DFB und DFB-Teams
Do., 25.06.2026
Ecuador
Ecuador
  

Daten

Ecuador   Deutschland
Sebastián Beccacece S. Beccacece Trainer J. Nagelsmann Julian Nagelsmann
368,70 Mio. € Gesamtmarktwert 962,00 Mio. €
26,3 ø-Alter 28,3

Gesamtbilanz: Weltmeisterschaft

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wahretabelle

WM: Ecuador - Deutschland

23.06.2026 - 11:35 Uhr
WM: Ecuador - Deutschland |#201
26.06.2026 - 13:06 Uhr
Zitat von sultan-martinez

Zitat von Walloschke_B

Zitat von Gaudino89

Für mich sind die vorher gewonnen 11 Spiele auch ein Problem, da hat man sich von den Siegen etwas blenden lassen. Richtig stabil war das eben nicht und die Gegener waren auch eher nicht das Toplevel. Im Grunde spielen wir wieder den gleichen Murks wie zu der Zeit als Nagelsmann übernommen hat, nur mit weniger Verunsicherung. Es wird versucht der Mannschaft etwas zu verkopftes zu vermitteln das nicht wirklich als Automatismus abrufbar ist. Nagelsmann sprach nach dem Spiel davon, dass die Mannschaft die Positionen zu früh verlässt. Die Frage stellt sich warum. Aus meiner Sicht scheinen die Spieler Anweisungen umsetzen zu wollen, die nicht ihrem natürlichen Verhalten entspricht, bzw. schlicht nicht richtig implementiert ist.
Ich würde das behaupten, was viele auch vor der EM geschrieben haben. Gib ein klares und konservatives 4-3-3 oder 4-2-3-1 und die Spieler bewegen sich besser und werden auch wieder besser im Passpiel.
Immer als Prinzip den Ball Kimmich im tiefen Spielaufbau zu geben, verstehe ich eh nicht. Der tiefe Spielaufbau ist doch überhaupt nicht die große Stärke von Kimmich. Geschieht dies Situativ aus fluidem Spiel heraus, ist das kein Problem. Aber das wirkt so erzwungen mit Ansage, dass der Gegner sich auch einfach darauf einstellen kann.


Den Beitrag hier möchte ich gerne mal hervorheben.
@Dreisambock @sultan-martinez @Marcelinho1000 und alle anderen.

Ich finde schon, dass da was dran ist.


Ach ich weiß nicht. Ich finde wir hatten schon gute Spiele gegen Gegner aus der 1b und 1c Riege. Ecuador und Elfenbeinküste sind das eigentlich auch. Ich fand das Spiel gegen die Elfenbeinküste auch keineswegs schlecht, sondern eigentlich genau das was ich erwartet hatte (bis auf das unterirdische Gegenpressing). Andererseits kann jetzt auch argumentieren, dass es für uns um nichts mehr ging, Ecuador musste unbedingt gewinnen um weiterzukommen und mMn hat man das in der Galligkeit, Intensität und Zweikampfverhalten schon gemerkt. Gerade die Wechsel in der 2. Halbzeit waren ja dem Spielverlauf nicht angebracht und normalerweise hätte Nagelsmann da (hoffentlich) anders gewechselt. Gut für uns, dass Ecuador weitergekommen ist. Die könnten noch den ein oder anderen Favoriten raushauen. Und es wird super spannend wie die Elfenbeinküste sich gegen Norwegen oder Frankreich schlägt. Taktisch hat Nagelsmann mMn in diesem Spiel schon probiert ein 5-4-1 spielen zu lassen und das hat mMn eigentlich auch ganz gut geklappt. So wirklich Gefahr ist da für das deutsche Tor nicht entstanden. Die Konter waren halt nicht gut. Insofern weiß ich nicht, ob man das Spiel nicht auch überbewerten will.

Ansonsten habe ich ehrlich gesagt auch nicht so viel Verständnis für die ganze Kritik an Kimmichs taktischer Rolle. Wie soll Kimmich denn spielen? So wie im Verein? Das macht er im Spielaufbau doch aktuell auch schon. Die Rolle als abkippender 6er, der denn RIV mimt spielt er bei den Bayern 1 zu 1. So wie früher in der Nationalmannschaft auch als hochschiebender RV, der vor allem in unserer letzten Angriffswelle steht? Dann ist unsere Konterabsicherung noch schlechter. So wie bei Bayern mit Pavlovic im Duett? Dann gehen wir zweikampftechnisch komplett unter. Ich wüsste nicht, dass das irgendwie zu einer großen Besserung beitragen würde. Die großen Chancen hatte Ecuador übrigens erst nach (!) der Auswechslung von Kimmich. Bis dahin war es ja ein komplett ausgeglichenes Spiel.

Ich bin nach wie vor am meisten über das mangelhafte Zweikampfverhalten erschrocken. Das 1:1. Warum fällt des denn? Ecuador schafft es nicht mal gegen Curacao ein Tor zu erzielen, aber gegen Deutschland geht sofort der erste Schuss rein. Das war eine leicht gefährliche Situation, aber nix wo man wirklich Angst haben muss. Mir geht immer noch nicht in den Kopf, was Pavlovic da eigentlich im Zweikampf machen wollte. Oder auch die Ecke direkt vor dem 2:1. Das Zweikampfverhalten von Stiller und Tah ist jeweils absolut unterirdisch, dann ergibt sich für Ecuador eine große Chance, die gerade noch geblockt wird. Und bei anschließenden Ecke fehlt komplett die Spannung bei Raum und Neuer. Dann noch das Missverständnis zwischen Neuer und Tah. Das war es schon an Chancen für Ecuador.

Positive Sachen gibt es kaum. Das 1:0 war wirklich schön, wenn auch glücklich mit der Schirientscheidung. Toll von Pavlovic und Wirtz und Sane gelingt endlich mal ein Treffer. Ansonsten war Ecuador auch nicht wirklich gefährlich. Wir haben die halt komplett eingeladen.


Dass Kimmich als echter RV automatisch schlechte Konterabsicherung bringt, halte ich für ein Gerücht.

2024 waren wir in dem Punkt überhaupt nicht schlecht, auch nicht gegen große Gegner.
Damals war er Rechtsverteidiger mit gelegentlichem Einrücken. Ab Herbst 2025, als er auf RV zurückkehrte, wurde es extrem, da wurde es echt systematisch.

2024 fand ich die Balance ideal. Er war nicht mehr so extrem hochschiebend wie früher, aber er war auch nicht derjenige, der ständig hinten in der Mitte mit dem Ball steht.

Natürlich kann Kimmich auch erfolgreich einen RV spielen, ohne jedes Mal bei Ballbesitz einzurücken.
Hat er früher im Verein auch. Sogar erfolgreich im CL-Finale gegen Weltmeister Mbappé, trotz extremen Geschwindigkeitsdefiziten. Und er war 2020 auch kein Sprinter sondern derselbe Spielertyp wie jetzt.

Außerdem sehe ich sehr wohl auch ein Risiko über unsere rechte Abwehrseite bei Ballverlust, wenn Kimmich eingerückt ist.

Da bin ich echt anderer Meinung. Wir haben für mich eine Asymmetrie, die der rechten Seite vorne und hinten nicht gut tut. Und was waren die Benefits? So große habe ich da bisher nicht gesehen.
Es ist anders als 2024. Und ich fand das 2024 den besseren Ansatz.

•     •     •

"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Walloschke_B am 26.06.2026 um 13:06 Uhr bearbeitet
WM: Ecuador - Deutschland |#202
26.06.2026 - 13:33 Uhr
Zitat von CocoBall
Ich habe ein 2:1 für uns getippt.

Ich hätte dem Neuer mal eine Pause gegeben, die er ja bei den Bayern auch mal hat.
Nun fällt Brown aus, den hätte ich sonst für Kimmich auf rechts spielen lassen und Kimmich für Pavlovic aufgestellt.
Und Undav für Musiala - so würde ich aufstellen.


Die Zahlen stimmten, nur habe ich es umgedreht gesehen.
Die Niederlage ist kein Beinbruch, aber der Eindruck fatal.
Neuer zeigte - wie auch bei den Bayern - dass er so unfehlbar schon lange nicht mehr ist.
Die rechte Seite macht mir große Sorgen. Wenn ich da an Frankreich denke...
Und unser Tor hätte nicht mal zählen dürfen...

•     •     •

Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.
WM: Ecuador - Deutschland |#203
26.06.2026 - 13:52 Uhr
Zitat von BillyReina1972

Man darf ja nicht vergessen, dass wir selbst gegen Luxemburg massive Probleme hatten und ohne Baumann damals verloren hätten in der Quali ! Was zeigt, dass es schon länger, genauer gesagt seit Beginn 2025!,nicht mehr wirklich klappt mit Zuordnung und Taktik.

Die Verhangnissvolle Mischung aus Spielern ohne Form und Selbstvertrauen sowie einem Trainer, der blind für das große ganze ist, wird uns irgendwann böse auf die Füße fallen.

Zwar kann man sagen: Bis auf seltene Ausnahmen wie 2006 haben wir eigentlich immer Punkte in der Grp Phase liegen gelassen. 2010 etwa Niederlage gegen Serbien.
Aber die Art und Weise gestern fand ich sehr alarmierend!


Sehe ich ähnlich. Wir wissen überhaupt nicht wirklich, wo wir stehen.

Ende 2024 waren wir, auch ohne Toni Kroos, noch gut und stabil unterwegs, auch 2x gegen die Niederlande.
Seitdem haben wir nur in der Nations League gegen richtig große Gegner gespielt. Und das war Experimentieren mit sehr schwankenden Resultaten. Gegen Italien teilweise überragend, teilweise alarmierend. Gegen Portugal und Frankreich (dort gute erste Hälfte) hat es nicht gereicht.
Danach Kimmich ins Mittelfeld, Slowakei-Katastrophe, dann Kimmich neu als echtes RV-DM-Hybrid.

Seitdem haben wir gegen keinen absoluten Topgegner gespielt und gegen gute Gegner (Top 20) wie die Schweiz, USA, Elfenbeinküste, Ecuador war das IMMER durchwachsen, bisher nicht einmal wirklich überzeugend.

Das würde ich schon sagen.

Ob da nun gerade etwas zusammenwächst oder ob es so nicht richtig passt, nicht der richtige Weg ist und durchwachsen bleibt, das ist hier die entscheidende Frage.

Und mein Eindruck ist schon auch: Nagelsmann hat Anfang 2024 seine Ambitionen, es besonders zu machen, etwas zurückgeschraubt. Seit 2025 ist er wieder voll in der alten Spur. Experimentieren und was Besonderes machen, statt es etwas einfacher zu lassen. Ich glaube, das meinte @Gaudino89 so auch in etwa?

•     •     •

"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Walloschke_B am 26.06.2026 um 13:57 Uhr bearbeitet
WM: Ecuador - Deutschland |#204
26.06.2026 - 14:04 Uhr
Eigentlich ist ja schon alles gesagt, aber hier noch meine 2 Pennies:

In den letzten 2 Jahren waren das Kombinationsspiel und das Pressing unsere Stärken. Davon hat man in den letzten 2 Spielen leider fast nichts gesehen. Das Kombinationsspiel funktioniert überhaupt nicht, weil wir bei im Moment schon bei kleinem Gegnerdruck rätselhafte Ballverluste produzieren. Das ist von außen wirklich unverständlich, wie eigentlich ballsichere Spieler wie Pavlovic oder auch Wirtz die einfachen Bälle nicht an den Nebenmann bringen - wie soll das dann in diesen engen Räumen funktionieren? Gestern fehlte mir da in der Offensive auch ein bisschen die Inspiration, in diesem unwichtigen Spiel hätte ich eigentlich etwas mehr Leichtigkeit im Spiel mit Ball erwartet.

Ins Pressing sind wir gestern fast gar nicht gegangen, auch teilweise weil man Ecuador hat kommen lassen. Das ist auf ne Art auch eine gute Idee gegen die zu spielen, weil die das eigentlich nicht mögen und weil die ja auch gewinnen mussten. Aber dann muss man hinten schon sicher stehen und auch die Zweikämpfe annehmen. Ecuador war auch gestern wieder furchtbar harmlos vorn, das war eigentlich fast wie Finnland. Da sieht man, was die können und was nicht. Dass man dann gegen die 2 Tore fängt ist deswegen unbegreiflich. Im Grunde stehen wir defensiv gar nicht so schlecht, wir sind eigentlich nie komplett offen, aber hin und wieder gibt es diese Momente, in denen gleich mehrere Spieler nicht richtig hingehen, egal ob jetzt beim Spiel gegen Ghana, gegen Curacao, gegen die Elfenbeinküste oder gegen Ecuador war. War es in der Vergangenheit noch so, dass wir bei Ballverlusten überrannt wurden, kriegen wir jetzt in Überzahl hinten die Bälle einfach nicht mehr geklärt, weil die richtige Konsequenz in den Zweikämpfen fehlt. In der Offensive fehlt diese Leichtigkeit, in der Defensive haben wir zuviel davon.

Das kann in anderen Spielen auch wieder anders aussehen, aber diese phasenweise leichtfertige und inkonsequente Spielweise kann man sich bei unserer Qualität nicht erlauben. Auch nicht gegen solche eigentlich harmlosen Teams wie Ecuador. Egal, wie da die taktische Ausrichtung ist, das ist einfach eine Frage der Basics.

Ich hatte hier vor ein paar Monaten geschrieben, dass unser Ertrag überhaupt nicht im Verhältnis zum Aufwand steht. Das hat sich etwas gewandelt, denn die Anzahl der Chancen, die wir pro Spiel kreieren, ist schon zurückgegangen. Man hat im Moment nicht mehr den Eindruck, dass wir jederzeit ein Tor schießen können. Das wäre ja OK, wenn man defensiv stabiler stünde, aber "grundsätzlich stabiler stehen" hilft uns dann nicht, wenn es immer wieder diese Aussetzer gibt.

Paraguay ist auch nicht viel gefährlicher als Ecuador. Ich hoffe inständig, dass wir wieder zu unserer Stärke in der Offensive zurückfinden, denn sonst kann es gegen die auch richtig ärgerlich werden. Man darf gespannt sein.
WM: Ecuador - Deutschland |#205
26.06.2026 - 14:54 Uhr
Zitat von Walloschke_B
Zitat von BillyReina1972

Man darf ja nicht vergessen, dass wir selbst gegen Luxemburg massive Probleme hatten und ohne Baumann damals verloren hätten in der Quali ! Was zeigt, dass es schon länger, genauer gesagt seit Beginn 2025!,nicht mehr wirklich klappt mit Zuordnung und Taktik.

Die Verhangnissvolle Mischung aus Spielern ohne Form und Selbstvertrauen sowie einem Trainer, der blind für das große ganze ist, wird uns irgendwann böse auf die Füße fallen.

Zwar kann man sagen: Bis auf seltene Ausnahmen wie 2006 haben wir eigentlich immer Punkte in der Grp Phase liegen gelassen. 2010 etwa Niederlage gegen Serbien.
Aber die Art und Weise gestern fand ich sehr alarmierend!


Sehe ich ähnlich. Wir wissen überhaupt nicht wirklich, wo wir stehen.

Ende 2024 waren wir, auch ohne Toni Kroos, noch gut und stabil unterwegs, auch 2x gegen die Niederlande.
Seitdem haben wir nur in der Nations League gegen richtig große Gegner gespielt. Und das war Experimentieren mit sehr schwankenden Resultaten. Gegen Italien teilweise überragend, teilweise alarmierend. Gegen Portugal und Frankreich (dort gute erste Hälfte) hat es nicht gereicht.
Danach Kimmich ins Mittelfeld, Slowakei-Katastrophe, dann Kimmich neu als echtes RV-DM-Hybrid.

Seitdem haben wir gegen keinen absoluten Topgegner gespielt und gegen gute Gegner (Top 20) wie die Schweiz, USA, Elfenbeinküste, Ecuador war das IMMER durchwachsen, bisher nicht einmal wirklich überzeugend.

Das würde ich schon sagen.

Ob da nun gerade etwas zusammenwächst oder ob es so nicht richtig passt, nicht der richtige Weg ist und durchwachsen bleibt, das ist hier die entscheidende Frage.

Und mein Eindruck ist schon auch: Nagelsmann hat Anfang 2024 seine Ambitionen, es besonders zu machen, etwas zurückgeschraubt. Seit 2025 ist er wieder voll in der alten Spur. Experimentieren und was Besonderes machen, statt es etwas einfacher zu lassen. Ich glaube, das meinte @Gaudino89 so auch in etwa?


Ja. Ich traue der Mannschaft selber eine Reaktion zu. Denke da wird es viele geben, die die Niederlage wurmt.
Aber Nagelsmann scheint in seiner Denkstruktur wirklich gefangen zu sein. Das ist wirklich übel.
Teilweise noch schlimmer finde ich aber, dass es auch keinen Gegenpol im Trainer team gibt. Wagner etwa gab intern anscheinend schon Wiederworte. Aber bei den jetzigen?

Kommen wir wiedererwarten doch recht weit dann liegt es an dem Willen mancher Spieler und weniger an der Genialität vom Bundesjulian. Auch wenn er dies wahrscheinlich dann als seinen großen Erfolg verkaufen wird.... 😅

•     •     •

„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“
🇩🇪🇮🇱🇿🇦

WM: Ecuador - Deutschland |#206
26.06.2026 - 15:21 Uhr
Zitat von matteagle95
Eigentlich ist ja schon alles gesagt, aber hier noch meine 2 Pennies:

In den letzten 2 Jahren waren das Kombinationsspiel und das Pressing unsere Stärken. Davon hat man in den letzten 2 Spielen leider fast nichts gesehen. Das Kombinationsspiel funktioniert überhaupt nicht, weil wir bei im Moment schon bei kleinem Gegnerdruck rätselhafte Ballverluste produzieren. Das ist von außen wirklich unverständlich, wie eigentlich ballsichere Spieler wie Pavlovic oder auch Wirtz die einfachen Bälle nicht an den Nebenmann bringen - wie soll das dann in diesen engen Räumen funktionieren? Gestern fehlte mir da in der Offensive auch ein bisschen die Inspiration, in diesem unwichtigen Spiel hätte ich eigentlich etwas mehr Leichtigkeit im Spiel mit Ball erwartet.

Ins Pressing sind wir gestern fast gar nicht gegangen, auch teilweise weil man Ecuador hat kommen lassen. Das ist auf ne Art auch eine gute Idee gegen die zu spielen, weil die das eigentlich nicht mögen und weil die ja auch gewinnen mussten. Aber dann muss man hinten schon sicher stehen und auch die Zweikämpfe annehmen. Ecuador war auch gestern wieder furchtbar harmlos vorn, das war eigentlich fast wie Finnland. Da sieht man, was die können und was nicht. Dass man dann gegen die 2 Tore fängt ist deswegen unbegreiflich. Im Grunde stehen wir defensiv gar nicht so schlecht, wir sind eigentlich nie komplett offen, aber hin und wieder gibt es diese Momente, in denen gleich mehrere Spieler nicht richtig hingehen, egal ob jetzt beim Spiel gegen Ghana, gegen Curacao, gegen die Elfenbeinküste oder gegen Ecuador war. War es in der Vergangenheit noch so, dass wir bei Ballverlusten überrannt wurden, kriegen wir jetzt in Überzahl hinten die Bälle einfach nicht mehr geklärt, weil die richtige Konsequenz in den Zweikämpfen fehlt. In der Offensive fehlt diese Leichtigkeit, in der Defensive haben wir zuviel davon.

Das kann in anderen Spielen auch wieder anders aussehen, aber diese phasenweise leichtfertige und inkonsequente Spielweise kann man sich bei unserer Qualität nicht erlauben. Auch nicht gegen solche eigentlich harmlosen Teams wie Ecuador. Egal, wie da die taktische Ausrichtung ist, das ist einfach eine Frage der Basics.

Ich hatte hier vor ein paar Monaten geschrieben, dass unser Ertrag überhaupt nicht im Verhältnis zum Aufwand steht. Das hat sich etwas gewandelt, denn die Anzahl der Chancen, die wir pro Spiel kreieren, ist schon zurückgegangen. Man hat im Moment nicht mehr den Eindruck, dass wir jederzeit ein Tor schießen können. Das wäre ja OK, wenn man defensiv stabiler stünde, aber "grundsätzlich stabiler stehen" hilft uns dann nicht, wenn es immer wieder diese Aussetzer gibt.

Paraguay ist auch nicht viel gefährlicher als Ecuador. Ich hoffe inständig, dass wir wieder zu unserer Stärke in der Offensive zurückfinden, denn sonst kann es gegen die auch richtig ärgerlich werden. Man darf gespannt sein.

So harmlos fand ich das Angriffsspiel Ecuadors nicht, denn das Umschaltspiel sorgte fast immer für Gefahr und in der zweiten Halbzeit kam Ecuador auch zu Abschlüssen, wenn Deutschland mehr Spieler hinter dem Ball hatte.
Was die erwähnte fehlende Leichtigkeit in der deutschen Offensive betrifft, lässt sich vielleicht dadurch erklären, dass die kreativen Musiala und Wirtz aus unterschiedlichen Gründe ihre Probleme in der letzten Saison hatten und nicht in bestem Spielfluss sind. Sané kann die Offensive spielerisch nicht allein tragen und Havertz ist aufgrund seiner Position von den Ideen der Reihe hinter ihm abhängig. Insofern hätte der Bundestrainer gegen Ecuador die Variante mit Havertz auf der Zehn und mit Undav auf der Neun von Anfang an probieren können. Doch er scheint sich stur auf Undav als Hilfe von der Bank festgelegt zu haben, wovon er nicht abrücken will. Das hatte er bei der EM mit Füllkrug genauso gemacht. Es wundert mich, dass er selbst in diesem Spiel nicht flexibler agiert hat.
WM: Ecuador - Deutschland |#207
26.06.2026 - 15:49 Uhr
Die größte Frage, die ich mir stelle, ist: Wo sind unsere Stärken, nämlich das aggressive und erfolgreiche Pressing sowie das ballsichere Kombinationsspiel hin? Und wo ist die Form unserer Spieler flöten gegangen?
Man hat es gegen Finnland und gegen Curacao gesehen: Wenn der Knotenpunkt platzt, dann flutscht alles. Aber bis dahin ist das Spiel so unfassbar zäh und inspirationslos, wenn der Gegner ernstzunehmendes WM-Niveau hat.
Gestern war es psychisch, physisch und taktisch zu wenig.
Psychisch hat uns der bereits feststehende Gruppensieg offenbar doch mehr Behäbigkeit und weniger Zielstrebigkeit gegeben. Wenn man in unterschiedlicher Funktion auf den PKs die volle Konzentration und Professionalität als Marschroute vorausgibt, dann muss etwas dahinter stecken. Diesmal gab es aber kein geschlossenes Aufbäumen wie gegen die Elfenbeinküste zu sehen. Ecuador war die entscheidenden Schritte schneller und kühler. Klar, für Ecuador ging es ja auch um alles und ein kleines Fußball-Wunder, das ist dann gerade bei Südamerikanern ein Kampf auf Leben und Tod. Dass wir vorher so Ansagen drücken und dann so eine Körpersprache zeigen, steht dennoch in keinem Verhältnis.
Die Intensität und der Wille im Kopf haben sich auch ganz klar in den zweikämpfen widergespiegelt, und in der physischen Präsenz - Caicedo war hier das hungrige Leitbild. WIr hingegen haben eine fatale Zweikampfquote. Schon gegen die Elfenbeinküste fiel das auf. Die Ivorer und die Tri haben ein physisch starkes Team, das stimmt schon. Aber wenn die ganzen Spieler der DFB-Elf, die unter der Woche europäisch spielen, jedes Mal mit so einer fatalen Quote in den direkten Duellen bei ihren Clubs vom Platz kommen würden, wären sie keine Nationalspieler und der Hau-Drauf-und -renn-Ansatz von unseren beiden genannten Gegnern der erfolgreichste der Welt. Isser aber nicht. Warum wir dann bei dieser WM so sehr die körperlichen Eigenschaften vermissen lassen, die wir in den dreckigen Partien gegen Nordirland und Co. in der WM-Quali als Stilmittel zum Erfolg genutzt haben, ist mir total schleierhaft. Vielleicht sind es die Temperaturen, gestern wahrscheinlich noch der Rasen. Trotzdem sollten sich diese Unterschiede nicht so stark herauskristallisieren.
Wobei wir, wie @sultan-martinez das schon richtig analysiert hatte, gerade in der Offensive zu wenig Tempo, direktes Durchbruchvermögen und Stabilität haben. In der Premier League läuft das seit etlichen Jahren schneller als bei uns zuhause, vielleicht auch ein Grund, warum so viele junge Spieler dort scheitern oder wie Wirtz die schlechteste Saison ihres Lebens im ersten Inseljahr haben. Havertz hängt komplett ohne Anbindung zum Kombinationsspiel in der Luft (wenn man dieses nicht praktiziert, ist sein Vorteil gegenüber Undav auch hinfällig), kann sich mit dem Rücken zum Tor kaum richtig durchsetzen, da er eben eine falsche Neun ist und den Ball lieber anders bekäme. Wirtz wirkt links total verloren, und seine Pressingattitüde hat er auch ganz verloren, er holt sich dort viel zu selten Bälle, braucht mittlerweile auch sehr lang am Ball und als Sprinter ohnehin nicht geeignet. Selbiges mit Musiala, der zwar sehr bemüht, aber auch aus Fanbrillensicht am Ende des Tages einfach zu schlecht für die erste Elf ist. Was bringen all die Rhythmus-Minuten, wenn Jamal ohnehin so gut wie nichts gelingt und er so nur dem Team schadet? Er bindet die Gegenspieler nicht, er überbrückt kein Mittelfeld, er ist nicht schnell im Abschluss und der Entscheidungsfindung. Seine ganzen Finten scheint er auch vergessen zu haben: Gestern hatte er links zwei, dreimal Platz für ein direktes 1vs1, eine Rarität in diesem Spiel, und es sah fast so aus, als fiele ihm einfach nichts ein, wie er vorbeikommen kann.
Sane, der immerhin gestern sein erstes Turniertor all time erzielt hat, das im Übrigen kein schlechter Abschluss war, aber eigentlich in der juristischen Grauzone lag, wird sowieso nicht mehr zu dem Mann, den Nagelsmann in ihm sieht, möchte mich mangels Lust jetzt aber da nicht hereinsteigern. Beim Tor hatten wir und Pavlovic Glück, dass das Tor nicht zurückgenommen wurde.
Im defensiven Mittelfeld hatte die bisherige Entdeckung Felix Nmecha einen schwarzen Tag, ebenso wie Pavlovic, der überhaupt nicht mehr klarkommt. Defensiv hat er keinen Zugriff, das ganze Turnier schon nicht, und viele Ballverluste.
Kimmich war defensiv gestern gar nicht so das Problem, aber er kann seine Spielmacherrolle einfach nicht mehr gewinnbringend fürs Team ausfüllen. Er steht so unfassbar tief, dieses tiefe Spiel liegt ihm kaum. In den rechten Halbräumen des letzten Drittels sieht man ihn bei Bayern, hier ist er gefühlt von der Welt abgekapselt. Rüdiger und Tah waren gestern auch keine Sicherheitsfaktoren. Neuers Rückholaktion hat sich als der Fail mit Ansage erwiesen, eine wirklich extrem unerfolgreiche Rückholaktion. Ohne Spaß, wozu?
Und das System funktioniert auch nicht. Die Spieler werden in irgendetwas hereingepresst, was ihnen nicht liegt. Kimmich als RIV, Sane als Schienenspieler, Musiala zu tief und Wirtz zu weit draußen positioniert...So wirklich gut ist das System nur für Brown und Schlotterbeck. Der erste hat auch ein bisschen weiter hinten als LV keinen Qualitätsverlust, sein Positionskonkurrent Raum indes hat gezeigt, warum er momentan keine Option ist. Schlotterbeck ist jetzt auch erstmal weg.

Nagelsmann muss von diesem taktischen Korsett, in welches er die Spieler presst, abrücken. Es ist zu spät, wir entwickeln uns bei dieser WM nicht mehr zum gewünschten Topteam in diesem System, es passt gerade einfach nicht zum Team und wie so oft sollten bei der Natio ungeachtet der Statusse die aktuell formstärksten Spieler in einem taktisch möglichst nicht allzu ansprruchsvollen Plan aufgehen. Das spricht gegen das 3-4-3 oder 3-4-2-1, das spricht gegen Musiala, Wirtz, ja, sogar Pavlovic.
Im nächsten Spiel also hoffe ich auf Leute wie Undav, Stiller, Amiri, die von der Bank bewiesen haben, wie wertvoll sie sein können. Nagelsmann hat es selbst kürzlich gesagt: Warum sollte er den Rest des Kaders auf der Bank versauern lassen? Aber dann bitte den bereits erfolgreich erprobten Teil der Bank nutzen. Beier und Groß gehören da nicht dazu.

•     •     •

"Ich ziele nie. Denn wenn ich nicht weiß, wohin der Ball geht, woher soll es dann der Torwart wissen?" - Wayne Rooney


Dieser Beitrag wurde zuletzt von JoKuFCB am 26.06.2026 um 15:55 Uhr bearbeitet
WM: Ecuador - Deutschland |#208
26.06.2026 - 15:56 Uhr
Zitat von BillyReina1972

Zitat von Walloschke_B

Zitat von BillyReina1972

Man darf ja nicht vergessen, dass wir selbst gegen Luxemburg massive Probleme hatten und ohne Baumann damals verloren hätten in der Quali ! Was zeigt, dass es schon länger, genauer gesagt seit Beginn 2025!,nicht mehr wirklich klappt mit Zuordnung und Taktik.

Die Verhangnissvolle Mischung aus Spielern ohne Form und Selbstvertrauen sowie einem Trainer, der blind für das große ganze ist, wird uns irgendwann böse auf die Füße fallen.

Zwar kann man sagen: Bis auf seltene Ausnahmen wie 2006 haben wir eigentlich immer Punkte in der Grp Phase liegen gelassen. 2010 etwa Niederlage gegen Serbien.
Aber die Art und Weise gestern fand ich sehr alarmierend!


Sehe ich ähnlich. Wir wissen überhaupt nicht wirklich, wo wir stehen.

Ende 2024 waren wir, auch ohne Toni Kroos, noch gut und stabil unterwegs, auch 2x gegen die Niederlande.
Seitdem haben wir nur in der Nations League gegen richtig große Gegner gespielt. Und das war Experimentieren mit sehr schwankenden Resultaten. Gegen Italien teilweise überragend, teilweise alarmierend. Gegen Portugal und Frankreich (dort gute erste Hälfte) hat es nicht gereicht.
Danach Kimmich ins Mittelfeld, Slowakei-Katastrophe, dann Kimmich neu als echtes RV-DM-Hybrid.

Seitdem haben wir gegen keinen absoluten Topgegner gespielt und gegen gute Gegner (Top 20) wie die Schweiz, USA, Elfenbeinküste, Ecuador war das IMMER durchwachsen, bisher nicht einmal wirklich überzeugend.

Das würde ich schon sagen.

Ob da nun gerade etwas zusammenwächst oder ob es so nicht richtig passt, nicht der richtige Weg ist und durchwachsen bleibt, das ist hier die entscheidende Frage.

Und mein Eindruck ist schon auch: Nagelsmann hat Anfang 2024 seine Ambitionen, es besonders zu machen, etwas zurückgeschraubt. Seit 2025 ist er wieder voll in der alten Spur. Experimentieren und was Besonderes machen, statt es etwas einfacher zu lassen. Ich glaube, das meinte @Gaudino89 so auch in etwa?


Ja. Ich traue der Mannschaft selber eine Reaktion zu. Denke da wird es viele geben, die die Niederlage wurmt.
Aber Nagelsmann scheint in seiner Denkstruktur wirklich gefangen zu sein. Das ist wirklich übel.
Teilweise noch schlimmer finde ich aber, dass es auch keinen Gegenpol im Trainer team gibt. Wagner etwa gab intern anscheinend schon Wiederworte. Aber bei den jetzigen?

Kommen wir wiedererwarten doch recht weit dann liegt es an dem Willen mancher Spieler und weniger an der Genialität vom Bundesjulian. Auch wenn er dies wahrscheinlich dann als seinen großen Erfolg verkaufen wird.... 😅


Also ich hoffe irgendwo natürlich noch immer, dass Nagelsmann das Ding biegt und wir hinterher sagen können "Hut ab, das war ein guter Plan, der aufging."

Ich habe Zweifel und bei ganz Fußball-Deutschland sind die Zweifel wieder da.
Aber hoffen tue ich natürlich, dass sich das alles magisch zerstreut.

Was ich konkret auf das Spiel nicht so ganz checke ist das mit den Wechseln. Es schien mir, als ging es nur um vorher Abgesprochenes. Komplett egal, wie das Spiel aussieht. Wenn du das vorhast, wäre es doch gut, es vorher zu kommunizieren. Denn es gucken Millionen Fans zu und Kritiker. Und die ganze Welt.
Und alle sind hinterher verunsichert. Die Mannschaft wahrscheinlich leider auch.
Wenn du vorher nicht vom Einspielen statt Rotieren als Fokus sprichst, sind die Erwartungen an die Mannschaft ganz andere.

Wenn du da vorher sagst "wir werden das Spiel nutzen, bestimmten Spielern Spielzeit zu geben", dann ändert das die Bewertung komplett.

So wollte man sich einspielen. Hat nicht geklappt. In Hälfte 2 hat man dann aber doch ein wildes Testspiel draus gemacht, welches komplett chaotisch aussah.
Welchem Spieler, der Minuten bekommen hat, hat das eigentlich gut getan?

Ich checke den Ansatz nicht so richtig. Dann darfst du dich auch nicht wundern, wenn es dann im Nachgang sehr negativ bewertet wird.

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"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Walloschke_B am 26.06.2026 um 15:57 Uhr bearbeitet
WM: Ecuador - Deutschland |#209
26.06.2026 - 15:58 Uhr
Zitat von Walloschke_B
Zitat von sultan-martinez

Zitat von Walloschke_B

Woran ich hingegen nicht zweifle: Dass wir eine kommende Weltklassemannschaft sind. 2028 auf dem Peak, würde ich meinen. Natürlich müssen wir dazu weniger Verletzungspech haben.


Vor drei Wochen hätte ich den Take unterschrieben, mittlerweile mache ich mir hier aber auch mehr und mehr Sorgen. Der Fußball wird immer athletischer. Gerade die Premier League lebt das vor und setzt auf physisch starke und unglaublich schnelle Spieler. Die haben wir in Deutschland so gut wie gar nicht. Wirtz und Musiala kommen jetzt schon an ihre Grenzen und werden sich in diesen Attributen wohl nicht mehr weiterentwickeln. Unsere ganzen ZM-Hoffnungen wie Stiller, Kimmich, Pavlovic aber auch ein Bischoff oder Reitz können rein zweikampftechnisch ebenfalls überhaupt nicht mithalten. Selbst unsere "schnellsten" Offensivspieler wie Sane und Beier sind international gesehen keine krassen Sprinter. Nmecha ist da gut, aber der hat taktisch seine Probleme. Brown ist ein Hoffnungsschimmer. El Mala auch. Aber reicht das bei ihm für das oberste Regal, oder ist er "nur" in der Bundesliga wirklich herausragend? Ouedraogo könnte das vielleicht auch, wenn er nicht ständig verletzt wäre. Ansonsten - wer kommt denn da überhaupt nach, der in die Richtung physisch stark und schnell geht? Mir fällt niemand ein.


Ich weiss nicht. Das sehe ich nicht ganz so. Unterschiedliche Teams kommen über unterschiedliche Faktoren. Ich sehe nicht, dass nur noch die super physischen, athletischen und zweikampfstarken Teams gewinnen.

Ja, dass die Elfenbeinküste und Ecuador uns mit reiner Physis solche Probleme bereiten, kann einen nachdenklich stimmen. Aber darüber sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass wir 2024 mit der europäischen Spitze auf Augenhöhe waren. Und dass die Topteams in den Punkten echt unterschiedlich sind.

Turnierfavorit Frankreich setzt darauf, sehr kompakt zu sein, keine Lücken zu lassen. Und bei Ballgewinn über Tempo, Explosivität zu kommen. Sie haben halt die Spieler für das System, und zwar massig.
Bei Tempo und Physis würde ich denen Höchstwerte geben.

Spanien nun wieder ist komplett anders. Ja, die haben mit Nico Williams und Lamine Yamal auch richtig schnelle Außen. Physis: Nee, nicht so sehr ihr Ding. Technik, Ballbesitz, Pressing, Kombinationen.
Das ist keine physische Athletik- und Zweikampfmannschaft. Auch mit ihrem Stil kann man aber nach wie vor Turniere gewinnen.

Portugal kommt ebenfalls nicht über Zweikampf, Athletik, Tempo. Sie sind so ein bißchen Allrounder mit einem sehr spielstarken und intelligenten Mittelfeld, können aber auch gut umschalten. Bei denen sehe ich auch nicht, dass sie eine physische Athletik- und Zweikampfmannschaft wären. Geht aber auch so.

England ist dann wieder ein anderer Fall. Da sehe ich viel Physis und Intensität. Speed haben sie auch, können gut umschalten. Die können einiges. Unter Tuchel wirkt das weniger eindimensional als unter Southgate. Die hatten nach einem richtig guten Spiel (2. Hälfte Kroatien hat beeindruckt) dann ein aber auch ein merkwürdig schwaches Spiel.

Argentinien: Zweikampfstärke ja, Tempo und Athletik nicht so. Sie können alles, am besten wohl gut verteidigen und dann haben sie Messi.

Marokko: Das ist nun wieder ein Team, dass uns gar nicht liegen würde, glaube ich. Ja, die haben viel Physis und Tempo. Defensive Kompaktheit, Umschalten, Intensität.

Was ich sagen will: Man kann es so machen oder so. Es muss nicht über Zweikampf, Athletik, Tempo kommen. Deshalb mache ich mir da weniger Sorgen.

Aber Deutschland wirkt noch im Übergang. Die klare Identität, die konsequent gespielt wird und auch passt, die ist noch nicht da. Physis und Tempo sind bestimmt nicht die Dinge, über die wir gewinnen können.

Pressing, Intensität, Technik, Kombinationen mit guten Zwischenraum-Spielern. Das ist es wohl im Idealfall. Eine riskantere Variante als bei den meisten oben genannten. Wenn du das auf richtig hohem Level bringst, kann es funktionieren. Wenn du nicht ins Pressing kommst und zu wenig Intensität hast, wird es schwierig.
Es ist alles sehr auf Pressing und Spiel ausgelegt und wenn wir da nicht reinkommen, sieht es nicht gut aus.
Ich glaube, deshalb kann das sehr schwanken, wie unser Spiel aussieht.

Wir haben nicht die Grundkonstanten Physis, Defensive, Athletik, auf die du dich verlassen kannst.
Bei dem was wir machen, musst du unglaublich gut sein, damit es gegen gute Teams funktioniert. Ansonsten sieht's halt dann auch schnell schlecht aus.

Pavlovic etwa war absolute Klasse in der Champions League. Spielverständnis & Positionierung, Ruhe im Aufbau. Ideal hat er das Spielfeld vor sich. Wenn Deutschland in ein wildes physisches Spiel kommt, passt das nicht. Er kann Weltklasse sein, aber nicht, wenn Deutschland überhaupt nicht in das gewollte Spiel kommt. Dann wird's problematisch.

Gestern hätten wir eigentlich Robert Andrich gebraucht. Auch keinen Stiller oder Groß.
Wenn wir wirklich keine Kontrolle haben, um unser Spiel durchzubringen, dann bräuchten wir solch ein Element. Den Plan B haben wir aber nicht. Da hätte ja Nikolai Remberg besser ausgesehen als Pavlovic, Groß, Stiller.

Andrich neben Kroos war nicht so übel. Pascal Groß und Leon Goretzka nehmen wir noch mit. Eventuell hätte man da ein bißchen mehr drüber nachdenken sollen, was man macht, wenn man mit der Physis der Gegner Probleme hat und nicht in sein Spiel kommt. Da hätte durchaus Andrich eine Option sein können.
Es geht doch um Spielertypen für Situationen. Um Plan B, Plan C. Und du kannst 23 Feldspieler mitnehmen.

Was unsere Startelf für die Zukunft angeht: Was bleibt uns anderes übrig, als auf Pressing, Intensität, Technik, Kombinationen mit guten Zwischenraum-Spielern zu gehen?
Das schreiben uns die vorhanden Spielertypen eigentlich vor.

Allerdings denke ich, dass man, wie 2014, für ein erfolgreiches Turnier mehr braucht als das. Zu allererst braucht man Kompaktheit, eine defensive Grundstabilität.

Und da bin ich dann doch wieder bei dir und muss sagen, dass die Zweikampfstärke von Khedira und Schweinsteiger super wichtig war. Und Kroos war ein Taktgeber, welcher Pavlovic so wohl nicht werden kann. Passqualität & „Spielöffner“-Level, Kontrolle des Spiels, Pressingresistenz auf Elite-Level.

2014 war ein Mittelfeld, das Spiele absichert und kontrolliert.
2026 ist ein Mittelfeld, das (im Idealfall) Spiele öffnet und dominiert, aber auch mehr Risiko akzeptiert. Das Öffnen und Dominieren müsste da schon besser funktionieren, um Erfolg zu haben.

Um bei dem Vergleich zu bleiben: Felix Nmecha könnte theoretisch ein neuer Khedira sein. Aber er ist offensiver orientiert, weniger defensiv diszipliniert, hat weniger Abräumer-Instinkt.
Aktuell wäre da Andrich wohl noch immer am nächsten. Danach vielleicht Anton Stach.

Ob du mit Spiele öffnen, dominieren, Risiko eingehen jemals Turniere gewinnen kannst, kann man sich fragen. Und ansonsten kannst du dich fragen, wie wir mit den Spielern, die wir haben, sonst spielen sollten.
Welche Spielweise könnte uns erfolgreicher machen? Schwierig.

Vielleicht wäre es nach der WM, je nach Ausgang, wieder Zeit für etwas wie Anfang 2024: Es muss ein "Worker" ins Mittelfeld. Egal, ob der erstmal internationale Elite zu sein scheint oder nicht.
Davon ist Nagelsmann ganz klar 2025 wieder abgegangen. Wie unser aktuelles Mittelfeld gegen Frankreich, England, Spanien, Portugal, Argentinien aussehen würde, kann man sich fragen.

Für dieses Turnier: Schaun mer mal. Zu große Erwartungen dürfen wir nicht haben. Aber es kann durchaus sein, dass uns die nächsten Gegner wieder besser liegen, je nach Turnierbaum.

2014 hatte die deutsche Mannschaft mit Schweinsteiger, Lahm, Klose Führungsspieler auf Schlüsselpositionen, die diesmal in dieser Anzahl fehlen. Dazu hatte man einen Kroos und Özil wohl in besserer Verfassung als Musiala und Wirtz aktuell und mit Müller einen weiteren torgefährlichen Strafraumspieler. Aktuell gibt es aus meiner Sicht auch in der aktuellen Verfassung mit Undav und vielleicht noch Sané nur zwei Spieler, die Gefahr ausstrahlen können. Was kommt dahinter? Havertz ist bisher ungefährlich und wird kaum in Szene gesetzt. Undav ist als Joker vorgesehen, Woltemade und Beier dürften aktuell im Ernstfall die Kohlen auch nicht aus dem Feuer holen. Wir müssen also unsere Erwartungen zurückschrauben. Der WM-Titel kann zwar anvisiert werden, doch man kann ihn nicht erwarten. Unter normalen Umständen sind die anderen Titelanwärter erst recht nach Schlotterbecks Ausfall besser und tiefer besetzt.
WM: Ecuador - Deutschland |#210
26.06.2026 - 16:01 Uhr
Zitat von JoKuFCB
Die größte Frage, die ich mir stelle, ist: Wo sind unsere Stärken, nämlich das aggressive und erfolgreiche Pressing sowie das ballsichere Kombinationsspiel hin? Und wo ist die Form unserer Spieler flöten gegangen?
Man hat es gegen Finnland und gegen Curacao gesehen: Wenn der Knotenpunkt platzt, dann flutscht alles. Aber bis dahin ist das Spiel so unfassbar zäh und inspirationslos, wenn der Gegner ernstzunehmendes WM-Niveau hat.
Gestern war es psychisch, physisch und taktisch zu wenig.
Psychisch hat uns der bereits feststehende Gruppensieg offenbar doch mehr Behäbigkeit und weniger Zielstrebigkeit gegeben. Wenn man in unterschiedlicher Funktion auf den PKs die volle Konzentration und Professionalität als Marschroute vorausgibt, dann muss etwas dahinter stecken. Diesmal gab es aber kein geschlossenes Aufbäumen wie gegen die Elfenbeinküste zu sehen. Ecuador war die entscheidenden Schritte schneller und kühler. Klar, für Ecuador ging es ja auch um alles und ein kleines Fußball-Wunder, das ist dann gerade bei Südamerikanern ein Kampf auf Leben und Tod. Dass wir vorher so Ansagen drücken und dann so eine Körpersprache zeigen, steht dennoch in keinem Verhältnis.
Die Intensität und der Wille im Kopf haben sich auch ganz klar in den zweikämpfen widergespiegelt, und in der physischen Präsenz - Caicedo war hier das hungrige Leitbild. WIr hingegen haben eine fatale Zweikampfquote. Schon gegen die Elfenbeinküste fiel das auf. Die Ivorer und die Tri haben ein physisch starkes Team, das stimmt schon. Aber wenn die ganzen Spieler der DFB-Elf, die unter der Woche europäisch spielen, jedes Mal mit so einer fatalen Quote in den direkten Duellen bei ihren Clubs vom Platz kommen würden, wären sie keine Nationalspieler und der Hau-Drauf-und -renn-Ansatz von unseren beiden genannten Gegnern der erfolgreichste der Welt. Isser aber nicht. Warum wir dann bei dieser WM so sehr die körperlichen Eigenschaften vermissen lassen, die wir in den dreckigen Partien gegen Nordirland und Co. in der WM-Quali als Stilmittel zum Erfolg genutzt haben, ist mir total schleierhaft. Vielleicht sind es die Temperaturen, gestern wahrscheinlich noch der Rasen. Trotzdem sollten sich diese Unterschiede nicht so stark herauskristallisieren.
Wobei wir, wie @sultan-martinez das schon richtig analysiert hatte, gerade in der Offensive zu wenig Tempo, direktes Durchbruchvermögen und Stabilität haben. In der Premier League läuft das seit etlichen Jahren schneller als bei uns zuhause, vielleicht auch ein Grund, warum so viele junge Spieler dort scheitern oder wie Wirtz die schlechteste Saison ihres Lebens im ersten Inseljahr haben. Havertz hängt komplett ohne Anbindung zum Kombinationsspiel in der Luft (wenn man dieses nicht praktiziert, ist sein Vorteil gegenüber Undav auch hinfällig), kann sich mit dem Rücken zum Tor kaum richtig durchsetzen, da er eben eine falsche Neun ist und den Ball lieber anders bekäme. Wirtz wirkt links total verloren, und seine Pressingattitüde hat er auch ganz verloren, er holt sich dort viel zu selten Bälle, braucht mittlerweile auch sehr lang am Ball und als Sprinter ohnehin nicht geeignet. Selbiges mit Musiala, der zwar sehr bemüht, aber auch aus Fanbrillensicht am Ende des Tages einfach zu schlecht für die erste Elf ist. Was bringen all die Rhythmus-Minuten, wenn Jamal ohnehin so gut wie nichts gelingt und er so nur dem Team schadet? Er bindet die Gegenspieler nicht, er überbrückt kein Mittelfeld, er ist nicht schnell im Abschluss und der Entscheidungsfindung. Seine ganzen Finten scheint er auch vergessen zu haben: Gestern hatte er links zwei, dreimal Platz für ein direktes 1vs1, eine Rarität in diesem Spiel, und es sah fast so aus, als fiele ihm einfach nichts ein, wie er vorbeikommen kann.
Sane, der immerhin gestern sein erstes Turniertor all time erzielt hat, das im Übrigen kein schlechter Abschluss war, aber eigentlich in der juristischen Grauzone lag, wird sowieso nicht mehr zu dem Mann, den Nagelsmann in ihm sieht, möchte mich mangels Lust jetzt aber da nicht hereinsteigern. Beim Tor hatten wir und Pavlovic Glück, dass das Tor nicht zurückgenommen wurde.
Im defensiven Mittelfeld hatte die bisherige Entdeckung Felix Nmecha einen schwarzen Tag, ebenso wie Pavlovic, der überhaupt nicht mehr klarkommt. Defensiv hat er keinen Zugriff, das ganze Turnier schon nicht, und viele Ballverluste.
Kimmich war defensiv gestern gar nicht so das Problem, aber er kann seine Spielmacherrolle einfach nicht mehr gewinnbringend fürs Team ausfüllen. Er steht so unfassbar tief, dieses tiefe Spiel liegt ihm kaum. In den rechten Halbräumen des letzten Drittels sieht man ihn bei Bayern, hier ist er gefühlt von der Welt abgekapselt. Rüdiger und Tah waren gestern auch keine Sicherheitsfaktoren. Neuers Rückholaktion hat sich als der Fail mit Ansage erwiesen, eine wirklich extrem unerfolgreiche Rückholaktion. Ohne Spaß, wozu?
Und das System funktioniert auch nicht. Die Spieler werden in irgendetwas hereingepresst, was ihnen nicht liegt. Kimmich als RIV, Sane als Schienenspieler, Musiala zu tief und Wirtz zu weit draußen positioniert...So wirklich gut ist das System nur für Brown und Schlotterbeck. Der erste hat auch ein bisschen weiter hinten als LV keinen Qualitätsverlust, sein Positionskonkurrent Raum indes hat gezeigt, warum er momentan keine Option ist. Schlotterbeck ist jetzt auch erstmal weg.

Nagelsmann muss von diesem taktischen Korsett, in welches er die Spieler presst, abrücken. Es ist zu spät, wir entwickeln uns bei dieser WM nicht mehr zum gewünschten Topteam in diesem System, es passt gerade einfach nicht zum Team und wie so oft sollten bei der Natio ungeachtet der Statusse die aktuell formstärksten Spieler in einem taktisch möglichst nicht allzu ansprruchsvollen Plan aufgehen. Das spricht gegen das 3-4-3 oder 3-4-2-1, das spricht gegen Musiala, Wirtz, ja, sogar Pavlovic.
Im nächsten Spiel also hoffe ich auf Leute wie Undav, Stiller, Amiri, die von der Bank bewiesen haben, wie wertvoll sie sein können. Nagelsmann hat es selbst kürzlich gesagt: Warum sollte er den Rest des Kaders auf der Bank versauern lassen? Aber dann bitte den bereits erfolgreich erprobten Teil der Bank nutzen. Beier und Groß gehören da nicht dazu.

Warum hat er dann die Bankspieler nicht von Anfang spielen lassen? Wenn nicht in diesem Spiel, wann dann?
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