Arminen-Interviews
29.09.2005 - 14:51 Uhr
Hallo,
habe mir gedacht ein Thread in dem nur Interviews von Spielern und Funktionären von Arminia gesammelt werden, ist nicht schlecht.
Macht das ganze m.M. übersichtlicher.
habe mir gedacht ein Thread in dem nur Interviews von Spielern und Funktionären von Arminia gesammelt werden, ist nicht schlecht.
Macht das ganze m.M. übersichtlicher.
08.10.2005 - 10:38 Uhr
08.10.2005
"Immer wachsam sein"
INTERVIEW: Arminia-Trainer von Heesen zum Ablauf des Trainingslagers in Marienfeld
Augen auf im Ball-Verkehr (FOTO: THOMAS STARKE)
Marienfeld. Die Bundesliga macht Länderspiel-Pause – und viele Vereine nutzen die Unterbrechung im Meisterschafts-Rhythmus, um in Kurz-Trainingslagern Kräfte zu bündeln für die zweite Hälfte der Hinrunde. Der DSC Arminia Bielefeld hat sich in die ruhige Umgebung der "Klosterpforte" in Marienfeld zurückgezogen. "Sport und Wellness" hat sich das Hotel zu einem Motto gemacht – es könnte auch Überschrift über das Trainingslager-Programm sein, über das sich unser Redakteur Rainer Klusmeyer mit DSC-Coach Thomas von Heesen unterhielt.
Trotz des achtbaren 1:1 bei Bayer Leverkusen ist die Arminia auf einen Abstiegsplatz abgerutscht – ist das der Anlass für dieses Trainingslager?
THOMAS VON HEESEN: Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Ich halte es generell für sehr sinnvoll, drei bis fünf Kurz-Trainingslager pro Serie einzubauen. Jede Saison hat ihre Höhepunkte und ihre Entspannungsphasen – jetzt ist es wichtig, ein paar Tage am Stück richtig konzentriert zu arbeiten.
Am Donnerstagvormittag haben Sie sehr intensiv trainieren lassen. Wird das an allen drei Tagen in Marienfeld so bleiben?
VON HEESEN: Aber sicher doch. Wir haben ein paar Spieler, wie David Kobylik, Radim Kucera oder Marco Küntzel, die verletzungsbedingt bisher nicht alle Übungsformen mitmachen konnten. Gerade für solche Profis ist es eine ideale Möglichkeit, ein paar Dinge einzustudieren. Ich werde die Belastung drei Tage hoch halten und betrachte in diesem Zusammenhang unser abschließendes Testspiel am Samstag um 15.30 Uhr beim FC Gütersloh als zusätzliche Einheit unter Wettkampfbedingungen gegen einen starken Gegner.
Sie haben mit Tim Danneberg, Renato Bauer und Nils Fischer aus dem Oberligateam sowie A-Junioren-Kapitän Robert Tesche ein paar junge Leute mitgenommen, die nicht zum Profikader gehören. Was ist der Grund dafür?
VON HEESEN: Zunächst ist dies für alle ein Lohn für die guten Leistungen. Zudem habe ich so die 20 Feldspieler, die ich benötige, um verschiedene Abläufe in einer Spielsimulation einzuüben.
Wie sehen diese Spielformen aus?
VON HEESEN: Am Donnerstag hatten wir unseren Offensivtag. Also Passwege und Abläufe sauber ausführen, den Abschluss suchen, auch und gerade durch Defensivspieler. Am Freitag wird mehr auf die Defensivarbeit geachtet, speziell auf Mittelfeld- und Angriffs-Pressing. Bei allen Einheiten sollen die Spieler immer wachsam sein und verinnerlichen, dass es auch im Training – wie eben in jedem Spiel – mal etwas auf die Socken geben kann, man aber dann nicht liegen bleiben darf.
Fließen in die Übungen auch konkrete Erkenntnisse, etwa aus dem 1:1 in Leverkusen, ein?
VON HEESEN: Selbstverständlich werden die Knackpunkte eines jeden Spiels angesprochen. In Marienfeld ist für Freitagabend eine eineinhalbstündige Analyse angesetzt, die für die Spieler sogar witzig sein dürfte. Mit Hilfe der Firma Master-Coach haben wir die Möglichkeit, jedem Mannschaftsteil und jedem einzelnen Spieler per Video echte Fakten vorzuführen – Anzahl der 10-Meter-Sprints, Verschieben der Vierer-Kette, Dauer des Ballbesitzes.
Und an welchen Stellen gibt es dabei etwas zum Schmunzeln?
VON HEESEN: Bei den manchmal fast unglaublichen Ergebnissen der Analyse. So hat in der Vorsaison bei einem unserer Bundesligaspiele Abwehrchef Petr Gabriel ganze vier Sekunden Ballbesitz gehabt – das hat keiner auch nur annähernd richtig getippt, ich nicht und Petr schon gar nicht. Aber gerade an Gabriel, einem unserer absoluten Leistungsträger des Vorjahres, kann ich dadurch festmachen, was ich meine: Wir müssen 90, 100 Minuten hart und akribisch trainieren, um in den zehn Sekunden superkonzentriert zu sein, in denen es darauf ankommt.
Wie ist es zu erklären, dass trotz dieser Akribie bisher erst sechs Punkte auf dem Konto stehen?
VON HEESEN: Da muss man doch nur diese Saison mit den Voraussetzungen vor der Serie 2004/05 vergleichen. Damals hatte die Mannschaft acht Monate lang höchst erfolgreich in der Zweiten Liga gespielt und nur drei neue Spieler dazu bekommen. Jetzt haben wir ein absolut neu formiertes Team mit dem Gerüst Hain-Gabriel-Kauf-Vata. Wenn von diesem Gerüst zwei oder drei Leute wegbrechen, ist klar, dass die Basisarbeit wieder fast von vorne anfangen muss. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Was stärkt Sie in dieser Überzeugung, wenn es die Zahlen ja nicht tun können?
VON HEESEN: Sechs Punkte sind zu wenig, da gibt es nichts zu deuteln. Wir bräuchten je zwei Zähler mehr aus den Spielen gegen Kaiserslautern und in Leverkusen. Das 0:2 gegen Mönchengladbach lasse ich mal außen vor, weil solche Spiele immer mal passieren können. Aber auch wenn wir allein schon deshalb lieber schnell Erfolg hätten, um Ruhe im Umfeld zu haben, so muss man bei der Bewertung der Situation doch berücksichtigen, dass wir bereits gegen fünf Vereine mit internationalen Ambitionen gespielt haben. So schlecht ist die Ausbeute also nicht. Für mich aber noch wichtiger: In den besonderen Drucksituationen gegen Mainz, in Stuttgart und in Leverkusen haben wir jeweils gepunktet. Das zeigt doch allen Kritikern, wie topmotiviert die Mannschaft ist.
"Immer wachsam sein"
INTERVIEW: Arminia-Trainer von Heesen zum Ablauf des Trainingslagers in Marienfeld
Augen auf im Ball-Verkehr (FOTO: THOMAS STARKE)
Marienfeld. Die Bundesliga macht Länderspiel-Pause – und viele Vereine nutzen die Unterbrechung im Meisterschafts-Rhythmus, um in Kurz-Trainingslagern Kräfte zu bündeln für die zweite Hälfte der Hinrunde. Der DSC Arminia Bielefeld hat sich in die ruhige Umgebung der "Klosterpforte" in Marienfeld zurückgezogen. "Sport und Wellness" hat sich das Hotel zu einem Motto gemacht – es könnte auch Überschrift über das Trainingslager-Programm sein, über das sich unser Redakteur Rainer Klusmeyer mit DSC-Coach Thomas von Heesen unterhielt.
Trotz des achtbaren 1:1 bei Bayer Leverkusen ist die Arminia auf einen Abstiegsplatz abgerutscht – ist das der Anlass für dieses Trainingslager?
THOMAS VON HEESEN: Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Ich halte es generell für sehr sinnvoll, drei bis fünf Kurz-Trainingslager pro Serie einzubauen. Jede Saison hat ihre Höhepunkte und ihre Entspannungsphasen – jetzt ist es wichtig, ein paar Tage am Stück richtig konzentriert zu arbeiten.
Am Donnerstagvormittag haben Sie sehr intensiv trainieren lassen. Wird das an allen drei Tagen in Marienfeld so bleiben?
VON HEESEN: Aber sicher doch. Wir haben ein paar Spieler, wie David Kobylik, Radim Kucera oder Marco Küntzel, die verletzungsbedingt bisher nicht alle Übungsformen mitmachen konnten. Gerade für solche Profis ist es eine ideale Möglichkeit, ein paar Dinge einzustudieren. Ich werde die Belastung drei Tage hoch halten und betrachte in diesem Zusammenhang unser abschließendes Testspiel am Samstag um 15.30 Uhr beim FC Gütersloh als zusätzliche Einheit unter Wettkampfbedingungen gegen einen starken Gegner.
Sie haben mit Tim Danneberg, Renato Bauer und Nils Fischer aus dem Oberligateam sowie A-Junioren-Kapitän Robert Tesche ein paar junge Leute mitgenommen, die nicht zum Profikader gehören. Was ist der Grund dafür?
VON HEESEN: Zunächst ist dies für alle ein Lohn für die guten Leistungen. Zudem habe ich so die 20 Feldspieler, die ich benötige, um verschiedene Abläufe in einer Spielsimulation einzuüben.
Wie sehen diese Spielformen aus?
VON HEESEN: Am Donnerstag hatten wir unseren Offensivtag. Also Passwege und Abläufe sauber ausführen, den Abschluss suchen, auch und gerade durch Defensivspieler. Am Freitag wird mehr auf die Defensivarbeit geachtet, speziell auf Mittelfeld- und Angriffs-Pressing. Bei allen Einheiten sollen die Spieler immer wachsam sein und verinnerlichen, dass es auch im Training – wie eben in jedem Spiel – mal etwas auf die Socken geben kann, man aber dann nicht liegen bleiben darf.
Fließen in die Übungen auch konkrete Erkenntnisse, etwa aus dem 1:1 in Leverkusen, ein?
VON HEESEN: Selbstverständlich werden die Knackpunkte eines jeden Spiels angesprochen. In Marienfeld ist für Freitagabend eine eineinhalbstündige Analyse angesetzt, die für die Spieler sogar witzig sein dürfte. Mit Hilfe der Firma Master-Coach haben wir die Möglichkeit, jedem Mannschaftsteil und jedem einzelnen Spieler per Video echte Fakten vorzuführen – Anzahl der 10-Meter-Sprints, Verschieben der Vierer-Kette, Dauer des Ballbesitzes.
Und an welchen Stellen gibt es dabei etwas zum Schmunzeln?
VON HEESEN: Bei den manchmal fast unglaublichen Ergebnissen der Analyse. So hat in der Vorsaison bei einem unserer Bundesligaspiele Abwehrchef Petr Gabriel ganze vier Sekunden Ballbesitz gehabt – das hat keiner auch nur annähernd richtig getippt, ich nicht und Petr schon gar nicht. Aber gerade an Gabriel, einem unserer absoluten Leistungsträger des Vorjahres, kann ich dadurch festmachen, was ich meine: Wir müssen 90, 100 Minuten hart und akribisch trainieren, um in den zehn Sekunden superkonzentriert zu sein, in denen es darauf ankommt.
Wie ist es zu erklären, dass trotz dieser Akribie bisher erst sechs Punkte auf dem Konto stehen?
VON HEESEN: Da muss man doch nur diese Saison mit den Voraussetzungen vor der Serie 2004/05 vergleichen. Damals hatte die Mannschaft acht Monate lang höchst erfolgreich in der Zweiten Liga gespielt und nur drei neue Spieler dazu bekommen. Jetzt haben wir ein absolut neu formiertes Team mit dem Gerüst Hain-Gabriel-Kauf-Vata. Wenn von diesem Gerüst zwei oder drei Leute wegbrechen, ist klar, dass die Basisarbeit wieder fast von vorne anfangen muss. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Was stärkt Sie in dieser Überzeugung, wenn es die Zahlen ja nicht tun können?
VON HEESEN: Sechs Punkte sind zu wenig, da gibt es nichts zu deuteln. Wir bräuchten je zwei Zähler mehr aus den Spielen gegen Kaiserslautern und in Leverkusen. Das 0:2 gegen Mönchengladbach lasse ich mal außen vor, weil solche Spiele immer mal passieren können. Aber auch wenn wir allein schon deshalb lieber schnell Erfolg hätten, um Ruhe im Umfeld zu haben, so muss man bei der Bewertung der Situation doch berücksichtigen, dass wir bereits gegen fünf Vereine mit internationalen Ambitionen gespielt haben. So schlecht ist die Ausbeute also nicht. Für mich aber noch wichtiger: In den besonderen Drucksituationen gegen Mainz, in Stuttgart und in Leverkusen haben wir jeweils gepunktet. Das zeigt doch allen Kritikern, wie topmotiviert die Mannschaft ist.
17.10.2005 - 20:37 Uhr
>herthabsc.de: Auch Arminia scheint es so zu gehen, wie so
>vielen Teams zuvor: Nach furiosem ersten Jahr wird man im
>zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg auf den Boden der
>Tatsachen geholt. Was hat die Euphorie des Vorjahres
>gebremst?
Da sieht man mal wie sich der Boden der Tatsachen in nur 90 Minuten ändern kann. Die Euphorie läuft bei mir und hier im Forum sozusagen über .
>vielen Teams zuvor: Nach furiosem ersten Jahr wird man im
>zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg auf den Boden der
>Tatsachen geholt. Was hat die Euphorie des Vorjahres
>gebremst?
Da sieht man mal wie sich der Boden der Tatsachen in nur 90 Minuten ändern kann. Die Euphorie läuft bei mir und hier im Forum sozusagen über .
15.11.2005 - 18:26 Uhr
Gegen Bayern will jeder dabei sein. Klappt's am Samstag mit Ihrem Comeback, Herr Rau?Tobias Rau: Es sieht ganz gut aus. Ich möchte mich in dieser Woche zurückkämpfen.
Erste Elf oder erste 18, wie lautet Ihr Ziel?Rau: Mal sehen, was möglich ist. Nach so einer langen Verletzungspause kann ich nicht davon ausgehen, dass ich spiele. Aber im Kader will ich unbedingt sein.
Sie sind ein leidgeprüfter Profi, haben einige schwere Verletzungen hinter sich. Haben Sie inzwischen Routine im Umgang mit Rückschlägen? Rau: Nein, Routine kann man das sicher nicht nennen. Ich war enttäuscht. Ich dachte, ich hätte das endlich hinter mir. Der Moment, in dem die Verletzung passierte, war bitter, aber auch unglücklich. Ich habe aufgehört, mir deswegen den Kopf zu zerbrechen.
Die Ärzte gingen von sechs Wochen Pause aus, jetzt sind viereinhalb Wochen herum. Hat die Aussicht auf das Spiel gegen Bayern den Heilungsprozess beschleunigt?Rau: Die Partie gegen Bayern war das Fernziel, das ich mir insgeheim gesteckt hatte. Ich bin glücklich, jetzt wieder am Ball sein zu können.
Schaffen Sie es, ohne Angst vor einem Rückfall zu trainieren?Rau: Speziell in der ersten Einheit erlegt man sich automatisch eine gewisse Schonhaltung auf. Kleine Restbedenken existieren immer. Aber beim zweiten Training sieht das schon anders aus.
Spüren Sie denn noch Schmerzen?Rau: Das Gelenk fühlt sich noch nicht wieder ganz so stabil an wie vor der Verletzung. Aber das ist normal.
Nach zwei Jahren bei den Bayern haben Sie sicher noch gute Kontakte zu einigen ehemaligen Mitspielern. Laufen Wetten?Rau: Nein, nein, keine Wetten. Kontakte gibt es, speziell zu den jüngeren Spielern. Zu Michael Rensing, mit Bastian Schweinsteiger habe ich vor kurzem noch gesprochen, mit Mehmet Scholl telefoniert.
Bastian Schweinsteiger spielt zurzeit auf Ihrer alten Position links in der Viererabwehrkette. War das ein Gesprächsthema?Rau: Nein. Es ist bei ihm ja erst seit dieser Saison so, dass er hinten spielt. Aber Bastian ist das egal, für ihn ist es auch das Wichtigste, dass er überhaupt spielt.
Wieso auch? Ist Ihnen denn nach der Pause die Position auf dem Platz nicht mehr wichtig?Rau: Ich habe schon vor der Verletzung gesagt: Entscheidend ist, dass ich spiele. Ob offensiv oder defensiv ist zweitrangig.
Ismael, Karimi, Lahm – ansonsten ist der Bayern-Kader der der Vorsaison. Sie kennen die Mannschaft also aus dem Eff-Eff. Verraten Sie uns: Wie sind die Bayern zu schlagen?Rau: Das Wichtigste ist, viel Druck zu machen. Es bringt nichts, abzuwarten. Wer sich nur auf die Abwehr verlässt, macht irgendwann den entscheidenden Fehler. Da kann man noch so gut spielen. Es muss gar kein großer Bock sein, es reicht eine kleine Unachtsamkeit. Die nutzt Bayern sofort aus.
Wie wichtig ist die Tagesform?Rau: Die spielt auch eine Rolle. Aber man kann sich auch auf Bayern einstellen. Unser Trainer bereitet uns auf jeden Gegner speziell vor, auch auf Bayern.
Werden Sie Thomas von Heesen in dieser Woche mit Insider-Informationen über Spieler X oder Y versorgen?Rau: Ich schätze, es ist nicht nötig. Aber wenn er etwas wissen will, bin ich natürlich gern bereit, ihm Infos zu geben.
Erste Elf oder erste 18, wie lautet Ihr Ziel?Rau: Mal sehen, was möglich ist. Nach so einer langen Verletzungspause kann ich nicht davon ausgehen, dass ich spiele. Aber im Kader will ich unbedingt sein.
Sie sind ein leidgeprüfter Profi, haben einige schwere Verletzungen hinter sich. Haben Sie inzwischen Routine im Umgang mit Rückschlägen? Rau: Nein, Routine kann man das sicher nicht nennen. Ich war enttäuscht. Ich dachte, ich hätte das endlich hinter mir. Der Moment, in dem die Verletzung passierte, war bitter, aber auch unglücklich. Ich habe aufgehört, mir deswegen den Kopf zu zerbrechen.
Die Ärzte gingen von sechs Wochen Pause aus, jetzt sind viereinhalb Wochen herum. Hat die Aussicht auf das Spiel gegen Bayern den Heilungsprozess beschleunigt?Rau: Die Partie gegen Bayern war das Fernziel, das ich mir insgeheim gesteckt hatte. Ich bin glücklich, jetzt wieder am Ball sein zu können.
Schaffen Sie es, ohne Angst vor einem Rückfall zu trainieren?Rau: Speziell in der ersten Einheit erlegt man sich automatisch eine gewisse Schonhaltung auf. Kleine Restbedenken existieren immer. Aber beim zweiten Training sieht das schon anders aus.
Spüren Sie denn noch Schmerzen?Rau: Das Gelenk fühlt sich noch nicht wieder ganz so stabil an wie vor der Verletzung. Aber das ist normal.
Nach zwei Jahren bei den Bayern haben Sie sicher noch gute Kontakte zu einigen ehemaligen Mitspielern. Laufen Wetten?Rau: Nein, nein, keine Wetten. Kontakte gibt es, speziell zu den jüngeren Spielern. Zu Michael Rensing, mit Bastian Schweinsteiger habe ich vor kurzem noch gesprochen, mit Mehmet Scholl telefoniert.
Bastian Schweinsteiger spielt zurzeit auf Ihrer alten Position links in der Viererabwehrkette. War das ein Gesprächsthema?Rau: Nein. Es ist bei ihm ja erst seit dieser Saison so, dass er hinten spielt. Aber Bastian ist das egal, für ihn ist es auch das Wichtigste, dass er überhaupt spielt.
Wieso auch? Ist Ihnen denn nach der Pause die Position auf dem Platz nicht mehr wichtig?Rau: Ich habe schon vor der Verletzung gesagt: Entscheidend ist, dass ich spiele. Ob offensiv oder defensiv ist zweitrangig.
Ismael, Karimi, Lahm – ansonsten ist der Bayern-Kader der der Vorsaison. Sie kennen die Mannschaft also aus dem Eff-Eff. Verraten Sie uns: Wie sind die Bayern zu schlagen?Rau: Das Wichtigste ist, viel Druck zu machen. Es bringt nichts, abzuwarten. Wer sich nur auf die Abwehr verlässt, macht irgendwann den entscheidenden Fehler. Da kann man noch so gut spielen. Es muss gar kein großer Bock sein, es reicht eine kleine Unachtsamkeit. Die nutzt Bayern sofort aus.
Wie wichtig ist die Tagesform?Rau: Die spielt auch eine Rolle. Aber man kann sich auch auf Bayern einstellen. Unser Trainer bereitet uns auf jeden Gegner speziell vor, auch auf Bayern.
Werden Sie Thomas von Heesen in dieser Woche mit Insider-Informationen über Spieler X oder Y versorgen?Rau: Ich schätze, es ist nicht nötig. Aber wenn er etwas wissen will, bin ich natürlich gern bereit, ihm Infos zu geben.
23.11.2005 - 18:25 Uhr
Hab ich ausm Wolfsburg-Forum kopiert:
Wir gehen in jedem Spiel auf drei Punkte"
Wolfsburg - Innerhalb der letzten zehn Minuten inklusive Nachspielzeit hatte Bayern München vergangenen Samstag die Partie in der Schüco-Arena gedreht und Arminia Bielefeld drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt abgeknöpft. Trainer Thomas von Heesen resümierte vor der Reise zum VfL Wolfsburg: "Unterm Strich können wir mit dem Spiel zufrieden sein, nicht aber mit der Punktausbeute."
Der 44-jährige, in Höxter geborene Übungsleiter übernahm zu Beginn dieser Saison bei der Arminia das Traineramt und damit auch den Konzeptfußball von Freund Uwe Rapolder. Das Ziel, ballorientiert und kombinationssicher zu agieren, entspricht auch von Heesens Philosophie. Einzige Änderung: Die Umstellung vom 4-2-3-1-System auf ein 4-4-2, in dem der südafrikanische Shootingstar Sibusiso Zuma seinen Platz im Angriff gefunden hat und nun mit Ghanas Isaac Boakye - bislang sehr erfolgreich - das erste rein afrikanische Sturmduo bildet.
Von Heesen ist seit 1994 im Verein und kennt diesen wie seine Westentasche. Kein Wunder, war er doch bereits 1998/99 Coach - damals führte er Bielefeld aus der zweiten Liga zurück ins Oberhaus. Nach einem Intermezzo beim 1. FC Saarbrücken heuerte er im Februar 2004 als Interimstrainer der Arminia an. Zwischen 2002 und 2005 war er zudem Sportdirektor und am Klassenerhalt in der vergangenen Saison maßgeblich beteiligt. Noch größere Erfolge feierte er in seiner 17-jährigen Profikarriere: Zehn Mal (ein Tor) für den DSC und 368 Mal (99 Tore) für den Hamburger SV am Ball, bejubelte der Mittelfeldspieler außer den Meistertiteln 1981/82 und 1982/83 auch den Europapokal-Triumph 1983 sowie den Pokalsieg 1987.
Thomas von Heesen, die Niederlage gegen den FC Bayern München war unglücklich. Ihre Mannschaft spielte gleichwertig und hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Trauern Sie der verpassten Chance noch nach oder haben Sie dieses Spiel bereits abgehakt?
Thomas von Heesen: Natürlich ist es immer schade, wenn man kurz vor Schluss eines Spieles noch einen verdienten Punkt abgibt, aber wir haben gegen den FC Bayern bis zur 80. Minute fast keine Chance zugelassen und uns unsererseits Chancen erarbeitet. Unter dem Strich können wir mit dem Spiel zufrieden sein, nicht aber mit der Punktausbeute.
Die Partie gegen den Rekordmeister gibt Ihrer Mannschaft aber sicherlich zumindest Zuversicht und Motivation für die kommenden Aufgaben...
Thomas von Heesen: Ja, natürlich. Wir haben uns sehr gut als Team entwickelt, spielen sehr kompakt und haben eine klare Ausrichtung. Jeder Spieler kennt seine Aufgabe und ist bereit, diese zu 100 Prozent zu erfüllen. Von daher haben wir in jedem Spiel die Chance, zu punkten.
Gegner vor der Winterpause sind noch der FC Schalke 04, der MSV Duisburg und der 1. FC Köln. Was ist möglich in diesen Spielen? Wo sehen Sie Ihre Mannschaft am Ende der Hinrunde?
Thomas von Heesen: Wir gehen in jedem Spiel auf drei Punkte. Letztendlich entscheidet auch die Tagesform der Mannschaften, ob Sieg, Remis oder Niederlage herausspringen. Gegen direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg gilt es zu punkten.
Apropos Winterpause: Wie sehen die Pläne in der spielfreien Zeit aus?
Thomas von Heesen: Wir werden am 3. Januar wieder mit dem Training beginnen, um dann vom 9. bis zum 16. Januar ins Trainingslager nach Spanien zu fahren.
Das Spiel am Samstag ist ein Duell der Tabellennachbarn. Hat es für Sie - mit Blick auf einen einstelligen Tabellenplatz - richtungsweisenden Charakter?
Thomas von Heesen: Für uns geht es - wie schon gesagt - darum, in jedem Spiel zu punkten, um dem Klassenerhalt schnell nahe zu kommen. Der VfL ist aufgrund des internationalen Anspruchs sicher nicht mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden, so dass es für beide Mannschaften um einiges geht.
Nach seiner Verletzung wurde der Ex-Wolfsburger Tobias Rau gegen die Bayern eingewechselt. Wird er an alter Wirkungsstätte möglicherweise von Beginn an spielen?
Thomas von Heesen: Wenn Markus Schuler ausfallen sollte, wird mit absoluter Sicherheit Tobias Rau erste Wahl sein.
In Wolfsburg ist Arminia Bielefeld noch ohne Sieg und ohne Tor. Was halten Sie von Statistiken?
Thomas von Heesen: Nichts.
Was erwarten Sie von dem Spiel in der VOLKSWAGEN ARENA?
Thomas von Heesen: Ein Duell zweier Mannschaften, die um jeden Preis gewinnen wollen.
Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Fiebern Sie diesem Großereignis bereits entgegen?
Thomas von Heesen: Es ist fantastisch, dass die WM in Deutschland stattfindet. Aber alles zu seiner Zeit. Wir konzentrieren uns in erster Linie darauf, unser Vereinsziel zu erreichen und können uns dann nach der Serie hoffentlich entspannt die WM-Spiele ansehen.
_________________________
Dada, Dada, Dada...
Wir gehen in jedem Spiel auf drei Punkte"
Wolfsburg - Innerhalb der letzten zehn Minuten inklusive Nachspielzeit hatte Bayern München vergangenen Samstag die Partie in der Schüco-Arena gedreht und Arminia Bielefeld drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt abgeknöpft. Trainer Thomas von Heesen resümierte vor der Reise zum VfL Wolfsburg: "Unterm Strich können wir mit dem Spiel zufrieden sein, nicht aber mit der Punktausbeute."
Der 44-jährige, in Höxter geborene Übungsleiter übernahm zu Beginn dieser Saison bei der Arminia das Traineramt und damit auch den Konzeptfußball von Freund Uwe Rapolder. Das Ziel, ballorientiert und kombinationssicher zu agieren, entspricht auch von Heesens Philosophie. Einzige Änderung: Die Umstellung vom 4-2-3-1-System auf ein 4-4-2, in dem der südafrikanische Shootingstar Sibusiso Zuma seinen Platz im Angriff gefunden hat und nun mit Ghanas Isaac Boakye - bislang sehr erfolgreich - das erste rein afrikanische Sturmduo bildet.
Von Heesen ist seit 1994 im Verein und kennt diesen wie seine Westentasche. Kein Wunder, war er doch bereits 1998/99 Coach - damals führte er Bielefeld aus der zweiten Liga zurück ins Oberhaus. Nach einem Intermezzo beim 1. FC Saarbrücken heuerte er im Februar 2004 als Interimstrainer der Arminia an. Zwischen 2002 und 2005 war er zudem Sportdirektor und am Klassenerhalt in der vergangenen Saison maßgeblich beteiligt. Noch größere Erfolge feierte er in seiner 17-jährigen Profikarriere: Zehn Mal (ein Tor) für den DSC und 368 Mal (99 Tore) für den Hamburger SV am Ball, bejubelte der Mittelfeldspieler außer den Meistertiteln 1981/82 und 1982/83 auch den Europapokal-Triumph 1983 sowie den Pokalsieg 1987.
Thomas von Heesen, die Niederlage gegen den FC Bayern München war unglücklich. Ihre Mannschaft spielte gleichwertig und hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Trauern Sie der verpassten Chance noch nach oder haben Sie dieses Spiel bereits abgehakt?
Thomas von Heesen: Natürlich ist es immer schade, wenn man kurz vor Schluss eines Spieles noch einen verdienten Punkt abgibt, aber wir haben gegen den FC Bayern bis zur 80. Minute fast keine Chance zugelassen und uns unsererseits Chancen erarbeitet. Unter dem Strich können wir mit dem Spiel zufrieden sein, nicht aber mit der Punktausbeute.
Die Partie gegen den Rekordmeister gibt Ihrer Mannschaft aber sicherlich zumindest Zuversicht und Motivation für die kommenden Aufgaben...
Thomas von Heesen: Ja, natürlich. Wir haben uns sehr gut als Team entwickelt, spielen sehr kompakt und haben eine klare Ausrichtung. Jeder Spieler kennt seine Aufgabe und ist bereit, diese zu 100 Prozent zu erfüllen. Von daher haben wir in jedem Spiel die Chance, zu punkten.
Gegner vor der Winterpause sind noch der FC Schalke 04, der MSV Duisburg und der 1. FC Köln. Was ist möglich in diesen Spielen? Wo sehen Sie Ihre Mannschaft am Ende der Hinrunde?
Thomas von Heesen: Wir gehen in jedem Spiel auf drei Punkte. Letztendlich entscheidet auch die Tagesform der Mannschaften, ob Sieg, Remis oder Niederlage herausspringen. Gegen direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg gilt es zu punkten.
Apropos Winterpause: Wie sehen die Pläne in der spielfreien Zeit aus?
Thomas von Heesen: Wir werden am 3. Januar wieder mit dem Training beginnen, um dann vom 9. bis zum 16. Januar ins Trainingslager nach Spanien zu fahren.
Das Spiel am Samstag ist ein Duell der Tabellennachbarn. Hat es für Sie - mit Blick auf einen einstelligen Tabellenplatz - richtungsweisenden Charakter?
Thomas von Heesen: Für uns geht es - wie schon gesagt - darum, in jedem Spiel zu punkten, um dem Klassenerhalt schnell nahe zu kommen. Der VfL ist aufgrund des internationalen Anspruchs sicher nicht mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden, so dass es für beide Mannschaften um einiges geht.
Nach seiner Verletzung wurde der Ex-Wolfsburger Tobias Rau gegen die Bayern eingewechselt. Wird er an alter Wirkungsstätte möglicherweise von Beginn an spielen?
Thomas von Heesen: Wenn Markus Schuler ausfallen sollte, wird mit absoluter Sicherheit Tobias Rau erste Wahl sein.
In Wolfsburg ist Arminia Bielefeld noch ohne Sieg und ohne Tor. Was halten Sie von Statistiken?
Thomas von Heesen: Nichts.
Was erwarten Sie von dem Spiel in der VOLKSWAGEN ARENA?
Thomas von Heesen: Ein Duell zweier Mannschaften, die um jeden Preis gewinnen wollen.
Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Fiebern Sie diesem Großereignis bereits entgegen?
Thomas von Heesen: Es ist fantastisch, dass die WM in Deutschland stattfindet. Aber alles zu seiner Zeit. Wir konzentrieren uns in erster Linie darauf, unser Vereinsziel zu erreichen und können uns dann nach der Serie hoffentlich entspannt die WM-Spiele ansehen.
_________________________
Dada, Dada, Dada...
12.01.2006 - 11:50 Uhr
"Ich muss Berlin schnell abhaken"
INTERVIEW: Arminias Rückkehrer Wichniarek träumt von der Nationalmannschaft und dem Pokalfinale / Mit Fotos zum Thema
Sonne, Sand und mehr (FOTO: WOLFGANG RUDOLF)
Chiclana. Einer der größten Fans von vielen tausend Anhängern, die Artur Wichniarek in Bielefeld hat, ist Roland Kentsch. Entsprechend leicht fiel es dem bisweilen eher als knauserig bekannten Finanzchef des DSC Arminia, den Rück-Transfer des früheren Bielefelder Top-Torjägers zu bewilligen. Wie der einst rund um die Alm als "König Artur" gefeierte 28-jährige Pole seine eigene Situation einstuft, erklärte er im Gespräch mit Rainer Klusmeyer.
Vor ein paar Jahren haben Sie mir Ihren Traum vom Fußball in Spanien geschildert. Jetzt sind Sie in Spanien – aber als Spieler von Arminia. Was ist schief gelaufen?
ARTUR WICHNIAREK: Meine Pläne sind ein bisschen durchkreuzt worden. Als ich mit 26 Jahren nach Berlin gegangen bin, habe ich wirklich gedacht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um über einen großen Verein in den großen Fußball und später in mein Traumland Spanien zu kommen. Die Realität sah leider anders aus. Umso zufriedener bin ich, nun wieder für den Verein spielen zu können, bei dem man mir Vertrauen entgegen bringt.
Was war schlimmer: Die Anfangsmonate 1999 in Bielefeld oder die Jahre seit Juli 2003 in Berlin?
WICHNIAREK: In Bielefeld bin ich nach einem bösen ersten Halbjahr ja relativ schnell vom Top-Flop zum gefeierten Torjäger geworden. Das lässt sich über meine Zeit in Berlin nun wirklich nicht behaupten. Ich empfinde dies als meine persönliche Niederlage.
Der Abschied aus Berlin ist Ihnen mit einem Handgeld in siebenstelliger Höhe versüßt worden. Da wird manch einer sagen: Er hat doch reichlich Schmerzensgeld bekommen.
WICHNIAREK: Solchen Leuten kann ich nur entgegen halten, dass es mir ja schon beim Wechsel zu Hertha nicht in erster Linie ums Geld gegangen ist. Auch Arminia hatte mir damals ein erstklassiges Angebot gemacht, aber in Berlin habe ich die eindeutig bessere Perspektive gesehen, mich für den internationalen Fußball und die Nationalmannschaft zu empfehlen. Und wenn es mir nur auf das Geld angekommen wäre, dann hätte ich einfach meinen noch eineinhalb Jahre laufenden Vertrag bei Hertha absitzen können.
Sie sind jetzt 28 und haben als Profi extreme Erfahrungen gesammelt: Vom Bankdrücker zum Top-Torjäger in Bielefeld, vom hoffnungsvollen Neuzugang zum Fehleinkauf in Berlin. Was lehrt das fürs Fußballerleben?
WICHNIAREK: Schwer zu sagen. Grundsätzlich ist es – besonders für einen Stürmer – wichtig, das Vertrauen des Trainers zu besitzen. Nur so kann sich Selbstvertrauen des Spielers entwickeln. In Bielefeld, dessen bin ich mir sicher, weiß ich das gesamte Umfeld hinter mir. Nun muss ich Berlin ganz schnell abhaken und bei Arminia Gas geben und durch gute Leistungen das Vertrauen zurück zahlen.
Nun sind Sie zurück bei Arminia und in Bielefeld, wo Sie so etwas wie eine zweite Heimat gefunden haben. Welche Empfindungen kommen da auf?
WICHNIAREK: Arminia ist der Verein, der mich nach vorne gebracht hat. Deshalb hatte Bielefeld auch Priorität, als es jetzt um meine sportliche Zukunft ging. Es gab ja reichlich Angebote, nicht nur aus Deutschland, auch aus England und Frankreich. Aber zu den entscheidenden Leuten bei Arminia hatte ich schon seit einem Jahr Kontakt, und sie waren immer meine ersten Ansprechpartner.
Werden Sie wieder in Ihr früheres Haus im Bielefelder Osten einziehen, damit Schäferhündin Negra den altbekannten Garten erschnüffeln kann?
WICHNIAREK: Leider ist das Haus vermietet. Das neue Haus darf ruhig etwas größer sein als das alte, schließlich ist unsere Familie durch die kleine Emilia, die am Montag ein Jahr alt geworden ist, auch größer geworden. Negra braucht ihren Auslauf, für unsere viereinhalbjährige Tochter Maja, die in Bielefeld geboren ist, sollte ein Kindergarten in der Nähe sein – nach dem Trainingslager kommt meine Frau Kasia, und dann werden wir ganz schnell eine Entscheidung treffen.
Ist Bielefeld so etwas wie die letzte Chance auf den Durchbruch?
WICHNIAREK: Die Tatsache, dass die Bielefelder mir einen Vertrag bis 2008 mit Option für ein weiteres Jahr gegeben haben, zeigt mir, dass ich nicht der einzige bin, der von meinen Qualitäten überzeugt ist. Ich will unbedingt dazu beitragen, mit Arminia drei, vier Jahre in der Bundesliga zu bleiben.
Bei Ihrem letzten Einsatz gegen Arminia waren Sie einer der besten Berliner, haben aber in letzter Minute die Chance zum 1:1 ausgelassen. Sind Sie Matze Hain noch böse, dass er Ihren Kopfball gegen den Pfosten gelenkt hat?
WICHNIAREK: Ich kann ja keinem Profi böse sein, nur weil er seine Leistung bringt. Aber die Szene war irgendwie typisch für meine Zeit bei Hertha. Habe ich mal ein gutes Spiel gemacht, war der gegnerische Torhüter noch besser. Zwei Wochen später habe ich auf der Ersatzbank oder auf der Tribüne gesessen.
Für wie groß halten Sie Ihre Chance, noch auf den WM-Zug zu springen?
WICHNIAREK: Nationaltrainer Pawel Janas hat mir gesagt: Bis zur WM ist es fast noch ein halbes Jahr. Wenn du in dieser Zeit wieder Stammspieler bei einem Bundesligisten wirst und Tore schießt, steht dir die Tür zur Nationalmannschaft offen.
Am 19. März gastiert Arminia zum Ligaspiel in Berlin. Wie oft werden Sie in dieser Saison noch im Olympiastadion spielen?
WICHNIAREK (grinsend): Da muss ich kurz nachdenken. Das Bundesligaspiel, dann am 9. Juli das WM-Endspiel – das wäre schon zwei Mal. Ach ja: Das Pokalendspiel am 29. April darf ich nicht vergessen. Also drei Mal.
INTERVIEW: Arminias Rückkehrer Wichniarek träumt von der Nationalmannschaft und dem Pokalfinale / Mit Fotos zum Thema
Sonne, Sand und mehr (FOTO: WOLFGANG RUDOLF)
Chiclana. Einer der größten Fans von vielen tausend Anhängern, die Artur Wichniarek in Bielefeld hat, ist Roland Kentsch. Entsprechend leicht fiel es dem bisweilen eher als knauserig bekannten Finanzchef des DSC Arminia, den Rück-Transfer des früheren Bielefelder Top-Torjägers zu bewilligen. Wie der einst rund um die Alm als "König Artur" gefeierte 28-jährige Pole seine eigene Situation einstuft, erklärte er im Gespräch mit Rainer Klusmeyer.
Vor ein paar Jahren haben Sie mir Ihren Traum vom Fußball in Spanien geschildert. Jetzt sind Sie in Spanien – aber als Spieler von Arminia. Was ist schief gelaufen?
ARTUR WICHNIAREK: Meine Pläne sind ein bisschen durchkreuzt worden. Als ich mit 26 Jahren nach Berlin gegangen bin, habe ich wirklich gedacht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um über einen großen Verein in den großen Fußball und später in mein Traumland Spanien zu kommen. Die Realität sah leider anders aus. Umso zufriedener bin ich, nun wieder für den Verein spielen zu können, bei dem man mir Vertrauen entgegen bringt.
Was war schlimmer: Die Anfangsmonate 1999 in Bielefeld oder die Jahre seit Juli 2003 in Berlin?
WICHNIAREK: In Bielefeld bin ich nach einem bösen ersten Halbjahr ja relativ schnell vom Top-Flop zum gefeierten Torjäger geworden. Das lässt sich über meine Zeit in Berlin nun wirklich nicht behaupten. Ich empfinde dies als meine persönliche Niederlage.
Der Abschied aus Berlin ist Ihnen mit einem Handgeld in siebenstelliger Höhe versüßt worden. Da wird manch einer sagen: Er hat doch reichlich Schmerzensgeld bekommen.
WICHNIAREK: Solchen Leuten kann ich nur entgegen halten, dass es mir ja schon beim Wechsel zu Hertha nicht in erster Linie ums Geld gegangen ist. Auch Arminia hatte mir damals ein erstklassiges Angebot gemacht, aber in Berlin habe ich die eindeutig bessere Perspektive gesehen, mich für den internationalen Fußball und die Nationalmannschaft zu empfehlen. Und wenn es mir nur auf das Geld angekommen wäre, dann hätte ich einfach meinen noch eineinhalb Jahre laufenden Vertrag bei Hertha absitzen können.
Sie sind jetzt 28 und haben als Profi extreme Erfahrungen gesammelt: Vom Bankdrücker zum Top-Torjäger in Bielefeld, vom hoffnungsvollen Neuzugang zum Fehleinkauf in Berlin. Was lehrt das fürs Fußballerleben?
WICHNIAREK: Schwer zu sagen. Grundsätzlich ist es – besonders für einen Stürmer – wichtig, das Vertrauen des Trainers zu besitzen. Nur so kann sich Selbstvertrauen des Spielers entwickeln. In Bielefeld, dessen bin ich mir sicher, weiß ich das gesamte Umfeld hinter mir. Nun muss ich Berlin ganz schnell abhaken und bei Arminia Gas geben und durch gute Leistungen das Vertrauen zurück zahlen.
Nun sind Sie zurück bei Arminia und in Bielefeld, wo Sie so etwas wie eine zweite Heimat gefunden haben. Welche Empfindungen kommen da auf?
WICHNIAREK: Arminia ist der Verein, der mich nach vorne gebracht hat. Deshalb hatte Bielefeld auch Priorität, als es jetzt um meine sportliche Zukunft ging. Es gab ja reichlich Angebote, nicht nur aus Deutschland, auch aus England und Frankreich. Aber zu den entscheidenden Leuten bei Arminia hatte ich schon seit einem Jahr Kontakt, und sie waren immer meine ersten Ansprechpartner.
Werden Sie wieder in Ihr früheres Haus im Bielefelder Osten einziehen, damit Schäferhündin Negra den altbekannten Garten erschnüffeln kann?
WICHNIAREK: Leider ist das Haus vermietet. Das neue Haus darf ruhig etwas größer sein als das alte, schließlich ist unsere Familie durch die kleine Emilia, die am Montag ein Jahr alt geworden ist, auch größer geworden. Negra braucht ihren Auslauf, für unsere viereinhalbjährige Tochter Maja, die in Bielefeld geboren ist, sollte ein Kindergarten in der Nähe sein – nach dem Trainingslager kommt meine Frau Kasia, und dann werden wir ganz schnell eine Entscheidung treffen.
Ist Bielefeld so etwas wie die letzte Chance auf den Durchbruch?
WICHNIAREK: Die Tatsache, dass die Bielefelder mir einen Vertrag bis 2008 mit Option für ein weiteres Jahr gegeben haben, zeigt mir, dass ich nicht der einzige bin, der von meinen Qualitäten überzeugt ist. Ich will unbedingt dazu beitragen, mit Arminia drei, vier Jahre in der Bundesliga zu bleiben.
Bei Ihrem letzten Einsatz gegen Arminia waren Sie einer der besten Berliner, haben aber in letzter Minute die Chance zum 1:1 ausgelassen. Sind Sie Matze Hain noch böse, dass er Ihren Kopfball gegen den Pfosten gelenkt hat?
WICHNIAREK: Ich kann ja keinem Profi böse sein, nur weil er seine Leistung bringt. Aber die Szene war irgendwie typisch für meine Zeit bei Hertha. Habe ich mal ein gutes Spiel gemacht, war der gegnerische Torhüter noch besser. Zwei Wochen später habe ich auf der Ersatzbank oder auf der Tribüne gesessen.
Für wie groß halten Sie Ihre Chance, noch auf den WM-Zug zu springen?
WICHNIAREK: Nationaltrainer Pawel Janas hat mir gesagt: Bis zur WM ist es fast noch ein halbes Jahr. Wenn du in dieser Zeit wieder Stammspieler bei einem Bundesligisten wirst und Tore schießt, steht dir die Tür zur Nationalmannschaft offen.
Am 19. März gastiert Arminia zum Ligaspiel in Berlin. Wie oft werden Sie in dieser Saison noch im Olympiastadion spielen?
WICHNIAREK (grinsend): Da muss ich kurz nachdenken. Das Bundesligaspiel, dann am 9. Juli das WM-Endspiel – das wäre schon zwei Mal. Ach ja: Das Pokalendspiel am 29. April darf ich nicht vergessen. Also drei Mal.
19.01.2006 - 14:14 Uhr
Bielefeld: Interview mit Trainer Thomas von Heesen - 19.01.2006 12:04
"Ich werde den Teufel tun, jetzt die Jungen rauszunehmen"
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Der Trainer über Boakye, Wichniarek sowie die Rückkehrer Gabriel, Kauf und Kucera.
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kicker: Herr von Heesen, Sibusiso Zuma fehlt wegen des Afrika-Cups, Artur Wichniarek wurde verpflichtet. Welchen Eindruck macht er?
Thomas von Heesen (44): Artur ist topfit und griffig. Aber er muss sich weiter an die Abläufe gewöhnen. Das ist für ihn ganz neu. Instinktiv kann er bei uns nur vor dem Tor spielen.
kicker: Er streitet sich mit Fatmir Vata und Isaac Boakye um die beiden Plätze. Zuletzt wurde spekuliert, dass Boakye nach seiner Nicht-Nominierung für den Afrika-Cup nun seinen Platz bei Arminia verlieren könnte. Wie sieht's aus?
Von Heesen: Isaac ist am weitesten, hat überragend trainiert. Er wird definitiv zentral spielen. Darüber diskutiere ich gar nicht. Die Frage ist: Wer spielt neben ihm?
kicker: Und wer wird das sein?
Von Heesen: Es werden wohl alle drei spielen. Fatmir und Artur können um Isaac herum spielen.
kicker: Das heißt: Wichniarek neben Boakye im Zentrum und Vata mit Kobylik auf den Außen?
Von Heesen: Danach sieht es aus.
kicker: Demnach ist der zweite Neue, Ioannis Masmanidis, noch nicht ganz so weit.
Von Heesen: Er hat sich super eingefügt, kann schnell eingebaut werden. Er kann Dinge, die nicht jeder kann. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ich möchte ihn lieber, wie Verletzte, langsam heranführen.
kicker: Apropos. Wie weit sind Gabriel, Kauf und Kucera?
Von Heesen: Sie kommen Schritt für Schritt weiter, beißen sich rein.
kicker: Sind sie im Pokal-Viertelfinale ein Thema für die erste Elf?
Von Heesen: Es kann sein, dass sie bis Mittwoch noch einen Riesenschritt machen. Es kommt darauf an, wie sie wieder reinkommen. Das spreche ich auch mit den Spielern ab. Sie müssen sich zu 100 Prozent sicher fühlen. Das kann im Pokalspiel gegen Offenbach sein, gegen Bremen oder später.
kicker: Alle drei sind vom eigenen Selbstverständnis Leistungsträger. Drohen da nicht Probleme?
Von Heesen: Solche Konstellationen gibt es überall. Bei uns haben sich Heiko Westermann und Michael Fink sensationell entwickelt. Ich werde den Teufel tun, und die Jungen rausnehmen, wenn sie auf diesem Niveau bleiben. Warum sollte ich das tun? Beide haben meine Rückendeckung. Da ist es mir auch egal, dass Michael im Sommer nach Frankfurt wechselt. Die anderen müssen zeigen, dass sie stärker sind. Würde ich anders handeln, wäre ich unglaubwürdig.
kicker: Also hat Routinier Detlev Dammeier (37), der zuletzt stark spielte, weiterhin gute Karten?
Von Heesen: Seine Einstellung ist hervorragend, er ist topfit und organisiert mit Fink das Spiel. Er hat das Privileg, dass er gegen Offenbach spielen wird.
"Ich werde den Teufel tun, jetzt die Jungen rauszunehmen"
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Der Trainer über Boakye, Wichniarek sowie die Rückkehrer Gabriel, Kauf und Kucera.
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kicker: Herr von Heesen, Sibusiso Zuma fehlt wegen des Afrika-Cups, Artur Wichniarek wurde verpflichtet. Welchen Eindruck macht er?
Thomas von Heesen (44): Artur ist topfit und griffig. Aber er muss sich weiter an die Abläufe gewöhnen. Das ist für ihn ganz neu. Instinktiv kann er bei uns nur vor dem Tor spielen.
kicker: Er streitet sich mit Fatmir Vata und Isaac Boakye um die beiden Plätze. Zuletzt wurde spekuliert, dass Boakye nach seiner Nicht-Nominierung für den Afrika-Cup nun seinen Platz bei Arminia verlieren könnte. Wie sieht's aus?
Von Heesen: Isaac ist am weitesten, hat überragend trainiert. Er wird definitiv zentral spielen. Darüber diskutiere ich gar nicht. Die Frage ist: Wer spielt neben ihm?
kicker: Und wer wird das sein?
Von Heesen: Es werden wohl alle drei spielen. Fatmir und Artur können um Isaac herum spielen.
kicker: Das heißt: Wichniarek neben Boakye im Zentrum und Vata mit Kobylik auf den Außen?
Von Heesen: Danach sieht es aus.
kicker: Demnach ist der zweite Neue, Ioannis Masmanidis, noch nicht ganz so weit.
Von Heesen: Er hat sich super eingefügt, kann schnell eingebaut werden. Er kann Dinge, die nicht jeder kann. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ich möchte ihn lieber, wie Verletzte, langsam heranführen.
kicker: Apropos. Wie weit sind Gabriel, Kauf und Kucera?
Von Heesen: Sie kommen Schritt für Schritt weiter, beißen sich rein.
kicker: Sind sie im Pokal-Viertelfinale ein Thema für die erste Elf?
Von Heesen: Es kann sein, dass sie bis Mittwoch noch einen Riesenschritt machen. Es kommt darauf an, wie sie wieder reinkommen. Das spreche ich auch mit den Spielern ab. Sie müssen sich zu 100 Prozent sicher fühlen. Das kann im Pokalspiel gegen Offenbach sein, gegen Bremen oder später.
kicker: Alle drei sind vom eigenen Selbstverständnis Leistungsträger. Drohen da nicht Probleme?
Von Heesen: Solche Konstellationen gibt es überall. Bei uns haben sich Heiko Westermann und Michael Fink sensationell entwickelt. Ich werde den Teufel tun, und die Jungen rausnehmen, wenn sie auf diesem Niveau bleiben. Warum sollte ich das tun? Beide haben meine Rückendeckung. Da ist es mir auch egal, dass Michael im Sommer nach Frankfurt wechselt. Die anderen müssen zeigen, dass sie stärker sind. Würde ich anders handeln, wäre ich unglaubwürdig.
kicker: Also hat Routinier Detlev Dammeier (37), der zuletzt stark spielte, weiterhin gute Karten?
Von Heesen: Seine Einstellung ist hervorragend, er ist topfit und organisiert mit Fink das Spiel. Er hat das Privileg, dass er gegen Offenbach spielen wird.
19.01.2006 - 14:25 Uhr
>kicker: Alle drei sind vom eigenen Selbstverständnis
>Leistungsträger. Drohen da nicht Probleme?
>
>Von Heesen: Solche Konstellationen gibt es überall. Bei uns
>haben sich Heiko Westermann und Michael Fink sensationell
>entwickelt. Ich werde den Teufel tun, und die Jungen
>rausnehmen, wenn sie auf diesem Niveau bleiben. Warum sollte
>ich das tun? Beide haben meine Rückendeckung. Da ist es mir
>auch egal, dass Michael im Sommer nach Frankfurt wechselt. Die
>anderen müssen zeigen, dass sie stärker sind. Würde ich anders
>handeln, wäre ich unglaubwürdig.
>
>kicker: Also hat Routinier Detlev Dammeier (37), der zuletzt
>stark spielte, weiterhin gute Karten?
>
>Von Heesen: Seine Einstellung ist hervorragend, er ist topfit
>und organisiert mit Fink das Spiel. Er hat das Privileg, dass
>er gegen Offenbach spielen wird.
Dieser Abschnitt irritiert mich etwas...Ich hätte gedacht, das TvH anders entscheiden wird.
>Leistungsträger. Drohen da nicht Probleme?
>
>Von Heesen: Solche Konstellationen gibt es überall. Bei uns
>haben sich Heiko Westermann und Michael Fink sensationell
>entwickelt. Ich werde den Teufel tun, und die Jungen
>rausnehmen, wenn sie auf diesem Niveau bleiben. Warum sollte
>ich das tun? Beide haben meine Rückendeckung. Da ist es mir
>auch egal, dass Michael im Sommer nach Frankfurt wechselt. Die
>anderen müssen zeigen, dass sie stärker sind. Würde ich anders
>handeln, wäre ich unglaubwürdig.
>
>kicker: Also hat Routinier Detlev Dammeier (37), der zuletzt
>stark spielte, weiterhin gute Karten?
>
>Von Heesen: Seine Einstellung ist hervorragend, er ist topfit
>und organisiert mit Fink das Spiel. Er hat das Privileg, dass
>er gegen Offenbach spielen wird.
Dieser Abschnitt irritiert mich etwas...Ich hätte gedacht, das TvH anders entscheiden wird.
19.01.2006 - 18:31 Uhr
>Dieser Abschnitt irritiert mich etwas...Ich hätte gedacht, das
>TvH anders entscheiden wird.
Denke das ist auf den Saisonbeginn bezogen. Wenn Kauf sich langsam rangekämpft hat und Kucera wieder fit ist, wird Fink über die Rolle als Ersatzspieler nicht hinwegkommen.
das man gegen Offenbach mit der eingespielten Erfolgreichen Truppe auflaufen will ist doch klar.
Denke wenn es Erfolgreich laufen sollte könnte zur halbzeit der ein oder andere kommen....
23.01.2006 - 20:29 Uhr
"Ich brenne und bin immer heiß zu spielen"
INTERVIEW: Dennis Eilhoff ist mit 23 Jahren der dienstälteste Armine
Bielefeld. 20 Punkte in der Bundesliga, im Viertelfinale des DFB-Pokals am Mittwoch mit Kickers Offenbach einen abstiegsbedrohten Zweitligisten als Gegner - das Jahr 2006 könnte für Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld kaum besser beginnen. Doch die guten Vorzeichen sind auch ein gefährliches Ruhepolster, wie Ersatztorhüter Dennis Eilhoff im Interview mit nw-news.de, dem Internetdienst der Neuen Westfälischen, bekennt. Darüber unterhielten sich mit dem trotz seiner 23 Jahre dienstältesten Arminen unsere Schüler-Praktikanten Merle Pattberg und Philipp Siekmann.
Arminia hat mit Artur Wichniarek und Ioannis Masmanidis zwei neue Spieler, sowie mit Rüdiger Kauf, Radim Kucera und Petr Gabriel drei genesene Leistungsträger wieder im Aufgebot. Was darf man im DFB-Pokal von euch erwarten?
DENNIS EILHOFF: Das Ziel ist ganz klar: wir wollen das Halbfinale erreichen. Als Bundesligist müssen wir den Anspruch haben, Kickers Offenbach zu schlagen - wobei man natürlich den Gegner nicht unterschätzen darf. Die Neuzugänge und die wieder genesenen Spieler werden sicher auch ihren Beitrag dazu leisten. Wir haben eine noch stärkere Mannschaft, als in der Hinrunde.
Gibt es noch Verbindungen zu Michael Sternkopf, der früher selbst bei Arminia gespielt hat und heute Marketingleiter in Offenbach ist?
EILHOFF: Ich habe damals in meinem zweiten Zweitligaspiel gegen Reutlingen mit ihm zusammen gespielt. Michael Sternkopf habe ich zwar lange nicht mehr gesehen, ihn aber immer als netten Kerl kennengelernt und freue mich, ihn am Mittwoch wiederzusehen.
Die Fans wollten dich bereits beim letzten DFB-Pokalspiel gegen Unterhaching auf dem Spielfeld sehen. Besteht die Möglichkeit, dass du gegen die Kickers zum Einsatz kommen wirst?
EILHOFF: Ich brenne und bin immer heiß zu spielen. Hermann Gerland hat mich damals im Pokal eingesetzt. Das hat Thomas von Heesen bisher nicht gemacht und im Moment gehe ich auch davon aus, dass Mathias Hain auflaufen wird.
Die Nummer eins im Tor bei Arminia ist momentan Mathias Hain. Herrscht bei euch ein ähnlicher Konkurrenzkampf wie zwischen den Nationaltorhütern Oliver Kahn und Jens Lehmann?
EILHOFF: Nein, das ist nicht zu vergleichen. Klar, auf dem Platz sind wir Konkurrenten, außerhalb verstehen wir uns aber super. Ich kann mit Matze auch über private Sachen reden und wir kommen gut miteinander klar. Natürlich muss der zweite dem ersten Torwart Druck machen, damit er sich weiter entwickelt und sich nicht auf die faule Haut legt.
Du hast noch einen Vertrag bis 2006 bei Arminia mit Option auf Verlängerung. Hast du vor, den Vertrag zu verlängern?
EILHOFF: Das ist nicht ganz richtig, ich hab einen Vertrag bis 2007. (das könnten wir eigentlich bei Transfermarkt mal änder)
Ich bin gerne bei Arminia, ich fühl mich wohl hier und würde gern bis zum Ende meiner Karriere hier Fußball spielen. Aber nur, wenn ich nicht die nächsten zehn Jahre auf der Bank sitze. Andererseits muss ich natürlich auch irgendwann schauen, dass ich Spielpraxis bekomme. Ich lasse den Vertrag bis 2007 laufen und werde mir in der Rückrunde der kommenden Saison Gedanken machen, wie es dann weitergeht. Vorzeitig verlängern möchte ich aber nicht.
Gibt es konkrete Angebote von anderen Vereinen?
EILHOFF: Nein.
Mathias Hain hat einen Vertrag bis 2008. Es wird vermutet, dass er dann mit 35 seine Karriere hier in Bielefeld beenden wird. Willst du so lange warten?
EILHOFF: Ich will jedes Spiel spielen und bis 2008 ist es eine sehr lange Zeit. Ich sitze bereits seit 2000 auf der Bank und das wären dann acht Jahre. Das wird schwierig werden und darüber müssen wir uns in Ruhe unterhalten.
Kannst du dir vorstellen, an einen anderen Verein ausgeliehen zu werden?
EILHOFF: Das wäre auch denkbar. Aber es sind noch keine konkreten Gespräche geführt worden.
Du bist nach den Spielen immer einer der ersten, der zu den Fans geht und sich bedankt. Wie wichtig ist dir der Kontakt zu den Arminia-Anhängern?
EILHOFF: Auch wenn ich Ersatzspieler bin, gehört es für mich nach jedem Spiel dazu, mich bei den Fans für die Unterstützung meiner Mannschaft zu bedanken. Es wäre nicht richtig, nach dem Spiel in die Kabine zu gehen und sauer zu sein, weil ich mal wieder nicht gespielt habe. Da bin ich Profi genug.
Du warst als Kind großer Dortmund-Fan. Wenn du dich zwischen Arminia und der Borussia entscheiden könntest, für welchen Verein würdest du spielen wollen?
EILHOFF: Ganz klar Bielefeld. Ich komme zwar aus der Gegend von Dortmund und bin als kleiner Junge mit meinem Vater dort das erste Mal in ein Stadion gegangen. Mit 14 bin ich dann nach Bielefeld gewechselt und seitdem schlägt mein Herz für Arminia.
20 Punkte, Platz elf in der Bundesliga. Wird Arminia dieses Jahr noch etwas mit dem Abstieg zu tun haben?
EILHOFF: Ich gehe ganz stark davon aus, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Die 20 Punkte, die wir bisher in der Hinrunde geholt haben, haben uns die meisten auch nicht zugetraut. Ich glaube, dass wir auch in der Rückrunde noch für die ein oder andere Überraschung gut sind und eventuell sogar im gesicherten Mittelfeld landen.
Ist solch ein Ruhepolster nicht auch gefährlich? In der Saison 2002/2003 war Arminia vermeintlich gerettet, hat in den letzten fünf Spielen dann aber keinen Punkt mehr geholt und ist abgestiegen.
EILHOFF: Klar, dieses Ruhepolster kann gefährlich sein. Aber bei uns wird niemand die Rückrunde auf die leichte Schulter nehmen. Keiner denkt, wir haben jetzt 20 Punkte und holen nochmal 20 dazu. Wir wissen alle, das wir noch einen harten Weg vor uns haben.
INTERVIEW: Dennis Eilhoff ist mit 23 Jahren der dienstälteste Armine
Bielefeld. 20 Punkte in der Bundesliga, im Viertelfinale des DFB-Pokals am Mittwoch mit Kickers Offenbach einen abstiegsbedrohten Zweitligisten als Gegner - das Jahr 2006 könnte für Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld kaum besser beginnen. Doch die guten Vorzeichen sind auch ein gefährliches Ruhepolster, wie Ersatztorhüter Dennis Eilhoff im Interview mit nw-news.de, dem Internetdienst der Neuen Westfälischen, bekennt. Darüber unterhielten sich mit dem trotz seiner 23 Jahre dienstältesten Arminen unsere Schüler-Praktikanten Merle Pattberg und Philipp Siekmann.
Arminia hat mit Artur Wichniarek und Ioannis Masmanidis zwei neue Spieler, sowie mit Rüdiger Kauf, Radim Kucera und Petr Gabriel drei genesene Leistungsträger wieder im Aufgebot. Was darf man im DFB-Pokal von euch erwarten?
DENNIS EILHOFF: Das Ziel ist ganz klar: wir wollen das Halbfinale erreichen. Als Bundesligist müssen wir den Anspruch haben, Kickers Offenbach zu schlagen - wobei man natürlich den Gegner nicht unterschätzen darf. Die Neuzugänge und die wieder genesenen Spieler werden sicher auch ihren Beitrag dazu leisten. Wir haben eine noch stärkere Mannschaft, als in der Hinrunde.
Gibt es noch Verbindungen zu Michael Sternkopf, der früher selbst bei Arminia gespielt hat und heute Marketingleiter in Offenbach ist?
EILHOFF: Ich habe damals in meinem zweiten Zweitligaspiel gegen Reutlingen mit ihm zusammen gespielt. Michael Sternkopf habe ich zwar lange nicht mehr gesehen, ihn aber immer als netten Kerl kennengelernt und freue mich, ihn am Mittwoch wiederzusehen.
Die Fans wollten dich bereits beim letzten DFB-Pokalspiel gegen Unterhaching auf dem Spielfeld sehen. Besteht die Möglichkeit, dass du gegen die Kickers zum Einsatz kommen wirst?
EILHOFF: Ich brenne und bin immer heiß zu spielen. Hermann Gerland hat mich damals im Pokal eingesetzt. Das hat Thomas von Heesen bisher nicht gemacht und im Moment gehe ich auch davon aus, dass Mathias Hain auflaufen wird.
Die Nummer eins im Tor bei Arminia ist momentan Mathias Hain. Herrscht bei euch ein ähnlicher Konkurrenzkampf wie zwischen den Nationaltorhütern Oliver Kahn und Jens Lehmann?
EILHOFF: Nein, das ist nicht zu vergleichen. Klar, auf dem Platz sind wir Konkurrenten, außerhalb verstehen wir uns aber super. Ich kann mit Matze auch über private Sachen reden und wir kommen gut miteinander klar. Natürlich muss der zweite dem ersten Torwart Druck machen, damit er sich weiter entwickelt und sich nicht auf die faule Haut legt.
Du hast noch einen Vertrag bis 2006 bei Arminia mit Option auf Verlängerung. Hast du vor, den Vertrag zu verlängern?
EILHOFF: Das ist nicht ganz richtig, ich hab einen Vertrag bis 2007. (das könnten wir eigentlich bei Transfermarkt mal änder)
Ich bin gerne bei Arminia, ich fühl mich wohl hier und würde gern bis zum Ende meiner Karriere hier Fußball spielen. Aber nur, wenn ich nicht die nächsten zehn Jahre auf der Bank sitze. Andererseits muss ich natürlich auch irgendwann schauen, dass ich Spielpraxis bekomme. Ich lasse den Vertrag bis 2007 laufen und werde mir in der Rückrunde der kommenden Saison Gedanken machen, wie es dann weitergeht. Vorzeitig verlängern möchte ich aber nicht.
Gibt es konkrete Angebote von anderen Vereinen?
EILHOFF: Nein.
Mathias Hain hat einen Vertrag bis 2008. Es wird vermutet, dass er dann mit 35 seine Karriere hier in Bielefeld beenden wird. Willst du so lange warten?
EILHOFF: Ich will jedes Spiel spielen und bis 2008 ist es eine sehr lange Zeit. Ich sitze bereits seit 2000 auf der Bank und das wären dann acht Jahre. Das wird schwierig werden und darüber müssen wir uns in Ruhe unterhalten.
Kannst du dir vorstellen, an einen anderen Verein ausgeliehen zu werden?
EILHOFF: Das wäre auch denkbar. Aber es sind noch keine konkreten Gespräche geführt worden.
Du bist nach den Spielen immer einer der ersten, der zu den Fans geht und sich bedankt. Wie wichtig ist dir der Kontakt zu den Arminia-Anhängern?
EILHOFF: Auch wenn ich Ersatzspieler bin, gehört es für mich nach jedem Spiel dazu, mich bei den Fans für die Unterstützung meiner Mannschaft zu bedanken. Es wäre nicht richtig, nach dem Spiel in die Kabine zu gehen und sauer zu sein, weil ich mal wieder nicht gespielt habe. Da bin ich Profi genug.
Du warst als Kind großer Dortmund-Fan. Wenn du dich zwischen Arminia und der Borussia entscheiden könntest, für welchen Verein würdest du spielen wollen?
EILHOFF: Ganz klar Bielefeld. Ich komme zwar aus der Gegend von Dortmund und bin als kleiner Junge mit meinem Vater dort das erste Mal in ein Stadion gegangen. Mit 14 bin ich dann nach Bielefeld gewechselt und seitdem schlägt mein Herz für Arminia.
20 Punkte, Platz elf in der Bundesliga. Wird Arminia dieses Jahr noch etwas mit dem Abstieg zu tun haben?
EILHOFF: Ich gehe ganz stark davon aus, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Die 20 Punkte, die wir bisher in der Hinrunde geholt haben, haben uns die meisten auch nicht zugetraut. Ich glaube, dass wir auch in der Rückrunde noch für die ein oder andere Überraschung gut sind und eventuell sogar im gesicherten Mittelfeld landen.
Ist solch ein Ruhepolster nicht auch gefährlich? In der Saison 2002/2003 war Arminia vermeintlich gerettet, hat in den letzten fünf Spielen dann aber keinen Punkt mehr geholt und ist abgestiegen.
EILHOFF: Klar, dieses Ruhepolster kann gefährlich sein. Aber bei uns wird niemand die Rückrunde auf die leichte Schulter nehmen. Keiner denkt, wir haben jetzt 20 Punkte und holen nochmal 20 dazu. Wir wissen alle, das wir noch einen harten Weg vor uns haben.
25.02.2006 - 11:25 Uhr
"Nicht mit Wörns tanzen"
INTERVIEW: Arminia-Stürmer Vata und Borussias Kapitän reden Klartext
Bielefeld. Beste Freunde waren diese beiden Routiniers noch nie. Borussia Dortmunds Verteidiger Christian Wörns (33) hat Arminias Stürmer Fatmir Vata (34) ob angeblicher schauspielerischer Einlagen schon mal als "Mädchen" betitelt. Der Albaner konterte mit der Empfehlung, Wörns solle es doch mal etwas "ruhiger angehen lassen". Marc Uthmann befragte die Profis vor dem Westfalen-Derby am Samstag getrennt voneinander über ihr persönliches Duell, die heutige Partie, sowie die Perspektiven beider Klubs.
Freuen Sie sich schon auf das Duell mit Christian Wörns/Fatmir Vata?
FATMIR VATA: Klar freue ich mich. Er ist ein guter Fußballer mit viel Erfahrung. Es wird bestimmt ein heißes Duell, und ich möchte ihm zeigen, dass ich kein Mädchen bin.
CHRISTIAN WÖRNS: Ich weiß es nicht. Das liegt an ihm, ob er schauspielert oder nicht. Gerade vor heimischem Publikum bekommt so etwas eine Wirkung. Das nervt. Aber ich hoffe auf Fairplay.
Was halten Sie vom Fußballer Christian Wörns/Fatmir Vata?
VATA: Er gehört zu den besten Manndeckern der Liga. Ich kenne ihn lange, ein harter Kerl. Aber da muss man durch.
WÖRNS: Er ist technisch sehr stark und vor allem in der Ballannahme ein guter Mann.
Wie wollen Sie ihm am Samstag den Schneid abkaufen?
VATA: Gegen Wörns muss man schnell sein. Den Ball prallen lassen und dann steil in den 16-Meter-Raum gehen. Man darf bloß nicht mit ihm tanzen, dann geht er irgendwann in die Beine.
WÖRNS: Das Kopfballspiel ist ja nicht gerade seine Stärke. Es wird mehr darauf ankommen, schon an ihm dran zu sein, wenn er den Ball annimmt.
Gerät ihr Team nach der zurückliegenden Niederlage jetzt unter Druck?
VATA: Ja, auch wenn wir uns das hätten sparen können. Wir haben unsere Chancen in Kaiserslautern nicht genutzt. Aber Weinen nutzt jetzt nichts. Gegen Dortmund müssen wir punkten. Angst haben wir nicht. Wir spielen derzeit gut.
WÖRNS: Natürlich hätten wir gegen Bremen gerne gewonnen. Die Möglichkeiten waren da. Jetzt dürfen wir uns keine Ausrutscher mehr erlauben.
Woher resultiert die aktuelle Abschlussschwäche ihres Teams?
VATA: Vielleicht sind wir uns zu sicher, denken uns: machen wir eben die nächste rein. So kommt immer der Keeper des Gegners in die Elf des Tages.
WÖRNS: Gegen Bremen waren wir schlampig. Dabei haben die Spieler doch bewiesen, dass sie treffen können. Ich hoffe, dass gegen Bielefeld bei uns der Knoten platzt.
Wo liegen die Stärken und Schwächen beim heutigen Gegner?
VATA: Borussia hat eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Vor allem David Odonkor dreht richtig auf. So einen schnellen Spieler habe ich noch nie gesehen – manchmal schneller als die Kugel. Tore macht aber nur Ebi Smolarek.
WÖRNS: Im Hinspiel dachte ich, dass die Arminia ein Abstiegskandidat ist. Dann hat Thomas von Heesen verbal Gas gegeben und die Mannschaft in die Pflicht genommen. Derzeit spielen sie sehr kompakt. Und Fatmir Vata ist wieder dabei.
Ihre Nationalmannschaftskarriere scheint/ist beendet. Können Sie das verstehen?
VATA: Ich muss mit 34 Jahren niemandem mehr etwas beweisen. Die Meinung von Nationalcoach Peter Briegel muss ich akzeptieren. Es tut zwar weh, aber für mich ist das Thema erledigt.
WÖRNS: Ich habe in der Rückrunde fünf starke Spiele gemacht, wäre heiß gewesen, gegen Italien dabei zu sein. Ich hätte Bert van Marwijk wohl bitten müssen, mich beim BVB auf die Bank zu setzen. Dann wären meine WM-Chancen gestiegen.
Wie geht das Westfalen-Derby aus? Welche Akzente setzen Sie?
VATA: Das wird ein Fußball-Fest vor vollem Haus. Diesmal muss der BVB die Punkte bei uns lassen. Ich bin heiß auf ein Tor, aber wenn wir gewinnen, kann meinetwegen auch Matze Hain treffen.
WÖRNS: Wir werden den Platz als Sieger verlassen. Und ich werde meine Aufgaben gut erfüllen.
Quelle: http://www.nw-news.de/nw/sport/dsc_arminia/
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Bay. München - Arm. Bielefeld 0:4(0:2)
10.03.1979, Aufstellung Arminia:
Stein-Peitsch-Moors-Pohl-Angele-Graul-Weidle-Schröder-Köstner-Pagelsdorf-Eilenfeldt
Trainer: Rehhagel
Tore:
0:1, 0:2 Eilenfeldt (18., 23.), 0:3 Graul (51.), 0:4 Schröder (63.)
INTERVIEW: Arminia-Stürmer Vata und Borussias Kapitän reden Klartext
Bielefeld. Beste Freunde waren diese beiden Routiniers noch nie. Borussia Dortmunds Verteidiger Christian Wörns (33) hat Arminias Stürmer Fatmir Vata (34) ob angeblicher schauspielerischer Einlagen schon mal als "Mädchen" betitelt. Der Albaner konterte mit der Empfehlung, Wörns solle es doch mal etwas "ruhiger angehen lassen". Marc Uthmann befragte die Profis vor dem Westfalen-Derby am Samstag getrennt voneinander über ihr persönliches Duell, die heutige Partie, sowie die Perspektiven beider Klubs.
Freuen Sie sich schon auf das Duell mit Christian Wörns/Fatmir Vata?
FATMIR VATA: Klar freue ich mich. Er ist ein guter Fußballer mit viel Erfahrung. Es wird bestimmt ein heißes Duell, und ich möchte ihm zeigen, dass ich kein Mädchen bin.
CHRISTIAN WÖRNS: Ich weiß es nicht. Das liegt an ihm, ob er schauspielert oder nicht. Gerade vor heimischem Publikum bekommt so etwas eine Wirkung. Das nervt. Aber ich hoffe auf Fairplay.
Was halten Sie vom Fußballer Christian Wörns/Fatmir Vata?
VATA: Er gehört zu den besten Manndeckern der Liga. Ich kenne ihn lange, ein harter Kerl. Aber da muss man durch.
WÖRNS: Er ist technisch sehr stark und vor allem in der Ballannahme ein guter Mann.
Wie wollen Sie ihm am Samstag den Schneid abkaufen?
VATA: Gegen Wörns muss man schnell sein. Den Ball prallen lassen und dann steil in den 16-Meter-Raum gehen. Man darf bloß nicht mit ihm tanzen, dann geht er irgendwann in die Beine.
WÖRNS: Das Kopfballspiel ist ja nicht gerade seine Stärke. Es wird mehr darauf ankommen, schon an ihm dran zu sein, wenn er den Ball annimmt.
Gerät ihr Team nach der zurückliegenden Niederlage jetzt unter Druck?
VATA: Ja, auch wenn wir uns das hätten sparen können. Wir haben unsere Chancen in Kaiserslautern nicht genutzt. Aber Weinen nutzt jetzt nichts. Gegen Dortmund müssen wir punkten. Angst haben wir nicht. Wir spielen derzeit gut.
WÖRNS: Natürlich hätten wir gegen Bremen gerne gewonnen. Die Möglichkeiten waren da. Jetzt dürfen wir uns keine Ausrutscher mehr erlauben.
Woher resultiert die aktuelle Abschlussschwäche ihres Teams?
VATA: Vielleicht sind wir uns zu sicher, denken uns: machen wir eben die nächste rein. So kommt immer der Keeper des Gegners in die Elf des Tages.
WÖRNS: Gegen Bremen waren wir schlampig. Dabei haben die Spieler doch bewiesen, dass sie treffen können. Ich hoffe, dass gegen Bielefeld bei uns der Knoten platzt.
Wo liegen die Stärken und Schwächen beim heutigen Gegner?
VATA: Borussia hat eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Vor allem David Odonkor dreht richtig auf. So einen schnellen Spieler habe ich noch nie gesehen – manchmal schneller als die Kugel. Tore macht aber nur Ebi Smolarek.
WÖRNS: Im Hinspiel dachte ich, dass die Arminia ein Abstiegskandidat ist. Dann hat Thomas von Heesen verbal Gas gegeben und die Mannschaft in die Pflicht genommen. Derzeit spielen sie sehr kompakt. Und Fatmir Vata ist wieder dabei.
Ihre Nationalmannschaftskarriere scheint/ist beendet. Können Sie das verstehen?
VATA: Ich muss mit 34 Jahren niemandem mehr etwas beweisen. Die Meinung von Nationalcoach Peter Briegel muss ich akzeptieren. Es tut zwar weh, aber für mich ist das Thema erledigt.
WÖRNS: Ich habe in der Rückrunde fünf starke Spiele gemacht, wäre heiß gewesen, gegen Italien dabei zu sein. Ich hätte Bert van Marwijk wohl bitten müssen, mich beim BVB auf die Bank zu setzen. Dann wären meine WM-Chancen gestiegen.
Wie geht das Westfalen-Derby aus? Welche Akzente setzen Sie?
VATA: Das wird ein Fußball-Fest vor vollem Haus. Diesmal muss der BVB die Punkte bei uns lassen. Ich bin heiß auf ein Tor, aber wenn wir gewinnen, kann meinetwegen auch Matze Hain treffen.
WÖRNS: Wir werden den Platz als Sieger verlassen. Und ich werde meine Aufgaben gut erfüllen.
Quelle: http://www.nw-news.de/nw/sport/dsc_arminia/
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Bay. München - Arm. Bielefeld 0:4(0:2)
10.03.1979, Aufstellung Arminia:
Stein-Peitsch-Moors-Pohl-Angele-Graul-Weidle-Schröder-Köstner-Pagelsdorf-Eilenfeldt
Trainer: Rehhagel
Tore:
0:1, 0:2 Eilenfeldt (18., 23.), 0:3 Graul (51.), 0:4 Schröder (63.)
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