Michael Skibbe
21.12.2011 - 17:41 Uhr
03.01.2012 - 18:34 Uhr
Quelle: service.bz-berlin.de
(...)
Da haben 27 Mann alles gegeben, haben geackert, gekämpft, gemeckert – wollten gleich eine Duftmarke in Richtung Neu-Coach setzen.
“Die Jungs haben das wirklich gut gemacht. Aber ganz ehrlich, wer sich bei einem neuen Trainer nicht positionieren will, nicht gleich Eindruck schinden will, der macht auch etwas falsch. In gut zehn Tagen kann ich dann sagen, wer welche Stärken und Schwächen hat. Dann kenne ich jeden persönlich, habe mir einen Eindruck verschafft, habe mit jedem ein persönliches Gespräch geführt”, sagt Skibbe.
Einzelgespräche mit allen Spielern
Doch anstatt mit Kapitän Andre Mijatovic als erstes zu reden, legt er dieses Gespräch ans Trainingslager-Ende. “Das mache ich seit Jahren so, habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ihn und einige andere ältere Spieler werde ich auch nach den ersten Trainingseindrücken fragen. Ich möchte alles von meinen Spielern und über meine Spieler wissen. Ich bin sehr kommunikationsfreudig”, erzählt Skibbe.
Das haben die 27 Akteure schon mitbekommen. Michael Skibbe erklärte ihnen, was er verlangt, was er erwartet und was nicht geduldet wird. “Die Jungs dürfen Trainer und Sie sagen. Wenn sie ein Problem haben, sollen sie als erstes zu mir kommen und mit mir darüber reden.”
Ein echter Konzept-Trainer
Skibbe ist ein ehrlicher, ein gerader Coach. Er hasst es, wenn hinter seinem Rücken Sachen passieren.
Es scheint so, als ob Hertha nach Friedhelm “Wir schaffen das schon irgendwie” Funkel und Markus “Mein Bauchgefühl entscheidet” Babbel endlich wieder einen Trainer hat, der ein Konzept, einen exakten Plan hat.
“Ich werde an den Schrauben drehen, die ich für nötig halte, um Hertha noch erfolgreicher zu machen. Ich bin keiner, der mauern lässt, ich stehe auf offensiven Angriffs-Fußball”, sagt der Neu-Herthaner. In Frankfurt (in der Hinrunde) und jetzt in der Türkei hielt Skibbe Wort, war mit seinen Teams die positive Überraschung überhaupt.
(...)
Naja, in 100 Tagen kann man dann ja mal ein Fazit ziehen
Da haben 27 Mann alles gegeben, haben geackert, gekämpft, gemeckert – wollten gleich eine Duftmarke in Richtung Neu-Coach setzen.
“Die Jungs haben das wirklich gut gemacht. Aber ganz ehrlich, wer sich bei einem neuen Trainer nicht positionieren will, nicht gleich Eindruck schinden will, der macht auch etwas falsch. In gut zehn Tagen kann ich dann sagen, wer welche Stärken und Schwächen hat. Dann kenne ich jeden persönlich, habe mir einen Eindruck verschafft, habe mit jedem ein persönliches Gespräch geführt”, sagt Skibbe.
Einzelgespräche mit allen Spielern
Doch anstatt mit Kapitän Andre Mijatovic als erstes zu reden, legt er dieses Gespräch ans Trainingslager-Ende. “Das mache ich seit Jahren so, habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ihn und einige andere ältere Spieler werde ich auch nach den ersten Trainingseindrücken fragen. Ich möchte alles von meinen Spielern und über meine Spieler wissen. Ich bin sehr kommunikationsfreudig”, erzählt Skibbe.
Das haben die 27 Akteure schon mitbekommen. Michael Skibbe erklärte ihnen, was er verlangt, was er erwartet und was nicht geduldet wird. “Die Jungs dürfen Trainer und Sie sagen. Wenn sie ein Problem haben, sollen sie als erstes zu mir kommen und mit mir darüber reden.”
Ein echter Konzept-Trainer
Skibbe ist ein ehrlicher, ein gerader Coach. Er hasst es, wenn hinter seinem Rücken Sachen passieren.
Es scheint so, als ob Hertha nach Friedhelm “Wir schaffen das schon irgendwie” Funkel und Markus “Mein Bauchgefühl entscheidet” Babbel endlich wieder einen Trainer hat, der ein Konzept, einen exakten Plan hat.
“Ich werde an den Schrauben drehen, die ich für nötig halte, um Hertha noch erfolgreicher zu machen. Ich bin keiner, der mauern lässt, ich stehe auf offensiven Angriffs-Fußball”, sagt der Neu-Herthaner. In Frankfurt (in der Hinrunde) und jetzt in der Türkei hielt Skibbe Wort, war mit seinen Teams die positive Überraschung überhaupt.
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03.01.2012 - 18:40 Uhr
Quelle: www.tagesspiegel.de
Eine neue Ära, mal wieder
(...)
Die Fotografen haben es wirklich nicht leicht mit Michael Skibbe. Der neue Trainer von Hertha BSC gibt an diesem Vormittag nicht viel her. Meistens steht er regungslos am Rand, die Hände in den Taschen seiner Trainingsjacke verbuddelt. Gelegentlich schaut er auf die Uhr, und noch gelegentlicher pfeift er in die Trillerpfeife, die bei Skibbe offensichtlich zur ordnungsgemäßen Trainerausstattung gehört. Damit erschöpfen sich die Fotomotive aber auch schon fast. Überhaupt macht der Neue einen in jeder Hinsicht sehr unaufgeregten Eindruck. „Es war eigentlich normal“, sagt Skibbe über seine Rückkehr in die Fußball-Bundesliga, knapp neuneinhalb Monate nach seiner Entlassung bei Eintracht Frankfurt.
(...)
Anders als sein Vorgänger Markus Babbel versteht sich der 46 Jahre alte Skibbe nicht nur als stiller Beobachter, der seinem Kotrainer die eigentliche Trainingsarbeit überlässt. Hier stellt der Chef die Hütchen noch selber auf. Anderthalb Stunden dauert seine erste Einheit auf Berliner Boden, am Nachmittag bittet Skibbe die Mannschaft gleich ein zweites Mal auf den Trainingsplatz. Genauso wird es heute sein. „Der erste Eindruck war positiv“, sagt Skibbe am Mittag. „Die Spieler haben sich richtig reingehängt, sie waren bemüht, sich zu zeigen, sich zu profilieren.“ Alles andere wäre auch eine große Überraschung gewesen.
Am Samstag reist die Mannschaft für eine Woche ins Trainingslager in die Türkei. Bis dahin geht es dem neuen Trainer vor allem darum, die Mannschaft besser kennenzulernen, im Training ihre technischen und taktischen Fähigkeiten genauer zu ergründen. „Deswegen werden wir, neben einigen Laufeinheiten, ganz viele kleine Umschaltspiele machen, bei denen schnelles technisches und taktisches Verhalten gefragt ist“, sagt Skibbe.
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Die Fotografen haben es wirklich nicht leicht mit Michael Skibbe. Der neue Trainer von Hertha BSC gibt an diesem Vormittag nicht viel her. Meistens steht er regungslos am Rand, die Hände in den Taschen seiner Trainingsjacke verbuddelt. Gelegentlich schaut er auf die Uhr, und noch gelegentlicher pfeift er in die Trillerpfeife, die bei Skibbe offensichtlich zur ordnungsgemäßen Trainerausstattung gehört. Damit erschöpfen sich die Fotomotive aber auch schon fast. Überhaupt macht der Neue einen in jeder Hinsicht sehr unaufgeregten Eindruck. „Es war eigentlich normal“, sagt Skibbe über seine Rückkehr in die Fußball-Bundesliga, knapp neuneinhalb Monate nach seiner Entlassung bei Eintracht Frankfurt.
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Anders als sein Vorgänger Markus Babbel versteht sich der 46 Jahre alte Skibbe nicht nur als stiller Beobachter, der seinem Kotrainer die eigentliche Trainingsarbeit überlässt. Hier stellt der Chef die Hütchen noch selber auf. Anderthalb Stunden dauert seine erste Einheit auf Berliner Boden, am Nachmittag bittet Skibbe die Mannschaft gleich ein zweites Mal auf den Trainingsplatz. Genauso wird es heute sein. „Der erste Eindruck war positiv“, sagt Skibbe am Mittag. „Die Spieler haben sich richtig reingehängt, sie waren bemüht, sich zu zeigen, sich zu profilieren.“ Alles andere wäre auch eine große Überraschung gewesen.
Am Samstag reist die Mannschaft für eine Woche ins Trainingslager in die Türkei. Bis dahin geht es dem neuen Trainer vor allem darum, die Mannschaft besser kennenzulernen, im Training ihre technischen und taktischen Fähigkeiten genauer zu ergründen. „Deswegen werden wir, neben einigen Laufeinheiten, ganz viele kleine Umschaltspiele machen, bei denen schnelles technisches und taktisches Verhalten gefragt ist“, sagt Skibbe.
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05.01.2012 - 16:12 Uhr
Quelle: www.bz-berlin.de
B.Z. enthüllt Skibbes geheime Prämien
(...)
Finanziell macht sich das für den Coach auch bezahlbar. Denn Skibbe ließ sich zwei Geheimklauseln in seinen Vertrag bis 2014 schreiben.
B.Z. erfuhr: Der Trainer kassiert Extra-Prämien für den Gewinn des DFB-Pokals und das Erreichen der Champions League. Und nicht irgendwann, sondern schon in dieser Saison!
Manager Michael Preetz (44) bestätigt auf Anfrage: „Ja, bei uns wurde, was den Pokal angeht, im Vorfeld mit den Beteiligten alles genau besprochen.“
Während das Team nach Absprache mit dem Mannschaftsrat am Ende eine große Summe unter sich aufteilt, kassiert der Coach für den Pokalsieg und damit für die automatische Europa-League-Qualifikation eine eigens ausgehandelte Prämie. Es soll sich dabei um rund 150.000 Euro handeln.
Die gleiche Summe wird fällig, wenn Skibbe Hertha auch ohne Pokalsieg in die Europa League führen sollte.
Anders sieht es beim Erreichen der Königsklasse aus. Auch für diesen Fall kassiert Skibbe (wie viele Bundesligatrainer) extra. Nach B.Z.-Informationen würde ihm dieser Erfolg mit rund 250.000 Euro versüßt werden.
(...)
Übrigens: Im Gegensatz zu Ex-Coach Lucien Favre (54), der sich damals eine Meister-Prämie in den Vertrag schreiben ließ, geht Skibbe leer aus, wenn die Berliner bis 2014 den Titel holen sollten. Und auch für den Klassenerhalt kassiert Skibbe (1 Mio. Euro Jahresgehalt) nichts! Der ist für den neuen Mann auf der Hertha-Bank eine absolute Pflichtaufgabe.
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Finanziell macht sich das für den Coach auch bezahlbar. Denn Skibbe ließ sich zwei Geheimklauseln in seinen Vertrag bis 2014 schreiben.
B.Z. erfuhr: Der Trainer kassiert Extra-Prämien für den Gewinn des DFB-Pokals und das Erreichen der Champions League. Und nicht irgendwann, sondern schon in dieser Saison!
Manager Michael Preetz (44) bestätigt auf Anfrage: „Ja, bei uns wurde, was den Pokal angeht, im Vorfeld mit den Beteiligten alles genau besprochen.“
Während das Team nach Absprache mit dem Mannschaftsrat am Ende eine große Summe unter sich aufteilt, kassiert der Coach für den Pokalsieg und damit für die automatische Europa-League-Qualifikation eine eigens ausgehandelte Prämie. Es soll sich dabei um rund 150.000 Euro handeln.
Die gleiche Summe wird fällig, wenn Skibbe Hertha auch ohne Pokalsieg in die Europa League führen sollte.
Anders sieht es beim Erreichen der Königsklasse aus. Auch für diesen Fall kassiert Skibbe (wie viele Bundesligatrainer) extra. Nach B.Z.-Informationen würde ihm dieser Erfolg mit rund 250.000 Euro versüßt werden.
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Übrigens: Im Gegensatz zu Ex-Coach Lucien Favre (54), der sich damals eine Meister-Prämie in den Vertrag schreiben ließ, geht Skibbe leer aus, wenn die Berliner bis 2014 den Titel holen sollten. Und auch für den Klassenerhalt kassiert Skibbe (1 Mio. Euro Jahresgehalt) nichts! Der ist für den neuen Mann auf der Hertha-Bank eine absolute Pflichtaufgabe.
08.01.2012 - 20:20 Uhr
Quelle: www.berliner-kurier.de
Große Ziele, hoher Druck, aber Michael Skibbe sagt:
Trainer sein ist leicht
KURIER-Interview mit dem Hertha-Coach zum Start des Trainingscamps in Belek.
(...)
Und, läuft es bei Hertha?
Hertha ist als Aufsteiger stabil in der Hinrunde gewesen. Das Fundament stimmt. Am System wird nichts geändert. Es bleibt bei der Doppelsechs.
(...)
Dürfen Ihre Spieler im Trainingslager Bier trinken und rauchen?
Wenn Kobi oder Niemeyer an der Bar sitzen und mal ein Bier trinken, ist das okay. Bei den jüngeren Profis würde ich etwas sagen. Raucher will ich nicht sehen. Vermeiden lässt es sich nicht, dass einige auf dem Balkon paffen. Ich renne aber bestimmt keinem hinterher und kontrolliere.
Also doch locker …
Das Training reguliert so einiges. Ich war vor ein paar Jahren mit Leverkusen hier in Belek. Da hat sich mein Co-Trainer aufgeregt, dass einige am ersten Tag mit freiem Oberkörper am Pool Skat gespielt haben. Ich habe nur gesagt, lass sie doch. In den nächsten Tagen werden dort weniger sitzen, weil sie vom Training müde sind.
Darauf erstmal ne Kippe..... :D :cool :p
Trainer sein ist leicht
KURIER-Interview mit dem Hertha-Coach zum Start des Trainingscamps in Belek.
(...)
Und, läuft es bei Hertha?
Hertha ist als Aufsteiger stabil in der Hinrunde gewesen. Das Fundament stimmt. Am System wird nichts geändert. Es bleibt bei der Doppelsechs.
(...)
Dürfen Ihre Spieler im Trainingslager Bier trinken und rauchen?
Wenn Kobi oder Niemeyer an der Bar sitzen und mal ein Bier trinken, ist das okay. Bei den jüngeren Profis würde ich etwas sagen. Raucher will ich nicht sehen. Vermeiden lässt es sich nicht, dass einige auf dem Balkon paffen. Ich renne aber bestimmt keinem hinterher und kontrolliere.
Also doch locker …
Das Training reguliert so einiges. Ich war vor ein paar Jahren mit Leverkusen hier in Belek. Da hat sich mein Co-Trainer aufgeregt, dass einige am ersten Tag mit freiem Oberkörper am Pool Skat gespielt haben. Ich habe nur gesagt, lass sie doch. In den nächsten Tagen werden dort weniger sitzen, weil sie vom Training müde sind.
09.01.2012 - 18:36 Uhr
Quelle: service.bz-berlin.de
Hertha frisch verliebt: Alle Stars schwärmen von Skibbe
Seit einer Woche ist Michael Skibbe jetzt Hertha-Trainer, hat die Mannschaft mit seiner Art total begeistert. „Das Training ist wirklich richtig gut. Wir laufen nicht nur und bolzen Kondition, wir machen fast alle Übungen mit dem Ball. Schnelles, hartes Passen aus dem vollen Lauf, das kommt bei uns sehr gut an“, lobt Vize-Kapitän Christian Lell seinen Chef. Aber auch Manager Michael Preetz ist von Skibbe angetan. „Seine Vorstellung von Fußball ist hervorragend. Er ist ein echter Fußballexperte, das beweist er in jeder Trainingseinheit.“ Doch alle wissen, gemessen wird der neue Trainer an den Ergebnissen. Und da warten in den ersten drei Partien Nürnberg, Hamburg und Hannover. „Es liegt an uns, wir müssen das umsetzen, was der Coach fordert. Ich bin guter Dinge, dass dies auch klappt“, sagt Lell.
Abrechnet wird nach den ersten drei Spielen
Liebling Skibbe. Spieler, Vereins-Verantwortliche, Fans, Medien – in der ersten Woche hat der einstige Co-Trainer von DFB-Teamchef Rudi Völler alle Berliner überzeugt. Fragt man sich, wie lange bleibt das so? Besonders begeistert sind die Spieler übrigens von Skibbes persönlichem Umgang mit ihnen. „Er lobt jeden Einzelnen, wenn er es für richtig hält. Er hebt es im Training immer sofort hervor, wenn einem Spieler etwas Außergewöhnliches gelingt. Das spornt uns an, das tut einem in diesem Moment sehr gut. Es gibt auch andere Trainer, die weisen einen nur auf die gemachten Fehler hin, meckern einen ständig an. Nein, unser Coach macht das sehr gut, er ist immer positiv, das wirkt sich auf das ganze Team aus“, sagt der Brasilianer Ronny. War er bei Ex-Coach Markus Babbel immer der Buhmann, blüht er jetzt regelrecht auf. Nun soll Ronny sogar seinen gesperrten Bruder Raffael als Spielmacher in den ersten Spielen ersetzen. Kann er das?
Skibbe macht Ronny zum Hertha-Liebling
Laut Skibbe auf jeden Fall. „Ronny besitzt die Technik und das Auge, um auf dieser Position zu spielen. Auch was das Abwehrverhalten und die Laufwege angeht, sehe ich keine Probleme.“ Wird Ronny, der in der Hinrunde lediglich dreimal auf dem Feld stand, die große Überraschung der Rückrunde? Gelingt ihm endlich der Durchbruch? Ich glaube schon, denn Michael Skibbe hat seit Jahren ein feines Näschen für Südamerikaner. Er wird Ronny zum neuen Hertha-Liebling aufbauen.
Skibbes Art kommt bei den Spielern und Preetz bisher sehr gut an ...
Seit einer Woche ist Michael Skibbe jetzt Hertha-Trainer, hat die Mannschaft mit seiner Art total begeistert. „Das Training ist wirklich richtig gut. Wir laufen nicht nur und bolzen Kondition, wir machen fast alle Übungen mit dem Ball. Schnelles, hartes Passen aus dem vollen Lauf, das kommt bei uns sehr gut an“, lobt Vize-Kapitän Christian Lell seinen Chef. Aber auch Manager Michael Preetz ist von Skibbe angetan. „Seine Vorstellung von Fußball ist hervorragend. Er ist ein echter Fußballexperte, das beweist er in jeder Trainingseinheit.“ Doch alle wissen, gemessen wird der neue Trainer an den Ergebnissen. Und da warten in den ersten drei Partien Nürnberg, Hamburg und Hannover. „Es liegt an uns, wir müssen das umsetzen, was der Coach fordert. Ich bin guter Dinge, dass dies auch klappt“, sagt Lell.
Abrechnet wird nach den ersten drei Spielen
Liebling Skibbe. Spieler, Vereins-Verantwortliche, Fans, Medien – in der ersten Woche hat der einstige Co-Trainer von DFB-Teamchef Rudi Völler alle Berliner überzeugt. Fragt man sich, wie lange bleibt das so? Besonders begeistert sind die Spieler übrigens von Skibbes persönlichem Umgang mit ihnen. „Er lobt jeden Einzelnen, wenn er es für richtig hält. Er hebt es im Training immer sofort hervor, wenn einem Spieler etwas Außergewöhnliches gelingt. Das spornt uns an, das tut einem in diesem Moment sehr gut. Es gibt auch andere Trainer, die weisen einen nur auf die gemachten Fehler hin, meckern einen ständig an. Nein, unser Coach macht das sehr gut, er ist immer positiv, das wirkt sich auf das ganze Team aus“, sagt der Brasilianer Ronny. War er bei Ex-Coach Markus Babbel immer der Buhmann, blüht er jetzt regelrecht auf. Nun soll Ronny sogar seinen gesperrten Bruder Raffael als Spielmacher in den ersten Spielen ersetzen. Kann er das?
Skibbe macht Ronny zum Hertha-Liebling
Laut Skibbe auf jeden Fall. „Ronny besitzt die Technik und das Auge, um auf dieser Position zu spielen. Auch was das Abwehrverhalten und die Laufwege angeht, sehe ich keine Probleme.“ Wird Ronny, der in der Hinrunde lediglich dreimal auf dem Feld stand, die große Überraschung der Rückrunde? Gelingt ihm endlich der Durchbruch? Ich glaube schon, denn Michael Skibbe hat seit Jahren ein feines Näschen für Südamerikaner. Er wird Ronny zum neuen Hertha-Liebling aufbauen.
10.01.2012 - 23:12 Uhr
Quelle: www.bz-berlin.de
Kapitän Andre Mijatovic leidet noch immer an einer Sprunggelenksblessur leidet, doch das beeinflusst Skibbes Entscheidung nicht. „Ich sehe es ganz entspannt. Christoph Janker hat es ganz gut gemacht. Aber ich sehe auch Sebastian Neumann als Konkurrenten. Wenn zwei ausfallen, sehe ich auch keine Problem, ihn in der Innenverteidigung spielen zu lassen.“
Skibbe betont, dass Neumann die letzte wahl ist, wenn es um die zu vergebende Innenverteidigerposition geht :-(Dieser Beitrag wurde zuletzt von _herthagunner_ am 10.01.2012 um 23:13 Uhr bearbeitet
11.01.2012 - 11:34 Uhr
Quelle: www.ran.de
Herthas Trainer Michael Skibbe im Interview: "Mein Herz hat geblutet"
Aus dem türkischen Belek berichtet Andreas Kötter für ran.de täglich über die aktuellen Entwicklungen bei Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und weiteren Bundesligisten. Im Exklusiv-Interview mit ran.de spricht Herthas Trainer Michael Skibbe über die Umstände seines Wechsels aus der Türkei nach Berlin, über die Zielsetzung mit seinem neuen Klub und über seine erste Neuverpflichtung.
ran.de: Reicht das aber schon fürs obere Tabellendrittel, wie Sie in einem Interview gesagt haben, oder setzen Sie sich selbst und Ihre Mannschaft damit nicht zu sehr unter Druck?
Skibbe: Diese Aussage war perspektivisch gemeint. In diesem Jahr wollen wir 40 Punkte erreichen. Die eine Hälfte hat die Mannschaft schon geholt, die andere Hälfte wollen und werden wir noch holen. Zudem sind wir unter den letzten Acht im Pokal und haben mit dem möglichen Finale im eigenen Stadion noch ein sehr schönes Ziel vor Augen. Im Übrigen sind Spieler wie Thomas Kraft, Andreas Ottl oder Christian Lell, die alle schon Champions League oder Uefa-Cup respektive Europa League gespielt haben, selbst auch mit der Wahrnehmung zur Hertha gekommen, hier in absehbarer Zeit Ähnliches zu erreichen, und gewiss nicht, um in den nächsten vier Jahren gegen den Abstieg zu spielen. Zudem ist Berlin eine Weltstadt, und ein Klub wie Hertha muss den Anspruch haben, auch in Europa wahrgenommen zu werden.
ran.de: Sie nennen auch das Pokalfinale als Ziel, Ihr nächster Gegner, Borussia Mönchengladbach, hat die Hertha aber vor Kurzem noch im Olympia-Stadion besiegt...
Skibbe: Ohne Frage spielt Borussia Mönchengladbach in dieser Saison den wohl besten Fußball in der Bundesliga und steht deshalb auch zu Recht ganz weit oben in der Tabelle. Trotzdem ist für einen Klub wie Hertha ein Heimspiel genau das, was man braucht, um vielleicht tatsächlich eine Runde weiter zu kommen. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf dieses Spiel im Februar und werden alles daran setzen, auch diese starken Gladbacher zu schlagen.
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Aus dem türkischen Belek berichtet Andreas Kötter für ran.de täglich über die aktuellen Entwicklungen bei Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und weiteren Bundesligisten. Im Exklusiv-Interview mit ran.de spricht Herthas Trainer Michael Skibbe über die Umstände seines Wechsels aus der Türkei nach Berlin, über die Zielsetzung mit seinem neuen Klub und über seine erste Neuverpflichtung.
ran.de: Reicht das aber schon fürs obere Tabellendrittel, wie Sie in einem Interview gesagt haben, oder setzen Sie sich selbst und Ihre Mannschaft damit nicht zu sehr unter Druck?
Skibbe: Diese Aussage war perspektivisch gemeint. In diesem Jahr wollen wir 40 Punkte erreichen. Die eine Hälfte hat die Mannschaft schon geholt, die andere Hälfte wollen und werden wir noch holen. Zudem sind wir unter den letzten Acht im Pokal und haben mit dem möglichen Finale im eigenen Stadion noch ein sehr schönes Ziel vor Augen. Im Übrigen sind Spieler wie Thomas Kraft, Andreas Ottl oder Christian Lell, die alle schon Champions League oder Uefa-Cup respektive Europa League gespielt haben, selbst auch mit der Wahrnehmung zur Hertha gekommen, hier in absehbarer Zeit Ähnliches zu erreichen, und gewiss nicht, um in den nächsten vier Jahren gegen den Abstieg zu spielen. Zudem ist Berlin eine Weltstadt, und ein Klub wie Hertha muss den Anspruch haben, auch in Europa wahrgenommen zu werden.
ran.de: Sie nennen auch das Pokalfinale als Ziel, Ihr nächster Gegner, Borussia Mönchengladbach, hat die Hertha aber vor Kurzem noch im Olympia-Stadion besiegt...
Skibbe: Ohne Frage spielt Borussia Mönchengladbach in dieser Saison den wohl besten Fußball in der Bundesliga und steht deshalb auch zu Recht ganz weit oben in der Tabelle. Trotzdem ist für einen Klub wie Hertha ein Heimspiel genau das, was man braucht, um vielleicht tatsächlich eine Runde weiter zu kommen. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf dieses Spiel im Februar und werden alles daran setzen, auch diese starken Gladbacher zu schlagen.
12.01.2012 - 00:34 Uhr
Quelle: www.bild.de
Lob: Skibbe steht nicht schweigend am Spielfeldrand wie Vorgänger Markus Babbel. Er redet permanent mit den Profis, auch während der Übungen. Dabei werden die Jungs zu „Bravo-Boys“. Skibbe ruft nach guten Aktionen: „Bravo, Christian!“ oder: „Bravo, Ronny!“.
Der Trainer: „Es ist wirkt sich positiv aus, wenn man Spieler lobt. Wenn sie etwas falsch machen, wissen sie es meist selbst. Da bringt es nichts, noch drauf zu hauen. Nach dem Training gehe ich in Ruhe auf den Spieler zu und sage, was man allgemein verbessern kann.“
Keine Schelte: Andere Trainer versuchen, mit Kritik eine Trotzreaktion aus den Profis zu kitzeln. Skibbe: „Davon bin ich kein großer Freund. Das ist nicht meine Art.“
Einzelgespräche: Skibbe setzt sich mit jedem Spieler zusammen, nimmt sich Zeit, sie kennenzulernen.
Der Coach: „Ich rede mit jedem im Trainingslager nach dem Abendessen. Es ist mir wichtig, die Jungs auch persönlich kennnenzulernen. Sie sollen wissen, dass meine Tür immer offen ist, wenn sie ein Problem haben.“
Mal sehen wie sich dieser Kurs bei unserem Kader so auswirkt.
Der Trainer: „Es ist wirkt sich positiv aus, wenn man Spieler lobt. Wenn sie etwas falsch machen, wissen sie es meist selbst. Da bringt es nichts, noch drauf zu hauen. Nach dem Training gehe ich in Ruhe auf den Spieler zu und sage, was man allgemein verbessern kann.“
Keine Schelte: Andere Trainer versuchen, mit Kritik eine Trotzreaktion aus den Profis zu kitzeln. Skibbe: „Davon bin ich kein großer Freund. Das ist nicht meine Art.“
Einzelgespräche: Skibbe setzt sich mit jedem Spieler zusammen, nimmt sich Zeit, sie kennenzulernen.
Der Coach: „Ich rede mit jedem im Trainingslager nach dem Abendessen. Es ist mir wichtig, die Jungs auch persönlich kennnenzulernen. Sie sollen wissen, dass meine Tür immer offen ist, wenn sie ein Problem haben.“
12.01.2012 - 17:53 Uhr
Quelle: www.morgenpost.de
Morgenpost Online: Herr Skibbe, was hat Sie bei Hertha am meisten überrascht?
Michael Skibbe: Positiv überrascht hat mich die Spielschnelligkeit der Mannschaft. Sie hat ein gutes Passspiel. Viele Spieler können sich aus engen Situationen befreien.
Morgenpost Online: Wo muss Hertha noch zulegen?
Skibbe: Steigerungspotenzial haben wir beim Herausspielen von Torchancen und beim Abschluss. Was beim Training auffällt, ist, dass entscheidende Situationen immer über Raffael oder Ronny entstehen. Da wünsche ich mir, dass auch andere Mittelfeldspieler versuchen, mehr Pässe in die Spitze zu spielen.
Morgenpost Online: Da trifft es sich schlecht, dass Raffael für die ersten vier Spiele gesperrt ist.
Skibbe: Wir hoffen, dass wir eine Sperre von drei Spielen hinbekommen. Das wäre eine Hilfe, weil wir Raffael als einen unserer stärksten Spieler benötigen. Sein Ausfall wird zu spüren sein. Aber so stark, wie sein Bruder Ronny sich präsentiert, komme ich nicht drumherum, ihn in Nürnberg in der Startelf zu bringen.
...
Morgenpost-Interview mit unserem Trainer.
Michael Skibbe: Positiv überrascht hat mich die Spielschnelligkeit der Mannschaft. Sie hat ein gutes Passspiel. Viele Spieler können sich aus engen Situationen befreien.
Morgenpost Online: Wo muss Hertha noch zulegen?
Skibbe: Steigerungspotenzial haben wir beim Herausspielen von Torchancen und beim Abschluss. Was beim Training auffällt, ist, dass entscheidende Situationen immer über Raffael oder Ronny entstehen. Da wünsche ich mir, dass auch andere Mittelfeldspieler versuchen, mehr Pässe in die Spitze zu spielen.
Morgenpost Online: Da trifft es sich schlecht, dass Raffael für die ersten vier Spiele gesperrt ist.
Skibbe: Wir hoffen, dass wir eine Sperre von drei Spielen hinbekommen. Das wäre eine Hilfe, weil wir Raffael als einen unserer stärksten Spieler benötigen. Sein Ausfall wird zu spüren sein. Aber so stark, wie sein Bruder Ronny sich präsentiert, komme ich nicht drumherum, ihn in Nürnberg in der Startelf zu bringen.
...
13.01.2012 - 09:06 Uhr
Quelle: www.tagesspiegel.de
Bloß kein böses Wort
Viel Training mit dem Ball, viel Lob: So arbeitet Herthas Trainer Michael Skibbe.
(...)
Es ist schon ganz schön perfide, was Michael Skibbe, Herthas neuer Trainer, in der Türkei mit seiner Mannschaft veranstaltet.
Er scheucht die Spieler über den Platz – und die merken es nicht einmal. Oder sie merken es erst, wenn alles vorbei ist. Skibbe hat schon an seinem ersten Arbeitstag angekündigt, dass er im Training viele Spielformen ansetzen werde, um sich einen Überblick vom technischen und taktischen Zustand zu verschaffen. Und er hat Wort gehalten. Fünf gegen zwei, sechs gegen sechs, selbst zwölf gegen zwölf hat er in Belek schon spielen lassen, mit und ohne Tor, über den ganzen Platz, das halbe Feld oder auf engstem Raum – aber fast immer mit Ball. „Da läuft man leichter“, sagt Christian Lell.
Man könnte auch sagen: Michael Skibbe macht ein Training, wie es Spielern gefällt. Fußballer wollen gegen den Ball treten, selbst wenn sie laufen müssen. „Die Spieler haben Spaß daran, das ist auf jeden Fall hilfreich“, sagt Skibbe. „Es fördert die Lernbereitschaft.“ Herthas Trainer ist weit davon entfernt, sich bei der Mannschaft anzubiedern. Wäre das so, würde er sie in Belek nicht insgesamt drei Mal, jeweils am Morgen um Viertel vor acht, zum Dauerlauf bitten. Es ist kein leichter Trab, den die Mannschaft locker abspult, das Tempo ist mehr als ansehnlich. „Das schleppt man den ganzen Tag in den Beinen mit“, sagt Skibbe.
Die Spieler äußern sich trotzdem ausnehmend positiv über ihren neuen Chef. „Ich bin sehr angetan. Er ist sehr offen, direkt, geradeaus“, sagt Lell. „Man weiß, woran man bei ihm ist.“ Man sollte die ersten Eindrücke allerdings auch nicht überbewerten, findet Herthas Vizekapitän: „In der Vorbereitung ist sowieso noch alles auf Kuschelkurs.“ Die Mannschaft hat unter Skibbe noch kein einziges Pflichtspiel bestritten, folglich auch noch nie mit ihm verloren, geschweige denn eine echte Krise erlebt. Aber der neue Trainer hat es mit seiner Art erstaunlich schnell geschafft, den Verein nach dem Wirbel um seinen Vorgänger Markus Babbel wieder zu befrieden und die allgemeine Verkrampfung zu lösen.
Das liegt auch am Ton, den Skibbe anschlägt. „Danke, meine Herren“, sagt er, wenn die Spieler im Training mit einer Übung durch sind. „Bravo, Ronny!“, ruft er über den Platz. „Super, Fanol!“ Skibbe arbeitet viel mit positiver Verstärkung. Im Training fällt kein einziges böses Wort, zumindest nicht, wenn Unbefugte zuhören. Kritik äußert Skibbe lieber intern und das nicht einmal unter vier Augen, sondern durchaus vor der gesamten Mannschaft. Die anderen Spieler sollen dann nicht denken: Puh, zum Glück hat es mich nicht erwischt. Skibbe will, dass jedem bewusst ist: Der Fehler hätte mir auch passieren können.
Erst einmal in seiner Trainerkarriere hat Skibbe eine Mannschaft mitten in der Saison übernommen, das war im Herbst 2005 in Leverkusen. Die Aufgabe damals empfindet er im Rückblick als deutlich komplizierter als jetzt bei Hertha. In Berlin habe er anders als bei Bayer eine intakte Mannschaft vorgefunden.
Auch fußballerisch besteht für ihn kein großer Änderungsbedarf. Skibbe sagt von sich, er sei kein Trainer, der seiner Mannschaft auf Teufel komm raus seine Philosophie aufzwängen wolle. Das Konzept richtet sich immer nach den Möglichkeiten, und bei Hertha sieht Skibbe selbst kurzfristig die Möglichkeit, einen offensiven und ansehnlichen Fußball spielen zu lassen. Aus der Mannschaft hat er in dieser Frage durchaus positive Signale empfangen: „Die Spieler sagen auch: Das trauen wir uns zu.“
Schon vor dem Trainingslager hat Skibbe angekündigt, dass er mit allen Spielern Einzelgespräche führen werde. Immer nach dem Abendessen hat er in einer ruhigen Sitzecke im Mannschaftshotel zum Austausch gebeten, aber Skibbe hält sich nicht sklavisch an ein bestimmtes Format. Am Mittwoch hatte er mit Torwart Maikel Aerts den Zeitrahmen bereits überzogen, Pierre-Michel Lasogga setzte sich einfach hinzu, und irgendwann nahm auch Änis Ben-Hatira, der als Nächster dran gewesen wäre, in der Runde Platz. „Wir sind immer mehr ins Plaudern gekommen“, erzählt Skibbe. „Über alles Mögliche haben wir geredet, querbeet.“ Wenn er aus dem Trainingslager zurück ist, will Skibbe sich auch mit seinem Vorgänger Markus Babbel austauschen.
(...)
Ha Ho He
Viel Training mit dem Ball, viel Lob: So arbeitet Herthas Trainer Michael Skibbe.
(...)
Es ist schon ganz schön perfide, was Michael Skibbe, Herthas neuer Trainer, in der Türkei mit seiner Mannschaft veranstaltet.
Er scheucht die Spieler über den Platz – und die merken es nicht einmal. Oder sie merken es erst, wenn alles vorbei ist. Skibbe hat schon an seinem ersten Arbeitstag angekündigt, dass er im Training viele Spielformen ansetzen werde, um sich einen Überblick vom technischen und taktischen Zustand zu verschaffen. Und er hat Wort gehalten. Fünf gegen zwei, sechs gegen sechs, selbst zwölf gegen zwölf hat er in Belek schon spielen lassen, mit und ohne Tor, über den ganzen Platz, das halbe Feld oder auf engstem Raum – aber fast immer mit Ball. „Da läuft man leichter“, sagt Christian Lell.
Man könnte auch sagen: Michael Skibbe macht ein Training, wie es Spielern gefällt. Fußballer wollen gegen den Ball treten, selbst wenn sie laufen müssen. „Die Spieler haben Spaß daran, das ist auf jeden Fall hilfreich“, sagt Skibbe. „Es fördert die Lernbereitschaft.“ Herthas Trainer ist weit davon entfernt, sich bei der Mannschaft anzubiedern. Wäre das so, würde er sie in Belek nicht insgesamt drei Mal, jeweils am Morgen um Viertel vor acht, zum Dauerlauf bitten. Es ist kein leichter Trab, den die Mannschaft locker abspult, das Tempo ist mehr als ansehnlich. „Das schleppt man den ganzen Tag in den Beinen mit“, sagt Skibbe.
Die Spieler äußern sich trotzdem ausnehmend positiv über ihren neuen Chef. „Ich bin sehr angetan. Er ist sehr offen, direkt, geradeaus“, sagt Lell. „Man weiß, woran man bei ihm ist.“ Man sollte die ersten Eindrücke allerdings auch nicht überbewerten, findet Herthas Vizekapitän: „In der Vorbereitung ist sowieso noch alles auf Kuschelkurs.“ Die Mannschaft hat unter Skibbe noch kein einziges Pflichtspiel bestritten, folglich auch noch nie mit ihm verloren, geschweige denn eine echte Krise erlebt. Aber der neue Trainer hat es mit seiner Art erstaunlich schnell geschafft, den Verein nach dem Wirbel um seinen Vorgänger Markus Babbel wieder zu befrieden und die allgemeine Verkrampfung zu lösen.
Das liegt auch am Ton, den Skibbe anschlägt. „Danke, meine Herren“, sagt er, wenn die Spieler im Training mit einer Übung durch sind. „Bravo, Ronny!“, ruft er über den Platz. „Super, Fanol!“ Skibbe arbeitet viel mit positiver Verstärkung. Im Training fällt kein einziges böses Wort, zumindest nicht, wenn Unbefugte zuhören. Kritik äußert Skibbe lieber intern und das nicht einmal unter vier Augen, sondern durchaus vor der gesamten Mannschaft. Die anderen Spieler sollen dann nicht denken: Puh, zum Glück hat es mich nicht erwischt. Skibbe will, dass jedem bewusst ist: Der Fehler hätte mir auch passieren können.
Erst einmal in seiner Trainerkarriere hat Skibbe eine Mannschaft mitten in der Saison übernommen, das war im Herbst 2005 in Leverkusen. Die Aufgabe damals empfindet er im Rückblick als deutlich komplizierter als jetzt bei Hertha. In Berlin habe er anders als bei Bayer eine intakte Mannschaft vorgefunden.
Auch fußballerisch besteht für ihn kein großer Änderungsbedarf. Skibbe sagt von sich, er sei kein Trainer, der seiner Mannschaft auf Teufel komm raus seine Philosophie aufzwängen wolle. Das Konzept richtet sich immer nach den Möglichkeiten, und bei Hertha sieht Skibbe selbst kurzfristig die Möglichkeit, einen offensiven und ansehnlichen Fußball spielen zu lassen. Aus der Mannschaft hat er in dieser Frage durchaus positive Signale empfangen: „Die Spieler sagen auch: Das trauen wir uns zu.“
Schon vor dem Trainingslager hat Skibbe angekündigt, dass er mit allen Spielern Einzelgespräche führen werde. Immer nach dem Abendessen hat er in einer ruhigen Sitzecke im Mannschaftshotel zum Austausch gebeten, aber Skibbe hält sich nicht sklavisch an ein bestimmtes Format. Am Mittwoch hatte er mit Torwart Maikel Aerts den Zeitrahmen bereits überzogen, Pierre-Michel Lasogga setzte sich einfach hinzu, und irgendwann nahm auch Änis Ben-Hatira, der als Nächster dran gewesen wäre, in der Runde Platz. „Wir sind immer mehr ins Plaudern gekommen“, erzählt Skibbe. „Über alles Mögliche haben wir geredet, querbeet.“ Wenn er aus dem Trainingslager zurück ist, will Skibbe sich auch mit seinem Vorgänger Markus Babbel austauschen.
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