/überteuerte zahlungen) vorsichtig. wenn man regelmäßig um die cl spielt scheint das doch garnicht so schädigend zu sein. wirf mal einen blick nach barcelona. wird dort gegenwertig vereinsschädigung betrieben?
Du willst doch nicht allen Ernstes einen Verein, der mehr als sechsfache am Umsatz macht als der BVB in den 90ern, stark auf die Jugend setzt, ein vielfaches an Ablösesummen kassiert und trotzdem mit einem Schuldenberg umgehen muss, mit dem BVB von 1997 vergleichen? Also bitte, jetzt wirds aber extrem abenteuerlich. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der BVB in einem Jahr, in dem man die CL gewann, einen finanziellen Verlust hinnehmen musste. Das ist NICHT dauerhaft kompensierbar gewesen.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
meinem dafürhalten nach NICHT und das liegt woran: man kauft zu 85% excellent (SPORTLICH) ein und das ist eber der kleine aber feine (oder sehr große) unterschied.
Nope, der Unterschied ist das Bedienen von (achtung, es kommt schon wieder!) laufenden Kosten. Das Verhältnis besagter Kosten zum Umsatz war höher, als das vom Barca heute. Der BVB hatte 1997 nur einen Bruchteil an Umsatz gehabt, die CL brachte deutlich weniger ein, die eingenommen Ablösen waren viel geringer. Das ist nicht mit Barca zu vergleichen, das darf man gar nicht mit Barca vergleichen wenn man sich nicht aus der Diskussion disqualifizieren will.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ist richtig. fehler war aber eben der wechsel in der transferpolitik (sportlich).
Es war kein Fehler. Wie kann es ein Fehler sein, wenn es keine andere Alternative gibt? Kein Bares, nix auf der Bank, Kreditlimit ausgereizt, Bilanzloch etc. Von nix kommt nix. Entsprechend holte man ablösefreie Spieler.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
dadurch blieb erfolg zu refinanzierung aus und substanz war in den büchern (wegen lächerlich schlechter transfers) auch keine.
Nochmal: WELCHE Refinanzierung? Der BVB hatte all die Jahre zuvor schon kaum etwas refinanziert, jährlich wurden Verluste eingefahren, die mit Luftbuchungen in der Bilanz geschönt wurden, das Jahr des CL-Siegs war ein finanzielles Desaster. Wie soll da ein NOCH teurerer Kader das Ganze refinanzieren? Erklär es mir, ich will das wissen. Das ist pure Traumtänzerei deinerseits.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
es bringt uns doch beiden aber nichts hier ständig parallel aneinander vorbei zu argumentieren. ich betrachte niebaum eben zweigeteilt.
Nur das du dabei einer Traumtänzerei unterliegst, in der dieses finanzielle Harakiri noch in irgendeiner Form hätte gutgehen können, wenn man die Karre noch mehr gegen die Wand gefahren hätte.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
wohingegen ich seine politik bis 97 als nicht grundsätzlich vereinsschädigend ansehe, sondern erst von da an, siehst du das komplett anders. für dich war niebaum seit amtsantritt vereinsschädigend. lass uns konstatieren, dass wir nicht auf einen nenner kommen werden...
In der Tat werden wir da auf kenien gemeinsamen Nenner kommen, dazu sprechen die Fakten viel zu sehr gegen deine obskuren Theorien.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Es war nicht immer die Möglichkeit vorhanden Spieler zu erwerben, zumindest war es nicht möglich mit einem Transferminus zu leben. 2 Jahre lang hatte man nach dem CL-Sieg Spieler verkauft, entweder um rückwirkend eine Bilanz zu schönigen (Riedle), oder um eine aktuelle zu schönen (Heinrich). Es wurde erst wieder Geld in die Hand (99/00) genommen, als der Börsengang in greifbarer Nähe war.
ikpeba, bobic, herrlich, salou, barbarez usw.usf.
geld trieb er immer iwie iwo auf. ich habs nie gutgeheißen sondern mich lediglich gewundert, wieso er dies in so merkwürdiges teilweise unnötiges personal steckte...
Herrlich kam im Sommer 1995, Salou wurde durch den Heinrich-Transfer finanziert (bis zum Winter hatte man noch ein Transferplus von fast 5 Millionen), die drei anderen Spieler kamen 99/00. Und was war, neben dem Fastabstieg, das Besondere an dieser Saison? Richtig, der Börsengang. Also kaum verwunderlich das Ikpeba, Bobic und Barbarez finanziert werden konnten, wobei letzterer ziemlich günstig war.
Zitat von DerFortune:
Die Transferpolitik hatte sich im übrigen kaum verändert. Die Zahlen wurden lediglich größer, so wie sie in ganz Europa größer wurden. Der Umsatz 2002 war größer als der Umsatz 1995. Dennoch hatten die Ablösesummen und Gehälter beider Jahre eines gleich: Im Vergleich zum Umsatz waren die genannten Aufwendungen viel zu hoch.
die transferpolitik änderte sich grundsätzlich: zum x-ten mal, vorher (97) überwiegend gute spieler, die ins damalige 352 passten, später überwiegend blödsinn. wenn du da keinen unterschied identifizieren kannst, sollten wir die debatte doch einstellen, nicht wahr...
Dir ist aber schon klar, das gesondert die Jahre 1995 und davor sowie 2002 angesprochen wurden? Wenn du dies nicht erkennen kannst, dann sollte man die Debatte in der Tat einstellen.
Es wurden teure Spieler auf Pump finanziert, um kurzfristig Erfolg zu sichern. Da waren 95 wie 02 gute bis sehr gute Spieler dabei. 02 waren sie noch teurer, dafür war 02 der Umsatz größer. Entsprechend ging es um die Relation Kosten - Erlöse. Ist nicht wirklich schwer zu verstehen, oder?
Zitat von Box2Box_Playmaker:
Zitat von DerFortune:
Mich beschleicht allerdings immer noch das Gefühl, das DU nicht verstanden hast, worum es mir ginge, als ich deine abenteuerlichen Bezeichnungen und Behauptungen kommentiert habe. Es macht nicht sonderlich viel her, wenn man den Anschein erwecken würde, dass andere nicht verstehen würden, was man mit einem Thema bezwecken würde, wenn man selbst mit einem Brett vorm Kopf rumläuft.
DU pickst dir aus meinen sehr niebaumkritischen beitrag das wort "herausragend" raus, schreibst zig zeilen über niebaums sonderbarer finanzploitik (wo wir zu 90% eh d´accord sind), ohne auf die kernfrage einzugehen: wieso fing er plötzlich an mehr risiko für gurkigere spieler zu gehen?
mehr noch: DU erkennst ja nicht mal, dass die spieler gurkiger wurden...
wer hat das brett vorm kopf? ich wäre für eine umfrage...
Au ja, ich wäre auch für die Umfrage. So oft wie ich dir die Antwort auf deine Kernfrage schon gegeben habe, muss ich mich mittlerweile fragen, ob du 'ne ganze Holzfabrik vorm Kopp hast.
Ich wollte auf eine Behauptung deinerseits eingehen, dies habe ich getan. Ich brauche mich kaum dafür rechtfertigen, dass ich deinen Unsinn richtigstelle, insbesondere nicht auf einer Diskussionsplattform. Wenn du ein Problem damit hast, dass Leute einen gegenteiligen Standpunkt einnehmen und dies tatsächlich auch noch argumentativ untermauern können, dann bist du hier falsch.
Zitat von Box2Box_Playmaker:
ich wollte eigentlich nur mal meine kerfrage zur diskussion stellen und erfahren, welche erklärungsansätze die übrigen interessierten user dazu so haben.
ciao
Ich habe dir jetzt ca. 12 Mal eine Antwort auf deine Kernfrage gegeben, obwohl du bei dieser Kernfrage komplett die damaligen Gegebenheiten ignorierst und von einer Refinanzierung träumst, wo keine möglich war. Ablösesummen für Spieler wollen bezahlt werden, dies ging nicht. Da könntest du auch verlangen, dass ein Mensch aus dem Stand 5 Meter hochspringt.
28.07.2012 - 20:22 Uhr
Zitat von Skeletor:
Zitat von Conicu:
Zitat von Skeletor:
Zitat von Conicu:
Zitat von Skeletor:
War der BVB verschuldet 1994?
Ich beziehe mich auf 1987, kaum war die erste Krise abgefangen, es waren noch keine Erfolge da wurde damals das Talent Möller für damals viel Geld geholt.
Ach das war jetzt auch noch falsch?
Möller hat sich bei uns super entwickelt und ich weiß nicht ob der Pokalsieg 1989 ohne ihn möglich gewesen wäre.
Es war nicht falsch. Nur in diesem Zeitpunkt einfach ein viel zu hohes Risiko. Wenn Möller geflopt wäre und man ohne Erfolg so weitergewirtschaftet hätte, wäre man wieder wirtschaftlich und sportlich unten gewesen.
Er ging oft ins Risiko, das stimmt.
Aber es hat sich bis zum Cl Sieg immer ausgezahlt.
Ich weiß gar nicht wie alt du bist, aber vielleicht sehe ich es auch aus einer anderen Perspektive heraus.
Ich bin genau zu dem Zeitpunkt BVB Fan geworden als Niebaum bei uns als Präsident übernahm. Er war also die ersten 20 Jahre meines BVB Fan daseins der Präsident.
Und wenn du Fan von einem Verein wirst, der verschuldet ist und gegen Fortuna Köln in der Relegation um den Klassenerhalt in der 1. Liga spielt, und dann die Entwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzenten erlebst dann warst du diesem Mann einfach unbeschreibbar dankbar, was er möglich gemacht hat.
Das hat ja alles meine Erwartungen als Fan um ein vielfaches übertroffen.
Ich hatte mich damals einfach in den Namen Borussia Dortmund, den schwarz-gelben Triktos, dem wunderschönen Stadion und den tollen Fans verliebt.
Und ich wußte das Dortmund in der Region ist wo ich wohnte.
Ich hatte mir nicht den erfolgreichsten Verein ausgesucht.
Man kann es nicht in Worte fassen was er für den BVB geleistet hat. Umso bittere dann das Ende.
Ich weiß noch als er unter Tränen seinen Abschied verkündete. Viele haben ihn das auch noch negativ als Selbstmitleid ausgelegt, aber für mich war das auch ein emotianaler Moment, weil ich weiß wieviel ihm an diesem Verein lag und was das für ein bitterer Abgang ist, wo all seine Erfolge einfach beiseite gelegt und vom Finanzchaos überschattet wurden.
Er wurde ja regelrecht gehasst von den meisten Fans.
Dürfte tatsächlich so eine Generationsgeschichte sein. Wenn ich daran denke was Herr Niebaum mir für eine geile Jugend beschert hat. Die erste Meisterschaft nach X Jahrzehnten... Die ganze Stadt Schwarz-Gelb, überall Freudentränen und tagelange Feierei. Ich hab viele gesehen die hemmungslos geheult haben. Unbeschreiblicher Ausnahmezustand, dann die zweite Meisterschaft, die unzähligen geilen Duelle im Uefa-Cup gegen Glasgow, Auxerre, AS Rom, Finale gegen Juve, etc.. Was waren das noch für echte epische Schlachten. Dann der Champions League Sieg. Ich war auf dem Friedensplatz und werde diese Nacht der Nächte mein Leben lang nicht vergessen. Weltpokal... Die CL Spiele gegen Real, ManU, Juve, Milan, Ajax... Mein Gott was habe ich alles Feiern dürfen. Daher fällt es mir auch schwer Gerd Niebaum so einfach mal zu verteufeln. Das einzige was irgendwie nicht mehr so emotional war, war die Meisterschaft 2002. Mit Amoroso und co. wurde das ganze langsam Pervers.
Ich weiß das Niebaum fast den kompletten Verein aus eigener Schuld zerstört hätte, aber für mich steht er auch für die geilste Zeit, als die legendäre Südtribüne noch das geilste überhaupt war (mit heute garnicht mehr zu vergleichen), und man mit 42.000 eingefleischten gesungen hat. Für uns Dortmunder war das damals wie im Traum, von der grauen Maus zum Superstar. Das hätte es alles ohne Niebaum garantiert nie gegeben. Und auf vieles davon ( Stadion, Meisterschaften und CL Sieg) basiert heute der Bekanntheitsgrad des BVB ohne das vieles heute nicht mehr so schnell möglich wäre. Erst dadurch spricht man überhaupt von einem großen Club Borussia Dortmund, und das Weltweit.
Zitat von Conicu:
Zitat von Skeletor:
Zitat von Conicu:
Zitat von Skeletor:
War der BVB verschuldet 1994?
Ich beziehe mich auf 1987, kaum war die erste Krise abgefangen, es waren noch keine Erfolge da wurde damals das Talent Möller für damals viel Geld geholt.
Ach das war jetzt auch noch falsch?
Möller hat sich bei uns super entwickelt und ich weiß nicht ob der Pokalsieg 1989 ohne ihn möglich gewesen wäre.
Es war nicht falsch. Nur in diesem Zeitpunkt einfach ein viel zu hohes Risiko. Wenn Möller geflopt wäre und man ohne Erfolg so weitergewirtschaftet hätte, wäre man wieder wirtschaftlich und sportlich unten gewesen.
Er ging oft ins Risiko, das stimmt.
Aber es hat sich bis zum Cl Sieg immer ausgezahlt.
Ich weiß gar nicht wie alt du bist, aber vielleicht sehe ich es auch aus einer anderen Perspektive heraus.
Ich bin genau zu dem Zeitpunkt BVB Fan geworden als Niebaum bei uns als Präsident übernahm. Er war also die ersten 20 Jahre meines BVB Fan daseins der Präsident.
Und wenn du Fan von einem Verein wirst, der verschuldet ist und gegen Fortuna Köln in der Relegation um den Klassenerhalt in der 1. Liga spielt, und dann die Entwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzenten erlebst dann warst du diesem Mann einfach unbeschreibbar dankbar, was er möglich gemacht hat.
Das hat ja alles meine Erwartungen als Fan um ein vielfaches übertroffen.
Ich hatte mich damals einfach in den Namen Borussia Dortmund, den schwarz-gelben Triktos, dem wunderschönen Stadion und den tollen Fans verliebt.
Und ich wußte das Dortmund in der Region ist wo ich wohnte.
Ich hatte mir nicht den erfolgreichsten Verein ausgesucht.
Man kann es nicht in Worte fassen was er für den BVB geleistet hat. Umso bittere dann das Ende.
Ich weiß noch als er unter Tränen seinen Abschied verkündete. Viele haben ihn das auch noch negativ als Selbstmitleid ausgelegt, aber für mich war das auch ein emotianaler Moment, weil ich weiß wieviel ihm an diesem Verein lag und was das für ein bitterer Abgang ist, wo all seine Erfolge einfach beiseite gelegt und vom Finanzchaos überschattet wurden.
Er wurde ja regelrecht gehasst von den meisten Fans.
Dürfte tatsächlich so eine Generationsgeschichte sein. Wenn ich daran denke was Herr Niebaum mir für eine geile Jugend beschert hat. Die erste Meisterschaft nach X Jahrzehnten... Die ganze Stadt Schwarz-Gelb, überall Freudentränen und tagelange Feierei. Ich hab viele gesehen die hemmungslos geheult haben. Unbeschreiblicher Ausnahmezustand, dann die zweite Meisterschaft, die unzähligen geilen Duelle im Uefa-Cup gegen Glasgow, Auxerre, AS Rom, Finale gegen Juve, etc.. Was waren das noch für echte epische Schlachten. Dann der Champions League Sieg. Ich war auf dem Friedensplatz und werde diese Nacht der Nächte mein Leben lang nicht vergessen. Weltpokal... Die CL Spiele gegen Real, ManU, Juve, Milan, Ajax... Mein Gott was habe ich alles Feiern dürfen. Daher fällt es mir auch schwer Gerd Niebaum so einfach mal zu verteufeln. Das einzige was irgendwie nicht mehr so emotional war, war die Meisterschaft 2002. Mit Amoroso und co. wurde das ganze langsam Pervers.
Ich weiß das Niebaum fast den kompletten Verein aus eigener Schuld zerstört hätte, aber für mich steht er auch für die geilste Zeit, als die legendäre Südtribüne noch das geilste überhaupt war (mit heute garnicht mehr zu vergleichen), und man mit 42.000 eingefleischten gesungen hat. Für uns Dortmunder war das damals wie im Traum, von der grauen Maus zum Superstar. Das hätte es alles ohne Niebaum garantiert nie gegeben. Und auf vieles davon ( Stadion, Meisterschaften und CL Sieg) basiert heute der Bekanntheitsgrad des BVB ohne das vieles heute nicht mehr so schnell möglich wäre. Erst dadurch spricht man überhaupt von einem großen Club Borussia Dortmund, und das Weltweit.
29.07.2012 - 12:16 Uhr
Zitat von Manni78:
Zitat von Skeletor:
Zitat von M_V_P:
Zitat von Skeletor:
Zitat von Bowoiser:
Der Zweck heiligt aber noch lange nicht die Mittel. Die Gegenwart ist nun mal das Produkt der Geschichte, dass ist ja in erster Linie nichts besonderes. Eine erfolgreiche Gegenwart ist aber noch lange kein Anlass, die Geschichte zu verklären. Wie gesagt, Kacke muss als Kacke benannt werden. Nur weil aus der Kacke morgen ein Baum gewachsen ist, war sie noch immer keine wohl duftende Blumenwiese.
Ja, das habe ich vorher aber auch schon gesagt.
Die Fehler die zum Schluß gemacht wurden sieht sicherlich jeder BVB Fan und die wurden auch zu Recht deutlich und ausdauernd benannt.
Mir ging es eher darum es differenzierte zu betrachten.
Es war nunmal auch viel gutes, sehr gutes dabei unter Niebaum. Ob man ihn jetzt mag oder nicht.
Das er von Anfang an nur Blödsinn gemacht hat und alles halt nur viel später zusammenbrach, das sehe ich halt komplett anders.
Du glaubst also, dass es in Ordnung ist bzw. viel gutes gemacht wurde, wenn man im Jahr des größten sportlichen und damit einhergehend größten wirtschaftlichen Erfolg ein großes Minus fährt?
Wie erklärst du dir das? Natürlich waren das tolle Erfolge, emotionale Momente und schöne Feiern, aber sie bzw. ihre Finanzierung lieferten das Fundament unseres beinahe Ruins.
Die Ära Niebaum wird immer wieder auf den beinahe Bankrott reduziert, dass mag einerseits falsch sein, weil es auch andere Errungenschaften gab, die allerdings unzertrennbar mit der wirtschaftlichen Leichtsinnsfahrt zusammenhängen. Andererseits ist das naiv, weil sich so ein horrender Schuldenberg nicht innerhalb von 3,4 Jahren aufbaut, dass alles begann schon vor der ersten Meisterschaft. Ob sich das schon mit der Ernennung zum Präsidenten so abspielte kann wohl keiner beurteilen, auch wenn es möglich ist, da man gleich ordentlich Gas gegeben hat mit Möller, Rumenigge und Co. Aber spätestens Mitte der 90er war man dabei die Grenze zu überschreiten, sonst hätte man in der Zeit der größten Triumphe kein Minus gefahren.
Wie ich unten schon schrieb, ich denke die Gehaltsstruktur ist etwa saus dem Ruder gelaufen. Und der ganz große Teil sind halt die Finanzierungen des Ausbaus des Stadions. Da sind dreistellige Millionensummer geflossen. Dadurch ist der Großteil der Schulden entstanden.
Uns halt nicht das Land oder der Bund dabei unterstützt. Uns wurde kein Olympiastdaion mit 65.000 hingestellt.
Ich will die Aktionen zum Schluß von Niebaum gar nicht verharmlosen. Da ging einige in die Hose, unbestritten.
Zorc sagte mal er würde sich wünschen wenn man ihn nicht immer so schwarz/weiß betrachten würde. Nix anderes meine ich ja hier damit.
Niebaum hat großartiges geleistet seit seinem Antritt bis zu den Erfolgen 10 Jahre später.
Das sage ich so ohne Einschränkungen. Bis zum CL Sieg war das alles wunderbar verlaufen.
Wobei es während der Zeit der Meisterschaften vielleicht mit einigen Verlängerungen von Sammer, Reuter und Freund etwas anfing.
Aber da sollte man bei aller Klugscheisserei, auch von mir, sich in die Lage versetzen.
Denkt ihr es ist einfach einen verschuldeten Mittelmaßklub zum Meister und CL Sieger zu formen? Und dann ist es nochmal schwerer mit dem Erfolg umzugehen und den Verein oben zu halten.
Im Nachhinein kann man sicher sagen, hätten wir doch schon früher teure Spieler verkauft, als wir noch was dafür bekommen haben. Spätestens Amoroso und Rosicky nach der Meisterschaft. Aber selbst da wurde ja noch Frings dazugekauft.
Man wollte den Kader stark halten um weiter erfolgreich zu spielen und CL Einnahmen zu kassieren.
Ab dem dämlichen Unentschieden gegen Cottbus am letzten Speiltag lief allerdings auch alles gegen uns was gegen uns laufen konnte. Dazu der Einbruch des Transfermarktes...
Es sind ja komplexe Dinge, einen Verein oben zu halten. Es hat zum Schluß nicht hingehauen und man hatte zu hoch gepokert.
Wann es genau anfing ist schwer zu sagen, aber aus meiner Sicht war bis zum CL Sieg noch alles vertretbar.
Ich will das auch alles gar nicht nochmal aufrollen. Aber es gab auch damals schon Jahresbilanzen, die bei uns immer stimmten, und es gab auch nie Auflagen fon der DFL für uns.
Wirklich "kriminell" wurde es meiner Meinung nach nur durch die mehreren Ausbauphasen des Stadions.
Skeletor, ich stimme dir vollkommen zu.
Und wer weiss ob der BVB nicht in den 90ger Jahren in der 2ten Liga gespielt hätte ohne dem Mut zum Risiko. Es war für mich überschaubar damals bis das Wettbieten bei Vertragsverlängerungen von Sammer, Reuter und Freund gegen Bayern begann und den Vorwurf von Misswirtschaft musst du fast jedem Verein sonst machen weil alle etwas mehr Geld investieren. Stuttgart, Hamburg, Köln, .....
Köln ist da ein gutes Stichwort.....in den 80ger auf Augenhöhe mit dem BVB und jetzt wieder zweitklassig.
PS unter uns gesagt war 1986 Bayer Uerdingen dritter und Fortuna Köln fast in Liga 1.........
Ohne zu investieren kommt man da oben niemals etabliert hin, das sollte man doch wissen. Man muss immer ein Minus machen und hoffen das sich das Risiko gelohnt hat. Bei Niebaum ist der Plan aufgegangen. Schaut euch mal die krampfhaften Investitionen vom HSV oder von Schalke an. Was kam dabei raus ? Nichts. Bei Niebaum kamen Meisterschaften, CL Sieg und Weltpokal dabei rum. Es hat funktioniert. Verhoben hat er sich endgültig mit dem Stadionausbau und der neuen Geschäftsstelle. Und natürlich durch das Wettbieten mit Bayern München und andere eurpäischen Topclubs. (bestes Beispiel Kehl, Handgelder). Die ewige Posse um Marcio Amoroso (der übrigens damals schwer verletzt gekauft wurde). Kurzum, leider ist Niebaum abgehoben, aber er ist bis heute der einzige der diesen Sprung geschafft hat, und nur durch letztlichen Größenwahn gescheitert ist.
Muss man Niebaum heute verachten ? Ja natürlich. Er hat den ganzen Verein aufs Spiel gesetzt.
Wo wäre der BVB heute ohne Niebaums Risikoplan ? Das ist die interessante Frage dabei, ich denke wir wären auf einem Level mit dem 1.FC Köln. Dabei gibt es aber massig Faktoren die man berücksichtigen muss. Wäre ein Klopp zu einem BVB ohne dieses riesige Stadion und ohne diese große Historie aus den 90ern gewechselt ? Etliche Spieler hätten sich niemals für Dortmund entschieden. Etliche Sponsoren des letzten Jahrzehnts (die kräftig beim entschulden geholfen haben) wären wohl bei anderen Vereinen gelandet.
Man muss mal sehen das trotz des Standings mit dem größten Stadion, den CL Sieger Stempel und den legendären Nationalspielern wie Kohler, Sammer, Möller, Riedle etc. der Verein bei Erfolglosigkeit schon schlecht da stand. Etliche Spieler wie Schlaudraff oder Eggimann haben sich gegen Dortmund und für H96 entschieden wegen der besseren Perspektive... Ein Trainer wie Thomas von Heesen hatte kein Bock auf Borussia Dortmund... Das ist alles noch nicht sehr lange her. Man stelle sich mal unseren Stellenwert damals ohne das Image des schlafenden Riesen, ehemaligen Top Club Europas vor. Wenn Niebaum nicht gewesen wäre würden wir höchstwahrscheinlich den jetzigen Höhenflug nicht erleben, geschweige denn überhaupt mal einen Meistertitel.
Da finde ich es nicht verwerflich trotz aller negativen Geschehnisse dem Mann ein Fünkchen dankbar zu sein. Das was heute passiert ist keine Selbstverständlichkeit.
Zitat von Skeletor:
Zitat von M_V_P:
Zitat von Skeletor:
Zitat von Bowoiser:
Der Zweck heiligt aber noch lange nicht die Mittel. Die Gegenwart ist nun mal das Produkt der Geschichte, dass ist ja in erster Linie nichts besonderes. Eine erfolgreiche Gegenwart ist aber noch lange kein Anlass, die Geschichte zu verklären. Wie gesagt, Kacke muss als Kacke benannt werden. Nur weil aus der Kacke morgen ein Baum gewachsen ist, war sie noch immer keine wohl duftende Blumenwiese.
Ja, das habe ich vorher aber auch schon gesagt.
Die Fehler die zum Schluß gemacht wurden sieht sicherlich jeder BVB Fan und die wurden auch zu Recht deutlich und ausdauernd benannt.
Mir ging es eher darum es differenzierte zu betrachten.
Es war nunmal auch viel gutes, sehr gutes dabei unter Niebaum. Ob man ihn jetzt mag oder nicht.
Das er von Anfang an nur Blödsinn gemacht hat und alles halt nur viel später zusammenbrach, das sehe ich halt komplett anders.
Du glaubst also, dass es in Ordnung ist bzw. viel gutes gemacht wurde, wenn man im Jahr des größten sportlichen und damit einhergehend größten wirtschaftlichen Erfolg ein großes Minus fährt?
Wie erklärst du dir das? Natürlich waren das tolle Erfolge, emotionale Momente und schöne Feiern, aber sie bzw. ihre Finanzierung lieferten das Fundament unseres beinahe Ruins.
Die Ära Niebaum wird immer wieder auf den beinahe Bankrott reduziert, dass mag einerseits falsch sein, weil es auch andere Errungenschaften gab, die allerdings unzertrennbar mit der wirtschaftlichen Leichtsinnsfahrt zusammenhängen. Andererseits ist das naiv, weil sich so ein horrender Schuldenberg nicht innerhalb von 3,4 Jahren aufbaut, dass alles begann schon vor der ersten Meisterschaft. Ob sich das schon mit der Ernennung zum Präsidenten so abspielte kann wohl keiner beurteilen, auch wenn es möglich ist, da man gleich ordentlich Gas gegeben hat mit Möller, Rumenigge und Co. Aber spätestens Mitte der 90er war man dabei die Grenze zu überschreiten, sonst hätte man in der Zeit der größten Triumphe kein Minus gefahren.
Wie ich unten schon schrieb, ich denke die Gehaltsstruktur ist etwa saus dem Ruder gelaufen. Und der ganz große Teil sind halt die Finanzierungen des Ausbaus des Stadions. Da sind dreistellige Millionensummer geflossen. Dadurch ist der Großteil der Schulden entstanden.
Uns halt nicht das Land oder der Bund dabei unterstützt. Uns wurde kein Olympiastdaion mit 65.000 hingestellt.
Ich will die Aktionen zum Schluß von Niebaum gar nicht verharmlosen. Da ging einige in die Hose, unbestritten.
Zorc sagte mal er würde sich wünschen wenn man ihn nicht immer so schwarz/weiß betrachten würde. Nix anderes meine ich ja hier damit.
Niebaum hat großartiges geleistet seit seinem Antritt bis zu den Erfolgen 10 Jahre später.
Das sage ich so ohne Einschränkungen. Bis zum CL Sieg war das alles wunderbar verlaufen.
Wobei es während der Zeit der Meisterschaften vielleicht mit einigen Verlängerungen von Sammer, Reuter und Freund etwas anfing.
Aber da sollte man bei aller Klugscheisserei, auch von mir, sich in die Lage versetzen.
Denkt ihr es ist einfach einen verschuldeten Mittelmaßklub zum Meister und CL Sieger zu formen? Und dann ist es nochmal schwerer mit dem Erfolg umzugehen und den Verein oben zu halten.
Im Nachhinein kann man sicher sagen, hätten wir doch schon früher teure Spieler verkauft, als wir noch was dafür bekommen haben. Spätestens Amoroso und Rosicky nach der Meisterschaft. Aber selbst da wurde ja noch Frings dazugekauft.
Man wollte den Kader stark halten um weiter erfolgreich zu spielen und CL Einnahmen zu kassieren.
Ab dem dämlichen Unentschieden gegen Cottbus am letzten Speiltag lief allerdings auch alles gegen uns was gegen uns laufen konnte. Dazu der Einbruch des Transfermarktes...
Es sind ja komplexe Dinge, einen Verein oben zu halten. Es hat zum Schluß nicht hingehauen und man hatte zu hoch gepokert.
Wann es genau anfing ist schwer zu sagen, aber aus meiner Sicht war bis zum CL Sieg noch alles vertretbar.
Ich will das auch alles gar nicht nochmal aufrollen. Aber es gab auch damals schon Jahresbilanzen, die bei uns immer stimmten, und es gab auch nie Auflagen fon der DFL für uns.
Wirklich "kriminell" wurde es meiner Meinung nach nur durch die mehreren Ausbauphasen des Stadions.
Skeletor, ich stimme dir vollkommen zu.
Und wer weiss ob der BVB nicht in den 90ger Jahren in der 2ten Liga gespielt hätte ohne dem Mut zum Risiko. Es war für mich überschaubar damals bis das Wettbieten bei Vertragsverlängerungen von Sammer, Reuter und Freund gegen Bayern begann und den Vorwurf von Misswirtschaft musst du fast jedem Verein sonst machen weil alle etwas mehr Geld investieren. Stuttgart, Hamburg, Köln, .....
Köln ist da ein gutes Stichwort.....in den 80ger auf Augenhöhe mit dem BVB und jetzt wieder zweitklassig.
PS unter uns gesagt war 1986 Bayer Uerdingen dritter und Fortuna Köln fast in Liga 1.........
Ohne zu investieren kommt man da oben niemals etabliert hin, das sollte man doch wissen. Man muss immer ein Minus machen und hoffen das sich das Risiko gelohnt hat. Bei Niebaum ist der Plan aufgegangen. Schaut euch mal die krampfhaften Investitionen vom HSV oder von Schalke an. Was kam dabei raus ? Nichts. Bei Niebaum kamen Meisterschaften, CL Sieg und Weltpokal dabei rum. Es hat funktioniert. Verhoben hat er sich endgültig mit dem Stadionausbau und der neuen Geschäftsstelle. Und natürlich durch das Wettbieten mit Bayern München und andere eurpäischen Topclubs. (bestes Beispiel Kehl, Handgelder). Die ewige Posse um Marcio Amoroso (der übrigens damals schwer verletzt gekauft wurde). Kurzum, leider ist Niebaum abgehoben, aber er ist bis heute der einzige der diesen Sprung geschafft hat, und nur durch letztlichen Größenwahn gescheitert ist.
Muss man Niebaum heute verachten ? Ja natürlich. Er hat den ganzen Verein aufs Spiel gesetzt.
Wo wäre der BVB heute ohne Niebaums Risikoplan ? Das ist die interessante Frage dabei, ich denke wir wären auf einem Level mit dem 1.FC Köln. Dabei gibt es aber massig Faktoren die man berücksichtigen muss. Wäre ein Klopp zu einem BVB ohne dieses riesige Stadion und ohne diese große Historie aus den 90ern gewechselt ? Etliche Spieler hätten sich niemals für Dortmund entschieden. Etliche Sponsoren des letzten Jahrzehnts (die kräftig beim entschulden geholfen haben) wären wohl bei anderen Vereinen gelandet.
Man muss mal sehen das trotz des Standings mit dem größten Stadion, den CL Sieger Stempel und den legendären Nationalspielern wie Kohler, Sammer, Möller, Riedle etc. der Verein bei Erfolglosigkeit schon schlecht da stand. Etliche Spieler wie Schlaudraff oder Eggimann haben sich gegen Dortmund und für H96 entschieden wegen der besseren Perspektive... Ein Trainer wie Thomas von Heesen hatte kein Bock auf Borussia Dortmund... Das ist alles noch nicht sehr lange her. Man stelle sich mal unseren Stellenwert damals ohne das Image des schlafenden Riesen, ehemaligen Top Club Europas vor. Wenn Niebaum nicht gewesen wäre würden wir höchstwahrscheinlich den jetzigen Höhenflug nicht erleben, geschweige denn überhaupt mal einen Meistertitel.
Da finde ich es nicht verwerflich trotz aller negativen Geschehnisse dem Mann ein Fünkchen dankbar zu sein. Das was heute passiert ist keine Selbstverständlichkeit.
14.03.2015 - 02:31 Uhr
Quelle: schwatzgelb.de
Vergiss niemals, wo du herkommst. Am Samstag jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem der BVB vor dem finanziellen Aus stand und gerettet wurde. Grund genug für ein erneutes Gedenken an diesen Tag und eine Neuauflage der damaligen Fan-Demonstration.
Der wichtigste Tag der Vereinsgeschichte jährt sich heute zum 10. mal. Aus diesem Anlass gibt es morgen vor dem Spiel eine Neuauflage der Fan-Demo von vor 10 Jahren. Es ist immer noch der Wahnsinn, was wir bis jetzt seit diesem Tag erreicht haben.
Hier nochmal ein Rückblick:
https://www.youtube.com/watch?v=aPeQN37eGKg
Reinhard Rauball: "Das war das schwerste Auswärtsspiel seit der Relegation 1986. Ich möchte so einen Tag nicht noch einmal erleben."
Dieser Beitrag wurde zuletzt von PreussenDortmund am 14.03.2015 um 02:31 Uhr bearbeitet
01.05.2017 - 08:06 Uhr
Anhand meines Nicks erkennt ihr, das ich schon eine lange Zeit Fan vom BvB bin. Da es ja in diesem Blog um die Geschichte geht, möchte ich gerne eines meiner Erlebnisse mit dem BvB mit euch teilen.
Es geht dabei um, aus meiner Sicht, das wichtigste Tor überhaupt, welches seit dem Wiederaufstieg 1976 in der Bundesliga erzielt wurde. Es gab unbestritten viele wichtige Tore - aber der Name des Schützen meines "Jahrhundert Tores" ist mit verlaub nicht Lars Ricken. Der Schütze meines Jahrhundert Tores hat es Lars erst ermöglicht, diesen - seinen - Treffer in jener Sommernacht in München zu erzielen.
Der Name meines Jahrhundert-Torschützen lautet - JÜRGEN WEGMANN -die Kobra!
Es war sein letztes Spiel für den BvB - er verließ den Verein nach der Saison Richtung "Stadtteil von GE".
Wir spielten eine grandiose Saison und landeten dann am Ende mit Dusel noch auf dem Relegationsplatz. Wir trafen auf Fortuna Köln - Hinspiel im Müngersdorfer Stadion - und verloren dort ziemlich glatt mit 2:0.
Nun kam das Rückspiel. Den Begriff Dauerkarte kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Man war es gewohnt - es klingt nun komisch, war damals aber durchaus üblich - sich seine Karte vor dem Spiel an der Stadionkasse zu kaufen.
Ich war mit meiner damaligen Freundin angereist und ich war optimistisch - das Ding noch umzubiegen. Ihr war es egal - sie interssierte sich nicht für Fußball aber sie war meine Freundin und musste mit!
Aber als das Spiel dann lief, wich mein Optimismus mit jeder Minute des Spiels und machte Platz für einen Mix aus Hoffnungslosigkeit/Ratlosigkeit und einen gewaltigen Schuss Panik.
Wir spielten nicht schlecht - aber leider spielte einer noch besser - Jacek Jarecki! Jacek wer?? Dieser Jacek Jarecki war seinerzeit Torwart bei Fortuna Köln und besaß an diesem Nachmittag gefühlt 20 Hände. Jede Chance - Jacek hielt. Ich schreibe das aus der Erinnerung - aber ich empfinde es noch heute so - er schien unüberwindbar (ich bin mir jetzt sicher, er hatte 22Hände)! Um das "Glück" perfekt zu machen, schaffte es Fortuna sogar in Führung zu gehen, so daß es zur Halbzeit 0:1 stand.
Und was war mit mir? Ich kann es euch sagen - ich war am heulen und wollte nur noch weg! 0:1 - wie sollten wir es schaffen gegen diesen Jacek Jarecki überhaupt ein Tor zu erzielen? Unmöglich! Ich wollte also so schnell wie möglich diesen Ort des Schreckens verlassen - aber meine Freundin nicht! Nicht, weil sie an den BvB so sehr glaubte - nein - ihr Grund war viel profaner - er lautete: Ich habe für 90 Minuten bezahlt - also bleiben wir!
Diese Logik - da steht mein Verein kurz vor dem Untergang und sie? DENKT ANS GELD!!!
Im Nachhinein sage ich - sie hatte Recht!
Was dann folgte war ein einziges Sturmlauf auf die Süd! Der BvB gegen Jacek! WIR alle gegen Jacek! DIE GANZE WELT GEGEN JACEK!
Und es geschah das unglaubliche - wir wendeten das eben noch Unvermeidbare ab und drehten das Spiel und Jürgen Wegmann war es vorbehalten, den entscheidenen Treffer zum 3:1 zu erzielen, gefühlt in der letzten Sekunde des Spiels. Dieser Urschrei der nun folgte - es war unglaublich! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was sich im Block für Szenen abspielten -diese Energie, die freigesetzt wurde durch dieses Tor - ich bekomme heute noch Tränen in die Augen, wenn ich mich an diesen Moment zurück erinnere. Das ist wirklich nicht mal im Ansatz zu vergleichen mit dem Tor von Lars - geschweige denn mit dem Tor von Felipe.
Aus - 3:1 - es war geschafft - die Entscheidung zumindest zu vertagen. Es musste ein 3. Spiel auf neutralem Boden stattfinden. Ey- momentmal - und was ist mit der Auswärtstorregel? Tja, liebe Jüngeren unter euch - diese Regel gab es zum damaligen Zeitpunkt zum Glück noch nicht.
Der Rest ist kurz erzählt - es ging nach D-Dorf (unter Protest der Kölner, da ihre halbe Mannschaft plötzlich krank war) und wir schossen sie mit 8:0 aus dem Stadion.
Daher ist mein Torschütze des Jahrhunderts ganz klar Jürgen Wegmann - denn ohne ihn hätten wahrscheinlich Spieler wie Dickel - Ricken - Felipe usw. niemals den Weg nach Dortmund gefunden.
Mit sportlichen Grüßen
Houseman
PS: Einer der Torschützen in diesem Spiel war ein Spieler Namens Zorc - dieser Michael Zorc ist für mich der Inbegriff eines Borussen - und begleitet meine Borussia gemeinsam mit mir seit mehr als 40 Jahre. Ok - er erst seit 1978 - aber es sei ihm verziehen
Es geht dabei um, aus meiner Sicht, das wichtigste Tor überhaupt, welches seit dem Wiederaufstieg 1976 in der Bundesliga erzielt wurde. Es gab unbestritten viele wichtige Tore - aber der Name des Schützen meines "Jahrhundert Tores" ist mit verlaub nicht Lars Ricken. Der Schütze meines Jahrhundert Tores hat es Lars erst ermöglicht, diesen - seinen - Treffer in jener Sommernacht in München zu erzielen.
Der Name meines Jahrhundert-Torschützen lautet - JÜRGEN WEGMANN -die Kobra!
Es war sein letztes Spiel für den BvB - er verließ den Verein nach der Saison Richtung "Stadtteil von GE".
Wir spielten eine grandiose Saison und landeten dann am Ende mit Dusel noch auf dem Relegationsplatz. Wir trafen auf Fortuna Köln - Hinspiel im Müngersdorfer Stadion - und verloren dort ziemlich glatt mit 2:0.
Nun kam das Rückspiel. Den Begriff Dauerkarte kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Man war es gewohnt - es klingt nun komisch, war damals aber durchaus üblich - sich seine Karte vor dem Spiel an der Stadionkasse zu kaufen.
Ich war mit meiner damaligen Freundin angereist und ich war optimistisch - das Ding noch umzubiegen. Ihr war es egal - sie interssierte sich nicht für Fußball aber sie war meine Freundin und musste mit!
Aber als das Spiel dann lief, wich mein Optimismus mit jeder Minute des Spiels und machte Platz für einen Mix aus Hoffnungslosigkeit/Ratlosigkeit und einen gewaltigen Schuss Panik.
Wir spielten nicht schlecht - aber leider spielte einer noch besser - Jacek Jarecki! Jacek wer?? Dieser Jacek Jarecki war seinerzeit Torwart bei Fortuna Köln und besaß an diesem Nachmittag gefühlt 20 Hände. Jede Chance - Jacek hielt. Ich schreibe das aus der Erinnerung - aber ich empfinde es noch heute so - er schien unüberwindbar (ich bin mir jetzt sicher, er hatte 22Hände)! Um das "Glück" perfekt zu machen, schaffte es Fortuna sogar in Führung zu gehen, so daß es zur Halbzeit 0:1 stand.
Und was war mit mir? Ich kann es euch sagen - ich war am heulen und wollte nur noch weg! 0:1 - wie sollten wir es schaffen gegen diesen Jacek Jarecki überhaupt ein Tor zu erzielen? Unmöglich! Ich wollte also so schnell wie möglich diesen Ort des Schreckens verlassen - aber meine Freundin nicht! Nicht, weil sie an den BvB so sehr glaubte - nein - ihr Grund war viel profaner - er lautete: Ich habe für 90 Minuten bezahlt - also bleiben wir!
Diese Logik - da steht mein Verein kurz vor dem Untergang und sie? DENKT ANS GELD!!!
Im Nachhinein sage ich - sie hatte Recht!
Was dann folgte war ein einziges Sturmlauf auf die Süd! Der BvB gegen Jacek! WIR alle gegen Jacek! DIE GANZE WELT GEGEN JACEK!
Und es geschah das unglaubliche - wir wendeten das eben noch Unvermeidbare ab und drehten das Spiel und Jürgen Wegmann war es vorbehalten, den entscheidenen Treffer zum 3:1 zu erzielen, gefühlt in der letzten Sekunde des Spiels. Dieser Urschrei der nun folgte - es war unglaublich! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was sich im Block für Szenen abspielten -diese Energie, die freigesetzt wurde durch dieses Tor - ich bekomme heute noch Tränen in die Augen, wenn ich mich an diesen Moment zurück erinnere. Das ist wirklich nicht mal im Ansatz zu vergleichen mit dem Tor von Lars - geschweige denn mit dem Tor von Felipe.
Aus - 3:1 - es war geschafft - die Entscheidung zumindest zu vertagen. Es musste ein 3. Spiel auf neutralem Boden stattfinden. Ey- momentmal - und was ist mit der Auswärtstorregel? Tja, liebe Jüngeren unter euch - diese Regel gab es zum damaligen Zeitpunkt zum Glück noch nicht.
Der Rest ist kurz erzählt - es ging nach D-Dorf (unter Protest der Kölner, da ihre halbe Mannschaft plötzlich krank war) und wir schossen sie mit 8:0 aus dem Stadion.
Daher ist mein Torschütze des Jahrhunderts ganz klar Jürgen Wegmann - denn ohne ihn hätten wahrscheinlich Spieler wie Dickel - Ricken - Felipe usw. niemals den Weg nach Dortmund gefunden.
Mit sportlichen Grüßen
Houseman
PS: Einer der Torschützen in diesem Spiel war ein Spieler Namens Zorc - dieser Michael Zorc ist für mich der Inbegriff eines Borussen - und begleitet meine Borussia gemeinsam mit mir seit mehr als 40 Jahre. Ok - er erst seit 1978 - aber es sei ihm verziehen
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BvB-since-1976 am 01.05.2017 um 08:08 Uhr bearbeitet
23.05.2018 - 10:49 Uhr
Heute vor...
... zehn Jahren: Jürgen Klopp wird als neuer Trainer bei Borussia Dortmund vorgestellt.
... drei Jahren: Jürgen Klopp bestreitet sein letztes Heimspiel als BVB-Trainer und gewinnt 3:2 gegen Werder Bremen.
Krass, dass das alles mittlerweile schon so lange her ist. Die Verabschiedung von Jürgen und auch Kehli damals kommt mir vor, als wäre es erst vor ein paar Wochen gewesen.
... zehn Jahren: Jürgen Klopp wird als neuer Trainer bei Borussia Dortmund vorgestellt.
... drei Jahren: Jürgen Klopp bestreitet sein letztes Heimspiel als BVB-Trainer und gewinnt 3:2 gegen Werder Bremen.
Krass, dass das alles mittlerweile schon so lange her ist. Die Verabschiedung von Jürgen und auch Kehli damals kommt mir vor, als wäre es erst vor ein paar Wochen gewesen.
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