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Weitere Mitarbeiter des BVB

18.06.2013 - 12:23 Uhr
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1751
08.10.2019 - 10:59 Uhr
Zitat von Borussenpower1
Zitat von DerMoe

Zitat von bvb_rockzz

[quelleheader=Quelle:a target="_blank" rel="noreferrer noopener"schwatzgelb.de
Zumal es dabei keine erkennbare Strategie gibt, mit der man eine zuvor erarbeitete Linie, ein definiertes Leitbild, verfolgt. Dies müsste von den für die Kommunikation zuständigen Personen entwickelt und erarbeitet werden. Im Organigramm von Borussia Dortmund gibt es hierfür eine gesamte Abteilung (Kommunikationsstrategie, Unternehmenskommunikation, Interne Kommunikation, Sportkommunikation etc.). Hierbei ist es nicht ausreichend, irgendwelche internen „Paragraphen“ als Leitbild zu definieren, wobei man sich schon schwer damit tut, den Refrain der Vereinshymne von Borussia Dortmund korrekt abzuschreiben. Oftmals wirkt es so, dass der Aufbau und das Erscheinungsbild der Stadionzeitung deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält, als die wirklichen Kernfragen im Hinblick auf eine Unternehmenskommunikation. Zeitgemäße und gute Kommunikation ist beim BVB eine Seltenheit geworden, dabei lebt ein Fußballverein auch sehr von seiner kommunikativen Macht. Die Abteilung ist strategisch zu schwach und die ausführenden Angestellten werden sehr schlecht geführt.


Wenn man sich in dieser - wie ich finde sehr treffenden - Analayse den recht ausführlichen Part zum Thema Kommunikation/Kommunikationsstrategie durchliest, dann muss man unweigerlich auf die Personalie Sascha Fligge zu sprechen kommen. Eine Person, die in den Medien wenig bis gar nicht kommentiert wird, an der es aber von bestimmten Seiten immer wieder teils heftige Kritik gibt.


Hab ich gestern auch gelesen und finde vieles daran richtig.
Aber es geht ja nicht nur um Fligge, ich finde das Thema ist viel größer.

Ich kritisiere das ja gerade im Zusammenhang mit der Transferpolitik in letzter Zeit häufiger. Es wird hier viel romatisches Geblubber betrieben, aber gleichzeitig schafft man bei den Personalien nahezu jede Möglichkeit der Identifikation nach und nach ab. Der Kader ist ein Durchlauferhitzer und das nicht mehr nur für die Jadon Sanchos dieser Welt. Auch gestandene, erfahrene Profis verweilen hier eher 1-2 Jahre als mal länger zu bleiben.
Ich hab dabei ja immer ganz gerne mal ein Auge auf die "Rekordspieler" Statistik bei uns. Dort sind mit relevanten Zahlen momentan noch der komplett aussortierte Schmelzer, der 34 Jahre alte Pischu und Rückkehrer Hummels vertreten. Reus ist auf seine alten Tage auch noch dabei da eine ordentliche Zahl zusammen zu kriegen. Und dann hörts schon auf. 2 davon werden nach der Saison vermutlich weg sein. Danach halten Hummels und Reus hier mit 31 Jahren noch die Fahne hoch. Der Rest wird aus Spielern bestehen die hier keine relevante Geschichte haben und jederzeit ausgetauscht werden können. VVLs erlebt man hier ja kaum noch.

Und ich halte das nicht für eine finanzielle Notwendigkeit. Das ist schlichtes Trial&Error Chaos-Prinzip.

Und ich finde die Transferpolitik ist da absolutes Symbolbild und entscheidend dafür wie der Verein kommuniziert. Je anonymer und beliebiger die Truppe da auf dem Feld ist, desto distanzierter auch das Verhältnis zu den Fans. Desto eher wird bei jedem Rückpass gepfiffen und desto eher erwartet man auch, dass "die da unten einfach ihren Job machen" und einen wenigstens mit Titeln zufrieden stellen. Und dann bitte nicht mehr benötigte Spieler wie Schmelle und Pischu direkt aussortieren. Für verdienste kann man sich hier nichts kaufen. Der nächste bitte.

Aber um auf deinen Punkt zurück zu kommen: Ja, Fligge passt genau in dieses Bild. Das hetzen durch die PKs, das arrogannte, süffisante Abwiegeln jeder kritischen Frage oder Fragen über Transfers (da passt er sehr gut zu Zorc, der auf PKs auch keinen guten Eindruck hinterlässt) und das vorschnelle Beenden der PKs wenn sich nicht schnell genug jemand meldet. Im Zusammenspiel mit Favre, der das wohl ohnehin als unnötige Last empfindet sind die PKs schon lange zu einer zumutung geworden. Man merkt es auch hier im Forum, die werden hier gar nicht mehr erwähnt. Würde man einfach Aufzeichnungen der PKs vor den letzten Spielen gegen die selbe Mannschaft zeigen würden das viele wohl gar nicht bemerken.

Es gibt so viele Ausprägungen an denen das zu merken ist. Vieles Kleinigkeiten, die insgesamt aber zeigen wie dieser Verein kommuniziert. Es sei mal der hochnotpeinliche, englischsprachige Twitter-Account Black-Yellow erwähnt, den man mehr als offensichtlich an irgendeine x-beliebige Agentur ausgelagert hat. Oder die Kommunikation bei Verletzungen. Diese Null-Information, weil den Kunden/Fan das nichts angeht.
Oder VVLs, da zeichnet sich im Fall Guerreiro gerade das nächste Kommunikations-Fiasko ab.


Da ich es gestern im Akanji-Thread angesprochen habe, ich weiß dass das alles Spekulationen bleiben werden, aber: Inwieweit ist die PK mittlerweile gelenkt? So einfallslos können die Medien nicht sein oder ist das einfach eine lustlose Pflichtveranstaltung geworden an denen selbst die Medienvertreter schon verzweifeln und offen gesagt: "Keinen Bock mehr haben"? Sie bekommen ja meist eh nur irgendein Gestammel mit 0,1% Inhalt.

Vielleicht ist die VVL mit Guerreiro auch schon durch? Das hatten wir ja auch schon, dass VVL`s erst Monate später publik gemacht wurden, auch wenn das dann eher frühzeitige Verlängerungen waren, während es sich hier um einen auslaufenden Vertrag handelt.


Zumindest lässt die enorme Ausgrenzung der Ruhrnachrichten und allen voran Dersch, nachdem diese früh über Probleme mit Tuchel berichteten und gerne kritische Fragen dazu stellten erahnen, dass es kein Zuckerschlecken ist mit dieser Führung kritisch umzugehen.

Hab ich bei einem Verein auch selten erlebt, dass ein "Haus und Hofblatt" so deutlich fallen gelassen und von jeden Infos abgeschnitten wurde. Seitdem ist ja Funke auf einmal die einzige Agentur mit einem Draht bei uns.

Ich finde man merkt derzeit auch, dass Dersch und der Kicker die einzigen sind, die sich sehr heftig kritisch rantrauen.
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1752
08.10.2019 - 11:04 Uhr
Zitat von DerMoe
Zitat von bvb_rockzz

[quelleheader=Quelle:a target="_blank" rel="noreferrer noopener"schwatzgelb.de
Zumal es dabei keine erkennbare Strategie gibt, mit der man eine zuvor erarbeitete Linie, ein definiertes Leitbild, verfolgt. Dies müsste von den für die Kommunikation zuständigen Personen entwickelt und erarbeitet werden. Im Organigramm von Borussia Dortmund gibt es hierfür eine gesamte Abteilung (Kommunikationsstrategie, Unternehmenskommunikation, Interne Kommunikation, Sportkommunikation etc.). Hierbei ist es nicht ausreichend, irgendwelche internen „Paragraphen“ als Leitbild zu definieren, wobei man sich schon schwer damit tut, den Refrain der Vereinshymne von Borussia Dortmund korrekt abzuschreiben. Oftmals wirkt es so, dass der Aufbau und das Erscheinungsbild der Stadionzeitung deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält, als die wirklichen Kernfragen im Hinblick auf eine Unternehmenskommunikation. Zeitgemäße und gute Kommunikation ist beim BVB eine Seltenheit geworden, dabei lebt ein Fußballverein auch sehr von seiner kommunikativen Macht. Die Abteilung ist strategisch zu schwach und die ausführenden Angestellten werden sehr schlecht geführt.


Wenn man sich in dieser - wie ich finde sehr treffenden - Analayse den recht ausführlichen Part zum Thema Kommunikation/Kommunikationsstrategie durchliest, dann muss man unweigerlich auf die Personalie Sascha Fligge zu sprechen kommen. Eine Person, die in den Medien wenig bis gar nicht kommentiert wird, an der es aber von bestimmten Seiten immer wieder teils heftige Kritik gibt.


Hab ich gestern auch gelesen und finde vieles daran richtig.
Aber es geht ja nicht nur um Fligge, ich finde das Thema ist viel größer.

Ich kritisiere das ja gerade im Zusammenhang mit der Transferpolitik in letzter Zeit häufiger. Es wird hier viel romatisches Geblubber betrieben, aber gleichzeitig schafft man bei den Personalien nahezu jede Möglichkeit der Identifikation nach und nach ab. Der Kader ist ein Durchlauferhitzer und das nicht mehr nur für die Jadon Sanchos dieser Welt. Auch gestandene, erfahrene Profis verweilen hier eher 1-2 Jahre als mal länger zu bleiben.
Ich hab dabei ja immer ganz gerne mal ein Auge auf die "Rekordspieler" Statistik bei uns. Dort sind mit relevanten Zahlen momentan noch der komplett aussortierte Schmelzer, der 34 Jahre alte Pischu und Rückkehrer Hummels vertreten. Reus ist auf seine alten Tage auch noch dabei da eine ordentliche Zahl zusammen zu kriegen. Und dann hörts schon auf. 2 davon werden nach der Saison vermutlich weg sein. Danach halten Hummels und Reus hier mit 31 Jahren noch die Fahne hoch. Der Rest wird aus Spielern bestehen die hier keine relevante Geschichte haben und jederzeit ausgetauscht werden können. VVLs erlebt man hier ja kaum noch.

Und ich halte das nicht für eine finanzielle Notwendigkeit. Das ist schlichtes Trial&Error Chaos-Prinzip.



Ich denke es ist beides. Wenn Watzke sagt, dass rund 33% der Kaufnebenkosten bei einem Transfer von der eingehenden Ablöse abgehen, kann man sich auch gut vorstellen, woher das Geld kommen muss, um die Verlängerungsnebenkosten zu bezahlen. Da wird der Ursprung kein großartig anderer sein. Ich gebe dir dennoch Recht, was Trial and Error betrifft, bezogen auf die Transferpolitik, die diesen Durchlauferhitzer BVB bestimmt. Dabei geht es auch nicht nur um die beiden Extrema Topspieler, die zu viel Geld gemacht werden und Flops, die sofort wieder abgegeben werden, sondern auch Spieler dazwischen. Die werden teils sogar verlängert, obwohl die Transferpolitik eigentlich gegen diese Verlängerung schießt.

Das war bei Weigl zuletzt extrem, indem man für Witsel viel Geld ausgab, statt Weigl einen passenden Nebenmann zu holen, der dessen Probleme lösen kann (da ist es bei der verhältnismäßig - auch im Kontext sonstiger Invests im zentralen Mittelfeld - moderaten Investition in Dahoud geblieben). Dabei wollte Weigl auch schon mehrfach weg und man hat ihn immer gehalten, genau mit der Begründung, dass er ja mal der nächste Identifikationsspieler des BVB werden soll. Mit der Transferpolitik war das für mich aber immer unmöglich, da diese dem Vorhaben stets widersprach (auf die eine oder andere Art und Weise) und wer weiß schon, ob Weigl das überhaupt (wirklich) wollte, als er verlängerte. Daher geht es in meinen Augen bei der Erschaffung von Identifikationsfiguren immer auch darum, dass man sie nicht nur so nennt oder ihnen das Potenzial zuschreibt, sondern auch aktiv dafür sorgen muss, dass dafür überhaupt der Spielraum vorhanden ist. Will heißen: sämtliche sportliche Entscheidungen (und da gehört eben nicht nur eine konsistente und zielführende Transferpolitik dazu) müssen unterstützend ausgelegt sein, damit das überhaupt möglich ist, wobei das dann immer noch nicht garantiert, dass ein Spieler auf ewig bleiben (will).

Auch ein Aubameyang wurde nach seinen Verlängerungen schließlich immer mehr zur Identifikationsfigur - vor allem innerhalb der Mannschaft wurde er von außen zum Integrationsbeauftragten gemacht - erhoben und war letztendlich doch nur darauf aus, solange er darin einen Vorteil sah. Von dem her ist es dann eben auch in genug - wenn nicht in den meisten - Fällen sicher so, dass Identifikation mit dem BVB sicher kein übergeordnetes Entscheidungskriterium für Spieler und daher auch nicht für den Verein sein können und dürfen. Daher sollte man sich vielleicht auch etwas davon lösen, dass es heute noch Identifikationsfiguren gibt. Die Spieler haben 10-15 Jahre Zeit, um das Maximum aus ihrer Karriere zu machen und in diesem Zeitraum bleibt wenig Platz für Romantik oder den Luxus an ein und demselben Ort zu verharren. Das geht nur, wenn wirklich alles passt: Finanzen, sportliche und persönliche Entwicklung, sodass es keine Steigerung zum BVB gibt. Wenn das aber aktuell passiert, sind die Spieler in den meisten Fällen (deutlich) überbezahlt.

Ich glaube daher, dass man über die Transferpolitik hier sicherlich eine größere Steuerwirkung hat, aber auch, dass es genug Fällen geben wird, in denen nichts zu machen ist, weil es schlicht finanzielle Grenzen gibt. Die sind aber sicher nach oben korrigierbar, wenn in der Transferpolitik weniger Fehler gemacht würden. Dass dann aber bis zum Schluss Identifikationsfiguren über bleiben, glaube ich nicht. Denn ab einem gewissen Alter heißt es dann in meinen Augen, dass ein Verkauf lohnenswerter ist als eine weitere Verlängerung. Gerade wenn der Nachschub aus der Jugend nicht sichergestellt werden kann, gönnt man sich auch einen gewissen Luxus mit Piszczek und vor allem Reus. Der Verein wird hier also auch immer eine Gratwanderung machen müssen, sofern er es überhaupt in der eigenen Hand hat.



Und ich finde die Transferpolitik ist da absolutes Symbolbild und entscheidend dafür wie der Verein kommuniziert. Je anonymer und beliebiger die Truppe da auf dem Feld ist, desto distanzierter auch das Verhältnis zu den Fans. Desto eher wird bei jedem Rückpass gepfiffen und desto eher erwartet man auch, dass "die da unten einfach ihren Job machen" und einen wenigstens mit Titeln zufrieden stellen. Und dann bitte nicht mehr benötigte Spieler wie Schmelle und Pischu direkt aussortieren. Für verdienste kann man sich hier nichts kaufen. Der nächste bitte.



Ich denke eher, dass das eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist. Der kann man sicher mit einer passenden Kommunikationsstrategie entgegenwirken, allerdings auch nur, wenn diese sich am Ende bewahrheitet. Und das kann man weder durch die Transferpolitik bedingt garantieren, noch wird man für die Entscheidungen der Spieler pro BVB bürgen können - außer man verausgabt sich, womit man gewissermaßen erpressbar ist, was aber auch nichts garantiert. Watzke musste das mit Miki bspw. auf die harte Tour lernen und mit den Rückholaktionen - die meines Erachtens das größte Gift für Identifikationsfiguren auf den Platz sind - hat er es in meinen Augen immer noch nicht gelernt.



Aber um auf deinen Punkt zurück zu kommen: Ja, Fligge passt genau in dieses Bild. Das hetzen durch die PKs, das arrogannte, süffisante Abwiegeln jeder kritischen Frage oder Fragen über Transfers (da passt er sehr gut zu Zorc, der auf PKs auch keinen guten Eindruck hinterlässt) und das vorschnelle Beenden der PKs wenn sich nicht schnell genug jemand meldet. Im Zusammenspiel mit Favre, der das wohl ohnehin als unnötige Last empfindet sind die PKs schon lange zu einer zumutung geworden. Man merkt es auch hier im Forum, die werden hier gar nicht mehr erwähnt. Würde man einfach Aufzeichnungen der PKs vor den letzten Spielen gegen die selbe Mannschaft zeigen würden das viele wohl gar nicht bemerken.

Es gibt so viele Ausprägungen an denen das zu merken ist. Vieles Kleinigkeiten, die insgesamt aber zeigen wie dieser Verein kommuniziert. Es sei mal der hochnotpeinliche, englischsprachige Twitter-Account Black-Yellow erwähnt, den man mehr als offensichtlich an irgendeine x-beliebige Agentur ausgelagert hat. Oder die Kommunikation bei Verletzungen. Diese Null-Information, weil den Kunden/Fan das nichts angeht.
Oder VVLs, da zeichnet sich im Fall Guerreiro gerade das nächste Kommunikations-Fiasko ab.


Da bin ich komplett bei dir. Der BVB ist hier definitiv unnahbar, obwohl es eigentlich genau über diese Mittel Nähe herzustellen gilt - nicht mehr über die Spieler. Denn hierauf hat man einen Einfluss. Wenn Favre bspw. seine Taktik lang und breit erklären würde, sodass es zumindest mal jeder gehört hätte, was er warum vorhat, würde er auch auf mehr Verständnis stoßen. Damit erzählt er wahrscheinlich auch keinem gegnerischen Trainer etwas, was er nicht selbst rausfinen konnte, wenn er etwas Fachkompetenz und Beobachtungsgabe hat. Stattdessen gibt es kryptische oder überhebliche Aussagen, wie vor allem unter Stöger, der meinte, dass er wüsste, woran es liegt ... aber auch, dass er nichts machen könne und offenbar auch danach passierte nichts ...

Ich glaube damit hat man auch einiges aufgestaut in den letzten Jahren, weil man nicht Ross und Reiter nannte. Wenn man nicht für Verständnis wirbt, wird man also auch keines Erwarten können. Auch dann nicht, wenn man es unbegründet macht. Und genau daher rührt dann in meinen Augen auch der Kompensationsanspruch, dass Leistungen und vor allem Erfolge enorm hoch bewertet werden, weil es das einzig bewertbare bleibt, kann man nicht tiefer in die Marterie eindringen.
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1753
08.10.2019 - 11:21 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von DerMoe

Zitat von bvb_rockzz

[quelleheader=Quelle:a target="_blank" rel="noreferrer noopener"schwatzgelb.de
Zumal es dabei keine erkennbare Strategie gibt, mit der man eine zuvor erarbeitete Linie, ein definiertes Leitbild, verfolgt. Dies müsste von den für die Kommunikation zuständigen Personen entwickelt und erarbeitet werden. Im Organigramm von Borussia Dortmund gibt es hierfür eine gesamte Abteilung (Kommunikationsstrategie, Unternehmenskommunikation, Interne Kommunikation, Sportkommunikation etc.). Hierbei ist es nicht ausreichend, irgendwelche internen „Paragraphen“ als Leitbild zu definieren, wobei man sich schon schwer damit tut, den Refrain der Vereinshymne von Borussia Dortmund korrekt abzuschreiben. Oftmals wirkt es so, dass der Aufbau und das Erscheinungsbild der Stadionzeitung deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält, als die wirklichen Kernfragen im Hinblick auf eine Unternehmenskommunikation. Zeitgemäße und gute Kommunikation ist beim BVB eine Seltenheit geworden, dabei lebt ein Fußballverein auch sehr von seiner kommunikativen Macht. Die Abteilung ist strategisch zu schwach und die ausführenden Angestellten werden sehr schlecht geführt.


Wenn man sich in dieser - wie ich finde sehr treffenden - Analayse den recht ausführlichen Part zum Thema Kommunikation/Kommunikationsstrategie durchliest, dann muss man unweigerlich auf die Personalie Sascha Fligge zu sprechen kommen. Eine Person, die in den Medien wenig bis gar nicht kommentiert wird, an der es aber von bestimmten Seiten immer wieder teils heftige Kritik gibt.


Hab ich gestern auch gelesen und finde vieles daran richtig.
Aber es geht ja nicht nur um Fligge, ich finde das Thema ist viel größer.

Ich kritisiere das ja gerade im Zusammenhang mit der Transferpolitik in letzter Zeit häufiger. Es wird hier viel romatisches Geblubber betrieben, aber gleichzeitig schafft man bei den Personalien nahezu jede Möglichkeit der Identifikation nach und nach ab. Der Kader ist ein Durchlauferhitzer und das nicht mehr nur für die Jadon Sanchos dieser Welt. Auch gestandene, erfahrene Profis verweilen hier eher 1-2 Jahre als mal länger zu bleiben.
Ich hab dabei ja immer ganz gerne mal ein Auge auf die "Rekordspieler" Statistik bei uns. Dort sind mit relevanten Zahlen momentan noch der komplett aussortierte Schmelzer, der 34 Jahre alte Pischu und Rückkehrer Hummels vertreten. Reus ist auf seine alten Tage auch noch dabei da eine ordentliche Zahl zusammen zu kriegen. Und dann hörts schon auf. 2 davon werden nach der Saison vermutlich weg sein. Danach halten Hummels und Reus hier mit 31 Jahren noch die Fahne hoch. Der Rest wird aus Spielern bestehen die hier keine relevante Geschichte haben und jederzeit ausgetauscht werden können. VVLs erlebt man hier ja kaum noch.

Und ich halte das nicht für eine finanzielle Notwendigkeit. Das ist schlichtes Trial&Error Chaos-Prinzip.



Ich denke es ist beides. Wenn Watzke sagt, dass rund 33% der Kaufnebenkosten bei einem Transfer von der eingehenden Ablöse abgehen, kann man sich auch gut vorstellen, woher das Geld kommen muss, um die Verlängerungsnebenkosten zu bezahlen. Da wird der Ursprung kein großartig anderer sein. Ich gebe dir dennoch Recht, was Trial and Error betrifft, bezogen auf die Transferpolitik, die diesen Durchlauferhitzer BVB bestimmt. Dabei geht es auch nicht nur um die beiden Extrema Topspieler, die zu viel Geld gemacht werden und Flops, die sofort wieder abgegeben werden, sondern auch Spieler dazwischen. Die werden teils sogar verlängert, obwohl die Transferpolitik eigentlich gegen diese Verlängerung schießt.

Das war bei Weigl zuletzt extrem, indem man für Witsel viel Geld ausgab, statt Weigl einen passenden Nebenmann zu holen, der dessen Probleme lösen kann (da ist es bei der verhältnismäßig - auch im Kontext sonstiger Invests im zentralen Mittelfeld - moderaten Investition in Dahoud geblieben). Dabei wollte Weigl auch schon mehrfach weg und man hat ihn immer gehalten, genau mit der Begründung, dass er ja mal der nächste Identifikationsspieler des BVB werden soll. Mit der Transferpolitik war das für mich aber immer unmöglich, da diese dem Vorhaben stets widersprach (auf die eine oder andere Art und Weise) und wer weiß schon, ob Weigl das überhaupt (wirklich) wollte, als er verlängerte. Daher geht es in meinen Augen bei der Erschaffung von Identifikationsfiguren immer auch darum, dass man sie nicht nur so nennt oder ihnen das Potenzial zuschreibt, sondern auch aktiv dafür sorgen muss, dass dafür überhaupt der Spielraum vorhanden ist. Will heißen: sämtliche sportliche Entscheidungen (und da gehört eben nicht nur eine konsistente und zielführende Transferpolitik dazu) müssen unterstützend ausgelegt sein, damit das überhaupt möglich ist, wobei das dann immer noch nicht garantiert, dass ein Spieler auf ewig bleiben (will).

Auch ein Aubameyang wurde nach seinen Verlängerungen schließlich immer mehr zur Identifikationsfigur - vor allem innerhalb der Mannschaft wurde er von außen zum Integrationsbeauftragten gemacht - erhoben und war letztendlich doch nur darauf aus, solange er darin einen Vorteil sah. Von dem her ist es dann eben auch in genug - wenn nicht in den meisten - Fällen sicher so, dass Identifikation mit dem BVB sicher kein übergeordnetes Entscheidungskriterium für Spieler und daher auch nicht für den Verein sein können und dürfen. Daher sollte man sich vielleicht auch etwas davon lösen, dass es heute noch Identifikationsfiguren gibt. Die Spieler haben 10-15 Jahre Zeit, um das Maximum aus ihrer Karriere zu machen und in diesem Zeitraum bleibt wenig Platz für Romantik oder den Luxus an ein und demselben Ort zu verharren. Das geht nur, wenn wirklich alles passt: Finanzen, sportliche und persönliche Entwicklung, sodass es keine Steigerung zum BVB gibt. Wenn das aber aktuell passiert, sind die Spieler in den meisten Fällen (deutlich) überbezahlt.

Ich glaube daher, dass man über die Transferpolitik hier sicherlich eine größere Steuerwirkung hat, aber auch, dass es genug Fällen geben wird, in denen nichts zu machen ist, weil es schlicht finanzielle Grenzen gibt. Die sind aber sicher nach oben korrigierbar, wenn in der Transferpolitik weniger Fehler gemacht würden. Dass dann aber bis zum Schluss Identifikationsfiguren über bleiben, glaube ich nicht. Denn ab einem gewissen Alter heißt es dann in meinen Augen, dass ein Verkauf lohnenswerter ist als eine weitere Verlängerung. Gerade wenn der Nachschub aus der Jugend nicht sichergestellt werden kann, gönnt man sich auch einen gewissen Luxus mit Piszczek und vor allem Reus. Der Verein wird hier also auch immer eine Gratwanderung machen müssen, sofern er es überhaupt in der eigenen Hand hat.


Und ich finde die Transferpolitik ist da absolutes Symbolbild und entscheidend dafür wie der Verein kommuniziert. Je anonymer und beliebiger die Truppe da auf dem Feld ist, desto distanzierter auch das Verhältnis zu den Fans. Desto eher wird bei jedem Rückpass gepfiffen und desto eher erwartet man auch, dass "die da unten einfach ihren Job machen" und einen wenigstens mit Titeln zufrieden stellen. Und dann bitte nicht mehr benötigte Spieler wie Schmelle und Pischu direkt aussortieren. Für verdienste kann man sich hier nichts kaufen. Der nächste bitte.



Ich denke eher, dass das eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist. Der kann man sicher mit einer passenden Kommunikationsstrategie entgegenwirken, allerdings auch nur, wenn diese sich am Ende bewahrheitet. Und das kann man weder durch die Transferpolitik bedingt garantieren, noch wird man für die Entscheidungen der Spieler pro BVB bürgen können - außer man verausgabt sich, womit man gewissermaßen erpressbar ist, was aber auch nichts garantiert. Watzke musste das mit Miki bspw. auf die harte Tour lernen und mit den Rückholaktionen - die meines Erachtens das größte Gift für Identifikationsfiguren auf den Platz sind - hat er es in meinen Augen immer noch nicht gelernt.


Aber um auf deinen Punkt zurück zu kommen: Ja, Fligge passt genau in dieses Bild. Das hetzen durch die PKs, das arrogannte, süffisante Abwiegeln jeder kritischen Frage oder Fragen über Transfers (da passt er sehr gut zu Zorc, der auf PKs auch keinen guten Eindruck hinterlässt) und das vorschnelle Beenden der PKs wenn sich nicht schnell genug jemand meldet. Im Zusammenspiel mit Favre, der das wohl ohnehin als unnötige Last empfindet sind die PKs schon lange zu einer zumutung geworden. Man merkt es auch hier im Forum, die werden hier gar nicht mehr erwähnt. Würde man einfach Aufzeichnungen der PKs vor den letzten Spielen gegen die selbe Mannschaft zeigen würden das viele wohl gar nicht bemerken.

Es gibt so viele Ausprägungen an denen das zu merken ist. Vieles Kleinigkeiten, die insgesamt aber zeigen wie dieser Verein kommuniziert. Es sei mal der hochnotpeinliche, englischsprachige Twitter-Account Black-Yellow erwähnt, den man mehr als offensichtlich an irgendeine x-beliebige Agentur ausgelagert hat. Oder die Kommunikation bei Verletzungen. Diese Null-Information, weil den Kunden/Fan das nichts angeht.
Oder VVLs, da zeichnet sich im Fall Guerreiro gerade das nächste Kommunikations-Fiasko ab.


Da bin ich komplett bei dir. Der BVB ist hier definitiv unnahbar, obwohl es eigentlich genau über diese Mittel Nähe herzustellen gilt - nicht mehr über die Spieler. Denn hierauf hat man einen Einfluss. Wenn Favre bspw. seine Taktik lang und breit erklären würde, sodass es zumindest mal jeder gehört hätte, was er warum vorhat, würde er auch auf mehr Verständnis stoßen. Damit erzählt er wahrscheinlich auch keinem gegnerischen Trainer etwas, was er nicht selbst rausfinen konnte, wenn er etwas Fachkompetenz und Beobachtungsgabe hat. Stattdessen gibt es kryptische oder überhebliche Aussagen, wie vor allem unter Stöger, der meinte, dass er wüsste, woran es liegt ... aber auch, dass er nichts machen könne und offenbar auch danach passierte nichts ...

Ich glaube damit hat man auch einiges aufgestaut in den letzten Jahren, weil man nicht Ross und Reiter nannte. Wenn man nicht für Verständnis wirbt, wird man also auch keines Erwarten können. Auch dann nicht, wenn man es unbegründet macht. Und genau daher rührt dann in meinen Augen auch der Kompensationsanspruch, dass Leistungen und vor allem Erfolge enorm hoch bewertet werden, weil es das einzig bewertbare bleibt, kann man nicht tiefer in die Marterie eindringen.


Bezüglich der Spieler sehe ich das etwas anders. Weil es eben wie du schon sagtest nicht du die Extrema gibt. Dass ein Sancho hier irgendwann geht - geschenkt. Dass man einen Pulisic dann irgendwann abgeben muss wenn die US-Vermarktungsmaschine 65 Mio generiert - alles gut.

Die Transfers die mich stören sind die, die durch den Durchlauferhitzer ohne Sinn und Verstand laufen. Die Diallos und Wolfs. Die Yarmolenkos, Mors und Merinos. Usw. Wobei die letzten beiden ja wenigstens noch zur Talentschiene zählen.

Aber mit Blick in die Vergangenheit: Musste z.B. ein Matthias Ginter hier weg? Hat der Verkauf irgendwas bewegt außer, dass wir seitem IVs durchprobieren und einen nach dem anderen für zu schlecht befinden, aktuell wieder Akanji? Bender, Toprak, Sahin und wie sie alle heißen, die nun woanders Leistung bringen?
Mir geht es nicht um die einzelnen Namen, die kann man alle strittig diskutieren, gerade mit den Themen Anschlag und Tuchel-Entlassung im Hintergrund.

Aber es diese Kategorie Spieler die den Kader normalerweise formen und sein Herz sein sollte. Wenn dann außenherum ein paar Supertalente rumhüpfen die jederzeit auf dem Sprung -egal. Aber das Herzstück, das aus Spielern besteht, für die der BVB eher das obere Limit ist und bei denen dich VVLs auch nicht Kopf und Kragen kosten und die gerne hier bleiben würden, rotieren wir seit Jahren auch wieder durch und das ist der Punkt den ich nicht verstehe. Warum muss man überhaupt für 20 Mio einen Delaney kaufen? Diesen Spieltypen hatte man mehrfach im Kader, sie spielen heute nur woanders.

Und da sind wir dann auch beim Thema Jugend. Man könnte diese Jungs natürlich auch selbst formen. Und damit meine ich nicht die Jungs die man in der U17 aus der Welt zusammenkauft. Sondern die Raschls und Unbehaun dieser Welt. Das sind die Jungs die man hier groß machen muss. Dazu muss man ihnen Platz einräumen sich zu entfalten. Das sind Jungs bei denen keiner schreit "der nächste Messi". Die aber hier ein wichtiges Puzzlestück im Kader werden können bei entsprechender Entwicklung und die die Fans mit der Zeit feiern würden. Und solche Spieler können mMn durchaus auch heute als absolut Identifikationsfiguren herhalten. Das sieht man an Reus ganz gut. Hätte der nicht so eine "Dortmunder Jung" Geschichte wäre er mit seinen unkonstanten Leistungen hier in einem anderen Licht.
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1754
08.10.2019 - 11:52 Uhr
Zitat von DerMoe
Zitat von BVBBC

Zitat von DerMoe

Zitat von bvb_rockzz

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Zumal es dabei keine erkennbare Strategie gibt, mit der man eine zuvor erarbeitete Linie, ein definiertes Leitbild, verfolgt. Dies müsste von den für die Kommunikation zuständigen Personen entwickelt und erarbeitet werden. Im Organigramm von Borussia Dortmund gibt es hierfür eine gesamte Abteilung (Kommunikationsstrategie, Unternehmenskommunikation, Interne Kommunikation, Sportkommunikation etc.). Hierbei ist es nicht ausreichend, irgendwelche internen „Paragraphen“ als Leitbild zu definieren, wobei man sich schon schwer damit tut, den Refrain der Vereinshymne von Borussia Dortmund korrekt abzuschreiben. Oftmals wirkt es so, dass der Aufbau und das Erscheinungsbild der Stadionzeitung deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält, als die wirklichen Kernfragen im Hinblick auf eine Unternehmenskommunikation. Zeitgemäße und gute Kommunikation ist beim BVB eine Seltenheit geworden, dabei lebt ein Fußballverein auch sehr von seiner kommunikativen Macht. Die Abteilung ist strategisch zu schwach und die ausführenden Angestellten werden sehr schlecht geführt.


Wenn man sich in dieser - wie ich finde sehr treffenden - Analayse den recht ausführlichen Part zum Thema Kommunikation/Kommunikationsstrategie durchliest, dann muss man unweigerlich auf die Personalie Sascha Fligge zu sprechen kommen. Eine Person, die in den Medien wenig bis gar nicht kommentiert wird, an der es aber von bestimmten Seiten immer wieder teils heftige Kritik gibt.


Hab ich gestern auch gelesen und finde vieles daran richtig.
Aber es geht ja nicht nur um Fligge, ich finde das Thema ist viel größer.

Ich kritisiere das ja gerade im Zusammenhang mit der Transferpolitik in letzter Zeit häufiger. Es wird hier viel romatisches Geblubber betrieben, aber gleichzeitig schafft man bei den Personalien nahezu jede Möglichkeit der Identifikation nach und nach ab. Der Kader ist ein Durchlauferhitzer und das nicht mehr nur für die Jadon Sanchos dieser Welt. Auch gestandene, erfahrene Profis verweilen hier eher 1-2 Jahre als mal länger zu bleiben.
Ich hab dabei ja immer ganz gerne mal ein Auge auf die "Rekordspieler" Statistik bei uns. Dort sind mit relevanten Zahlen momentan noch der komplett aussortierte Schmelzer, der 34 Jahre alte Pischu und Rückkehrer Hummels vertreten. Reus ist auf seine alten Tage auch noch dabei da eine ordentliche Zahl zusammen zu kriegen. Und dann hörts schon auf. 2 davon werden nach der Saison vermutlich weg sein. Danach halten Hummels und Reus hier mit 31 Jahren noch die Fahne hoch. Der Rest wird aus Spielern bestehen die hier keine relevante Geschichte haben und jederzeit ausgetauscht werden können. VVLs erlebt man hier ja kaum noch.

Und ich halte das nicht für eine finanzielle Notwendigkeit. Das ist schlichtes Trial&Error Chaos-Prinzip.



Ich denke es ist beides. Wenn Watzke sagt, dass rund 33% der Kaufnebenkosten bei einem Transfer von der eingehenden Ablöse abgehen, kann man sich auch gut vorstellen, woher das Geld kommen muss, um die Verlängerungsnebenkosten zu bezahlen. Da wird der Ursprung kein großartig anderer sein. Ich gebe dir dennoch Recht, was Trial and Error betrifft, bezogen auf die Transferpolitik, die diesen Durchlauferhitzer BVB bestimmt. Dabei geht es auch nicht nur um die beiden Extrema Topspieler, die zu viel Geld gemacht werden und Flops, die sofort wieder abgegeben werden, sondern auch Spieler dazwischen. Die werden teils sogar verlängert, obwohl die Transferpolitik eigentlich gegen diese Verlängerung schießt.

Das war bei Weigl zuletzt extrem, indem man für Witsel viel Geld ausgab, statt Weigl einen passenden Nebenmann zu holen, der dessen Probleme lösen kann (da ist es bei der verhältnismäßig - auch im Kontext sonstiger Invests im zentralen Mittelfeld - moderaten Investition in Dahoud geblieben). Dabei wollte Weigl auch schon mehrfach weg und man hat ihn immer gehalten, genau mit der Begründung, dass er ja mal der nächste Identifikationsspieler des BVB werden soll. Mit der Transferpolitik war das für mich aber immer unmöglich, da diese dem Vorhaben stets widersprach (auf die eine oder andere Art und Weise) und wer weiß schon, ob Weigl das überhaupt (wirklich) wollte, als er verlängerte. Daher geht es in meinen Augen bei der Erschaffung von Identifikationsfiguren immer auch darum, dass man sie nicht nur so nennt oder ihnen das Potenzial zuschreibt, sondern auch aktiv dafür sorgen muss, dass dafür überhaupt der Spielraum vorhanden ist. Will heißen: sämtliche sportliche Entscheidungen (und da gehört eben nicht nur eine konsistente und zielführende Transferpolitik dazu) müssen unterstützend ausgelegt sein, damit das überhaupt möglich ist, wobei das dann immer noch nicht garantiert, dass ein Spieler auf ewig bleiben (will).

Auch ein Aubameyang wurde nach seinen Verlängerungen schließlich immer mehr zur Identifikationsfigur - vor allem innerhalb der Mannschaft wurde er von außen zum Integrationsbeauftragten gemacht - erhoben und war letztendlich doch nur darauf aus, solange er darin einen Vorteil sah. Von dem her ist es dann eben auch in genug - wenn nicht in den meisten - Fällen sicher so, dass Identifikation mit dem BVB sicher kein übergeordnetes Entscheidungskriterium für Spieler und daher auch nicht für den Verein sein können und dürfen. Daher sollte man sich vielleicht auch etwas davon lösen, dass es heute noch Identifikationsfiguren gibt. Die Spieler haben 10-15 Jahre Zeit, um das Maximum aus ihrer Karriere zu machen und in diesem Zeitraum bleibt wenig Platz für Romantik oder den Luxus an ein und demselben Ort zu verharren. Das geht nur, wenn wirklich alles passt: Finanzen, sportliche und persönliche Entwicklung, sodass es keine Steigerung zum BVB gibt. Wenn das aber aktuell passiert, sind die Spieler in den meisten Fällen (deutlich) überbezahlt.

Ich glaube daher, dass man über die Transferpolitik hier sicherlich eine größere Steuerwirkung hat, aber auch, dass es genug Fällen geben wird, in denen nichts zu machen ist, weil es schlicht finanzielle Grenzen gibt. Die sind aber sicher nach oben korrigierbar, wenn in der Transferpolitik weniger Fehler gemacht würden. Dass dann aber bis zum Schluss Identifikationsfiguren über bleiben, glaube ich nicht. Denn ab einem gewissen Alter heißt es dann in meinen Augen, dass ein Verkauf lohnenswerter ist als eine weitere Verlängerung. Gerade wenn der Nachschub aus der Jugend nicht sichergestellt werden kann, gönnt man sich auch einen gewissen Luxus mit Piszczek und vor allem Reus. Der Verein wird hier also auch immer eine Gratwanderung machen müssen, sofern er es überhaupt in der eigenen Hand hat.


Und ich finde die Transferpolitik ist da absolutes Symbolbild und entscheidend dafür wie der Verein kommuniziert. Je anonymer und beliebiger die Truppe da auf dem Feld ist, desto distanzierter auch das Verhältnis zu den Fans. Desto eher wird bei jedem Rückpass gepfiffen und desto eher erwartet man auch, dass "die da unten einfach ihren Job machen" und einen wenigstens mit Titeln zufrieden stellen. Und dann bitte nicht mehr benötigte Spieler wie Schmelle und Pischu direkt aussortieren. Für verdienste kann man sich hier nichts kaufen. Der nächste bitte.



Ich denke eher, dass das eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist. Der kann man sicher mit einer passenden Kommunikationsstrategie entgegenwirken, allerdings auch nur, wenn diese sich am Ende bewahrheitet. Und das kann man weder durch die Transferpolitik bedingt garantieren, noch wird man für die Entscheidungen der Spieler pro BVB bürgen können - außer man verausgabt sich, womit man gewissermaßen erpressbar ist, was aber auch nichts garantiert. Watzke musste das mit Miki bspw. auf die harte Tour lernen und mit den Rückholaktionen - die meines Erachtens das größte Gift für Identifikationsfiguren auf den Platz sind - hat er es in meinen Augen immer noch nicht gelernt.


Aber um auf deinen Punkt zurück zu kommen: Ja, Fligge passt genau in dieses Bild. Das hetzen durch die PKs, das arrogannte, süffisante Abwiegeln jeder kritischen Frage oder Fragen über Transfers (da passt er sehr gut zu Zorc, der auf PKs auch keinen guten Eindruck hinterlässt) und das vorschnelle Beenden der PKs wenn sich nicht schnell genug jemand meldet. Im Zusammenspiel mit Favre, der das wohl ohnehin als unnötige Last empfindet sind die PKs schon lange zu einer zumutung geworden. Man merkt es auch hier im Forum, die werden hier gar nicht mehr erwähnt. Würde man einfach Aufzeichnungen der PKs vor den letzten Spielen gegen die selbe Mannschaft zeigen würden das viele wohl gar nicht bemerken.

Es gibt so viele Ausprägungen an denen das zu merken ist. Vieles Kleinigkeiten, die insgesamt aber zeigen wie dieser Verein kommuniziert. Es sei mal der hochnotpeinliche, englischsprachige Twitter-Account Black-Yellow erwähnt, den man mehr als offensichtlich an irgendeine x-beliebige Agentur ausgelagert hat. Oder die Kommunikation bei Verletzungen. Diese Null-Information, weil den Kunden/Fan das nichts angeht.
Oder VVLs, da zeichnet sich im Fall Guerreiro gerade das nächste Kommunikations-Fiasko ab.


Da bin ich komplett bei dir. Der BVB ist hier definitiv unnahbar, obwohl es eigentlich genau über diese Mittel Nähe herzustellen gilt - nicht mehr über die Spieler. Denn hierauf hat man einen Einfluss. Wenn Favre bspw. seine Taktik lang und breit erklären würde, sodass es zumindest mal jeder gehört hätte, was er warum vorhat, würde er auch auf mehr Verständnis stoßen. Damit erzählt er wahrscheinlich auch keinem gegnerischen Trainer etwas, was er nicht selbst rausfinen konnte, wenn er etwas Fachkompetenz und Beobachtungsgabe hat. Stattdessen gibt es kryptische oder überhebliche Aussagen, wie vor allem unter Stöger, der meinte, dass er wüsste, woran es liegt ... aber auch, dass er nichts machen könne und offenbar auch danach passierte nichts ...

Ich glaube damit hat man auch einiges aufgestaut in den letzten Jahren, weil man nicht Ross und Reiter nannte. Wenn man nicht für Verständnis wirbt, wird man also auch keines Erwarten können. Auch dann nicht, wenn man es unbegründet macht. Und genau daher rührt dann in meinen Augen auch der Kompensationsanspruch, dass Leistungen und vor allem Erfolge enorm hoch bewertet werden, weil es das einzig bewertbare bleibt, kann man nicht tiefer in die Marterie eindringen.


Bezüglich der Spieler sehe ich das etwas anders. Weil es eben wie du schon sagtest nicht du die Extrema gibt. Dass ein Sancho hier irgendwann geht - geschenkt. Dass man einen Pulisic dann irgendwann abgeben muss wenn die US-Vermarktungsmaschine 65 Mio generiert - alles gut.

Die Transfers die mich stören sind die, die durch den Durchlauferhitzer ohne Sinn und Verstand laufen. Die Diallos und Wolfs. Die Yarmolenkos, Mors und Merinos. Usw. Wobei die letzten beiden ja wenigstens noch zur Talentschiene zählen.

Aber mit Blick in die Vergangenheit: Musste z.B. ein Matthias Ginter hier weg? Hat der Verkauf irgendwas bewegt außer, dass wir seitem IVs durchprobieren und einen nach dem anderen für zu schlecht befinden, aktuell wieder Akanji? Bender, Toprak, Sahin und wie sie alle heißen, die nun woanders Leistung bringen?
Mir geht es nicht um die einzelnen Namen, die kann man alle strittig diskutieren, gerade mit den Themen Anschlag und Tuchel-Entlassung im Hintergrund.

Aber es diese Kategorie Spieler die den Kader normalerweise formen und sein Herz sein sollte. Wenn dann außenherum ein paar Supertalente rumhüpfen die jederzeit auf dem Sprung -egal. Aber das Herzstück, das aus Spielern besteht, für die der BVB eher das obere Limit ist und bei denen dich VVLs auch nicht Kopf und Kragen kosten und die gerne hier bleiben würden, rotieren wir seit Jahren auch wieder durch und das ist der Punkt den ich nicht verstehe. Warum muss man überhaupt für 20 Mio einen Delaney kaufen? Diesen Spieltypen hatte man mehrfach im Kader, sie spielen heute nur woanders.



Das sehe ich anders. Ginter hat hier nie den finalen Sprung geschafft und hatte aber dafür jede Menge (Spiel-)Zeit. Bender und Sahin waren hier fertig und heben jetzt auf niedrigerem Niveau auch nicht mehr die Welt aus den Angeln, auch wenn sie wieder Stammspieler sind. Toprak passt für mich ansonsten eher in die obige Aufstellung, zu den Durchlauferhitzertransfers, nach Trial and Error, wobei auch da eben festzustellen ist: der BVB ist zu groß für diese Spieler geworden, sodass für diese Spieler die Luft dünn wurde und kein Weg genommen wurde, um sie noch mitzunehmen. Gerade bei den 3 Spielern habe ich das damals auch schwieriger gesehen als bspw. bei Weigl, weswegen die Trennung für mich nachvollziehbar war, weil die Qualität schlichtweg über allem stehen muss. Ansonsten spielt man im einen Jahr um Platz 10 und im anderen Jahr wird man dann doch wieder Vizemeister oder mogelt sich irgendwie in die CL. Wenn die sportliche Qualität nicht ausreicht, kann ein Spieler in meinen Augen auch nur schwer eine Identifikationsfigur sein.

Mit u.a. Delaney beschreibst du in meinen Augen ansonsten einen anderen Kritikpunkt an der Transferpolitik, da man an vielen schlicht zu kurzfristig denkt und die Absicherung von der Absicherung will, damit man auch ja seine Ziele erreicht oder sogar noch profaner: es wird schlicht ein kurzfristiger Bedarf bedient, der aber nicht alle Bedarfe abdeckt. Bei Delaney war das bspw. die Kämpfernatur, obwohl ein dynamischer Stratege und Verbindungsspieler mindestens noch mehr gesucht wurde. Bei Yarmolenko war es die vermeintliche Erfahrung, um Sancho Zeit zu geben und nicht sofort von ihm abhängig zu sein, obwohl er nie im Ausland Erfahrung gesammelt hatte und in meinen Augen auch nicht die gesuchten Qualitäten für den BVB hatte. Allgemein hat man da in meinen Augen auch den Fokus zu sehr auf Inselbegabungen gelegt und zu wenig auf den gesamtheitlichen Kontext, wie das auszubalancieren ist, was man zwar bekommt, aber was dadurch auch fehlt und wer das wie kompensieren kann. Dass das immerhin eine Saison mit Delaney funktioniert hat, ist für mich dabei sogar überraschend gewesen, war aber eben auch gefährlich, da man diesen Sommer dann eben die Schmerzgrenzen für die zentralen Probleme nach unten definierte und dort nicht die Priorität setzte. Dazu kommen dann auch Transfers ohne jeglichen Bedarf, die vorbeugend gemacht werden, aber dafür eigentlich zu viel Geld gekostet haben, weil sie in keine Strategie gepasst haben und zu geringe Entwicklungsmöglichkeiten eingeräumt wurden.



Und da sind wir dann auch beim Thema Jugend. Man könnte diese Jungs natürlich auch selbst formen. Und damit meine ich nicht die Jungs die man in der U17 aus der Welt zusammenkauft. Sondern die Raschls und Unbehaun dieser Welt. Das sind die Jungs die man hier groß machen muss. Dazu muss man ihnen Platz einräumen sich zu entfalten. Das sind Jungs bei denen keiner schreit "der nächste Messi". Die aber hier ein wichtiges Puzzlestück im Kader werden können bei entsprechender Entwicklung und die die Fans mit der Zeit feiern würden. Und solche Spieler können mMn durchaus auch heute als absolut Identifikationsfiguren herhalten. Das sieht man an Reus ganz gut. Hätte der nicht so eine "Dortmunder Jung" Geschichte wäre er mit seinen unkonstanten Leistungen hier in einem anderen Licht.


Solange Unbehaun ständig verletzt ist, wird das eben schwierig. Den wird man aktuell nicht da aufzählen können. Bei Raschl gebe ich dir aber Recht, wobei hier dann eben nicht der Verein die Vorgaben macht, sondern der Trainer mitredet. Allein schon in der Kaderzusammenstellung und Aufstellung hat er definitiv das Wort. Aber auch transferpolitisch wird man eben nicht alles bestimmen können. Denn der Spieler, der Raschl u.a. am meisten im Weg steht, ist eben wieder Weigl. Mit dem gab es vor der Saison aber ein Gespräch, dass er unbedingt notwendig sei und wieder eine Perspektive im Mittelfeld habe, obwohl das von Anfang an unrealistisch war. Die Frage die sich hier also stellt: wer versuchte hier was zu erzwingen? Und war es das wert?

Letztendlich hat das aber ab hier dann auch nicht mehr viel mit der Kommunikationspolitik zu tun, sondern mit der sportlichen Ausrichtung. Aber auch hier ist es dasselbe Thema: eine klare Identität des BVB, wer man ist, wer man sein will und was man dafür macht, ist für mich nicht zu erkennen und sogar weitaus schwerwiegender als in der Kommunikationspolitik.
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1755
08.10.2019 - 11:53 Uhr
Mir ist auch schon durchaus aufgefallen, dass es in den letzten Jahren beim BVB kaum noch Vertragsverlängerungen gab. Auf Anhieb fallen mir da nur die Kurzzeitverlängerung von Sancho, jetzt wohl Guerreiro und Reus ein. Bürki und Weigl liegen schon wieder zwei Jahre oder länger zurück, ansonsten gab es da zuletzt nicht viel, stimmt schon.

Ansonsten hat die hohe Fluktuation im Kader meiner Meinung nach sehr viel mit den Spätfolgen der Jahre 2017 und 2018 zu tun. Viele Spieler haben den BVB nach dem Anschlag verlassen (Bartra, Ginter, Bender), manche Spieler haben sich hier rausgestreikt (Aubameyang, Dembele), manche Spieler waren einfach zu schwach für den Durchbruch (Mor, Merino) und weitere Spieler wurden 2018 dann aussortiert, weil die Chaos-Saison mit zwei Trainern einen Umbruch im Kader ausgelöst hat. Dieser wurde dann 2018 im ersten Abschnitt vollzogen, Spieler wie Marius Wolf oder Maxi Philipp wurden dann halt wieder abgegeben, nachdem sie sich hier nicht durchsetzen konnten. Ein vollkommen normaler Vorgang, den es in den guten alten Klopp-Zeiten mit Spielern wie Schieber, Bittencourt oder Perisic doch auch so gab.

Wir haben aktuell mit Weigl, Bürki, Reus, Schmelzer, Piszczek und von mir aus noch Hummels sechs Spieler im Kader, die hier mindestens in ihre fünfte Saison als Profi gehen. In der Meistermannschaft 2011 gab es nur vier Spieler im Kader, die länger als vier Jahre im Verein waren (Weidenfeller, Kehl, Dede, Sahin). Dazu ein Kuba und ein Hummels, die schon vor der Klopp-Verpflichtung 2008 beim BVB gewesen sind. Die Kaderzusammenstellung war damals so gesehen dann genauso chaotisch.

Generell: Identifikation entsteht in erster Linie durch Erfolg. Andere Vereine wie Bayern oder Schalke haben aktuell einen ähnlichen Wechsel im Kader, das ist heute glaube ich auch einfach der Zahn der Zeit. Wo ich aber zustimmen würde: Ich sehe leider sehr wenig Spieler im Kader wo ich davon ausgehen würde, dass diese in drei Jahren auch noch beim BVB spielen. Ein Weigl vielleicht, wenn er sich hier mal wieder dauerhaft durchsetzen sollte. Ansonsten haben wir entweder ältere Spieler, die hier in ein paar Jahren keine Rolle mehr spielen werden (Delaney, Witsel, Piszczek, Reus, Hummels), oder junge Talente, die den BVB als Zwischenstation sehen und den Verein verlassen, wenn sie den Durchbruch geschafft haben. Oder halt verlassen, wenn sie den Durchbruch eben nicht schaffen (Zagadou, Sancho). Gerade die externen Talente haben in den letzten Jahren sehr viel Cash in die Tasche gespielt, ich glaube aber auch, dass wir für die Identifikation zwingend auch mal wieder einen Spieler aus der eigenen Jugend hervorbringen müssen, der für den Verein steht und seine Karriere hier verbringen will. Das hat Watzke ja aber auch erkannt, hoffentlich schafft die Jugendarbeit dies in den nächsten Jahren. Und nein, ein Moukoko wird dies definitiv nicht sein.

Im Kern stimme ich der fehlenden Kommunikation des BVB aber zu. Die Personalpolitik führt meiner Meinung nach aber nicht zwingend zu einer Entfremdung zwischen Mannschaft uns Fans. Wenn wir letzte Saison den Titel geholt hätten, hätten hier einige Spieler jetzt einen ähnlichen Legendenstatus wie die Meister der früheren Jahre. Vielleicht nicht 2011/2012, aber ein Witsel, Delaney und Guerriero könnten dann durchaus in einem Atemzug mit Koller, Ewerton und Rosicky genannt werden.

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Borussia Dortmund - Für immer Deutscher Meister

Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokal: 1965, 1989, 2012, 2017, 2021
Deutscher Supercup: 1989, 1995, 1996, 2008, 2013, 2014, 2019
Pokal der Pokalsieger: 1966
UEFA Champions League: 1997
Weltpokal: 1997

Es gibt nie nie nie einen anderen Verein
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1756
08.10.2019 - 12:30 Uhr
Zitat von Borsigplatz

Im Kern stimme ich der fehlenden Kommunikation des BVB aber zu. Die Personalpolitik führt meiner Meinung nach aber nicht zwingend zu einer Entfremdung zwischen Mannschaft uns Fans. Wenn wir letzte Saison den Titel geholt hätten, hätten hier einige Spieler jetzt einen ähnlichen Legendenstatus wie die Meister der früheren Jahre. Vielleicht nicht 2011/2012, aber ein Witsel, Delaney und Guerriero könnten dann durchaus in einem Atemzug mit Koller, Ewerton und Rosicky genannt werden.


Immerhin hat man vor nicht allzu langer Zeit den DFB-Pokal geholt. Aus der damaligen Mannschaft genießt hier kaum jemand Legendenstatus (mit Ausnahme von Bartra, wobei das nichts mit dem Pokalsieg zu tun hat), was vor allem auch mit der gestiegenen Erwartungshaltung rund um den BVB zu tun hat. Ein "schnöder" Pokalsieg reicht offenbar nicht mal mehr aus, um Euphorie, Zufriedenheit und Stolz zu schüren. Da muss man schon dt. Meister oder CL-Sieger werden, um ein Gros der Fans, die die "fetten" Klopp-Jahre mitgemacht haben, endgültig zu elektrisieren. Dazu kommt natürlich, dass viele Personalentscheidungen der letzten Jahre verbrannte Erde hinterlassen haben. Die Rückholaktionen v.a. von Götze und Hummels, der Abgang von Mislintat, der Rauswurf Tuchels und letztlich das beschämende Verhalten einiger Ex-Spieler (Mkhitaryan, Dembele, Aubameyang).

Ansonsten sehe ich eben vor allem auch einen Kritikpunkt: Der BVB schottet sich ab. Nach dem Verlust von "Frontschwein" Klopp, der im Prinzip die Medienwelt fast alleine auf sich gezogen hat, gibt es im Verein niemanden, der auch nur versucht dieses Vakuum zu füllen und den BVB "nahbarer" zu machen. Wobei der Cheftrainer dafür auch leider ungeeignet geworden ist (Favre aufgrund seiner Persönlichkeit erst recht), wenn man sich anschaut wie schnell sich das Karussell selbst bei uns dreht. Zorc hat bei der Kaderfluktuation genug mit seinem Kompetenzbereich um die Ohren und ist durch diesen auch ungeeignet die Kommunikation nach Außen zu übernehmen. Zumal er da nie wirklich ein glanzvolles Bild abgegeben hat. Watzke ebensowenig, der selbst in den eigenen Reihen auch viel zu sehr polarisiert.

Ich würde mir wünschen, dass man mit Kehl jemanden zum Sprachrohr des BVB aufbaut, der als Führungskraft den Verein in der Außenwelt repräsentiert. Er ist nah genug an der Mannschaft dran, um inhaltlich Gehaltvolles loszuwerden, aber weit genug entfernt von den kritischen Themen Finanzen, Kaderplanung und Trainerentscheidung. Dazu müsste man aber Transparenz und Fannähe auch wirklich wollen und zulassen.
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1757
08.10.2019 - 12:41 Uhr
Zitat von tobi1909bvb
Zitat von Borsigplatz

Im Kern stimme ich der fehlenden Kommunikation des BVB aber zu. Die Personalpolitik führt meiner Meinung nach aber nicht zwingend zu einer Entfremdung zwischen Mannschaft uns Fans. Wenn wir letzte Saison den Titel geholt hätten, hätten hier einige Spieler jetzt einen ähnlichen Legendenstatus wie die Meister der früheren Jahre. Vielleicht nicht 2011/2012, aber ein Witsel, Delaney und Guerriero könnten dann durchaus in einem Atemzug mit Koller, Ewerton und Rosicky genannt werden.


Immerhin hat man vor nicht allzu langer Zeit den DFB-Pokal geholt. Aus der damaligen Mannschaft genießt hier kaum jemand Legendenstatus (mit Ausnahme von Bartra, wobei das nichts mit dem Pokalsieg zu tun hat), was vor allem auch mit der gestiegenen Erwartungshaltung rund um den BVB zu tun hat. Ein "schnöder" Pokalsieg reicht offenbar nicht mal mehr aus, um Euphorie, Zufriedenheit und Stolz zu schüren. Da muss man schon dt. Meister oder CL-Sieger werden, um ein Gros der Fans, die die "fetten" Klopp-Jahre mitgemacht haben, endgültig zu elektrisieren. Dazu kommt natürlich, dass viele Personalentscheidungen der letzten Jahre verbrannte Erde hinterlassen haben. Die Rückholaktionen v.a. von Götze und Hummels, der Abgang von Mislintat, der Rauswurf Tuchels und letztlich das beschämende Verhalten einiger Ex-Spieler (Mkhitaryan, Dembele, Aubameyang).


Was aber eher daran liegt, dass die Helden des Pokalsieges nach dem Titel einen sehr unsauberen Abgang hingelegt haben. Dies trifft sowohl auf Dembele, als auch auf Aubameyang zu. Sind wir mal ehrlich, am Ende haben uns die beiden beinahe alleine zum Pokalsieg geschossen. Ein Sven Bender hat durch seine Rettungsaktion seinen Legendenstatus auch nochmal zementiert, aber auch der ist halt mit dem Titel im gleichen Sommer noch nach Leverkusen gegangen.

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Borussia Dortmund - Für immer Deutscher Meister

Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokal: 1965, 1989, 2012, 2017, 2021
Deutscher Supercup: 1989, 1995, 1996, 2008, 2013, 2014, 2019
Pokal der Pokalsieger: 1966
UEFA Champions League: 1997
Weltpokal: 1997

Es gibt nie nie nie einen anderen Verein
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1758
08.10.2019 - 12:43 Uhr
Zitat von Borsigplatz
Mir ist auch schon durchaus aufgefallen, dass es in den letzten Jahren beim BVB kaum noch Vertragsverlängerungen gab. Auf Anhieb fallen mir da nur die Kurzzeitverlängerung von Sancho, jetzt wohl Guerreiro und Reus ein. Bürki und Weigl liegen schon wieder zwei Jahre oder länger zurück, ansonsten gab es da zuletzt nicht viel, stimmt schon.

Ansonsten hat die hohe Fluktuation im Kader meiner Meinung nach sehr viel mit den Spätfolgen der Jahre 2017 und 2018 zu tun. Viele Spieler haben den BVB nach dem Anschlag verlassen (Bartra, Ginter, Bender), manche Spieler haben sich hier rausgestreikt (Aubameyang, Dembele), manche Spieler waren einfach zu schwach für den Durchbruch (Mor, Merino) und weitere Spieler wurden 2018 dann aussortiert, weil die Chaos-Saison mit zwei Trainern einen Umbruch im Kader ausgelöst hat. Dieser wurde dann 2018 im ersten Abschnitt vollzogen, Spieler wie Marius Wolf oder Maxi Philipp wurden dann halt wieder abgegeben, nachdem sie sich hier nicht durchsetzen konnten. Ein vollkommen normaler Vorgang, den es in den guten alten Klopp-Zeiten mit Spielern wie Schieber, Bittencourt oder Perisic doch auch so gab.

Wir haben aktuell mit Weigl, Bürki, Reus, Schmelzer, Piszczek und von mir aus noch Hummels sechs Spieler im Kader, die hier mindestens in ihre fünfte Saison als Profi gehen. In der Meistermannschaft 2011 gab es nur vier Spieler im Kader, die länger als vier Jahre im Verein waren (Weidenfeller, Kehl, Dede, Sahin). Dazu ein Kuba und ein Hummels, die schon vor der Klopp-Verpflichtung 2008 beim BVB gewesen sind. Die Kaderzusammenstellung war damals so gesehen dann genauso chaotisch.


Ja und Nein. Die Kaderzusammenstellung war vor Klopp teilweise schon genauso chaotisch wie sie jetzt ist. Was vielleicht auch zeigt wie viel besser Jürgen uns gemacht hat.
Trotzdem war die Situation natürlich auch nicht vergleichbar. Man war finanziell in einer ganz anderen Welt. Spieler wie Petric wollten für mehr Geld und Erfolg weg und zwar nicht weil Barca anklopfte, sondern der HSV!
Aber auch damals gab es eine Menge Flops zu verkraften und einen ausgeglichenen Kader zu reparieren. Pienaar war ne große Hoffnung die hier komplett floppte, die "Opa-Abwehr" Wörns und Kovac musste ersetzt werden usw.

Trotzdem waren die Verhältnisse schon andere. 10/11 kam nur Lewandowski für Geld. Ansonsten holte man die ablösefreien Kaderspieler Kagawa und Piszczek von denen keiner was erwartete.
Und Klopp fing das dann immer weiter ein. 11/12 wurden überhaupt nur 3 Spieler verpflichtet. Heute undenkbar!

Das ist die Entwicklung die unter Klopp anfing und die er nun bei Liverpool wieder schafft. Er baut an der Mannschaft bis es passt und entwickelt diese dann.

Und das ist es was wir NICHT von ihm gelernt haben. Das ist mit ihm verschwunden.
Man muss die letzten 3 Jahre nur mal durchzählen:
Dieses Jahr: 6 Zugänge + 2aus der Jugend. 6 Spieler verliehen
Letztes Jahr: 9 Zugänge, kein Spieler aus dem eigenen Verein hochgezogen. 7 Spieler verliehen
Vorletztes Jahr: 10 Zugänge, 2 aus der Jugend. 4 Spieler verliehen

Heavy Rotation und Aufbau einer Loan Army weil man die Spieler gar nicht schnell wieder loskriegt. Das ist ein furchtbares Konzept.

Die Aufzählung der 6 Spieler finde ich vielsagend. Davon sind nur Reus und Bürki langjährige Stammspieler. Hummels mitzuzählen funktioniert, sagt aber auch viel.
Pischu und Schmelle werden sehr schnell aus dieser Aufzählung rausfallen. Bürkis Vertrag läuft noch 1,5 Jahre, er womöglich auch. Zumal er für einen Keeper auch nicht wahnsinnig lange da ist.
Weigl ist auch stetiger Wackelkandidat.

Nächstes Jahr halten dann womöglich Reus und Hummels mit 31 als einzige die Fahne als langjährige Spieler hoch. Witzigerweise wäre, wenn er verlängert Rapha nächste Saison einer der Spieler die am längsten im Kader sind. Das wäre mal vielsagend!


Zitat von Borsigplatz

Generell: Identifikation entsteht in erster Linie durch Erfolg. Andere Vereine wie Bayern oder Schalke haben aktuell einen ähnlichen Wechsel im Kader, das ist heute glaube ich auch einfach der Zahn der Zeit.


Auch hier viel Ja und viel Nein. Natürlich besorgt Erfolg vieles. Man schweißt sich mit Feierbiestern wie Subotic zusammen etc. Auf der anderen Seite gibt es an vielen Stellen und in vielen Vereinen Identifikationsfiguren auch ohne große Titel.
Mister Titellos himself wird bei uns ja auch als großer Dortmunder Jung gefeiert. Zudem hat man es bei uns eben auch geschafft sämtliche Spieler die für die damaligen Erfolge standen maximal schnell zu vergraulen. Da sind eben nur noch Pischu und Schmelle übrig.

Bei Bayern muss ich komplett widersprechen. Die haben etliche Spieler im Kader die mit ihrer Spielzahl bei uns schon langsam Richtung Zorc-Rekord schielen würden. Allen voran natürlich Müller mit seinen bald 500 Spielen. Alaba, Neuer, selbst ausländische Stars wie Javi Martinez, die dann bleiben. Ein thiago ist länger bei denen als 90% unseres Kaders.

Zitat von Borsigplatz

Wo ich aber zustimmen würde: Ich sehe leider sehr wenig Spieler im Kader wo ich davon ausgehen würde, dass diese in drei Jahren auch noch beim BVB spielen. Ein Weigl vielleicht, wenn er sich hier mal wieder dauerhaft durchsetzen sollte. Ansonsten haben wir entweder ältere Spieler, die hier in ein paar Jahren keine Rolle mehr spielen werden (Delaney, Witsel, Piszczek, Reus, Hummels), oder junge Talente, die den BVB als Zwischenstation sehen und den Verein verlassen, wenn sie den Durchbruch geschafft haben. Oder halt verlassen, wenn sie den Durchbruch eben nicht schaffen (Zagadou, Sancho). Gerade die externen Talente haben in den letzten Jahren sehr viel Cash in die Tasche gespielt, ich glaube aber auch, dass wir für die Identifikation zwingend auch mal wieder einen Spieler aus der eigenen Jugend hervorbringen müssen, der für den Verein steht und seine Karriere hier verbringen will. Das hat Watzke ja aber auch erkannt, hoffentlich schafft die Jugendarbeit dies in den nächsten Jahren. Und nein, ein Moukoko wird dies definitiv nicht sein.

Im Kern stimme ich der fehlenden Kommunikation des BVB aber zu. Die Personalpolitik führt meiner Meinung nach aber nicht zwingend zu einer Entfremdung zwischen Mannschaft uns Fans. Wenn wir letzte Saison den Titel geholt hätten, hätten hier einige Spieler jetzt einen ähnlichen Legendenstatus wie die Meister der früheren Jahre. Vielleicht nicht 2011/2012, aber ein Witsel, Delaney und Guerriero könnten dann durchaus in einem Atemzug mit Koller, Ewerton und Rosicky genannt werden.


Meisterschaften schaffen immer viele Helden. Aber ich finde gerade die 2002er Meister zeigen auch, dass da nicht unbedingt reihenweise Vereinslegenden entstehen müssen. Nach Ewerton hat nach dem Verkauf doch kein Hahn mehr gekräht. Amoroso ist für viele bis heute ein rotes Tuch. Odonkor wird nur als der beste Verkauf des BVB belächelt etc. Als Legenden gingen da nur die raus, die schon Identifikationsfiguren waren. Kehl und Dede z.B.
Daher glaube ich bei einem Guerreiro daran z.B. nicht. Dafür ist der hier viel zu wenig warm geworden.

Ansonsten, bei der Jugend sind wir d´accord. Das muss der Hebel sein. Wie weiter oben beschrieben, das müssen ja auch erstmal nicht die Sanchos dieser Welt sein. Aber die Rollen die aktuell Hazard, Dahoud, Zagadou und Co belegen, das könnten auch einfach mal eigene Jungs sein, mit denen der Fan was anfangen kann.
Starten mit Burnic, Raschl und Unbehaun bitte smile
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1759
06.11.2019 - 10:38 Uhr
Habe ich gestern richtig gehört, dass Nobby bei Brandts Ausgleich das Mikro wegen Pacos Einwechsel noch an hatte und folglich das Tor über die Lautsprecher bejubelte? Hatte auch was, den Torschützen noch vor der Tormusik noch zu verkünden. grins

•     •     •

Everything comes and goes, pleasure moves on too early.
Weitere Mitarbeiter des BVB |#1760
27.11.2019 - 10:48 Uhr
Der Held von Berlin feiert heute seinen 58. Geburtstag. Alles Liebe, Nobby!

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Immer weiter, und lauter, Borussia!
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