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Taktik-Talk der Elbestädter

08.08.2022 - 14:41 Uhr
Taktik-Talk der Elbestädter |#51
15.05.2025 - 20:50 Uhr
Zitat von becks_fan93

Dieses schnellere, geradlinige Spiel hat sich ja auch über die Saison hinweg ausgezahlt. Dafür hat man andere Spielertypen bevorzugt. Dennoch hätte ich mir mehr Einsatzchancen für Ceka gewünscht. Es wurde immer wieder mit sportlichen Gründen argumentiert, warum er nicht im Kader steht. Aber in Spielen gegen tiefstehenden Mannschaften, und davon gab es einige, hätten uns seine Qualitäten helfen können. Da hat mir manchmal die Variabilität gefehlt, wenn Amaechi und Texeira auf der Bank saßen, die beide eher über die Geschwindigkeit kommen, denen aber die Qualität in den engen Räumen fehlt und zu oft schlecht Entscheidungen treffen. So selten wie Ceka im Kader war, so schlecht kann er eigentlich nicht trainiert haben. Denn Amaechi und vor allem Texeira haben über weite Teile der Saison auch keine Bäume ausgerissen. Wenn es nach mir ginge, dürften sich beide einen neuen Verein suchen. Teixeira hat kaum Argumente für eine feste Verpflichtung geliefert und bei Amaechi fehlt mir nach zwei Jahren die Weiterentwicklung. Er macht zu oft sein eigenes Ding und spielt zu viel für die Galerie.


Da bin ich komplett bei Dir. Meine leise Vermutung ist, dass sie aufgrund des Überangebots bei den Außenstürmern einen Spieler auserkoren haben, der den Aufstieg der zweiten Mannschaft sicherstellt. Die Wahl ist dann auf Ceka gefallen, da man auf mehr Geschwindigkeit setzte, auch wenn Amaechi und Teixeira gegenüber Atik und Burcu ziemlich stark abfielen.

Von Teixeira bin ich diese Saison sogar enttäuscht. Letzte Saison hat er sein Können angedeutet, obwohl er teilweise verletzt war und nicht so viel spielte. Deshalb hatte ich mich gefreut, dass er noch eine Saison hier spielt. Wenn ich so die Mannschaft so durchgehe, war er wahrscheinlich der Spieler, der am weitesten hinter meinen Erwartungen blieb. Leider passte es diese Saison einfach nicht. Er wirkte, wenn er mal spielte völlig übermotiviert. Scheinbar kann er mit Konkurrenz im Team nicht so umgehen. Wenn ein Trainer komplett auf ihn setzt, traue ich ihm viel zu aber nicht bei uns.
Bei Amaechi stimme ich Dir auch zu. Die Entwicklungsschritte sind bei ihm zu klein, obwohl er regelmäßig Einsatzzeit bekam und auch nicht schwerer verletzt war. Er soll der beste Dribbler in der Mannschaft sein. Dafür ist seine Wirkung auf das Spiel der Mannschaft aber zu gering. Aus meiner Sicht kann er bleiben, wenn er den Ersatzspieler gibt. Neben Atik auf LA sollte er auf keinen Fall die erste Wahl auf RA sein.

Zitat von becks_fan93

Spannend wird nun für die Sommerpause, ob man diese Ausrichtung auf Schnelligkeit beibehält oder ob man wieder einen ähnlichen Stürmertypen wie Ceka holt. Gleiches gilt für den Fall, dass Kaars uns verlässt. Holt man dann wieder einen schnellen, laufstarken Stürmer, der in die Tiefe geht? Werden andere Abgänge 1 zu 1 in ihren Profilen ersetzt oder gibt es neue Schwerpunkte?


Ich gehe sehr davon aus, weil die Offensive einfach viel variabler ist und aus meiner Sicht die aktuelle Spielweise von Titz auch nicht "entschlüsselt" ist. Hätte El Hankouri sich nicht verletzt, wären noch ein paar weitere Punkte möglich gewesen und für die finanziellen Möglichkeiten, die Magdeburg hat, war die Saison exzellent. Warum sollte deshalb dieser Weg nicht weiter beschritten werden? Ideal wäre es, wenn Burcu und Teixeira durch zwei Spieler ersetzt werden, die eher die Fähigkeiten von Burcu (schnell, wendig, dribbelstark etc.) mitbringen. Davon gehe ich aber nicht aus, weil diese Kombination eher schwierig zu bekommen sein wird.

Zitat von becks_fan93

Ich persönlich würde mir im Mittelfeld mehr Körperlichkeit, mehr Laufstärke und mehr Zweikampfstärke wünschen. Spieler, die Bälle auch mal durch robuste Zweikampfführung gewinnen können und dann nach vorne tragen. Und die in solchen Spielen wie gegen Ulm und Münster vorangehen und sich von einem kampfbetonten, nickligen Gegner nicht beeindrucken lassen.


Dies ist diese Saison mit Mathisen und Hugonet als auch Kaars schon deutlich besser geworden aber da geht sicherlich noch mehr. Für mich ist die größte Frage, wie ein El Hankouri ersetzt wird, wenn er wirklich gehen sollte. Er war der eigentliche Unterschiedsspieler diese Saison. Wenn er fit spielte, sprangen deutlich bessere Spiele heraus.
Taktik-Talk der Elbestädter |#52
29.06.2025 - 01:10 Uhr
So, nach der ersten Trainingswoche und den ersten beiden Testspielen (mit begrenzter sportlicher Aussagekraft), zeichnen sich, auch durch die Interviews, erste taktische Veränderungen ab, die Fiedler implementieren will.

Dazu nochmal ein kurzer Rückblick auf Titz: soweit die entsprechenden Spieler verfügbar waren, ist man jedes Spiel grundsätzlich gleich angegangen. Es wurde auf ein 3-4-3 gesetzt, bei dem der ZIV im Ballbesitz teilweise ins Mittelfeld hochschiebt. Der Torwart ist bekanntlich bei Titz stark ins Aufbauspiel einbezogen, agiert teilweise auch in einer Torwartkette mit 1-2 der IVs. Die Schienenspieler haben konsequent hinterlaufen und sich im letzten Drittel eingeschaltet. Gegen den Ball wurde früh draufgegangen und über den gesamten Platz mannorientiert verteidigt. Positionsspiel war wichtig, die Spieler, die die Positionen besetzten, konnten aber variieren.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, setzte Fiedler bei Stuttgart auf viele unterschiedliche Grundformationen. Auch hier hat er schon betont, dass ihm eine Variabilität wichtig ist, er will dass die Mannschaft mit unterschiedlichen Grundausrichtungen für verschiedene Gegner und Spielsituationen vertraut ist. Ich gehe davon aus, dass er die unter Titz erarbeiteten Inhalte aufgreift und eben erweitert durch weitere Optionen. So hat er diese Woche ein 4-2-3-1 trainiert, das auch in beiden Testspielen zum Einsatz kam. Gegen Dessau konnte man das auch schon deutlicher erkennen. Es wird interessant zu sehen sein, wie das die Struktur im Spielaufbau verändern wird. Es wird mit einer klaren Doppel-6 gespielt (z.B. Gnaka - Michel in HZ1 heute), die beiden Innenverteidiger standen enger als unter Titz üblich, der TW hat eher dahinter agiert und war weniger einbezogen in den Spielaufbau.
Wenn die 4er Kette in dieser Form häufig gespielt werden soll, bin ich gespannt, ob das auch zu überraschenden Personalentscheidungen führt. Mathisen z.B. war brilliant als ZIV / schwimmende 6 letzte Saison, hat dabei aber auch sehr von Hugonet und Heber neben sich profitiert, die durch ihre Athletik eine starke Absicherung waren. Bei einer 2er IV würde Mathisen deutlich häufiger in Situationen kommen, in denen sein Tempodefizit ausgenutzt werden kann. Auf der anderen Seite könnte Hoti davon profitieren, weil durch die reduzierte Absicherung gegen Fehler im Spielaufbau, die beiden IV etwas konservativer spielen müssten, weniger Risiko, weniger Versuche an linienbrechenden Pässen. In Kombination mit seinem soliden Tempo und guten Kopfballspiel, könnte Hoti sich da als echte Alternative erweisen.
Interessant fand ich außerdem, dass die Positionierung im Offensivspiel über beide Halbzeiten hinweg trotz vollkommen ausgetauschten Personals gleich asymmetrisch war. Links wurde die Breite gehalten (Baars/Nollenberger), in Ermangelung eines echten RA sind dort die Spieler meist in den Halbraum eingerückt (El-Zein/Hercher), während der RV konsequent hochgeschoben hat als Option in der Breite (Dzogovic/Bockhorn).
Sehr unterschiedlich zwischen den Halbzeiten war dagegen die Interpretation der 10er Rolle, was auch einfach spielerbedingt ist. In HZ1 war Atik dort sehr umtriebig, ist insbesondere sehr variabel auch auf beiden Außenpositionen aufgetaucht und hat versucht, die Mitspieler in Szene zu setzen. Kaars in HZ2 dagegen war naturgemäß eher vertikal unterwegs, hat viele Läufe in die Tiefe angeboten.

In den Interviews heute wurde außerdem deutlich, dass Fiedler gegen den Ball mehr verändern möchte. Von der starken Mannorientierung ("1vs1 über den ganzen Platz") hin zu einer Raumdeckung. Da bin ich gespannt wie das in den nächsten Wochen gegen Gegner aussieht, die den FCM defensiv mehr fordern als die bisherigen beiden Gegner. Interessant fand ich die Aussage, dass im Trainingslager explizit die Defensive der Trainingsschwerpunkt sein wird, schließlich definiert Fiedler sich als Trainer ja eigentlich über eine offensive Spielidee. Ich vermute aber, da sieht man nicht so akuten Handlungsbedarf, da bisher die Mannschaft quasi zusammengeblieben ist und entsprechen die in den vergangenen Jahren etablierten Abläufe auch noch präsent sind.
Taktik-Talk der Elbestädter |#53
29.06.2025 - 12:10 Uhr
Das waren wirklich ein paar spannende Aussagen von Fiedler, die zeigen, dass er in einigen Aspekten doch einen anderen Ansatz verfolgt. Mir sind die von @LenStone beschriebenen Veränderungen ebenfalls in beiden Spielen aufgefallen. Ich denke, es wird noch eine Weile dauern, bis die unter Titz eingewöhnten Abläufe auf den Fiedler-Stil umgestellt sind. Zum Beispiel war das Verhalten der Außenspieler bei Titz davon geprägt, dass sie eher weniger die Breite gehalten haben, sondern häufig in die Mitte gezogen sind. Dieses Verhalten sieht man auch noch bei El-Zein und Hercher, die oft in den Halbräumen unterwegs waren. Ob Fiedler dort einen anderen Plan verfolgt, werden die nächsten Wochen zeigen. Im Trainingslager werden die neuen Vorgaben dann intensiver einstudiert und dann kann man sicherlich besser einschätzen, welche neuen Spieler es noch braucht.
Taktik-Talk der Elbestädter |#54
10.08.2026 - 12:23 Uhr
Ich hole den Thread mal wieder hoch, um mal etwas Grundsätzliches mit euch zu diskutieren. Spielen wir eigentlich im HKS den richtigen Fussball?

Seit mehreren Saisons sind wir eine der schwächsten Heimmannschaften. Im Prinzip ist es uns seit Aufstieg nicht mehr gelungen, aus dem dominanten Ballbesitzfussball zuhause konstante Erfolge zu generieren. Wir verlieren seit Jahren etliche Heimspiele immer nach dem gleichen Muster. Der Gegner schenkt uns Ballbesitz in ungefährlichen Zonen. Wir lassen unter intensiver Beteiligung von Reimann den Ball kreisen und irgendwann packt der Gegner in einer für uns gefährlichen Zone zu, kontert und gewinnt effizient. Mal mehr und mal weniger deutlich.
Gleichzeitig sind wir aber eine der besten Auswärtsmannschaften der Liga. Warum? Auswärts hat der Gegner mehr den Ball, wir stehen kompakter, generieren über situatives Pressing Ballgewinne und schalten schnell um. Im Prinzip spielen wir auswärts in etwas abgewandelter Form genau den Fussball, mit dem uns die Gegner im HKS in aller Regelmäßigkeit schlagen. Das führt mich zu der These, dass der von der Mannschaft so geliebte Ballbesitzfussball gar nicht ihre eigentliche Stärke ist. Viel stärker performt die Mannschaft, wenn sie nach Pressing schnell umschalten kann. Umschalten kann sie aber nur, wenn der Gegner den Ball hat und sie ihm den Ball abjagen. Diese Situationen vermeiden wir zuhause aber bewusst, weil wir permanent den Ball haben wollen.
Aus meiner Sicht sind wir für erfolgreichen Ballbesitzfussball technisch zu schwach und individuell viel zu fehleranfällig.
Die Stärken der Mannschaft liegen also offenkundig im Pressing und im schnellen Umschalten. Wollen wir zuhause erfolgreicher spielen, sollten wir taktische Mittel ergreifen, um öfter in solche Situationen zu kommen.

Wie seht ihr das?
Taktik-Talk der Elbestädter |#55
10.08.2026 - 19:54 Uhr
Ich bin der Meinung, dass die Mannschaft grundsätzlich in der Lage ist, erfolgreichen Ballbesitzfußball zu spielen. Die Spieler wurden auch vornehmlich nach dieser Maßgabe verpflichtet. Wir haben kaum Spieler im Kader, die das hohe Tempo mitbringen, was viele unserer Gegner in ihren Reihen haben, um schnell umzuschalten. Ich habe nicht den Eindruck, dass wir in den letzten Jahren viele Tore aus Umschaltsituationen geschossen haben. Meistens fehlte unseren Spielern in solchen Situationen die nötige Geschwindigkeit, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Vor allem aber halte ich es für unwahrscheinlich, dass man von dem Fußball abweicht, der für den Aufschwung der vergangenen Jahre verantwortlich ist. Dieser Ansatz ist auch erfolgversprechend, wenn die dafür passenden Spieler auf dem Platz stehen und jeder weiß, was zu tun ist. In vielen Heimspielen der Vergangenheit haperte es auch weniger an der Umsetzung einer dominanten Spielidee, sondern vielmehr an der Chancenverwertung. Ich erinnere mich an viele Heimspiele, in denen wir uns in viele gefährliche Situationen bringen konnten, aber entweder der letzte Pass nicht ankam oder der Abschluss nicht gut genug war, um Kapital aus der Überlegenheit zu schlagen.

Ich persönlich würde es begrüßen, wenn man sich mehr auf Konterfußball setzt. Aber weil man wohl kaum die prinzipiell erfolgreiche Spielidee der letzten Jahre umkrempeln wird, finde ich es müßig, über einen anderen Ansatz zu diskutieren.
Taktik-Talk der Elbestädter |#56
10.08.2026 - 21:00 Uhr
Die Idee des Titz-Fußball überzeugt mich nach wie vor, ich frage mich nur manchmal, ob wir diesen überhaupt noch in dieser reinen Form spielen. Der Ballbesitz ist runtergegangen in der letzten Saison, das 1 gegen 1-Jagen über das ganze Feld mit der schnellen Ballrückeroberung im Ergebnis sieht man ebenfalls selten.

Auch sind unsere Neuzugänge dem Anschein nach nicht mehr so ballsicher wie in der Zeit vor Mai 2025, aber das sind subjektive Eindrücke. Ein Beleg scheinen mir auch Indizien wie die hohen Spielanteile eines (technisch limitierten) Michel gegenüber einem (deutlich ballsicheren) Stalmach in der Vorsaison unter Sander zu sein. Auch das Abrücken vom, ohne Zweifel extrem ballsichern, Rayan Ghrieb in der Rückrunde wäre solch ein Indiz. Beide Entscheidungen waren vor dem Hintergrund der Tabellensituation verständlich und nachvollziehbar.

Die Frage bleibt für mich trotzdem: inwieweit spielen wir noch Titz-Fußball?

Was hat das jetzt mit deiner Fragen @fcm6574 zu tun? Ich beobachte, dass zunehmend mehr Teams die 1 gegen 1-Deckungsansatz des "Titz-Fußballs" übernommen haben und auch Ballbesitzfußball kein Schimpfwort mehr ist. Auch das sehr hohe Pressen ist in Liga zwei deutlich stärker in Mode gekommen, als noch vor wenigen Jahren.

Mein Argument für den Titz-Fußball war in der Vergangenheit immer, dass wir damit andere Spielerprofile suchen als ein Großteil der Liga - wir haben sozusagen in kleineren Teichen (mit weniger Anglern) gefischt. Schnelle Spieler sucht aktuell jedes Team in allen Mannschaftsteilen (mit einzelnen Ausnahmen auf 6/8 oder in der IV), aber die Größe der Spieler ist heute aus meiner Sicht weniger wichtig als noch vor einigen Jahren. Dafür sind Ballsicherheit und Dribbelstärke, aber auch die Fähigkeit, einen präzisen langen Ball und eine saubere Seitenverlagerung zu schlagen, überall nachgefragt.

Macht vor dem Hintergrund eine Anpassung des Spielsystems ggf. Sinn. Ich persönlich denke das nicht und sehe bei uns durchaus immer noch die Technik am Ball als wichtigste Eigenschaft eines FCM-Spielers. Darüber diskutieren könnte man an dieser Stelle trotzdem mal.

Ein letzter Punkt fällt mir ebenfalls auf: der Fußball wird zunehmend jünger. Überraschungsmannschaften sind oft solche mit einer Vielzahl an Spielern knapp über 20. Das ist auch nachvollziehbar, denn physisch sind die Spieler in diesem Alter überlegen (schnellere Regeneration, geringeres Verletzungsrisiko, höhere Belastbarkeit, Laufstärke), dazu lernen sie auch schneller. Was jungen Spielern früher meist fehlte, war eine pyschologische Komponente: Resilienz, also die Fähigkeit, auch unter widrigen Bedingungen zu performen. Doch auch das scheint kein Problem mehr. Ist es da eventuell ein Transferansatz verstärkt auf ältere Spieler zu setzen?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DAB-Man am 10.08.2026 um 21:06 Uhr bearbeitet
Taktik-Talk der Elbestädter |#57
13.08.2026 - 16:09 Uhr
Zitat von fcm6574
Spielen wir eigentlich im HKS den richtigen Fussball?

Seit mehreren Saisons sind wir eine der schwächsten Heimmannschaften. Im Prinzip ist es uns seit Aufstieg nicht mehr gelungen, aus dem dominanten Ballbesitzfussball zuhause konstante Erfolge zu generieren. Wir verlieren seit Jahren etliche Heimspiele immer nach dem gleichen Muster. Der Gegner schenkt uns Ballbesitz in ungefährlichen Zonen. Wir lassen unter intensiver Beteiligung von Reimann den Ball kreisen und irgendwann packt der Gegner in einer für uns gefährlichen Zone zu, kontert und gewinnt effizient. Mal mehr und mal weniger deutlich.
Gleichzeitig sind wir aber eine der besten Auswärtsmannschaften der Liga. Warum? Auswärts hat der Gegner mehr den Ball, wir stehen kompakter, generieren über situatives Pressing Ballgewinne und schalten schnell um. Im Prinzip spielen wir auswärts in etwas abgewandelter Form genau den Fussball, mit dem uns die Gegner im HKS in aller Regelmäßigkeit schlagen. Das führt mich zu der These, dass der von der Mannschaft so geliebte Ballbesitzfussball gar nicht ihre eigentliche Stärke ist. Viel stärker performt die Mannschaft, wenn sie nach Pressing schnell umschalten kann. Umschalten kann sie aber nur, wenn der Gegner den Ball hat und sie ihm den Ball abjagen. Diese Situationen vermeiden wir zuhause aber bewusst, weil wir permanent den Ball haben wollen.
Aus meiner Sicht sind wir für erfolgreichen Ballbesitzfussball technisch zu schwach und individuell viel zu fehleranfällig.
Die Stärken der Mannschaft liegen also offenkundig im Pressing und im schnellen Umschalten. Wollen wir zuhause erfolgreicher spielen, sollten wir taktische Mittel ergreifen, um öfter in solche Situationen zu kommen.

Wie seht ihr das?


Ich glaube nicht, dass die eigenen Ansätze zwischen Heim- und Auswärtsspielen so unterschiedlich sind. Der Grund liegt eher beim Gegner. Diese sind gewohnt bei Heimspielen, mehr mitzuspielen, weil sie den eigenen Zuschauern auch mehr bieten wollen. Diese Herangehensweise liegt dem Magdeburger Ballbesitzfussball, weil sie auch mal kontern können und schlicht mehr Platz in der Gegners Hälfte haben.

Ich bin auch bei meinen Vorschreibern, dass die Blau-Weißen im reinen Konterspiel nicht besser sind, als beim Ballbesitzfussball. Dennoch glaube ich, Dein Punkt ist sinnvoll, was das Trainerteam in der letzten Rückrunde schon praktizierte: Auch wenn primär nach eigenen Ballbesitz gestrebt wird, macht es dennoch Sinn, im Spiel ab und an tiefer und kompakter zu stehen, um den Gegner schlicht vor andere Aufgaben zu stellen. Dadurch entstehen für die Magdeburger neue Optionen wie ein Konter oder ein langer Ball hinter die letzte Abwehrreihe, die man nicht hat, wenn man permanent gegen eine tief stehende Mannschaft anrennt. Dieses eigene Rückziehen kann aber sowohl zu Hause als auch in der Fremde praktiziert werden.
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