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Der Kolumnenthread

28.08.2008 - 20:12 Uhr
Der Kolumnenthread |#11
09.09.2008 - 23:15 Uhr
Strutz, Harald - Ein Mann, viele Aufgaben


Tja der Herr Rechtsanwalt Strutz kommt ja, für einige nicht ganz überraschend, aus Mainz. Der ist, auch bekannterweise, Präsident vom Traditionsclub 1.FSV Mainz 05, seit 1988 genauer gesagt.
Sein Papa der Walter Strutz war das von 1951 bis 1956 auch schon. Da weiß man ja wenigstens woher das kommt. Ob der Walter damals wohl auch Fan vom Walter war? Also der Strutz Walter vom Fritz Walter?
Vielleicht kommts ja daher dass der Bruder vom Harald auch Walter heißt....Naja ok, dass ist genauso wenig spannend wie die Tatsache dass dieser Bruder Staatssekretär war.
Obwohl vielleicht kommt daher die Affinität vom Harald zur Politik. Der ist ja FDP-Stadtrat in Mainz. Jaaaaa, da kann man staunen, der Harald ist ehrenamtlich tätig bei den 05ern. Geld verdient er ja als Anwalt. Seine anderen Jobs beim Landessportbund und beim DFB macht er auch ganz gerne.
Dass ganze hat mit seiner politischen Tätigkeit nix zu tun. Als Stadtrat will er ja was für die Stadt bewegen und als Präsident vom FSV will er....ähm...auch was für die Stadt tun??? Naja auf jeden Fall kann man nicht behaupten, dass er nix tut.
Im Gegenteil, er äußerst sich auch ab und an zu Themen die ihn wirklich interessieren und die nach seiner Auffassung auch andere interessieren sollten. Die Politik zum Beispiel, wenns um den FCK geht. Die sollte endlich auch mal was tun in Sachen FCK.
Er als Politiker interessiert sich sehr für den FCK. Die von der SPD tun das auch. Ob das was mit der Farbe zu tun hat? Ne, kann ja nicht, weil die 05er sind auch rot wie der FCK.
Aber tun solllen die nach dem Willen vom Harald trotzdem was, nämlich nix. Nix für den FCK, denn er als Präsident vom FSV findet dass nicht so schön. Denn die Politiker des Landes tun ja auch nix für seinen Verein.
Gut, der SPD dominierte Stadtrat stimmte für den Stadionausbau und das SPD regierte Land bewilligt Mittel für den Bau des geplanten Stadions, aber sonst tun die nix für seinen Verein.
Und für den FCK tun die viel zu viel. Ja genau und nicht nur die sondern auch der Steuerzahler.
Der muss schon seit Ewigkeiten ständg den FCK sanieren. Die Sonderbehandlung muss endlich aufhören und man kann ja nicht ständig so tun als wäre man pleite und Geld von der Stadt Kaiserslautern bekommen und gleichzeitig jeden Tag Spieler verpflichten.
Gut der Harald sagt ja, dass er als Präsident von Mainz 05 nicht meckern will. Warum er es trotzdem tut bleibt wohl nur seinem Wissen vorbehalten.
Der fragende Reporter hat ihm da auch mächtig Druck gemacht mit seinen Fragen, da konnte er natürlich nicht andersen. Ach ja, Andersen hat nix damit zu tun, wirklich.

Bei all den Jobs die der Harald so macht, kanns schon mal sein, dass man Sachen tut die vielleicht nicht so geschickt sind. Vielleicht war er in dem Interview ja gerade so vertieft in seine Rolle als Anwalt und wollte nur verteidigen. Das muss er in dem Job ja. Oder in seinem Kopf wurde er ungewollt zum Justiziar des Landessportbundes und wollte nur Gleichheit für alle.
Wer kanns schon wissen? Und wer wollte mit Ihm tauschen bei den vielen Jobs und Aufgaben?
Die meisten würde ja so viele Sachen gleichzeitig gar nicht machen. Die ständigen Kollisionen der Aufgaben miteinander, nicht nur zeitlich, könnten zu Gewissenskonflikten führen und...ach der Harald kann das.
Aufgaben die vielleicht manchmal nahe bei einander liegen sind doch kein Problem für einen Multi-Tasking fähigen Mann von Format wie der Harald einer ist.
Da muss man als Normalbürger mal Respekt haben. Der tut nicht nur was sondern traut sich auch was..der Präsident Strutz...äh...Kommunalpolitiker Harald...ach wie auch immer.

Zum Glück gibts nicht all zu viele Leute wie den Harald, die soviel machen, denn sonst wäre ja für viele andere nix mehr zu tun und vor allem könnten wir dann nicht über solche Menschen staunen, die wirklich viel bewegen. Das wäre dann ja normal, wie wir und irgendwie auch langweilig, denn dann wüssten viele ja gar nicht um Haralds Verein.


Gruss danjo






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SPORT1: Die besten Torhüter verlassen immer wieder den FCK. Gab es eigentlich auch mal eine Anfrage an Sie?

Ehrmann: Die gab es, aber ich bin 58 und schon so lange beim FCK, da müsste viel passieren, … Ich bin immerhin schon 34 Jahre dabei und ich identifiziere mich absolut mit der Region und dem Klub. Das gebe ich auch meinen Torhütern als Grundeinstellung mit. Herz und Leidenschaft zählen und der Wunsch, dem Verein etwas zurückzugeben anhand von Einstellung und Identifikation.
Der Kolumnenthread |#12
10.09.2008 - 18:03 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 4

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: St. Pauli ist da! – TEIL 1


Das war wirklich eine schöne Pause seit unserem Auswärtssieg. Wie sich die Dinge doch verändert haben seit der Stefan bei uns ist. Schön, dass es so ist. Und wie schön, dass es St. Pauli gibt. Ein schillernder Traditionsverein, der ohne Frage einen gelungenen Gegenentwurf zu Wolfsburg, Leverkusen oder gar Hoffenheim darstellt. Geradezu chronisch Pleite, verbindet die Anhänger der Kiezkicker neben der Tradition auch noch ein weiteres Merkmal mit uns. Erfolgsfans sind sie nicht. Aber Erfolg ist ein gutes Thema.

Der scheint uns nämlich im Moment vorauszueilen. Holger Stanislawski, der Trainer unseres Gastes aus Hamburg hat während der Woche ein Interview gegeben, indem er die Fahrt zum Betzenberg als echten Höllentrip bezeichnete. Wie schön, dass sich der Wandel, die Wendung hin zu alten Tugenden am Betzenberg, in der Republik bereits herumgesprochen hat. Wenn Stanislawski allerdings von der „momentan besten Mannschaft der Liga“ und „vermutlich perfektem Fußball" spricht, dann trägt er zu dick auf. Es freut mich zwar solche Sätze über unsere Teufel zu hören, aber wir wären blind wenn wir übersehen wollten, dass da einer versucht uns verbal in Sicherheit zu wiegen. Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass die Hanseaten alles geben werden, um uns zu schlagen. Und wie schnell der neuverdiente Respekt vor dem altehrwürdigen FCK wieder verspielt werden kann, wissen unsere Spieler hoffentlich auch. Trotzdem sollten wir Geduld haben mit unserer Mannschaft. Denn es wird auch Rückschläge geben. Und die werden wehtun. Vor allem deshalb, weil wir gerade probieren konnten, wie süß der Erfolg eigentlich schmeckt. Was so ein paar Wochen auf der Sonnenseite der Tabelle ausmachen können. Das ist eine der vielen schönen Veränderungen, die uns widerfahren sind, seit Stefan Kuntz wieder bei uns ist. Genießen wir also jeden Spieltag der es uns ermöglicht, noch ein wenig länger oben mitzuspielen. Träume von einem neuen, wieder erstarkenden FCK, sind durchaus erlaubt und müssen nicht unbedingt Schäume bleiben.

Es gibt jedoch auch Leute, denen diese Träume Probleme bereiten. Mein Gruß der Woche geht demnach an Christian Heidel und Harald Strutz. Diese beiden haben ein Problem. Jürgen Klopp findet mittlerweile woanders statt und hat bei seinem Abgang auch die eine oder andere Kamera mitgenommen. Und ausgerechnet jetzt beginnt auch noch der große Nachbar FCK, in dessen Schatten der Fußballclub der Landeshauptstadt so viele Jahre spielen musste, die Fahrtrichtung der letzten Dekade zu verändern. Dabei waren die doch schon so gut wie verschwunden aus dem Profifußball. Zwar ist in Sachen Rückkehr in die Erfolgsspur in Kaiserslautern das letzte Wort gewiss noch nicht gesprochen, aber die beiden verbliebenen Macher in Mainz werden nervös. Das ist nachvollziehbar, aber kein Grund wochenlang in der Presse herumzuholzen. Zumal man in der Tabelle derzeit Gleichschritt geht. Fraglos haben die Kicker vom Bruchweg viel erreicht in den letzten Jahren, dabei aber auch enorm von der Krise des FCK profitiert. Und niemand kann ernsthaft einschätzen, was es für Folgen hat, wenn sich die Misere der Roten Teufel dem Ende zuneigt. Damit dieser Blödsinn endlich aufhört, würde ich den verbliebenen Chefs in Mainz vorschlagen, dass man sich einfach mal gemeinsam an einen Tisch setzt und über ihr Problem redet. Das sollten wir tun, wenn der FSV Mainz 05 genau so viele Steuern gezahlt hat, wie der FCK bis heute. Würde es den beiden Herren vielleicht Ende September 2057 nach der Tagesschau passen? Wie ich schon sagte, es hat sich viel geändert seit Stefan Kuntz da ist. Der FCK lebt und wir alle rücken wieder ein wenig enger zusammen am Betzenberg. Müssen wir auch, denn es kommen mehr Zuschauer. Und das ist gut so, macht es doch Kuntz und Ohlinger und nicht zuletzt unserem Trainer und der Mannschaft die Arbeit ein wenig leichter, wenn viele den neuen FCK erleben wollen. Vielleicht erleben sie aber auch gemeinsam mit uns, wie die alte Ordnung im rheinland-pfälzischen Fußball in diesen Tagen wieder hergestellt wird. Schau ’n wir mal.

Nach Abwägung aller Möglichkeiten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ein Sieg zumindest zum jetzigen Zeitpunkt zu 50 Prozent wahrscheinlich ist. Wie mein exklusiver Kollege Bahli unsere Chancen einschätzt und was er sonst so denkt, wird er euch sicher gleich mitteilen. Also Bahli, was meinst du? Wie sieht das technisch aus und welche Formation wird Sasic spielen lassen - und um dem Nachspielkater vorzugreifen, wen hätte er deiner Meinung nach besser spielen lassen sollen?

Gruß Berti

AUF GEHT'S COOLER BAHLI

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 10.09.2008 um 18:24 Uhr bearbeitet
Der Kolumnenthread |#13
10.09.2008 - 18:05 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 4

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: St. Pauli ist da! – TEIL 2

Berti, wieder einmal eine treffende Analyse. Das Zauberwort des neuen FCK heißt Stefan Kuntz. Oder muss man tiefer in das Fantasy-Genre eintauchen – Stefan, der Märchenprinz. Ein Traum? Ja! In der Landeshauptstadt träumen sie allerdings einen anderen Traum – Stefan, der schwarze Ritter. Zum Teufel mit dem Lautrer Erfolg. Wir hatten uns doch gerade so intensiv an die Spitze im Land gekämpft. Stopp! Schluss damit! Die gerade wieder aufflammende Diskussion um Neid und Missgunst ist sicherlich ebenso überflüssig wie ein Pickel am Hintern.

„Pickel am Hintern“ – ein gutes Stichwort. Wurde nicht in der vergangenen Saison das DSF von den Fans des FC St. Pauli ein wenig durch den Kakao gezogen. Rückblick: Ein Montagabendspiel am 10. März 2008. Prime-Time, 20:15 Uhr. St. Pauli empfängt die Löwen aus München. Ergebnis: ein tröges 0:0. Aaaaaaaber: War da nicht noch etwas? Genau. Die 100 Meter lange Banderole hinter dem Tor – „Scheiß DSF“ stand da diverse Male darauf. Das hat den Kiezkickerfans in ganz Deutschland Sympathien gebracht. In ganz Deutschland? Nein. In Ismaning, einem kleinen trotzigen Dorf bei München, wurden die Gesichter länger und länger. Vorgeführt im eigenen Programm. „Scheiß DSF“ – eingefangen von den eigenen Kameras. Eine Katastrophe. Ein Fiasko. Und dieses Mal hieß der Katastrophenurheber nicht Jörg Dahlmann. Freche Pauli-Fans enthüllten eine Banderole. Bravo!

Für mich ein Grund, diesem Hamburger Kiezclub die Daumen zu drücken. Trotzdem: Am Freitag muss ich meine Sympathie ruhen lassen. Da kommt St. Pauli zu uns auf den Berg. Und sie kommen in einem für sie schlechten Moment. Der FCK hat neues Feuer entfacht, rockt die Liga. Ok, es ist nur die zweite, aber auch zweitklassiger Rock geht ins Ohr – siehe Rock Pack 7 ...

Ich bin mir sicher, dass unser Trainer Milan Sasic wieder Überlegungen angestellt hat, wie man auch den Kiez rockt. Umstellungen wird es nicht viele geben. Das System wird ein durchaus rockiges 4-4-2 bleiben. Vor dem 4-4-2 kann es natürlich nur einen geben:

TOBIAS SIPPEL

Die erste Vier – sprich die Viererkette – hat in den letzten beiden Spielen immer besser harmoniert. Martin Amedick ist auf dem Weg zu einem neuen Abwehrchef, einem Turm in der Schlacht. Neben ihm sehe ich am Freitag wieder Moussa Ouattara, rechts in der Kette wird Sascha Kotysch auflaufen. Auf der linken Seite hat sich in den letzten Spielen erst einmal der Kapitän einen Platz im Team ergattert – Axel Bellinghausen. Den Axel werden sie auf dem Kiez fürchten. Sein Hammertor mit Borgerunterstützung sicherte den ersten Auswärtserfolg der letzten Saison. Für mich ist diese Viererkette aber immer noch eine Übergangsviererkette. Trotzdem habe ich großes Vertrauen in die Jungs:

SASCHA KOTYSCH – MARTIN AMEDICK – MOUSSA OUATTARA – AXEL BELLINGHAUSEN

Ein weiteres Herzstück, quasi das Filetstück, ist das Mittelfeld. Herausragend der zweifache Torschütze Florian Dick und der Denker und Lenker Anel Dzaka. Biede sind erst einmal gesetzt. Dazu hat sich auch der wiedergeborene Antreiber Aimen Demai den Platz auf der Sechs verdient. Er schludert weniger, setzt verstärkt seinen Kopf ein. Sogar bei Kopfballduellen an der Mittelinie. Bleibt noch die linke Außenbahn. Nachdem Josh Simpson noch ein bisschen fehlt, sehe ich da für Dragan Paljic keine Konkurrenz. Meine Anweisung an die Jungs: Forechecking! Druff!

FLORIAN DICK – AIMEN DEMAI – ANEL DZAKA – DRAGAN PALJIC

Bleibt das letzte Mosaikstück – der Sturm. Hier haben wir mit der Wiederauferstehung von Erik der Gurk und den Verpflichtung von Srdjan Lakic und Kai Hesse echte Alternativen. Wer spielt am Freitag? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Ich denke aber, dass Milan Sasic der Formation Ziemer und Jendrisek das Vertrauen schenken wird. Lakic und Hesse bleibt vorerst nur die Jokerrolle.

ERIK JENDRISEK – MARCEL ZIEMER

Tja Berti, wie du siehst, sind wir bestens auf die Kiezkicker vorbereitet. Allerdings kann ich deinen Optimismus nach Abwägung aller Eventualitäten nicht einhellig teilen. Ich muss diesem unbegründeten Optimismus sogar entgegnen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Niederlage immerhin bei fünfzig Prozent liegt.

Gibt es eigentlich Informationen darüber, ob die Fans des FC St. Pauli am Freitag mit einer dicken Rolle gesichtet werden. Leider ist es Freitag, nicht Montag. Aber auch die Kameras von Premiere werden scharfen Auges die Zäune hinter dem Tor der Ostkurve im Fokus haben, wenn da eine 100 Meter lange Banderole zu sehen ist, auf der geschrieben steht: „Scheiß DSF“. Wenn ich Zeit und Zugang zur Ostkurve habe, werde ich sogar noch mit meinem dicken Farbeimer ein großes Ausrufezeichen dahinterklemmen: „Scheiß DSF!“. Dazu wünsche ich mir einen lauen spätsommerlichen Sonnenuntergang und natürlich einen grandiosen FCK-Sieg.

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von bahli77 am 10.09.2008 um 18:09 Uhr bearbeitet
Der Kolumnenthread |#14
12.09.2008 - 21:57 Uhr
kurz-pass-spiel, drucktechnisch ist eine Kolumne, das, was du beschreibst. Es gibt im Journalismus aber auch noch eine andere Lesart. Dort ist eine Kolumne ein von stets demselben Journalisten verfasster, regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichter Meinungsbeitrag. Da Berti und ich aber von solch elitärem Ausschließen nichts halten, haben wir diesen Kolumnenthread für alle geöffnet, die Lust und Laune haben, etwas zum Thema Fußball zu schreiben.

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#15
19.09.2008 - 11:29 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 5

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Kruzifix, jetzt geht’s nach Fürth! – TEIL 1


Hallo!? Kurt Felix? Paola? Nee, mal im Ernst. Ich warte ständig darauf, dass irgendein Heini hinter einem Busch hervorspringt und mir mitteilt, dass es sich beim vermeintlichen Tabellenführer FCK um einen Fernsehscherz handelt. Ihr wisst schon, „Versteckte Kamera“ und ähnliches. Passiert aber nicht. Das haut mich immer wieder um. Genießen wir diese Tage. Wir haben Sie uns verdient.

Was wir in Fürth verdienen, oder besser, was wir dort mitnehmen können, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn die Kleeblätter sind in Tritt gekommen. Etwas wacklig zwar, aber was soll’s. Auf alle Fälle ist es ein Schlüsselspiel. Wenn wir dort gewinnen, werden wir uns wohl langfristig oben festsetzen. Trotzdem ist es schwer eine echte Prognose zu stellen. Also schauen wir uns doch mal an, wie so ein Ausblick üblicherweise aufgebaut ist. Diese Vorrausschauen stehen nämlich zumeist im Konjunktiv und sind durch Worte wie „sollte“, „könnte“, "dürfte", „hätte“ oder „würde“ gekennzeichnet. Das kriegen wir doch auch in diesem Fall hin, oder nicht? Na sicher. Mit Kampfkraft sollte am Ende doch etwas zu machen sein. Wir dürften uns allerdings nichts vormachen, wir könnten in Fürth auch verlieren. Würde das so kommen, sollten wir Geduld beweisen. Die Mannschaft hätte es sich verdient. Alles klar?

Klarheit und Wahrheit sind übrigens auch die Grundlagen des Rechnungswesens. Der Fußball aber hat eine Seele. Mein Gruß der Woche geht deshalb an unseren letzten Schiedsrichter, den Herrn Schalk, der Erwin Göbel nicht nur äußerlich ein wenig ähnlich sieht, sondern scheinbar auch dessen formalzentrierte Sicht auf das Spiel teilt. Deshalb ist an dem Feldverweis für Anel Dzaka gegen St. Pauli pro forma auch nichts auszusetzen - wenn man mal darüber hinwegsieht, dass schon die erste gelbe Karte eher fragwürdig war. Da hebt dieser Dzaka also nach seinem Führungstreffer das Unterteil des Vorderteils seines Trikots etwa dreißig Zentimeter über die Kinnspitze. Natürlich ist ein Eingreifen an dieser Stelle nicht nur von den Regeln gedeckt sondern auch gewünscht. Also ist eigentlich alles richtig Herr Schalk? Sicher. Aber auf Seite 89 des Regelbuches in der mir vorliegenden Ausgabe heißt es ausdrücklich auch: „Von den Schiedsrichtern wird erwartet, dass sie (…) bei der Beurteilung des Torjubels gesunden Menschenverstand walten lassen.“ Möglicherweise ist Herr Schalk nie über die Zweitklassigkeit hinausgekommen weil er diesen Nachsatz nicht verstanden hat. Ein Schalk ist wer Böses dabei denkt.

Gar nicht böse und vor allem erstklassig ist allerdings der neue Stil des FCK. Niemand, weder Trainer, noch Spieler und schon gar nicht Stefan Kuntz kommentierten den Platzverweis oder die Schiedsrichterleistung negativ. So soll es sein. Aber es ist natürlich immer leichter so einen Vorsatz auch durchzuhalten, wenn man trotz solcher Entscheidungen gewinnt. Und das geht eben nur, wenn der Charakter der Truppe zu stimmen scheint.

Hat jemand die Körpersprache von Benjamin Weigelt während des Spiels gesehen? Hochgezogene Schultern, offene Handflächen, hängende Mundwinkel und immer wieder dieser weinerliche Gesamtausdruck nach einem verlorenen Zweikampf. Wie schön, dass das vorbei ist. Ganz anders unsere Mannschaft. Biss, Willenskraft und so manches Mal auch die blanke Wut nach verlorenen Zweikämpfen haben uns nach einem verkorksten Start zurück ins Spiel gebracht. Das beobachten zu dürfen, war eine Wohltat. Beinahe 42.000 Zuschauer am Freitagabend taten es dann auch vor Ort. Zwei von ihnen hielten eine großes Plakat in die Kameras: „Willkommen im Stefans Dom“ stand darauf zu lesen. Ich bin geneigt Ihnen zustimmen zu wollen – auch wenn ich den Satzbau in Frage stelle.

Wenn der Weg nach Fürth führt, frag den Bahli ob er Sieg spürt oder nur drin rumrührt (sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen). Nach Abwägung aller Möglichkeiten bin ich jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass ein Sieg zumindest zum jetzigen Zeitpunkt zu 50 Prozent wahrscheinlich ist. Wie mein exklusiver Kollege Bahli unsere Chancen einschätzt und was er sonst so denkt, wird er euch sicher gleich mitteilen. Also Bahli, was meinst du? Wie sieht das technisch aus und welche Formation wird Sasic spielen lassen - und um dem Nachspielkater vorzugreifen, wen hätte er deiner Meinung nach besser spielen lassen sollen?

Gruß Berti

AUF GEHT'S COOLER BAHLI

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Der Kolumnenthread |#16
19.09.2008 - 16:38 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 5

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Kruzifix, jetzt geht’s nach Fürth! – TEIL 2

Berti, deine Analysen sind wie immer äußerst treffend. Oder zutreffend. Oder etwas auftreffend. Zum Glück bin ich kein Germanist, der sich mit solchen sprachlichen – oder gar schriftlichen – Details herumschlagen muss. Davon habe ich einfach gar keine Ahnung. Was ich aber ganz genau weiß, Berti. Kurt Felix wird sicherlich nicht hinter irgendeinem Busch hervorspringen und laut artikulieren, dass die Tabellenführung des FCK – unseres FCK – nur ein kleiner Scherz gewesen ist. So nach dem Motto: Jetzt habt ihr FCK-Fans lange genug gedarbt, da nehme ich es mir einfach mal heraus, euch durch den Kakao zu ziehen. Ach Kurt, nimm deinen Helm und deinen Gurt und störe uns nicht beim Genießen.

„Genießen“ ist ein gutes Stichwort. Genießen wir am kommenden Montagabend um ca. 22:00 Uhr immer noch? Werden wir am Dienstag wieder die Zeitung mit zitternden Händen aufschlagen, weil wir es kaum glauben können, dass der FCK dann in der Zweitligatabelle wieder eine Eins vorne hat – 1. FCK. Der Tabellenplatz ist ja quasi schon namensbedingt vorgegeben – 1. FCK! Schön, wenn man sich vor dem Fußballgott immer auf solch ein Wortspiel berufen könnte. Oder ist es ein Zahlenspiel? Egal. Einfach egal. Einfach shitegal ...

Nicht egal ist, was der FCK am Montag in Fürth veranstalten wird. Die Messlatte ist mittlerweile deutlich über der Fünf-Zentimeter-Latte der letzten Saison. Da waren wir ja einfach froh, wenn wir mal nicht verloren haben. Die Zeiten ändern sich. Und manchmal tun sie das sehr schnell. In unserem Fall sage ich einfach mal: zum Glück. Der Fußballgott scheint einfach ein Gerechtigkeitsfanatiker zu sein. Schön und gut. Aber bleibt er seiner Linie treu?

Aber lassen wir das philosophische Gequatsche über Fußballgötter, Wort- oder Zahlenspiele und Kurt Felix und wenden uns der Realität zu. Ein Fußballspiel im Playmobil-Stadion. Toll! Greuther führt. Na großartig! Und Benno Möhlmann macht vielleicht wieder das Rumpelstilzchen. Fein! Wobei seine Wutausbrüche so gar nicht zu den langweiligen Plastikfigürchen passen, die dem Stadion seinen Namen geben. Übrigens: Hieß die SpVgg Greuther Fürth früher nicht einmal TSV Vestenbergsgreuth? Und kam daher nicht ein gewisser Harry Koch? Ich meine ja. Und da, wo der Harry herkommt, muss man davon ausgehen, dass da alle so sind – echte Kämpfer, niemals aufgebend. Und was macht man dagegen? Richtig: Dagegenhalten, kämfen, rennen, spucken und Gras fressen. Ich bin mir sicher, dass unser Trainer weiß, was er seinen (unseren) Jungs am Montag mit auf den Weg geben muss: Einstellung, Kampf- und Laufbereitschaft.

Aber wen wird Milan Sasic auflaufen lassen? Eine schwere Frage. Es gibt wieder Alternativen. Aber es gibt auch den Satz „Never change a winning team“. Ich tendiere fast dazu, zumindest den Torwart nicht zu wechseln. Denn da kann es nur einen geben:

TOBIAS SIPPEL

Bei der Abwehr wird es schon schwierig. Christopher Lamprecht ist zurück. Alexander Bugera hat bei der zweiten Mannschaft auch schon wieder Spielpraxis sammeln dürfen. Dafür ist Sascha Kotysch verletzt. Ich liebe Puzzlespiele. Gegen die schnellen Fürther würde ich gerne eine beweglichere Innenverteidigung sehen. Mit Fabian Schönheim an der Seite von Martin Amedick. Auf der rechten Außenbahn würde ich Christopher Lamprecht oder Florian Dick auflaufen lassen – die reinste Form der Dynamik. Florian Dick aber lieber in der Viererkette, dafür Christopher Lamprecht auf der rechten Mittelfeldseite. Links in der Viererkette führt im Moment wohl kein Weg an Axel Bellinghausen vorbei. Und selbst ich muss gestehen, dass er die Rolle als linker Außenverteidiger in den letzten Spielen gar nicht schlecht ausgefüllt hat.

FLORIAN DICK – MARTIN AMEDICK – FABIAN SCHÖNHEIM – AXEL BELLINGHAUSEN

Das Mittelfeld. Unendliche Weiten. Wir schreiben ... Quatsch! Da gibt es sicherlich nicht viel zu schreiben. Nach dem unglücklichen Ausfall von Anel Dzaka, der wohl irgendwie sein Trikot so hoch gezogen hat, dass er nicht mehr sehen konnte, wie hoch, möchte ich als seinen Vertreter den hochtalentierten Sidney Sam sehen. Auf der Sechs ist momentan wohl Aimen Demai gesetzt. Rechts würde ich Christopher Lamprecht eine Chance geben. Und links führt kein Weg an Dragan Paljic vorbei.

CHRISTOPHER LAMPRECHT – AIMEN DEMAI – SIDNEY SAM – DRAGAN PALJIC

Und wer stürmt? Erik die Gurk? Wohl eher nicht. Miro Klose? Mit Sicherheit nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser junge Slowake, dessen Name mir gerade nicht einfällt, gerade einen enormen Lauf hat, läuft er bestimmt auf. Kai Hesse hat gegen den FC St. Pauli richtig gut mit ihm harmoniert. Also bleiben wir dabei: Srdjan Lakic und Marcel Ziemer auf die Bank.

ERIK JENDRISEK – KAI HESSE

Tja Berti, wie du siehst, sind wir wieder bestens auf die Playmobiler vorbereitet. Außerdem begann die unglaubliche Serie unseres Trainers Milan Sasic wo? Genau. Bei der SpVgg Greuther Fürth. Allerdings kann ich deinen Optimismus nach Abwägung aller Eventualitäten nicht einhellig teilen. Ich muss diesem unbegründeten Optimismus sogar entgegnen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Niederlage immerhin bei fünfzig Prozent liegt.

Da der Weg also nach Fürth führt, sage ich, dass ich den Sieg spür‘ und ihn schon einmal anrühr‘. Wow, schlechte Reime gab es in letzter Zeit schon genügend – „Der Johann und der Dieter kochen neue Lieder“. Von daher lasse ich jetzt Reim Reim sein und propagiere die absolute Mäßigkeit. Sechs Punkte aus den nächsten beiden Spielen sollten genügen. Übertreibung steht anderen Mannschaften besser als uns. PRO WEIHNACHTSTABELLENFÜHRER! Greife ich ungehörig voraus? Einfache Antwort: Halts Maul, Bahli und lass das die Jungs auf dem Platz entscheiden ...

Cheers
Bahli

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Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#17
26.09.2008 - 14:15 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 6

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Die Jenafreunde vom FSV Frankfurt – TEIL 1

Oh man, das gibt es ja gar nicht. Jetzt mal im Ernst, könnt ihr euch daran erinnern wann der FCK nach einer Transferperiode besser aufgestellt war als vorher? Der Pfälzer der jüngeren Vergangenheit hat doch bisher die Wechselfrist in der Sommerpause für eine Gelegenheit gehalten mühsam aufgetriebenes Geld zu vernichten. Sprich, Verträge mit abgehalfterten, überschätzten oder völlig unbekannten Profis zu schließen, die dem Verein eine rosige Zukunft bereiten sollten. Natürlich zu vergleichsweise fürstlichen Konditionen versteht sich. In der Winterpause dann wurde das gleiche Programm erneut durchgeführt, lediglich ergänzt durch die der jeweiligen Tabellensituation angemessene Panik. Also, Hand aufs Herz! Welcher Abgang im Sommer hat eine solche Lücke hinterlassen, dass man ihn ungeschehen machen will?

Ungeschehen zu machen ist auch unser Traumstart nicht. Gut so. Aber Vorsicht, gut ist der passende Begriff. Denn gut war auch der Beginn der Löwen in der letzten Saison. Und das ist nicht gut ausgegangen. Wir sind also gut beraten, wenn wir von Spiel zu Spiel denken.
Und im Augenblick führt dieses Denken zum FSV Frankfurt. Die haben zwar, genau wie wir, ihren Pokallöffel in Jena abgegeben, aber das hilft uns nicht wirklich weiter. Denn extremer noch als gegen St. Pauli, sind wir in der Favoritenrolle. Und das kann gehörig in die Hose gehen. Seien wir mal ehrlich, das Spiel ist in unseren Köpfen doch schon gewonnen, die Punkte auf der Habenseite verbucht. Die Realität - und auch die jüngere Pfälzer Fußballgeschichte belehren uns jedoch eines Besseren. Wenn es also ein grottenschlechter Gruselkick wird, kurz gesprochen im Spiel mal nichts zusammenläuft, dann erinnert euch an unser Betzelied. So wollen wir doch geschlossen, hinter unserer Mannschaft stehen.

Mein Gruß der Woche geht an Marc Hindelang. Der ist Premiere Kommentator und hat gleich zwei nette Märchen erzählt während seiner Arbeit in Fürth. Zum einen sei unser Kapitän Axel Bellinghausen zum Ende der letzten Saison der Verantwortung des Amtes nicht mehr gewachsen gewesen. Da sei dann der alte Leitwolf Demai eingesprungen und habe Bellinghausen von der Binde befreit, damit dieser frei aufspielen konnte. Großzügig wie Demai und Sasics nun mal sind lassen sie jetzt wo es um nichts mehr geht den Axel wieder ran. Rührend nicht wahr? Zum anderen und das ist fast noch besser sah uns Herr Hindelang nach dem letzten Spieltag völlig überraschend zum Tabellenführer Mainz 05 aufschließen. Das wäre in der Tat völlig überraschend Herr Hindelang. Premiere ist sicher kein billiges Vergnügen, aber manchmal eben doch eine billige Nummer.

Die eine Sache die mir in dieser Woche noch am Herzen liegt ist keine Sache sondern ein Mensch. Was ist los mit Fabian Schönheim? Ouattara verletzt sich und wer wird eingewechselt? Nicht Fabian Schönheim. Dem werden mittlerweile schon Nachrücker aus der zweiten Mannschaft vorgezogen. Hornig hat seine Sache fraglos gut gemacht, aber was ist mit unserem jungen Talent los? Wie auch immer, ich drücke Fabian Schönheim die Daumen, dass er die Kurve kriegt. Das hätte er verdient.

Was Kollege Bahli verdient würde ich gern wissen. Kann er doch immer so schön das kommende Spiel analysieren. Spieltagsanalyst beim FCK wäre doch auch ein netter Job. Nach Abwägung aller Möglichkeiten bin ich jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass ein Sieg zumindest zum jetzigen Zeitpunkt zu 50 Prozent wahrscheinlich ist. Wie mein exklusiver Kollege Bahli unsere Chancen einschätzt und was er sonst so denkt, wird er euch sicher gleich mitteilen. Also Bahli, was meinst du? Wie sieht das technisch aus und welche Formation wird Sasic spielen lassen - und um dem Nachspielkater vorzugreifen, wen hätte er deiner Meinung nach besser spielen lassen sollen?

Gruß Berti

AUF GEHT'S COOLER BAHLI

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 26.09.2008 um 14:19 Uhr bearbeitet
Der Kolumnenthread |#18
26.09.2008 - 21:16 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 6

LICHT aus - SPOT an ... heute im Fokus: Die Jenafreunde vom FSV Frankfurt – TEIL 2

Nun Berti, wieder einmal die richtigen Fragen, die du uns stellst. Ich frage mich seit dieser Woche ebenfalls jeden Tag, wo das noch hinführen soll, wenn der FCK so weitermacht. Aber erst einmal überwiegt – so hoffe ich zumindest – die Freude, dass es in dieser Saison nicht wie von vielen befürchtet doch gegen den Abstieg geht. Das Thema sollte eigentlich durch sein. Eigentlich. Der Vergleich mit 1860 letzte Saison ist ein guter und sollte uns jederzeit als erhobener Zeigefinger bei allzu optimistischer Auslegung der Saisonziele dienen. Im Fußball kann es rasend schnell in die andere Richtung gehen. Deshalb handelt Milan Sasic und auch die Mannschaft in Interviews absolut richtig, wenn sie sagen, dass sie nur von Spiel zu Spiel denken. Vorbildlich. Natürlich sind wir Fans durch den Traumstart euphorisiert. Natürlich wird der Zeitpunkt kommen, wo wir an die Saisonzielweiche kommen. Das hat aber auf jeden Fall noch ein paar Spiele Zeit. Und was machen wir solange? Richtig. Von Spiel zu Spiel denken.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal Bertis Abgangsfrage aufgreifen. Hatten wir einen Abgang nach der abgelaufenen Saison, der schmerzte? Runström – nein. Bernier – nein. Beda – nein. Opara, Weigelt, Iacob – nein. Bohl, Fromlowitz – irgendwie ein bisschen, aber eben auch nicht so sehr. Lexa, Mandjeck – nein, oder doch ein ganz ganz klein wenig. Aber der neue Kader bringt so viel neuen Glanz, dass man darüber auch nicht lange nachdenken muss. Scheinbar ist die Talsohle überwunden. Auch ein Verdienst der neuen Macher beim FCK – Stefan Kuntz und Milan Sasic. In vorderster Linie steht erst einmal ein Kollektiv - keine Stars oder Möchtegernstars. Und das ist gut so. Denn es ist anders als bei ihren Vorgängern. Wolfgang Wolf wollte mit dem FCK zurück in die Bundesliga. Abgeschmiert. Kjetil Rekdal stolperte über einen völlig überschätzten Kader. Bruchlandung.

Kjetil Rekdal. Irgendwie ist dieser Name in meinem Kopf schon lange Geschichte. Jetzt vor dem Spiel gegen den FSV Frankfurt kommt er mir aber wieder in den Sinn. Warum? Weil die Spaßvögel in der deutschen Fußball-Landschaft an einem Spiel des FCK unter Kjetil Rekdal gegen den FSV einen Heidenspaß gehabt hätten. Warum das schon wieder? Ganz einfache Antwort: Weil der Trainer der Frankfurter Thomas Oral heißt. FCK gegen FSV, Rekdal gegen Oral. „Durch den, im Mastdarm [erfolgend]“ gegen „durch den Mund zu verabreichen“. Ja, die große Welt der Wortspiele. Aber mit dem neuen FCK läuft dieses Spiel ganz anders. Tituliert wird das Spiel am Sonntag wohl eher mit „Tabellenzweiter gegen Aufsteiger“ oder „Topfavorit gegen Abstiegsaspirant“. Und das gefällt mir – im Gegensatz zu Rekdal gegen Oral – herzlich wenig. Der FCK ist der Favorit, Frankfurt hat nichts zu verlieren. Was macht ein Trainer – unser Trainer – vor solchen Spielen? Richtig. Kühlen Kopf bewahren und eindringlich auf die Stärken des FSV hinweisen.

Damit sind wir mittendrin in der Spielvorbereitung. Nach der Rückkehr des gelbgesperrten Anel Dzaka, des guten Comebacks von Christopher Lamprecht und der Rückkehr einiger anderer potenzieller Leistungsträger kann Milan Sasic fast schon aus dem Vollen schöpfen. Möglicherweise findet sich in den nächsten Wochen die eine oder andere Stammkraft temporär auf der harten Ersatzbank wieder. Im Tor sind solche strategischen Scharmützel nicht notwendig. Denn seit Monaten kann es da nur einen geben:

TOBIAS SIPPEL

Die Abwehr hat am vergangenen Montag in Fürth sehr gut gearbeitet. Martin Amedick avancierte sogar als Goldköpfchen zum Matchwinner. Auch auf den Außenpositionen wird es sicherlich keine Änderungen geben:

FLORIAN DICK – MARTIN AMEDICK – MOUSSA OUATTARA – AXEL BELLINGHAUSEN

Im Mittelfeld wird es alleine schon durch die Rückkehr von Anel Dzaka eine Änderung geben. Dragan Paljic hat mich in Fürth enttäuscht, für ihn würde ich gerne Linksfuß Sidney Sam im linken Mittelfeld sehen. Rechts hat sich nach seinem starken Comeback meines Erachtens Christopher Lamprecht eine Chance verdient. Wenn schon die Starverpflichtung Laurentiu Reghecampf im Moment bei Sasic schlechte Karten besitzt, würde ich den jungen Dauerläufer dort gerne einmal sehen. Beim VfL Wolfburg war er auf dieser Position häufig eine ganz starke Nummer. Auf der Sechs Demai und auf der Zehn Dzaka komplettieren das Mittelfeld:

CHRISTOPHER LAMRECHT – AIMEN DEMAI – ANEL DZAKA – SIDNEY SAM

Vorne ist alles anders. Quatsch. Vorne ist alles bestens. Die Jungs rennen und kämpfen, was das Zeug hält. Auch spielerisch kredenzten die Stürmer bereits einige leckere Häppchen. Aber wer soll auflaufen? Erik die Gurk. Auf gar keinen Fall. Der ist so schlecht, den würde ich nicht mal eine Glühlampe im Dunkeln wechseln lassen. Lieber wäre mir da dieser neue Junge. Aus der Slowakei. Dieser sympathische Allzeitdauerlächler. Der hat einen Rums in seinem Linken. Dazu passt momentan der Kai Hesse sehr gut. Also ab mit euch auf die Bank, Srdjan Lakic und Marcel Ziemer.

ERIK JENDRISEK – KAI HESSE

Wow, da fällt mir doch glatt eine diese Woche gehörte Wortspielerei auf. Die Pfälzer haben gegen die Hessen einen Hesse im Team, die Hessen aber keinen Pfälzer. Wahnsinn. Weglach. Nein, im Ernst. Ich freue mich auf das Spiel. Ich freue mich umso mehr auf das Spiel, weil mir der sympathische Kollege NimmerNuff aus dem Forum der Landeshauptstädter heute unter der Hand gesteckt hat, dass er den FCK in dieser Saison ganz vorne erwartet. Platz eins bis fünf. Welch Wagemut. So objektiv sind nicht einmal die Berufsoptimisten bei uns im Forum. An dieser Stelle möchte ich dem Mainzer „Sympathisant“ einfach einmal ein großes Dankeschön aussprechen. Dass ein FCK-Fan aktuell zu großer Euphorie neigt, ist eine Sache. Dass uns aber Fans der Konkurrenz als echte Konkurrenten ansehen, das wirkt auf mich schon wieder wie ein sportlicher Ritterschlag.

Tja Berti, wie du siehst, sind wir wieder bestens auf alles vorbereitet. Auf dem Platz, neben dem Platz und vor allem auf den Rängen. Ich rechne am Sonntag wieder mit einer 4 vor den restlichen vier Zahlen. Das Stadion wird voll sein. Auch ein Punkt, der erwähnenswert ist. Leere Ränge wird es in absehbarer Zeit nicht geben auf dem Betzenberg. Allerdings kann ich deinen Optimismus nach Abwägung aller Eventualitäten nicht einhellig teilen. Ich muss diesem unbegründeten Optimismus sogar entgegnen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Niederlage immerhin bei fünfzig Prozent liegt.

Nun denn, schauen wir einmal, was uns der Sonntag mit Blick auf die Tabelle bringt. Viele von uns sehen sich sicher bereits als neuer Tabellenführer. Weil die Breisgau-Brasilianer den Tivoli sicherlich nicht haushoch stürmen werden. Und der FCK im Gegenzug einen Kantersieg einfährt. Dazu sage ich nur: Gemach, gemach. Ich selbst wäre mit einem bescheidenen 1:0 hochzufrieden. Ein 4:3 tut es zur Not aber auch ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#19
03.10.2008 - 20:00 Uhr
So, die ritualisierte Kolumne für den aktuellen Spieltag hat ein Probem. Berti ist im Urlaub. Verdientermaßen. Surfen in Südfrankreich. Da kommt Neid auf. Normalerweise. Aber dem Berti gönnen wir das. Selbstverständlich!

Außerdem hat Berti keine Mühen gescheut, damit dieser Spieltag nicht auf dieses Ritual verzichten muss. Unser Urlauber hat sich in Südfrankreich natürlich hingesetzt und den ersten Teil des Rituals in sein iPhone geschrubbt und dem Kollegen Bahli übermittelt.

Wir sind also auch an diesem Spieltag in der glücklichen Lage, die Spieltagskolumne in unserem Forum in Szene zu setzen. iPhone sei Dank, können wir Berti quasi per Telefonleitung aus seinem Feriendomizil dazu schalten. Bahli wird für ihn die Aufgabe übernehmen und seinen Beitrag hier einstellen ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Der Kolumnenthread |#20
03.10.2008 - 20:09 Uhr
DIE RITUALISIERTE SPIELTAGSKOLUMNE VON BERTI & BAHLI Ausgabe 7

Licht aus....Spot an: Der FCK zu Gast in Koblenz! - TEIL 1

Könnt Ihr euch noch an diesen Gesichtsausdruck erinnern? Jeff Strasser hatte gerade ein unmögliches Tor gegen den HSV geschossen, als er die Augen weit aufriss und Zeichen machte die wohl bedeuten sollten, dass sein Treffer keine verunglückte Flanke sondern pure Absicht gewesen sei. Das war im Jahr des Startrekords unter Brehme. Zwar haben wir damals "nur" die Serie der Bayern eingestellt, aber für Statistikfreunde sei angemerkt, dass wir zwar am Ende die gleiche Punktzahl und Tordifferenz aufwiesen, dabei aber ein Tor mehr geschossen hatten als die Münchener. Somit gehört dieser Eintrag im Bundesligageschichtsbuch eigentlich uns. Es ist diese Serie an die ich mich in den letzten Tagen immer wieder erinnern musste. Fast jeder war nach dem perfekten Auftakt der Überzeugung, dass der FCK Meister wird. Vielleicht erinnert Ihr euch auch noch, wie das am Ende wirklich ausgegangen ist. Also gilt es derzeit als erste Vereinspflicht die Ruhe zu bewahren, den Ball flach zu halten und den Schock zu bekämpfen. Dann wird es auch was mit einer guten Saison die uns Kuntz und Sasic beschert haben.

Kuntz und Sasic haben auch in Koblenz schon zusammengearbeitet. Erfolgreich versteht sich. Und genau da müssen wir am Sonntag hin. Wie unsere Chancen am Oberwerth stehen, weiß Bahli natürlich viel besser als ich. Aber trotzdem muss ich zugeben, dass ich diesmal kein ganz so schlechtes Gefühl habe. Wenn man Spiele wie das gegen Frankfurt gewinnen kann obwohl man mit der Form regelrecht ins Klo gegriffen hat, dann sollte ein Punkt gegen Koblenz machbar sein. Mit der richtigen Einstellung versteht sich.

Schwer zu verstehen ist allerdings warum wir gegen Frankfurt nicht zwei Gegentreffer aus dem berühmten "Nichts" kassiert haben. Mein Gruß der Woche geht demnach an den Fußballgott, der uns in den letzten Jahren übel mitgespielt hat und jetzt plötzlich zeigt, dass es auch ganz anders geht. Fürth schießt gegen die Latte und Frankfurt versiebt drei hundertprozentige Torchancen in fünf Minuten. Letztes Jahr hätten mindestens zwei davon im Netz gezappelt. Aber wie heißt es so schön? Glück muß man sich hart erarbeiten.

Hart erarbeitet hat sich sein Glück inzwischen wohl auch wieder Fabian Schönheim. Letzte Woche noch Thema an dieser Stelle, hat er sich wieder rangekämpft. Das spricht für ihn und dafür zolle ich ihm gern meinen Respekt. Weiter so! Wie es weitergeht mit unserem Start in Koblenz, sagt euch gleich Kollege Bahli, der sich wieder mal vorwiegend auf die Fakten konzentrieren muss.

Nach Abwägung aller Möglichkeiten bin ich jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass ein Sieg zumindest zum jetzigen Zeitpunkt zu 50 Prozent wahrscheinlich ist. Wie mein exklusiver Kollege Bahli unsere Chancen einschätzt und was er sonst so denkt, wird er euch sicher gleich mitteilen. Also Bahli, was meinst du? Wie sieht das technisch aus und welche Formation wird Sasic spielen lassen - und um dem Nachspielkater vorzugreifen, wen hätte er deiner Meinung nach besser spielen lassen sollen?

Gruß Berti

AUF GEHT'S COOLER BAHLI

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Leonard Cohen (1934-2016)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von bahli77 am 03.10.2008 um 20:12 Uhr bearbeitet
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