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Fankultur in Bielefeld

30.10.2007 - 13:20 Uhr
Fankultur in Bielefeld |#421
31.07.2017 - 23:37 Uhr
Zitat von pheno
Zitat von Johannesbach

Für mich ist es Fakt, dass vieles von der Stimmung am Samstag ausbaufähig ist. Das hier der Support zwischen Süd und Block J nicht so gut war, dass der bisherige Capo Benjama gefehlt hat, dass die Support-Vorstellungen auseinander gehen, mag ja alles sein. Aber für mich zählt immer und ganz besonders die situationsbewußten Schlachtrufe. Gerade die werden von den Spielern am meisten geschätzt und gerade diese Stimmung läßt unsere Spieler einfach mehr und mehr zu einem sicheres Paßspiel tragen.




"Für mich ist Fakt" - entweder etwas ist Fakt oder es ist deine Meinung. Wähle eins.

Ich will gar nicht bestreiten, dass Support allgemein zu einer guten Spielermentalität beiträgt, aber dass eine besondere Art von Support dazu beiträgt das Passspiel einer Mannschaft zu verbessern, wage ich doch arg zu bezweifeln. Die Aussage, dass die Spieler eine gewisse Art von Support "am meisten" schätzen, halte ich für frei erfunden. Zeig mir mal einen Arminia-Spieler, der sich in den letzten zwei Jahren dahingehend geäußert hat.


Da hast du mich falsch verstanden: ich favorisiere nicht einfach eine gewisse Art von Support, sondern situationsbezogen Schlachtrufe. Und es hat auch Äusserungen gegeben, die von Spielerseite diese Stimmung als am besten empfunden wurde.
Fankultur in Bielefeld |#422
01.08.2017 - 10:23 Uhr
Sehe ich ähnlich. Der Blick auf die Vergangenheit ist manchmal etwas verklärt - ist aber menschlich.

Allerdings ist der Hinweis korrekt, dass sich eine Gruppe nicht über die andere erheben sollte, als quasi bessere Fans. Manch eine Ultra Gruppe feiert er sich als sie Mannschaft.

•     •     •

Frei nach Lineker: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende verliert die Arminia.“
Leidenschaft kommt von Leiden. Let's fight weiter.
... "wir sind die besten Fans der Welt" (siehe Pokalhalbfinale Armina - WOB)
Fankultur in Bielefeld |#423
01.08.2017 - 10:59 Uhr
Zitat von HorstKirch
Ich erinnere mich noch gerne an ein Spiel gegen Wolfsburg, muss so um 2003 gewesen sein. Effenberg war nach Wolfsburg gewechselt und der weiße Brasilianer hatte uns mit einem fulminanten Schuss aus spitzen Winkel in Führung geschossen.
Mitte der zweiten Halbzeit fing in Block 6 und 7 ein "Gemurmel" an, das immer lauter wurde. Ich saß mit meinem, damals kleinen, Sohn auf Block B. Und irgendwann verstand ich, was gesungen wurde und sich über die gesamte Alm ausbreitete. "Ohne Effe, hättet ihr 'ne Chance".


Hey damals saß ich mit meinem Vater auch in Block B oops , Momentmal..? grins

Zitat von pheno

Zum "Stören" durch Block J habe ich bereits was geschrieben - gestern war davon bis auf Pfiffe gegen gewisse Gesänge nichts festzustellen. Kurz dazu: beide Themen (Stadionverbote und Polizei) sind klassische Streitthemen im Fußball und erhitzen seit Jahren die Gemüter.


Ehrlich gesagt sehe ich da kein besonderes Streitthema. Weder "scheiß Bullen", noch "Gegen alle Stadionverbote" sind akzeptabel und dürfen nach meinem Dafürhalten, ebenso wie Pyro (wo sich die Ultragruppierung auch wieder über den Verein stellt bzw. stellen will), ausgepfiffen werden.

Zitat von pheno
Die Aussage, dass die Spieler eine gewisse Art von Support "am meisten" schätzen, halte ich für frei erfunden. Zeig mir mal einen Arminia-Spieler, der sich in den letzten zwei Jahren dahingehend geäußert hat.


Konstatin Kerschbaumer, wenn auch noch über Österreich, wobei sich das ja von dem Support hier wenig unterscheidet:
"Vom englischen Fußball geht immer noch eine un-
glaubliche Faszination aus. Ist diese für dich be-
gründet?

Ich finde schon. Die Fans im Stadion sind anders als
ich es beispielsweise aus Österreich kenne. Der Sup-
port ist nicht geplant, eher improvisiert. In den Kurven
in Österreich ist vieles geplant. Es gibt Fahnen, Trom-
meln und geplante Gesänge. In England steht spontan
jemand auf, macht einen Schlachtruf und die anderen
stimmen ein. Es wird auch vielmehr auf die Spielsitua-
tion eingegangen. Oft sind die eigenen Fans bei einer
Grätsche oder bei einem Rückstand lauter. Es wird auf
das Spiel eingegangen, das finde ich ganz cool. Auch
bei jedem Zweitligaspiel ist das Stadion voll und die
Unterstützung immer da. Das ist faszinierend."

Aus der Halbvier, auch in seinem Thread von Juan Lede verlinkt.
Aber du hast recht, viel mehr Spieler werden sich dahingehend nicht geäußert haben, wäre ja auch doof sich mit Teilen der Fans zu verkrachen, dafür sind die zu gut geschult.

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Fußballgott: Fabian Klos #9
Fankultur in Bielefeld |#424
01.08.2017 - 14:06 Uhr
Zitat von pheno

Es mag ja sein, dass das deine Meinung zu dem Thema ist, aber es gibt doch offensichtlich mindestens eine Gruppe von Leuten die anderer Meinung ist, oder nicht? Die Debatten rund um diese Themen werden seit Jahren unter Fans, Polizei, Vereinen, Politikern und teilweise auch vor Gerichten geführt. Ich finde es gut, wenn darüber gestritten wird.


Gut dann reden wir vielleicht etwas vorbei, "scheiß Bullen" bspw. ist für mich keine Meinung oder Teil einer Debatte, sondern eine Beleidigung und beim Thema "Stadionverbot" gibt es sicherlich, wie auch im Allgemeinen, Fehlurteile, allerdings würde ich spontan behaupten, dass sich diese in Grenzen halten. Du scheinst ja auch einige in der Szene zu kennen (oder kommt das jetzt falsch 'rüber?) und dann weißt du sicherlich auch, dass sich dort ein paar Gestalten herum treiben, die sich das jeweilige Stadionverbot aber sowas von verdient haben.

Zitat von pheno
Albern finde ich es, wenn wegen teilweise kaum im Stadion wahrnehmbarer Zwischenrufe von manchen Leuten ein Fass aufgemacht wird oder eben gepfiffen wird.


Über welche Zwischenrufe redest du? Ich reden von zwei Gesängen, die von einer ganzen Gruppierung gesungen werden und somit meist ähnlich laut sind, wie alle anderen Gesänge vorher oder nachher auch.
Ich stand im Übrigen in Block 3 und habe die Pfiffe deutlich weniger mitbekommen als die Gesänge.

Zitat von pheno

Hier äußern lediglich ein paar Menschen gemeinsam ihre Meinung. Das ist in unserem Land absolut in Ordnung, genau wie es in Ordnung ist anderer Meinung zu sein. Ich appelliere lediglich dafür, statt Pfiffen auf Dialog zu setzen.


Natürlich darf in Deutschland jeder seine Meinung äußern, egal wie abstrus diese auch sein mag, das muss man (Gott sei Dank!) akzeptieren. Was man allerdings nicht akzeptieren muss, ist der Inhalt dieser und da sind Pfiffe ein absolut legitimes und häufig benutztes (frag mal bei der AFD nach zwinker) Mittel. Wenn man in der Öffentlichkeit eine (kontroverse) Meinung vertritt, muss man auch mit Gegenwind rechnen, ganz einfach. Und Pfiffe sind mir da immer noch deutlich lieber als Beleidigungen oÄ.

Zitat von pheno

Das Interview mit Kerschbaumer ist mir bekannt und ich habe nur darauf gewartet, dass dieses angeführt wird. Er sagt mit keinem Wort, dass die Stimmung und die Art des Supports in England besser ist, als in Deutschland. Er betont lediglich, dass es anders ist und dass er es cool findet, dass es dort so ist. Ich gebe dir Recht, dass sich die Art des Supports in Österreich und Deutschland kaum unterscheidet,


Er sagt, dass auf das Spiel eingegangen wird und dass er das "ganz cool" findet. Man mag jenes jetzt interpretieren wie man will, wie gesagt, die Spieler sind heutzutage so gut geschult, dass sich dort (so gut wie) keiner mehr gegen seine / irgendwelche Fans auflehnt, aber ich finde schon, dass man die Bevorzugung des situativen Supports herauslesen kann. Ist allerdings auch nur eine Meinung, vielleicht scheiden sich dort ja auch bei den Spielern die Geister, wer weiß das schon.
Bei dieser Diskussion dreht man sich eigentlich immer im Kreis und ich bin der letzte, der auf der Alm nicht mitsingen würde, ob es allerdings einen großen Einfluss auf's Spiel hat bezweifle ich einfach, kann allerdings jeder halten wie er will.

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Fußballgott: Fabian Klos #9
Fankultur in Bielefeld |#425
01.08.2017 - 14:16 Uhr
Wenn "Weg mit allen Stadionverboten", "Scheiß Bullen" und "Pyrotechnik legalisieren" durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt werden, dann nehme ich mir auch das Recht heraus, durch Pfeifen zu signalisieren, dass ich diese Ansichten nicht teilen kann und mich auch deutlich davon distanziere, so dass am Ende nicht noch der Eindruck entsteht, die Mehrheit würde solche Parolen billigen. Zur Gefährlichkeit von Pyrotechnik hat es ja gerade wieder eine neue Studie gegeben, "Scheiß Bullen" ist in meinen Augen einfach eine pauschale Beleidigung und unnötige Provokation (und jetzt soll mir keiner damit kommen, es ginge gegen RB Leipzig!) und die Forderung nach Wegfall aller Stadionverbote soll man mal dem Familienvater erklären, der damit rechnen muss, dass erwischte "Pyro-Techniker" und durch Gewaltdelikte auffällig gewordene "Fans" am nächsten Samstag wieder neben seine Kindern stehen dürfen. Stadionverbote dürfen nicht willkürlich verhängt werden, und ein Pauschalverdacht darf nicht ausreichen, aber grundsätzlich sind sie ein legitimes Mittel, die Sicherheit im Stadion zu erhöhen.

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Herzblut ist blau!

"Wer die Vergangenheit nicht studiert, wird ihre Irrtümer wiederholen. Wer sie studiert, wird andere Möglichkeiten zu irren finden." (Helmut Schmidt)

"Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen." (Helmut Schmidt)
Fankultur in Bielefeld |#426
01.08.2017 - 14:59 Uhr
Immer diese Diskussionen um Polizeigewalt, Stadionverbote und Pyrotechnik/ Choreos.

Ich habe da ein sehr klare Meinung und diskutiere auch nicht darüber, ob man sich im Stadion zu benehmen hat oder nicht. Das darüber überhaupt diskutiert wird...
Fankultur in Bielefeld |#427
14.08.2017 - 23:49 Uhr
Transfersummen von über 200 Millionen vor einer Woche…
Das Verhalten von Dembele, Hadergjonai, Tisserand gegen ihren eigenen Verein, der sie sehr gut bezahlt vor ein paar Tagen….
Heute das Fanverhalten beim Spiel von Hansa gegen Hertha.
Der aktuelle Fußball ekelt mich an.

Wenn das so weiter geht, sollte ich mir Gedanken machen, ob ich mir in Zukunft nicht lieber geerdeteren Sport wie Handball oder Eishockey angucken sollte. Wenn ich Fußball nur nicht so lieben würde…
Trotz vieler Probleme, die wir mit Arminia in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, kommt es mir bei den aktuellen Themen hier manchmal wie die Insel der Glückseligen vor und ich denke mir "Gut, dass wir damit nichts zu tun haben!"
Doch auch bei uns merke ich Veränderungen, wenn eine große, stimmgewaltige Gruppe mittlerweile bei jedem Spiel "Scheiß DFB" , "Gegen alle (!) Stadionverbote" oder "Scheiß Bullen" brüllt.
Bei letzterem ist mir immer noch nicht klar, wer denn nun gemeint ist. RB Leipzig, mit denen wir nun absolut gar nichts mehr zu tun haben und die auch nicht das größte Problem des deutschen Fußballs darstellen?
Oder sind damit Polizisten gemeint, was ich dann noch widerlicher finden würde?

Ich, der immer auf der Süd steht und sich über diese drei Sprüche, die momentan in wirklich jedem Spiel kommen, sehr ärgert (in Fürth und gegen Düsseldorf wurden sie sogar im Wechselgesang mit dem gegnerischen Anhang angestimmt, es gibt da also auch eine allgemeine Solidarisierung), frage mich wirklich, was man dagegen machen kann - denn die Fangesänge aller Art werden ja von Block 1 und 3 angestimmt - und ich als Einzelner kann zwar meine Nebenleute ansprechen - aber keine großflächige Stimmung verändern.
Aber wenn ich Gewalttaten im Stadion sehe oder dass gefährliche Pyrotechnik trotz Verboten abgebrannt wird (und die Strafen mein geliebter Verein zu zahlen hat, der eh schon reichlich klamm ist), dann muss ich ganz klar sagen: "Doch - ich bin für Stadionverbote!"
Denn wer sich nicht an die Regeln des Hauseigentümers hält (und dies ist der Verein), der muss mit einem Zutrittsverbot rechnen. Das würde jeder dieser Typen für seinen privaten Raum auch so beanspruchen.
Aber das Stadion ist nicht ihr privates Eigentum - auch wenn sich das mancher vielleicht einbildet.
Und ich habe selbst als Traditionalist lieber friedliche RB Fans als Krieg spielende Dresdner.
Und ich danke jedem, der in Zeiten wie diesen als Polizist der Sicherheit dient (wen rufen die Ultras eigentlich, wenn bei ihnen jemand einbricht oder jemand ihren Familienmitglieder etwas antut - wenn doch ACAB (all cops are Bastards) sind)?

Aber wenn man etwas sagt, ist man in der heutigen Zeit ja ein böser "Gutmensch" - wie verrückt, dass sowas als Schimpfwort verwendet werden kann.
Gerhard Schröder sagte im Jahr 2000: "Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen, wegschauen ist nicht mehr erlaubt. Man muss ein Maß an Zivilcourage entwickeln, damit Täter nicht nur kriminalisiert, sondern auch gesellschaftlich isoliert würden."
Ich mag diese Redewendung "Aufstand der Anständigen" bis heute. Und finde sie noch immer aktuell.

Ich frage mich - und euch, in der Hoffnung, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt, aber auch in der Hoffnung, dass jemand eine schlaue Idee hat: Was kann man tun?
Wehret den Anfängen!
Ich will diese Entwicklung nicht!
Und ich will mich nicht irgendwann für meinen Verein rechtfertigen oder schämen müssen, wie es die Hertha und Rostock-Fans ab heute machen müssen oder die tausenden friedlichen Dynamo Fans immer wieder tun müssen, die mit den paar Bekloppten aus dem K-Block in einen Topf geworfen werden.
Ich will kein "Scheiß Bullen! Scheiß DFB und gegen alle Stadienverbote!" Momentan brodelt es in der deutschen Fanszene, was keinen guten Verlauf nimmt.
Ich will keine Beleidigungen und Schmähgesänge gegen gegnerische Vereine - auch wenn ich das noch als Teil des Konkurrenzkampfs im Fußballs akzeptieren kann.
Aber ich finde es sehr sympathisch, wenn man, wie in St. Pauli oder Fürth geschehen, nicht als Gegner, sondern als Gast empfangen und behandelt wird und dort vor dem Spiel sogar die Arminia-Hymne gespielt wird. Das ist Sport! Das ist ein Kampf, der respektvoll und fair ausgetragen wird.
Ich will auch nicht, dass das Stadion immer mehr zu einem rechtsfreien Raum wird, in dem man sich benehmen kann wie man will und alles, was gesagt wird als freie Meinungsäußerung deklariert wird.
Ich will eine bedingungslose Unterstützung meiner Mannschaft. Und wenn jemand besser ist - wie Düsseldorf am Wochenende - dann ist es der Sinn des Sports dies zu akzeptieren, anstatt zu eskalieren, weil - wie heute geschehen - jemand ein Banner geklaut hat und sich dadurch eine Horde provoziert fühlt.
In der Kindheit gab es ein Spiel "capture the flag" - da geht es darum, der anderen Gruppe eine Flagge zu klauen. Auf diesem Niveau sind diese Fans stehen geblieben. Das muss man sich mal vorstellen - sie werden gewalttätig, wegen eines Stofffetzens augen-zuhalten es gibt Ereignisse, die muss ich glaub ich nicht verstehen, denn da ist die Dummheit des Menschen wohl unergründlich.

Nunja, lange Rede - und der Sinn? Ich würde einfach gerne eure Meinung dazu hören. Nicht über Hertha, Rostock oder Dynamo - das geht uns nichts an. Sondern über die Gesänge in unserem Stadion.

•     •     •

Arminia till I die!
Fankultur in Bielefeld |#428
15.08.2017 - 10:18 Uhr
@studti, Du sprichst mir sehr aus der Seele und ich kann Deine Gedanken in großem Maße nachvollziehen und unterstütze diese auch.
Ich habe heute leider nicht die Zeit da im Einzelnen drauf einzugehen aber auch ich habe mir schon eine "Ersatzbefriedigung" in Form von Handball geholt.
Da sind mitunter bei Spielen mit 8.000 Zuschauern 2 Polizisten und die langweilen sich noch.
Trotzdem gibt es eine schöne, laute und mannschaftsunterstützende Atmosphäre.

Der Aufstand der Anständigen! Ja, der muss weitergehen. Das ist auch am Ende eine persönliche Geschichte. Niemand sollte mit dem Finger auf Andere zeigen, sondern auf sich schauen und sich fragen, was trage ich dazu bei? So oder so?

Aber echt guter Beitrag, sehr sehr lesenswert.
Fankultur in Bielefeld |#429
15.08.2017 - 12:18 Uhr
Ohne den ganzen Beitrag zitieren zu wollen, richten sich folgende Zeilen an den Beitrag von studti.

Wie du es formulierst,ganz genau so, trifft es den Nagel auf den Kopf. Im Allgemeinen handelt es sich beim Profifussball oberhalb von Liga 3 um ein krankhaftes System: ins bodenlose steigende Ablösen, immer gleiche Meister, keine Ausgeglichenheit, Millionäre die den Hals nicht voll genug bekommen können, etc. Die Liste ließe sich ewig weiter führen.

Bezogen auf unsere Arminia hat das alles noch relativ harmlose Auswirkungen, hier wirkt zumindest alles noch irgendwie familiär. Und das finde ich äußerst schützenswert, möchte ich hier doch niemals Zustände wie beim FCB und mittlerweile einem Gros der ersten Liga sehen.

Aber zurück zu deinen Äußerungen bzgl. der Ultras in Block 1. Natürlich richtet sich das sch**ss Bullen nicht gegen RB. Hiermit ist die bewährte Staatsgewalt gemeint. Problematisch ist hierbei, dass das eigentlich ein subjektiv empfundenes Problem der Ultras ist, welches durch ihr Benehmen entsteht und durch vermeintliches Anpeitschen durch Megafonansagen auf andere (speziell jüngere) übertragen wird. Wahrscheinlich wurden die Ultras mal beim Kiffen erwischt, mussten lästige Zeugenaussagen leisten oder wurden in deren Augen wegen Pyroverdacht oder anderem Benehmen zu sehr gefilzt (in meinen Augen jedoch berechtigt). Und aus dieser subjektiven Meinung wird dann eben Hetze und diese auf andere übertragen, die zum Thema Staatsgewalt bisher ggf keine Meinung hatten, jetzt aber eine bekommen. Oftmals eben auch auf die 15-/16-jährigen, die mitziehen um nicht uncool dazustehen. Hingegen sind diese Personen in eigenen Notlagen auf den Einsatz der Polizei angewiesen und würden Hilfe dankbar entgegen nehmen. Das ganze ist einfach zwiespältig und hat mMn viel mit eigener Charakterschwäche und Imponiergehabe (der Coole zu sein, der Stärkere zu sein) zu tun. Eine Lösungsmöglichkeit kann ich nicht nennen, persönliche Gespräche würde ich nicht als zielführend ansehen.

Wie du schon sagst, ist auch der Schlachtruf “gegen alle SV“ vollkommen unberechtigt. Gefährdet jemand absichtlich andere im Stadion durch Gewalt, Pöbelei, Beleidigung, Pyro gehört er dort einfach nicht mehr hin. Basta. Und ich fühle mich sicherer, mit dem Wissen, dass solche Chaoten nicht mehr im Block sind.

Wie dem auch sei, bin ich im Block und höre diese dämlichen Rufe halte ich meine Klappe und denke mir meinen Teil. Allgemein hat schon so manches unsinniges Ultraverhalten dazu geführt, dass ich keine Lust mehr habe auf Choreo, Mitmachen, Mitsingen oder überhaupt mich auf den Stehplatz zu begeben.

•     •     •

Voran Arminia Bielefeld

Dieser Beitrag wurde zuletzt von daduck am 15.08.2017 um 12:22 Uhr bearbeitet
Fankultur in Bielefeld |#430
15.08.2017 - 13:49 Uhr
Zitat von studti

Ich, der immer auf der Süd steht und sich über diese drei Sprüche, die momentan in wirklich jedem Spiel kommen, sehr ärgert (in Fürth und gegen Düsseldorf wurden sie sogar im Wechselgesang mit dem gegnerischen Anhang angestimmt, es gibt da also auch eine allgemeine Solidarisierung)


Vorab: Ich greife mal nur diesen Passus auf. Zum Rest sage ich nur toller Text und auf jeden Fall bin ich gleicher Meinung. Und das was jetzt kommt habe ich mir angelesen und gehört. Es ist keine persönliche Meinung von mir, sondern dient nur der Information.


Dass Ultra-Gruppierungen schon lange gegen den DFB und deren Ideologien sind, ist keine Neuigkeit. Angefangen hat die "Solidarisierung" aber erst mit der "Kriegserklärung" von den Dynamo-Ultras in Karlsruhe. Danach gab es den riesigen medialen Aufschrei. Dadurch haben sie erstmal die "öffentliche Aufmerksamkeit" bekommen die sie brauchten.

Im Anschluss an den Auftritt in Karlsruhe kontaktierte der DFB die Ultras Dynamo und wollte ein Gesprächstermin vereinbaren. Ultras Dynamo entschloss sich, das mit anderen Ultragruppierungen aus dem ganzen Bundesgebiet zu besprechen. An Bord waren dann sämtliche Szenen aus dem gesamten Bundesgebiet. Es wurde geklärt, was dieser Zusammenschluss ist und was er nicht ist, was er will und was er nicht will. Es ist definitiv keine Kampagne wie ‘‘Pyrotechnik legalisieren‘‘ oder "gegen alle Stadionverbote". Bei dem Gespräch hat sich aber herausgestellt, dass der DFB sich einen Scheiß um die Belange der Fans schert. Im Gegenteil – sie sehen diese eher als lästigen Klotz und konzentrieren sich aufs TV-Publikum, während sie die kritischen Stimmen aus dem Stadion verbannen wollen.

Deshalb solidarisieren sich jetzt nach und nach die Ultragruppierungen. Es fängt jetzt erst mit dem Wechsel-"Sing-Sang" an. Ich vermute, dass es nur die Spitze des Eisberges zu sein scheint ..
Dieser Beitrag wurde zuletzt von fakerr am 15.08.2017 um 13:51 Uhr bearbeitet
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