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Ex-Lautrer

31.07.2015 - 09:17 Uhr
Ex-Lautrer |#9431
03.02.2024 - 22:14 Uhr
Stefan Kuntz hat uns die erfolgreichste Zeit der letzten 20 Jahr beschert. Neben dem sportlichen hat er auch eine unglaubliche Aufbruchstimmung erzeugt, die mit dem sensationellen Nicht-Abstieg anfing und ihren Höhepunkt mit dem sensationellen 7. Platz in der Bundesliga hatte.
Man sollte ihm definitiv dankbar sein, dass er einiges angekurbelt hat.

Selbstverständlich darf man auch einige Entscheidungen kritisieren. Angefangen von sehr schlechten Transfers in der zweiten Saison nach dem Aufstieg, war auch dieses All-in das zu oft schiefging und wir deshalb immer mehr finanzielle Probleme anhäuften. (neben einem sportlichen Abstieg, der sich Jahr für Jahr mehr andeutete).

Es ist aber falsch, Stefan Kuntz als Alleinschuldigen für die Insolvenz zu nennen. Die wäre früher oder später sowieso gekommen, solange man nicht ein paar Jahre in der 1. Liga verbracht hätte. Man kann darüber streiten, ab wann der Start war, um der finanzielle und sportliche Abstieg eingeläutet wurden. Es gibt dabei Argumente ab dem Zeitpunkt das Jäggi das Stadion verkaufte, aber auch Argumente ab den WM-Stadionausbau an sich. Manche argumentieren sogar mit der Großmannssucht nach der sensationellen Meisterschaft 1998.

Kuntz hat irgendwann jegliches Entscheidungsglück verlassen. Man kann kritisieren, dass er nicht einen anderen Ansatz gewählt, um erfolgreich zu sein. Er hat sicher auch einen Anteil am weiteren Abstieg und letztendlich den Gang in die Insolvenz. Es ist aber sehr vereinfacht (und falsch dargestellt), dass er der Alleinschuldige ist.
Ex-Lautrer |#9432
03.02.2024 - 22:32 Uhr
Zitat von Josh_Simpson


Die Person die das hauptsächlich gesagt hat hieß Michael Klatt. Die Person die den FCK zu Horrorzinsen an einen Kredithai verkauft hat. Das ist jetzt keine seriöse Zeugenaussage.

Und doch ich lese ständig in irgendwelchen sozialen Medien, Kuntz hätte Millionen unterschlagen. Quelle ist die Tankstelle. Da kann man nur mit Polemik reagieren.


Tayfun Korkut hatte z.B. irgendwann auch nochmal ein Interview gegeben, in dem er sinngemäß meinte, dass er zusammen mit Stöver ziemlich mittellos eine Mannschaft zusammenstellen musste, weil der Verein aus dem letzten Loch gepfiffen hat.

Irgendwelche hanebüchene Anschuldigungen, dass jemand Millionen unterschlagen hätte, sollte man sich natürlich sparen. Das ist nicht weniger als Rufmord. Und auch gleichzeitig reichlich absurd. Wenn mir jemand zeigt, wie man unbemerkt und ungestraft bei einem Fußballclub Millionen unterschlagen kann, fange ich bald an Sportmanagement zu studieren.
Ex-Lautrer |#9433
03.02.2024 - 22:43 Uhr
Zitat von RedDevil1900
Zitat von Josh_Simpson

Die Person die das hauptsächlich gesagt hat hieß Michael Klatt. Die Person die den FCK zu Horrorzinsen an einen Kredithai verkauft hat. Das ist jetzt keine seriöse Zeugenaussage.

Und doch ich lese ständig in irgendwelchen sozialen Medien, Kuntz hätte Millionen unterschlagen. Quelle ist die Tankstelle. Da kann man nur mit Polemik reagieren.


Tayfun Korkut hatte z.B. irgendwann auch nochmal ein Interview gegeben, in dem er sinngemäß meinte, dass er zusammen mit Stöver ziemlich mittellos eine Mannschaft zusammenstellen musste, weil der Verein aus dem letzten Loch gepfiffen hat.

Irgendwelche hanebüchene Anschuldigungen, dass jemand Millionen unterschlagen hätte, sollte man sich natürlich sparen. Das ist nicht weniger als Rufmord. Und auch gleichzeitig reichlich absurd. Wenn mir jemand zeigt, wie man unbemerkt und ungestraft bei einem Fußballclub Millionen unterschlagen kann, fange ich bald an Sportmanagement zu studieren.


Der FCK hatte aus dem Klatt Kredit 10 Millionen Euro zur Verfügung. Das wurde in Graupen wie Stieber investiert.

Mittellos eine Mannschaft zusammen stellen. Also das ist dermaßen absurd. Passt zu Korkut solche Aussagen zu machen.
Ex-Lautrer |#9434
03.02.2024 - 23:05 Uhr
Zitat von Josh_Simpson


Der FCK hatte aus dem Klatt Kredit 10 Millionen Euro zur Verfügung. Das wurde in Graupen wie Stieber investiert.

Mittellos eine Mannschaft zusammen stellen. Also das ist dermaßen absurd. Passt zu Korkut solche Aussagen zu machen.


Der FCK hat in der Saison nach Kuntz 950 Tsd. für Ablösesummen und Leihgebühren gezahlt, dem standen 7,25 Millionen an Transfereinnahmen gegenüber.
Das spricht doch schon Bände, wie es damals um die finanzielle Situation bestellt gewesen sein muss.

Da waren niemals 10 Millionen da, um irgendwelche Spieler zu holen, wie du hier suggerierst. Scheinbar wäre ohne ausufernde Einnahmen an Ablösen eher gar nichts mehr dagewesen, um irgendjemanden zu holen.

Stieber hat übrigens ganze 250.000 gekostet. Für einen Spieler wie Ziegler 800.000 zu zahlen, konnte (oder wollte) sich nach der Kuntz-Ära jedenfalls so schnell keiner mehr leisten.
Ex-Lautrer |#9435
03.02.2024 - 23:05 Uhr
Der erneute Niedergang fing natürlich mit Stefan Kuntz an. Die Frage ist natürlich immer, wieviele Alternativen er hatte? Unsere Vereinsführung sagt uns heute, dass es in der zweiten Liga ein strukturelles Defizit von 5 Mio. € pro Jahr gibt. Und das, nachdem wir uns nach Insolvenz und den Drittligajahren gesund geschrumpft haben. Welche Alternativen gab es denn in dem Umfeld mit hohen Schulden und ohne Investoren zu "All-in"?

Abgesehen davon, dass es drei Mal fast geklappt hat. In 15/16 ist Kuntz dann sein goldenes Transferhändchen abhanden gekommen, da war wirklich kein einziger Spieler dabei, der seinen Wert bei uns gesteigert hat.

Für mich ist der einzige Vorwurf, den ich Kuntz machen würde, dass er sich keinen gleichwertigen Finanzfachmann an seine Seite geholt hat.

P.S.: Verschont uns doch mit Klatt, Korkut und Co. Man braucht sich nur angucken, wie "erfolgreich" gewisse Menschen nach ihrem Abgang beim FCK waren, dann kann man die Statements dieser Personen schon richtig einordnen. Einzige Ausnahme bleibt Uwe Stöver. Nur der liebe Gott weiß, warum er überall gute Arbeit leistet bzw. geleistet hat, nur nicht bei seinem Herzensverein FCK.
Ex-Lautrer |#9436
03.02.2024 - 23:09 Uhr
Zitat von RedDevil1900
Zitat von Josh_Simpson

Der FCK hatte aus dem Klatt Kredit 10 Millionen Euro zur Verfügung. Das wurde in Graupen wie Stieber investiert.

Mittellos eine Mannschaft zusammen stellen. Also das ist dermaßen absurd. Passt zu Korkut solche Aussagen zu machen.


Der FCK hat in der Saison nach Kuntz 950 Tsd. für Ablösesummen und Leihgebühren gezahlt, dem standen 7,25 Millionen an Transfereinnahmen gegenüber.
Das spricht doch schon Bände, wie es damals um die finanzielle Situation bestellt gewesen sein muss.

Da waren niemals 10 Millionen da, um irgendwelche Spieler zu holen, wie du hier suggerierst. Scheinbar wäre ohne ausufernde Einnahmen an Ablösen eher gar nichts mehr dagewesen, um irgendjemanden zu holen.

Stieber hat übrigens ganze 250.000 gekostet. Für einen Spieler wie Ziegler 800.000 zu zahlen, konnte (oder wollte) sich nach der Kuntz-Ära jedenfalls so schnell keiner mehr leisten.


Zur Wahrheit gehört auch, dass in den Jahren zuvor der FCK unter Kuntz meistens auch Mio.-Transferüberschüsse erzielt hat.
Ex-Lautrer |#9437
03.02.2024 - 23:09 Uhr
Dass Kuntz bessere Arbeit gemacht hat als viele seiner Vorgänger und alle seine Nachfolger bis Hengen, ist klar. Das ist ehrlich gesagt aber auch eine ziemlich inhaltsleere Feststellung, wenn man bedenkt, dass der Vergleichsmaßstab Leute sind, unter deren Verantwortung dieser Club von dauerhafter Teilnahme am europäischen Geschäft bis zur Abbruchkante Richtung Regionalliga abgewirtschaftet wurde.

Was seine Arbeit im sportlichen Bereich angeht, gab es da natürlich etliche Ansatzpunkte für Kritik. Und das nicht erst in der Endphase seiner Tätigkeit. Rivic, Jessen, Vermouth, Shechter, Drazan, Köhler, Occean, Piossek, Pich und, und, und - für einen Club mit dem viel beklagten Standortnachteil waren das schlichtweg sehr viele teure Fehltransfers, die das eh immer knapper werdende Geld weiter gekürzt haben. Für mich passte das gerade nach dem Abstieg 2012 nicht mehr zusammen: Über das ach so knappe Geld und die ach so hohen Erwartungen jammern und gleichzeitig Top-Etats fahren und Geld für wenig kreative Transfers und wenig funktionierende Spieler rauskloppen. Über - relativ gesehen - Detailfragen wie die Transfer- und Personalpolitik in den Wintern 2011/12 und 2014/15 braucht man da gar nicht zu sprechen. In diesen Fragen habe ich bis heute auch keine Selbstkritik von Kuntz gehört.

Wo ich ihm im Rückblick zustimme, ist, dass man 2011 auf dem Zenit seiner Schaffenskraft die Ausgliederung hätte forcieren müssen. Damals wäre es vermutlich möglich gewesen, die gesamte Entwicklung in eine ganz andere Richtung anzuschieben - und ich möchte nicht ausschließen, dass das in eine ähnliche Richtung hätte gehen können wie in den letzten Jahren bei der Eintracht. Aber damals war man ja noch der Meinung, aus eigener Kraft wieder ein guter Bundesligist werden zu können - und dass er diese Grabenkämpfe nicht anzetteln wollte, kann ich verstehen. Da hätte es einen Technokraten neben ihm gebraucht, der das durchgedrückt hätte. Dazu hätte der Aufsichtsrat Ohlinger halt adäquat ersetzen müssen.

Und, und das lässt Kuntz ja selbst leise anklingen, er hätte früher Verantwortungsbereiche abgeben müssen. Schupp kam 2014 erst als Kuntz ja schon unter großem Druck stand. Da hätte er früher agieren und sich kompetente Unterstützung holen müssen. Er wollte das meiste selbst machen - und genau darunter hat auch irgendwann die Qualität seiner Arbeit in seinem Kernaufgabengebiet gelitten.

Die ganze Anleihengeschichte kann man dagegen meines Erachtens abhaken. Mich würde nur interessieren, wie er zu der Aussage kommt, seine Nachfolger hätten den Ausbau des NLZ weiter forcieren sollen, wo diese doch, so hieß es ja, den Zimmer-Verkauf vorziehen mussten, um die Zahlungsunfähigkeit im Frühjahr 2016 abzuwenden. Das passt nicht zusammen.
Ex-Lautrer |#9438
03.02.2024 - 23:24 Uhr
Zitat von @hazou
Der erneute Niedergang fing natürlich mit Stefan Kuntz an.


Würde ich widersprechen wollen.
Kuntz kam als es schon fünf vor zwölf war. Er hat, wenn überhaupt den Niedergang um einige Jahre verschoben oder wenn man es positiv formulieren will, temporär in einen Aufschwung gewandelt.
Das Thema Stadion und generell die große finanzielle Last, den der FCK auf Dauer in der 2. Liga nicht stemmen kann, hat er ja nicht entstehen lassen, sondern übernommen.
Das fing schon viel früher an...
Es ist doch seit wir 2006 das zweite Mal in die 2. Liga abgestiegen sind doch fast jede Saison Thema gewesen.
Das entstand nicht erst durch Fehleinschätzung seitens Kuntz.

Man kann natürlich argumentieren, er hätte in gewissen Situationen anders handeln müssen. Ich stimme dir aber zu, dem es keine wirklich gute Alternative zu dem ganzen gab.
Ex-Lautrer |#9439
03.02.2024 - 23:26 Uhr
Zitat von hazou


Zur Wahrheit gehört auch, dass in den Jahren zuvor der FCK unter Kuntz meistens auch Mio.-Transferüberschüsse erzielt hat.


Das ist klar. Die Einnahmen sind schon die Jahre zuvor immer mehr in irgendwelchen Löchern versickert. Ist ja dann nun mal kein Merkmal eines Vereins, der finanziell gesund ist. Dieser Zustand wurde natürlich mit jedem Jahr schlimmer.

Zitat von hazou


P.S.: Verschont uns doch mit Klatt, Korkut und Co. Man braucht sich nur angucken, wie "erfolgreich" gewisse Menschen nach ihrem Abgang beim FCK waren, dann kann man die Statements dieser Personen schon richtig einordnen. Einzige Ausnahme bleibt Uwe Stöver. Nur der liebe Gott weiß, warum er überall gute Arbeit leistet bzw. geleistet hat, nur nicht bei seinem Herzensverein FCK.


Naja, Korkut mag zwar ein schlechter Trainer sein, aber das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Als jemand, der öffentlich Lügen verbreitet, intrigant ist und Gründe für sein Scheitern sucht, ist er jetzt meiner Wahrnehmung nach noch nicht in Erscheinung getreten.
Ex-Lautrer |#9440
03.02.2024 - 23:40 Uhr
Die Ära Kuntz würde ich unterm Strich positiv bewerten. Ohne Erstliga-TV-Einnahmen oder Investorengelder wäre die Insolvenz immer nur eine Frage der Zeit gewesen. Ohne ihn wäre man 2008 zu 99 Prozent abgestiegen und dann hätte man bestenfalls das Schicksal von Aachen erdulden müssen. Ihm ist es dann nicht gelungen, Leistungsträger wie Lakic nach dem 7. Platz zu ersetzen. Auch in dem Jahr hätte man die Klasse halten können, aber die Personalentscheidungen saßen einfach nicht. Ähnliches könnte man über Hengen mittlerweile auch sagen, aber den hat lange Zeit die Aufstiegsmannschaft über Wasser gehalten. Lobinger, Bünning, Zolinski, Luthe, Klement, Durm und Rapp kamen alle im ersten Jahr 2. Liga, dürften alle ordentlich Geld gekostet haben, konnten sich aber nicht in die Mannschaft spielen und wenn dann nur aus Alternativlosigkeit. Mit solch schwachen Transfers wäre man wohl schon vor 2018 abgestiegen.

Seine Mission Wiederaufstieg ist drei Mal misslungen, 2013 und 2015 sehr unglücklich und damit war der Verein am Ende. Er wäre es aber auch ohne den ein oder anderen Kuntz-Transfer früher oder später gewesen. Vielleicht wäre man auch schon 2015 abgestiegen, wenn man nach dem Abstieg weniger ins Team investiert hätte. Kuntz hat die Abwärtsspirale in diesen Jahren gestoppt, danach lief sie dafür umso schneller. Deshalb mache ich auch keinem Verantwortlichen nach Kuntz große Vorwürfe. Die sind allesamt in der 89. Minute bei 0:3 eingewechselt worden. Die konnten die Abwärtsfahrt nur bremsen oder beschleunigen, aber eine Kehrtwende hätte ein sportliches Wunder (Aufstieg) benötigt. Am Ende war es genau der richtige Mix an Erfolgen und Misswirtschaft um uns zum richtigen Zeitpunkt an die Wand zu fahren. Früher oder später hätte die Insolvenz höchstwahrscheinlich noch schlimmere Auswirkungen gehabt und man wäre heute nicht in Liga 2 oder 3.
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