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Eure Kaderanalyse

02.06.2008 - 14:45 Uhr
Eure Kaderanalyse |#541
10.02.2017 - 12:01 Uhr
Zitat von username

edit: jetzt mal Spekulation von mir zu Transferphase 2010/11 - die war ja noch passiver als 2008/09:
Uli (?) hat ja öffentlich geklagt, dass LvG keine Anstalten mache, den Kader verstärken zu wollen. Hier im Forum gab's damals auch Interpretationen von wegen, was soll er auch mit Vorschlägen wie Rafinha od. van der Wiel anfangen, wenn er Lahm nicht nach links ziehen will. Vllt. waren unsere Oberen vom Trainer auch mehr Zuarbeit gewohnt, als dass sie selbst liefern & er ablehnt. Vllt. war LvG bockig von wg. "wenn ihr letztlich drüber entscheidet, dann leistet auch das Scouting anhand von Stellenbeschreibungen", vllt. war er bessere Zuarbeit gewohnt.
Jedenfalls haben wir uns in dem Bereich ja inzwischen gut aufgestellt & wenn ein Trainer nur ein Profil zeichnet statt konkreten Personalvorschlägen, sind wir da nicht von KHR/UH abhängig.


Ein wichtiger Punkt 2010/11 war aber doch, daß van Gaal gebetsmühlenhaft wiederholt hat, man müsse erst verkaufen, bevor man kaufen könne. Und tatsächlich waren ja viele User ziemlich überrascht, daß man aus heiterem Himmel den Vertrag von Altintop verlängert hat, obwohl man eigentlich dachte, der stünde auf van Gaals Abschußliste (zusammen mit Micho) relativ weit oben. Zudem hat van Gaal ja permanent von seinem riesigen Schrank mit den Scouting-Profilen erzählt und auch einige Spieler namentlich genannt, Caceres von Juve zum Beispiel und eben den jungen Franzosen Corchia.

Ich denke, der wollte Altintop loswerden, dafür einen Ersatz-Winger holen (eher mittleres oder unteres Preisfach, bei seinen eigenen Ex-Clubs in Holland hätte es ja viele Kandidaten gegeben: Suarez, Babel, Dembele, El Abdellaoui usw.). Außerdem hat er imho einen schnellen und ein bißchen polyvalenten Innenverteidiger gesucht, wobei er da wohl auf Breno gesetzt hat. Links sollte ja eh Alaba ("er ist ein Linksverteidiger, weiß es nur noch nicht") spielen.

Schneller Innenverteidiger und Ersatz-Winger wären jedenfalls meine Hauptbaustellen gewesen in diesem Sommer. "Auf dem Silbertablett" angeboten wurden aber wohl Özil (den er nicht brauchen konnte, weil er ja schon Müller und Kroos hatte), Khedira und van der Wiel, mit dem sie ja wohl hinter van Gaals Rücken bereits alles ausgedealt hatten. Irrsinnig, wenn man sich überlegt, wie astrein das dann mit Alaba funktioniert hat.

Meine drei Favoriten damals waren ja Louis Suarez (alternativ Tevez), Felipe Louis (als Alternative zu Alaba) und David Louis. Außerdem (das soll nicht verschwiegen sein) Nuri Sahin als Alternative zu Kroos und Schweinsteiger sowie Gojko Kacar als "Switch-IV".

•     •     •

Lieblingsmannschaft der letzten 20 Jahre: Neuer; Lizarazu, Alaba, Anderson, Kimmich; Lahm, Kroos, Vidal; Müller, Pizarro, Robben
Traummannschaft für die nächsten 10 Jahre: Urbig; Davies, Schlotterbeck, Stanisic, Kimmich; Pavlovic, Stiller; Musiala, Bischof, Olise, Havertz

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Trumoi am 10.02.2017 um 12:04 Uhr bearbeitet
Eure Kaderanalyse |#542
10.02.2017 - 12:29 Uhr
Wobei Alaba mit seiner hier gefeierten Ansage an Franck (gegen Florenz) schon weiter geschrieben wurde, als er zu dem Zeitpunkt tatsächlich war. Das eine Jahr Offensivallzweckwaffe hat seinem Aufstieg sicher nicht geschadet. Wenn man bedenkt, wie Gustl oder Pranjic als LV unter van Gaal aussahen, hätte es den frischen Alaba schlicht auch verbrennen können. Dass Khedira, vdW und Özil (damals war der auch abseits des "brauchen wir nicht" ein richtig stigmatisiertes NoNo im Forum) trotz vermeintlicher Gegenliebe von oben nicht kamen, sagt m.E. auch Einiges aus.

Aber mal zu 2007 und 2009, zu Fips...



Zitat von Trumoi

Das Problem waren da imho nicht die Stürmer, das Problem waren die Flügel bzw. das offensive Mittelfeld. Und was machen die? Tauschen mehr oder weniger beide Reihen aus - Sturm und offensives Mittelfeld. Dabei war der Kader eigentlich sehr hübsch auf ein Rautensystem ausgelegt. Und es hätte auch Zehner gegeben in der Liga (Diego, Özil, Van der Vaart). Imho war es daher völlig unsinnig, Makaay und Pizarro durch Klose und Toni zu ersetzen, die ja noch nicht einmal deutlich jünger waren. Oder komplett andere Typen. So wie Klose dann um Toni herum gespielt hat, hätte Piza auch um Makaay herum spielen können.

Kann ich mir gut vorstellen: Du hättest den S04-Özil geholt, als Stammzehner (obwohl damals noch wenig mittig drauf) nach einer Halbserie anno 2007. Damals schon vorausahnend, nicht erst rückblickend. Dass man lieber vdV aus dem (privat getragenen) Valenciatrikot zerrt und Luca Toni seinlässt, kann ich eher nachvollziehen.

Das Problem war doch aber, dass Pizza immer weniger um Makaay wuselte, als schlampiges Genie mit allen Anlagen galt, selbst in der Folge eher zur traktorähnlichen Option (bei Topklubs) verkam. Und Makaay selbst war mit 32,5 auf dem absteigenden Ast. Das sieht auf dem Papier anders zusammengestellt schön aus, birgt aber gewaltige Zweifel in Sachen Praktikabilität: Lassen wir mind. mal Mittelstürmer Toni sein und holen dafür den Trikottester oder Diego, vielleicht noch irgendeinen günstigen Angreifer für den Doppelsturm, damit auch immer zwei bedient werden können. Hätte wohl auch funktioniert, obwohl Diego nicht billig geworden wäre. Liest sich gut, wäre eine Alternative gewesen.
Nur ist der eingeschlagene Weg ja deswegen nicht "völlig unsinnig" oder nicht dem damaligen Geschehen angepasst passiert.

Oder auch dieser Wink:
Zitat von Trumoi
Es war ja nicht einmal NUR Gomez, es waren ja Gomez UND Olic PLUS Müller zusätzlich zu Klose UND Toni Und dann einen 4:3:3- bzw. 3:4:3-Trainer holen, auf die Idee muß man erst einmal kommen. Eins mit Sternchen, kann man da nur sagen.

Da plant man im Laufe der Saison 08/09 einen Kader für das damals aktuelle und zu der Zeit nicht unbedingt seltene System unter dem "im-Winter-war-man-noch-gut-dabei"-Jürgen, die Doppelspitze als Element dessen. Toni, gern aua, und Klose, gern Nichtknipser, wurden durch Gomez und Olic frühzeitig erweitert. Vielleicht auf kurze Sicht das Tschö für den teuren Italiener, nach ggf. nur 3 Jahren, zumindest aber ambitioniert. Zudem wurde der vormals (auch im Forum herbeigesehnte) Super6er final angeleiert, noch ganz ohne neuen Trainer.
Dann(!) kam der Cut auf dem Chefposten, Jupp übernahm, das zukünftige Team stand grob, es gab noch zwei, drei Ergänzungen. Gut, einen Gegenpart zu Ribery fand man regulär nicht, dafür wurde Bastian schon vor Louis im ZM erprobt, was dieser im Laufe seiner Amtszeit final förderte. Van Gaal wurde dann im Mai fixiert.
Nach einem Jahr 4-4-2 (zumindest mehr 4-4-2 als 4-3-3 oder 3-4-3) samt Titel in Holland (da stellt der doch nach drei Spielzeiten überraschend "so" auf...) hätte man davon ausgehen können, dass er schon etwas mit dem Münchner Kader und dessen Aufbaugründen anfangen kann. Wenn er wollte, musste er logischerweise auch - das ist ja keine Einbahnstraße.
Im Resteregal lag dann Robben, was auch einen ROM/RA ermöglichte, obwohl der eher Außenstürmer war (den meinte Lahm auch mit Spieler, der zwar gut ist, aber wieder das eingespielte System aufbricht, weil er "zu gut" ist). Lahm selbst hätte ja das "alte System", für das zugekauft wurde, auch gebilligt. Der Tenor war ja nicht "weg von 4-4-2", sondern "gebt es vor, holt den Trainer dafür und kauft dafür ein". Obwohl ich schon glaube, dass er bei der Wahl eines System lieber in Richtung Barcelona votiert hätte.

Das lief letzten Endes nicht übermäßig passgenau. Aber glaubst du echt, Louis hat denen im Vorfeld erklärt: "So, ihr habt jetzt noch zwei Stürmer geholt, zusätzlich zu euren zwei potenziellen Star(t)-Stürmern. Ich habe zwar hier so (ähnlich) gespielt, will das aber nicht. Und euren Super-6er brauche ich nicht. Gomez habt ihr vermutlich umsonst geholt, vielleicht verleihen wir den."? Und die beiden Parteien haben das dennoch durchgezogen? Wieso bekommt dann eigentlich nicht der Trainer seine ironische "1 mit *", wenn er in ein nahezu fertig gebautes Nest einzieht und dann nicht mit Verlusten umbauen darf, wie er will? Zumal der irgendwie, analog zur Hollandzeit, kein 4-3-3 oder 3-4-3 brauchte, um knapp am Triple zu scheitern.

Bei allen Fragwürdigkeiten sollte man vielleicht hier und da mal die Kirche im Dorf lassen. Durch den Gaal, einen Pool an brauchbaren Spielern und den (laut Lahm) Unsinn, in ein erprobtes 4-4-2 einen Robben einzukaufen, wurde ein Prozess angeschoben, welcher unter viel Reiberei, Drama und manch Umwälzung die sportlich effektvolle Rückkehr nach Europa bedeutete. Und dazu gehört Uli auch als einer derer, die nach einem ganzheitlichen Trainer suchten. Das vorherige Gespann lieferte das nicht, nur beste Ansätze abseits des Fußballs. Hätte man mit Klinsi 5 Jahre gewartet, hätte er auch an Sammers Stelle stehen können. Wobei dann ja eh alles anders gekommen wäre...

Um den Bogen zu Lahm zu spannen. Der votierte damals für diesen systematischen Gedanken, Vorbild Barcelona. Aber muss Barca dieses Vorbild sein? Oder geht nicht auch Bayern ab 2009/10? Da kamen ein Irrer, dann ein Gemäßigter, dann ein Irrer, jetzt wieder ein Gemäßigter. Alle bedienen sich an einem offensivdominanten Stil, mal mehr, mal weniger engmaschig funktioniert, mal jedes Detail ansprechend, mal Freiraum in zarten Positions-Dosen, mal in vollen 2L-Flaschen überlässt. Man zapft Größen des Fachs an, ohne jedes Jahr einen großen Umbruch zu benötigen. Ob dafür ein Lahm mit der SZ-Knarre im Büro stehen muss oder der Verein mit seinen Köpfen nicht auch ein Gespür entwickelte, wird sich zeigen, wenn es dann nach Carlo weitergeht. Mit den europäischen Granden verglichen wüsste ich nicht, dass man den Münchner Weg so kritisch sehen muss, dass nur ein Sportvorstand Lahm Besserung verspricht. Vielen geht ja nur das Herz auf, weil der halt mal Kontra gab, während präferierte Lösungen gern als Marionette abgetan werden. Dabei hat Uli, so mein Glaube, mit 65 keinen Bock mehr, sich in Spielweise und Aufstellungen einzumischen oder dem Duo Reschke+Sportdirektor (wer auch immer) dann nahezulegen, wen man denn wirklich kaufen muss. Der Blick geht doch eher dahin, den Apparat FCB eine Ebene weiter oben neu aufzustellen. Auf der wirtschaftlichen Seite warten drei neue Vorstände, Kalle ist operativer Boss, für Sammer wird man jemanden finden, der eventuell auch ein breiteres Spektrum mitbringt. Bis dahin ist Uli präsent wie nie seit seiner Präsidentschaftskarriere.
Und wenn Sportdirektor aktuell in der Ausprägung für Lahm nicht passt, muss das gar nicht mal so arg furchtbar sein, man erinnere sich an Scholl. Die können weiterhin gut miteinander.
Nur ist Lahm aus einem anderen Holz, der spielte schon immer das Spiel der Funktionäre, während Mehmet halt Slalomstangen umtanzt, auf wie abseits des Rasens in allen Gebieten.

Letzten Endes glaube ich weiterhin, dass Philipp hier weniger den teamnahen Verhandlungshüpfer geben wird. Es wäre eine Zwischenlösung, bis auch Kalle kürzer tritt.
Welcher Thread passt jetzt eigentlich noch?

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„Katar ist ein Ehrenland“
Eure Kaderanalyse |#543
10.02.2017 - 12:31 Uhr
Zitat von Trumoi
Ein wichtiger Punkt 2010/11 war aber doch, daß van Gaal gebetsmühlenhaft wiederholt hat, man müsse erst verkaufen, bevor man kaufen könne. Und tatsächlich waren ja viele User ziemlich überrascht, daß man aus heiterem Himmel den Vertrag von Altintop verlängert hat, obwohl man eigentlich dachte, der stünde auf van Gaals Abschußliste (zusammen mit Micho) relativ weit oben. Zudem hat van Gaal ja permanent von seinem riesigen Schrank mit den Scouting-Profilen erzählt und auch einige Spieler namentlich genannt, Caceres von Juve zum Beispiel und eben den jungen Franzosen Corchia.
das mit der Kadergröße hatte ich nicht mehr in Erinnerung, stimmt. Ich würde einfach festhalten, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt die Zusammenarbeit nicht mehr konstruktiv war - vllt. musste (muss) man sich als FCB-Trainer schon ein bisschen verbiegen, um mit den Gegebenheiten im Verein klarzukommen, aber andere haben das auch geschafft.

Zu Caceres hab ich übrigens in Erinnerung, dass ihn LvG mal im Zuge mit anderen erwähnt hat von wegen "Ich kenne sie. XY, YZ, Caceres. Aber ich habe Alaba & Contento, die sind nicht schlechter"
Eure Kaderanalyse |#544
10.02.2017 - 14:04 Uhr
1. Das hatte ich falsch in Erinnerung. Lizerazu kam tatsächlich bereits 1997, was aber an der Grundaussage natürlich nichts ändert.

2. Strunz hat 1998/1999 24 Bundesligaspiele absolviert, 1999/2000 waren es 9 und 2000/2001 noch 5. Er hatte in der ersten Saison noch Spielanteile, allerdings wurde er ganz klar aussortiert. Die große Rolle hatte er in der Hitzfeld-Ära nie. Die Nationalmannschaftsnominierung würde ich in der Zeit um 2000 nicht als Qualitätsmerkmal sehen.

3. Da Bayern München in der Zeit ein 3er/5er-Kettensystem mit offensivem Abwehrchef/Libero praktiziert hatte, brauchte man auch keinen echten Rechtsverteidiger. Erst mit der finalen Umstellung auf eine 4er-Kette wurde gezielt nachgekauft. Taktisch war die Mannschaft sehr flexibel.

4. Anderson war ein klassischer Abwehrchef und da gab es schon Matthäus. Er war mehr ein gezielter Kauf für später. Zudem war er verletzungsanfällig und fiel immer wieder aus. Man ließ ihn gehen, weil es einfach zu viel war. Das hatte nichts mit Widerstand zu tun, sondern der weitere Verlauf war absehbar. Und was geschah? Anderson hat bis zu seinem Karriereende 4 Jahre später keine 40 Ligaspiele mehr gemacht.

5. Natürlich hatte man eine Parallelplanung mit mehreren Systemen betrieben. In der Zeit trat man internationel auswärts (gegen gute Gegner) mit einer völlig anderen Taktik an, als man es in Heimspielen machte, in denen man versuchte jeden Gegner zu überrollen.

6. Es ist zwar richtig, dass die Meisterschaft knapp war, aber du übersiehst eine sehr wichtige Kleinigkeit: Die Bundesliga war zu dem Zeitpunkt wesentlich ausgeglichener und international stark wie lange nicht. Das mal an einer kleine Statistik verdeutlicht:

Europacup-Endspiele von 1996 - 2002:

1996 Bayern München
1997 Schalke 04
1997 Borussia Dortmund
1998 VFB Stuttgart
1999 Bayern München
2001 Bayern München
2002 Borussia Dortmund
2002 Bayer Leverkusen

7 Jahre - 8 Endspiele bei dann doch 5 unterschiedlichen Teams. Das spricht schon für eine starke Periode, in der man die Meisterschaften nicht so leicht mitgenommen hat.

Man hatte zeitweise bis zu 4 Teams, die um die Meisterschaft mitspielen konnten und viele Mannschaften waren sehr unangenehm zu bespielen.

Erinnerst du dich noch an die Mannschaften, gegen die man 1998 und 1999 im CL-Viertelfinale spielte? Ja, dass waren Borussia Dortmund und der 1. FC Kaiserslautern. Das sagt doch einiges aus, oder?

Es ist also keine nostalgische Verklärung, wenn man vom "magischen Stuttgarter Dreieck" oder den "Schalker Euro-Fightern" redet. Das waren alles Teams, die auch international etwas gerissen haben und noch ein Jahr nach dem CL-Sieg 2001 standen zwei Bundesligateams in Endspielen um die zwei verbliebenen Europa-Pokale und die standen nicht einfach so da.

Dortmund hat 2002 den AC Mailand im Halbfinale daheim mit 4:0 aus dem Stadion geweht und Leverkusens Weg ins Finale 2002 sollte bekannt sein.

Da wird man halt nicht so einfach Meister, wenn die anderen auch gute Mannschaften haben zwinker







Zitat von username

Zitat von Mehlwurm

4. Gezielter Aufbau ab 1998/199

Der große Umschwung kam tatsächlich mit Hitzfeld 1998/1999. Der größte Teil der untauglichen Jugendspieler wurde aussortiert und dafür kamen gezielte Verstärkungen: Linke, Lizerazu, Effenberg, Salihamidzic und Jeremies kamen in einer Transferperiode. Der hier genannte Thomas Strunz war dagegen nur ein Ersatzspieler, der überhaupt keine große Rolle mehr spielte.


5. 1999/2000

Dass das kein Zufall war, zeigte sich ein Jahr später. Für Basler konnte man bereits in Sergio eine idealen Ersatz präsentieren. Patrick Anderson ersetzte den alternden Helmer und war, bei einem Matthäus-Abschied auch als neuer Abwehrchef eingeplant. Im Sturm hatte man mit Roque Santa Cruz ein vermutetes Mega-Talent verpflichtet


6. 2000/2001

Auch die nächste Saison zeigte, dass punktegenau ergänzt wurde: Nachdem Matthäus-Abgang stellte man endgültig auf Viererkette um und verpflichtete gezielt Rechtsverteidiger Sagnol. Als Backup kam schließlich Routine Sforza zurück. Das Endergebnis mit dem CL-Sieg ist ja bekannt.


7. 2002/2003

2002 war der Kader durchaus noch gut, aber zu viele Spieler waren über 30 und ein wenig satt. Hinzu kamen immer mehr Verletzungsprobleme (Salihamidzic, Scholl, Effenberg oder Jeremies machten in dem Jahr unter 20 BL-Spiele). Aus dem Grund bekamen Ergänzungsspieler wie Nico Kovac zu viel Spielzeit, was aber auch für junge Spieler wie Hargreaves galt. Der Tausch Anderson/Kovac erwies sich als wenig gelungen, die Verpflichtung von Pizarro dagegen als Volltreffer. Alles in allem wäre mehr drin gewesen, wenn die Stammkräfte immer zur Verfügung gestanden hätten.
ein paar Anmerkungen zu diesen Punkten:

  • Lizarazu kam bereits 1997, also noch unter Trap. Ist aber nicht weiter relevant

  • Thomas Strunz hat in der ersten Hitzfeld-Saison sehr wohl ne Rolle gespielt. Hat ein vielbeachtetes Comeback gefeiert (durch seine Leistungen bei uns auch in der N11) - er war ja auch der einzige ansatzweise "gelernte" RV/RM im Kader. Hat sich dann glaube ich mal zwischendurch verletzt und im Finale erschien es Hitzfeld wohl die sicherere Variante zu sein, da Verteidiger Babbel aufzustellen. Das mit dem fehlenden gelernten RV wurde übrigens erst im 3. Jahr mit Sagnol behoben.

  • Die ganze Situation in der Abwehr hab ich als recht chaotisch in Erinnerung - die zentrale Frage der Matthäus-Nachfolge mehr als Test im Betrieb, denn als Umsetzung eines zuvor ausgetüftelten Plans: Wenn Matthäus ausgefallen ist od. geschont wurde, hat meist Jens Jeremies den Libero gegeben - so ja auch nach Matthäus' Auswechlung im Finale gegen ManU (wird Hitzfeld oft vorgeworfen, wurde aber die gesamte Saison über praktiziert). Für die 2 IV-Positionen vor dem Libero standen mit Babbel (die meiste Zeit der ersten Saison), Linke, Kuffour & Helmer 4 Mann zur Verfügung.

  • Zur Saison 99/00 wurde dann Andersson für Helmer geholt, wobei Andersson der Ruf vorauseilte, 4er-Kette "zu können" (was nach dem Matthäus-Abgang endlich mal angegangen werden sollte). Andersson wurde aber wenn dann als IV vor dem Libero eingesetzt und nach dem Matthäus-Abgang gab Jens Jeremies den Libero. Die Umstellung auf 4er-Kette war noch nicht gelungen (wenn auch nachvollziehbar, weil Matthäus wirklich mitten in der Saison ging).
  • Zur Saison 2000/01 ging dann Babbel & es kam Sforza - also ein IV weniger bei einer zusätzlichen Option für eine evtl. Libero-Position. Für mein Verständnis hat man damals ne Art Parallelplanung betrieben: Entweder mit Libero (Sforza/Jeremies) & 2 IV (2 aus Linke/Kuffour/Andersson) od. mit 4er-Kette (für die dann nur 3 echte IV, sowie der bedingt geeignete Sforza zur Verfügung standen). Den Großteil der Saison wurde tatsächlich mit 4er-Kette gespielt, aber Sforza bekam keinen Fuß auf den Boden & auch Andersson war wie in der ersten Saison nur Ersatzspieler. Zudem war den größeren Teil der Saison über die Mannschaft nicht besonders stabil (Meister mit 63 Punkten...) und erst gegen Ende hat Hitzfeld das mit ner 5er-Abwehrkette (Liza, Linke, Andersson, Kuffour, Sagnol) hinbekommen. (Die Formation für die 5er-Kette war für die 3 inneren Positionen übrigens alternativlos, weil alle dafür in Frage kommenden Kaderspieler eingesetzt wurden).

  • Zur Saison 01/02 ließ man Andersson (der 3/4 seiner Bayern-Zeit nur Ersatzspieler war) ohne großen Widerstand gehen & holte R. Kovac. Der ihn, wenn man nicht nur die letzten Wochen der 01er-Saison als Andersson-Maßstab betrachtet, sehr wohl ersetzen konnte. In meinen Augen war das sogar das erste Mal seit dem Matthäus-Abgang, dass da ein klarer Kaderplan für die Abwehr bestand, der dann auch so durchgezogen wurde (R. Kovac, Linke & Kuffour als IV-Optionen für ne 4er-Kette).

Für mich ergibt sich daraus, dass ein gut austarierter Kader zwar vorteilhaft ist, aber im Nichtfall kein zwingender Erfolgsverhinderer ist. Siehe auch der WM-Titel 2014 mit den vielen IV, der zwar präsenter sein dürfte, aber als Bsp. als nicht vergleichbar angesehen werden könnte

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mehlwurm am 10.02.2017 um 14:15 Uhr bearbeitet
Eure Kaderanalyse |#545
10.02.2017 - 17:24 Uhr
Bayern bestach in der Zeit zwischen 1998-2002 als Kollektiv. Das war individuell nicht die stärkste Mannschaft, aber man hatte eine stabile Defensive um Abwehrchef Anderson, Effenberg als Stratege im Mittelfeld (mit Künstler Scholl falls fit) und vorne eine ideale Mischung mit Elber, Sergio und Wandstürmer Jancker. Dazu dann noch Wadenbeißer wie Jeremies, die auch mal den gegnerischen Spielmacher bearbeitet haben.

Der Fußball wurde sicher athletischer und hat sich taktisch nochmal weiterentwickelt. Ein Team wie Atletico zeigt aber heute noch, dass eine stabile Defensive enorm wichtig ist und man die individuelle Unterlegenheit im Offensivbereich, damit fast ausgleichen kann.
Eure Kaderanalyse |#546
10.02.2017 - 18:37 Uhr
Das mit dem Kollektiv stimmt zwar, aber von der Stärke und Breite des Kaders musste man sich vor keinem Verein verstecken.

Vergleich einfach mal mit dem Kader von Real Madrid in der Zeit. Jenseits einiger großer Namen, war der Bayern-Kader in der Breite vielleicht sogar besser besetzt. In jedem Fall war er aber taktisch (vom Spielermaterial) wesentlich flexibler.



Zitat von Stoffler
Bayern bestach in der Zeit zwischen 1998-2002 als Kollektiv. Das war individuell nicht die stärkste Mannschaft, aber man hatte eine stabile Defensive um Abwehrchef Anderson, Effenberg als Stratege im Mittelfeld (mit Künstler Scholl falls fit) und vorne eine ideale Mischung mit Elber, Sergio und Wandstürmer Jancker. Dazu dann noch Wadenbeißer wie Jeremies, die auch mal den gegnerischen Spielmacher bearbeitet haben.

Der Fußball wurde sicher athletischer und hat sich taktisch nochmal weiterentwickelt. Ein Team wie Atletico zeigt aber heute noch, dass eine stabile Defensive enorm wichtig ist und man die individuelle Unterlegenheit im Offensivbereich, damit fast ausgleichen kann.
Eure Kaderanalyse |#547
10.02.2017 - 20:02 Uhr
Zitat von Mehlwurm
Das mit dem Kollektiv stimmt zwar, aber von der Stärke und Breite des Kaders musste man sich vor keinem Verein verstecken.
und noch ein Blick auf Spielerkader des vergangenen Jahrzehnts - 2001 vs. 2006
(2006 gewählt, weil die Art der Meisterschaft stellvertretend für die "langweiligen" Titel der Periode steht & weil in der CL früh Schluss war)

2001__________________2006
Kahn_________________Kahn (gealtert)
Wessels (+ Dreher)______Rensing (+ Dreher)
Andersson____________Lucio
Linke_________________Ismael
Kuffour_______________Demichelis
Sforza________________Görlitz
Sagnol_______________Sagnol
Lizarazu______________Lizarazu (gealtert)
Tarnat_______________Lahm
Jeremies_____________Jeremies (dauerverletzt)
Fink_________________Ottl
_____________________Karimi
Hargreaves (blutjung)__Hargreaves
Effenberg____________Ballack
Scholl_______________Scholl (gealtert)
Wiesinger____________Deisler
Brazzo______________Brazzo
Wojchiechowski______dos Santos
____________________Schweinsteiger
Sergio_______________Zé Roberto
Elber________________Makaay
Jancker______________Pizarro
Santa Cruz___________Santa Cruz
Zickler_______________Guerrero


So gesehen geht glaube auch auch das Argument des heruntergewirtschafteten Kader in's Leere, ich erkenne nämlich wenn dann nur ne kleine Schwächung.
Eure Kaderanalyse |#548
11.02.2017 - 02:14 Uhr
Ich finde man hat es verpasst dieses Jahr einfach Top Talente zu kaufen wie der BVB den das wird ein Riesenproblem in Zukunft!!

Jetzt hat man noch diesen Sieger gen in der Mannschaft aber irgendwann muss ein Umbruch her und dann macht man es wie der BVB oder man macht es sehr kostspielig man kauft sich 25-27 Jährige die Sofort helfen!!

Macht man es wie der BVB dann sehe ich ein sehr großes Problem zukommen angenommen man kauft so 5-6 Top Talente dann braucht man auch Spieler wie Ribery und Robben die dir im Alltag zeigen wie du Gas geben musst um an die Weltklasse zu kommen!!

Da aber genau solche Winner typen spätestens 2018 so ziemlich alle weg sind wurde der Umbruch eventuell zu spät eingeleitet!!

Also ich bin gespannt!! Wir hatten auch mal das beste Mittelfeld der Welt aber jetzt??? naja abwarten bin echt gespannt den ich glaube in der Bundesliga wird uns BVB und auch RBL spätestens 2018/2019 sehr gefährlich werden!!

Das Problem BVB oder RBL die Spieler abkaufen das wird auch nicht billiger deshalb glaube ich kaum das wir in den nächsten Jahren einen Spieler von BVB oder RBL kaufen werden!!

z.b. ein Dembele,Weigl,Keita wäre jetzt schon eine Hammerverstärkung!!

Kimmich trau ich ehrlich gesagt keine Weltklasse zu!!! Sanches abwarten da hab ich noch Hoffnung!!

Coman auch abwarten da ist der Zug nicht abgefahren!! Costa niemals vielleicht wird er mal eine überragende Saison haben aber Weltklasse wird der nicht!!

Dann haben wir einen Hummels,Boa,Martinez,Vidal und eventuell noch Lewy die man in 2-3 Jahren ersetzen muss.

Bin echt gespannt wie unser Kader in 3 Jahren ausschaut!! Denke die rosigen Zeiten sind vorbei vielleicht noch nächstes Jahr HF CL und das war es!!!

•     •     •

Bayern 16/17 Neuer Bayern B Ulreich

Lahm Boateng Hummels Alaba Rafinha Martinez Badstuber Bernat

Vidal Kimmich Alonso

Robben Thiago Müller Ribery Costa Sanches Coman

Lewy Benko
Eure Kaderanalyse |#549
11.02.2017 - 09:29 Uhr
Der Kader 2006 war doch ein Witz.

Wer war dort Weltklasse? Nur Lucio und Sagnol.
Makaay, Pizza, RSC, Ballack, Ze Roberto waren alle Durchschnitt in der CL. Roy war nur in seiner ersten Saison in der CL stark. Danach ging gegen gute Gegner gar nix mehr. Ballack ging regelmäßig unter , Ze ebenso. Und hinten? Kahn war nur noch halb so gut wie 2001, Liza auch. Ismael wurde bereits mit Bremen in Lyon vorgeführt und dann von Pippo gleich wieder.

Dida Maldini Nesta Stam Cafu Pirlo Seedorf Gattuso Kaka Crespo Sheva -> dieses Team war uns Galaxien voraus. WK von vorne bis hinten.

Barca mit Ronaldinho und Eto und chelsea mit Drogba Lampard und Terry in der Form ihres Lebens waren auch viel stärker, weil die alle in der CL geliefert haben.

•     •     •

"Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen."

In Gedenken an MarkvanBommel (Beiträge 9008, RIP. 07.11.2008)

"Gestern....mit Monsieur Rummenigge, Uli Önes, Monsieur Opfner, Monsieur Nerlinger...ich hab gemacht 5 Jahre mehr" (Franck Ribery, 23.05.2010)

I, I follow...I follow you FC Bayern
Eure Kaderanalyse |#550
11.02.2017 - 10:17 Uhr
Zitat von Mehlwurm
Das mit dem Kollektiv stimmt zwar, aber von der Stärke und Breite des Kaders musste man sich vor keinem Verein verstecken.

Vergleich einfach mal mit dem Kader von Real Madrid in der Zeit. Jenseits einiger großer Namen, war der Bayern-Kader in der Breite vielleicht sogar besser besetzt. In jedem Fall war er aber taktisch (vom Spielermaterial) wesentlich flexibler.



Zitat von Stoffler

Bayern bestach in der Zeit zwischen 1998-2002 als Kollektiv. Das war individuell nicht die stärkste Mannschaft, aber man hatte eine stabile Defensive um Abwehrchef Anderson, Effenberg als Stratege im Mittelfeld (mit Künstler Scholl falls fit) und vorne eine ideale Mischung mit Elber, Sergio und Wandstürmer Jancker. Dazu dann noch Wadenbeißer wie Jeremies, die auch mal den gegnerischen Spielmacher bearbeitet haben.

Der Fußball wurde sicher athletischer und hat sich taktisch nochmal weiterentwickelt. Ein Team wie Atletico zeigt aber heute noch, dass eine stabile Defensive enorm wichtig ist und man die individuelle Unterlegenheit im Offensivbereich, damit fast ausgleichen kann.


Du hast mich falsch verstanden. Dieser Aussage stimme ich zu. Ich habe mich auf die individuelle Qualität mancher Einzelspieler bezogen. Es war auch eine Phase, wo z.B. die Nationalmannschaft in einer Krise war. Klar, Lizarazu, Effenberg, Scholl, die hätten zu dieser Zeit bei jedem Topverein spielen können. In der Tat war der Kader von der Breite ziemlich gut aufgestellt, aber ein wichtiger Faktor war eben auch der Spirit dieser Mannschaft. Nach der unglücklichen Finalniederlage gegen Man. United war richtig zu spüren, dass die Mannschaft daran nicht zerbrechen wird. Zu groß war auch der Hunger, mal wieder den CL-Titel nach München zu holen.
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