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Die aktuelle Situation der Eintracht

28.04.2015 - 11:04 Uhr
Die aktuelle Situation der Eintracht |#731
30.08.2018 - 14:32 Uhr
Und mittlerweile bei den Lions im Football involviert. Ich glaube auch nicht, dass er sich Eintracht wirklich antun will, aber ich traue ihm zu, dass er das wenn tatsächlich hinbekäme. Sich gegen diese Entwicklungen im Fußball zu verschließen bedeutet jedenfalls für eine strukturschwache Region wie unsere, sich auf Dauer von höheren Spähren des Fußballs bis auf glückliche Ausnahmen alle paar Jahrzehnte zu verabschieden, weil man schlicht nicht mithalten kann. Kann man doof finden, ist aber wohl so. Das sehen sogar die von mir oft gebeutelten Lauterer viel nüchterner und realistischer als wir, vermutlich auch weil sie im Gegensatz zu uns noch mitbekommen haben, wie die Entwicklung in der Bundesliga ist und welche Summen man da mittlerweile braucht. Die Traditionsromantik hat uns ja schon Torsten vorsichtig zu ziehen versucht und vll sollte man sich eben nicht immer nur wehren, sondern das nüchtern anerkennen wie der Keks nunmal heute rollt. Zumindestens wenn man nochmal irgendwann die hohen Erwartungen Nicht nur in Vorwürfen umsetzen will, ohne zu berücksichtigen wie das alles finanziert werden soll. Aber ich bezweifele auch, dass man das hier manchen leicht vermitteln kann, weshalb ich auch nicht glaube, dass irgendjemand bei Eintracht einsteigen will, um sich dann wie Arnold allerlei Beschimpfungen der "wahren Fans" auszusetzen, die dann leichtfertig argumentieren als ginge das alles noch mit 3 Äpfeln und 2 Eiern.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schoenhauser am 30.08.2018 um 14:38 Uhr bearbeitet
Die aktuelle Situation der Eintracht |#732
30.08.2018 - 14:52 Uhr
Zitat von WruceBillis
Das halte ich mittlerweile weder für komplett ausgeschlossen, noch für problematisch, sofern man dem Mann nicht die absolute Kontrolle über den Verein gewährt und man immer noch eine Struktur aufrechterhält, die auch ohne Fremdfinanzierung möglich wäre. In Zeiten wo so allmählich kaum noch Vereine ohne einen Investor auskommen, ist es eine Träumerei zu glauben, dieses System könnte sich so erhalten, wenn die Konkurrenz Geld ohne Ende in den Rachen gepumpt bekommt. Bestenfalls hätten alle Vereine Investoren, so wie in den USA oder mittlerweile auch in der Premier League. Aber das ist ein anderes, langes Thema.


Stimmt, aber freut mich, wenn darüber überhaupt Gesprächsbereitschaft besteht und wenn es nicht nur weggeblockt wird. So ist halt die Realität und man muss das deshalb auch mal thematisieren. Wenn sich nur dagegen gewehrt wird, weiß man immerhin, dass man sich dauerhaft damit abfinden will, sich irgendwo in den Niederungen des Fußballs zu bewegen.
Die aktuelle Situation der Eintracht |#733
30.08.2018 - 19:52 Uhr
Im Kicker von heute war ebenfalls ein Kommentar von Sebastian Wolff zur aktuellen Situation. Er sieht die ganze Posse um Arnold ebenfalls sehr kritisch. Auch sieht er den Tiefpunkt der Entwicklung möglicherweise noch nicht gekommen und sieht ebenfalls die Möglichkeit der Rückkehr zum Chaosklub.

•     •     •

Im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstö.. äh die Relegation abgeschafft gehört.

Danke Torsten für 15 Jahre Herzblut und Einsatz. Danke für die geile Zeit.
Die aktuelle Situation der Eintracht |#734
30.08.2018 - 22:41 Uhr
Ich möchte hier kurz die Schlussfolgerung reinstellen, die ich aus den gestrigen Ereignissen als Zwischenfazit und mit dem Ende der Lieberknecht-Arnold-Ära für mich gewinne und dies kurz herleiten und werde dazu etwas ausholen, um den größeren Zusammenhang herzustellen.

Wenn man in die Mast-Ära zurückgeht so mag man Ideen wie die des "FC Jägermeister" oder anderem noch immer für anrüchig halten und uninformierte Herrschaften aus Leipzig, die die Bundesliga-Historie weniger kennen, verargumentieren auch häufiger, dass das ja auch nichts anderes als RB Leipzig sei. Der Unterschied ist natürlich, dass Eintracht schon vorher als Bundesligist Erfolg hatte und nicht erst als Retortenverein auf dem Reißbrett mit Millionen aus der 5. Liga hochgepäppelt wurde. Zumal Mast nie Investor sondern Mäzen war. Das möchten die auch selten sehen, weil die Darstellung dem Relativieren der Vorgehensweise von RB dient und die schlicht Erfolg hat.

Nichtsdestotrotz waren die Innovationen wie die Trikotwerbung sicher ihrer Zeit weit voraus und sein finanzielles Engagement sicherte Eintracht nicht nur lange die Bundesliga sondern auch Europapokal-Teilnahmen. Aus heutiger Sicht könnte man ihn als den Visionär des deutschen Fußballs bezeichnen, der die totale Durchkommerzialisierung bereits damals dachte wie die Holländer zu jener Zeit die Taktik und das Scouting des Weltfussballs ähnlich radikal neu erdachten. Ich will darauf nicht zu sehr eingehen, aber mit dem Ende des Engagements im Streit und dem Abstieg von Eintracht in den 80ern setzte auch der dauerhafte Abstieg in die Niederungen des deutschen Fußballs ein. Wäre es anders gekommen, wäre Eintracht womöglich als Wegbereiter auf der Welle dieser Entwicklung auch heute noch Teil derer, die für jeden Bundesbürger zum gedanklich natürlichen Bestandteil der Bundesliga zählen.

Es kam aber anders und die Tenzer-Jahre mit später schrecklichstem provinziellem Mißmanagement setzten ein, das schlussendlich in die Verschuldung führte. Das Konzept den Ausstieg von Mast zu kompensieren folgte mit "Eintracht 100". Viele kleinere Unternehmen gemeinsam sollten die Finanzkraft des bisherigen Hirschs kompensieren und "Eintracht 100" nun die Trikotwerbung ersetzen. Als Zeichen dieser Modernisierung schuf man dazu das alternative Caro-Logo, das an den HSV angelehnt wurde und das wir heute noch alle kennen. Viele Unternehmen engagierten sich am Anfang obwohl es nie 100 werden sollten. Doch es wurden auch bald weniger, weil der Wiederaufstieg verpasst wurde und das Konzept nicht berücksichtigt hatte, dass der Werbewert für die beteiligten Unternehmen sehr begrenzt war, weil sie in einer Vielzahl gleichberechtigter Unternehmen untergingen und mit "Eintracht 100" nie medial als vollwärtiger Trikotsponsor in Erscheinung traten. Das als ach so revolutionär gepriesene Konzept scheiterte zwangsläufig in seinem Ziel Jägermeister vollständig zu ersetzen.

Während die Eintracht-Fans sich über all die Inkompetenzen und das Unvermögen in Folge die Haare rauften, versuchte man die Ansprüche irgendwann auf Pump vorzufinanzieren während man gleichzeitig das Dauerthema eines immer maroderen Stadions beizukommen suchte. Es scheiterte, man fand sich mit Schulden in allerlei 3. Liga-Spielzeiten wieder, in denen diese Liga mal eingleisig mal zweigleisig war und unterschiedlich benannt wurde. Sofortige Wiederaufstiege mit der finanziellen Brechstange scheiterten teilweise knapp, führten zu mehr Schulden und einer Abwärtsspirale, in der gelegentliche 2. Liga-Ausflüge das höchste der Gefühle waren, besiegelten das Dasein als Provinzverein, den man gerne von außen belächelte. Die Glogowski-Ära änderte später nur insofern etwas, dass die zT vorhandene Buchführung und Verträge nicht nur aus Schmierzetteln in Loseblattsammlung bestand und man die Schulden und Misere vll etwas besser verwaltete.

Während die Stadt nach ewigen Jahren ein Einsehen hatte, finanzierte man mit Mühe einen Stadion-Neubau, der zwar für die Gefilde der 3. Liga groß genug schien, aber schon für eine Zweitliga-Rolle viel zu klein war. Etliche Erweiterungen milderten später diesen Umstand etwas und immerhin sah es nicht mehr so aus wie nachm Krieg mit gesperrten Zuschauertribünen wegen Einsturzgefahr.

Währenddessen entwickelten die Eintracht-Fans die tiefe Überzeugung und den Wunsch, dass all das besser würde, wenn man denn nur mal eine kompetentere Führung des Vereins bekäme, die die Geschicke zum Besseren lenkten. Und vor lauter Stolz auf die Tradition und als größter Verein der Region lehnte man sogar zwischenzeitliche Angebote von VW ab, die mindestens einen 100 Mio Stadionneubau ermöglicht hätten. Jenem Konzern, der dann Ende der 90 beim kleineren Nachbarn aus Wolfsburg einsteigen sollte.

Die Jahre plätscherten dahin und während sich die Kommerzialisierung des Fußballs in der Bundesliga immer rasanter vollzog und allelei Innovationen an den Braunschweigern vorbei überall sonst Einzug hielten, dämmerte Eintracht wie Anhängerschaft einen Dornröschenschlaf in tiefer Umklammerung, bei dem man sich überall sonst in der Stadt mit der Hand abwickend damit abfand, was Jahr für Jahr passierte und nur noch die optimistischsten Optimisten von einer Besserung irgendwann einmal ausgingen. Von Kölmel fangen wir mal nicht an, sonst reihert der ein oder andere gleich über Board und ich werde nie fertig.

Wie dem auch sei, irgendwann passierte das Unfassbare und es wurde zur Legende heutiger Eintracht-Tage, die nun endgültig enden. Eine Riege neuer junger Leute bewahrte Eintracht nicht nur vor dem Absturz sondern setzte zu einem Höhenflug an. An dessem positivem Ende sogar eine in Braunschweig nicht mehr für möglich gehaltene Bundesliga-Rückkehr stand und fast ein zweiter nachdem man sich jahrelang viel und hart erarbeitet hatte und sich nicht nur entschuldete sondern auch TV-Geldkrösus der 2. Liga wurde. Die sportlichen Väter des Erfolgs, die aus sehr wenig sehr viel machten, wurden nun als Duo zeitlich getrennt für schuldig befunden nicht mehr zu genügen und verbannt, weil eine Saison nach einer sehr erfolgreichen davor in Verkettung vieler unglücklicher Faktoren so schief wie lange nicht mehr lief und weil Ansprüche in Folge wieder in Spähren angesiedelt wurden, die so gar nicht mehr zur 3. Liga passten. Oh je, oh weh, alles schlecht, alles vergessen!

Nun haben wir tatsächlich einmal gesehen, dass sehr kompetente Leute sehr viel aus sehr wenig machen konnten, aber dass das nicht reicht, um einen Absturz in Gefilde ohne TV-Geldverteilung zu verhindern, auf die Vereine jedoch angewiesen sind, wenn sie über Jahre zumindest halbwegs wettbewerbsfähig bestehen wollen. Wir haben auch gesehen, dass eine kurzzeitiger Rückkehr in die Bundesliga zwar sportlich mit Glück und Können möglich ist, aber ein dauerhaftes Verbleiben durch den großen finanziellen Gap nur möglich ist, wenn man a) ein größerer Verein mit einem wie auch immer bestehendem großem wirtschaftlichem Unterbau und Ressourcen ist oder b) ein Puffer durch jahrelanges Pendeln hart erarbeitet werden kann. Wir haben auch gesehen, dass diverse Investoren gleichzeitig mühelos den sportlichen Wettbewerb durch ihre finanzielle Mittel aushebeln und den Gap überwinden konnten. Wir haben durch Torsten gelernt, dass Tradition keine Spieler kauft. Ein noch so wirtschaftlich arbeitender "Schotte" als Manager aber auch nicht immer die Spieler im Wettbewerb bekommt, die man sich gewünscht hätte und man selbst auch kaum Spieler länger halten kann, die sich für mehr empfehlen, weil die Nahrungskette nunmal so ist wie sie ist. Wir haben auch gesehen, dass der Durchlauf dieser Spieler nicht immer voll ersetzt und adäquat vergütet wird. Zur Not wird halt Stress gemacht, bis der Spieler für weniger gehen darf. All diese Erkenntnisse beenden nun eigentlich als Schluss dieser Ära nmM nun auch die lange gepflegte Illusion in Braunschweig, dass es an der Kompetenz der Handelnden allein läge. Kompetenz hatten wir, sie hat nicht gereicht um sich dauerhaft ranzurobben oder wie man das anders nannte "sich unter den Top 25 zu etablieren".

Das führt in Summe über die verschiedenen Leidenswege von Eintracht zu der trivialen und bitteren Erkenntnis, dass der sportliche Erfolg im Fußball über das idealistische Alternativmodell ohne wirtschaftliche Handlungsfähigkeit durch Dritte und allein über die Kompetenz der Handelnden eine Illusion im Milliarden-Business Profifussball geworden ist. Die Zusammensetzung der Bundesliga und unser erneutes Wiederfinden in Liga 3 beweist dies, zwar nicht empirisch fundiert und abschließend (Ausnahmen von der Regel gibt es, sie sind aber Ausreißer im Vergleich zu den sogenannten "Plastikvereinen"). Für mich ist der Traum, es ginge anders, den wir nun 10 Jahre gelebt haben, spätestens gestern geplatzt. Zumal wir auch gesehen haben, dass die gestiegenen Ansprüche in Anhängerschaft und bei Vereinsverantwortlichen zu Mechanismen führen, die zeitlich irrationales Handeln verursachen (inwiefern die Entscheidung selbst inhaltlich richtig war, sei mal dahingestellt) und sogar Dinge nach außen dargestellt werden, obwohl sie nur aufgesetztes Theaterspiel sind.

Faktisch stehen wir nun an dem Punkt, an dem wir die Wahl haben diese trivialen Erkenntnisse unseres 10jährigen kleinen Traums und aus der übrigen Fußballwelt zu ignorieren oder zuzulassen. Ignorieren hieße imho weiter den Kopf in den Sand zu stecken und darauf zu bauen, dass die Handelnden allein eine erfolgreiche Zukunft des Vereins gestalten vermögen oder eben in der Form zuzulassen, dass wir von anderen lernen, dass ohne weitere Kommerzialisierung ein Wettbewerb im Profifussball faktisch nicht mehr möglich ist.

Letzteres mag für jeden Idealisten etwas schmerzlich sein, doch ist es im Grunde nur die Erkenntnis durch trial and error am eigenen Verein, was wir überall sonst sehen und was uns längst allen klar ist und doch so schwer beim eigenen Verein zu akzeptieren ist. Tun wir das jedoch, bedeutet es imho nichts anderes als die Realität zu akzeptieren und uns an diese ggf erfolgreich anzupassen.

Als Fazit steht damit nmM nur noch die Wahl, ob man sagt, mir ist das egal, dass Eintracht nie mehr eine wirkliche Chance auf dauerhafte Etablierung in der Bundesliga hat (wenn man sieht, dass schon die nächsten Investoren in Liga 3 nach oben wollen, wird die Verdrängung auch bald die 2. Liga stattfinden) oder ob man diesen Wettbewerb der Kommerzialisierung mitgeht, dafür aber tatsächlich auch diese Möglichkeit realistisch bekommt. Ich denke, dass wir diese Frage nun klären und ehrlich beantworten müssen, denn das erfordert die Ehrlichkeit gegenüber den Fans des Vereins, die da unterschiedliche Vorstellungen haben.
Sollte dies nicht geschehen, wird man auch kaum einen impliziten Drain der Anhängerschaft verhindern können.
Die aktuelle Situation der Eintracht |#735
31.08.2018 - 00:27 Uhr
Ehrlich gesagt, erste Liga ist natürlich toll - aber ich finde Liga zwei auch schon sehr schön ubd gut. Und gefühlt gehört dort die Eintracht auch hin. Zumal es für mich auch schon im vergangenen Jahr eigentlich die interessantere Liga als die erste ist. Viel interessantere Vereine - mit weniger ‚Plastikclubs‘ als ganz oben. Ich muss nicht mehr Erstligist sein! Mal reinschnuppern wie 2013, das Geld mitnehmen und dann wieder ne gute Rolle in Liga zwei spielen. Das ist auch viel realistischer als immer nur von Liga 1 zu träumen.

Der Weg dahin ist allerdings leider seit dieser Woche viel länger geworden, fürchte ich.
Die aktuelle Situation der Eintracht |#736
31.08.2018 - 06:57 Uhr
Zitat von Elbloewe

Ehrlich gesagt, erste Liga ist natürlich toll - aber ich finde Liga zwei auch schon sehr schön ubd gut. Und gefühlt gehört dort die Eintracht auch hin. Zumal es für mich auch schon im vergangenen Jahr eigentlich die interessantere Liga als die erste ist. Viel interessantere Vereine - mit weniger ‚Plastikclubs‘ als ganz oben. Ich muss nicht mehr Erstligist sein! Mal reinschnuppern wie 2013, das Geld mitnehmen und dann wieder ne gute Rolle in Liga zwei spielen. Das ist auch viel realistischer als immer nur von Liga 1 zu träumen.


Ich verstehe Dich schon, aber das ist genau das Problem. Das man in Braunschweig über all die Jahre sich gar nicht mehr über die 2. Liga hinaus zu denken traut, weil man sich gefühlsmäßig im Mittelmaß eingerichtet hat. Da bekommt man seine TV-Gelderchen, darf n paar schöne Spiele sehen und muss sich auch gedanklich gar nicht mehr weiter drum kümmern, wie man das hinbekäme, was selbst ein Augsburg oder andere über die Jahre geschafft haben. Man hat sich damit selbst abgefunden, dass man im Konzert der Großen eh keine Chance mehr hat und da auch keine Rolle zu spielen hat. Das ist super schön bequem. Nur warum eigentlich? Warum immer nur zuschauen wie es andere können? Warum immer nur Erwartungen an die Vereinsverantwortlichen formulieren als gehörte man noch zu den Großen da im Fernsehen, ohne aber sich auch nur ansatzweise selbst mal damit auseinandersetzen, das ja mehr durchaus möglich wäre, wenn man denn selbst mal die gedanklichen Fesseln der Bequemlichkeit und des Angestaubten sprengen wollte?

Wenn ich sage, ich will, dass Eintracht langfristig mal wieder im Europapokal spielt, lacht hier jeder, weil das nach heutigem Stand als Joke aufgefasst würde, verständlich. Wenn ich dann sagte, dass ich das ernst meinte, würden mir alle den Vogel zeigen, verständlich. Aber warum eigentlich lassen wir gleichzeitig zu, dass Investoren genau so denken und halten das für völlig normal, weil da die Rendite ist und die sich einen Plan dafür zu recht legen und das dann zielgerichtet mit nem anderen Verein durchziehen? Und zwar nicht mit großen Metropolenvereinen, die ganz natürlich andere Möglichkeiten haben, sondern mit Kaffclubs, die viel weniger in ihrer Historie erreicht haben und das teilweise aus der 4. oder 5. Liga hochpäppeln? Weil wir eh keine Investoren haben und finden?

Könnten wir das auch? Ja, könnten wir, theoretisch wie praktisch, dieses Konzert kann man eben auch mitspielen und von anderen lernen. Selbst ein ***** ing Krefeld hat einen Investor. Vielleicht reicht das nicht für den Europapokal, aber will sagen, dass die Zielsetzung relativ ist, mit der man zufrieden ist. Vielleicht sind wir ja auch bald wieder mit 3. Liga zufrieden und richten uns da schön ein. Passt ja auch viel besser zur Opferrolle in der niedersächsischen Provinz, wo man sich eigentlich ganz wohl damit fühlt, dass alle unfairer Weise mehr Möglichkeiten haben.

Steht auf wenn Ihr Löwen seid...blablabla...kämpfen bis zum Ende...blablabla. Warum formuliert man sowas, wenn man selbst immer nur die Beine hochlegen will und sich schön bequem im Status quo einrichtet? Im mentalen Unentschieden. Nicht vor, nicht zurück, nur Sicherheit. Eigentlich kann man mit dieser Einstellung den Laden auch gleich ganz dicht machen und entweder richtigen Breitensportfussball bei den Freien Turnern anschauen, wenn man das will oder eben nach Wolfsburg die Bundesliga schauen, was VW durchfinanziert. Wenn ich letzteres mache, glaube ich zwar nicht mehr, dass mir mit ner Dauerkarte der Verein gehört, aber ich kann auch endlich mal zu Recht motzen, warum man es nicht mit der ganzen VW-Kohle nicht schafft, über den Relegationsplatz hinaus zu kommen. Echt, was sollen wir uns dann das unendliche Martyrium der Braunschweiger Eintracht anschauen, das irgendwo rumdümpelt und auch gar nicht mehr mehr will? Verstehe ich nicht (mehr).

Sorry für die überspitzten Formulierungen, aber ist doch so. Was will ich eigentlich beim Profifussball, wenn man gar keine Ambitionen mehr hat, irgendwas zu erreichen? Ist doch eigentlich voll gaga, oder? Eigentlich könnte man so das Stadion planieren und nen schönen VW-Parkplatz drauf bauen und nen schönen Gedenkstein draufpacken "67 Minuten frei Parken, in Erinnerung an die Meisterschaft. Mehr wollten wir nie, mehr kommt auch nicht. Falls uns wer sucht, am Wochenende in Wolfsburg oder bei den Freien Turnern...Dieser Stein wurde von VW Financial Services gesponsert".
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schoenhauser am 31.08.2018 um 07:18 Uhr bearbeitet
Die aktuelle Situation der Eintracht |#737
31.08.2018 - 08:05 Uhr
Das ist diese Demut, die uns über Jahre eingeimpft wurde. Leider hallt auch der Spruch mit dem Pissverein bis heute nach.
Die aktuelle Situation der Eintracht |#738
31.08.2018 - 08:27 Uhr
Teilweise weiß ich gar nicht wie man die aktuelle Situation beschreiben soll oder worüber man sich mehr aufregen soll. Anscheinend herrscht bei vielen eine morbide Art von Doppelmoral. Der Pöbel hat jetzt seinen Willen bekommen, aber jetzt stellen viele fest, dass MA eigentlich gar nicht der Böse war und nun wird sich schon auf SOV eingeschossen, bzw. den kompletten Vorstand. Das sind nun die neuen Bösen und haben den Verein zugrunde gerichtet. Aber ehrlich gesagt sehe ich auch, dass man die Fans bei der ganzen Sache nicht komplett rausnehmen kann. Wann gab es denn zuletzt wirklich eine komplette Eintracht zwischen den Fans? Das fängt ja schon bei der Beziehung zwischen "Ultras" und "normalen Fans" an und hört zuletzt beim Lieberknecht-Kult/Arnold-Hass auf.

Ich nehme da mal nur ein x-beliebiges Beispiel:

An einem Tag wird über Block 9 (Cattiva) gejubelt: "Ach, das war großartige Stimmung und eine geile Choreo" und paar Wochen später wird wieder über die geschipft "Was sollen diese Schmähgesänge (H****sohn etc.) oder der Stimmungsboykott hat den Abstieg verursacht, die haben sowieso generell nichts im Stadion zu suchen. Aber mal ganz ehrlich, ohne diese Jungs und Mädels wäre bei uns weniger Stimmung, als bei den Radkappen.

Ich glaube viele Wissen auch gar nicht mehr, woher der Verein eigentlich kommt. Wenn man sich mal die Saisons seit der Meisterschaft 67 anschaut:

17 Saisons Liga 1
18 Saisons Liga 2
17 Saisons Liga 3 (früher u.a. Regionalliga)

Dabei muss man aber sehen, dass Liga 1 nur einmal seit Mitte der 80er war. In Fußballjahre ist das Lichtjahre her. Andersherum muss man sehen, dass seit den 90ern Eintracht am längsten in der dritten Liga war. Also wäre ein gewisser Demut bei vielen nicht die schlechteste Idee, aber anscheinend sehen viele Eintracht noch immer als klaren Erstligaverein.
Wie ein paar Post vorher auch bereits angedeutet wurde, hat uns die eine Erstligasaison wahrscheinlich mehr geschadet, als das es einen Nutzen gebracht hat. Daher ist es doch normal, dass die Strukturen nicht permanent auf Erstliganiveau sein können und es nach außen schonmal etwas unverständlich/undurchsichtig wirkt. Letzendlich ist keiner von uns wirklich involviert und keinen kennt Interner oder Abläufe, daher halte ich mich mit Kritik über die letzten Tage etwas zurück.

Die Welt/Gesellschaft ist generell stetig im Wandel und alles entwickelt sich weiter, sei es bei Technologien, Politik, Sprache, demografischer Wandel usw... Wer glaubt, dass man ohne das "große" Geld (Investoren) die nächsten Jahre im Profifußball (Liga 1) langfristig überleben kann, ist für mich ein sympathischer Fußballromantiker, aber "mehr auch nicht". Mir gefällt diese Entwicklung auch nicht, aber sie ist nunmal nicht aufzuhalten und man muss sich daran wohl aber übel anpassen. Das Anpassen auf veränderte Vorraussetzungen/Wettbewerbssituation fängt bei jedem kleinen Unternhemen an und macht bestimmt auch nicht vorm Fußball halt.
Die aktuelle Situation der Eintracht |#739
31.08.2018 - 09:53 Uhr
Zitat von Schoenhauser
Zitat von Elbloewe

Ehrlich gesagt, erste Liga ist natürlich toll - aber ich finde Liga zwei auch schon sehr schön ubd gut. Und gefühlt gehört dort die Eintracht auch hin. Zumal es für mich auch schon im vergangenen Jahr eigentlich die interessantere Liga als die erste ist. Viel interessantere Vereine - mit weniger ‚Plastikclubs‘ als ganz oben. Ich muss nicht mehr Erstligist sein! Mal reinschnuppern wie 2013, das Geld mitnehmen und dann wieder ne gute Rolle in Liga zwei spielen. Das ist auch viel realistischer als immer nur von Liga 1 zu träumen.


Ich verstehe Dich schon, aber das ist genau das Problem. Dass man in Braunschweig über all die Jahre sich gar nicht mehr über die 2. Liga hinaus zu denken traut, weil man sich gefühlsmäßig im Mittelmaß eingerichtet hat. Da bekommt man seine TV-Gelderchen, darf n paar schöne Spiele sehen und muss sich auch gedanklich gar nicht mehr weiter drum kümmern, wie man das hinbekäme, was selbst ein Augsburg oder andere über die Jahre geschafft haben. Man hat sich damit selbst abgefunden, dass man im Konzert der Großen eh keine Chance mehr hat und da auch keine Rolle zu spielen hat. Das ist super schön bequem. Nur warum eigentlich? Warum immer nur zuschauen wie es andere können? Warum immer nur Erwartungen an die Vereinsverantwortlichen formulieren als gehörte man noch zu den Großen da im Fernsehen, ohne aber sich auch nur ansatzweise selbst mal damit auseinandersetzen, das ja mehr durchaus möglich wäre, wenn man denn selbst mal die gedanklichen Fesseln der Bequemlichkeit und des Angestaubten sprengen wollte?

Wenn ich sage, ich will, dass Eintracht langfristig mal wieder im Europapokal spielt, lacht hier jeder, weil das nach heutigem Stand als Joke aufgefasst würde, verständlich. Wenn ich dann sagte, dass ich das ernst meinte, würden mir alle den Vogel zeigen, verständlich. Aber warum eigentlich lassen wir gleichzeitig zu, dass Investoren genau so denken und halten das für völlig normal, weil da die Rendite ist und die sich einen Plan dafür zu recht legen und das dann zielgerichtet mit nem anderen Verein durchziehen? Und zwar nicht mit großen Metropolenvereinen, die ganz natürlich andere Möglichkeiten haben, sondern mit Kaffclubs, die viel weniger in ihrer Historie erreicht haben und das teilweise aus der 4. oder 5. Liga hochpäppeln? Weil wir eh keine Investoren haben und finden?

Könnten wir das auch? Ja, könnten wir, theoretisch wie praktisch, dieses Konzert kann man eben auch mitspielen und von anderen lernen. Selbst ein ***** ing Krefeld hat einen Investor. Vielleicht reicht das nicht für den Europapokal, aber will sagen, dass die Zielsetzung relativ ist, mit der man zufrieden ist. Vielleicht sind wir ja auch bald wieder mit 3. Liga zufrieden und richten uns da schön ein. Passt ja auch viel besser zur Opferrolle in der niedersächsischen Provinz, wo man sich eigentlich ganz wohl damit fühlt, dass alle unfairer Weise mehr Möglichkeiten haben.

Steht auf wenn Ihr Löwen seid...blablabla...kämpfen bis zum Ende...blablabla. Warum formuliert man sowas, wenn man selbst immer nur die Beine hochlegen will und sich schön bequem im Status quo einrichtet? Im mentalen Unentschieden. Nicht vor, nicht zurück, nur Sicherheit. Eigentlich kann man mit dieser Einstellung den Laden auch gleich ganz dicht machen und entweder richtigen Breitensportfussball bei den Freien Turnern anschauen, wenn man das will oder eben nach Wolfsburg die Bundesliga schauen, was VW durchfinanziert. Wenn ich letzteres mache, glaube ich zwar nicht mehr, dass mir mit ner Dauerkarte der Verein gehört, aber ich kann auch endlich mal zu Recht motzen, warum man es nicht mit der ganzen VW-Kohle nicht schafft, über den Relegationsplatz hinaus zu kommen. Echt, was sollen wir uns dann das unendliche Martyrium der Braunschweiger Eintracht anschauen, das irgendwo rumdümpelt und auch gar nicht mehr mehr will? Verstehe ich nicht (mehr).

Sorry für die überspitzten Formulierungen, aber ist doch so. Was will ich eigentlich beim Profifussball, wenn man gar keine Ambitionen mehr hat, irgendwas zu erreichen? Ist doch eigentlich voll gaga, oder? Eigentlich könnte man so das Stadion planieren und nen schönen VW-Parkplatz drauf bauen und nen schönen Gedenkstein draufpacken "67 Minuten frei Parken, in Erinnerung an die Meisterschaft. Mehr wollten wir nie, mehr kommt auch nicht. Falls uns wer sucht, am Wochenende in Wolfsburg oder bei den Freien Turnern...Dieser Stein wurde von VW Financial Services gesponsert".



Ich sehe es halt etwas anders. Ich mag es, wenn im Fußball nicht alles durch Mega-Finanzspritzen eines Sponsors planbar ist. Es ist schon etwas gruselig, dass ein Verein wie RB Leipzig die Europapokal-Teilnahme wie am Reisbrett von der vierten Liga an planen kann und es dann auch funktioniert. Oder dass der VfL Wolfsburg dank der VW-Millionen (und trotz zweimal Relegation) aus der ersten Liga irgendwie nicht wegzubekommen ist. Dafür sind beide aus MEINER Sicht seelenlose Vereine, für die ich nicht immer mehr als 200 Kilometer zu Heimspielen anreisen würde. Ich weiß, dass ist Vielen zu Fußball-romantisch - aber ganz ehrlich: Gab es was Geileres als der Aufstieg mit einer eigentlichen Drittliga-Mannschaft in die erste Liga?! Ein Team, wo jeder für den anderen kämpfte, eine Mannschaft im besten Sinne?! Ein Verein, der mit Leidenschaft, Bodenständigkeit und Fan-Nähe einen ganz großen Erfolg schafft?! Und der dann auch noch in Liga eins auf die Spieler vertraut, die das geschafft haben - einfach, weil SIE sich diese Erstliga-Saison erarbeitet und verdient haben?! Nein, sage ich, ein geileres Gefühl gibt es nicht!

Ich weiß, sowas ist quasi nicht wiederholbar. Aber ich finde, das, was Eintracht in den vergangenen 30 Jahren immer wieder geschadet hat, ist dieser vermessene Anspruch UNBEDINGT Erstligist zu sein! Da gibt s 20 andere Clubs, die diesen Anspruch auch haben könnten - angefangen mit Aachen, Cottbus oder Essen...Man muss da schon realistisch sein. Und weil ich längst nicht alles im 'modernen' Fußball gut finde, ist für mich die zweite Liga das vorrangige Ziel geworden. Wenn die Eintracht sich dort erstmal richtig etabliert haben sollte, kann gerne (auch von mir aus sofort nach einem Wiederaufstieg) die erste Liga angepeilt werden - aber nicht um jeden Preis! Die Eintracht ist in der TL/MA-Ära wieder zu einem tollen Verein geworden, der einen als Fan stolz gemacht hat. Sowas hat für mich tatsächlich mehr Wert als unbedingt das Label "Erstligist"!
Die aktuelle Situation der Eintracht |#740
31.08.2018 - 10:35 Uhr
Zitat von Elbloewe

Zitat von Schoenhauser

Zitat von Elbloewe

Ehrlich gesagt, erste Liga ist natürlich toll - aber ich finde Liga zwei auch schon sehr schön ubd gut. Und gefühlt gehört dort die Eintracht auch hin. Zumal es für mich auch schon im vergangenen Jahr eigentlich die interessantere Liga als die erste ist. Viel interessantere Vereine - mit weniger ‚Plastikclubs‘ als ganz oben. Ich muss nicht mehr Erstligist sein! Mal reinschnuppern wie 2013, das Geld mitnehmen und dann wieder ne gute Rolle in Liga zwei spielen. Das ist auch viel realistischer als immer nur von Liga 1 zu träumen.


Ich verstehe Dich schon, aber das ist genau das Problem. Dass man in Braunschweig über all die Jahre sich gar nicht mehr über die 2. Liga hinaus zu denken traut, weil man sich gefühlsmäßig im Mittelmaß eingerichtet hat. Da bekommt man seine TV-Gelderchen, darf n paar schöne Spiele sehen und muss sich auch gedanklich gar nicht mehr weiter drum kümmern, wie man das hinbekäme, was selbst ein Augsburg oder andere über die Jahre geschafft haben. Man hat sich damit selbst abgefunden, dass man im Konzert der Großen eh keine Chance mehr hat und da auch keine Rolle zu spielen hat. Das ist super schön bequem. Nur warum eigentlich? Warum immer nur zuschauen wie es andere können? Warum immer nur Erwartungen an die Vereinsverantwortlichen formulieren als gehörte man noch zu den Großen da im Fernsehen, ohne aber sich auch nur ansatzweise selbst mal damit auseinandersetzen, das ja mehr durchaus möglich wäre, wenn man denn selbst mal die gedanklichen Fesseln der Bequemlichkeit und des Angestaubten sprengen wollte?

Wenn ich sage, ich will, dass Eintracht langfristig mal wieder im Europapokal spielt, lacht hier jeder, weil das nach heutigem Stand als Joke aufgefasst würde, verständlich. Wenn ich dann sagte, dass ich das ernst meinte, würden mir alle den Vogel zeigen, verständlich. Aber warum eigentlich lassen wir gleichzeitig zu, dass Investoren genau so denken und halten das für völlig normal, weil da die Rendite ist und die sich einen Plan dafür zu recht legen und das dann zielgerichtet mit nem anderen Verein durchziehen? Und zwar nicht mit großen Metropolenvereinen, die ganz natürlich andere Möglichkeiten haben, sondern mit Kaffclubs, die viel weniger in ihrer Historie erreicht haben und das teilweise aus der 4. oder 5. Liga hochpäppeln? Weil wir eh keine Investoren haben und finden?

Könnten wir das auch? Ja, könnten wir, theoretisch wie praktisch, dieses Konzert kann man eben auch mitspielen und von anderen lernen. Selbst ein ***** ing Krefeld hat einen Investor. Vielleicht reicht das nicht für den Europapokal, aber will sagen, dass die Zielsetzung relativ ist, mit der man zufrieden ist. Vielleicht sind wir ja auch bald wieder mit 3. Liga zufrieden und richten uns da schön ein. Passt ja auch viel besser zur Opferrolle in der niedersächsischen Provinz, wo man sich eigentlich ganz wohl damit fühlt, dass alle unfairer Weise mehr Möglichkeiten haben.

Steht auf wenn Ihr Löwen seid...blablabla...kämpfen bis zum Ende...blablabla. Warum formuliert man sowas, wenn man selbst immer nur die Beine hochlegen will und sich schön bequem im Status quo einrichtet? Im mentalen Unentschieden. Nicht vor, nicht zurück, nur Sicherheit. Eigentlich kann man mit dieser Einstellung den Laden auch gleich ganz dicht machen und entweder richtigen Breitensportfussball bei den Freien Turnern anschauen, wenn man das will oder eben nach Wolfsburg die Bundesliga schauen, was VW durchfinanziert. Wenn ich letzteres mache, glaube ich zwar nicht mehr, dass mir mit ner Dauerkarte der Verein gehört, aber ich kann auch endlich mal zu Recht motzen, warum man es nicht mit der ganzen VW-Kohle nicht schafft, über den Relegationsplatz hinaus zu kommen. Echt, was sollen wir uns dann das unendliche Martyrium der Braunschweiger Eintracht anschauen, das irgendwo rumdümpelt und auch gar nicht mehr mehr will? Verstehe ich nicht (mehr).

Sorry für die überspitzten Formulierungen, aber ist doch so. Was will ich eigentlich beim Profifussball, wenn man gar keine Ambitionen mehr hat, irgendwas zu erreichen? Ist doch eigentlich voll gaga, oder? Eigentlich könnte man so das Stadion planieren und nen schönen VW-Parkplatz drauf bauen und nen schönen Gedenkstein draufpacken "67 Minuten frei Parken, in Erinnerung an die Meisterschaft. Mehr wollten wir nie, mehr kommt auch nicht. Falls uns wer sucht, am Wochenende in Wolfsburg oder bei den Freien Turnern...Dieser Stein wurde von VW Financial Services gesponsert".



Ich sehe es halt etwas anders. Ich mag es, wenn im Fußball nicht alles durch Mega-Finanzspritzen eines Sponsors planbar ist. Es ist schon etwas gruselig, dass ein Verein wie RB Leipzig die Europapokal-Teilnahme wie am Reisbrett von der vierten Liga an planen kann und es dann auch funktioniert. Oder dass der VfL Wolfsburg dank der VW-Millionen (und trotz zweimal Relegation) aus der ersten Liga irgendwie nicht wegzubekommen ist. Dafür sind beide aus MEINER Sicht seelenlose Vereine, für die ich nicht immer mehr als 200 Kilometer zu Heimspielen anreisen würde. Ich weiß, dass ist Vielen zu Fußball-romantisch - aber ganz ehrlich: Gab es was Geileres als der Aufstieg mit einer eigentlichen Drittliga-Mannschaft in die erste Liga?! Ein Team, wo jeder für den anderen kämpfte, eine Mannschaft im besten Sinne?! Ein Verein, der mit Leidenschaft, Bodenständigkeit und Fan-Nähe einen ganz großen Erfolg schafft?! Und der dann auch noch in Liga eins auf die Spieler vertraut, die das geschafft haben - einfach, weil SIE sich diese Erstliga-Saison erarbeitet und verdient haben?! Nein, sage ich, ein geileres Gefühl gibt es nicht!

Ich weiß, sowas ist quasi nicht wiederholbar. Aber ich finde, das, was Eintracht in den vergangenen 30 Jahren immer wieder geschadet hat, ist dieser vermessene Anspruch UNBEDINGT Erstligist zu sein! Da gibt s 20 andere Clubs, die diesen Anspruch auch haben könnten - angefangen mit Aachen, Cottbus oder Essen...Man muss da schon realistisch sein. Und weil ich längst nicht alles im 'modernen' Fußball gut finde, ist für mich die zweite Liga das vorrangige Ziel geworden. Wenn die Eintracht sich dort erstmal richtig etabliert haben sollte, kann gerne (auch von mir aus sofort nach einem Wiederaufstieg) die erste Liga angepeilt werden - aber nicht um jeden Preis! Die Eintracht ist in der TL/MA-Ära wieder zu einem tollen Verein geworden, der einen als Fan stolz gemacht hat. Sowas hat für mich tatsächlich mehr Wert als unbedingt das Label "Erstligist"!


@ elbloewe
Mit deiner Philosophie gebe ich dir größtenteils Recht. Ich habe ja auch ähnlich wie du gepostet, als der große Umbruch nach dem Abstieg bekannt wurde, dass es mir erst einmal schwer fallen wird mich mit der neuen Eintracht identifizieren zu können.

Andererseits habe ich eine andere Meinung bei den sogenannten "Retorten Clubs" wie z.B. RB.
Wenn ich Fußball im Fernsehen schaue, dann möchte ich ein gutes, interessantes, spannendes, mit Freude anzusehendes Spiel sehen. Dann ist es mir egal, wo der Club herkommt, und wer ihn erschaffen hat...es geht mir dann einzig und allein um meine Unterhaltung vor dem TV. Und da finde ich, da hat uns doch RB in der Vergangenheit einiges, gerade durch sein frisches, schnelles und direktes Flügelspiel an Unterhaltung geboten...ich habe sie jedenfalls immer gerne spielen sehen
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Velberter am 31.08.2018 um 10:39 Uhr bearbeitet
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