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Finanzen

22.07.2015 - 22:13 Uhr
Finanzen |#111
13.08.2015 - 16:51 Uhr
grins
Faszinierend. Wir PLANEN mit 700.000 Euro Gewinn. Diese Zahl sagt eigentlich erstmal aus, dass wir mehr eingenommen als ausgegeben haben und dass wir lizenztechnisch zumindest dahingehend nicht drinhängen.
Das war es auch schon mit der Aussagekraft. Ob die unerwartet großen Transfereinnahmen in Form von Rückstellungen verwurstet wurden oder zum Lücken stopfen, darüber können wir überhaupt keine Aussage treffen. Deshalb kann anhand dieser Information keiner von schlechterer oder besserer finanzieller Situation sprechen.

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$ echo "Bonsoir, Elliot"
Finanzen |#112
14.08.2015 - 10:26 Uhr
Natürlich ist der Inhalt dieses Threads größtenteils Spekulation.
Aber es gibt einfach einige simple Zusammenhänge, die immer gelten. Und wenn dann die Meldungen vom oder über den Berg diesen einfachen Regeln widersprechen, fragt sich der schlichte Fan und das schlichte Mitglied "quid?"

Wir planen die letzten Jahre jeweils mit einem ausgeglichenen Haushalt, d.h. nach den Planungen werden sich Ausgaben und Einnahmen decken.
Erhöhen sich die Ausgaben gegenüber der Planung oder sinken die Einnahmen, macht man Verlust. Umgekehrtes führt zu einem Gewinn.
Bei uns war es die letzten Jahre immer umgekehrt:
Wir haben jeweils Transfererlöse erzielt, die nicht geplant waren und sind im DFB-Pokal weiter gekommen (für das Lizensierungsverfahren dürfen nur die erwarteten Einnahmen der ersten Runde berücksichtigt werden). Im Übrigen hat man über Einnahmenveränderungen nicht viel gehört. Zuschauerschnitt halbwegs im Soll, Fersehrechte zumindest nicht weniger als geplant Sposoring/Gastronomie kann in Folge des Sport5-Pakets nicht nennenswert hinter der Planung liegen...
Die Ausgaben wurden gesenkt. Teure Spieler abgegeben, billige geholt. Stadionmiete gesenkt, keinerlei Verlautbarungen über nennenswerte ungeplante Ausgaben.

Ausgeglichene Planung - Einnahmen über der Planung - Ausgaben nicht über der Planung - Ergebnis zwingend: Gewinn und Liquidität.

Die Meldungen beschäftigen sich in der Regel aber nicht mit Gewinn und großer Liquidität:

Nachdem man bei der vorletzten JHV schon von einem nur gering negativen Eigenkapital sprach, verkündete Grünewalt in der letzten JHV stolz ein gering positives Eigenkapital (meiner Erinnerung nach sechs- oder gar nur fünfstellig). Der in der Saison Saison 2014/15 erzielte Gewinn lag wohl ebenfalls lediglich im sechsstelligen Bereich. Wo waren die Pokalmillionen (die bereits in der Vorsaison irgendwo versickert waren)?

Völlig unerfindlich ist für mich die Liquiditätsproblematik. Wenn ich mehr einnehme und weniger ausgebe als geplant, muß ich mehr Geld iin der Kasse haben als geplant. Hatte ich mit einer zum Ende zwar leeren, aber im positiven Bereich befindlichen Kasse geplant, muß plötzlich Liquidität vorhanden sein. Wie kann es dann dazu kommen, dass Liquiditätsengpässe existieren, die (zur Ersparung von Kreditzinsen) über die Betze-Anleihe gelöst werden.

Wenn nunmehr der Kicker berichtet, man plane nunmehr mit 700.000 € Gewinn, darf wohl trotz aller Lückenhaftigkeit der eigenen Informationsbasis und mangelhafter Kenntnisse in Buchhaltung und Bilanzrecht nachgefragt werden, wie es sein kann, dass der Verein ohne Verlust plant und trotz Transferüberschuß, der deutlich über 5.000.000 € liegt, nur einen derart geringen Gewinn macht.

Wurden plötzlich doch Rückstellungen im Millionenbereich für die Anleihe, bzw Fröhnerhof gemacht (gegnüber geplanten 500.000 €)?
Sind neue Risiken aufgetaucht, für die man Rückstellungen in Millionenhöhe machen müßte?
Falls ja - welche?
Oder wo sonst versickert das Geld?

Vielleich liegt es ja wirklich an meinen sehr begrenzten, laienhaften Fachkenntnissen in Sachen Bilanzen, aber ich bringe einfach die permanenten Meldungen über Zusatzeinnahmen und über Verringerung der Ausgaben mit der seit Jahren angeblich bestehenden grundsätzlich besorgnisfreien finanziellen Grundsituation nicht in Einklang.

Gruß aus der Pfalz
Dieser Beitrag wurde zuletzt von running-man am 14.08.2015 um 10:50 Uhr bearbeitet
Finanzen |#113
14.08.2015 - 10:36 Uhr
Zunächst würde ich den Begriff "schwarze Kassen" (auch wenn ich weiß, was Du meinst) in diesem Zusammenhang ändern. Der ist einfach negativ belastet.

Zum Anderen erzeugt man mit dem Verkauf von Spielern zwar Forderungen, aber eben auch Abschreibungen. Die schlagen sich nun mal auf der Ergebnis nieder. Ob dies nun in einer solchen Höhe erfolgt ist, dass trotz Mehreinnahmen das Jahresergbnis i. H. der kolportieren 700k resultiert? Keine Ahnung, dazu müsste man tatsächlichen Einblick in die Bilanz haben.

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Durlacher, achso
Finanzen |#114
14.08.2015 - 10:50 Uhr
@running-man: Danke für diesen Beitrag.

Wäre es denn bilanztechnisch möglich, die Einnahmen in die Zukunft zu verschieben? Das wurde doch auch schon mal als Erklärung vorgebracht, damit man Steuern "optimiert" bzw. Besserungsscheine (noch) nicht ablösen muss (oder wie es auch schon geschrieben wurde: Rücklagen für die Anleihe macht).

Ich frage ganz neutral und ohne Hintergedanken, ob das eine theoretisch mögliche Erklärung für den geringen geplanten Überschuss sein könnte. Ich will damit nicht behaupten, dass Kuntz und Co alles richtig machen (@ berti zwinker ) oder das dies unbedingt die Erklärung sein muss. Ich kann mit meinem Wissen nichts ausschließen, auch nicht, dass Geld irgendwo "versickert" (womit ich nicht persönliche Taschen meine - das möchte ich schon irgendwo ausschließen) oder falsch geplant wird.
Finanzen |#115
14.08.2015 - 10:57 Uhr
Zitat von nordishLautrer
Wäre es denn bilanztechnisch möglich, die Einnahmen in die Zukunft zu verschieben?


Nur in geringem Rahmen. Man kann Einnahmen und Ausgaben, die am Rande eines Geschäftsjahres liegen, z.B. bei Spieletransfers im Sommer, passend vor- oder rückdatieren. Außerdem lassen sich potenziell Rückstellungen bilden, die gewinnmindernd wirken, ohne die Liquidität anzutasten. Allerdings gibt es klare gesetzliche Regelungen dazu, wofür und in welcher Höhe solche Rückstellungen gebildet werden dürfen. Ich sehe aktuell nicht, dass der FCK aktuell eine derartige Möglichkeit hat.

Es ist hierbei auch zu beachten, dass eine Rückstellung und eine Rücklage nicht das gleiche ist.

Beste Grüße
Lullaby
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lullaby am 14.08.2015 um 10:58 Uhr bearbeitet
Finanzen |#116
14.08.2015 - 11:00 Uhr
Zitat von martinf112
Zunächst würde ich den Begriff "schwarze Kassen" (auch wenn ich weiß, was Du meinst) in diesem Zusammenhang ändern. Der ist einfach negativ belastet.


Erledigt; war mir gar nicht aufgefallen - sorry.

Zitat von martinf112
Zum Anderen erzeugt man mit dem Verkauf von Spielern zwar Forderungen, aber eben auch Abschreibungen. Die schlagen sich nun mal auf der Ergebnis nieder. Ob dies nun in einer solchen Höhe erfolgt ist, dass trotz Mehreinnahmen das Jahresergbnis i. H. der kolportieren 700k resultiert? Keine Ahnung, dazu müsste man tatsächlichen Einblick in die Bilanz haben.


Aber die verkauften Spieler Orban und Heintz hatten doch bei Weitem keinen dem Erlös entsprechenden Buchwert, gleiches gilt für Zoller. Und für den Mehrerlös für Trapp kann es doch bilanztechnisch gar keine Gegenposition geben.
Da muß es doch überall zu erheblichen außerordentlichen Gewinnen gekommen sein.

Im Übrigen können derartige bilanztechnische Besonderheten allenfalls erklären, warum eine Zusatzeinnahme nicht zwingend zu einer entsprechenden Gewinnerhöhung führt. Aber die Liquiditätsfrage bleibt. Wenn ich so plane, dass ich alle meine Ausgaben bezahlen kann und geriere dann zusätzlichen cash-flow in Millionenhöhe, weshalb habe ich dann plötzlich ohne nennenswerte Zusatzausgaben das Bedürfnis nach zusätzlicher Liquidität?

Das ist für mich einfach nicht plausibel nachvollziehbar.

Gruß aus der Pfalz
Finanzen |#117
14.08.2015 - 11:04 Uhr
Wo steht denn, dass wir einen Liquiditätsengpass haben?

Beste Grüße
Lullaby
Finanzen |#118
14.08.2015 - 11:10 Uhr
Zitat von running-man

Aber die verkauften Spieler Orban und Heintz hatten doch bei Weitem keinen dem Erlös entsprechenden Buchwert, gleiches gilt für Zoller. Und für den Mehrerlös für Trapp kann es doch bilanztechnisch gar keine Gegenposition geben.
Da muß es doch überall zu erheblichen außerordentlichen Gewinnen gekommen sein.

Im Übrigen können derartige bilanztechnische Besonderheten allenfalls erklären, warum eine Zusatzeinnahme nicht zwingend zu einer entsprechenden Gewinnerhöhung führt. Aber die Liquiditätsfrage bleibt. Wenn ich so plane, dass ich alle meine Ausgaben bezahlen kann und geriere dann zusätzlichen cash-flow in Millionenhöhe, weshalb habe ich dann plötzlich ohne nennenswerte Zusatzausgaben das Bedürfnis nach zusätzlicher Liquidität?

Das ist für mich einfach nicht plausibel nachvollziehbar.

Gruß aus der Pfalz

Eben das sind Punkte, zu denen ich ohne Einsichtnahme in die Bilanz nicht sagen kann bzw. ich mich persönlich nicht so weit aus dem Fenster lehnen will, um dort irgendwelche Behauptungen aufzustellen.

Die Mehrerträge könnten, wie von Lullaby angedeutet, in gewissem Rahmen in Rückstellungen geflossen sein, was eben das Jahresergebnis ebenfalls beeinflusst. Aber auch das sind (zumindest für meinen Teil) Spekulationen, weil ich nichts genaueres darüber weiß.

Zur Liquidität müsste man wissen, wann genau welche Beträge in welcher Höhe tatsächlich geflossen sind. Mittlerweile sind ja Ratenzahlungen bei Transfers weit verbreitet, so dass man zwar Forderungen ausweist, die Liquidität aber noch nicht verändert wird. Nochmal wie oben: Spekulation meinerseits, da ich keinen Einblick in die Zahlen habe.

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Durlacher, achso
Finanzen |#119
14.08.2015 - 11:21 Uhr
Rückstellungen sind in der Tat ein schwieriges Thema, aber ich glaube nicht, dass es derzeit für den FCK unmöglich wäre, Rückstellungen zu bilden. Es gibt genug Eventualverbindlichkeiten in der Zukunft, für die der FCK Rückstellung bilden könnte - wenn er denn ein ansonsten zu positives Ergebnis nach unten drücken wollte (das tut man aus steuerlichen Gründen).

@running-man:

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Ausgaben eingehalten wurden. Das fängt beim Sportdirektor an, aber auch Pokalprämien und andere Sonderbelastungen können hinzugekommen sein. Insoweit müsste man neben den sogenannten Pokalmillionen (es waren letztes Jahr wohl 1,7 Mio. EURO) auch auf die Einnahmen aus Spielbetrieb schauen und da waren wir glaube ich schlechter als geplant und nicht "mehr oder weniger" im Plan. Zusätzliche Ausgaben hat ja auf jeden Fall das Thema "Wettbewerbsauseinandersetzung" das wir dem Steuerzahlerbund verdanken gebracht. Hier haben wir Stellung bei Bundes- und EU-Behörden nehmen müssen. Nach meiner Erfahrung bedeutet das Anwaltshonorare und Beraterhonorare im Bereich von 200-300 TEURO.

Was die Liquidität angeht verstehe ich deinen Beitrag nicht. Bei der Liquidität geht es um die vorhandenen flüssigen Mittel. Natürlich sind noch nicht für andere Dinge gebrauchte Teile der Betze-Anleihe liquide Mittel und können als solche angeführt werden (was auch viel besser ist als Liquidität durch Fremdkapital oder Fremdbürgschaften zu erzeugen bzw. zu fingieren). Ob Liquidität vorhanden ist hängt vom cash-flow und den Zeitpunkten der Zahlungen ab, nicht von der Ertragslage bzw. der Bilanz an sich.

Deine Fragen sind dennoch berechtigt, aber sie sind für meine Begriff nur logische und übliche Bilanzfragen.


Was aber die allgemeine Aussage von der "besorgnisfreien finanziellen Situation" angeht, so muss man diese in den richtigen Kontext setzen. Besorgnisfrei bedeutet, es besteht kein Grund zur Annahme einer tatsächlichen Insolvenz. Das ist die Einschätzung die bei Überschuldung (und bis letztes Jahr hatten wir eine bilanzielle Überschuldung) notwendig ist, um eine positive Fortführungsprognose zu haben. Das ist aber bei weitem nicht das Gleiche wie eine gute finanzielle Situation.

Meine Einschätzung ist folgende:
In den vergangenen Jahren, insbesondere vor dem Strategiewechsel haben wir deutlich über die Verhältnisse gelebt und verschiedene Positionen aufgebaut, die negativ für uns waren. Diese wurden mit üblichen Bilanzmitteln ("Tricks" wäre hier zu wertend) so behandelt, dass wir keine direkte Insolvenzgefahr haben. Nach und nach wurden und werden nun mit außerplanmäßigen (aber nicht unerwarteten) Gewinnen diese Löcher gestopft. Zu hoffen ist natürlich, dass diese Löcher nun oder spätestens nach einer ähnlichen Saison auch wirklich ZU sind. Dann nämlich wäre der FCK in der Lage sich langfristig zu sanieren.
Finanzen |#120
14.08.2015 - 11:24 Uhr
Zitat von running-man
Natürlich ist der Inhalt dieses Threads größtenteils Spekulation.
Aber es gibt einfach einige simple Zusammenhänge, die immer gelten. Und wenn dann die Meldungen vom oder über den Berg diesen einfachen Regeln widersprechen, fragt sich der schlichte Fan und das schlichte Mitglied "quid"?

Selbstverständlich. Es wird dir nicht entgangen sein, dass ich das permanent mache. Nur ist eben der Punkt "bilanzieller Gewinn" kein solcher Punkt, der über diese "einfachen Regeln" darstellbar ist.

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