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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#3591
16.02.2017 - 11:36 Uhr
N o c h sind alle Ziele zu realisieren, n o c h mischt der BVB in drei Wettbewerben mit, wobei die Konzentration eindeutig auf der CL-Quali liegen sollte. Man darf die Situation aber nicht „schön reden“, indem man auf die Schwäche der aktuellen direkten Konkurrenten und den Punkterückstand der eigentlichen Rivalen verweist. Spiele, wie z.B. Benfica, müssen einfach gewonnen werden. 9:1 Torchancen, 70 % Ballbesitz helfen nicht weiter, wenn „dat Runde nicht in dat Eckige“- möglichst beim Gegner - geht.

Tuchel sollte endlich akzeptieren, dass er die Mannschaft nicht weiter bringt, ja sogar überfordert, wenn er ihr ein System aufzwingt, das er gerne hätte. Er ist mit der Zusammensetzung des Kaders nicht zufrieden, muss aber seine persönliche Enttäuschung/ Verbohrtheit zurückstellen und das spielen lassen, was der aktuelle Kader hergibt und die Spieler auf den Positionen einsetzen, wo sie ihre Stärken haben.

Das Verdichten in der gegnerischen Hälfte bei hoch stehender eigener Abwehr beraubt uns unserer Stärke und bietet dem Gegner viel Raum. Der BVB hat nicht die Strafraumspieler, die sich körperlich und technisch dursetzen können, er schießt so gut wie nie aus der zweiten Reihe und er bringt zu wenig über die Flügel.

Das gegenwärtig praktizierte System verlangt vom Verteidiger, dass er vorne mitmischt (was mit unseren AV nicht funktioniert!), auf der anderen Seite sollen Dembele oder Reus aber auch ständig hinten aushelfen (was auch nicht gut funktioniert!). Aufteilungs-, Zuordnungs-, und Abstimmungsprobleme und daraus folgernd Gegentore sind das Resultat.

M. E. sollten wir auch in Anbetracht der vielen Gegentore weg von der „Jeder muss alles können- Philosophie“ (natürlich etwas überspitzt formuliert) abrücken und dem alten Jürgen Kohler folgen, demzufolge primäre Aufgabe des Abwehrspielers die Defensive ist.

Egal ob ich nun Dreier- oder Viererkette spiele; wichtig ist, dass ich hinten stabil/sicher stehe. Diese Spieler sollten dann aber auch hinten bleiben. Torgefahr vor dem gegnerischen Kasten erreiche ich nicht, wenn ich möglichst viele Angreifer dort positioniere. Man spart somit auch Körner. Für mich auch die Frage, warum in einer möglichen Dreierkette unbedingt drei IV (vergleichsweise unbewegliche Kanten) stehen müssen? Kandidaten wären für mich in erster Linie Piszczek/ Passlack, Sokratis/Bartra (ab 17/18 Toprak) und Schmelzer/Durm. (Anzahl: 3 oder 4)

Im Mittelfeld klafft bei uns defensiv immer ein großes Loch. Da wir im gesamten MF mit Ausnahme des staksigen Weigl nur mit kleinwüchsigen Spielern agieren, die weder einen Kopfball noch einen physischen Zweikampf gewinnen können, benötigen wir hier mehr Robustheit.
Neben Weigl sehe ich für den defensiveren Part noch Ginter und Bender, der in dieser Rolle groß geworden ist. In der IV fehlt es Beiden an Reaktionsschnelligkeit, Stellungsspiel/Timing und Giftigkeit/Nickeligkeit. Ginter hat kein Blut, sondern Rübenkraut in den Adern, braucht zu lange und setzt den Körper nicht richtig ein. Bender zu ungestüm (s. Foul EL-Spiel in Tottenham; nicht geahndet) und ungeschickt (s. Schubser von Wagner in Hoffenheim). Für den Notfall kann man G. oder B. auch mal in der IV einsetzen.

Suche ich Kreativität, bieten sich Guerreiro (?), Merino und auch Bartra an. Merino war leider selten zu beobachten; außerdem bin ich kein Freund von Trainingseindrücken. „Trainingsweltmeister helfen nicht weiter, ich brauche Wettkampftypen“ (Lattek im Abstiegskampf BVB 2000). Merino hat gegen Augsburg offensiv Akzente gesetzt; darum hat man ihn wohl auch aus Osasuna geholt. Bartra ist der einzige BVB-Abwehrspieler, der mit dem Ball etwas anfangen kann; er hat ein gutes Auge und schon mehrfach klasse Steilpässe gespielt. (Anzahl: 2, wenn hinten 4 oder 3, wenn hinten 3)

In der Offensiv-Abteilung sollten Zentrum und Außen (hängend) mit geeigneten Spielern besetzt sein. Der momentane Zustand mit dem sog. Schienen-Spieler bringt mit diesen Spielern trotz jeder Menge gefressener km keinen Erfolg und erinnert an den Wettlauf zwischen Hase und Igel. Die AV besitzen keine Durchschlagskraft, die OMF-Spieler leisten schlechte Defensivarbeit. Die Spieler würden ihr Pulver nicht hinten vergeuden, sondern könnten es zielgerichteter vorne einsetzen, was der Konzentration und damit auch der Wirksamkeit zu Gute käme. Zentrum: Aubameyang, Isak, Schürrle(?). Außen: Dembele, Pulisic, Reus, Mor, Schürrle (?) (ab 17/18 Laren). MZ zentral: Guerriro(?)/Castro/Götze. (Gesamt: 4 oder 3; 1).

Insgesamt ein 3; 3; 3; 1 oder 4; 2; 3; 1, wobei hier kein Dogma, sondern flexible Ausrichtung am Gegner. Eigentlich kein Wunderwerk und auch nicht revolutionär, sondern einfach dem Gedanken folgend: wie kann ich mit den zur Verfügung stehenden Spielern möglichst viel z ä h l b a r e Leistung erbringen. Fußball ist ein Volkssport und darf nicht verwissenschaftlicht werden. Rotation ja, aber nicht um jeden Preis. Die Spieler sollen sich auf das konzentrieren und das spielen, was sie können. Arbeitsteilung spart Kraft und erlaubt es, diese zielführender einzusetzen.

Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich einige „Lieblinge“ außen vor gelassen habe. Nostalgiedenken, Meriten in der Vergangenheit helfen nicht weiter. Der BVB ist keine Einrichtung des paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Tuchel hat eine klare Linie eingeschlagen und gegen den Widerstand vieler Fans Kuba und Subotic ausgesondert. Ich hoffe, dass dieser Weg fortgesetzt wird und man sich zumindest noch von Spielern wie Park, Sahin und Kagawa trennt.
Ich war früher ein großer Sahin-Fan und schätze ihn auch heute noch; habe mich nach Spielen wie dem 3:0 vor ein paar Jahren gegen S 04 riesig gefreut, aber… es reicht vor allem aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit nicht mehr. Auch Weidenfeller hätte bei mir wahrscheinlich keine Zukunft mehr; Piszczek (2018) würde ich ebenfalls nicht verlängern. Über die drei gestandenen BL-Profis, die uns sofort weiterhelfen sollten, ist hinreichend debattiert worden.

Für die Zukunft muss der Kader weiter ausgedünnt werden und man sollte zielgerichteter einkaufen. Nicht die Fragen: was ist denn auf dem Markt? oder was hätte Onkel Aki denn gerne? sollten als Grundlage herangezogen werden, sondern : wo muss/ kann ich den Kader gezielt verstärken?
BVB - Taktik-Thread |#3592
16.02.2017 - 16:24 Uhr
16 Uhr Trainingseinheit üblich?

Könnte die späte Zeit daran liegen, dass die Taktikbesprechung vordem Training ist, oder wie in der Champions League am Abend/Tag davor?

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BVB - Taktik-Thread |#3593
10.03.2017 - 12:34 Uhr
Da der Spieltagsthread für unser Auswärtsspiel in Berlin noch fehlt, packe ich es mal hier rein. Morgen dürfte wieder rotiert werden, wenn man Tuchel auf der PK Glauben schenken mag.

Ruhr Nachrichten BVB‏ @RNBVB 28 Min.Vor 28 Minuten
#Tuchel: "Ist der Moment gekommen, wo Spieler, die ganz nah dran sind, von Anfang an auf dem Platz stehen." #BSCBVB
#Tuchel: "Müssen es am Samstag personell etwas mischen." #BSCBVB

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Immer weiter, und lauter, Borussia!
BVB - Taktik-Thread |#3594
10.03.2017 - 13:52 Uhr
Wer ist denn "ganz nah dran"? Ginter für Sokratis? Schürrle für Dembele? Passlack für Pischu/Durm? Emre Mor gar?

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R.I.P. - Robert Enke

* 24.08.1977
+ 10.11.2009
BVB - Taktik-Thread |#3595
11.05.2017 - 14:34 Uhr
In den ersten knapp 17 Minuten geht es sehr ausführlich um den bvb

http://spielverlagerung.de/2017/05/11/sv-podcast-nr-27-2-die-saison-201617-national/
BVB - Taktik-Thread |#3596
13.05.2017 - 14:47 Uhr
Zitat von bvb_rockzz
In den ersten knapp 17 Minuten geht es sehr ausführlich um den bvb

http://spielverlagerung.de/2017/05/11/sv-podcast-nr-27-2-die-saison-201617-national/


Und mit sehr spannenden Aussagen! Top diesmal, auch mit dem ein oder anderen interessanten Einblick 'hinter die Kulissen', finde ich.

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"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
BVB - Taktik-Thread |#3597
22.05.2017 - 16:14 Uhr
Mit Bezug auf diesen Post von mir:
http://www.transfermarkt.de/pierre-emerick-aubameyang-17-/thread/forum/12/thread_id/804683/page/682#anchor_3392803

und mit Bezug auf zwei BVB-best-of-Spielzüge-Videos aus 2012 und 2013, die von Doc Gonzo im Tuchel-Thread verlinkt worden sind (http://www.transfermarkt.de/thomas-tuchel-trainer-/thread/forum/12/thread_id/805063/page/806#anchor_3393002),

möchte ich hier kurz auf eine Beobachtung eingehen, die ich für durchaus relevant halte und die meines Erachtens schön zeigt, inwiefern sich der eher horizontale Tuchel/Pep-Fußball von einem eher vertikalen Spiel unterscheidet. Vielleicht macht es Sinn, wenn man kurz über die beiden Links fliegt, um das Folgende nachzuvollziehen. Ich mag mich völlig täuschen und ich habe das nicht in längeren Spielstudien verifiziert, aber:

Meinem (aktuellen, jetzigen, nachträglichen) Eindruck zufolge suchte der BVB unter Klopp wann immer möglich Situationen, die einen relativ zentralen Spieler mit Ball und mit Blickrichtung gegnerisches Tor und ohne (!) ganz direkten Gegnerdruck stehengelassen haben. Sodann suchte dieser Spieler so gut wie immer die Möglichkeit auf einen vertikalen oder einen bereits möglichst vertikalen (Tuchel: diagonalen zwinker ) Pass entweder durch die Mitte oder auf die Außenbahnen. Dafür war zu Kloppzeiten schon der Kader prädestiniert (Sahin, Kagawa, Götze, Gündogan, Hummels etc.). Um das zu unterstützen, haben die OM-Spieler oft relativ stark eingerückt gespielt und waren gerade keine klassischen Außenstürmer. Tuchel hat demgegenüber immer eine deutlich breitere Anlage gewählt, in gewisser Weise, zumal in der noch laufenden Saison - in der letzten noch nicht so stark für meine Wahrnehmung - tatsächlich lange Zeit mit zwei Außenstürmern spielen lassen etc. pp. Zudem hat Weigl eine sehr hohe Spielzeit erhalten. Weigls Qualität ist in allererster Linie die Lagerung der Spieltektonik, die Ballsicherung und der 'geordnete Ballvortrag'. Einen schnellen Schnittstellenpass sieht man von ihm relativ selten.

Der Witz an diesen vertikalen Schnittstellenpässen ist meines Erachtens die Schnelligkeit, mit der sich der ballführende Spieler zu ihm entschließt. Wenn er den Ball länger relativ statisch - ohne große Dynamik in der Vorwärtsbewegung - hält, desto besser schließt der Gegner den Winkel. Einfaches aktuelles Beispiel:
http://www.replayfoot.com/borussia-dortmund-zusammenfassung-tor/ schaut euch das eins eins an ab Minute 4:13 und achtet auf die Spielweise von Sahin und von Kagawa stoppt das mal bei 4.14 bei Sahins Ballabgabe. Sahin spielt zweimal nach kurzem Ballbesitz vertikal und das 'mutig' und direkt mit einer ordentlichen Passschärfe. Der Pass von Sahin ist anspruchsvoll, weil er durch drei Bremer hindurchspielt -
allerdings eben schnell nach Erhalt des Balls und überraschend. Üblich wäre eine Verlagerung auf die RIV oder LIV gewesen. Das birgt das Risiko des Ballverlusts - vermeidet aber ein hohes Konterrisiko, weil man mit vielen Spielern hinter dem Ball steht. Für Kagawa gilt ähnliches. Die Kunst des annehmenden Spielers zwischen den Reihen ist es, sich schnell zu drehen. Dafür hat der BVB optimale Spieler (Kagawa, Götze, Dembélé, Mor, ggf. auch Reus und Pulisic).

Weigl hingegen hätte a) den Ball länger gehalten, b) die eigene Aufstellung optimiert (Bartra in Rückwärtsbewegung und Guerreiro arg weit eingerückt etwa) und c) die Dreierkette sich entfalten lassen und dann den Ball quer bzw. auf einen der äußeren Mittelfeldspieler leicht diagonal gespielt. Das ist nicht zwingend schlechter - und soll bitte hier Weigl nicht schlechtreden, das ist mit Sicherheit das, was Weigl machen sollten und der macht das beinahe schlafwandlerisch gut. Nur: Damit nimmt Weigl und nimmt die Spielweise jede Möglichkeit, solche überraschenden vertikalen Bälle zu spielen. Sahin nutzt durch die Bereitschaft zum vertikalen schnellen Pass ja eine winzige Lücke von vielleicht einer Sekunde aus, in der Kagawa durch seine horizontale Laufbewegung nicht im Deckungsschatten der vorderen Viererkette steht. Wenn Sahin länger wartet, können die beiden Viererketten gemeinsam so verschieben, dass er eigentlich keinen Vertikalpass bzw. 'steilen/öffnenden Diagonalpass' mehr 'sicher' an den Mann bringen kann. Er muss den Ball in dem Moment spielen, in dem er ihn sich zutraut.

Übrigens zeigt die Situation eine meiner Ansicht nach nicht untypische Situation im aktuellen Bundesligafußball: eine aufgerückte Viererkette, die bereit zum Pressing ist und die sich durch den sicheren Ballbesitz des BVB soeben zurückfallen lässt, um abzuwarten. In solchen Situationen ergeben sich mMn immer wieder solche Moment wie Sahin einen nutzt.

Tuchel und Guardiola bevorzugen eine andere Spielweise, die von einem sehr sicheren Ballbesitz ausgeht, von einem Ballverlust, der eigentlich nur sehr hoch auf den Flügeln stattfinden sollte (weil da ein Konter kaum möglich ist), vom situativen Überladen eines Flügels, von einem Außenbahndribbling plus Rückpass von der Grundlinie, etc. pp. Dazu ist ein extrem sauberes Positionsspiel vonnöten: Wer eine falsche Position einnimmt, ermöglicht dem Gegner entweder das Zuschieben oder öffnet Kontern Tür und Tor oder oder. Das heißt, man muss extrem detailversessen agieren und braucht Einzelspieler, die zuverlässig an die kleinen Öffnungen, die man sich gegen die hin und her schiebenden Gegner erspielt, den Dosenöffner ansetzen und finden. Letztes Jahr war das Mkhitaryan, der 'tote' Situationen immer wieder in 'dynamische' verwandelt hat. Dieses Jahr war das oftmals Dembélé, der mMn genau deswegen ständig spielen darf. Bei Barcelona war das natürlich Messi, bei den Guardiola-Bayern sind das v.a. Robben, Ribery und Müller gewesen, manchmal auch Thiago mit einem Geniestreich. Und bei ManCity ist das niemand so wirklich zuverlässig, weswegen die auch nicht Meister geworden sind.

Das ist meiner Ansicht nach auch die Stagnation beim BVB-Fußball, der zwar als Ballbesitzfußball sehr schön anzusehen ist, der aber in dieser Saison auch aufgrund des Umbruchs und des Wegfalls des imo entscheidenden Mkhitaryan nicht so gut funktionieren konnte wie letztes Jahr. Vorne fehlt ein wenig 'Wucht' - es gab zwar viele gefährliche Szenen, aber die Chancenverwertung war meinem Eindruck nach lange nicht so schlimm wie unter Klopp noch. Zudem fehlt natürlich bei den vielen neuen Spielern und der Dreifachbelastung die Feinabstimmung im Kader. Zuletzt hat man imo gerade in der CL so gut gespielt, weil man dort mehr Platz hatte, eher (!) umschalten konnte und damit vertikaler gespielt hat: So ist dann z.B. auch der Ausgleich gegen Real zustande gekommen: Konter über Mor, Auba und Reus - oder ein vogelwildes 8:4 gegen Warschau zwinker.

Und ich glaube, dass dem BVB-Kader ein vertikaleres Spiel, wie ich es oben skizziert habe, deutlich mehr liegt als das Guardiola/Tuchel-Ballbesitzspiel mit extremer Ruhe im Spiel, einem sich ermüdenden Gegner, langsamem und oftmals eher horizontalem denn vertikalem Diagonalpass. Dementsprechend habe ich durchaus auch sportliche Hoffnung, was eine Neubesetzung des Trainerpostens angeht. Weniger auf längeren Ballbesitz angelegte Kontrolle täte dem BVB glaube ich gut. Das heißt nicht (!), dass das taktisch in Richtung 'Gegenpressingmaschine' radikalisiert werden soll. Im Gegenteil: Man kann sich ja auch trefflich zurückziehen, wenn man den Ball nicht mit einiger Wahrscheinlichkeit direkt erobern kann. Und ein solcher geordneter Rückzug bietet wieder den nötigen Raum für die nächsten vertikalen Spielzüge (weil der vertikal angespielte Spieler dann wiederum dieagonal/quer in den freien Raum prallen lassen kann oder sich selbst drehen und durch die Gasse in den Raum stecken kann. Schön in den Videos zu sehen).

Just my 2 Cents

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"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
BVB - Taktik-Thread |#3598
22.05.2017 - 16:21 Uhr
Ich habe das Video auch gesehen, gerade auch das erste. Ich war da vor allem überrascht mit vielen Spielern gegnerische Teams in der Dortmunder Hälfte aktiv waren - ist man gar nicht mehr wirklich gewohnt. Da konnte man schön umschalten und hatte nicht selten Platz. Da bekommt man richtig nostalgische Gefühle und leichtes Magengrummeln, wenn man an aktuelle Buli-Beschreibungen wie "Konterliga" denkt, die nicht selten fallen. Das Porblem an den tollsten Taktiken: Der Gegner muss _auch_ mitspielen.

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404
BVB - Taktik-Thread |#3599
22.05.2017 - 16:43 Uhr
Als defensives System in einem 5122...

................................Buerki
Piszczek.Sokratis.Toprak.Bartra.Schmelzer
................................Weigl
..................Castro..........Guerreiro
.........Dembele......................Reus


oder

Als offensives System in einem 21232...

...............................Buerki
..................Sokratis.........Toprak
...............................Weigl
................Castro.............Guerreiro
Piszczek...........Kagawa................Schmelzer
.................Dembele........Reus
BVB - Taktik-Thread |#3600
22.05.2017 - 16:45 Uhr
Zitat von Zersorger
Ich habe das Video auch gesehen, gerade auch das erste. Ich war da vor allem überrascht mit vielen Spielern gegnerische Teams in der Dortmunder Hälfte aktiv waren - ist man gar nicht mehr wirklich gewohnt. Da konnte man schön umschalten und hatte nicht selten Platz. Da bekommt man richtig nostalgische Gefühle und leichtes Magengrummeln, wenn man an aktuelle Buli-Beschreibungen wie "Konterliga" denkt, die nicht selten fallen. Das Porblem an den tollsten Taktiken: Der Gegner muss _auch_ mitspielen.


Ja und Nein: Das man so auch heute noch spielen kann, hat man hervorragend gegen Bremen jetzt am Samstag gesehen. Man muss nur 'schnell' vertikal spielen, nämlich dann, wenn die Lücke für einen Moment aufgeht. Verpasst man den, ist sie erstmal zu. Der BVB hat gerade in der ersten Hälfte so herzerweichend schön nach vorne gespielt, weil die Jungs sehr klar den Weg nach vorne gesucht haben: Das war Vertikalball an Vertikalball an Vertikalball in ganz vielen Szenen. Man hat sich nicht mit ewigem 'Zurechtlegen' des Gegners aufgehalten und in 'klar definierten Zonen' versucht durchzubrechen, sondern jede sich bietende Lücke für den Ball nach vorne genutzt. Dabei sind - auch durch zu mutiges Aufrücken der Abwehrkette - immer wieder gefährlichere Konter der Bremer entstanden, die aber meines Erachtens weniger mit der Spielweise als vielmehr mit einer in den Situationen ungünstigen Absicherung bzw. einer zu hohen Abwehrkette insgesamt zu tun haben. Der BVB 'stand sozusagen in Tuchel-Formation' und spielte 'Vertikalfußball'. Dann steht die Abwehr arg hoch und der Gegner kann immer wieder seine schnellen Außenbahnspieler im Konter bedienen. Lässt man die Abwehr 10m, vllt. 15m tiefer stehen, sind die Pässe in die Tiefe schon weit schwerer an den Mann zu bringen, man steht insgesamt nicht so hoch, der Gegner rückt vllt. etwas höher und man selbst erhält etwas mehr Spielwiese für vertikale Steckpässe zwischen die Linien.

Dass durch das hervorragende Umschalten in der Bundesliga die meisten Teams eher abwartend spielen, ist mittlerweile vielfach beschrieben (Gomez "Murkserei", Streich aktuell im kicker, etc. pp.). Ich glaube wie dargelegt aber nicht, dass das ein 'vertikaleres Spielen' komplett verhindert.

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"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
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