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Der Kolumnenthread

28.08.2008 - 20:12 Uhr
Der Kolumnenthread |#61
08.02.2009 - 13:53 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 19

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Der Auftritt an der Noris! – TEIL 2

Berti, auch ich reibe mir verwundert die Augen. Das FCK-Marketing wurde mit dem Marketingpreis des Sports 2009 ausgezeichnet. Das grenzt für mich sogar fast schon an eine Sensation. Über Jahre hinweg lieferte der FCK in dieser Hinsicht - trotz hochbezahlter Fachkräfte - nichts als "Marketingblubberblasen". Und solch ein "Geblubbere" hätten sicherlich auch ein paar BWL-Studenten als Praktikanten hinbekommen. Berti und Bahli allemal - ist klar. Aber sind wir doch einmal ehrlich: Die Herzblut-Kampagne war sicherlich ein gelungener Schachzug. Aber wäre der unter einem Arndt Jaworski ein ebensolcher Erfolg geworden. Das wage ich zu bezeifeln. Die Herzblut-Kampagne hat auch etwas von Offenheit, hier wird eine richtige FCK-Familie vorgelebt. Und die funktioniert nur mit sympathischen und weltoffenen Eltern. Papa Stefan und Papa Milan waren die perfekten Protagonisten - die Väter - dieser Kampagne. Und mit ihnen wurde sie zu diesem vollen Erfolg. Im Sport verbergen sich hinter einem guten Marketing oft Sympathieträger. Beim FCK ist dies nicht anders. Der FCK hat einen Vorstandsvorsitzenden, der sich das Vertrauen von Fans und Umfeld mit großem Einsatz und enormer Sympathie und Offenheit erarbeitet hat.

Davon sind die Sechziger aus dem Münchner Stadtteil Giesing mittlerweile meilenweit entfernt. Und damit meine ich nicht den bescheidenen sportlichen Erfolg der Mannschaft von Trainer Marco Kurz. Der Wirbel im administartiven Bereich der Löwen hat mich in dieser Woche mehrmals die Luft anhalten lassen. Da muss ein nicht unbekannter Sportdirektor gehen, weil der Nachfolger mit einem Investor im Gepäck bereits im Vorraum wartet. Dann stellt sich dieser Nachfolger vor die Kameras und sagt einen Satz, der mich persönlich sehr nachdenklich gemacht hat. "Mit mir als Sportdirektor wird es bei 1860 keinen Trainer mit roter Vergangenheit geben" - das waren die Worte von Miroslav Stevic, dem neuen Sportdirektor der Löwen. Puuh. Erst einmal Luft holen. Kein Wunder, dass der Vorgänger Stefan Reuter direkt seinen Hut genommen hat. Da ist dicke Luft vorprogrammiert. Solch eine Äußerung macht vielleicht an den Münchner Stammtischen - und vor allem auf den Sechziger-Schaumkronen - Eindruck. Aber wird es die Löwen sportlich weiterbringen? Ich meine nein. Lokalkolorit beinhaltet sicherlich einiges an Brisanz. Und das ist auch gut so. Aber Stevics Wortwahl gefällt mir überhaupt nicht. Sie grenzt aus. Sie verbietet jemandem aufgrund seiner Herkunft einen Job bei den Löwen zu übernehmen. Die einen werden sagen, aber es geht dabei doch um die großen Bayern. Natürlich geht es hier um die großen Bayern. Aber das ist meines Erachtens völlig egal. Stevics Worte sind nicht nur respektlos, sie sind fast schon diskriminierend. Und Diskriminierung hat weder im Fußball noch sonst irgendwo auf der Welt etwas zu suchen.

Zum Glück hat der FCK ganz andere Probleme. Zum Glück sind die sportlicher Natur. So, wie es sich gehört. Der FCK steht morgen in Nürnberg gehörig unter Druck. Bei einer Niederlage verliert die Mannschaft um Milan Sasic den Kontakt zur Spitzengruppe. Bei einem Sieg bleibt man an Spitzenreiter SC Freiburg dran. Also zählt nur ein Sieg. Selbst ein Unentschieden würde uns - erst einmal - nicht weiterhelfen. Aber vielleicht ist es das richtige Rezept, den FCK vor diesem Spiel unter Druck zu setzen. Unter Druck hat die Manschaft in den meisten Fällen gut funktioniert.

Bleibt die Frage, wer morgen auflaufen und diesem Druck standhalten soll. Wenn ich die Lage richtig einschätze, gibt es einige "offene Stellen". Im Tor wird Milan Sasic wohl wieder auf Luis Robles setzen. Aber davor wird es sicherlich Änderungen geben. Moussa Ouattara hat die Grippe erwischt - die Influenza oder doch nur ein grippaler Infekt? Egal, er wird wohl ausfallen. Für ihn sollte Manuel Hornig eine Chance neben Martin Amedick erhalten.

Bellinghausen für Dzaka? Berti hat ja in seinem Teil eine interessante Frage aufgeworfen. Und rennt damit bei mir - natürlich - gegen geschlossene Türen. Ich vertrete seit längerem die Meinung, dass das zentrale Mittelfeld - defensiv wie offensiv - Gift für die Spielweise von Axel Bellinghausen ist. Er braucht Räume. Und die gibt es eher auf der Außenbahn. Also Berti: DAGEGEN! Ich frage mich allerdings auch nach jedem Spiel, was viele Fans an Anel Dzaka auszusetzen haben. Klar hat er nicht oft geglänzt. Aber muss er das? Er ist kein Zehner, kein Diego oder Ribery. Er ist ein Taktiker und Kämpfer mit guter Technik - ein Achter eben. Und als Achter finde ich ihn jetzt nicht überragend, aber solide und kampfstark.

Die Anfangself, die mir im Kopf rumschwebt, sieht eher so aus:
Robles- Dick, Amedick, Hornig, Bellinghausen - Husejinovic, Demai, Dzaka, Fuchs - Lakic, Jendrisek

Nach den Ausfällen von Jiri Bilek und Dario Damjanovic führt auch kein Weg an Aimen Demai im defensiven Mittelfeld vorbei. Er ist momentan der beste, den wir dort zur Verfügung haben. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass Milan Sasic Axel Bellinghausen dorthin stellen wird und Alexander Bugera auf die linke Abwehrseite.

Das Auftaktprogramm hat es für den FCK in sich. In der Hinrunde wurde das sehr gut gemeistert. Nach dem Heimremis gegen Mainz sollte aber in Nürnberg auf jeden Fall nicht verloren werden. Dann hätte man zwei "Brocken" schon einmal einigermaßen erfolgreich hinter sich gebracht. Die Konkurrenz hat diese "Brocken" ja auf jeden Fall noch vor sich.

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#62
14.02.2009 - 18:34 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 20

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Auf den letzten Drücker – TEIL 1

Wut ist per Definition eine starke Emotion, die ihre aggressive und oft zerstörerische Kraft gern auf ein Ziel konzentriert. Die Wut hat einige gepackt in dieser Woche nach unserem Gastspiel in Nürnberg. Wut auf die Spieler, Wut auf den Schiedsrichter und Wut auf Milan Sasic. Natürlich ist das nicht ganz unverständlich, schließlich resultiert dieses Gefühl doch oft aus enttäuschten Erwartungen. Und die sind in Nürnberg geradezu begraben worden. Da sich der Zorn zwischenzeitlich arg auf unseren Trainer konzentriert hat, würde ich gern folgende Frage stellen: Wie hättet ihr euch gefühlt, wenn Sasic beim Einstand versprochen hätte, er rettet uns nicht nur vor dem Abstieg in die Dritte Liga, sondern führt uns binnen eines Jahres direkt an die Aufstiegsplätze zur Bundesliga heran? Manchmal sollte man die Kirche einfach mal im Dorf lassen, auch wenn Kritik von Zeit zu Zeit angebracht ist. Wer den Trainer im Erfolg nicht zum Gott erhebt, der muss ihn später nicht mühsam aus dem Himmel wieder herunterholen, wenn der Erfolg mal ausbleibt.

Vom Himmel zur Hölle. Der FC Ingolstadt kommt an den Betzenberg. Da fällt mir doch gleich mal der Spruch des Trainers Fink zu diesem Spiel in der Hinrunde ein. Sagte der Übungsleiter des Aufsteigers nicht, dass alles andere als ein Sieg eine Enttäuschung sei? Was dabei herausgekommen ist, weiß wohl jeder noch. Mittlerweile haben sich die Vorzeichen deutlich verkehrt. Der FC Ingolstadt kommt als klarer Außenseiter ins Fritz-Walter-Stadion. Das kann aber auch eine Chance sein, wie wir selber wissen. Aber bitte. Ich tue euch den Gefallen: Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung. Und zwar eine herbe.

Was Stefan Kuntz zu dem macht, was er ist, dass weiß man eigentlich nicht so genau. Sicher, es gibt viele Kleinigkeiten die dazu führen, dass die meisten ihn als sympathisch empfinden. Die vielen Geschichten von seiner Oma zum Beispiel, machen ihn sicher nicht unbeliebt. Die Geschichten über das frühere Management beim FCK, man denke nur mal an die Sache mit den Umsätzen der Berggastronomie, lassen ihn, sogar abgesehen von seinen sportlichen Erfolgen, kompetent erscheinen. Obwohl ein großer Teil der Strategie in diesem Bereich aus dem Gehirn von Dr. Ohlinger stammen dürfte. Letzte Woche auf dem Weg in die Kabine angehalten, wurde er von einem Reporter gefragt, was er denn angesichts der schlechten ersten Halbzeit der Mannschaft nun sagen wollte? „In der Kabine meinen Sie?“ konterte Kuntz mit einer Gegenfrage. Als der Reporter dies bejahte, fackelte Kuntz nicht lange: „In der Kabine spricht der Trainer.“ Sagte es, und zog von dannen. Solche Sätze machen ihn authentisch.

Vielleicht kommen wir doch noch einmal zurück zu Milan Sasic. Was ihn geritten haben mag, sein Mittelfeld total umzustellen – und dann auch noch in einer Art und Weise wie sie von Außen schwer nachvollziehbar ist, mag sein Geheimnis bleiben. Und natürlich wissen wir vieles nicht. Wenn aber unser kroatischer Sturkopf auf seine wundersame Rotation angesprochen wird, dann betont er, dass er es wieder tun würde. Im Zweifelsfall noch extremer. Das gibt mir zu denken. Wenn wir gegen Ingolstadt gewinnen, und zwar am besten deutlich, soll es mir egal sein, warum er solche Aussagen tätigt. Er läuft allerdings Gefahr, sich unnötig einen orkanartigen Gegenwind zu schaffen, wenn es zu Rückschlägen kommt. Sasic erinnert mich dabei an den jungen Trainer Magath, der nicht bereit war von seiner Linie abzurücken, egal wohin die führte. Erst als er in Stuttgart lernte, dass man auch mal Kompromisse machen muss, wurde er ein großer Trainer. Vielleicht lieber Milan, denkst Du mal darüber nach. So, nun haben wir am Sonntag die Chance doch noch ordentlich in die Rückrunde zu kommen. Wir müssen nur Ingolstadt wegputzen. Und das machen wir doch Bahli, oder?

Gruß Berti


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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 14.02.2009 um 18:38 Uhr bearbeitet
Der Kolumnenthread |#63
14.02.2009 - 21:15 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 20

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Auf den letzten Drücker – TEIL 2

Tja Berti, wütend war ich nach der Pleite in Nürnberg ebenfalls. Wütend auf den Trainer. Wütend auf die Mannschaft. Wütend auf mich selbst. Wütend auf den Trainer wegen der Aufstellung eines hanebüchenen Mittelfeldes. Wütend auf die Mannschaft, weil sie die kraft- und saftlosen Auswärtsauftritte der Hinrunde direkt in der Rückrunde fortsetzte. Wütend auf mich, weil ich mir kurz nach dem Anstoß noch die Brille putzen musste, obwohl mir eine innere Stimme dringend davon abgeraten hat. Innere Stimmen sind eine ganz komplizierte Sache für uns Fußballfans. Ich denke, jeder hier kennt das Gefühl, dass er kurz vor Anpfiff noch irgendetwas tun möchte - tun muss. Sei es die Toilette aufsuchen oder ein Bier aus dem Kühlschrank holen. Wie oft spricht dann eine Stimme aus unserem Inneren zu uns, dass die Ausführung fatale Folgen haben wird. Manche setzen sich dann gegen die innere Stimme durch. Und fluchen später über ihren eigenen Dickschädel. Andere lassen sich von der inneren Stimme in ihren Bann schlagen. Und fragen sich später, warum sie derart feige Schlappschwänze sind.

Ein feiger Schlappschwanz ist der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz sicherlich nicht. Sonst hätte er sich ein Himmelfahrtskomando wie den Posten beim FCK sicherlich nicht angetan. In der Februar-Ausgabe der Zeitschrift meier habe ich gelesen, dass sich Stefan Kuntz nicht als Wundermann und Handaufleger sieht. Er ist aber regelmäßig in der Spielerkabine präsent. Scheinbar reicht also seine Anwesenheit, um der Mannschaft einzuimpfen, für was der FCK steht: für hohe Laufbereitschaft und der Wille, bis zum Schluspfiff alles zu geben. Auswärts sollte Stefan Kuntz diesbezüglich des Öfteren mal wieder eine aktive Rolle in der Kabine einnehmen. Zu Hause läuft alles rund. 11 Siege und drei Unentschieden sprechen hier eine eindeutige Sprache seit die Lichtgestalt Stefan Kuntz im April 2008 auf dem Betzenberg antrat, um die abgekühlte Liebe der FCK-Fans zu ihrem Verein neu zu entfachen.

In Nürnberg lief so ziemlich alles schief, was schieflaufen kann. Und da darf sich auch der kroatische Dickkopf Milan Sasic mal einen Strich von mir abholen. Milan, die Aufstellung in Nürnberg gibt einen Strich! Und zwar einen dicken. Morgen gegen den FC Ingolstadt sollte Wiedergutmachung angesagt sein. Von Trainer und Mannschaft. Zum Glück patzt auch die Konkurrenz. Am Freitag in Gestalt der SpVgg Greuther Fürth. Morgen muss also ein Sieg her - am besten ein klarer. Ich habe diese Woche viele wütenden Kommentare der Fans über Spieler gelesen - lesen müssen. Anel Dzaka und Florian Dick wurden oft genannt. Ich wehre mich dagegen, überhaupt einen Sündenbock herauszupicken. In Nürnberg hatte die Mannschaft kollektiv einen schwarzen Abend. Warum sollten Dzaka oder Dick draußen bleiben? Beide haben auch in dieser Saison bereits gezeigt, dass sie etwas können. Mir steht eher der Sinn nach einer Hereinnahme. Und zwar von Axel Bellinghausen. In den ersten beiden Spielen hat mir der gute Bello an allen Ecken und Enden gefehlt. Auch, wenn er gegen Mainz eingewechselt wurde. Ein Axel Bellinghausen muss von Anfang an dabei sein. Das ist kein Spieler, der eine Art Jokerrolle übernehmen kann. Morgen brauchen wir seine positive Energie von Beginn an. Eine Schlüsselrolle ist für mich die Besetzung der Sechs. Beim FCN war diese Rolle nach Hornigs Hinausstellung schnell vakant. Gegen Ingolstadt solten wir uns einen spielerisch und kämpferisch starken Mann auf dieser Position gönnen. Entweder Aimen Demai oder - endlich einmal - Jiri Bilek. Außerdem schwebt mir der Sinn nach schnellen und technisch beschlagenen Mittelfeldspielern auf der Außenbahn. Gegen defensiv eingestellte Ingolstadter möchte ich Spieler sehen, die erfolgreich im Eins-gegen-Eins spielen können. Danny Fuch, Josh Simpson, Said Husejinovic oder Sidney Sam kommen da für mich in Frage. Sollte Srdjan Lakic ausfallen, würde ich auch gerne Josh Simpson als zweite Spitze neben Erik Jendrisek sehen.

Die Mannschaft, die ich für morgen favorisiere, sieht in etwas so aus:
Robles - Dick, Amedick, Ouattara, Bellinghausen - Bilek (Demai) - Fuchs, Dzaka, Husejinovic - Lakic (Simpson), Jendrisek

Ich weiß heute natürlich noch nicht, wie die Partie morgen gegen den FC Ingolstadt endet. Aber eines weiß ich sicher. Ich werde mir exakt um 14:02 Uhr die Brille putzen. Ein guter Durchblick ist bei einem FCK-Spiel immer von Vorteil. Und kurz danach werde ich auch noch die Toilette aufsuchen - inklusive Hände wachen. Wer hört schon auf innere Stimmen ...

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#64
20.02.2009 - 21:48 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 21

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Weltpokalsiegerbesiegerbezwinger – TEIL 1

Axel Bellinghausen hat sich entwickelt. Er ist gereift beim FCK. Hatte er anfangs wenig mehr zu bieten als eine hohe Laufbereitschaft, finden sich heute eine verbesserte Technik, Torgefährlichkeit, ein ordentliches Passspiel und am Ende das, was alles andere weit überragt: Ein unbändiges Kämpferherz. Mit seinem Vorbild treibt er die Mannschaft an und gibt ihr im entscheidenden Moment den Willen noch einmal aufzustehen. Kurz, in einem engen Spiel macht er den Unterschied. Wie beliebt Axel mittlerweile ist, und wie sehr er gleichzeitig unterschätzt wird, zeigt die Sorge vieler FCK Freunde um seine Zukunft, sei er doch nicht erstligatauglich und besitze kein Entwicklungspotential. Das sehe ich allerdings anders. Axels Potential ist meiner Meinung nach noch lange nicht erschöpft. Er ist erstligatauglich und enorm wichtig für unsere Mannschaft noch dazu. Und außerdem kann man sich über die Tauglichkeit eines Spielers für die Erste Liga Gedanken machen, wenn man dort angekommen ist. Ob eine Brücke trägt oder nicht, sollte man prüfen wenn man darüber gehen muss, nicht vorher.

Unsere Brücke die wir aktuell überwinden müssen, sollte zu erfolgreichen Auswärtsauftritten unserer Mannschaft führen. Hat der FCK doch nach wie vor zwei Gesichter. Die Auswärtsbilanz der Teufel gibt nicht nur uns einfachen Beobachtern Rätsel auf. Auch die Experten können keine wirklichen Erklärungen liefern. Häufig bleibt es beim Verweis auf das verhältnismäßig geringe Durchschnittsalter des Teams. Aber ist das die Antwort? Sind es nicht vermehrt auch diese jungen Spieler gewesen, die durch das Stahlbad des Abstiegskampfes gegangen sind? Haben die nicht mehr Erfahrung in Extremsituationen gesammelt als so mancher vermeintlich erfahrene Spieler, der während seiner Laufbahn immer irgendwo im gesicherten Mittelfeld gekickt hat? Nein, so einfach scheint mir das nicht zu sein. Zumindest ist es aber gelungen die alte Heimstärke wieder zu beleben. Und das, obwohl die beinahe schon verstorben schien. Jetzt muss man sich allerdings weiterentwickeln. Eine Mannschaft die weiß, dass sie in ihrer Liga zu Hause jeden Gegner schlagen kann, muss doch auch lernen können, dass das auch auswärts möglich ist. Schließlich stehen die gleichen Mannschaften auf dem Platz wie auf dem Betzenberg. Die Fahrt gen St. Pauli bietet jedenfalls reichlich Gelegenheit einen neuen Anlauf zu nehmen. Vielleicht auch eine Frage des Willens.

Der Willen hat ihm nie gefehlt. Gerald Ehrmann, vermutlich der aktuell erfolgreichste Torwarttrainer Deutschlands ist in dieser Woche fünfzig Jahre alt geworden. Sie werden also doch älter, unsere Idole früherer Jahre. Und mit dem Begriff Idol sollte man vorsichtig umgehen. Nicht jeder der länger beim FCK gespielt hat wird mit diesem Wortsinn assoziiert. Und zwar unabhängig davon, ob die Mannschaft deren Teil er war, nun zu den Erfolgreichen ihrer Zeit gehörte, oder nicht. Wenn wir im Alltag daran denken würden, dass sich der Begriff vom lateinischen Wort für Abgott herleiten lässt, würde er vermutlich noch viel weniger verwendet. Aber auch so ist er nicht häufig im Gebrauch. Nur wenige unserer Spieler haben es beim FCK in diese Gewichtsklasse geschafft. Zu aller erst wohl unser Übervater Fritz Walter, den ich zwar nie spielen sah, aber an seinem Beispiel früh lernen konnte, was sich eigentlich hinter der merkwürdigen Berufsbezeichnung „Repräsentant“ versteckt. Wer auch immer neben Walter oder vermutlich Briegel in diese Reihe eingeordnet werden mag, Gerald Ehrmann gehört nach mehr als einem Vierteljahrhundert in treuen Diensten seines, unseres Vereins, ganz sicher dazu. Herzlichen Glückwunsch Gerry!

Bevor uns Bahli gleich erklärt wie man über unsere Auswärtsschwäche hinwegkommt, will ich doch noch ein Wort zu unserem Kapitän verlieren. Stefan Kuntz hat behauptet, Axel habe eine große Flügelmutter im Rücken, und wenn man daran ein wenig dreht, dann läuft er los, der Kapitän. Und läuft. Und läuft. Bleibt für uns zu hoffen, dass er noch eine lange Zukunft am Berg haben wird. Eigentlich bin ich mir dessen fast sicher. Hat doch unser Vorstandsvorsitzender im gleichen Gespräch noch etwas hinzugefügt, bei dem er nicht geschmunzelt hat. Axel, so sprach er, sei das Herzstück des FCK. Und ohne Herz kommt man bekanntlich nicht weit. Ich vermisse ihn jedenfalls jetzt schon, nach ein paar Spielen Pause. Wäre doch schön, wenn er am Montag spielen könnte, oder Bahli?


Gruß Berti

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Der Kolumnenthread |#65
22.02.2009 - 20:05 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 21

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Weltpokalsiegerbesiegerbezwinger – TEIL 2

Nun Berti, du sprichst exakt zwei Themen an, die sich seit ein paar Tagen auch in meinem Kopf immer wieder in den Vordergrund drängen: Axel Bellinghausen und die eklatante Auswärtsschwäche. Bei dem einen Thema (Axel Bellinghausen) hoffe ich schwer, dass mich mein Gefühl trügt. Beim anderen (Auswärtsschwäche) geht meine Hoffnung dahin, dass mein Gefühl, das auf des Gegners Platz keinen Punkt erwartet, morgen Abend über den Haufen gerannt wird. Und zwar von einem souverän aufspielenden FCK.

Wie Berti richtig sagt, hat der Axel Bellinghausen beim FCK eine tolle Entwicklung hingelegt. Wer erinnert sich nicht an die ersten Auftritte als linker Außenverteidiger. Wer hat ihn unter Wolfgang Wolf nicht des Öfteren einfach zum Teufel gewünscht. Zum anderen wohlgemerkt. Ich übrigens gefühlte dreißig bis vierzig Mal. Ich bekam Pickel und nervöse Hautausschläge, wenn der gute Axel irgendwo links aufgelaufen ist. Auflaufen musste. Denn freiwillig konnte man kaum auf die Idee kommen, diesen Düsenjäger, der regelmäßig den Ball vergaß, den Ball überholte oder weder an Ball noch Gegenspieler vorbeikam, ohne Not aufzustellen. Ich dachte noch vor nicht allzu langer Zeit, dass dieser Spieler niemals den Durchbruch schafft. Zum Glück habe ich mich geirrt. Und ich muss sogar sagen, dass mir kein vergleichbarer Fall in Erinerung geblieben ist, wo ich mich in einem Spieler so getäuscht habe. Ich bringe es gleich auf den Punkt: Axel Bellinghausen gehört zu meinen drei Lieblingsspielern. Er ist das Herzstück des FCK. Er hat eine unglaubliche Entwicklung genommen. Er ist Antreiber, Dynamo, Führungsfigur, Lenker und Denker und Torschütze in Personalunion. Sein Wille versetzt Berge. Und er muss morgen spielen. Selbst, wenn er erst 90 Prozent seiner Fitness erreicht hat. Mittlerweile ist es mir sogar völlig egal, auf welcher Position er spielt. Hauptsache, er spielt. Punkt.

Morgen Abend muss er besiegt werden. Nein, nicht der FC St. Pauli. Doch, der natürlich auch. Ich meine den Auswärtsfluch. Oder nennen wir es Auswärtsschwäche. Einen Fluch hätte ja jemand gegen uns ausgesprochen. Uns also verflucht, mit dem Fluch belegt, in dieser Saison auswärts permanent auf die Fresse zu kriegen. Allein fehlen mir die kriminalistischen Mittel herauszufinden, wer dies sein könnte. Ich bleibe also lieber beim Terminus "Auswärtsschwäche" und füge dem noch das Attribut "eklatant" hinzu. Der FCK hat in dieser Saison also eine eklatante Auswärtsschwäche. Noch Fragen? 0:5, 1:2, 2:4, 0:1, 0:3. Jeder von uns hier kann sicherlich den Gegner hinzufügen und sicherlich auch die Leistungen aus der Erinnerung hervorkramen. Rein theoretisch natürlich. Denn wer erinnert sich schon gerne an diese Klatschen. Ich jedenfalls nicht. Aber eines weiß ich. Ab morgen muss die Auswärtsbilanz wieder nach oben zeigen. Ansonsten bleibt uns nichts anderes übrig, als die Punkte für die nächsten Auswärtsspiele mit der Post zum jeweiligen Gegner zu schicken und die makellose Heimbilanz aufzupolieren.

Und damit wäre ich mitten beim morgigen Gegner. Und auch der hat ein Problem. Nicht immer nur der FCK. Ein Punkt, acht Gegentore - Tendenz: St. Pauli rutscht ab. Die Rückrunde hätte kaum schlimmer beginnen können. Und da hat auch Pauli-Trainer Holger Stanislawski reagiert und das Saisonziel korrigiert. Die 40 Punkte gelten nunmehr als primäres Ziel. Erst einmal. So gesehen steht auch St. Pauli unter Druck. Eine weitere Niederlage und die Kicker vom Kiez laufen Gefahr, so langsam den Atem der unteren Tabellenregion zu spüren. Aber auch der der FCK steht unter Druck. Freiburg und Mainz sind vergangenen Freitag ein wenig enteilt. Auch hier: erst einmal. Ein FCK-Sieg und die Männer um Milan Sasic sind wieder oben dran. Ich hoffe, Milan Sasic besiegt seinen Sturkopf und schickt die Elf auf den Platz, die nicht nur läuferisch, kämpferisch und spielerisch das Optimum darstellen, er darf auch die psychologische Komponente nicht vergessen. Axel Bellinghausen (zwei Tore in den letzten drei Begegnungen), Erik Jendrisek (dito) oder Josh Simpson (Traumtor bei 4:3-Sieg letzte Saison). Diese drei fallen mir spontan als erstes ein.

Auf jeden Fall hat die Heimniederlage des FC St. Pauli gegen die SpVgg Greuther Fürth gezeigt, dass mit einer kompakten Abwehr und schnellen Kontern auch bei den heimstarken Paulianern etwas zu holen ist. Gut, Fürth hatte damals eine unglaublich gute Effizienz. Daran feilen wir morgen. Dem Mittelfeld kommt definitiv eine wichtige Aufgabe zu. Die Demais, Dzakas und Bellos müssen morgen um die Leberwurst rennen und die Räume dicht machen. Kämpfen, rennen, Gras fressen. 90 Minuten lang. Das muss die Devise sein.

Die Mannschaft, die dies morgen meines Erachtens umsetzen könnte, sieht folgendermaßen aus:
Robles - Dick (Müler), Amedick, Ouattara, Bugera - Demai - Fuchs, Dzaka, Bellinghausen - Jendrisek, Simpson

Damit das Zittern - wie lange auch immer - erträglicher wird, hätte ich noch eine Bitte an die großartigen Fans des FC St. Pauli. Bitte hängt wieder diese wunderbare - 70 bis 80 Meter lange - Transparent auf. Oder waren es mehrere Transparente. Egal. Letzte Saison beim Montagsspiel gegen 1860 München stand da ein lustiger Spruch darauf. Über den haben sicherlich alle Fußballfans gelacht. Nur das DSF hat dämlich in die Gegend geschaut. Bitte mehr davon ...

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#66
27.02.2009 - 14:10 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 22

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Fürth führt?- Nee wir. – TEIL 1

Als Gegenwind werden laut Wikipedia Luftbewegungen bezeichnet, die gegen die Bewegungsrichtung eines Objekts gerichtet sind. Wenn der Fußballer jedoch das Wort Gegenwind benutzt, bezeichnet er damit etwas anderes als einen streng genommen rein physikalischen Vorgang. Geht es doch dabei eher darum, dass jemand Gegenwind verspürt, als dass tatsächlich ein meteorologisches Phänomen beschrieben wird. Gegenwind spüren heißt in diesem Wortsinn, dass der Betroffene nicht mehr unbestritten seine Position behaupten kann. Und genauso geht es derzeit Milan Sasic. Dabei beruht die langsam beginnende Welle der Kritik vermutlich weniger auf der tatsächlichen Situation in der sich der FCK befindet. Immerhin sind wir in der Tabelle nur knapp hinter den Aufstiegsrängen angesiedelt und können wieder auf dieselben springen, wenn wir unseren aktuellen Gegner schlagen. Nein, diese beginnende Opposition beruht eher auf mangelnder Kommunikation. Er zieht knallhart seine Linie durch, ist aber nicht bereit, diese zu erklären. „Ich bin der Trainer und Du verstehst sowieso nicht allzu viel von Fußball“ scheint da manchmal nonverbal im Raum zu stehen, wenn mal eine Frage gestellt wird, die ihm nicht passt. Wenn er mehr kommunizieren würde, wäre er vermutlich weniger in der Kritik.

Die Kritik wird leiser, wenn es gelingt gegen Fürth am Betzenberg einen Sieg zu landen. Denn der wird dringend benötigt. Nur vier von zwölf möglichen Punkten konnte der FCK nach der Winterpause einfahren. Wenn wir oben einigermaßen den Kontakt halten wollen, dann müssen wir an diesem Wochenende drei Punkte verbuchen. Müssen ist dabei als großgeschrieben zu verstehen. Vermutlich werden sich alle anderen Mannschaften auch noch Auszeiten nehmen, aber darauf kann man sich einerseits nicht verlassen und andrerseits, haben wir unsere Punktepause mit dem Start in die Rückrunde wohl schon größtenteils verbraten. Kurz gesagt: Drei Punkte müssen her.

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle mal wieder einen Gruß der Woche einstreuen. Hatte sich doch Thorsten Kinhöfer, der ist Schiedsrichter und hat unser Gastspiel auf St. Pauli geleitet, ausführlich darum beworben, wie mir schien. Tatsächlich hatte der Sportskamerad aus Herne am Millerntor nicht unbedingt seinen besten Tag erwischt. Trotzdem möchte ich darauf verzichten. Warum? Weil ich gestern „Bremen 1“ gehört habe, um den Auftritt unserer Freunde von der Weser in Mailand zu verfolgen. Wenn man den engagierten ARD Reportern so zuhörte, dann hat der Schiedsrichter dem SV Werder gestern mindestens einen Elfmeter verweigert. Und Werder hat trotzdem den Halbzeitrückstand von 0:2 aufgeholt. In Mailand. Deshalb will ich davon Abstand nehmen, Schiedsrichter Kinhöfer zu stark in die Mangel zu nehmen. Dass er Mist gebaut hat, weiß er vermutlich selber. Aber was hat uns eigentlich davon abgehalten, ein anständiges Spiel abzuliefern? Stattdessen will ich an dieser Stelle eine weitere kleine Rubrik einstreuen, die in unregelmäßigen Abständen wiederkehren wird, wenn ich es für angebracht halte. Das Lob der Woche. Denn nicht nur negatives sollte Erwähnung finden. Das erste Lob der Woche geht an Henry Vogt und Heiko Neugebauer, dass sind jene beiden Reporter, die in einer mitreißenden Reportage für Radio Bremen die fehlenden Fernsehbilder der Werdertruppe mehr als vergessen ließen. Danke dafür!

Zurück zur Kommunikation unseres Trainers. Mit seinen Aussagen nach dem Nürnberg Desaster, als er sinngemäß erklärte, dass er alles noch einmal genauso machen würde, nur eben noch extremer, hat er sich keinen Gefallen getan. Und unnötig Widerstand erzeugt. Ein wenig mehr Fingerspitzengefühl würde ihm dazu verhelfen, auch dann sicher im Sattel zu sitzen, wenn es mal nicht läuft. Aber vielleicht ist es das, was Milan Sasic einfach noch lernen muss. Wie viel weniger Druck hätte zum Beispiel Anel Dzaka, wenn der Trainer öffentlich erklärte, dass er die hochriskanten schnellen Pässe von ihm fordert, weil er trotz der zwangsläufig hohen Fehlpassquote davon überzeugt ist, dass es unserem Spiel mehr nutzt als schadet? Milan Sasic wird lernen zu kommunizieren. Er ist zum ersten Mal mit einem Tanker wie dem FCK unterwegs und er kennt den Druck der auf so einem Traditionsschiff lastet einfach noch nicht richtig. Wir sollten also Geduld haben. Bahli erklärt uns jetzt geduldig wie wir Fürth weghauen. Die hauen wir doch weg, oder Bahli?

Gruß Berti


AUF GEHT’S COOLER BAHLI!

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 27.02.2009 um 14:12 Uhr bearbeitet
Der Kolumnenthread |#67
27.02.2009 - 21:22 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 22

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Fürth führt?- Nee wir. – TEIL 2

"Ich Trainer, du doof!" - so oder so ähnlich wurde in dieser Woche die Kommunikationsfähigkeit von Milan Sasic auf vier Wörter plus ein Komma reduziert. Das klingt zwar erst einmal stark pauschalisiert, hat mich aber doch ins Mark getroffen. Genauso fühle ich mich, wenn ich versuche, Erklärungen für den holprigen Rückrundenstart des FCK zu finden. Wenn ich unseren Trainer nach dem Spiel im Interview erlebe, dann komme ich mir vor wie der kleine dumme Bub vor dem allwissenden Professor. Ich kann ihm weder folgen, noch ihn verstehen. Aber bin ich wirklich zu doof, habe ich wirklich von Fußball überhaupt keine Ahnung?

Dieser Einstieg in die Spieltagskolumne wäre sicherlich ganz anders ausgefallen, wenn ich für unseren Trainer nichts übrig hätte. Wenn er mir egal wäre. Und ich ihn in die Wüste wünschen könnte. Dem ist aber nicht so. Ich mag diesen Sturkopf. Ich mag seine kantige Art - seine Schrulligkeit. Und eigentlich mag ich seine Fußball-Philosophie. Eigentlich. Jedenfalls mochte ich sie, solange ich sie verstanden habe. Seit Beginn der Rückrunde stehe ich wie der Ochs vorm Berg und kann dem guten Milan nicht mehr folgen. Aber ich halte ihn immer noch für den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Und das macht das Ganze so schwer. Kennt ihr das Gefühl, dass ihr jemanden nicht versteht, der euch irgendwie nahe steht?

Berti hat es in seinem Kolumnenteil angesprochen. Das Unverständnis, der Gegenwind und die damit verbundene aufkeimende Opposition erscheint als Folge, wichtige Entscheidungen in Aufstellung und Taktik nicht zu erklären. Er könnte es in der Tat so einfach haben. Wenn er mehr mit uns reden würde. Wenn er einfach die Dinge, die in uns nagen, zurechtrücken würde. Seine mangelnde Kommunikation ist für den Fan eine Katastrophe. Er zieht knallhart seine Linie durch und hinterlässt ein Heer von Fragezeichen bei den Fans. Und das ist ein ganz gewaltiges Manko - kann sich zu einem großen Problem zusammenballen. Erst recht, wenn die Rückrunde weiterhin so holprig verläuft. Daher meine Bitte an unseren Trainer:

MILAN, REDE MIT UNS!

Ausgerechnet am Sonntag steigt auf dem Betzenberg ein Spitzenspiel. Vierter gegen den Dritten. Der FCK empfängt die SpVgg Greuther Fürth. Ein Schlüsselspiel. Gewinnt der FCK, hat er sich eindrucksvoll im Aufstiegsrennen zurückgemeldet. Verliert der FCK, sind die Aufstiegsplätze erst einmal außer Reichweite. Die SpVgg gilt als auswärtsstark - vier Siege und zwei Unentschieden (bei vier Niederlagen). Zum jetzigen Zeitpunkt für den FCK eine harte Nuss. Aber nicht unknackbar. Die Viererkette ist kopfballstark aber oftmals sehr unbeweglich. Eigentlich ein gefundenes Fressen für unsere schnellen und trickreichen Jungs. Sofern sie spielen. Und darauf hoffe ich. Der Ausfall von Anel Dzaka lässt sogar in mir den Wunsch reifen, Axel Bellinghausen als seinen Vertreter zentral offensiv sehen zu wollen.

Die Mannschaft, die die SpVgg am Sonntag meines Erachtens knacken könte, sieht in etwa so aus:
Robles - Müller, Ouattara, Kotysch, Bugera - Demai - Sam, Bellinghausen, Fuchs - Simpson, Jendrisek

Der FCK hat wie jeder andere Profiverein auch tausende und abertausende Trainer. Jeder weiß es besser als der amtierende Trainer. Und das ist die normalste Sache der Welt. Ja, wenn der Trainer nicht Milan Sasic hieße. Ich würde mich sofort auf die Position des Co-Trainers degradieren, wenn uns Milan seine Entscheidungen in ein paar Worten erklären würde. Dieser kroatische Sturkopf hat ein großes Herz und eine große Portion Humor. Aber bei den wichtigen Dingen ist er mundfaul. Extrem mundfaul. Ich hoffe aber inständig, dass anstelle der Fragezeichen am Sonntag um 16:00 Uhr ein Heer von Ausrufezeichen in meinem Kopf toben. Und vielleicht merkt der gute Milan an den vielen negativen Reaktionen in dieser Woche, dass er in der Pflicht steht und etwas tun muss. Ich würde es mir wünschen. Sehr wünschen.

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#68
03.03.2009 - 10:38 Uhr
Lieber Milan,

ich schreibe dir einen offenen Brief. Einen Brief von einem deiner 40.000 Co Trainer, die jede Woche mit dir und der Mannschaft mitleiden.
Dieser Brief kommt von jemand, der dich sehr schätzt und dessen größte Freude es wäre zu sehen, wie du eine Schale oder einen Pokal in die Höhe hälst, umgeben von abgekämpften aber überglücklichen roten Teufeln.

Mit Sorge sehe ich die überflüssige und ausartende Diskussion um deine Person.

Schon beziehen die von Kollege Vinnie kolportierten Heckenschützen Stellung.
Und der normale Fan ist so sauer wegen einiger schlechter Spiele, daß er gar nicht merkt, wie er von Medien und nicht wohlmeinenden Personen zum Werzeug gemacht wird.

Lieber Milan, nicht jede Kritik ist Mißachtung deiner Person oder Geringschätzung deines Sachverstandes.
Viele Kritikpunkte kommen aus Fragen, die sich deine 40 000 Co Trainer stellen.
Fragen sind ja generell nicht dumm, nur manche Antworten können es sein.
Eine Antwort wie: "Das sind Interna!" wird von den meisten deiner Co Trainer verstanden und auch gutgeheißen.
Leider haben die Heckenschützen und nicht wohlmeinenden Personen ein Mittel an der Hand, das leicht eine Stimmung kippen kann: gezielte Indiskretion.
Auch wenn vieles reine Spekulation ist - solche Prozesse erreichen eine Eigendynamik, die dem gemeinsamen Ziel "Erfolg haben" entgegenläuft.

Man kennt sie ja, die Leitsätze im Fussball: Wenn ein Spieler Mist baut, ist es seine Schuld. Wenn alle Spieler Mist bauen, ist die Mannschaft schuld.
Lieber Milan, wir wissen ja, daß der Umkehrschluss "Wenn alle Spieler mehr als 2 Spiele Mist bauen, ist der Trainer schuld" nur bedingt zutrifft.
Es kommen viele Faktoren zusammen - vor allem Verletzungen und Krankheiten haben uns Anfangs der Rückrunde arg gebeutelt.
Aber, lieber Milan, könnte nicht ein klein wenig von den Problemen, die wir momentan auf dem Platz sehen, auch mit dir zusammen hängen?
Dein Kapitän hat dir eine goldene Brücke gebaut, als er nach dem Fürth Spiel sich hinstellte und sagte: "Ich rede hier nur für mich - ich habe Sche.. gespielt"
Respekt, Axel! Milan, was dir dein Kapitän da gezeigt hat ist: deine Spieler sind erwachsene, zur Selbstkritik fähige Menschen. Die spielen doch keinen Mist um dich zu ärgern! Nur ein kleiner Tip: denk mal darüber nach.

Einen ganz anderen Tip so von einem der 40000 Co Trainer zum Chef:
Lass dir mal eine Szene aus dem Videoarchiv suchen. Eine Szene aus der Meistersaison.
Hauptdarsteller: Bruno Labadia
Er dringt in den Strafraum ein, wird gefoult, kein Pfiff, er steht auf erobert den Ball zurück, wird gefoult, wieder kein Pfiff er steht zum zweiten mal auf, schnappt sich den Ball und macht ein Tor.
Der Reporter damals: "Eine Szene typisch für Lautern in dieser Saison! Stehaufmännchen!"
Eine wirklich schöne Szene für die ganze Mannschaft - und, nur unter uns, Dragan sollte sich die Szene 3 mal mehr ansehen ;)

Nein, dein Co Trainer wird dir nicht in Taktik und Aufstellung für das nächste Spiel reinreden.
Dein Co Trainer ist sich aber ziemlich sicher, im nächsten Spiel Dick wieder in der Anfangsformation zu sehen.
Warum? Du sagst selbst, "Ein Spieler muß zeigen, daß er WILL!" Auch wenn er immer noch nicht wieder so gut spielt, wie am Anfang, das hat er GENAU DAS gezeigt nach seiner Einwechselung.
Wahrscheinlich werden ich und die anderen 39999 Co Trainer fluchen, wenn er die 7. Flanke aus dem Halbfeld ins Nirwana tritt, aber wir sind bei dir, wenn du ihn aufstellst ;)

So, das war jetzt aber Spekulatius! (Spekulation)
Mensch, da fällt mir auf: wir haben März! Spekulatius ist an Weihnachten angesagt. Hallo! Bitte den Kalender abreißen - Weihnachten und die Zeit für Geschenke ist vorbei!
Das nächste Fest ist Ostern und dafür braucht man ???

Richtig! EIER! Es braucht EIER auf dem Platz. (Gruß an Oli Kahn)

Lieber Milan, ich und meine 39999 Kollegen sind uns sicher, daß du 11 Mann in deiner Truppe findest, die Eier in der Hose haben und drei Punkte aus Frankfurt mitbringen.
Bis Freitag!

Dein Wormel

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Aufstieg 2009/2010 - Mission impossible? [X] Danke, Marko!
Nichtabstieg 2010/2011 - Es darf auch etwas mehr sein....[X](Platz 7)
Fühzeitiger Klassenerhalt 2011/2012 [total fail]
Wiederaufstieg 2012/2013 [knapp verpasst]
Saison 2013/2014 [gestrichen aus dem Gedächtnis]
Saison 2014/2015: ein Team auf dem Platz sehen [X] :) die Jungs machten Spass
Saison 2015/2016: *meinen* FCK wieder erkennen [\] ..weiter abwarten
Saison 2016/2017: sich wieder auf FCK Spiele freuen können [ ]
Der Kolumnenthread |#69
05.03.2009 - 14:27 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 23

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Schau’n wer mal. – TEIL 1

Wenn Träume enden hat das auch Vorteile. Während der Vorgang an sich, zumindest bei schönen Träumen, meist eher unangenehm ist, bietet er auch neue Chancen. Die Realität kehrt zurück in den Fokus der Wahrnehmung und damit auch die Möglichkeit auf diese zu reagieren. In dieser Woche war also Aufwachen angezeigt rund um den Betzenberg. Wohlgemerkt rund um den Betzenberg, nicht auf dem Betzenberg. Denn die dort Verantwortlichen haben nie geschlafen. Wurden doch Stefan Kuntz und Milan Sasic unabhängig und im Verbund nicht müde, uns darauf hinzuweisen, dass es Rückschläge geben werde und das Saisonziel eben nicht Aufstieg heißen könne, in diesem Jahr. Das wir bei dem Begriff Rückschlag eher an überraschende Niederlagen in der Favoritenrolle, wie die in Wiesbaden oder die in Oberhausen gedacht haben und nicht an verunsicherte Auftritte wie gegen Nürnberg oder zuletzt zu Hause gegen Fürth, macht den Prozess des Erkennens vermutlich für uns schmerzhafter, als er hätte sein müssen.

Nun also geht es nach Frankfurt. Da wäre ich wirklich gern hingefahren – leider kriege ich das zeitlich nicht hin. Ein Auswärtsspiel mit Ticketgarantie gibt es ja für den FCK nicht so häufig. Und das Projekt Heimspiel in Frankfurt finde ich ebenfalls interessant. Sportlich muss der Trainer über seinen Schatten springen. Ohne Bahli in sein Handwerk pfuschen zu wollen, erwarte ich ein paar Änderungen. Ouattara verdient wie Bugera eine Pause. Hornig ist keine Alternative für die Innenverteidigung. Mir persönlich hat Damjanovic auf St. Pauli als Innenverteidiger ganz gut gefallen. Meine Innenverteidigung bilden also der wieder spielberechtigte Amedick und eben Damjanovic, ergänzt durch den Linksverteidiger Bellinghausen. Der kann sich in dieser Rolle einfinden und das Spiel nach vorne treiben. Rechts bleibt die Wahl zwischen Müller und Dick. Auf der linken Außenbahn hoffe ich, dass Paljic seine durch Leistung erbettelte Auszeit endlich bekommt und Josh Simpson dahin zurückkehrt, wo er eigentlich hingehört. Weitere Details überlasse ich gern Bahli, bei dem ich mich für mein Herumrühren in seinem Ressort vorsorglich entschuldigen will. Es war leider nicht vermeidbar.

Womit wir beim Gruß der Woche wären. Den hat sich in der aktuellen Ausgabe die Crew von DBB redlich verdient. Ich stand einem Engagement von DBB Vertretern als angebliche Vertreter der Fans im Aufsichtsrat unseres FCK immer kritisch gegenüber. Erstens, weil DBB keinesfalls alle Fans vertritt, sondern eben die DBB Klientel. Und zweitens, weil das Betreiben einer Nachrichtenseite, egal unter welchem Namen man da nun firmiert und der Sitz im Aufsichtrat eines Fußballunternehmens – und sei es ein so traditionsreicher Fußballverein wie der FCK einer ist, einen Interessenkonflikt ja quasi vorprogrammieren. Der Aufsichtsrat hat in jedem Fall Stillschweigen zu bewahren. Und zwar über alles was er im Rahmen seiner Tätigkeit oder Stellung aus dem aktuellen Geschäftsbetrieb des Vereins erfährt. Der Nachrichtenmann hingegen, ist immer daran interessiert, soviel wie möglich zu erfahren, um es zu veröffentlichen. Nun sind diese beiden gegensätzlichen Interessenlagen miteinander kollidiert um in einer Kampagne gegen unseren Trainer zu münden, die mit vermeintlichen Insiderinformationen unterfüttert, die Jagd auf Milan Sasic eröffnete. Sicher, unser Cheftrainer bietet mit seiner Art zu kommunizieren und Entscheidungen zu treffen, eine große Angriffsfläche. Auch an dieser Stelle sind wir ja bereits ausgiebig darauf eingegangen. Die Gier die Vereinspolitik maßgeblich zu beeinflussen, darf und kann aber nicht der Grund sein, sich öffentlich und zum angeblichen Wohl des Vereins, aus persönlichen Interessen gegen leitende Angestellte unseres Vereins zu wenden, wenn man vertrauensvoll in die interne Kommunikation des FCK mit eingebunden wird. Das sollten die Mitglieder bis zur nächsten Wahl nicht vergessen haben.

Weil er diese Woche hart unter Feuer geriet, will ich Milan Sasic in seiner unnachahmlichen Art das Schlusswort selbst überlassen. Auf die Frage ob eine lange Busfahrt nicht die Mannschaft zu sehr belasten würde, antwortete er wie folgt: „Das wäre ein Alibi, wenn man den Bus als Grund für eine Niederlage nennt. Wir sind früher mit dem Lkw zum Spiel, haben Slibowicz getrunken und dann das Spiel gewonnen. Die Entfernungen waren kürzer, aber der Lkw fuhr auch nur 60." Also Bahli, bevor wir uns gleich einen ordentlichen Schluck aus der Pulle gönnen damit das FCK Spiel schöner wird, musst Du mir noch eine Frage beantworten. Könnte es nicht sein, dass an dieser Stelle, da es niemand mehr ernsthaft erwartet, eine Reaktion der Mannschaft erfolgt und wir in Frankfurt gewinnen? In diesem Sinne: Schau’n wer mal.

Gruß Berti

AUF GEHT’S COOLER BAHLI

•     •     •

Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 05.03.2009 um 14:28 Uhr bearbeitet
Der Kolumnenthread |#70
05.03.2009 - 21:21 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 23

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Schau’n wer mal. – TEIL 2

Wow, was für eine Woche. Ernüchternd, frustrierend, beschämend. Einfach zum Kotzen. Natürlich gehört es zum Sport dazu, irgendwann die Grenzen aufgezeigt zu bekommen. Aber müssen wir so gnadenlos hart auf dem Boden der Tatsachen aufschlagen? Und dann die Verlängerung. Die Fortsetzung des freien Falls auf den Boden der Tatsachen. Die neue Einheit, die neue Harmonie beginnt zu wanken. Nein, sie wird ins Wanken gebracht. Und das ist der eigentliche Skandal an der Sache.

Ich will hier jetzt keinen philosophischen Diskurs über die Einmischung von Fans bzw. Fangruppierungen in die administrativen Belange eines Profifußball-Vereins eröffnen. Ich möchte aber an dieser Stelle eindeuting Stellung beziehen. Was in dieser Woche passiert ist, stimmt mich nicht nur nachdenklich gegenüber dem FCK-Umfeld. Es zeigt mir wieder in aller Deutlichkeit, dass die neu gefundene - hart erarbeitete - Harmonie nicht bei allen Anhängern an erster Stelle steht. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wieder eigene Süppchen um den Betzenberg gekocht werden.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass gezielt Geschütze gegen den Trainer in Stellung gebracht werden. Etwas wird vorbereitet - der Boden zum Angriff auf den Trainer bereitet. Da wird Munition gehortet. Gerüchte gestreut - kleine gezielte Nadelstiche. Was ist die Intention - was steckt hinter diesen Scharmützeln? Sind wir bereits so weit, dass bei den nächsten Misserfolgen die ersten Sasic-raus-Chöre angestimmt werden? Ich hoffe nicht.

Milan Sasic bietet mit seiner Personalpolitik und mangelnden Kommunikation eine große Angriffsfläche. Und ich habe manchmal sogar das Gefühl, dass unser Trainer dies überhaupt nicht bemerkt. Dass es ihm möglicherweise nicht wichtig erscheint. Und da liegt eine große Gefahr. Wenn er es nicht merkt, muss man ihn darauf aufmerksam machen. Aber wer diesen kroatischen Sturkopf kennt, wird wissen, dass dies auch nach hinten losgehen kann.

Ich will nicht länger um den heißen Brei herumreden. Stefan Kuntz und Milan Sasic haben sich seit April 2008 als perfekt funktionierendes Tandem etabliert. Wir sollten niemandem die Gelegenheit geben, dieses Duo zu sprengen. Nicht nur der Vorstandsvorsitzende, wir alle sollten uns demonstrativ vor Milan Sasic stellen. Natürlich muss hinter den Kulissen Tacheles geredet werden. Ein reinigendes Gewitter kann viel Positives bewirken. Sollten Unstimmigkeiten zwischen Stefan Kuntz und Milan Sasic bestehen, dann kann es nur einen Weg geben: Milan und Stefan - SPRECHT EUCH AUS! Schafft etwaige Diskrepanzen aus der Welt!

Ein reinigendes Gewitter sollte es auch morgen in Frankfurt geben. Die Mannschaft hat viel gutzumachen. Sie steht in der Pflicht, den Fans wieder so etwas wie Hoffnung einzuimpfen. Der Gedanke an einen Aufstieg ist erst einmal aus den Köpfen von Mannschaft und Fans verschwunden. Das sollte doch Kräfte frei setzen. Berti, der versteckte Stratege, hat mir ja bereits viel von meiner Arbeit abgenommen. Ich hätte Moussa Kleiderschrank und Alexander Bugera auch gerne mal eine Pause verpasst. Durch die Ausfälle von Amedick, Bellinghausen und Lakic sind die Alternativen aber spärlich besetzt. Josh Simpson sollte endlich wieder da spielen, wo er oft begeistert hat - im linken offensiven Mittelfeld.

Die Mannschaft, die morgen in Frankfurt etwas holen könnte, sieht nach dem derzeitigen Stand etwa so aus:
Robles - Dick, Ouattara, Damjanovic, Bugera - Demai - Sam, Dzaka, Simpson - Jendrisek, Hesse

Ich habe das Gefühl, dass die FCK-Fans morgen nicht viel von ihrem FCK erwarten. Aber ist das nicht eine große Chance? Vielleicht sogar eine einmalige Chance? Die Mannschaft kann ohne den bisher üblichen großen Druck aufspielen. Unter diesen Voraussetzungen haben auch schon andere Mannschaften gezeigt, dass man in solch einer Situation mal locker einen Sieg einfährt. In diesem Sinne: Schau'n wer mal.

So Berti, und jetzt genehmigen wir uns einen Schluck aus der Pulle ...

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)
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