Finanzprobleme der Proficlubs
Ist natürlich ein kleiner, aber feiner Unterschied, was die Verhandlungsposition am Transfermarkt angeht.
Der komplette Artikel hier:
http://www.lesechos.fr/journal20140430/lec1_france/0203469503634-impots-le-paiement-de-la-taxe-a-75-reporte-de-plusieurs-semaines-667920.php
http://www.unfp.org/a-la-une/article/valenciennes-en-national-25062014-8082.html
Valenciennes wird aufgrund des Insolvenzverfahrens automatisch in die National absteigen. Chateauroux bleibt stattdessen in der L2. Hart .. aber offenbar ist das in den Statuten so festgelegt.
Die DNCG treibt weiter ihr Unwesen. Diesmal hat es den RC Lens erwischt. Martel hat das heute in einer PK verkündet. Der Aufstieg in die L1 wurde ausgesetzt und Lens geht natürlich in Berufung.
Grund für den Ausschluss sollen wohl unzureichende finanzielle Sicherheiten sein. Im Detail ist wohl der Grund, dass eine Zahlung (10 Mio€) von Mammadov nicht rechtzeitig auf den Konten des RCL einging, weil in Aserbaidschan gestern ein Feiertag war 
Da lief laut Martel auch einiges in der Kommunikation zwischen DNCG und RCL schief.
Das Budget für die kommende Saison wurde auch mitgeteilt - 45 Mio €. Damit würde man sich schon in der oberen Hälfte der L1 einreihen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von steven0904 am 27.06.2014 um 13:53 Uhr bearbeitet Die AS Cannes geht nach der heutigen Entscheidung der DNCG in Konkurs. Man hat zwar in den letzten Wochen verzweifelt versucht ehemalige Spieler & Trainer zu einer finanziellen Spende zu überreden ... jedoch ohne Erfolg. Ein direkter Käufer für den Verein wurde auch nicht gefunden. Angeblich soll ein Schuldsumme von 2,2 Mio bei den Gläubigern offenstehen.
Irgendwie erscheint mir die Anzahl der Vereine mit finanziellen Schwierigkeiten in diesem Sommer in Frankreich exorbitant hoch.
Wie kommt es eigentlich, dass es den französchen Vereinen finanziell so schlecht geht ? Habe mal gelesen, dass die Fernsehrgelder der Ligue 1 höher sind als in der Bundesliga. Außerdem scheint die Auslandsvermarktung auch gut zu laufen, die Spiele werden in einigen Ländern übertragen. Aber wieso können Teams aus Frankreich keine teuren Einkäufe tätigen oder müssen häufig ihre besten Spieler abgeben ? Das hat was von der portugiesichen oder holländischen Liga.
Wie kommt es eigentlich, dass es den französchen Vereinen finanziell so schlecht geht ? Habe mal gelesen, dass die Fernsehrgelder der Ligue 1 höher sind als in der Bundesliga. Außerdem scheint die Auslandsvermarktung auch gut zu laufen, die Spiele werden in einigen Ländern übertragen. Aber wieso können Teams aus Frankreich keine teuren Einkäufe tätigen oder müssen häufig ihre besten Spieler abgeben ? Das hat was von der portugiesichen oder holländischen Liga.
Der dicke TV-Deal wurde erst für 2016-2020 abgeschlossen.
Ansonsten gibts viele Gründe für den Geldmangel
- Hohe Lohnnebenkosten in FRA
- mit Ausnahme von PSG hat kaum ein Verein ein PR/Marketing-Konzept
- unfähige Vereinsführungen en masse
- zum Teil sehr leere Stadien -> weniger Zuschauereinnahmen
- kaum Attraktivität für große Sponsorendeals ... stattdessen kleistert man die Trikots mit zig verschiedenen Sponsoren zu
Wie kommt es eigentlich, dass es den französchen Vereinen finanziell so schlecht geht ? Habe mal gelesen, dass die Fernsehrgelder der Ligue 1 höher sind als in der Bundesliga. Außerdem scheint die Auslandsvermarktung auch gut zu laufen, die Spiele werden in einigen Ländern übertragen. Aber wieso können Teams aus Frankreich keine teuren Einkäufe tätigen oder müssen häufig ihre besten Spieler abgeben ? Das hat was von der portugiesichen oder holländischen Liga.
Der dicke TV-Deal wurde erst für 2016-2020 abgeschlossen.
Ansonsten gibts viele Gründe für den Geldmangel
- Hohe Lohnnebenkosten in FRA
- mit Ausnahme von PSG hat kaum ein Verein ein PR/Marketing-Konzept
- unfähige Vereinsführungen en masse
- zum Teil sehr leere Stadien -> weniger Zuschauereinnahmen
- kaum Attraktivität für große Sponsorendeals ... stattdessen kleistert man die Trikots mit zig verschiedenen Sponsoren zu
Danke für die schnelle Antwort ! Wie schätzt du die Lage ab 2016 ein ? Sind die Franzosen dann in der Lage finanziell etwas mit den großen 4 Ligen mitzuhalten ?
Wie kommt es eigentlich, dass es den französchen Vereinen finanziell so schlecht geht ? Habe mal gelesen, dass die Fernsehrgelder der Ligue 1 höher sind als in der Bundesliga. Außerdem scheint die Auslandsvermarktung auch gut zu laufen, die Spiele werden in einigen Ländern übertragen. Aber wieso können Teams aus Frankreich keine teuren Einkäufe tätigen oder müssen häufig ihre besten Spieler abgeben ? Das hat was von der portugiesichen oder holländischen Liga.
Der dicke TV-Deal wurde erst für 2016-2020 abgeschlossen.
Ansonsten gibts viele Gründe für den Geldmangel
- Hohe Lohnnebenkosten in FRA
- mit Ausnahme von PSG hat kaum ein Verein ein PR/Marketing-Konzept
- unfähige Vereinsführungen en masse
- zum Teil sehr leere Stadien -> weniger Zuschauereinnahmen
- kaum Attraktivität für große Sponsorendeals ... stattdessen kleistert man die Trikots mit zig verschiedenen Sponsoren zu
Danke für die schnelle Antwort ! Wie schätzt du die Lage ab 2016 ein ? Sind die Franzosen dann in der Lage finanziell etwas mit den großen 4 Ligen mitzuhalten ?
Übermäßig viel sollte man sich auch von den verbesserten TV-Geldern nicht erhoffen. Schließlich werden die zusätzlichen knapp 100Mio € aufgrund der Zentralvermarktung auch auf die einzelnen Vereine aufgeteilt. Für die kleineren Vereine dürfte das reichen, um ihre Bilanzdefizite eher im Zaum zu halten, aber das alleine macht sie international nicht konkurrenzfähiger.
Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass bei der nächsten Verhandlung für 2020-2024 die Fernsehgelder knapper ausfallen.
Wichtiger wäre es von Grund auf konzeptioneller und strukturierter zu arbeiten. Das fängt beispielsweise beim Auslandsmarketing an und hört beim Verhandlungsgeschick auf dem Transfermarkt auf.
@Johnny_Truelove:
Ich glaube, da gibt es nicht nur einen Grund, sondern viele, die dann teils auch zusammenhängen. Lies dir mal diesen Thread durch, das gleicht schon einem Schreckensszenario.
Das fängt an bei strukturellen Dingen, die sich einfach nicht ändern lassen, wie etwa der geographischen Situation Frankreichs mit den großen Distanzen zwischen den Spielorten, die sich dann z.B. im vergleichsweise niedrigen Fanaufkommen niederschlagen. Da käme dann z.B. auch noch hinzu, dass Fußball in einigen Teilen nicht Sport Nr. 1 ist, sondern Rugby.
Und das sportliche Auftreten (Misserfolge in Europa, Mauerfußball), welches wiederum auch von den finanziellen Gegebenheiten abhängig ist, trägt auch noch mal dazu bei, dass die Fans wegbleiben. Spezifisch in den letzten Jahren mussten/wollten Vereine ja im Hinblick auf 2016 ihre Stadien aus-/umbauen, da konnte deshalb das Fassungsvermögen nicht ausgekostet werden (z.B. Marseille) oder durch Umzüge (mal sehen, wie es jetzt mit Lens wird) wurde die Kapazität verringert und die Anreise für die Fans möglicherweise teuer oder aufwändiger.
Im Kontext von der Stadionproblematik und dem Ausbau sieht man das ja auch anhand der enormen finanziellen Belastung. OL, das einen (guten) langfristigen Weg geht, und ein eigenes Stadion baut, ist dadurch momentan de facto finanziell gelähmt, kann keine Hochkaräter verpflichten und schreibt trotzdem noch jedes Jahr hohe Verluste. Normalerweise müsste man ja auch darauf angewiesen sein, Transfererlöse zu erzielen. Wenn man wie OL nicht aus einem Talentreservoir des Grande Lyon und der guten Nachwuchsarbeit zehren könnte, würde man sportlich im Mittelfeld spielen.
Andere Vereine haben sich mit den Stadien komplett übernommen. Le Mans ist mit seiner MMArena aufs Maul gefallen und von der Bildfläche verschwunden. In Marseille wird die Public-Private-Partnership mit einer Stadiongesellschaft und der Stadt dem Verein Mieten aufdrücken, die eigentlich nicht tragbar sind und im hohen einstelligen Millionenbereich. In Lille ist es mit dem Pierre-Mauroy glaube ich ähnlich und es ließen sich sicher noch mehr Beispiele finden (in BX wird auch gebaut, weiß gerade nicht, wie es da läuft).
Der nächste große Punkt aus dem Bereich "übernehmen" ist die katastrophale Misswirtschaft bei Vereinen mit CL-Anspruch bis ins Mittelfeld. Marseille, Lyon oder auch Bx und kurzzeitig mal Rennes haben enorme Summen in Ablösen und Gehälter investiert, was in keinem Bezug mehr zum Umsatz stand. Auf der einen Seite teure Spieler kaufen, auf der anderen junge, aufstrebende Spieler nicht fördern (Benatia, Aless') oder zu Spottpreisen über den Kanal (z.B.) ziehen lassen. Leute wie Wenger habe es auch geschaftt, dass mittlerweile flächendeckend Talente, teils sogar aus dem Bereich der pré-formation, auf die Insel gehen, und die Vereine da nicht angemessen entschädigt werden. In Frankreich gibt es meines Wissens noch die Übereinkunft, dass nicht gegenseitig abgeworben wird (was glaube ich bis auf wenige Ausnahmen auch eingehalten wird, bin mir aber auch nicht sicher). In der PL ist man sich natürlich selbst am Nächsten und holt dann z.B. einen Aliadière mal. Dass bei einigen Klubs eben nicht vernünftig auf Eigengewächse gesetzt wird, verstärlt den Abwanderungswillen noch.
Im Prinzip sieht es doch so aus: ein hoffnungsvolles Talent durchläuft die formation. Wenn es bei einem kleineren Verein ist, wird es nach der U19 schnell in den Profikader kommen, teils auch vorher. Nach 1-2 Profijahren wechselt es entweder für ganz wenig direkt ins Ausland oder für wenig (bis auf einige Ausnahmen) zu einem größeren Verein in Frankreich. Vom größeren Verein wechselt das Talent nach 1-2 weiteren Jahren entweder zu einem französischen Spitzenklub oder ins Ausland. Damit wandern künftige Topspieler bereits oft vor 25 ab, meistens sogar deutlich früher und es ist unmöglich von der jahrelangen Ausbildung wirklich zu profitieren. Es gibt natürlich auch genügend Ausnahmen, keine Frage (Hazard z.B.), aber es scheint zumindest so, dass es den Vereinen nicht gelingt, die Spieler in der Ligue 1 zu halten, bis sie im "Zenit" ihres Leistungsniveaus sind (im Gegensatz zur Buli z.B.).
Die Ausfälle an künftigen Topspielern und im Prinzip "heimischen" Publikumslieblingen wird dann mit möglichst günstigen Spielern aus bestimmten Märkten gefüllt, die sich dann auch noch oft in ihrer Spielweise ähneln. Man setzt auf Physis etc. gepaart mit einer Einstellung à la "Unentschieden reicht" und das macht es dann natürlich noch mal schwieriger, interessante Spieler anzulocken. OM ist z.B. mittlerweile nicht mehr in der Lage hoffnungsvolle spanische Talente à la Manquillo anzulocken, früher ging das insgesamt auch dadurch besser, weil hohe Gehälter gezahlt wurden.
Wie gesagt, da greifen ganz viele Gründe ineinander, paar strukturelle, die meisten aber selbstverschuldet. Habe jetzt auch nur einige erwähnt, aber reicht auch erstmal 
(In der Zwischenzeit wurde ja noch einiges von steven0904 geliefert
)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hol_ma_Mbia am 22.08.2014 um 14:56 Uhr bearbeitet 



