Die deutsche Nationalmannschaft
04.06.2018 - 11:44 Uhr
07.06.2026 - 12:15 Uhr
Neuer verletzt seit 16.5.
Beim Torwart egal, der muss nicht fit sein 😇
Beim Torwart egal, der muss nicht fit sein 😇
07.06.2026 - 12:43 Uhr
Zitat von Rampampulka
So wie die Aussage Pro Ouedraogo, anstatt El Mala (O-Ton Nagelsmann, Quelle: Kicker)
„Said El Mala hat zweieinhalb Wochen nicht trainiert, nur ein bisschen Läufe gemacht. Sein letztes Spiel war am 16. Mai. Und Assan hat am 29. Mai noch gespielt, weil er mit Leipzig in Südafrika war.“
😅welche Argumente hat dann Neuer?! Nur weil er so einen Status hat wahrscheinlich 🤦♂️🤷♂️
Zitat von Elevenscf
Neuers Zeit ist vorbei. Er war stark, Welttorhüter, der Beste. Die Betonung liegt aber auf „war“.
Ich hätte es geil gefunden 1 etablierten (wie Baumann) und 2 Frischlinge mitzunehmen. Und Neuer analog zu Urbig als Berater, Mentor, Coach. Die Erfahrung hat er, jeder kann davon profitieren. Aber Neuer hat nicht die Konstanz, die es braucht. Er hat immer noch Tage an denen er Weltklasse ist, dann gibt es aber auch das genaue Gegenteil.
Die Kommunikation und das Vorgehen von NAGELSMANN ist jedoch das wahre Problem. Ich hab’s irgendwo gelesen (ich glaube hier): „Dieser Mann hat ein Talent seine Spieler schlecht zu reden“ -> das zeigt sich wunderbar bei Undav. JN kann’s einfach nicht. Und genau deswegen bin ich bei dieser WM nicht für die deutschen und glaube auch an kein Weiterkommen im 1/8 Finale. Wenngleich es für die Spieler wohl eins der größten Erlebnisse des Lebens ist und ich es all denen gönnen würde.
Neuers Zeit ist vorbei. Er war stark, Welttorhüter, der Beste. Die Betonung liegt aber auf „war“.
Ich hätte es geil gefunden 1 etablierten (wie Baumann) und 2 Frischlinge mitzunehmen. Und Neuer analog zu Urbig als Berater, Mentor, Coach. Die Erfahrung hat er, jeder kann davon profitieren. Aber Neuer hat nicht die Konstanz, die es braucht. Er hat immer noch Tage an denen er Weltklasse ist, dann gibt es aber auch das genaue Gegenteil.
Die Kommunikation und das Vorgehen von NAGELSMANN ist jedoch das wahre Problem. Ich hab’s irgendwo gelesen (ich glaube hier): „Dieser Mann hat ein Talent seine Spieler schlecht zu reden“ -> das zeigt sich wunderbar bei Undav. JN kann’s einfach nicht. Und genau deswegen bin ich bei dieser WM nicht für die deutschen und glaube auch an kein Weiterkommen im 1/8 Finale. Wenngleich es für die Spieler wohl eins der größten Erlebnisse des Lebens ist und ich es all denen gönnen würde.
So wie die Aussage Pro Ouedraogo, anstatt El Mala (O-Ton Nagelsmann, Quelle: Kicker)
„Said El Mala hat zweieinhalb Wochen nicht trainiert, nur ein bisschen Läufe gemacht. Sein letztes Spiel war am 16. Mai. Und Assan hat am 29. Mai noch gespielt, weil er mit Leipzig in Südafrika war.“
😅welche Argumente hat dann Neuer?! Nur weil er so einen Status hat wahrscheinlich 🤦♂️🤷♂️
Mal davon abgesehen, dass Leipzig bei einer Promo-Tour durch Südafrika mit einer 1c Mannschaft ganz bestimmt nicht Zeit in intensive Trainings verwendet. Ich frage mich für wie dumm Nagelsmann die Öffentlichkeit oder Sportjournalisten hält.
Wenn er lieber Ouedraogo nominiert ok, ist ein guter Kicker völlig in Ordnung aber dann soll er doch bitte mal dazu stehen und das so kommunizieren und nicht immer so völlig halbgare und widersprüchliche Aussagen treffen.
Viel Ego und ganz wenig Substanz -mal sehen ob ihn die alte Bayern-Crew um Kimmich, Sane, Goretzka und Neuer rettet - ist bei den 2 letzten WM“s schief gegangen aber wenn er meint….
07.06.2026 - 12:54 Uhr
Immer wieder kam nach dem Rücktritt Neuers aus der Nationalmannschaft von den Medien die Frage an Nagelsmann ob er nicht doch wieder ein Thema wäre. Es wurde immer verneint (auch von Neuer selbst) und auf seinen selbst gewählten Rücktritt verwiesen. Vertrauen in Baumann gesetzt und als die Nr. 1 erkoren. Dann diese Kehrtwende und Neuer soll ohne ein Länderspiel seither für Deutschland gemacht zu haben als Nr. 1 ins Turnier gehen. Das ist so eine Farce, eigentlich unglaublich.
Seltsamerweise berichten die Medien nun auch überwiegend kritisch. Naja. 🥺
Ich weiß von niemandem in meinem persönlichen Umfeld, auch von keinen Bayern Fans, die diese Entscheidung gut heißen.
Ich verstehe wirklich alle, die keine große Lust mehr auf die WM verspüren. Das geht mir genauso so. Was natürlich auch noch ganz andere bekannte Gründe hat. Die Euphorie, die Fußball-Deutschland einige Zeit vereinte, ist wieder komplett verflogen. Schade.
Aber dieses Schauspiel (wie auch schon erwähnt wurde, besonders die Kommunikation) fühlt sich an wie das i-Tüpfelchen (Aura -> aua!). Hätte Neuer sich doch auf seiner Nationalmannschaftskarriere ausgeruht. Für mich gilt hier klar: Koan Neuer!
Seltsamerweise berichten die Medien nun auch überwiegend kritisch. Naja. 🥺
Ich weiß von niemandem in meinem persönlichen Umfeld, auch von keinen Bayern Fans, die diese Entscheidung gut heißen.
Ich verstehe wirklich alle, die keine große Lust mehr auf die WM verspüren. Das geht mir genauso so. Was natürlich auch noch ganz andere bekannte Gründe hat. Die Euphorie, die Fußball-Deutschland einige Zeit vereinte, ist wieder komplett verflogen. Schade.
Aber dieses Schauspiel (wie auch schon erwähnt wurde, besonders die Kommunikation) fühlt sich an wie das i-Tüpfelchen (Aura -> aua!). Hätte Neuer sich doch auf seiner Nationalmannschaftskarriere ausgeruht. Für mich gilt hier klar: Koan Neuer!
07.06.2026 - 13:23 Uhr
Zitat von SCF-Geli
Immer wieder kam nach dem Rücktritt Neuers aus der Nationalmannschaft von den Medien die Frage an Nagelsmann ob er nicht doch wieder ein Thema wäre. Es wurde immer verneint (auch von Neuer selbst) und auf seinen selbst gewählten Rücktritt verwiesen. Vertrauen in Baumann gesetzt und als die Nr. 1 erkoren. Dann diese Kehrtwende und Neuer soll ohne ein Länderspiel seither für Deutschland gemacht zu haben als Nr. 1 ins Turnier gehen. Das ist so eine Farce, eigentlich unglaublich.
Seltsamerweise berichten die Medien nun auch überwiegend kritisch. Naja. 🥺
Ich weiß von niemandem in meinem persönlichen Umfeld, auch von keinen Bayern Fans, die diese Entscheidung gut heißen.
Ich verstehe wirklich alle, die keine große Lust mehr auf die WM verspüren. Das geht mir genauso so. Was natürlich auch noch ganz andere bekannte Gründe hat. Die Euphorie, die Fußball-Deutschland einige Zeit vereinte, ist wieder komplett verflogen. Schade.
Aber dieses Schauspiel (wie auch schon erwähnt wurde, besonders die Kommunikation) fühlt sich an wie das i-Tüpfelchen (Aura -> aua!). Hätte Neuer sich doch auf seiner Nationalmannschaftskarriere ausgeruht. Für mich gilt hier klar: Koan Neuer!
Immer wieder kam nach dem Rücktritt Neuers aus der Nationalmannschaft von den Medien die Frage an Nagelsmann ob er nicht doch wieder ein Thema wäre. Es wurde immer verneint (auch von Neuer selbst) und auf seinen selbst gewählten Rücktritt verwiesen. Vertrauen in Baumann gesetzt und als die Nr. 1 erkoren. Dann diese Kehrtwende und Neuer soll ohne ein Länderspiel seither für Deutschland gemacht zu haben als Nr. 1 ins Turnier gehen. Das ist so eine Farce, eigentlich unglaublich.
Seltsamerweise berichten die Medien nun auch überwiegend kritisch. Naja. 🥺
Ich weiß von niemandem in meinem persönlichen Umfeld, auch von keinen Bayern Fans, die diese Entscheidung gut heißen.
Ich verstehe wirklich alle, die keine große Lust mehr auf die WM verspüren. Das geht mir genauso so. Was natürlich auch noch ganz andere bekannte Gründe hat. Die Euphorie, die Fußball-Deutschland einige Zeit vereinte, ist wieder komplett verflogen. Schade.
Aber dieses Schauspiel (wie auch schon erwähnt wurde, besonders die Kommunikation) fühlt sich an wie das i-Tüpfelchen (Aura -> aua!). Hätte Neuer sich doch auf seiner Nationalmannschaftskarriere ausgeruht. Für mich gilt hier klar: Koan Neuer!
Noch mehr gehen mir da auch die Rufe nach "wir müssen jetzt eine Einheit" sein auf den .. Sorry aber wenn die meinen Zuspruch und meine Euphorie entfachen möchten, dann sollten sie sich halt auch nicht verhalten wie die Hinterletzten ehrenlosen Assis.. Und dann noch an jeder Ecke betonen (nicht nur Neuer, auch die fragewürdigen anderen Berufungen, wo der Julian ja teils von selbst erwähnt hat, dass es eigentlich nicht Leistungsgerecht sei) das es ja um Teamspirit gehen würde.. Eh ja, sorry in nem Team wo ein Sane mit seiner Einstellung, Auftreten und ohne jedeweden Nachweis von Leistung als "wichtig" gilt, da kanns auch nicht weit her sein - schon gar nicht mit Querverweis auf Neuer.
Nochmal ganz davon ab, dass - sollten die Berichte denn stimmen - diese ganze Posse von der Bayern Riege um Kimmich angestoßen wurden (ich gehe sogar davon aus das er nur der war.. Hoffe wenn wir dann im 1/8 oder 1/4 raus sind nimmt der seinen Hut auch. Nach drei vergeigten WM wo er sich federführend für den Zusammenhalt sah, sollte er langsam akzeptieren das er mehr von sich hält als Substanz da ist, da gibts halt keinen Kane der sein Ego trägt und Mittelmäßigkeit verdeckt..).
Am lustigsten fand ich dann Dampfplauderer Sammer der was von Leistung faselt bei Neuer, und wie doch alle zu Hause bleiben sollten, die diese Hinterlistige Amateur Aktion nicht gutheißen. Mal davon ab das Neuer nach Leistung ebenso nicht da hin gehörte, haben wir mit Sane, Goretzka, und nem ganzen Haufen formloser Offensiven (Außer Undav, Havertz und Leweling) praktisch eine Riege die offenbar nur hier sind um in dieser Wohlfühloase aufgepäppelt zu werden. Wo ist da dieses ominöse "harte Geschäft" 😄
07.06.2026 - 19:44 Uhr
So, mit ein bisschen Abstand auch mal meine Einschätzungen und „Einzelkritik“ zum Spiel. Und ich muss ehrlich sagen: Was mich rund um dieses Spiel fast mehr irritiert hat als die Partie selbst, ist inzwischen diese komplette Anti-DFB-Grundstimmung, die man mittlerweile hier im Freiburg-Forum permanent spürt.
Und das sage ich bewusst, weil dieses Forum eigentlich mein absolutes Lieblingsforum im deutschen Fußballkosmos ist. Hier wird normalerweise differenzierter, anständiger und intelligenter diskutiert als fast überall sonst. Gerade deshalb finde ich diese konsequente Verbitterung gegenüber der Nationalmannschaft inzwischen echt anstrengend und – ja – auch ein kleines bisschen peinlich.
Natürlich ist beim DFB in den letzten Jahren brutal viel schiefgelaufen. Ehrlich gesagt nicht nur in den letzten Jahren, sondern seit Jahrzehnten immer wieder (darin waren die schon immer gut). Und natürlich war auch Nagelsmanns Kommunikation teilweise wirklich miserabel. Das betrifft Baumann, das betrifft den angeblichen Leistungsgedanken(Kontext Ginter), das betrifft den Umgang mit Undav und einige andere Themen genauso. Da gibt es absolut berechtigte Kritikpunkte.
Aber daraus abzuleiten, der Nationalmannschaft aktiv Schlechtes zu wünschen oder jede Niederlage fast schon genüsslich herbeizusehnen, finde ich ehrlich gesagt traurig und auch irgendwie armselig.
Da spielen gute Jungs. Viele davon wirken sympathisch, reflektiert und bodenständig. Da spielen fantastische Fußballer, die unser Land in seiner tatsächlichen Vielfalt repräsentieren und unsere Gesellschaft oft besser widerspiegeln als manche politische Debatte. Und vor allem spielen da Leute, die für dieses Land Gas geben und die es meiner Meinung nach verdient haben, unterstützt statt permanent zerfleischt zu werden.
Die Nationalmannschaft war über Jahrzehnte eines der letzten echten gemeinsamen Lagerfeuer in diesem Land. Einer der wenigen Orte, an denen ein modernes, vielfältiges Deutschland sichtbar wurde. Wo Integration tatsächlich gelebt wurde und nicht nur als Schlagwort existierte. Wo Menschen unterschiedlichster Herkunft gemeinsam gejubelt haben, gemeinsam gelitten haben und sich für einen Moment als Teil von etwas Größerem gefühlt haben. Für mich war bspw. 2006 ein Erweckungserlebnis, wo ich als 13-Jähriger gemerkt habe: Hey, wir können auch anders hier in unserem Land.
Und vieles von dem – ausdrücklich nicht alles, gerade hier im Forum oft deutlich reflektierter –, was aktuell an Hass und Dauerkritik auf die Mannschaft einprasselt, reibt sich genau daran. Zwischen den ewigen Symboldebatten – den einen ist Rainbow zu viel, den anderen OneLove zu wenig – und diesem ganzen ermüdenden Kulturkampf (der auch wichtig ist, aber vielleicht nicht nur im Fußball ausgetragen werden sollte) vergessen viele völlig, worum es eigentlich mal ging: um gemeinsame Momente. Um Begeisterung. Um Identifikation. Um etwas, das Menschen verbinden kann. Dieses Spalten hilft am Ende dann auch wieder den Blauen, die sich freuen, wenn eine Multikulti-Truppe "versagt".
Und ich merke das bei mir selbst jedes Mal wieder, wenn Deutschland spielt.
Für mich ist ein Deniz genauso „einer von uns“ wie ein Maximilian. Ein Nadiem genauso wie ein Manuel Peter. Genau das liebe ich eigentlich an dieser Mannschaft. Und ehrlich gesagt hoffe ich schon, dass man auch hier vielleicht wieder ein bisschen mehr in diese Richtung denkt, statt sich reflexartig in dieses generelle „DFB = alles scheiße“-Narrativ reinziehen zu lassen.
So. Und jetzt zum Spiel selbst.
Die ersten 10 bis 15 Minuten waren nämlich keineswegs schlecht – im Gegenteil. Deutschland war extrem griffig, aggressiv gegen den Ball und offensiv deutlich klarer als später im Spiel. In dieser Phase hätte man problemlos 2:0 oder sogar 3:0 führen können. Zwei Treffer fielen ja sogar, einer davon knapp aberkannt. Auch Sané war in diesen Sequenzen keineswegs der Totalausfall, als der er anschließend wieder dargestellt wurde. Da waren gute Vorlagen und einige sehr saubere Aktionen dabei.
Das eigentliche Problem begann danach: Deutschland wurde passiv. Und zwar nicht nur aus eigenem Antrieb, sondern auch, weil die USA ein bemerkenswert starkes Pressing gespielt haben. Das kam in vielen Highlight-Zusammenschnitten vermutlich gar nicht richtig rüber. Die Amerikaner haben extrem hoch und mit enormer Intensität angelaufen. Deutschland hatte massive Probleme, sich daraus sauber zu befreien.
Gerade deshalb fand ich einige individuelle Bewertungen nach dem Spiel ziemlich oberflächlich.
Kimmich zum Beispiel hat mir überhaupt nicht gefallen – allerdings weniger wegen irgendwelcher „fehlender Mentalität“, wie man es online wieder lesen musste, sondern wegen seiner Entscheidungsfindung unter Druck. Er hatte mehrfach Situationen, in denen ein einfacher Rückpass die logische Lösung gewesen wäre, stattdessen versuchte er sich im eigenen Sechzehner oder unmittelbar davor durch mehrere Gegenspieler zu dribbeln. Teilweise wirkte das fast wie ein Vertrauensverlust in Baumanns spielerische Fähigkeiten.
Und genau da liegt der nächste Punkt: Baumann hatte zwar eine starke Doppelparade und einige gute Aktionen im klassischen Torwartspiel, aber mit Ball am Fuß war das schlicht nicht ausreichend für ein Spiel gegen dieses Pressingniveau. Deutschland konnte den ersten Zugriff der USA kaum sauber überspielen.
Und ich glaube, gerade wir Freiburger haben trotz des damals unschönen Abgangs natürlich immer noch gewisse Sympathien für Baumann. Das wird bei vielen unterbewusst sicher auch eine Rolle spielen. Aber wenn man ehrlich auf das sportliche Gesamtpaket schaut, gibt es für mich trotzdem keine Diskussion. Neuer matched im Grunde alle klassischen Torwartstärken von Baumann mindestens – Strafraumbeherrschung, Reflexe, Erfahrung – und bringt darüber hinaus einfach fußballerisch nochmal eine komplett andere Dimension mit. Allein dieses Gefühl, „wir haben Neuer hinter uns“, verändert schon die gesamte Ausstrahlung einer Mannschaft im Aufbau.
Deshalb kann es für mich sportlich eigentlich nur eine Entscheidung geben.
Was die Sache natürlich nicht besser macht, ist die Kommunikation von Nagelsmann. Erst dieses öffentliche Theater, dann die Andeutungen, dann wieder Rückzieher – das war alles unnötig unklar und ungeschickt moderiert.
Tah fehlte ein-, zweimal etwas Endgeschwindigkeit. Aber insgesamt hat er enorm viel wegverteidigt. Mehrere wichtige Blocks gegen Pulisic, starke Rettungsaktionen im Strafraum und generell eine hohe Präsenz im direkten Verteidigen. Beim Gegentor wird jetzt wieder die Kopfballverlängerung seziert, aber ehrlich gesagt: Dass der Ball genau so wieder vor die Füße des Gegners fällt und dann direkt verwertet wird, passiert vielleicht einmal in hundert Situationen. Daraus jetzt ein individuelles Versagen zu konstruieren, halte ich für billig.
Schlotterbeck dagegen war deutlich problematischer. Mehrere Ballverluste im Aufbau, dazu einige Szenen, in denen er sich relativ leicht hat ausspielen lassen. Da fehlte mir insgesamt die Stabilität. Umso interessanter, dass Rüdiger überhaupt keine Minuten bekam und stattdessen Anton kam.
Die positivste Überraschung war für mich Brown. Für mich der beste deutsche Spieler der ersten Halbzeit. Der hatte mehrere direkte Laufduelle gegen Dest und Pulisic und generell gegen extrem schnelle Spieler – und hat die einfach sauber gewonnen. Nicht irgendwie mit Glück oder Foulspiel, sondern mit purem Tempo und Timing. Deutschland hatte auf den Außen defensiv lange keinen Spieler mehr mit dieser Dynamik. Teilweise erinnerte das tatsächlich an Davies in seinen besten Laufduellen. Wenn Bayern ihn wirklich holen sollte, wäre das ein extrem spannender Transfer.
Im Zentrum hatte Pavlović ungewohnt viele Probleme, der ist für mich eigentlich unangreifbar. Groß, fleißig, progressiv passend, pressingresistent, mannschaftsdienlich, technisch sauber. Gestern war das aber lange nichts. Allerdings auch, weil die Unterstützung in engen Räumen oft fehlte. Die USA haben genau diese Zone brutal attackiert. Nmecha hatte zwar einige gute Ballträger-Momente, zeigte aber gleichzeitig wieder diese gewisse Kopflosigkeit in Entscheidungsphasen. Trotzdem glaube ich grundsätzlich, dass diese Zentrale funktionieren kann, sobald der Gegner nicht mit dieser kompromisslosen Intensität presst.
Wirtz wiederum war für seine Verhältnisse nahezu unsichtbar. Klar, ein paar clevere Weiterleitungen und kleine technische Momente waren dabei, aber gemessen an seinem Talent und seinem Status erwartet man deutlich mehr Einfluss auf so ein Spiel.
Und gerade bei Musiala wird die Diskussion inzwischen wirklich absurd. Da reicht inzwischen gefühlt ein verlorener Zweikampf und sofort wird wieder die komplette „zu verspielt“- oder „taucht ab“-Debatte ausgepackt. Dabei war das gestern objektiv betrachtet kein schlechtes Spiel von ihm. Klar, es war nicht dieses alte Musiala-Level, bei dem er vier oder fünf Leute im Slalom stehen lässt und allein ein Spiel zerstört. Ob dieses völlig entfesselte Dribbling-Monster jemals komplett zurückkommt, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Aber darum geht es auch gar nicht mehr zwingend.
Er hat trotzdem mehrfach extrem clevere Aktionen gehabt. Dieser Steckpass in der Abseitsszene war brutal gut. Dann die Situation mit Leweling, der komplett die falsche Entscheidung trifft und nicht selbst abschließt – auch da kommt der öffnende Pass von Musiala. Und wenn ich mich richtig erinnere, leitet er auch die Szene zum 2:1 ein, indem er Havertz findet. Das sind keine Zufallsaktionen. Das sind genau die kleinen Momente, die Topspieler produzieren, auch wenn sie nicht permanent spektakulär aussehen.
Deshalb finde ich diese komplette Online-Hysterie um ihn mittlerweile echt fragwürdig. Vor allem, weil man dieselbe Härte bei anderen Spielern oft überhaupt nicht sieht. Und irgendwann stellt man sich schon die Frage, warum sich dieser extreme Hass auffällig oft gegen schwarze oder gemischtrassige Spieler richtet (Özil, Sané, Rüdiger, Musiala). Vielleicht ist das manchen selbst gar nicht bewusst, aber die Muster sind schon bemerkenswert.
Sané dagegen fand ich deutlich besser, als es ihm wieder angerechnet wird. Vor allem seine Geschwindigkeit war gestern brutal auffällig. Gerade in dieser starken Anfangsphase war er mehrfach extrem explosiv und hat den Amerikanern echte Probleme gemacht. Auch später, gegen Ende seiner Einsatzzeit, hatte er noch ein paar richtig dynamische Aktionen. Und am Ende macht er eben auch sein Tor. Klar, der Abschluss war etwas glücklich, aber er war drin. Das zählt am Ende nun mal.
Und vor allem war er für mich klar besser als Leweling.
Über Leweling liest man komischerweise fast gar nichts Kritisches, obwohl der Auftritt ehrlich gesagt ziemlich schwach war. Langsam im Antritt, kaum Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-eins, schlechte Entscheidungen und dann diese Szene, in der er nicht selbst abschließt. Da musst du auf dem Niveau einfach schießen. Insgesamt kam da offensiv fast nichts. Für mich ist deshalb relativ eindeutig, dass Sané in der Hierarchie vor ihm stehen muss.
Havertz dagegen hat mir insgesamt gut gefallen. Tor gemacht, Bälle festgemacht, wieder extrem fleißig gearbeitet und vor allem: Der Mann ist für seine Größe unfassbar schnell auf den ersten Metern. Das unterschätzen viele komplett. Was mir allerdings erneut aufgefallen ist: Er hält die zentrale Position kaum. Nach seiner frühen Strafraumszene und dem Tor ist er wieder permanent auf die Flügel ausgewichen. Das kann theoretisch sehr fluid und schwer zu verteidigen sein, aber nur, wenn andere Spieler konsequent die Mitte besetzen. Genau das ist aber oft nicht passiert.
Die Einwechselspieler waren insgesamt eher enttäuschend.
Raum fand ich schwach. Früh Gelb gesehen, danach einige hektische Aktionen. Noch nicht katastrophal, aber definitiv kein stabilisierender Faktor. Anton dagegen war für mich komplett überfordert. Der wurde mehrfach brutal überlaufen, hat einen absurden Tunnel gefressen, sah im Eins-gegen-eins ganz schlecht aus und hatte auch am Ball enorme Probleme. Ich verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, warum man ihn als Rechtsverteidiger testet. Da würde ich eher Tah oder sogar Rüdiger hinschieben. Dieser Versuch wirkte komplett fehlgeschlagen.
Undav war wiederum fast unsichtbar. Das war gar nichts. Interessant auch im Hinblick auf die ewige Joker-Debatte – vielleicht ist er doch tatsächlich eher ein Spieler, der von Beginn an besser funktioniert als aus dem Spiel heraus. Woltemade wiederum bekam überhaupt keine Minuten. Keine Ahnung, ob das schon ein Fingerzeig von Nagelsmann ist.
Amiri fand ich dagegen ordentlich. Ruhig, sauber, unaufgeregt. Beier wiederum hat vor allem dadurch auf sich aufmerksam gemacht, dass er permanent in irgendwelche kleinen Scharmützel verwickelt war – wobei der amerikanische Rechtsverteidiger da auch komplett drüber war. Da waren ein paar Aktionen dabei, die schon fast dunkelrotwürdig waren. Die Rudelbildung zwischendurch hatte auf jeden Fall mehr Intensität als manche Spielphase.
Und genau deshalb finde ich die Gesamtdiskussion momentan so überzogen. Das war kein Spiel, das einem jetzt riesige Hoffnung für ein Turnier macht. Aber es war auch längst kein katastrophaler Offenbarungseid. Die Mannschaft hatte gute Phasen, hatte Tempo, hatte Strukturansätze und traf auf einen Gegner, der taktisch und physisch deutlich unangenehmer war, als viele offenbar erwartet hatten.
Trotzdem wird wieder sofort die komplette Mannschaft zerlegt. Und ich glaube, viele unterschätzen völlig, wie sehr Spieler sowas inzwischen mitbekommen. Die lesen soziale Medien, Foren, Kommentare – die kriegen diese Daueraggression mit. Und in Deutschland kippt die Stimmung rund um die Nationalmannschaft mittlerweile einfach unfassbar schnell ins Giftige.
Wenn ich aktuell aufstellen müsste, würde ich tatsächlich ernsthaft über Brown nachdenken. Raum bringt Mentalität, Flanken und Kampf rein, keine Frage. Aber Brown gibt dir etwas, das dieser Mannschaft brutal fehlt: echtes Tempo auf außen. Dazu wirkt er extrem ruhig im Zweikampf, nicht hektisch aggressiv, sondern sauber und kontrolliert. Und am Ball ist er ebenfalls deutlich stärker, als viele gedacht hätten. Könnte mir sehr gut vorstellen, dass er sich langfristig festspielt.
Rechts bleibt für mich die spannendste Frage. Sané hatte wieder Licht und Schatten. Diese Explosivität ist nach wie vor außergewöhnlich. Er macht nur oft noch zu wenig daraus. Gleichzeitig driftet Havertz ohnehin ständig auf den Flügel. Vielleicht wäre genau diese Kombination sogar sinnvoll: Havertz halbrechts-fluid, davor oder zentral ein klarer Strafraumspieler.
Aber nach gestern glaube ich ehrlich gesagt trotzdem, dass Nagelsmann einfach dieselbe Startelf nochmal bringen wird.
Und das sage ich bewusst, weil dieses Forum eigentlich mein absolutes Lieblingsforum im deutschen Fußballkosmos ist. Hier wird normalerweise differenzierter, anständiger und intelligenter diskutiert als fast überall sonst. Gerade deshalb finde ich diese konsequente Verbitterung gegenüber der Nationalmannschaft inzwischen echt anstrengend und – ja – auch ein kleines bisschen peinlich.
Natürlich ist beim DFB in den letzten Jahren brutal viel schiefgelaufen. Ehrlich gesagt nicht nur in den letzten Jahren, sondern seit Jahrzehnten immer wieder (darin waren die schon immer gut). Und natürlich war auch Nagelsmanns Kommunikation teilweise wirklich miserabel. Das betrifft Baumann, das betrifft den angeblichen Leistungsgedanken(Kontext Ginter), das betrifft den Umgang mit Undav und einige andere Themen genauso. Da gibt es absolut berechtigte Kritikpunkte.
Aber daraus abzuleiten, der Nationalmannschaft aktiv Schlechtes zu wünschen oder jede Niederlage fast schon genüsslich herbeizusehnen, finde ich ehrlich gesagt traurig und auch irgendwie armselig.
Da spielen gute Jungs. Viele davon wirken sympathisch, reflektiert und bodenständig. Da spielen fantastische Fußballer, die unser Land in seiner tatsächlichen Vielfalt repräsentieren und unsere Gesellschaft oft besser widerspiegeln als manche politische Debatte. Und vor allem spielen da Leute, die für dieses Land Gas geben und die es meiner Meinung nach verdient haben, unterstützt statt permanent zerfleischt zu werden.
Die Nationalmannschaft war über Jahrzehnte eines der letzten echten gemeinsamen Lagerfeuer in diesem Land. Einer der wenigen Orte, an denen ein modernes, vielfältiges Deutschland sichtbar wurde. Wo Integration tatsächlich gelebt wurde und nicht nur als Schlagwort existierte. Wo Menschen unterschiedlichster Herkunft gemeinsam gejubelt haben, gemeinsam gelitten haben und sich für einen Moment als Teil von etwas Größerem gefühlt haben. Für mich war bspw. 2006 ein Erweckungserlebnis, wo ich als 13-Jähriger gemerkt habe: Hey, wir können auch anders hier in unserem Land.
Und vieles von dem – ausdrücklich nicht alles, gerade hier im Forum oft deutlich reflektierter –, was aktuell an Hass und Dauerkritik auf die Mannschaft einprasselt, reibt sich genau daran. Zwischen den ewigen Symboldebatten – den einen ist Rainbow zu viel, den anderen OneLove zu wenig – und diesem ganzen ermüdenden Kulturkampf (der auch wichtig ist, aber vielleicht nicht nur im Fußball ausgetragen werden sollte) vergessen viele völlig, worum es eigentlich mal ging: um gemeinsame Momente. Um Begeisterung. Um Identifikation. Um etwas, das Menschen verbinden kann. Dieses Spalten hilft am Ende dann auch wieder den Blauen, die sich freuen, wenn eine Multikulti-Truppe "versagt".
Und ich merke das bei mir selbst jedes Mal wieder, wenn Deutschland spielt.
Für mich ist ein Deniz genauso „einer von uns“ wie ein Maximilian. Ein Nadiem genauso wie ein Manuel Peter. Genau das liebe ich eigentlich an dieser Mannschaft. Und ehrlich gesagt hoffe ich schon, dass man auch hier vielleicht wieder ein bisschen mehr in diese Richtung denkt, statt sich reflexartig in dieses generelle „DFB = alles scheiße“-Narrativ reinziehen zu lassen.
So. Und jetzt zum Spiel selbst.
Die ersten 10 bis 15 Minuten waren nämlich keineswegs schlecht – im Gegenteil. Deutschland war extrem griffig, aggressiv gegen den Ball und offensiv deutlich klarer als später im Spiel. In dieser Phase hätte man problemlos 2:0 oder sogar 3:0 führen können. Zwei Treffer fielen ja sogar, einer davon knapp aberkannt. Auch Sané war in diesen Sequenzen keineswegs der Totalausfall, als der er anschließend wieder dargestellt wurde. Da waren gute Vorlagen und einige sehr saubere Aktionen dabei.
Das eigentliche Problem begann danach: Deutschland wurde passiv. Und zwar nicht nur aus eigenem Antrieb, sondern auch, weil die USA ein bemerkenswert starkes Pressing gespielt haben. Das kam in vielen Highlight-Zusammenschnitten vermutlich gar nicht richtig rüber. Die Amerikaner haben extrem hoch und mit enormer Intensität angelaufen. Deutschland hatte massive Probleme, sich daraus sauber zu befreien.
Gerade deshalb fand ich einige individuelle Bewertungen nach dem Spiel ziemlich oberflächlich.
Kimmich zum Beispiel hat mir überhaupt nicht gefallen – allerdings weniger wegen irgendwelcher „fehlender Mentalität“, wie man es online wieder lesen musste, sondern wegen seiner Entscheidungsfindung unter Druck. Er hatte mehrfach Situationen, in denen ein einfacher Rückpass die logische Lösung gewesen wäre, stattdessen versuchte er sich im eigenen Sechzehner oder unmittelbar davor durch mehrere Gegenspieler zu dribbeln. Teilweise wirkte das fast wie ein Vertrauensverlust in Baumanns spielerische Fähigkeiten.
Und genau da liegt der nächste Punkt: Baumann hatte zwar eine starke Doppelparade und einige gute Aktionen im klassischen Torwartspiel, aber mit Ball am Fuß war das schlicht nicht ausreichend für ein Spiel gegen dieses Pressingniveau. Deutschland konnte den ersten Zugriff der USA kaum sauber überspielen.
Und ich glaube, gerade wir Freiburger haben trotz des damals unschönen Abgangs natürlich immer noch gewisse Sympathien für Baumann. Das wird bei vielen unterbewusst sicher auch eine Rolle spielen. Aber wenn man ehrlich auf das sportliche Gesamtpaket schaut, gibt es für mich trotzdem keine Diskussion. Neuer matched im Grunde alle klassischen Torwartstärken von Baumann mindestens – Strafraumbeherrschung, Reflexe, Erfahrung – und bringt darüber hinaus einfach fußballerisch nochmal eine komplett andere Dimension mit. Allein dieses Gefühl, „wir haben Neuer hinter uns“, verändert schon die gesamte Ausstrahlung einer Mannschaft im Aufbau.
Deshalb kann es für mich sportlich eigentlich nur eine Entscheidung geben.
Was die Sache natürlich nicht besser macht, ist die Kommunikation von Nagelsmann. Erst dieses öffentliche Theater, dann die Andeutungen, dann wieder Rückzieher – das war alles unnötig unklar und ungeschickt moderiert.
Tah fehlte ein-, zweimal etwas Endgeschwindigkeit. Aber insgesamt hat er enorm viel wegverteidigt. Mehrere wichtige Blocks gegen Pulisic, starke Rettungsaktionen im Strafraum und generell eine hohe Präsenz im direkten Verteidigen. Beim Gegentor wird jetzt wieder die Kopfballverlängerung seziert, aber ehrlich gesagt: Dass der Ball genau so wieder vor die Füße des Gegners fällt und dann direkt verwertet wird, passiert vielleicht einmal in hundert Situationen. Daraus jetzt ein individuelles Versagen zu konstruieren, halte ich für billig.
Schlotterbeck dagegen war deutlich problematischer. Mehrere Ballverluste im Aufbau, dazu einige Szenen, in denen er sich relativ leicht hat ausspielen lassen. Da fehlte mir insgesamt die Stabilität. Umso interessanter, dass Rüdiger überhaupt keine Minuten bekam und stattdessen Anton kam.
Die positivste Überraschung war für mich Brown. Für mich der beste deutsche Spieler der ersten Halbzeit. Der hatte mehrere direkte Laufduelle gegen Dest und Pulisic und generell gegen extrem schnelle Spieler – und hat die einfach sauber gewonnen. Nicht irgendwie mit Glück oder Foulspiel, sondern mit purem Tempo und Timing. Deutschland hatte auf den Außen defensiv lange keinen Spieler mehr mit dieser Dynamik. Teilweise erinnerte das tatsächlich an Davies in seinen besten Laufduellen. Wenn Bayern ihn wirklich holen sollte, wäre das ein extrem spannender Transfer.
Im Zentrum hatte Pavlović ungewohnt viele Probleme, der ist für mich eigentlich unangreifbar. Groß, fleißig, progressiv passend, pressingresistent, mannschaftsdienlich, technisch sauber. Gestern war das aber lange nichts. Allerdings auch, weil die Unterstützung in engen Räumen oft fehlte. Die USA haben genau diese Zone brutal attackiert. Nmecha hatte zwar einige gute Ballträger-Momente, zeigte aber gleichzeitig wieder diese gewisse Kopflosigkeit in Entscheidungsphasen. Trotzdem glaube ich grundsätzlich, dass diese Zentrale funktionieren kann, sobald der Gegner nicht mit dieser kompromisslosen Intensität presst.
Wirtz wiederum war für seine Verhältnisse nahezu unsichtbar. Klar, ein paar clevere Weiterleitungen und kleine technische Momente waren dabei, aber gemessen an seinem Talent und seinem Status erwartet man deutlich mehr Einfluss auf so ein Spiel.
Und gerade bei Musiala wird die Diskussion inzwischen wirklich absurd. Da reicht inzwischen gefühlt ein verlorener Zweikampf und sofort wird wieder die komplette „zu verspielt“- oder „taucht ab“-Debatte ausgepackt. Dabei war das gestern objektiv betrachtet kein schlechtes Spiel von ihm. Klar, es war nicht dieses alte Musiala-Level, bei dem er vier oder fünf Leute im Slalom stehen lässt und allein ein Spiel zerstört. Ob dieses völlig entfesselte Dribbling-Monster jemals komplett zurückkommt, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Aber darum geht es auch gar nicht mehr zwingend.
Er hat trotzdem mehrfach extrem clevere Aktionen gehabt. Dieser Steckpass in der Abseitsszene war brutal gut. Dann die Situation mit Leweling, der komplett die falsche Entscheidung trifft und nicht selbst abschließt – auch da kommt der öffnende Pass von Musiala. Und wenn ich mich richtig erinnere, leitet er auch die Szene zum 2:1 ein, indem er Havertz findet. Das sind keine Zufallsaktionen. Das sind genau die kleinen Momente, die Topspieler produzieren, auch wenn sie nicht permanent spektakulär aussehen.
Deshalb finde ich diese komplette Online-Hysterie um ihn mittlerweile echt fragwürdig. Vor allem, weil man dieselbe Härte bei anderen Spielern oft überhaupt nicht sieht. Und irgendwann stellt man sich schon die Frage, warum sich dieser extreme Hass auffällig oft gegen schwarze oder gemischtrassige Spieler richtet (Özil, Sané, Rüdiger, Musiala). Vielleicht ist das manchen selbst gar nicht bewusst, aber die Muster sind schon bemerkenswert.
Sané dagegen fand ich deutlich besser, als es ihm wieder angerechnet wird. Vor allem seine Geschwindigkeit war gestern brutal auffällig. Gerade in dieser starken Anfangsphase war er mehrfach extrem explosiv und hat den Amerikanern echte Probleme gemacht. Auch später, gegen Ende seiner Einsatzzeit, hatte er noch ein paar richtig dynamische Aktionen. Und am Ende macht er eben auch sein Tor. Klar, der Abschluss war etwas glücklich, aber er war drin. Das zählt am Ende nun mal.
Und vor allem war er für mich klar besser als Leweling.
Über Leweling liest man komischerweise fast gar nichts Kritisches, obwohl der Auftritt ehrlich gesagt ziemlich schwach war. Langsam im Antritt, kaum Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-eins, schlechte Entscheidungen und dann diese Szene, in der er nicht selbst abschließt. Da musst du auf dem Niveau einfach schießen. Insgesamt kam da offensiv fast nichts. Für mich ist deshalb relativ eindeutig, dass Sané in der Hierarchie vor ihm stehen muss.
Havertz dagegen hat mir insgesamt gut gefallen. Tor gemacht, Bälle festgemacht, wieder extrem fleißig gearbeitet und vor allem: Der Mann ist für seine Größe unfassbar schnell auf den ersten Metern. Das unterschätzen viele komplett. Was mir allerdings erneut aufgefallen ist: Er hält die zentrale Position kaum. Nach seiner frühen Strafraumszene und dem Tor ist er wieder permanent auf die Flügel ausgewichen. Das kann theoretisch sehr fluid und schwer zu verteidigen sein, aber nur, wenn andere Spieler konsequent die Mitte besetzen. Genau das ist aber oft nicht passiert.
Die Einwechselspieler waren insgesamt eher enttäuschend.
Raum fand ich schwach. Früh Gelb gesehen, danach einige hektische Aktionen. Noch nicht katastrophal, aber definitiv kein stabilisierender Faktor. Anton dagegen war für mich komplett überfordert. Der wurde mehrfach brutal überlaufen, hat einen absurden Tunnel gefressen, sah im Eins-gegen-eins ganz schlecht aus und hatte auch am Ball enorme Probleme. Ich verstehe ehrlich gesagt überhaupt nicht, warum man ihn als Rechtsverteidiger testet. Da würde ich eher Tah oder sogar Rüdiger hinschieben. Dieser Versuch wirkte komplett fehlgeschlagen.
Undav war wiederum fast unsichtbar. Das war gar nichts. Interessant auch im Hinblick auf die ewige Joker-Debatte – vielleicht ist er doch tatsächlich eher ein Spieler, der von Beginn an besser funktioniert als aus dem Spiel heraus. Woltemade wiederum bekam überhaupt keine Minuten. Keine Ahnung, ob das schon ein Fingerzeig von Nagelsmann ist.
Amiri fand ich dagegen ordentlich. Ruhig, sauber, unaufgeregt. Beier wiederum hat vor allem dadurch auf sich aufmerksam gemacht, dass er permanent in irgendwelche kleinen Scharmützel verwickelt war – wobei der amerikanische Rechtsverteidiger da auch komplett drüber war. Da waren ein paar Aktionen dabei, die schon fast dunkelrotwürdig waren. Die Rudelbildung zwischendurch hatte auf jeden Fall mehr Intensität als manche Spielphase.
Und genau deshalb finde ich die Gesamtdiskussion momentan so überzogen. Das war kein Spiel, das einem jetzt riesige Hoffnung für ein Turnier macht. Aber es war auch längst kein katastrophaler Offenbarungseid. Die Mannschaft hatte gute Phasen, hatte Tempo, hatte Strukturansätze und traf auf einen Gegner, der taktisch und physisch deutlich unangenehmer war, als viele offenbar erwartet hatten.
Trotzdem wird wieder sofort die komplette Mannschaft zerlegt. Und ich glaube, viele unterschätzen völlig, wie sehr Spieler sowas inzwischen mitbekommen. Die lesen soziale Medien, Foren, Kommentare – die kriegen diese Daueraggression mit. Und in Deutschland kippt die Stimmung rund um die Nationalmannschaft mittlerweile einfach unfassbar schnell ins Giftige.
Wenn ich aktuell aufstellen müsste, würde ich tatsächlich ernsthaft über Brown nachdenken. Raum bringt Mentalität, Flanken und Kampf rein, keine Frage. Aber Brown gibt dir etwas, das dieser Mannschaft brutal fehlt: echtes Tempo auf außen. Dazu wirkt er extrem ruhig im Zweikampf, nicht hektisch aggressiv, sondern sauber und kontrolliert. Und am Ball ist er ebenfalls deutlich stärker, als viele gedacht hätten. Könnte mir sehr gut vorstellen, dass er sich langfristig festspielt.
Rechts bleibt für mich die spannendste Frage. Sané hatte wieder Licht und Schatten. Diese Explosivität ist nach wie vor außergewöhnlich. Er macht nur oft noch zu wenig daraus. Gleichzeitig driftet Havertz ohnehin ständig auf den Flügel. Vielleicht wäre genau diese Kombination sogar sinnvoll: Havertz halbrechts-fluid, davor oder zentral ein klarer Strafraumspieler.
Aber nach gestern glaube ich ehrlich gesagt trotzdem, dass Nagelsmann einfach dieselbe Startelf nochmal bringen wird.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von CristobalRibeiro am 07.06.2026 um 19:46 Uhr bearbeitet
07.06.2026 - 20:09 Uhr
Zitat von CristobalRibeiro
worum es eigentlich mal ging: um gemeinsame Momente. Um Begeisterung. Um Identifikation.
worum es eigentlich mal ging: um gemeinsame Momente. Um Begeisterung. Um Identifikation.
Ich denke das ist das eigentliche Problem. Identifikation. Wir erleben seit 8 Jahren einen Kern in der Nationalmanschaft der gefühlt eher überheblich ist als wirklich alles als Einheit auf dem Platz zu lassen. Es wird zu viel nach Namen und persönlicher Beziehung nominiert. Für manche gilt das Leistungsprinzip mehr als für andere.
Bei der letzten EM hat Nagelsmann angekündigt alte Zöpfe abzuschneiden und es kam tatsächlich etwas Euphorie bei der EM auf. Aber er hats geschafft das in den letzten 2 Jahren wieder zu killen.
Ich wünsche der elf kein Misserfolg aber es ist mir im Moment auch eher egal. Aber ich lass mich gerne von der Mannschaft während dem Turnier anstecken
07.06.2026 - 20:10 Uhr
Normalerweise bin ich immer etwas genervt von den 82 Millionen Bundestrainern. Jeder will andere Spieler nominiert sehen, und am besten noch jemanden vom eigenen Verein. Deshalb gehe ich auch nicht groß auf Ginter und co. ein (wobei er es sich wirklich verdient hätte und soweit ich weiß ja auch mal RV gespielt hat, was bei dem chronischen Mangel an guten RVs nicht schaden kann😉).
Aber was Nagelsmann bei dieser WM macht, wie er kommuniziert und nach welchen Maßstäben er nominiert, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
Auf der Torwart-Position ein Problem kreiert das nicht da war. Baumann mit durchweg guten Leistungen und extrem loyal. Wenn wir auf allen Positionen solche Spieler hätten, würde ich wirklich Vorfreude auf diese WM empfinden. Hinter Baumann mit Nübel, Dahmen, Urbig, Atubolu auch die Qual der Wahl. Jetzt Neuer mitzunehmen macht einfach keinen Sinn. Es ist ein Nackenschlag für Baumann und man bringt mindestens 3/4 der Bevölkerung gegen sich auf (Neuer tut sich damit m.M.n. auch keinen Gefallen, weil sein ansonsten schon fast makelloses Image leidet). Beim ersten Fehler von Neuer, insbesondere wenn er irgendwie spielentscheidend ist, sagen doch alle, dass sie es schon vorher gewusst haben. Von der Personalie Neuer mal abgesehen finde ich es auch unfassbar, dass Nagelsmann keinen einzigen TW mitnimmt, der in Zukunft Chancen auf die Nummer 1 hat. Er macht doch jetzt wieder die gleichen Fehler wie er bei anderen Spielern schon gemacht hat und lädt sie zu spät zur Natio ein.
In der Verteidigung ist Rüdiger ein Skandal, mit so einem Verhalten nominiert zu werden ist einfach unverdient. Zumal Nagelsmann neben der Leistung ja auch darauf achten wollte, dass die Spieler charakterlich in die Mannschaft passen. Also entweder diese Mannschaft ist charakterlich sagen wir mal speziell oder Nagelsmann hört sich selbst nicht zu.
Rechtsverteidigung ist die nächste sehr fragliche Entscheidung, wie kann man mit nur einem einzigen RV in eine WM gehen, zumal wenn dieser RV Kimmich ist und eigentlich im Mittelfeld besser aufgehoben ist...
Im Mittelfeld/Offensive ist mit der Nominierung von Sané das Leistungsprinzip endgültig ausgesetzt worden. Nagelsmann sagt vor dem Wechsel nach Istanbul er müsse dort viel spielen, um sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen, so viel dazu... Die Nicht-Nominierung von El Mala ist auch sehr fraglich, zumal er nicht mal nach der Verletzung von Karl nachnominiert wird, sondern stattdessen ein durchaus guter Ouedraogo, der aber eine andere Position spielt. Am meisten nervt mich da aber diese Abneigung Undav gegenüber. Vielleicht bin ich da auch voreingenommen, aber irgendwie habe ich das Gefühl Nagelsmann hat eine Abneigung gegen BaWü, kein SC-Spieler, der beste Stürmer Deutschlands ist laut ihm "nicht gut" (weil er beim VfB spielt???).
Wenn ich mir das so anschaue bin ich ehrlich gesagt pessimistischer als viele andere was diese WM angeht. Die Elfenbeinküste war gegen Frankreich wirklich gut und Ecuador soll wohl noch besser sein (ich habe kein Spiel von ihnen gesehen, aber das wurde mir so zugetragen). Zudem haben die beiden Teams bei Hitze den Vorteil, dass sie das eher gewohnt sind. Mit etwas Pech gehen wir mit 3 Punkten aus dieser Gruppenphase raus und müssen dann hoffen, dass das irgendwie fürs Weiterkommen reicht. Ich bin wirklich gespannt was das wird. Ich hoffe nur eines: Dass das letzte Spiel für Deutschland bei dieser WM auch gleichzeitig das letzte für Nagelsmann als Bundestrainer ist.
Und damit reicht es jetzt auch wieder, sorry für diese lange Nachricht, das musste einfach mal raus.
Aber was Nagelsmann bei dieser WM macht, wie er kommuniziert und nach welchen Maßstäben er nominiert, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
Auf der Torwart-Position ein Problem kreiert das nicht da war. Baumann mit durchweg guten Leistungen und extrem loyal. Wenn wir auf allen Positionen solche Spieler hätten, würde ich wirklich Vorfreude auf diese WM empfinden. Hinter Baumann mit Nübel, Dahmen, Urbig, Atubolu auch die Qual der Wahl. Jetzt Neuer mitzunehmen macht einfach keinen Sinn. Es ist ein Nackenschlag für Baumann und man bringt mindestens 3/4 der Bevölkerung gegen sich auf (Neuer tut sich damit m.M.n. auch keinen Gefallen, weil sein ansonsten schon fast makelloses Image leidet). Beim ersten Fehler von Neuer, insbesondere wenn er irgendwie spielentscheidend ist, sagen doch alle, dass sie es schon vorher gewusst haben. Von der Personalie Neuer mal abgesehen finde ich es auch unfassbar, dass Nagelsmann keinen einzigen TW mitnimmt, der in Zukunft Chancen auf die Nummer 1 hat. Er macht doch jetzt wieder die gleichen Fehler wie er bei anderen Spielern schon gemacht hat und lädt sie zu spät zur Natio ein.
In der Verteidigung ist Rüdiger ein Skandal, mit so einem Verhalten nominiert zu werden ist einfach unverdient. Zumal Nagelsmann neben der Leistung ja auch darauf achten wollte, dass die Spieler charakterlich in die Mannschaft passen. Also entweder diese Mannschaft ist charakterlich sagen wir mal speziell oder Nagelsmann hört sich selbst nicht zu.
Rechtsverteidigung ist die nächste sehr fragliche Entscheidung, wie kann man mit nur einem einzigen RV in eine WM gehen, zumal wenn dieser RV Kimmich ist und eigentlich im Mittelfeld besser aufgehoben ist...
Im Mittelfeld/Offensive ist mit der Nominierung von Sané das Leistungsprinzip endgültig ausgesetzt worden. Nagelsmann sagt vor dem Wechsel nach Istanbul er müsse dort viel spielen, um sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen, so viel dazu... Die Nicht-Nominierung von El Mala ist auch sehr fraglich, zumal er nicht mal nach der Verletzung von Karl nachnominiert wird, sondern stattdessen ein durchaus guter Ouedraogo, der aber eine andere Position spielt. Am meisten nervt mich da aber diese Abneigung Undav gegenüber. Vielleicht bin ich da auch voreingenommen, aber irgendwie habe ich das Gefühl Nagelsmann hat eine Abneigung gegen BaWü, kein SC-Spieler, der beste Stürmer Deutschlands ist laut ihm "nicht gut" (weil er beim VfB spielt???).
Wenn ich mir das so anschaue bin ich ehrlich gesagt pessimistischer als viele andere was diese WM angeht. Die Elfenbeinküste war gegen Frankreich wirklich gut und Ecuador soll wohl noch besser sein (ich habe kein Spiel von ihnen gesehen, aber das wurde mir so zugetragen). Zudem haben die beiden Teams bei Hitze den Vorteil, dass sie das eher gewohnt sind. Mit etwas Pech gehen wir mit 3 Punkten aus dieser Gruppenphase raus und müssen dann hoffen, dass das irgendwie fürs Weiterkommen reicht. Ich bin wirklich gespannt was das wird. Ich hoffe nur eines: Dass das letzte Spiel für Deutschland bei dieser WM auch gleichzeitig das letzte für Nagelsmann als Bundestrainer ist.
Und damit reicht es jetzt auch wieder, sorry für diese lange Nachricht, das musste einfach mal raus.
08.06.2026 - 09:26 Uhr
Ich kann das Unverständnis über die Nominierungen und vor allem die "komische" Kommunikation seitens JN verstehen, aber am Ende steht doch das finale Abschneiden - bzw. die Ergebnisse im Vordergrund. Daran wird sich Nagelsmann messen lassen müssen. Auf den Tag heute (8. Juni 2025 - 0:2 gegen Frankreich) vor einem Jahr ist jedenfalls die letzte Niederlage her - seitdem wurden alle Spiele gewonnen (9 Siege) - teilweise nicht überzeugend, aber so what.
Nagelsmann, von dem ich nach wie vor eine extrem hohe fachliche Meinung habe (kenne keinen Trainer der so akribisch in der Taktikanalyse arbeitet/gearbeitet hat) hat ja relativ proaktiv/offensiv manche Baustellen aufgemacht. Bedeutet, nichts geschieht mMn aktuell unbewusst oder ausversehen.
Ja, Undav würde ich auch irgendwie einbauen wollen, aber halt auch Havertz/Wirtz und Musiala MÜSSEN bei mir aktuell spielen. Karl war mit dieser Unbekümmertheit ideal in der Kombi mit Kimmich dahinter, da jetzt einen El Mala reinzubringen, schwierig. Sané (der ewig mit Kimmich gespielt hat) trifft dann halt direkt entscheidend vorgestern... und das ist es doch, worauf wir uns einstellen müssen/sollten. Was ist wenn Neuer, Sané und Rüdiger bei dieser WM eben den entscheidenden POSITIVEN Faktor ausmachen können, weil sie eben "reizen" mit ihrer Person. Nach innen könnte da m.E. durchaus ein "jetzt erst recht" entstehen und das Team wächst zusammen.
Die Personalie Undav ist dabei für mich das beste Beispiel: wie geil/wichtig wäre es so einen Spieler regelmäßig mit Vollgas von der Bank bringen zu können - für einen Starter Havertz? Es wäre ein perfekter 1:1 Tausch oder bei Unentschieden/Rückstand der zusätzliche Push für ein struggelndes Team ("Petersen-Effekt"). Wenn das mit dem Stuttgarter so transparent besprochen wurde - und dieser Plan die "besondere" Rolle für Undav sein sollte, die Nagelsmann mehrmals öffentlich angedeutet hat - dann finde ich das nicht verkehrt. Viermal wurde Undav diese Bundesliga-Saison eingewechselt - dreimal hat er dabei direkt getroffen. Ist eine Qualität. Und am Ende zählt wie gesagt, was der Mannschaft hilft.
Für mich fühlt es sich auch irgendwie unfair an, was mit Ginter, Baumann, El Mala gerade (öffentlich) passiert... es entspricht nicht unserer aktuellen Sympathie oder dem Gerechtigkeitsgedanken - bzw. dem aktuellen reinen Leistungsprinzip. Aber am Ende finde ich es doch gut, wenn ein Trainer (s)einer Idee treu bleibt - ohne dass er sich von außen zu etwas drängen lässt, das er nicht selbst in seinem Spiel sieht oder plant.
Ich bewerte Nagelsmann erst am Ende des Turniers. Sollte er früh und ohne gute Leistungen ausscheiden, dann war es das m.E. zu 99% mit ihm. Dann heißt es: Kloppo übernehmen sie bitte!
Nagelsmann, von dem ich nach wie vor eine extrem hohe fachliche Meinung habe (kenne keinen Trainer der so akribisch in der Taktikanalyse arbeitet/gearbeitet hat) hat ja relativ proaktiv/offensiv manche Baustellen aufgemacht. Bedeutet, nichts geschieht mMn aktuell unbewusst oder ausversehen.
Ja, Undav würde ich auch irgendwie einbauen wollen, aber halt auch Havertz/Wirtz und Musiala MÜSSEN bei mir aktuell spielen. Karl war mit dieser Unbekümmertheit ideal in der Kombi mit Kimmich dahinter, da jetzt einen El Mala reinzubringen, schwierig. Sané (der ewig mit Kimmich gespielt hat) trifft dann halt direkt entscheidend vorgestern... und das ist es doch, worauf wir uns einstellen müssen/sollten. Was ist wenn Neuer, Sané und Rüdiger bei dieser WM eben den entscheidenden POSITIVEN Faktor ausmachen können, weil sie eben "reizen" mit ihrer Person. Nach innen könnte da m.E. durchaus ein "jetzt erst recht" entstehen und das Team wächst zusammen.
Die Personalie Undav ist dabei für mich das beste Beispiel: wie geil/wichtig wäre es so einen Spieler regelmäßig mit Vollgas von der Bank bringen zu können - für einen Starter Havertz? Es wäre ein perfekter 1:1 Tausch oder bei Unentschieden/Rückstand der zusätzliche Push für ein struggelndes Team ("Petersen-Effekt"). Wenn das mit dem Stuttgarter so transparent besprochen wurde - und dieser Plan die "besondere" Rolle für Undav sein sollte, die Nagelsmann mehrmals öffentlich angedeutet hat - dann finde ich das nicht verkehrt. Viermal wurde Undav diese Bundesliga-Saison eingewechselt - dreimal hat er dabei direkt getroffen. Ist eine Qualität. Und am Ende zählt wie gesagt, was der Mannschaft hilft.
Für mich fühlt es sich auch irgendwie unfair an, was mit Ginter, Baumann, El Mala gerade (öffentlich) passiert... es entspricht nicht unserer aktuellen Sympathie oder dem Gerechtigkeitsgedanken - bzw. dem aktuellen reinen Leistungsprinzip. Aber am Ende finde ich es doch gut, wenn ein Trainer (s)einer Idee treu bleibt - ohne dass er sich von außen zu etwas drängen lässt, das er nicht selbst in seinem Spiel sieht oder plant.
Ich bewerte Nagelsmann erst am Ende des Turniers. Sollte er früh und ohne gute Leistungen ausscheiden, dann war es das m.E. zu 99% mit ihm. Dann heißt es: Kloppo übernehmen sie bitte!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spence2000 am 08.06.2026 um 09:30 Uhr bearbeitet
08.06.2026 - 11:41 Uhr
Für mich persönlich, und ich glaube ganz allein bin ich da nicht, geht es halt eben nicht nur um das Endergebniss bzw. wie man sportlich abschneidet. Es geht meiner Meinung auch um die Frage wie man das erreicht. Eigentlich bin ich deswegen auch SC Fan weil man einfach recht viele Entscheidungen sportlich und menschlich nachvollziehen kann.
Wenn es beim Fussball nur um das Ergebniss gehen würde, müssten wir Leipzig ja alle lieben. So ein junger Verein und schon so erfolgreich. Taktisch haben sie auch viel drauf. Das Konstrukt mag trotzdem die Mehrheit nicht.
Aber ich wünsche dennoch allen sehr viel Spass beim schauen. Möge die Schweiz gewinnen. Hopp Schwiz
Wenn es beim Fussball nur um das Ergebniss gehen würde, müssten wir Leipzig ja alle lieben. So ein junger Verein und schon so erfolgreich. Taktisch haben sie auch viel drauf. Das Konstrukt mag trotzdem die Mehrheit nicht.
Aber ich wünsche dennoch allen sehr viel Spass beim schauen. Möge die Schweiz gewinnen. Hopp Schwiz
08.06.2026 - 12:35 Uhr
Zitat von WurstUNDBier
Für mich persönlich, und ich glaube ganz allein bin ich da nicht, geht es halt eben nicht nur um das Endergebniss bzw. wie man sportlich abschneidet. Es geht meiner Meinung auch um die Frage wie man das erreicht. Eigentlich bin ich deswegen auch SC Fan weil man einfach recht viele Entscheidungen sportlich und menschlich nachvollziehen kann.
Wenn es beim Fussball nur um das Ergebniss gehen würde, müssten wir Leipzig ja alle lieben. So ein junger Verein und schon so erfolgreich. Taktisch haben sie auch viel drauf. Das Konstrukt mag trotzdem die Mehrheit nicht.
Aber ich wünsche dennoch allen sehr viel Spass beim schauen. Möge die Schweiz gewinnen. Hopp Schwiz
Für mich persönlich, und ich glaube ganz allein bin ich da nicht, geht es halt eben nicht nur um das Endergebniss bzw. wie man sportlich abschneidet. Es geht meiner Meinung auch um die Frage wie man das erreicht. Eigentlich bin ich deswegen auch SC Fan weil man einfach recht viele Entscheidungen sportlich und menschlich nachvollziehen kann.
Wenn es beim Fussball nur um das Ergebniss gehen würde, müssten wir Leipzig ja alle lieben. So ein junger Verein und schon so erfolgreich. Taktisch haben sie auch viel drauf. Das Konstrukt mag trotzdem die Mehrheit nicht.
Aber ich wünsche dennoch allen sehr viel Spass beim schauen. Möge die Schweiz gewinnen. Hopp Schwiz
Legitim - und mir geht es in Bezug auf den SC genauso... deswegen finde ich die aufkommende Diskussion bei der Eintracht (jährlicher Wechsel der halben Mannschaft) auch so spannend aktuell. Aber genug Off-Topic.
In puncto Nationaltrainer gehe ich bei der Argumentation aber nur bedingt mit - wenn man die Perspektive von Nagelsmann/Löw usw. annimmt: da geht es am Ende immer einzig und allein um das Abschneiden bei der nächsten Quali oder dem nächsten Turnier. Anhand von dieser Statistik wirst Du gemessen. Rudi Völler wurde 2002 doch nicht für die Identifikation mit Ramelow, Jeremies usw. gefeiert - sondern weil er relativ "dreckig" ins Finale eingezogen ist. Berti Vogts wurde Europameister - aber davor und danach war das nix. Klinsmann war nur kurz da... und bei Löw wechselte die Stimmung immer mal wieder - häufiger Tenor "er hält zu lange an Bewährtem fest". Am Ende ist er aber Weltmeister-Trainer - und das bleibt das Vermächnis.
Lange Rede - kurzer Sinn: ich glaube, man muss Nagelsmann (und jedem anderen Nationaltrainer) zugestehen, dass er nicht die nächsten 2-3 Jahre mit seinen Maßnahmen anpeilen kann - sondern alles dem maximalen kurzfristigen Erfolg unterordnet. Und da sind Entscheidungen wie pro Neuer oder Festhalten an Sané/Rüdiger nicht selten erfolgreich.
Am Ende wird der Ausgang dieses Turniers darüber entscheiden, wie die Amtszeit von Nagelsmann insgesamt bewertet wird in den künftigen Jahren. Am Anfang hat er (gepaart mit der Heim-EM) neue Erwartungen und Hoffungen (=positive Emotionen) geweckt, die aber nicht den sportlichen Erfolg 2024 zufolge hatten, die am Ende als harte Währung gelten. Nun geht er einen etwas konfrontativeren Kurs - der m.E. aber auch die Chance hat, erfolgreich zu werden. Und dann würden ihm wieder der Großteil der Menschen zujubeln - jetziges Unverständnis hin oder her.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spence2000 am 08.06.2026 um 12:37 Uhr bearbeitet
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