Alles Gute, Tim Walter!
23.05.2021 - 21:42 Uhr
18.10.2021 - 13:02 Uhr
Zitat von Hope
Wenn die Mannschaft nicht spielt wie Walter es erwartet, könnte man ihn doch auch dafür kritisieren, weil er offensichtlich nicht in der Lage so spielen zu lassen, wie man es erwarten kann.
Irgendeinen Grund den schwachen Trainer zu kritisieren findet sich schon. Ein klein wenig Kreativität ist da erlaubt.
"Meißner wird auf dem Flügel verschwendet" ist da ein guter Ansatz!
Zitat von El-Konsolero
Ich verfolge die PKs des HSV eher selten, wenn Walter das selbst sieht ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss die Mannschaft das nur noch umsetzen können.
Zitat von HSVer in Kiel
Aber gerade den letzten Satz, den Du beschreibst, kritisiert Walter doch. Er will, dass weiter auf das 2. Tor gespielt wird, er kritisiert aber auch, dass dann in ausweglosen Situationen unnötig gedribbelt wird, und dass dann der Abschluss nicht kommt, sondern die Mär noch einmal die vermeintlich bessere Position gesucht wird.
Zitat von El-Konsolero
Das neue Trainerteam und die neue Mannschaft hatten wir aber auch bereits in den 2 Saison zuvor, dennoch war der Saisonbeginn jeweils besser.
Die Einfallslosigkeit gegen Aue wäre zu entschuldigen wenn man Sandhausen oder Ddorf gewonnen hätte, aber die einfallslosen Spiele häufen sich mittlerweile und Walter is wohl wenig gewillt von seiner Stammformation abzuweichen und die Offensive zu stärken sodass der Sieg mitgenommen wird (in dem Fall Sandhausen und Ddorf). Warum verschenkt man Meißner auf dem Flügel? Warum bringt er nicht spätestens zur 60. einen Flügel um Meißner in die Mitte zu ziehen damit Glatzel mehr Freiräume bekommt? Mit einem 2:0 wäre in Überzahl der Sieg mit ziemlicher Sicherheit eingetütet gewesen. Stattdessen ruht man sich auf einem 1:0 aus und es geht wie so oft in den letzten 3 Saisons in die Hose.
Zitat von hollandpe
Dieses "kein Plan B" Gerede ist sowas von dermaßen Studipe. Ähnlich wie vor 10 Jahren das Wort Konzepttrainer oä. Medial wird sowas hochgeschaukelt und Leute glauben mit solchen Slagwörtern richtig zu liegen.
Wir reden hier von 10 Spieltagen und einer relativ neu aufgestellten Mannschaft mit neuem Trainerteam und einer neuen spielerischen Ausrichtung. Es gibt keinen Plan A, B oder C sondern man verfolgt einer Strategie die sich noch nicht komplett auf den Spielfeld wiederfindet.
Ist doch mal schön nicht am Anfang an Platz 1 zu belegen und im Gegensatz zu den anderen Jahren des Nichtaufstieges die Punkte zu lassen sondern zu holen.
Welchen Plan B sollte man denn gegen Aue usw verfolgen als nicht selbst den Ball zu haben und auf das Gegnerische Tor zu spielen?
Dieses "kein Plan B" Gerede ist sowas von dermaßen Studipe. Ähnlich wie vor 10 Jahren das Wort Konzepttrainer oä. Medial wird sowas hochgeschaukelt und Leute glauben mit solchen Slagwörtern richtig zu liegen.
Wir reden hier von 10 Spieltagen und einer relativ neu aufgestellten Mannschaft mit neuem Trainerteam und einer neuen spielerischen Ausrichtung. Es gibt keinen Plan A, B oder C sondern man verfolgt einer Strategie die sich noch nicht komplett auf den Spielfeld wiederfindet.
Ist doch mal schön nicht am Anfang an Platz 1 zu belegen und im Gegensatz zu den anderen Jahren des Nichtaufstieges die Punkte zu lassen sondern zu holen.
Welchen Plan B sollte man denn gegen Aue usw verfolgen als nicht selbst den Ball zu haben und auf das Gegnerische Tor zu spielen?
Das neue Trainerteam und die neue Mannschaft hatten wir aber auch bereits in den 2 Saison zuvor, dennoch war der Saisonbeginn jeweils besser.
Die Einfallslosigkeit gegen Aue wäre zu entschuldigen wenn man Sandhausen oder Ddorf gewonnen hätte, aber die einfallslosen Spiele häufen sich mittlerweile und Walter is wohl wenig gewillt von seiner Stammformation abzuweichen und die Offensive zu stärken sodass der Sieg mitgenommen wird (in dem Fall Sandhausen und Ddorf). Warum verschenkt man Meißner auf dem Flügel? Warum bringt er nicht spätestens zur 60. einen Flügel um Meißner in die Mitte zu ziehen damit Glatzel mehr Freiräume bekommt? Mit einem 2:0 wäre in Überzahl der Sieg mit ziemlicher Sicherheit eingetütet gewesen. Stattdessen ruht man sich auf einem 1:0 aus und es geht wie so oft in den letzten 3 Saisons in die Hose.
Aber gerade den letzten Satz, den Du beschreibst, kritisiert Walter doch. Er will, dass weiter auf das 2. Tor gespielt wird, er kritisiert aber auch, dass dann in ausweglosen Situationen unnötig gedribbelt wird, und dass dann der Abschluss nicht kommt, sondern die Mär noch einmal die vermeintlich bessere Position gesucht wird.
Ich verfolge die PKs des HSV eher selten, wenn Walter das selbst sieht ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss die Mannschaft das nur noch umsetzen können.
Wenn die Mannschaft nicht spielt wie Walter es erwartet, könnte man ihn doch auch dafür kritisieren, weil er offensichtlich nicht in der Lage so spielen zu lassen, wie man es erwarten kann.
Irgendeinen Grund den schwachen Trainer zu kritisieren findet sich schon. Ein klein wenig Kreativität ist da erlaubt.
"Meißner wird auf dem Flügel verschwendet" ist da ein guter Ansatz!
Da du mich zitiert hast gehe ich mal von aus, dass ich in erster Linie angesprochen werden soll. Ja ich kann mit Walter persönlich nicht viel anfangen und halte ihn für den falschen Trainer des HSV. Dennoch habe ich nach seiner Ernennung als Trainer bisher wenig über ihn geschimpft.
Wenn Walter erkannt hat dass die Mannschaft derzeit nicht so spielt wie er es ihr vorgibt, dann ist das ein guter Ansatz. Jetzt müssen nur noch die Schritte unternommen werden, dass die Mannschaft die Vorgaben besser umsetzen kann. Hier kann helfen, das Konzept nochmal auf eine andere Art und Weise zu erklären oder Rücksprache mit der Mannschaft halten, welcher Punkt nicht verstanden wird bzw. wo es klemmt. Walter ist lange genug im Geschäft, dass er dies ohne Probleme hinbekommen sollte.
Es gibt auch durchaus gute Ansätze, z.B. dass unter ihm viele junge Spieler (da Walter beim KSC Jugendtrainer war weiß ich , dass er gut mit jungen Spieler kann) Chancen erhalten sich zu profilieren und das insgesamt gut machen. Es sind aus meiner Sicht eher die älteren Hasen die aktuell nicht so performen wie es wünschenswert wäre.
18.10.2021 - 13:08 Uhr
Nur zur Richtigstellung:
Er hat es im Interview nach dem Spiel auf Sky so gesagt.
Er hat es im Interview nach dem Spiel auf Sky so gesagt.
18.10.2021 - 13:25 Uhr
Zitat von HSVer in Kiel
Nur zur Richtigstellung:
Er hat es im Interview nach dem Spiel auf Sky so gesagt.
Nur zur Richtigstellung:
Er hat es im Interview nach dem Spiel auf Sky so gesagt.
Danke. Is mir wohl entgangen, habe direkt nach Abpfiff abgeschaltet.
18.10.2021 - 13:31 Uhr
Zitat von El-Konsolero
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Da du mich zitiert hast gehe ich mal von aus, dass ich in erster Linie angesprochen werden soll. Ja ich kann mit Walter persönlich nicht viel anfangen und halte ihn für den falschen Trainer des HSV. Dennoch habe ich nach seiner Ernennung als Trainer bisher wenig über ihn geschimpft.
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Da du mich zitiert hast gehe ich mal von aus, dass ich in erster Linie angesprochen werden soll. Ja ich kann mit Walter persönlich nicht viel anfangen und halte ihn für den falschen Trainer des HSV. Dennoch habe ich nach seiner Ernennung als Trainer bisher wenig über ihn geschimpft.
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Zumindest nicht im HSV Unterforum....
Jetzt nicht nur bezogen auf Dich:
Der HSV soll breit spielen, aber Meißner nicht auf den Flügel ausweichen, obwohl rechts der etwas mehr absichernde Gyamerah spielt.
Was hier manchmal gewünscht wird ist die Quadratur des Kreises. Keiner konnte mit Düsseldorf zufrieden sein, es war auch keiner zufrieden. Ob Walter es hinkriegt wird man sehen. Nur wenn man kritisiert, dann darf auch mal berücksichtigt werden, wen man wofür kritisiert und ob sich die eigenen Vorstellungen realistisch sind.
18.10.2021 - 13:42 Uhr
Zitat von Hope
Zumindest nicht im HSV Unterforum....
Zitat von El-Konsolero
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Da du mich zitiert hast gehe ich mal von aus, dass ich in erster Linie angesprochen werden soll. Ja ich kann mit Walter persönlich nicht viel anfangen und halte ihn für den falschen Trainer des HSV. Dennoch habe ich nach seiner Ernennung als Trainer bisher wenig über ihn geschimpft.
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Da du mich zitiert hast gehe ich mal von aus, dass ich in erster Linie angesprochen werden soll. Ja ich kann mit Walter persönlich nicht viel anfangen und halte ihn für den falschen Trainer des HSV. Dennoch habe ich nach seiner Ernennung als Trainer bisher wenig über ihn geschimpft.
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Zumindest nicht im HSV Unterforum....
Glaub mir ich hab besseres zu tun als im KSC Forum über Walter her zu ziehen (da bekommen eh einige schon Schaum vorm Mund wenn ich den HSV nur erwähne, wobei das eher die "ab und zu Kommentarschreiber" sind) und sonst bin ich in keinen sozialen (Fußball)netzwerken aktiv, weil mir dafür meine Zeit zu schade ist. Verbringe auch so schon genug Zeit mit dem Hobby Fußball.
18.10.2021 - 19:45 Uhr
Zitat von Flo2012
Du scheinst in Deinem Leben wohl nichts mehr anderes zu haben als Fußball, oder wie kommst Du zu so einem Spruch? Möchtest Du Deiner Meinung damit Ausdruck verleihen, dass nur Du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast?
Vorne nur Ballgeschiebe und keinen klaren Plan? Wahrscheinlich hast Du das Spiel nicht gesehen, sondern Du hast nur eine Zusammenfassung angeschaut und das Ergebnis. Dann könnte ich Deinen Spruch auch drehen und sagen: "Wer sich nur für das nackte Ergebnis und den Tabellenplatz interessiert, der ist jetzt schon Tod. Und alle anderen sterben nach Dir, aber nach dem wir eine Entwicklung gesehen und vielleicht im 2.Jahr den Aufstieg feiern. Am Ende sterben auch wir, aber wie gesagt nach Dir!"
Zitat von Koerzermeister
....
Fakt ist der HSV ist nur noch Zweitligamittelmass und wem das gefällt der hat vermutlich keine Ansprüche mehr an das Leben als einen schnellen Tod.
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Fakt ist der HSV ist nur noch Zweitligamittelmass und wem das gefällt der hat vermutlich keine Ansprüche mehr an das Leben als einen schnellen Tod.
Du scheinst in Deinem Leben wohl nichts mehr anderes zu haben als Fußball, oder wie kommst Du zu so einem Spruch? Möchtest Du Deiner Meinung damit Ausdruck verleihen, dass nur Du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast?
Vorne nur Ballgeschiebe und keinen klaren Plan? Wahrscheinlich hast Du das Spiel nicht gesehen, sondern Du hast nur eine Zusammenfassung angeschaut und das Ergebnis. Dann könnte ich Deinen Spruch auch drehen und sagen: "Wer sich nur für das nackte Ergebnis und den Tabellenplatz interessiert, der ist jetzt schon Tod. Und alle anderen sterben nach Dir, aber nach dem wir eine Entwicklung gesehen und vielleicht im 2.Jahr den Aufstieg feiern. Am Ende sterben auch wir, aber wie gesagt nach Dir!"

Ich hab in den letzten 20 Jahren bis auf 10-15 Spielen jedes HSV Spiel gesehen.
Und seit etwa 10 Jahren gibt es eine einfache Formel um gegen den HSV zu Punkten. Der Gegner muss nur hinten kompakt stehen, die HSV Spieler aggressiv verteidigen und dann schnell umschalten.
Egal welcher Gegner es war er musste nur so gegen uns spielen und wir waren entzaubert.
Ballbesitzfussball braucht ein paar Dinge damit er erfolgreich ist. Geschwindigkeit und Passgenauigkeit und da waren immer unsere Probleme egal ob gegen Mainz, Augsburg, Osnabrück oder Aue.
Tim Walter versucht das ganze dadurch zu kompensieren, dass er die Spieler rotieren lässt oder das Verteidiger mit aufrücken. Dadurch hat der Gegner beim ballgewinn den Vorteil dass unsere Verteidigung hinterher laufen muss.
In meinen Augen der falsche Ansatz. Wie es besser geht hat Horst in den letzten drei Spielen der Vorsaison gezeigt.
Und dadurch das Walter nicht lernt und sein System den Spielern anpasst ist er ein schlechter Trainer.
Man kann jetzt noch weiter philosophieren in wie weit Bold mitverantwortlich ist, aber das würde zu weit gehen.
18.10.2021 - 21:15 Uhr
Zitat von Koerzermeister
Wie es besser geht hat Horst in den letzten drei Spielen der Vorsaison gezeigt.
Wie es besser geht hat Horst in den letzten drei Spielen der Vorsaison gezeigt.
Naja Hrubesch hat am Saisonende 2 geile Siege und eine vernichtende Niederlage geholt. 5 Gegentore in 3 Spielen. Ich finde das noch etwas zu wenig um zu beurteilen, ob sein Fussball langstristig erfolgreich wäre. So sehen natürlich 5:2 2:3 und 5:0 erstmal klasse aus und ich glaube jeder würde Hrubesch mit Kusshand nehmen, aber das wird nichts.
Zitat von Koerzermeister
Und dadurch das Walter nicht lernt und sein System den Spielern anpasst ist er ein schlechter Trainer.
Und dadurch das Walter nicht lernt und sein System den Spielern anpasst ist er ein schlechter Trainer.
Er hatte jetzt 11 Pflichtspiele, davon 4 Siege, 6 Unentschieden und eine Niederlage. Woher nimmst du also, dass er sein System nicht anpassen wird?
18.10.2021 - 21:34 Uhr
Um mal von plakativen "Er wurde entschlüsselt und ist ein schlechter Trainer" ohne irgendeine Begründung wegzukommen versuche ich mal eine erste vage Zusammenfassung von Tim Walters Saisonbeginn beim HSV zusammenzubasteln.
Vorweg: Ich selbst sehe das Ganze völlig unemotional. Ich bin kein Fachmann. Ich schaue Fußball, weil ich den Fußball liebe, ich schaue den HSV, weil es mein Verein von kleinauf ist. Aber: Ich kann nicht beurteilen was das Beste im Jetzt, im Morgen oder Übermorgen ist. Das werde ich mir auch nicht anmaßen. Deswegen würde ich auch niemals einen Rausschmiss eines Trainers fordern. Jeder Trainer ist ein ausgewiesener Experte. Genau wie jeder Spieler top ist. Nur 0,% schaffen es überhaupt in den Profi-Bereich und es hängt von so vielen kleinen Details ab, ob ein Verein gerade oben oder unten steht. Oder ob ein Trainer bei einem Verein funktioniert, genauso ob ein Spieler seine Leistung in einem bestimmten Umfeld bringen kann.
Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Die letzten 5 Trainer, die der HSV hatte waren alle erfolgsversprechend. Alle hatten und haben ihre Art Fußball spielen zu lassen, mal mit mehr Übereinstimmungen, mal mit weniger. Aber die Zeiten der Zinnbauer, Oenning oder Hollerbach sind zum Glück schon länger vorbei und ich konnte jedem der letzten wirklich was abgewinnen.
Auch Tim Walter, dem ich sehr skeptisch gegenüber stand. Eine durchaus berechtigt als arrogant zu bezeichnende Art (wie von @Windfaenger zuletzt wieder angemahnt) und eine nicht überschwänglich erfolgreiche Zeit bisher in der zweiten Liga ließen zumindest Zweifel bei mir aufkommen, ob dieser Mann es wirklich zwangsläufig besser machen kann als sein Vorgänger Daniel Thioune.
Tim Walter startete mit dem Gepäck einer Vorstellungs-PK, die man mindestens als unglücklich bezeichnen konnte. Es waren weniger die Fakten, die die Stirn runzeln ließen als mehr das, was man daraus hätte machen können. Und in Hamburg wird gerne schnell viel aus wenig gemacht. Stichwort Urlaub mit der Familie. Im bisherigen Verlauf schlägt sich Walter meiner Meinung nach passabel. Ja, seine manchmal doch etwas launische, für manche ist es respektlose Art, ist zu hinterfragen. Hier gilt es keine zu großen Ansagen zu machen oder unnötig Staub aufzuwirbeln. Bisher sind die Aussagen meiner Meinung nach noch unter "Mit Allem was er hat dabei" abzuheften. Die ganz großen Schlagzeilen wie in Stuttgart sind zum Glück nicht dabei, deswegen bin ich da nicht überkritisch, weil es mir gefällt wenn der Trainer auch eine Art Schutzmauer vor der Mannschaft hat indem er sich breit macht und unangebrachten Fragen oder schlecht informierten Journalisten durchaus die Stirn bietet. Dafür, dass er teilweise als Enfant terrible angekündigt wurde erwarte ich noch ein wenig mehr
Nun zum Sportlichen. Reine Fakten zu Beginn:
Seine Mannschaft...
hat die beste Passquote
den meisten Ballbesitz
die höchste Laufdistanz
die drittmeisten Torschüsse
die viertmeisten gewonnenen Zweikämpfe
die fünftmeisten Sprints
die viertmeisten "intensiven Läufe"
Der Aufwand ist also riesig. Die Mannschaft ist unfassbar engagiert. Ein Verdienst Walters. Die Mannschaft zieht mit, in jedem Spiel bisher. Es gab bisher keine lustlosen Auftritte oder welche in denen man das Gefühl hatte da stünde eine Mannschaft auf dem Platz, die sich für was Besseres hält. Diese Mannschaft muss vom Kollektiv leben und das tut sie. Walter hält es sehr gut zusammen, die Mannschaft ist rein charakterlich anscheinend top.
Was kommt dabei bisher rum?
Christian Titz: 5 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen, 12:11 Tore, 18 Punkte
Hannes Wolf: 7 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 15:11 Tore, 22 Punkte
Dieter Hecking: 6 Siege, 3 Unentschieden, 1 Niederlage, 22:8 Tore, 21 Punkte
Daniel Thioune: 5 Siege, 2 Unentschieden, 3 Niederlagen, 20:15 Tore, 17 Punkte
Tim Walter: 3 Siege, 6 Unentschieden, 1 Niederlage, 16:12 Tore, 15 Punkte
Wenn man sich die ersten 10 Spieltage eines jeden Zweitliga-Trainers des HSV anschaut, muss man feststellen, dass Walter den schlechtesten Start erwischt. Und das, obwohl sowohl Offensive als auch Defensive sonderlich schlecht im Vergleich abschneidet. Eigentlich gleichauf mit Hannes Wolf. Nur der holte 7 Punkte mehr, obwohl er sogar innerhalb der Saison kam.
An Hannes Wolf kann man meiner Meinung nach aber auch ganz gut ablesen, was die Krux an der momentanen Situation ist. Hannes Wolf kam nach Christian Titz, der gerade versuchte ein mehr oder weniger aber zumindest für HSV-Verhältnisse revolutionäres System zu implementieren. Er musste durch Druck von den damals Verantwortlichen sehr schnell gehen und Wolf übernahm, der eins wollte: Stabilität. Er wurde dafür geholt. Hol die Punkte, wir wollen bzw. zum damaligen Zeitpunkt sicherlich der Gedanke, müssen aufsteigen. Wolf stabilisierte und wie: Von den sieben Siegen, die er in den ersten zehn Spielen holte wurden sechs mit einem Tor Vorsprung gewonnen. Das siebte gewann man mit zwei Toren Vorsprung 3:1. Der Fußball war okay, mehr nicht. Okay im Sinne von, man dominierte den Gegner nicht wirklich sondern stand einfach so gut, dass man nicht befürchten musste, dass hinten was anbrennt. Vorne half dann entweder individuelle Qualität oder die Gewissheit, dass ein Tor schon für das eigene Team fallen wird. Risiko war weder vom Vorstand noch von den Fans gewünscht. Hannes Wolf soll siegen.
Tim Walter soll einen anderen Weg gehen und er geht allein qua Taktik und Philosophie einen ganz anderen Weg. Tim Walter denkt nicht an Jetzt. Er denkt an Potenzial: Wie gut kann meine Mannschaft sein, wenn ich ihnen die Werkzeuge mitgebe und ihnen die entsprechende Zeit gebe sich auf dem Platz zu entwickeln. Es ist eine Wette. Nicht um Jetzt ein kleines Rubbellos zu gewinnen, sondern am Ende den großen Eurojackpot abzuräumen. Und es ist zu kurz gedacht zu sagen: Es funktioniert Jetzt nicht, wir müssen überlegen, ob ein anderer Trainer es besser kann. Die nackten Punktezahlen zeigen: Jeder der letzten vier Trainer hätte es besser gekonnt. So ehrlich muss man sein.
Die Frage ist aber nicht, ob Tim Walter besser als der 10 Spieltage-Wolf-Thioune-Titz, Hecking ist sondern ob er auf Zeit gesehen besser ist. Denn sein System und seine Herangehensweise soll einen am Ende belohnen. Die Dominanz, die über Zeit entwickelt wird soll einem helfen auch am Saisonende oder in der nächsten Saison genügend Spiele zu gewinnen. Wolf scheiterte daran, dass Mannschaften verstanden, dass er es auf Stabilität abgesehen hatte. Die spielerische Komponente fehlte. Bei Hecking war es zu ausrechenbar. Bei Thioune folgte das Team nicht mehr, man verlor sich in zu vielen taktischen Überlegungen.
Es ist einfach zu kurz gedacht zu sagen, dass es jetzt zu wenig ist. Dass weiß und sieht jeder. Aber die Frage ist doch eher: Ist das Potenzial da, dass die taktische Marschroute bei eingespielteren Abläufen und sich häufenden Automatismen zu mehr Erfolg führt, als es die vergangenen Jahre der Fall war. Denn eins muss man sich bewusst machen: Momentan spielen wir unter unseren Möglichkeiten was die Ergebnisse angeht. Guckt man sich allerdings den Punkteschnitt an würden wir nur drei Punkte hinter der Saison unter Dieter Hecking landen. Jetzt gerade ist es zu wenig aber wie @Hope immer sagt: Dominanter Fußballer, bzw. Fußball, der dem Gegner wenig Spielraum lässt und was der gemeine Fan wie ich als "guten Fußball" bezeichnen würde, dieser Fußball erhöht meine Chancen auf eine Saison gesehen. Ja, über gewisse Zeiträume reicht Stabilität. Oder individuelle Qualität. Aber eine Saison ist sehr sehr lang und wenn ich dann ein System einstudiere, dass mir die Möglichkeit gibt dominanten Fußball einzustudieren, dann ist es nun mal mehr eine Frage der Zeit, ob sich das am Ende bezahlt macht. Es ist schlichtweg momentan einfach noch nicht abzuschätzen, ich würde eher positiv dem entgegen blicken.
Ich habe mir zudem die Mühe gemacht mir anzuschauen wie Tim Walter im Fördern junger Spieler im Vergleich der letzten Trainer abschneidet. Auch hier vorab: Ich habe mir zwar die Mühe gemacht zu schauen welche Spieler unter jedem Trainer in den ersten 10 Spielen zum Einsatz kamen. Allerdings gab es dort keine Untergrenze an Minuten. Hat also ein 18-jähriger nur 2 von möglichen 900 Minuten gespielt zählt er genauso in die Statistik wie der Ü30-Spieler. Da sich dies aber ausgleichen sollte fand ich es einfach spannend, wie Tim Walter da bisher abschneidet.
Eingesetzte Spieler Walter: 23,55
Eingesetzte Spieler Thioune: 25,57
Eingesetzte Spieler Titz: 23,24
Eingesetzte Spieler Wolf: 23,10
Eingesetzte Spieler Hecking: 24,71
Wir haben also eine im Schnitt um zwei Jahre jüngere Mannschaft als vergangenes Jahr, als Thioune mit der "Säulenspieler"-Mannschaft. Walter verhalf mit Suhonen und Alidou bereits zwei Nachwuchsspielern zum Profidebüt. Diese werden auch nicht wie unter Thioune in den letzten 5 Minuten eingewechselt sondern werden konsequent entweder in der Stammelf oder als erste Wechseloption genutzt. Das benötigt Mut und kann natürlich dazu führen, dass Ergebnisse erstmal ausbleiben oder es stockt.
Das darf natürlich keine Ausrede sein. Der Kern der Mannschaft und auch der Startelf besteht aus gestandenen Zweitliga-Spielern, der Kader ist aber trotzdem sehr jung. Wir haben eine gestandene Startelf und eine Bubi-Bank. Und diese Bubis einzubauen benötigt nun mal Zeit. Trotzdem sollte es möglich sein mit den älteren Spielern bessere Ergebnisse einzufahren.
Wie das möglich ist? Keine Ahnung. Manche Foristen maßen sich an, sie wüssten welche taktische Formation der Schlüssel zum Glück sei. Mehr Flügelspiel, weniger Flügelspiel. Doppelspitze, ein Stoßstürmer mit hängender Spitze. Was es nicht alles gibt. Ich kann ein Fußballspiel auch aus taktischer Sicht schauen aber was weiß ich welche Anpassungen ein gelernter Fußballtrainer vornehmen muss, damit aus einer durchschnittlichen bis guten Leistung eine durchgängig sehr gute Leistung wird. Respekt an alle, die das anscheinend bereits durchschaut haben.
Das heißt nicht, dass Walter keine Fehler macht. Die macht er offensichtlich. Sonst wären wir 1. Nur ist die Konsequenz im Forum des HSV oft die, dass sich Veränderung in Form von personeller Neuerfindung breitmachen muss. Neuer Trainer, der weiß wie es geht. Der spielt mehr/weniger über den Flügel mit einer/zwei Spitzen.
Meiner Meinung nach ist es bei der Personalie Tim Walter noch zu früh um auch nur im Ansatz darüber nachzudenken sich zu verändern. Denn dieses System und der spielerische Gedanke ist nun mal auf längere Zeit ausgelegt. Und der Lohn kann riesig sein, er kann sich aber selbstverständlich auch in Luft auflösen.
Wenn man sich aber anschaut, dass alle Parameter einer geschlossenen Mannschaft da sind: Laufdistanz, Zweikämpfe, Intensität. Dann kann ich nur schauen wie Fußball gespielt wird. Und auch da sind wir in Schlagdistanz zum oberen Drittel.
Deswegen freue ich mich wirklich auf den Rest der Saison. Manche schwören hier schon emotional dem Verein, gar dem ganzen Sport ab. Wenn ich mir die bisherige Saison anschaue dann sehe ich Einsatz. Ich sehe Emotionen sowohl auf dem Platz als auch beim Trainer. Und ich sehe den Mut Fußball zu spielen, mit jungen Spielern, die ganz offensichtlich Bock haben alles auf dem Platz zu lassen.
Ob sich das am Ende alles rentieren wird? Keine Ahnung wann man das Ende definiert: Diese Saison? Nächste Saison? Schon diese Hinrunde? Beim HSV weiß man nie. Aber ich hab wirklich Bock diese Idee weiter zu verfolgen und zu schauen was Tim Walter aus Spielern wie Vuskovic, David, Muheim, Reis, Suhonen, Alidou, Jatta, Wintzheimer, Meissner oder Kaufmann rausholen kann. Und irgendwie habe ich nach den ersten 10 Spieltagen das Gefühl, dass sich das richtig lohnen kann. Das wars. Nur der HSV!
Vorweg: Ich selbst sehe das Ganze völlig unemotional. Ich bin kein Fachmann. Ich schaue Fußball, weil ich den Fußball liebe, ich schaue den HSV, weil es mein Verein von kleinauf ist. Aber: Ich kann nicht beurteilen was das Beste im Jetzt, im Morgen oder Übermorgen ist. Das werde ich mir auch nicht anmaßen. Deswegen würde ich auch niemals einen Rausschmiss eines Trainers fordern. Jeder Trainer ist ein ausgewiesener Experte. Genau wie jeder Spieler top ist. Nur 0,% schaffen es überhaupt in den Profi-Bereich und es hängt von so vielen kleinen Details ab, ob ein Verein gerade oben oder unten steht. Oder ob ein Trainer bei einem Verein funktioniert, genauso ob ein Spieler seine Leistung in einem bestimmten Umfeld bringen kann.
Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Die letzten 5 Trainer, die der HSV hatte waren alle erfolgsversprechend. Alle hatten und haben ihre Art Fußball spielen zu lassen, mal mit mehr Übereinstimmungen, mal mit weniger. Aber die Zeiten der Zinnbauer, Oenning oder Hollerbach sind zum Glück schon länger vorbei und ich konnte jedem der letzten wirklich was abgewinnen.
Auch Tim Walter, dem ich sehr skeptisch gegenüber stand. Eine durchaus berechtigt als arrogant zu bezeichnende Art (wie von @Windfaenger zuletzt wieder angemahnt) und eine nicht überschwänglich erfolgreiche Zeit bisher in der zweiten Liga ließen zumindest Zweifel bei mir aufkommen, ob dieser Mann es wirklich zwangsläufig besser machen kann als sein Vorgänger Daniel Thioune.
Tim Walter startete mit dem Gepäck einer Vorstellungs-PK, die man mindestens als unglücklich bezeichnen konnte. Es waren weniger die Fakten, die die Stirn runzeln ließen als mehr das, was man daraus hätte machen können. Und in Hamburg wird gerne schnell viel aus wenig gemacht. Stichwort Urlaub mit der Familie. Im bisherigen Verlauf schlägt sich Walter meiner Meinung nach passabel. Ja, seine manchmal doch etwas launische, für manche ist es respektlose Art, ist zu hinterfragen. Hier gilt es keine zu großen Ansagen zu machen oder unnötig Staub aufzuwirbeln. Bisher sind die Aussagen meiner Meinung nach noch unter "Mit Allem was er hat dabei" abzuheften. Die ganz großen Schlagzeilen wie in Stuttgart sind zum Glück nicht dabei, deswegen bin ich da nicht überkritisch, weil es mir gefällt wenn der Trainer auch eine Art Schutzmauer vor der Mannschaft hat indem er sich breit macht und unangebrachten Fragen oder schlecht informierten Journalisten durchaus die Stirn bietet. Dafür, dass er teilweise als Enfant terrible angekündigt wurde erwarte ich noch ein wenig mehr
Nun zum Sportlichen. Reine Fakten zu Beginn:
Seine Mannschaft...
hat die beste Passquote
den meisten Ballbesitz
die höchste Laufdistanz
die drittmeisten Torschüsse
die viertmeisten gewonnenen Zweikämpfe
die fünftmeisten Sprints
die viertmeisten "intensiven Läufe"
Der Aufwand ist also riesig. Die Mannschaft ist unfassbar engagiert. Ein Verdienst Walters. Die Mannschaft zieht mit, in jedem Spiel bisher. Es gab bisher keine lustlosen Auftritte oder welche in denen man das Gefühl hatte da stünde eine Mannschaft auf dem Platz, die sich für was Besseres hält. Diese Mannschaft muss vom Kollektiv leben und das tut sie. Walter hält es sehr gut zusammen, die Mannschaft ist rein charakterlich anscheinend top.
Was kommt dabei bisher rum?
Christian Titz: 5 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen, 12:11 Tore, 18 Punkte
Hannes Wolf: 7 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 15:11 Tore, 22 Punkte
Dieter Hecking: 6 Siege, 3 Unentschieden, 1 Niederlage, 22:8 Tore, 21 Punkte
Daniel Thioune: 5 Siege, 2 Unentschieden, 3 Niederlagen, 20:15 Tore, 17 Punkte
Tim Walter: 3 Siege, 6 Unentschieden, 1 Niederlage, 16:12 Tore, 15 Punkte
Wenn man sich die ersten 10 Spieltage eines jeden Zweitliga-Trainers des HSV anschaut, muss man feststellen, dass Walter den schlechtesten Start erwischt. Und das, obwohl sowohl Offensive als auch Defensive sonderlich schlecht im Vergleich abschneidet. Eigentlich gleichauf mit Hannes Wolf. Nur der holte 7 Punkte mehr, obwohl er sogar innerhalb der Saison kam.
An Hannes Wolf kann man meiner Meinung nach aber auch ganz gut ablesen, was die Krux an der momentanen Situation ist. Hannes Wolf kam nach Christian Titz, der gerade versuchte ein mehr oder weniger aber zumindest für HSV-Verhältnisse revolutionäres System zu implementieren. Er musste durch Druck von den damals Verantwortlichen sehr schnell gehen und Wolf übernahm, der eins wollte: Stabilität. Er wurde dafür geholt. Hol die Punkte, wir wollen bzw. zum damaligen Zeitpunkt sicherlich der Gedanke, müssen aufsteigen. Wolf stabilisierte und wie: Von den sieben Siegen, die er in den ersten zehn Spielen holte wurden sechs mit einem Tor Vorsprung gewonnen. Das siebte gewann man mit zwei Toren Vorsprung 3:1. Der Fußball war okay, mehr nicht. Okay im Sinne von, man dominierte den Gegner nicht wirklich sondern stand einfach so gut, dass man nicht befürchten musste, dass hinten was anbrennt. Vorne half dann entweder individuelle Qualität oder die Gewissheit, dass ein Tor schon für das eigene Team fallen wird. Risiko war weder vom Vorstand noch von den Fans gewünscht. Hannes Wolf soll siegen.
Tim Walter soll einen anderen Weg gehen und er geht allein qua Taktik und Philosophie einen ganz anderen Weg. Tim Walter denkt nicht an Jetzt. Er denkt an Potenzial: Wie gut kann meine Mannschaft sein, wenn ich ihnen die Werkzeuge mitgebe und ihnen die entsprechende Zeit gebe sich auf dem Platz zu entwickeln. Es ist eine Wette. Nicht um Jetzt ein kleines Rubbellos zu gewinnen, sondern am Ende den großen Eurojackpot abzuräumen. Und es ist zu kurz gedacht zu sagen: Es funktioniert Jetzt nicht, wir müssen überlegen, ob ein anderer Trainer es besser kann. Die nackten Punktezahlen zeigen: Jeder der letzten vier Trainer hätte es besser gekonnt. So ehrlich muss man sein.
Die Frage ist aber nicht, ob Tim Walter besser als der 10 Spieltage-Wolf-Thioune-Titz, Hecking ist sondern ob er auf Zeit gesehen besser ist. Denn sein System und seine Herangehensweise soll einen am Ende belohnen. Die Dominanz, die über Zeit entwickelt wird soll einem helfen auch am Saisonende oder in der nächsten Saison genügend Spiele zu gewinnen. Wolf scheiterte daran, dass Mannschaften verstanden, dass er es auf Stabilität abgesehen hatte. Die spielerische Komponente fehlte. Bei Hecking war es zu ausrechenbar. Bei Thioune folgte das Team nicht mehr, man verlor sich in zu vielen taktischen Überlegungen.
Es ist einfach zu kurz gedacht zu sagen, dass es jetzt zu wenig ist. Dass weiß und sieht jeder. Aber die Frage ist doch eher: Ist das Potenzial da, dass die taktische Marschroute bei eingespielteren Abläufen und sich häufenden Automatismen zu mehr Erfolg führt, als es die vergangenen Jahre der Fall war. Denn eins muss man sich bewusst machen: Momentan spielen wir unter unseren Möglichkeiten was die Ergebnisse angeht. Guckt man sich allerdings den Punkteschnitt an würden wir nur drei Punkte hinter der Saison unter Dieter Hecking landen. Jetzt gerade ist es zu wenig aber wie @Hope immer sagt: Dominanter Fußballer, bzw. Fußball, der dem Gegner wenig Spielraum lässt und was der gemeine Fan wie ich als "guten Fußball" bezeichnen würde, dieser Fußball erhöht meine Chancen auf eine Saison gesehen. Ja, über gewisse Zeiträume reicht Stabilität. Oder individuelle Qualität. Aber eine Saison ist sehr sehr lang und wenn ich dann ein System einstudiere, dass mir die Möglichkeit gibt dominanten Fußball einzustudieren, dann ist es nun mal mehr eine Frage der Zeit, ob sich das am Ende bezahlt macht. Es ist schlichtweg momentan einfach noch nicht abzuschätzen, ich würde eher positiv dem entgegen blicken.
Ich habe mir zudem die Mühe gemacht mir anzuschauen wie Tim Walter im Fördern junger Spieler im Vergleich der letzten Trainer abschneidet. Auch hier vorab: Ich habe mir zwar die Mühe gemacht zu schauen welche Spieler unter jedem Trainer in den ersten 10 Spielen zum Einsatz kamen. Allerdings gab es dort keine Untergrenze an Minuten. Hat also ein 18-jähriger nur 2 von möglichen 900 Minuten gespielt zählt er genauso in die Statistik wie der Ü30-Spieler. Da sich dies aber ausgleichen sollte fand ich es einfach spannend, wie Tim Walter da bisher abschneidet.
Eingesetzte Spieler Walter: 23,55
Eingesetzte Spieler Thioune: 25,57
Eingesetzte Spieler Titz: 23,24
Eingesetzte Spieler Wolf: 23,10
Eingesetzte Spieler Hecking: 24,71
Wir haben also eine im Schnitt um zwei Jahre jüngere Mannschaft als vergangenes Jahr, als Thioune mit der "Säulenspieler"-Mannschaft. Walter verhalf mit Suhonen und Alidou bereits zwei Nachwuchsspielern zum Profidebüt. Diese werden auch nicht wie unter Thioune in den letzten 5 Minuten eingewechselt sondern werden konsequent entweder in der Stammelf oder als erste Wechseloption genutzt. Das benötigt Mut und kann natürlich dazu führen, dass Ergebnisse erstmal ausbleiben oder es stockt.
Das darf natürlich keine Ausrede sein. Der Kern der Mannschaft und auch der Startelf besteht aus gestandenen Zweitliga-Spielern, der Kader ist aber trotzdem sehr jung. Wir haben eine gestandene Startelf und eine Bubi-Bank. Und diese Bubis einzubauen benötigt nun mal Zeit. Trotzdem sollte es möglich sein mit den älteren Spielern bessere Ergebnisse einzufahren.
Wie das möglich ist? Keine Ahnung. Manche Foristen maßen sich an, sie wüssten welche taktische Formation der Schlüssel zum Glück sei. Mehr Flügelspiel, weniger Flügelspiel. Doppelspitze, ein Stoßstürmer mit hängender Spitze. Was es nicht alles gibt. Ich kann ein Fußballspiel auch aus taktischer Sicht schauen aber was weiß ich welche Anpassungen ein gelernter Fußballtrainer vornehmen muss, damit aus einer durchschnittlichen bis guten Leistung eine durchgängig sehr gute Leistung wird. Respekt an alle, die das anscheinend bereits durchschaut haben.
Das heißt nicht, dass Walter keine Fehler macht. Die macht er offensichtlich. Sonst wären wir 1. Nur ist die Konsequenz im Forum des HSV oft die, dass sich Veränderung in Form von personeller Neuerfindung breitmachen muss. Neuer Trainer, der weiß wie es geht. Der spielt mehr/weniger über den Flügel mit einer/zwei Spitzen.
Meiner Meinung nach ist es bei der Personalie Tim Walter noch zu früh um auch nur im Ansatz darüber nachzudenken sich zu verändern. Denn dieses System und der spielerische Gedanke ist nun mal auf längere Zeit ausgelegt. Und der Lohn kann riesig sein, er kann sich aber selbstverständlich auch in Luft auflösen.
Wenn man sich aber anschaut, dass alle Parameter einer geschlossenen Mannschaft da sind: Laufdistanz, Zweikämpfe, Intensität. Dann kann ich nur schauen wie Fußball gespielt wird. Und auch da sind wir in Schlagdistanz zum oberen Drittel.
Deswegen freue ich mich wirklich auf den Rest der Saison. Manche schwören hier schon emotional dem Verein, gar dem ganzen Sport ab. Wenn ich mir die bisherige Saison anschaue dann sehe ich Einsatz. Ich sehe Emotionen sowohl auf dem Platz als auch beim Trainer. Und ich sehe den Mut Fußball zu spielen, mit jungen Spielern, die ganz offensichtlich Bock haben alles auf dem Platz zu lassen.
Ob sich das am Ende alles rentieren wird? Keine Ahnung wann man das Ende definiert: Diese Saison? Nächste Saison? Schon diese Hinrunde? Beim HSV weiß man nie. Aber ich hab wirklich Bock diese Idee weiter zu verfolgen und zu schauen was Tim Walter aus Spielern wie Vuskovic, David, Muheim, Reis, Suhonen, Alidou, Jatta, Wintzheimer, Meissner oder Kaufmann rausholen kann. Und irgendwie habe ich nach den ersten 10 Spieltagen das Gefühl, dass sich das richtig lohnen kann. Das wars. Nur der HSV!
18.10.2021 - 21:48 Uhr
Schöne Geschichte. Die Realität sieht leider bisschen anders aus.
18.10.2021 - 22:00 Uhr
Zitat von Lilienwatz75
Schöne Geschichte. Die Realität sieht leider bisschen anders aus.
Schöne Geschichte. Die Realität sieht leider bisschen anders aus.
Dann könntest du Durchblicker ja jetzt erklären wie die Realität aussieht anstatt mit einem Einzeiler zu versuchen einen ganzen Beitrag zu diskreditieren. Wurst.
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