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Pal Dardai

18.09.2003 - 21:25 Uhr
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/hertha/18704.html

Ist Dardai etwa der bessere Kovac?
Herthas Personal-Opfer Pal: "Die ganze Situation ärgert mich!"

Berlin - Neben Kapitän Dick van Burik hatte es vor der Hannover-Pleite (2:3) ein zweites Personal-Opfer gegeben: Pal Dardai. Der Ungar sagt: "Das hat richtig weh getan!"

Pal Dardai und Niko Kovac? Pal Dardai oder Niko Kovac? An den ersten vier Spieltagen standen beide nebeneinander in der Start-Elf. Danach (Pokal und Hannover) hat Huub Stevens sie getrennt. Aus den "Zwillingen" sind Einzelgänger geworden. Der Vorwurf: Beide sind in ihrer Spielanlage zu ähnlich. Aber: Ist Dardai nicht vielleicht doch der bessere Kovac?

Der Kroate, als "Charakterkopf" (Dieter Hoeneß) und Führungsspieler geholt, hat bisher enttäuscht. Dardai, in den Jahren zuvor als Malocher zwischen den Strafräumen ein wichtiger Spieler für die Balance im Team, musste weichen. Ist Dardai nun das Bauernopfer, um die Position von Kovac zu stärken? Dardai: "Das ist allein die Entscheidung des Trainers. Punkt. Aus." Stevens sagt: "Pal muss Leistung bringen. Er versucht es, aber es gelingt ihm nicht immer." Als Entschuldigung bringt der Coach an, "seine Spielweise ist Kraft raubend". War sie aber schon immer. Und dass den Ungarn die Kraft nur sechs Wochen nach Saisonbeginn verlassen haben mag, kann der Trainer wohl ernsthaft kaum glauben.

So angeknackst wie derzeit hat man Dardai in sieben Jahren Hertha noch nie erlebt. Kovac als Kontrahent für die gleiche Position will er nicht anerkennen, sagt: "Er ist ein ganz anderer Spielertyp." Weit mehr wurmt ihn die eigene Lage, er murrt: "Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe." Die gan-ze Situation ärgert ihn: "Wir machen kein Tor, sind ohne Sieg, uns gelingen nur Unentschieden und die sind bei drei Punkten für ein Spiel fast wie Niederlagen. Am meisten aber ärgert mich, dass ich aus der Mannschaft rausgeflogen bin."

Dieser Beitrag wurde zuletzt von PES am 24.02.2012 um 20:21 Uhr bearbeitet
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Pal Dardai |#1
12.05.2011 - 10:08 Uhr
Zitat
"Ich war bei Hertha immer glücklich"

Er hat die 300 nicht mehr ganz vollgekriegt. Sein 297. Spiel im Trikot von Hertha BSC - elf davon in der Zweiten Liga - wird am Sonntag (13.30 Uhr, Sky live) das letzte des Ungarn Pal Dardai (35) im Trikot von Hertha BSC sein. Eine großartige Karriere geht dann im Olympiastadion zu Ende, ein untadeliger Sportsmann verabschiedet sich von der Profibühne - und alle Hertha-Fans verabschieden den Rekordspieler des Hauptstadt-Klubs in seiner Landessprache mit den Worten: Nagyon köszönöm, vielen Dank, Pal Dardai!

(...)

Mein erstes Spiel: Im Olympiastadion gegen den VfL Wolfsburg. Das war in der Zweitliga-Saison 1996/1997. Ich war 20 Jahre jung, wurde zur Halbzeit für Marc Arnold eingewechselt und habe gleich eine Torchance vergeben. Sixten Veit hat den Ball dann zum Glück reingeschossen, und wir gewannen 1:0.

Mein schönstes Spiel: Jedes Spiel im Olympiastadion war toll. Aber besonders gern denke ich an das 2:1 gegen FC Bayern München in der Saison 2001/2002. In der 84. Minute habe ich das Siegtor geschossen. Als ich nach dem Spiel in den VIP-Raum kam, sind die Leute aufgestanden und haben applaudiert. Das war mir vorher noch nie passiert. Ein tolles Gefühl.

Mein schönstes Tor: Ich habe für Hertha 17 Tore geschossen, 15 davon von außerhalb des Strafraums. Besonders schön war das in meinem 200. Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, da habe ich in den Winkel geschossen. Einige der Tore habe ich auf DVD. Meine Kinder sehen das manchmal an, das ist eine gute Motivation. Früher habe ich mir auch immer die Fotoalben meines Vaters angesehen, er war ja auch Fußballer.

Meine schönste Feier: Wenn wir unter Jürgen Röber im Trainingslager in Spanien oder Portugal waren, gab es am letzten Tag immer eine Riesenparty. Die Stimmung war toll. Und als wir mit Hans Meyer 2004 den Klassenerhalt geschafft haben, wurde auch ordentlich gefeiert. Wir waren so erleichtert, hatten das Gefühl, einen Titel gewonnen zu haben.

Mein bester Trainer: Zum Glück hatte ich viele gute. Jeder hatte seine Stärken, von jedem habe ich etwas gelernt. Falko Götz ist sehr talentiert, Hans Meyer ist ein Original, ein Pädagoge. Jürgen Röber ist super in Sachen Fitness, Motivation und Teamgeist. Huub Stevens und Lucien Favre sind Taktiker.

Mein lustigster Moment: Das war auch unter Röber. Als Mannschaft hatten wir Anfang der Woche eine Party gemacht, weil wir am Wochenende wegen Länderspielen frei hatten. Röber hat uns das am nächsten Tag angesehen, wir hatten rote Augen und wirkten müde. Er ließ uns eine Stunde laufen. Es war wie beim Militär, wir mussten auch Liegestütze machen. Röber hat uns richtig veräppelt und uns den Nachmittag freigegeben. Weil er wusste, dass wir viel zu kaputt waren, um die freie Zeit nutzen zu können. Da mussten auch wir Spieler lachen.

Mein lustigster Zimmernachbar: Zuletzt hatte ich immer bei Auswärtsfahrten und Trainingslagern ein Einzelzimmer, weil ich immer schon um 21.30 Uhr ins Bett gehe und um 6.30 Uhr aufstehe. Das ist mein Rhythmus von zu Hause, den brauche ich. Sehr lustig war es mit Alex Alves. Keiner wollte mit ihm auf ein Zimmer, weil alle sagten, er würde die ganze Nacht telefonieren und man könne neben ihm nicht schlafen. Ich habe Alex dann um Punkt 21.30 Uhr gesagt: Fernseher aus! Und zum Telefonieren gehst du in den Flur! Er hat mich angesehen und gefragt: "Wirklich?" Und ich: "Ja, wirklich." Alex ist raus gegangen, hat kurz telefoniert und sich danach schlafen gelegt. Ich habe ihn quasi erzogen. Am nächsten Tag bin ich zu unseren Mitspielern hin und habe gefragt: "Was habt ihr eigentlich? Ist doch ein guter Junge!"

Mein bester Mitspieler: Fußballerisch ganz klar Marcelinho. An guten Tagen konntest du ihm den Ball einfach nicht wegnehmen. Taktisch und strategisch waren Dariusz Wosz und Sebastian Deisler außergewöhnliche Spieler.

Mein härtester Gegenspieler: Alexander Hleb. Als er für den VfB Stuttgart spielte, war er so schnell, dass ich ihn nicht einmal wegschubsen konnte. Wenn ich gerade angesetzt hatte, war er schon weg. Gegen "Icke" Häßler zu spielen, war auch sehr schwierig, weil er so clever war. Im Spiel war er lange gar nicht zu sehen und hat total unauffällig gespielt, um dann auf einmal das Tempo anzuziehen und eine entscheidenden Pass zu spielen. Alle anderen waren machbar.

Mein Lieblingsplatz in Berlin: Zu Hause. Meine Frau kocht sehr gut, ich habe eine tolle Familie. Und das Olympiastadion, es gibt kein besseres in Deutschland. Wenn ich Essen gehe, dann zu La Cantina.

Meine beste Entscheidung: Meine Frau zu heiraten. Dank ihr habe ich wunderbare Söhne. Meine zweite gute Entscheidung: nach Berlin und zu Hertha zu kommen. Am Anfang haben mich viele belächelt und gesagt, dass wir mit Hertha eh keinen Erfolg haben werden. Als wir ein paar Jahre später dann in der Champions League spielten, waren diese Leute neidisch.

Mein größter Traum: Als Kind war mein Traum immer, zehn Jahre in der Bundesliga zu spielen. Den habe ich mir erfüllt. Außerdem wollte ich früher beim FC Bayern München spielen. Die haben mir ja auch mal ein Angebot gemacht. Aber ich war bei Hertha immer glücklich und bin hier geblieben. Das habe ich nie bereut. Die Menschen in Berlin geben mir sehr viel Liebe. Dafür bin ich sehr dankbar. Berlin ist eigentlich nicht Deutschland. Berlin ist Berlin!

Mein größter Fehler: Im Abstiegsjahr 2009/10 habe ich mich fitspritzen lassen, um spielen zu können. Vielleicht war das im Nachhinein falsch. Ohne diese Aktion hätte ich vielleicht noch etwas länger spielen können. Aber ich kann schon zufrieden sein mit meiner Karriere, denke ich.


http://www.morgenpost.de/printarchiv/sport/article1637286/Ich-war-bei-Hertha-immer-gluecklich.html

•     •     •

Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

Das ist Zirkus, das ist Infantino-Unterhaltung, das ist auch schon mal Jubel-Fernsehen, beziehungsweise Jubel-Streaming.

#NoQuitInNY

Pal Dardai |#2
15.05.2011 - 17:23 Uhr
Muss schon sagen: Der Abschied von Pal war für mich das absolute Highlight heute, hat mich um einiges mehr berührt (feuchte Augen) als die Tore, der Sieg oder die Feier heute.
Pal steht für mich für 14 Jahre gemeinsamer Hertha-Lebensweg (sowohl in guten wie in schlechten Tagen :p ), er war für mich die absolute Identifikationsfigur des Vereins.

Während 14 Jahren, in den er die Knochen für Hertha hingehalten hat, hat man nie etwas Negatives (überhöhte Gehaltsforderung, Wechseldrohungen, Unzufriendenheit, Propaganda gegen Mitspieler oder Trainerüber, usw.) von ihn gehört.

Ich bin froh, dass er dem Verein und der Stadt erhalten bleibt. Solche Typen brauchen wir!
Alles gute Pal!
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