Jugendfußball

Wer leistet beste Jugendarbeit?

29.01.2011 - 18:44 Uhr
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#231
14.06.2013 - 16:52 Uhr
Zitat von HansaFan26:
Man sollte Hansa Rostock nicht vergessen. Vor drei Jahren Deutscher A-Jugend Meister und durch den Sieg gegen die Bayern gestern schon mit einem Bein im Finale. Dazu u.a. Toni Kroos, der aus der Jugend von Hansa kommt.


Man sollte bzw muss alles in Relationen setzen. Wir (sprich Hansa) haben eine wirklich gute Jugendarbeit - gemessen an unseren Möglichkeiten. Wir hatten sehr früh ein Internat und deren erste Schüler gehen bald in (Fussball-)Rente. Man hat eine gute Kontinuität in der Führung und bei den Trainern. Auch die Erfolge bleiben nicht aus - gerade dieses Jahr leistet die A-Jugend in Anbetracht der Situation wirklich großes.

Bei uns z.B. mangelt es aber am letzten Schritt. Der letzte "Große" Jugendspieler ist Toni Kroos. Viele anderen spielen Liga 2-4 oder sitzen in Liga 1 auf der Bank (bei Werder z.B.). Hier muss man einfach besser werden und die Jungen auch mal an den Verein binden. Gerade Jungs wie Trybull, Jordanov oder Müller gehen zu sehen tut wirklich weh.
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#232
14.06.2013 - 19:20 Uhr
Zitat von Forever_Hansa:
Zitat von HansaFan26:
Man sollte Hansa Rostock nicht vergessen. Vor drei Jahren Deutscher A-Jugend Meister und durch den Sieg gegen die Bayern gestern schon mit einem Bein im Finale. Dazu u.a. Toni Kroos, der aus der Jugend von Hansa kommt.


Man sollte bzw muss alles in Relationen setzen. Wir (sprich Hansa) haben eine wirklich gute Jugendarbeit - gemessen an unseren Möglichkeiten. Wir hatten sehr früh ein Internat und deren erste Schüler gehen bald in (Fussball-)Rente. Man hat eine gute Kontinuität in der Führung und bei den Trainern. Auch die Erfolge bleiben nicht aus - gerade dieses Jahr leistet die A-Jugend in Anbetracht der Situation wirklich großes.

Bei uns z.B. mangelt es aber am letzten Schritt. Der letzte "Große" Jugendspieler ist Toni Kroos. Viele anderen spielen Liga 2-4 oder sitzen in Liga 1 auf der Bank (bei Werder z.B.). Hier muss man einfach besser werden und die Jungen auch mal an den Verein binden. Gerade Jungs wie Trybull, Jordanov oder Müller gehen zu sehen tut wirklich weh.


Das sagt unser neuer sportlicher Leiter ja auch. Er bemängelt, bzw. Edi Jordanov hat bemängelt, dass vorher zu wenig mit ihm gesprochen wurde von seiten des Vereins und er sich deswegen schon frühzeitig nach Gesprächen mit Jürgen Klopp für den BVB entschieden hat. So viel Kommunikation und Kümmern wie jetzt unter Uwe Vester hat er noch nie bei Hansa erlebt. Ich denke wir sind da auf einem guten Weg. Vester selbst hat die alte Führung ja auch kritisiert, dass viel zu spät mit unseren Talenten verhandelt wurde und sich das jetzt ändern wird.
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#233
15.06.2013 - 10:06 Uhr
Also ich finde man kann das nicht ganz klar definieren wer jetzt die beste oder eine weniger gute Jugendarbeit hat. Ich würde sagen, dass die Deutsche Jugendarbeit mit der Russischen und Spanischen führend ist. Die schlechteste Jugendarbeit hat denke ich mal Italien. Da wird leider Gottes auch kein Wert auf die Jugend gelegt.
Aber kommen wir zurück zu Deutschland und Russland. Russland hat eine sehr gute Talentförderung, wenn wir uns auf die Jugendnationalmannschaften beziehen. Bei Spartak Moskau,
ZSKA oder Lok Moskau kamen in den letzten Jahren klasse Spieler ins Rampenlicht:

Dzagoev, Schennikov, Akinfeev ect...

Da im Osten die Anzahl der guten Vereine, die auch international Spielen sich in Grenzen hält bekommt man leider nicht soviel davon mit :/:
Aber ich schätze das die Jugendspieler sehr früh eine Ideologie eingebläut bekommen, die sie dazu veranlasst immer Disziplin zu Zeigen( Liegt wahrscheinlich auch an der Regierung in Russland).
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#234
21.06.2013 - 17:02 Uhr
Meister ihrer Klassen wurden aber die E- und die D-Junioren, während die U19 am Sonntag bei Hansa Rostock (13.15 Uhr) um den Meistertitel der A-Jugend-Bundesliga spielt. Irgendetwas muss im Hintergrund gerade ziemlich gut laufen bei diesem Klub, der zuletzt vordergründig vor allem mit ziemlich großen Investitionen auffiel, die er ziemlich zielsicher vernichtete.
Ein Artikel in der Süddeutschen über die Jugendarbeit des VfL Wolfsburg. Ein bisschen oberflächlich geschrieben, aber für den ein oder anderen der nicht so viel mit dem VfL NLZ zu tun hat, vielleicht doch interessant.

Unsere Jugend wird weiterhin finanziell von VW aufgepumpt, demnächst wird ein neues Topmodernes Stadion für die Frauen- und Jugendmannschaften entstehen. Dazu gibts neue Trainingsplätze, etc.

Worauf der Artikel nicht eingeht und was ich als einen Schlüssel beim VfL sehe, sind meines Erachtens die dualen Schul- und Ausbildungssysteme die der VfL anbietet. Jung Bin Park beispielsweise, aktuell Profi bei Fürth, kam vor ca. 3 Jahren aus Südkorea zum VfL, obwohl er wusste, dass er in Deutschland als Nicht-EU Bürger und ohne Eltern die in Deutschland arbeiten von der FIFA keine Spielberechtigung bis zum 18. LJ bekommen würde. Er kam aber trotzdem, weil er letztlich eine Ausbildung beim VW machen konnte und hochqualifiziert auf die Welt ohne Fußball vorbereitet wurde. Dafür nahm er es in kauf 2 Jahre nur trainieren und keine Spiele machen zu können.

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VfL: Per aspera ad astra

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Frisbee am 21.06.2013 um 17:04 Uhr bearbeitet
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#235
13.12.2019 - 17:50 Uhr
Ich würde sagen, dass Schalke die beste Jugendarbeit in Deutschland liefert. Mit Norbert Elgert hat man einen Mann, der Spieler (auch auf persönlicher Ebene) wie kein Zweiter weiterentwickelt. Dazu zählen Leroy Sané, Julian Draxler, Manuel Neuer, Thilo Kehrer, Joel Matip, Mesut Özil, Sead Kolašinac, Max Meyer und in Zukunft sicherlich auch Ahmed Kutucu. Ob man jetzt Goretzka und Nübel, die beide mit 18 nach Gelsenkirchen wechselten, dazuzählt, tut da fast schon gar nicht mehr zur Sache. Des Weiteren haben sich auch Nassim Boujellab und Levent Mercan mittlerweile einen Kaderplatz gesichert.

Das Problem, welches Schalke vielmehr hat, ist, dass man aus diesen Talenten zu selten finanziellen Profit schlägt.

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EISERN!
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#236
26.01.2024 - 01:04 Uhr
CIES Football hat die weltweit profitabelsten Akademien von 2014 bis 2023 aufgelistet.
https://football-observatory.com/WeeklyPost446

Und unter den deutschen Vereinen befindet sich die Akademie von Leverkusen am 1.Platz.

Schalke befindet sich am 3.Platz, aber wenn man sich den Zeitraum von 2019 bis 2023 anschaut sind sie sogar hinter Leipzig. Finde ich krass das Leipzig im Zeitraum von 2019 bis 2023 am 5.Platz steht. Welche Leipziger Talente wurden bis jetzt großartig verkauft?

Ist generell arg das es so wenig deutsche Teams in diese Liste schafften.
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#237
27.01.2024 - 14:03 Uhr
Zitat von MartinMartin
CIES Football hat die weltweit profitabelsten Akademien von 2014 bis 2023 aufgelistet.
https://football-observatory.com/WeeklyPost446

Und unter den deutschen Vereinen befindet sich die Akademie von Leverkusen am 1.Platz.

Schalke befindet sich am 3.Platz, aber wenn man sich den Zeitraum von 2019 bis 2023 anschaut sind sie sogar hinter Leipzig. Finde ich krass das Leipzig im Zeitraum von 2019 bis 2023 am 5.Platz steht. Welche Leipziger Talente wurden bis jetzt großartig verkauft?

Ist generell arg das es so wenig deutsche Teams in diese Liste schafften.


Wundert mich auch ein bisschen, dass es nicht mehr deutsche Vereine auf diese Liste geschafft haben. Vor allem Mainz hätte ich auf jeden Fall drauf vermutet.

•     •     •

Fußball: Fan des FC Bayern München, Sympathien für viele weitere Vereine, allen voran Sport-Union Neckarsulm,
SG Sonnenhof Großaspach, SSV Ulm, Waldhof Mannheim und Stuttgarter Kickers.

Darts: Fan von Peter Wright, Martin Schindler und vielen weiteren Spielern.
Wer leistet beste Jugendarbeit? |#238
27.12.2024 - 11:41 Uhr
Die Problematik der Jugendausbildung im deutschen Fußball


Deutschland war in der Vergangenheit eine Nation mit herausragenden Mittelstürmern: von Uwe Seeler, Jupp Heynckes, Gerd Müller, Klaus Fischer, Horst Hrubesch, Klaus Allofs, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Oliver Bierhoff, Miroslav Klose bis hin zu vielen anderen.

Die Mittelstürmer, die zwischen 1982 und 1985 geboren wurden, sind wahrscheinlich die letzte Generation mit wahren 9er-Eigenschaften, darunter Stefan Kießling, Kevin Kuranyi, Mike Hanke, Patrick Helmes und Mario Gomez. Diese Spieler repräsentieren die letzte Reihe von Top-Mittelstürmern, die Deutschland ausgebildet hat.

Vergessen wir nicht, dass Miroslav Klose sein erstes Bundesliga-Spiel im April 2000 hatte und Mario Gomez (geboren 1985) im Mai 2004 sein Debüt gab. Deutschland hat jedoch in den folgenden zwanzig Jahren keinen einzigen Top-Mittelstürmer mehr ausgebildet! Grundsätzlich haben wir in Deutschland seit zwei Jahrzehnten keine guten Mittelstürmer-Talente mehr trainiert, und wir müssen uns die Frage stellen, warum das so ist.
Es ist nicht akzeptabel zu sagen, „es ist in Ordnung, Probleme auf bestimmten Positionen zu haben“, denn das ist absolut nicht in Ordnung, wenn man die Erfolgsbilanz in der Ausbildung guter Mittelstürmer betrachtet. Als führende Fußballnation können wir uns nicht nur Ausreden erlauben, sondern müssen Lösungen finden.
Ich frage mich auch, warum der DFB so viel Geld in den DFB-Campus (früher „DFB Akademie“) investiert, wenn dieses Problem seit 20 Jahren besteht und nicht behoben wird.

2009 entschied sich der DFB, dem „spanischen Fußballweg“ zu folgen und den Schwerpunkt auf das Passspiel und Rondo zu legen. Dadurch wurden viele körperlich robustere Spieler zu Innenverteidigern umgeschult, während für die Mittelstürmer vor allem auf Passspiel und Pressing geachtet wurde. Doch alle Fußballvereine und Jugendtrainer konzentrieren sich zu sehr auf das Passspiel und Rondo, während andere wichtige Aspekte für einen Mittelstürmer vernachlässigt werden.

Die Angreifer werden darauf trainiert, gut im Passspiel und Pressing zu sein, wobei das Training hauptsächlich aus Rondo besteht. Alles andere, wie Beidfüßigkeit, Zweikampfverhalten, Physis, Robustheit, Kopfballspiel und Abschlusstraining, wird vernachlässigt und ist im Nachwuchstraining nicht mehr vorhanden.

Ohne diese Schlüsselattribute und Spezialfähigkeiten sind unsere Talente nicht mehr richtig ausgebildet, dank all der „Pep-Wannabes“ unter den Jugendtrainern und den DFB-Richtlinien. Das gesamte deutsche Fußballsystem ist nicht mehr in der Lage, Mittelstürmer auszubilden, die den modernen 9er-Anforderungen entsprechen. Timo Werner war als Mittelstürmer bei der WM 2018 völlig fehl am Platz und wies in vielerlei Hinsicht Schwächen auf:

1) Kann keinen Kopfball spielen, kann nicht mit dem Rücken zum Tor agieren.
2) Sehr schwach in Zweikämpfen.
3) Scort nur Tore aus Kontern.
4) Eingeschränkter Abschluss, geringe Physis, kein Kopfballspiel, kein Wandspiel.
5) Sehr hastig und nicht konzentriert im Strafraum.
6) Kann mit der Physis gegnerischer Innenverteidiger nicht umgehen und findet nur auf dem linken Flügel Chancen.

Werners Bilanz in den Kopfballduellen bei der WM 2018 war katastrophal: 0% (sogar gegen Mexiko und Südkorea) und nur 35% gewonnene Zweikämpfe. Alle verlorenen Duelle bedeuten weniger zweite Ballchancen im Aufbauspiel und erschweren gute Abschlussmöglichkeiten. Timo Werner ist ein schwacher Abschlussspieler und hat im Kopfballspiel nichts zu bieten, was unser Offensivspiel sehr berechenbar macht.
Alle Gegner wissen, dass wir mit Timo Werner auf Konter setzen müssen, da er nicht als Mittelstürmer agieren kann, sondern eher wie eine umherirrende Hängespitze spielt. Selbst bei RB Leipzig war Timo Werner eher eine Hängespitze hinter Yusuf Poulsen, der Wandspiel, Zweikampfverhalten, Kopfballspiel, Physis und Robustheit in die Offensive brachte. Somit war Poulsen der 9er, während Werner als Hängespitze agierte und kaum Skills als 9er zeigte.

Timo Werner als Hängespitze ist im Grunde genommen wie Serge Gnabry oder Marco Reus auf dieser Position; sie alle müssen hinter einem echten 9er spielen. Timo Werner spielt fast nie gut als 9er, während Gnabry, Reus, Thomas Müller und Mario Götze... alle besser sind als er. In dieser Zeit haben wir also nie wirklich Mittelstürmer ausgebildet.

Er wollte sich auch nicht weiterentwickeln; Timo Werner ist abgesehen von seiner Schnelligkeit ein schwacher Fußballer. Er kann nur im Konterspiel glänzen, aber wenn die Gegner tiefer stehen, wird Werner besonders nutzlos, da er ein schwacher Abschlussspieler ist (braucht 10 Chancen für ein Tor) und keine Fähigkeiten als Fußballer hat.

Timo Werner war ein Grund, warum Deutschland seit 2018 ein Mittelstürmer-Problem hat, wahrscheinlich unsere dunkle Zeit in Bezug auf nationale Fußballergebnisse. Wir haben auch Serge Gnabry als Mittelstürmer ausprobiert, aber wie Timo Werner ist er eher eine Hängespitze.

Ich denke, Havertz hat etwas mehr Potenzial, weil er das Kopfballspiel beherrscht. Das Problem im Nachwuchstraining ist, dass wir keine echten Mittelstürmer trainieren können, insbesondere solche, die als alleiniger 9er agieren und Physis sowie Robustheit, Kopfballspiel und Zweikampfverhalten gegen große, physische Verteidiger bieten können.

Wir bilden viel zu viele Halbstürmer aus, aber nicht genügend Mittelstürmer-Talente in Deutschland. Wenn all diese Halbstürmer oder Hängespitzen nicht als Mittelstürmer (alleiniger 9er) spielen können, wie Timo Werner, Maxi Beier, Nick Woltemade (obwohl er 1,98 m groß ist, hat er nie sein Kopfballspiel trainiert), Armando Sieb, Lucas Copado, Fabio Torsiello, Robert Ramsak, Paris Brunner, Etcibasi und Robin Stolpe... sind einige Beispiele, die keine Chance haben, auf Profi-Niveau als Mittelstürmer zu spielen, weil ihnen die Qualitäten fehlen, die sie besser als Halbstürmer hinter einem 9er machen, aber niemals als 9er selbst.

Selbst Havertz hat eine bessere Physis und Robustheit sowie ein besseres Kopfballspiel als all diese „Stürmer-Talente“. Havertz hat tatsächlich gute Statistiken, und ich glaube nicht, dass jemand, auch nicht Timo Werner (der heutzutage wirklich ein schwacher Spieler ist), eine bessere Karriere als Havertz hat. Havertz kann jede Position spielen und ist immer besser als die anderen.

Van Nistelrooy, Aubameyang, Van Persie, Thierry Henry, Benzema, Luis Suárez und Lewandowski haben ihre Karrieren nicht als Mittelstürmer begonnen. Viele von ihnen starteten als Flügelspieler oder offensive Mittelfeldspieler. Aber sie alle haben eine gute Physis, Robustheit und Kampfkraft gegen starke Innenverteidiger. Viele der oben genannten Spieler sind zu schwach und können nur im Konterspiel agieren; wenn der Gegner die Defensive tief stehen lässt, sind all diese Halbstürmer und Hängespitzen ohne Physis nicht existent.

Es ist also nicht wahr, dass die Bundesliga-Klubs keine großen, körperlichen, kopfballstarken Mittelstürmer benötigen, wir bilden sie in Deutschland einfach nicht mehr aus. Alle großen, physischen Spieler werden als Innenverteidiger eingesetzt, sodass wir nur die kleinen Spieler in der Offensive spielen lassen. Selbst Horst Hrubesch hat das gesagt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Bundesliga-Teams, wenn sie nach Mittelstürmer-Talenten suchen, nicht auf deutsche Spieler setzen, sondern im Ausland einkaufen (Dänemark, Schweden, Serbien, Kroatien, Frankreich, Belgien, Griechenland, Slowenien, Norwegen), einfach weil wir nur Halbstürmer oder Hängespitzen ausbilden, aber nicht genügend Mittelstürmer.

Dänemark, Kroatien, Schweden und Belgien sind Konkurrenten auf demselben Niveau wie der DFB. Lassen Sie uns nicht denken, dass wir nur gegen Spanien oder England Schwierigkeiten haben; wir haben immer Probleme gegen all diese tiefstehenden Defensivteams.

Ich nenne das das „Timo-Werner-Syndrom“, wenn Teams in Deutschland glauben, dass ein Halbstürmer oder eine Hängespitze wie Timo Werner der ideale 9er sein sollte.

Die Zeiten haben sich geändert, und wir befinden uns in einer völlig anderen Ära als 2010. 2010 dachten viele, dass falsche 9er und all die kleinen, wendigen Angreifer die Zukunft seien; aber wir sehen jetzt einige Schwächen, da diese kleinen, wendigen Angreifer mit der Physis größerer Verteidiger nicht umgehen können, ein eingeschränktes Kopfballspiel haben und in der Box nicht kampfbereit sind. Sie sind einfach nicht daran gewöhnt, mit dem Rücken zum Tor zu spielen.

Wenn wir auf 2024 vorspulen, sehen wir die Schwächen von falschen 9ern oder kleinen 9ern. Über 90% der Top-5-Ligen in Europa haben große, physische Mittelstürmer. Selbst Man City, Arsenal und Barcelona legen mehr Wert auf Physis in der Mittelstürmer-Position. Das Experiment mit dem falschen 9er hat, meiner Meinung nach, fast sein Ende erreicht. Die körperlich schwächeren Spieler ohne Kopfballspiel und mit einer niedrigen Zweikampfquote werden in der Mittelstürmer-Position ausgeschlossen.

Das Nachwuchstraining in Deutschland produziert jedoch weiterhin massenhaft falsche 9er und Halbstürmer. Es ist zu schwierig für sie, wieder Mittelstürmer auszubilden, da die Mittelstürmer-Position ein anderes Skillset und eine andere Ausbildung erfordert.

Die Nachwuchstrainer in Deutschland sind einfach nicht mehr gut genug dafür. Es ist eine Schande, denn Deutschland war früher eine Nation, die erstklassige Mittelstürmer hervorgebracht hat.

Das „Timo-Werner-Syndrom“ ist ein Problem, da wir die falschen Anforderungen und Voraussetzungen für Mittelstürmer-Talente in Deutschland haben. Wir bieten einfach die falsche Ausbildung an, sodass viele Aspekte vernachlässigt werden und wir die falschen Spieler auswählen.

Besonders besorgt bin ich über die Jugendausbildung in Deutschland, insbesondere im Fall von Nick Woltemade. Trotz seines physischen Profils und Potenzials hat Werder Bremen sein Kopfballspiel überhaupt nicht trainiert. Selbst wenn er nur 1,70 m groß wäre, würde er aufgrund seiner fehlenden Kopfballtechnik nicht anders spielen.

Dies spiegelt die aktuelle Nachwuchsarbeit in Deutschland wider, die kaum noch Mittelstürmer ausbildet und Talente mit guter Größe vergeudet.

Wir verschwenden einfach Talente.

Zusätzlich empfinde ich, dass das Fitness- und Konditionstraining in Deutschland veraltet ist. Wir sollten den Spielern helfen, ihre Muskel- und Sehnenelastizität zu verbessern und ihre Flexibilität zu steigern, um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden. In Deutschland fehlt es an Konzepten, die Gymnastik, Calisthenics und Yoga in das Fitness-Training integrieren. Daher sehen wir, dass viele unserer Talente bereits in jungen Jahren mit schweren Sehnenverletzungen zu kämpfen haben, mehr als in anderen Ländern.

Wir benötigen ein umfassendes Update im Training, sowohl in der Fitness- und physischen Perspektive als auch in technischen Aspekten.

Wir sind einfach im Moment hinter vielen anderen Nationen im Training zurück.

Kein Wunder, dass die Bundesliga-Klubs weiterhin aus dem Ausland einkaufen.
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