Diskussionsrunde

Verzweifelte Systemumstellungen

03.01.2007 - 13:52 Uhr
Jeder kennt das: Das eigene Team liegt kurz vor Schluss kanpp hinten und der Coach versucht alles, um das Spiel noch zu drehen.


Plötzlich opfert er einen Abwehrspieler und bringt für ihn einen weiteren Stürmer - aus 4-4-2 wird 3-4-3.

Doch ich behaupte, dass solche Aktionen in den seltensten Fällen "gewinnbringend" sind. Im Gegenteil. Oft geht der Schuss auch nach hinten los.

Ist die Wahrscheinlichkeit, das Spiel noch zu kippen, nicht bedeutend höher, wenn man am bisherigen System, welches vermutlich auch das am besten eingespielte, festhält?

Sind solche, scheinbar waghalsigen Systemumstellungen also ein Zeichen der Ungeduld oder Verzweiflung oder bewirken sie oft tatsächlich Wunder?

Und: Wenn ihr Trainer sein würdet, würdet ihr in gewissen Situationen auch so handeln?



Als Parade-Beispiel möchte ich hier José Pekerman und seine Auswechslung im WM-Viertelfinale nennen (Riquelme in der Schlussphase raus).


Grandos wäre natürlich, wenn jemand Statistiken zu diesem Thema findet.

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*** La Scala del Calcio ***
Verzweifelte Systemumstellungen |#1
03.01.2007 - 14:56 Uhr
Das kann schon Sinn machen, wenn denn die Spieler auch für das andere System passen und dieses halbwegs eingeübt ist. Was mir schwer auf den Senkel geht, sind Einwechslungen von nominell offensiveren Spielern bei Beibehaltung des Systems, Beispiel: Stürmer kommt für AV, dafür spielt dann ein MFler AV und ein Stürmer MF. Davon hat normalerweise niemand etwas.

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Mike: „Ich habe in den eineinhalb Jahren unter Lucien Favre unheimlich viel gelernt. Ich will mich auch nächste Saison jeden Tag verbessern. Dann wird auch die DFB-Auswahl wieder ganz schnell ein Thema.“
Verzweifelte Systemumstellungen |#2
03.01.2007 - 18:30 Uhr
Ich glaube nicht, dass es darauf eine eindeutige Antwort gibt. Das alles hängt von der Spielsituation ab mund nicht von den nominellen Positionen der 11 die gerade auf dem Platz stehen. Man kann ohne Probleme mit 3 Stürmern defensiver Spielen als mit 2en. Auswechselungen bringen nur was wenn man dadurch eigene schwächen abstellen kann oder schwächen des Gegners nutzen kann.
Auf Teulfel komm raus einen weiteren Stürmer bringen hilft gar nichts. Das führt im schlechtesten Fall nur dazu dass der Gegner sich noch mehr hinten rein stellt. Viel wichiger als die taktische Aufstellung ist, dass eine Mannschaft sich auf ihre Stärken konzentriert.

Dementsprechend kann es mal sinnvoll sein den 3. Stürmer zu bringen und in anderen Situationen spielt man seinen Stiefel wie gehabt weiter runter.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Valen am 03.01.2007 um 18:31 Uhr bearbeitet
Verzweifelte Systemumstellungen |#3
04.01.2007 - 01:24 Uhr
Zitat von Josh:
Das wichtigste dürfte dabei allemal sein, dass das Team auf solche Systemwechsel eingestellt ist und alle wissen, was bei welchem Wechsel genau zu tun ist. Da es beim Fußball ja keine Auszeiten gibt, dürften hektische Umstellungen, die nicht auf einstudierten Varianten beruhen, eher Unruhe stiften.
Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mit Jugendmannschaften mehrere taktische Aufstellungen einzuüben, zwischen denen dann durch Positionsverschiebungen auf dem Feld spontan gewechselt werden kann, indem zum Beispiel auf Zuruf des Trainers der Kapitän den Libero ins offensive Mittelfeld schickt und dafür der offensive Mittelfeldspieler in den Sturm geht, so dass aus 4:4:2 dann 3:4:3 wird. Darauf ist das Team dann aber vorbereitet und kann damit umgehen.
Ich denke, in der Bundesliga werden alle möglichen Varianten und Situationen penibelst vorbereitet und einstudiert, so dass völlig spontane "Verzweiflungstaten" bei Bundesligatrainern wohl eher nicht vorkommen dürften.



So in etwas stelle ich mir das auch vor. :)

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*** La Scala del Calcio ***
Verzweifelte Systemumstellungen |#4
04.01.2007 - 01:42 Uhr
Komt immer auf die situation an! spielt meine mannschaft offensiv und hat noch den zug zum tor, macht es weni sinn zu wechel, geht aber gar nichts mehr, muss was geschehen, also gewechselt werden. Allerding macht dies auch nur sinn wenn der ZU wechselde stürmer kein konter stürmer ist :)
Verzweifelte Systemumstellungen |#5
03.08.2010 - 23:40 Uhr
Das Thema ist zwar lange her, aber ich schreib trotzdem mal meine Meinung dazu.

Es ist so eine Sache. Wenn man kein Tor schiesst und ein defensives System hat, aber ein Tor braucht, muss man offensiver spielen. Wenn man offensiv spielt und eine Führung verteidigen will, braucht man ein defensives.

Oft hat man dann auch am Ende kein richtiges System mehr. Bei Bayern war es üblich bei Rückstand am Ende van Buyten vorne in der Mitte zu platzieren, um irgendwie ein Kopfballtor zu machen, was auch mehrmals erfolgreich war. Andere stellen sich nur noch hinten rein und wehren mit allem ab, was geht.

Ein System ist da dann nicht mehr zu erkennen.

Ich persönlich befürworte dies und würde es auch anwenden, wenn ich Trainer wäre, eben, weil man es manchmal braucht. Natürlich kann dieser Schuss auch nach hinten losgehen.
Verzweifelte Systemumstellungen |#6
04.08.2010 - 00:47 Uhr
Ich sehe das anders. Ich habe selbst Fussball gespielt, wir haben 4-4-2 begonnen und 4-4-2 aufgehört. Ein System ist ohnehin variabel. Gehts du mit 4-4-2 in einem Angriff weil du in Rückstand bist, passiert folgendes: Du musst Druck machen also gehen die Außenverteidiger bis an die Mittellinie, die Mittelfeldspieler rücken vor also hast du in der Situation ein 2-4-4. Musst du verteidigen schaltest du auf 4-5-1. Ich glabue je nach Spielsituation wechselt ein System in einem Spiel an die zehn Mal. Darum gibt es ja soviel Zwischensysteme wie 4-1-2-1-2 oder 3-3-3-1 usw.
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