Regionalliga Südwest

TuS Koblenz 1911

14.06.2012 - 12:11 Uhr
TuS Koblenz 1911 |#1471
23.05.2024 - 14:27 Uhr
Vor dem samstäglichen Finale um den Verbandspokal Rheinland wird es keine Aufarbeitung der zurückliegenden Regio-Spielzeit geben, denn alles richtet sich auf die Vorbereitung dieses bedeutsamen Spiels. Die Abgänge werden gewiß erst nach dem Spiel bekannt werden, die Zugänge richten sich dann nach dem Etat, den eine Einnahme aus dem Pokalsieg gewiß erhöhen dürfte, so daß man manchen verpflichten kann, den man andernfalls nicht anfragen könnte.

Man kann davon ausgehen, dass es einen personellen Neuanfang auf vielen Positionen geben wird und man bis weit in den Sommer die Augen wird offenhalten, was das Personal angeht. Durch RW und Cosmos fischt die TuS gewissermassen nicht allein im "Teich", sondern hat von diesen beiden Clubs Konkurrenz zu befürchten, wobei Cosmos den Klassenerhalt noch nicht sicher buchen kann.

RW dürfte den Stamm halten können, der sich im vorderen Drittel der OL 23/24 hat platziert hatte. Aufstiegsambitionen dürfte in diesem Trio vorerst nur das "Projekt" Cosmos haben, wobei der Abstieg in die Rheinlandliga einen erheblichen Dämpfer darstellen würde. Bleiben sie in der OL, dürften weitere personelle Zugänge anstehen, die sie sportlich näher an RW und die TuS bringen, so daß der "Kampf am deutschen Eck" um die Vorherrschaft in der Stadt weiter an Schärfe gewinnen könnte. Was dazu führt, dass sich womöglich RW und 1911 weiter annähern könnten, denn für beide wird es eng, sollten sich die finanziellen Zuflüsse in Richtung Cosmos weiter nach oben bewegen.

Infrastrukturell scheint sich endlich was zu bewegen, der Druck dreier OL-Vereine auf die Zuständigen wächst und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich bessere Strukturen, z.B. Trainingsmöglichkeiten aufbauen lassen. Die Resonanz bei RW und Cosmos ist gewohnt gering, der TuS hält man ungeachtet der Grottenspielzeit die Treue.

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"Von Seiten der Eltern heißt es dauernd: jedem sein Kind spielt immer zu wenig." (Lothar Matthäus zur Beendigung seiner Trainertätigkeit in München-Grünwald)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von 1911FAN am 23.05.2024 um 14:33 Uhr bearbeitet
TuS Koblenz 1911 |#1472
29.05.2024 - 13:42 Uhr
Durch einen kontrollierten Auftritt mit 2:0 den Verbandspokal gewonnen. Guter Besuch, frenetischer Support, gutes Wetter, alles in Butter. Es scheint so, dass kaum wen der klägliche Abstieg aus der Regio Südwest stören würde, da die meisten, die es mit 1911 halten, im Bilde sind, was geht und was nicht. Also läßt sich das zurückliegenden Jahr als Erfahrungswert verbuchen und endgültig abhaken: der Abstieg war erwartbar und wird eher positive Wirkung entfalten - im Sinne einer noch nachhaltigeren Aufbauarbeit, um die Defizite anzugehen. Im Grunde bleibt der gloriose, unerwartete Regio- Aufstieg in den beiden dramatischen Ausscheidungsspielen gegen Sonnenhof Aspach als DIE Leistung der letzten 14 Monate im Gedächtnis aller hängen, die die Dinge im Stadion oder am TV miterlebt haben.

Nun ist die Zeit der Abschiede gekommen, die durch den Abstieg in die Oberliga noch Fahrt gewonnen hat. Schon sind zahlreiche Abgänge amtlich, die Zugänge werden in den kommenden Wochen und Monaten eintröpfeln. Die Führung wird nicht alles in Beine investieren, was im Etat zur Verfügung stehen wird, denn um aus 1911 einen rundum besser aufgestellten Verein zu machen, dazu sind noch viele Jahre zielgerichteten Aufbaus notwendig - in der Jugend, in eine zweite Senioren-Mannschaft sowie die Erste. Die TuS war viel zu lange eine Art Geldsammelverein, der mit der von Jahr zu Jahr eingesammelten Kohle seine erste Mannschaft bezahlt hat, die jeweils zwischen Rheinlandliga und zweiter Bundesliga unterwegs gewesen ist.

Das endete mal in Aufstiegen, mal in Abstiegen, in Krisen, Ermittlungsverfahren, Punktabzügen, schlechter Presse und gar in Insolvenz. Dieses Kapitel ist nun definitiv geschlossen, man hat aus der eigenen jüngeren Geschichte die richtigen Schlüsse gezogen und sich von diesem Modus fehlender Nachhaltigkeit verabschiedet. "Die Kurve", die aktive Basis hat quasi den Verein an sich gezogen und der ihr entstammende Vorstand wirtschaftet seit nun schon 5 Jahren nachweislich grundsolide: dafür dem Vorstand ein Trullalla! Und man war bzw. ist obendrein auch sportlich erfolgreich: Coronazeit bewältigt, Abstieg aus der Oberliga vermieden, Mannschaft aufgebaut, Regio-Aufstieg geschafft und nun den Verbandspokal gewonnen - nach einer 7 Jahre währenden pokallosen Durststrecke.

Aber auch: durch die Konkurrenz vor Ort sind Notwendigkeiten entstanden, die es so beim Platzhirsch in der Vergangenheit nie gab: man teilt sich nach wie vor den Oberwerth mit den Oberligisten Cosmos und Rotweiß, die Stadt bewegt sich bei der Verbesserung der Infrastruktur kaum, die örtliche Wirtschaft tut nur das Nötigste für den Fußball, der Sponsoren-Pool wird nicht größer, wenn man ihn durch drei teilt. Die TuS wird neue Wege gehen müssen, wenn man oberhalb der Oberliga angreifen möchte und das, so legt es der Realismus nahe, wird sich ziehen.

In 24/25 geht es darum, einen neuen Kader zu bauen, die Oberliga aufzumischen und vor allem: nicht aufzusteigen. Denn das Regiojahr hat gezeigt, dass für diese Spielklasse die Ressourcen nicht reichen. Und so werden die kommenden Jahre mit einer geduldigen Stabilisierungs- und Erweiterungsarbeit verbracht werden müssen, wobei sich die TuS auf ihre Fanbase und die Mitglieder wird verlassen können, denn mehr und mehr begreifen alle, denen 1911 etwas bedeutet, dass es auf sie und ihr Engagement ankommt, wenn auf Dauer mehr als heute möglich sein soll.

Dieses Bewußtsein der von allen geforderten Aktivität verbreitet zu haben, das ist die große Errungenschaft der neuen, anderen TuS-Führung, die sich damals gegen den Trainer des "Wunders vom Oberwerth" Milan Sasic un dessen Team hatte durchsetzen können. Im Rückblick läßt sich das als ein großes Glück für 1911 bewerten, denn ein mehr oder weniger externer " prominenterer" Vorstand wäre all den Widrigkeiten, die nicht erst seit 2018 den Weg der TuS gekreuzt haben, höchstwahrscheinlich nicht so opferwillig entgegengetreten wie es der "Kurvenvorstand" bewerkstelligt hat.

Nun aber geht es in die erste Runde des DFB-Pokals 2024, das dort zu verdienende Geld wird in infrastrukturelle Maßnahmen gehen, das heißt, in viel geringerem Umfang auf Spielerkonten wandern als es früher der Fall war. Es gilt, die personelle Qualität auf der administrativen Ebene zu verbessern, professioneller zu werden, und dazu reichen mehr oder weniger ehrenamtlich tätige Vorständler bzw. Senior Consults nicht aus: es braucht hauptamtlich tätige Kräfte mit Kompetenz, Erfahrung und Netzwerk.

Jetzt beginnt die Zeit, in der die personellen Weichen für die Zukunft gestellt werden: dazu wünscht der Fan den diese Aufgaben angehenden Vorständlern und ihren Beratern eine glücklichere Hand als es im vorigen Sommer der Fall gewesen war. Sicher ist: jeder Spieler, jeder Akteur, der zur TuS kommen wird, darf sich auf die rückhaltlose Unterstützung von Verein und Fanbase verlassen.

Wenn am Samstag die blauschwarzgelbe Raute im Tableau der Startberechtigten zur ersten DFB-Pokal-Hauptrunde erscheinen wird, unterstreicht das bundesweit und deutlich, dass es das Alleinstellungsmerkmal der TuS von 1911 ist, nach wie vor jener Verein zu sein, der die Stadt Koblenz und deren Region am eindrucksvollsten repräsentiert.

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"Von Seiten der Eltern heißt es dauernd: jedem sein Kind spielt immer zu wenig." (Lothar Matthäus zur Beendigung seiner Trainertätigkeit in München-Grünwald)
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