Kommende Fussballstars oder Kinderhandel?
08.03.2009 - 17:36 Uhr
19.11.2011 - 00:25 Uhr
Das find ich mal ehrlich gesagt nicht schlimm. Auch Profiklubs brauchen Spieler für ihre jüngsten Mannschaften, und wenn er eh in Manchester wohnt ist das doch kein Akt.
19.11.2011 - 00:34 Uhr
Ich finde es schlimm das ein ganzes Land über diesen "Transfer" diskutiert und sich schon den Kopf darüber zerbricht ob er der kommende Beckham, Wazza, Gerrard oder Terry sein könnte!
Wenn er wirklich direkt in Manchester wohnt kann man das alles ganz ruhig machen und diesem KIND! nicht der Presse vorlegen, aber ich denke das die Eltern immer ein Teil dazu betragen... :/:
Wenn er wirklich direkt in Manchester wohnt kann man das alles ganz ruhig machen und diesem KIND! nicht der Presse vorlegen, aber ich denke das die Eltern immer ein Teil dazu betragen... :/:
19.11.2011 - 13:32 Uhr
Zitat von Blau87:
Zitat von Domsen96:
Ich finde es schlimm das ein ganzes Land über diesen "Transfer" diskutiert und sich schon den Kopf darüber zerbricht ob er der kommende Beckham, Wazza, Gerrard oder Terry sein könnte!
Wenn er wirklich direkt in Manchester wohnt kann man das alles ganz ruhig machen und diesem KIND! nicht der Presse vorlegen, aber ich denke das die Eltern immer ein Teil dazu betragen... :/:
naja manchmal zwängt die Presse auch den Jungen gegen den willen des Vereins und der Eltern da rein .... versucht die Bild mit Öztunali ebenso .
Sowas ist mMn schon echt pervers! :angry :(
Aber trotz alle dem....
Es wär mit Sicherheit auch so gegangen das keiner was von dem Wechseln mit bekommen hätte, da bin ich mir relativ sicher...
Zitat von Domsen96:
Ich finde es schlimm das ein ganzes Land über diesen "Transfer" diskutiert und sich schon den Kopf darüber zerbricht ob er der kommende Beckham, Wazza, Gerrard oder Terry sein könnte!
Wenn er wirklich direkt in Manchester wohnt kann man das alles ganz ruhig machen und diesem KIND! nicht der Presse vorlegen, aber ich denke das die Eltern immer ein Teil dazu betragen... :/:
naja manchmal zwängt die Presse auch den Jungen gegen den willen des Vereins und der Eltern da rein .... versucht die Bild mit Öztunali ebenso .
Sowas ist mMn schon echt pervers! :angry :(
Aber trotz alle dem....
Es wär mit Sicherheit auch so gegangen das keiner was von dem Wechseln mit bekommen hätte, da bin ich mir relativ sicher...
29.11.2011 - 14:38 Uhr
Der nächste Messi
Barcelona holt 10-jährigen Japaner
Barcelona nimmt das 10-jährige japanische Ausnahmetalent Takefusa Kubo in seinem Ausbildungszentrum auf. Eigentlich werden dort erst Junioren ab 13 ausgebildet.
##
In Japan wird der Viertklässler bereits mit Weltfussballer Lionel Messi verglichen, der ebenfalls früh in Barcelonas Internat Unterschlupf gefunden hatte.
Bildstrecken
Die Karriere des Lionel Messi
Auf YouTube sind einige Videos von Takefusa Kubo zu sehen, in denen der Schüler seine technischen Finessen im Dribbling zeigt. Der Junge verfügt vor allem über einen starken linken Fuss und wurde meistens als «hängende Spitze» bei seinem Klub Kawasaki Frontale eingesetzt.
Vor einer Woche hatte schon Manchester United mit der Verpflichtung des fünfjährigen Charlie Jackson für Schlagzeilen gesorgt.
http://www.20min.ch/sport/fussball/story/11487117
:o
Barcelona holt 10-jährigen Japaner
Barcelona nimmt das 10-jährige japanische Ausnahmetalent Takefusa Kubo in seinem Ausbildungszentrum auf. Eigentlich werden dort erst Junioren ab 13 ausgebildet.
##
In Japan wird der Viertklässler bereits mit Weltfussballer Lionel Messi verglichen, der ebenfalls früh in Barcelonas Internat Unterschlupf gefunden hatte.
Bildstrecken
Die Karriere des Lionel Messi
Auf YouTube sind einige Videos von Takefusa Kubo zu sehen, in denen der Schüler seine technischen Finessen im Dribbling zeigt. Der Junge verfügt vor allem über einen starken linken Fuss und wurde meistens als «hängende Spitze» bei seinem Klub Kawasaki Frontale eingesetzt.
Vor einer Woche hatte schon Manchester United mit der Verpflichtung des fünfjährigen Charlie Jackson für Schlagzeilen gesorgt.
http://www.20min.ch/sport/fussball/story/11487117
:o
09.12.2011 - 14:50 Uhr
Eine Sache muss Sascha Nikolajewicz (38) unbedingt noch loswerden, bevor er auflegt. „Es heißt immer: Aus Nikolajewicz ist nichts geworden. Das stimmt nicht, aus mir ist etwas geworden: ein normaler Mensch. Denn es gibt ein Leben nach dem Fußball – auch für die, die es im Fußball nicht ganz nach oben geschafft haben.“
Nikolajewicz hat es nicht nach oben geschafft, obwohl er als Supertalent galt: Als 15-Jähriger wechselte der Mittelfeldspieler 1989 aus der B-Jugend des VfB Stuttgart in die Nachwuchsschule des AC Turin. Der Transfer sorgte bundesweit für Aufsehen, löste viel Kritik aus. „Teures Cleverle“ nannte ihn der „Spiegel“, 13 000 Mark sollte Deutschlands jüngster Legionär pro Monat verdienen.
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Toptalent aus Fernost: Barca-Talent Take Kubo sool auf dem Fußballplatz und an der Tischtennisplatte zu Großem imstande sein...
Irrer Kinder-Transfer!
„Der Messi Japans“ –
Barca holt 10-Jährigen
Jetzt sorgen wieder zwei Kinder-Transfers für Diskussionen: Der FC Barcelona holt den zehnjährigen Japaner Takefusa Kubo, Spitzname „Messi“, in sein Jugend-Internat. Das schaffte sogar der Argentinier Lionel Messi erst mit 13 Jahren. Schon vor zwei Jahren wurde der Knirps in Japan gesichtet. Und aus dem Sandkasten verpflichtet Manchester United den Fünfjährigen Charlie Jackson. Als Dreijähriger wurde er von den Scouts bei einem kommunalen Fußball-Projekt „Footytotz“ entdeckt, war damals aber noch zu kein.
„Das ist Irrsinn und eine bedrohliche Tendenz, die hoffentlich keine Schule macht“, sagt Manager Andreas Rettig vom FC Augsburg als Vorsitzender der Kommission Bundesliga-Leistungszentren: „Vorauszusagen, dass ein Zehnjähriger der neue Messi wird, halte ich für ausgeschlossen. Dazu bedarf es hellseherischer Fähigkeiten. Viele Talente, um die ein riesiger Zirkus veranstaltet wurde, sind in der Versenkung verschwunden.“
Nikolajewicz schaffte es auch nicht, weder in Italien, der Türkei oder Deutschland. Er kickte in Ulm, machte Mitte der 90er-Jahre ein DFB-Pokalspiel für den FC Homburg, dann musste er seine Karriere nach einem Kreuzbandriss beenden. Heute arbeitet Nikolajewicz als Jugendkoordinator bei SVK 1884/98 Beiertheim, einem Karlsruher Amateurklub. Und berät Eltern, deren Söhne wie einst er selbst hoch hinauswollen.
„Mein wichtigster Ratschlag: Eltern müssen die psychische Stabilität ihres Kindes einschätzen können. Wenn Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen werden, muss immer ein Profi zu Rate gezogen werden. Denn eine verlorene Kindheit holt keiner nach“, sagt Nikolajewicz: „Leider sind Talente nur eine Handelsware, die man sich so schnell wie möglich sichern und so gut wie möglich verkaufen will.“
Das galt auch für Marco Quotschalla (23). Als Zwölfjähriger erhielt der Stürmer 2001 einen Acht-Jahres-Vertrag beim 1. FC Köln. Doch schnell wurde es ruhig um das Ausnahme-Talent. Zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga für Alemannia Aachen 2007 hat er auf dem Konto, 2009 landete er bei Germania Dattenfeld in der NRW-Liga. Heute spielt Quotschalla bei den Amateuren von Schalke 04, kommt nur auf Kurzeinsätze. Im Amateur-Team sollen sich die Jungen entwickeln, Quotschalla ist schon zu alt, muss den Klub verlassen. „Nicht alles ist perfekt gelaufen. Ich habe mir den Durchbruch eher erhofft. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt er. Immerhin hat Quotschalla das Fachabitur gemacht.
Sportdirektor Matthias Sammer, der beim DFB für den Nachwuchs zuständig ist, rät den Jungen dringend, eine Ausbildung zu machen und nicht nur von einer Profi-Karriere zu träumen: „Es gibt keine Talent-Prognose, nur eine Talent-Konstellation.“ Zu viele Unwägbarkeiten beeinflussen die Entwicklung eines Jungen, nicht nur Verletzungspech, „auch das andere Geschlecht, Partys, Alkohol“.
Fotogalerie
Torgefährlicher Superdribbler: Take bringt viel mit, um mal ein großer Offensivspieler zu werden
Doch nicht nur die Kinder, auch ehrgeizige Eltern verlieren die Realität aus den Augen, setzen voll auf die Karte Fußball. Bremens Ex-Profi Uwe Harttgen, heute Psychologe, verschickte Fragebögen an 331 Talente von sieben Bundesligisten. Ein Junge antwortete: „Mein Vater bringt mich um, wenn ich nicht Profi werde.“
Nicht so Joachim Wunderlich, er ließ seinen 16-jährigen Sohn Leander Siemann diesen Herbst von Hertha BSC zu Arsenal London wechseln. Leander sollte ein Jahr in England zur Schule gehen, um sein Englisch zu perfektionieren. „Das Geld ist uns egal, es geht nur darum, ihm Schule und Fußball gleichzeitig zu ermöglichen“, sagt Wunderlich. Nach dem Probetraining unterschrieb sein Filius einen Ausbildungsvertrag über drei Jahre, Hertha BSC kassierte 250 000 Euro Ablöse.
Der Fall Leander Siemann ist die Ausnahme, normalerweise tummeln sich Scouts und Spielervermittler bei den Bundesligisten und Amateurklubs, um Talente abzuwerben, wenn diese gerade erst zwölf oder 13 Jahre alt sind. Beispiel Werder Bremen: Der Klub scoutet Spieler ab der D-Jugend im Emsland. Das Problem: Hier fahndet auch Nachbar Holland nach Talenten. Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer sagt: „Die Holländer gehen beim Scouting rigoros vor.“
Die Folgen für die Kinder, die aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden, spielen meist keine Rolle. „Die Eltern wissen nicht, was sie ihren Kindern antun, wenn sie sie mit 13, 14 Jahren schon weggeben. Sie glauben gar nicht, wie viel Heimweh auch ein 16-Jähriger noch erleiden kann. Da werden unter der Bettdecke oft eine Menge Tränen verdrückt“, sagt der ehemalige Sportlehrer und Zweitliga-Trainer Herbert Dörenberg, der heute als Scout für eine Agentur (Pro Profil) arbeitet. Er vermittelte auch den Wechsel von Patrick Herrmann aus Saarbrücken zu Gladbach.
Viele seiner Berufskollegen und auch Klub-Verantwortliche haben weniger Skrupel, die Abwerbung von Talenten aus den Bundesliga-Schmieden schon unter 16 Jahren ist bundesweit verbreitet. Denn Schüler dürfen laut DFL-Statuten ab 16 Jahren in Absprache mit ihren Eltern einen sogenannten Fördervertrag unterschreiben, um sich längerfristig an ihren Ausbildungsverein zu binden.
Gladbachs Manager Max Eberl sagt: „Mir wurde einmal ein 16-Jähriger angeboten, der schon bei drei großen Vereinen gespielt hat. Mit 16! Das wird auf lange Sicht nichts werden. Jeder muss die Zeit bekommen, sich zu entwickeln – idealerweise ohne Vereinswechsel.“
Frankfurts Nachwuchschef Armin Kraaz ärgert sich, dass zuletzt ein Talent aus der U 14 vom VfB Stuttgart weggelockt wurde: „Die haben seiner Mutter nicht nur einen Blumenstrauß
geboten.“ Bis zu 100 000 Euro, so ist aus der Branche zu hören, bieten Vermittler den Eltern für die Zusage eines Top-Talents kurz vor dem ersten Vertrag als Profi.
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„Um die Besten balgt sich halb Deutschland. Wenn ein Spieler auf der DFB-Liste der U-15-Nationalmannschaft landet, steht bei den Eltern das Telefon nicht mehr still“, sagt Volker Kersting, Nachwuchschef bei Mainz 05: „Die Berater pflegen jeden Spieler abzutelefonieren. Oder gar an den Erziehungsberechtigten vorbei über Facebook anzuschreiben. Das schreit zum Himmel. Das ist sogar kriminell.“
Der Kampf um den Nachwuchs wird auch unter den Klubs mit harten Bandagen geführt: Hertha-Manager Michael Preetz stellt eine „immer rüder werdende Abwerbe-Paxis mancher Vereine“ fest. Den Scouts von 1899 Hoffenheim hat er Hausverbot erteilt, weil sie einen 14- und 15-Jährigen abgeworben und Hertha als „Stasi-Verein“ verunglimpft haben sollen. Stuttgarts Manager Fredi Bobic wollte das Trainingsgelände für Spielervermittler und Scouts komplett schließen: „Es werden immer mehr, und sie werden immer dreister.“
Bis 2007 gab es einen Kodex unter allen 36 Profi-Vereinen, dass sie sich nicht die Spieler aus ihren Leistungszentren – pro Jahr werden hier 5000 Jugendspieler ausgebildet – abjagen. Doch dann stieg Branchenführer FC Bayern aus, und es brachen wieder alle Dämme.
„Dieser Kodex hat nicht mehr Bestand, weil er nicht Bestand haben kann. Ich stelle regelmäßig fest, dass bei unseren U-19-Spielen Scouts aus England, Spanien und Italien vor Ort sind. Sollen wir uns die Spieler von denen wegschnappen lassen und selbst keine Spieler aus Hamburg, Augsburg oder Bochum holen dürfen?“, fragt Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sieht’s genauso: „Wir bilden aus, und die Engländer wedeln mit den Scheinen. Da werden junge Spieler schnell mal schwach.“ Rummenigge fordert daher: „Entweder man schafft es, dass dieser Kodex für alle gilt – aber das scheint gemäß der EU-Gesetze nicht möglich zu sein –, oder man lässt es. Es kann nicht sein, dass wir uns in Deutschland selbst beschränken. Ansonsten gibt es ein Ergebnis, wie wir es schon einmal hatten: dass junge Talente wie Volz oder Zieler ins Ausland abwandern, deutsche Vereine sie aber nicht verpflichten können.“ Mit 16 Jahren wechselten Moritz Volz 1999 von Schalke zu Arsenal und Hannovers heutiger Nationaltorwart Ron-Robert Zieler 2005 zu ManUnited.
Die neuen Fälle Kubo und Jackson treiben auch Rummenigge die Sorgenfalten auf die Stirn. „Ich bin kein Freund dieser Praxis. Ich bin der Meinung, Kinder sollen in ihren Familien aufwachsen. Es macht keinen Sinn, Kinder – seien sie fünf, sechs oder elf Jahre alt – dem Druck des Leistungssports auszusetzen. Wir werden diese Praxis beim FC Bayern nie einführen. Ich frage mich auch manchmal, wie das rechtlich geht. Einen zehnjährigen Japaner zu holen ist gemäß den Fifa-Statuten nicht erlaubt.“
Die Fifa hat den Transfer minderjähriger Spieler grundsätzlich verboten, lässt aber drei Ausnahmen zu:
• Spieler zwischen 16 und 18 Jahren dürfen unter bestimmten Bedingungen innerhalb von EU‑Mitgliedsländern wechseln.
• Internationale Transfers sind innerhalb eines Radius von 50 km auf beiden Seiten der Grenze eines Landes erlaubt.
• Transfers sind zulässig, falls die Eltern eines minderjährigen Spielers aus Gründen, die nichts mit dem Fußball zu tun haben, ihren Wohnsitz in ein anderes Land verlegen müssen.
Schöner Zufall: Kubos Mutter sei auf Arbeitssuche von Kawasaki nach Barcelona gekommen, so die Barça-Version.
Die Bundesliga sucht jetzt nach Lösungen: Berater sollen nur noch Talente unter Vertrag nehmen dürfen, die älter als 16 Jahre sind. Der Abschluss von Förderverträgen soll um ein Jahr auf 15 Jahre vorgezogen werden. Und es soll wieder eine Ausbildungsentschädigung geben.
_________________________
Ein sehr interessanter Bericht, mit vielen interessanten Inteventionen, wie ich finde.
Ich habe mir extra die Sportbild vom Daddy geklaut, schön abgeschrieben, juuuuuunge war das viel. Ich war fast fertig, bis dann Dome kam und meinte, warum nimmst net den außm Internet... man, man, man...
Nikolajewicz hat es nicht nach oben geschafft, obwohl er als Supertalent galt: Als 15-Jähriger wechselte der Mittelfeldspieler 1989 aus der B-Jugend des VfB Stuttgart in die Nachwuchsschule des AC Turin. Der Transfer sorgte bundesweit für Aufsehen, löste viel Kritik aus. „Teures Cleverle“ nannte ihn der „Spiegel“, 13 000 Mark sollte Deutschlands jüngster Legionär pro Monat verdienen.
Toptalent aus Fernost: Barca-Talent Take Kubo sool auf dem Fußballplatz und an der Tischtennisplatte zu Großem imstande sein...
Irrer Kinder-Transfer!
„Der Messi Japans“ –
Barca holt 10-Jährigen
Jetzt sorgen wieder zwei Kinder-Transfers für Diskussionen: Der FC Barcelona holt den zehnjährigen Japaner Takefusa Kubo, Spitzname „Messi“, in sein Jugend-Internat. Das schaffte sogar der Argentinier Lionel Messi erst mit 13 Jahren. Schon vor zwei Jahren wurde der Knirps in Japan gesichtet. Und aus dem Sandkasten verpflichtet Manchester United den Fünfjährigen Charlie Jackson. Als Dreijähriger wurde er von den Scouts bei einem kommunalen Fußball-Projekt „Footytotz“ entdeckt, war damals aber noch zu kein.
„Das ist Irrsinn und eine bedrohliche Tendenz, die hoffentlich keine Schule macht“, sagt Manager Andreas Rettig vom FC Augsburg als Vorsitzender der Kommission Bundesliga-Leistungszentren: „Vorauszusagen, dass ein Zehnjähriger der neue Messi wird, halte ich für ausgeschlossen. Dazu bedarf es hellseherischer Fähigkeiten. Viele Talente, um die ein riesiger Zirkus veranstaltet wurde, sind in der Versenkung verschwunden.“
Nikolajewicz schaffte es auch nicht, weder in Italien, der Türkei oder Deutschland. Er kickte in Ulm, machte Mitte der 90er-Jahre ein DFB-Pokalspiel für den FC Homburg, dann musste er seine Karriere nach einem Kreuzbandriss beenden. Heute arbeitet Nikolajewicz als Jugendkoordinator bei SVK 1884/98 Beiertheim, einem Karlsruher Amateurklub. Und berät Eltern, deren Söhne wie einst er selbst hoch hinauswollen.
„Mein wichtigster Ratschlag: Eltern müssen die psychische Stabilität ihres Kindes einschätzen können. Wenn Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen werden, muss immer ein Profi zu Rate gezogen werden. Denn eine verlorene Kindheit holt keiner nach“, sagt Nikolajewicz: „Leider sind Talente nur eine Handelsware, die man sich so schnell wie möglich sichern und so gut wie möglich verkaufen will.“
Das galt auch für Marco Quotschalla (23). Als Zwölfjähriger erhielt der Stürmer 2001 einen Acht-Jahres-Vertrag beim 1. FC Köln. Doch schnell wurde es ruhig um das Ausnahme-Talent. Zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga für Alemannia Aachen 2007 hat er auf dem Konto, 2009 landete er bei Germania Dattenfeld in der NRW-Liga. Heute spielt Quotschalla bei den Amateuren von Schalke 04, kommt nur auf Kurzeinsätze. Im Amateur-Team sollen sich die Jungen entwickeln, Quotschalla ist schon zu alt, muss den Klub verlassen. „Nicht alles ist perfekt gelaufen. Ich habe mir den Durchbruch eher erhofft. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt er. Immerhin hat Quotschalla das Fachabitur gemacht.
Sportdirektor Matthias Sammer, der beim DFB für den Nachwuchs zuständig ist, rät den Jungen dringend, eine Ausbildung zu machen und nicht nur von einer Profi-Karriere zu träumen: „Es gibt keine Talent-Prognose, nur eine Talent-Konstellation.“ Zu viele Unwägbarkeiten beeinflussen die Entwicklung eines Jungen, nicht nur Verletzungspech, „auch das andere Geschlecht, Partys, Alkohol“.
Fotogalerie
Torgefährlicher Superdribbler: Take bringt viel mit, um mal ein großer Offensivspieler zu werden
Doch nicht nur die Kinder, auch ehrgeizige Eltern verlieren die Realität aus den Augen, setzen voll auf die Karte Fußball. Bremens Ex-Profi Uwe Harttgen, heute Psychologe, verschickte Fragebögen an 331 Talente von sieben Bundesligisten. Ein Junge antwortete: „Mein Vater bringt mich um, wenn ich nicht Profi werde.“
Nicht so Joachim Wunderlich, er ließ seinen 16-jährigen Sohn Leander Siemann diesen Herbst von Hertha BSC zu Arsenal London wechseln. Leander sollte ein Jahr in England zur Schule gehen, um sein Englisch zu perfektionieren. „Das Geld ist uns egal, es geht nur darum, ihm Schule und Fußball gleichzeitig zu ermöglichen“, sagt Wunderlich. Nach dem Probetraining unterschrieb sein Filius einen Ausbildungsvertrag über drei Jahre, Hertha BSC kassierte 250 000 Euro Ablöse.
Der Fall Leander Siemann ist die Ausnahme, normalerweise tummeln sich Scouts und Spielervermittler bei den Bundesligisten und Amateurklubs, um Talente abzuwerben, wenn diese gerade erst zwölf oder 13 Jahre alt sind. Beispiel Werder Bremen: Der Klub scoutet Spieler ab der D-Jugend im Emsland. Das Problem: Hier fahndet auch Nachbar Holland nach Talenten. Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer sagt: „Die Holländer gehen beim Scouting rigoros vor.“
Die Folgen für die Kinder, die aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden, spielen meist keine Rolle. „Die Eltern wissen nicht, was sie ihren Kindern antun, wenn sie sie mit 13, 14 Jahren schon weggeben. Sie glauben gar nicht, wie viel Heimweh auch ein 16-Jähriger noch erleiden kann. Da werden unter der Bettdecke oft eine Menge Tränen verdrückt“, sagt der ehemalige Sportlehrer und Zweitliga-Trainer Herbert Dörenberg, der heute als Scout für eine Agentur (Pro Profil) arbeitet. Er vermittelte auch den Wechsel von Patrick Herrmann aus Saarbrücken zu Gladbach.
Viele seiner Berufskollegen und auch Klub-Verantwortliche haben weniger Skrupel, die Abwerbung von Talenten aus den Bundesliga-Schmieden schon unter 16 Jahren ist bundesweit verbreitet. Denn Schüler dürfen laut DFL-Statuten ab 16 Jahren in Absprache mit ihren Eltern einen sogenannten Fördervertrag unterschreiben, um sich längerfristig an ihren Ausbildungsverein zu binden.
Gladbachs Manager Max Eberl sagt: „Mir wurde einmal ein 16-Jähriger angeboten, der schon bei drei großen Vereinen gespielt hat. Mit 16! Das wird auf lange Sicht nichts werden. Jeder muss die Zeit bekommen, sich zu entwickeln – idealerweise ohne Vereinswechsel.“
Frankfurts Nachwuchschef Armin Kraaz ärgert sich, dass zuletzt ein Talent aus der U 14 vom VfB Stuttgart weggelockt wurde: „Die haben seiner Mutter nicht nur einen Blumenstrauß
geboten.“ Bis zu 100 000 Euro, so ist aus der Branche zu hören, bieten Vermittler den Eltern für die Zusage eines Top-Talents kurz vor dem ersten Vertrag als Profi.
„Um die Besten balgt sich halb Deutschland. Wenn ein Spieler auf der DFB-Liste der U-15-Nationalmannschaft landet, steht bei den Eltern das Telefon nicht mehr still“, sagt Volker Kersting, Nachwuchschef bei Mainz 05: „Die Berater pflegen jeden Spieler abzutelefonieren. Oder gar an den Erziehungsberechtigten vorbei über Facebook anzuschreiben. Das schreit zum Himmel. Das ist sogar kriminell.“
Der Kampf um den Nachwuchs wird auch unter den Klubs mit harten Bandagen geführt: Hertha-Manager Michael Preetz stellt eine „immer rüder werdende Abwerbe-Paxis mancher Vereine“ fest. Den Scouts von 1899 Hoffenheim hat er Hausverbot erteilt, weil sie einen 14- und 15-Jährigen abgeworben und Hertha als „Stasi-Verein“ verunglimpft haben sollen. Stuttgarts Manager Fredi Bobic wollte das Trainingsgelände für Spielervermittler und Scouts komplett schließen: „Es werden immer mehr, und sie werden immer dreister.“
Bis 2007 gab es einen Kodex unter allen 36 Profi-Vereinen, dass sie sich nicht die Spieler aus ihren Leistungszentren – pro Jahr werden hier 5000 Jugendspieler ausgebildet – abjagen. Doch dann stieg Branchenführer FC Bayern aus, und es brachen wieder alle Dämme.
„Dieser Kodex hat nicht mehr Bestand, weil er nicht Bestand haben kann. Ich stelle regelmäßig fest, dass bei unseren U-19-Spielen Scouts aus England, Spanien und Italien vor Ort sind. Sollen wir uns die Spieler von denen wegschnappen lassen und selbst keine Spieler aus Hamburg, Augsburg oder Bochum holen dürfen?“, fragt Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sieht’s genauso: „Wir bilden aus, und die Engländer wedeln mit den Scheinen. Da werden junge Spieler schnell mal schwach.“ Rummenigge fordert daher: „Entweder man schafft es, dass dieser Kodex für alle gilt – aber das scheint gemäß der EU-Gesetze nicht möglich zu sein –, oder man lässt es. Es kann nicht sein, dass wir uns in Deutschland selbst beschränken. Ansonsten gibt es ein Ergebnis, wie wir es schon einmal hatten: dass junge Talente wie Volz oder Zieler ins Ausland abwandern, deutsche Vereine sie aber nicht verpflichten können.“ Mit 16 Jahren wechselten Moritz Volz 1999 von Schalke zu Arsenal und Hannovers heutiger Nationaltorwart Ron-Robert Zieler 2005 zu ManUnited.
Die neuen Fälle Kubo und Jackson treiben auch Rummenigge die Sorgenfalten auf die Stirn. „Ich bin kein Freund dieser Praxis. Ich bin der Meinung, Kinder sollen in ihren Familien aufwachsen. Es macht keinen Sinn, Kinder – seien sie fünf, sechs oder elf Jahre alt – dem Druck des Leistungssports auszusetzen. Wir werden diese Praxis beim FC Bayern nie einführen. Ich frage mich auch manchmal, wie das rechtlich geht. Einen zehnjährigen Japaner zu holen ist gemäß den Fifa-Statuten nicht erlaubt.“
Die Fifa hat den Transfer minderjähriger Spieler grundsätzlich verboten, lässt aber drei Ausnahmen zu:
• Spieler zwischen 16 und 18 Jahren dürfen unter bestimmten Bedingungen innerhalb von EU‑Mitgliedsländern wechseln.
• Internationale Transfers sind innerhalb eines Radius von 50 km auf beiden Seiten der Grenze eines Landes erlaubt.
• Transfers sind zulässig, falls die Eltern eines minderjährigen Spielers aus Gründen, die nichts mit dem Fußball zu tun haben, ihren Wohnsitz in ein anderes Land verlegen müssen.
Schöner Zufall: Kubos Mutter sei auf Arbeitssuche von Kawasaki nach Barcelona gekommen, so die Barça-Version.
Die Bundesliga sucht jetzt nach Lösungen: Berater sollen nur noch Talente unter Vertrag nehmen dürfen, die älter als 16 Jahre sind. Der Abschluss von Förderverträgen soll um ein Jahr auf 15 Jahre vorgezogen werden. Und es soll wieder eine Ausbildungsentschädigung geben.
_________________________
Ein sehr interessanter Bericht, mit vielen interessanten Inteventionen, wie ich finde.
Ich habe mir extra die Sportbild vom Daddy geklaut, schön abgeschrieben, juuuuuunge war das viel. Ich war fast fertig, bis dann Dome kam und meinte, warum nimmst net den außm Internet... man, man, man...
11.12.2011 - 00:17 Uhr
Zitat von Blau87:
Lustig aber das sich gerade Werder beschwert und gegen Wechsel von unter 16 Jährigen ist , die nicht aus der direkten Umgbung kommen , aber gleichzeitig Levin Öztunali kurz nach seinem 15 Geburstag 5.000 € Monatsgehalt boten , Levi blieb gott sei dank beim HSV !
Woher hastn' das?
Lustig aber das sich gerade Werder beschwert und gegen Wechsel von unter 16 Jährigen ist , die nicht aus der direkten Umgbung kommen , aber gleichzeitig Levin Öztunali kurz nach seinem 15 Geburstag 5.000 € Monatsgehalt boten , Levi blieb gott sei dank beim HSV !
Woher hastn' das?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Huszti1896 am 11.12.2011 um 00:27 Uhr bearbeitet
09.01.2012 - 12:12 Uhr
Quelle: www1.skysports.com
The 14-year-old had been on trial with English giants Chelsea, Liverpool and Manchester United as well as with Spanish powerhouse Real Madrid in the past.
However, Haugesund native Samuelsen has now been deemed good enough by City to join their youth academy.
"I look forward to living in Manchester but, of course, it will be sad to leave my family and friends," he told Haugesund Avis.
"I want to be one of the best and would like to play for one of the big clubs in Europe and win something."
Samuelsen's father will also move to Manchester.
Ich glaube hier passt das am besten rein. However, Haugesund native Samuelsen has now been deemed good enough by City to join their youth academy.
"I look forward to living in Manchester but, of course, it will be sad to leave my family and friends," he told Haugesund Avis.
"I want to be one of the best and would like to play for one of the big clubs in Europe and win something."
Samuelsen's father will also move to Manchester.
Mit 14 (!) bereits in ein anderes Land zu wechseln, ist mir persönlich dann doch etwas zu krass. Ich denke mal da wird auch ordentlich Geld im Spiel sein, besonders da ManCity ja im Endeffekt das Rennen gemacht hat.
09.01.2012 - 16:11 Uhr
Quelle: www.transfermarkt.de
Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat die Verpflichtung eines erst 13 Jahre alten Talents aus Berlin energisch verteidigt. «Er war umworben von Bayern, Werder und HSV. Es stimmt nicht, dass wir da besonders aggressiv um einen Nachwuchsspieler bemüht waren», sagte Alexander Rosen, Leiter des Nachwuchszentrums der Nordbadener, am Montag. Nico Franke von Tennis Borussia erhält nach einem Bericht der Berliner «B.Z.» einen Ausbildungsvertrag in Hoffenheim. Dem widersprach 1899-Manager Ernst Tanner (Foto) jedoch.
Da es nun auch auf der Startseite von tm.de steht, würde ich mich freuen, wenn es hier zu einer Diskussion kommt!
09.01.2012 - 16:43 Uhr
Finde das nicht so schlimm. Wenn die Eltern einverstanden sind und der Junge auch dann seh ich da kein großes Problem daran. Der Aufschrei ist doch auch nur so groß weil das Hoffenheim war und nicht Bayern oder Dortmund oder Hamburg.
09.01.2012 - 17:23 Uhr
Im Falle Hoffenheim und hoffentlich in allen Fällen bekommt der Spieler neben der physischen und technischen Ausbildung, sprich der fußballerischen Ausbildung, eine sehr gute Grundausbildung. Diese ist für talentierte Nachwuchsspieler das wichtigste überhaupt.
Allerdings sollte dies, wie oben angedeutet, Standard sein.
Wenn die Spieler und die Eltern/Erziehungsberechtigten einem Wechsel zustimmen und wirklich gewillt sind (und ohne Druck von Außen entscheiden), steht mMn einem Wechsel nichts im Weg.
Spannend ist die Frage nach den Ausbildungshilfen, dem Taschengeld, dem Fördergeld oder was weiß ich wie man "Gehalt" beschönigen kann.
Man stelle sich vor - wie von Blau geschrieben - ein gerade mal 15-Jähriger erhält ein Angebot über 5.000€/Monat und würde somit vermutlich mehr verdienen als seine eigenen Eltern. Das halte ich für unterste Schublade, somit beeinflusst man den jungen Spieler drastisch.
Wobei dies auch in unteren Ligen normal ist, dann gibt's zwar keine 5.000€, dafür dann halt ein neues Handy. Für mich ist es aber ein gewaltiger Unterschied, ob es hier um richtige Monatsgehälter geht oder lediglich um kleinere Dinge.
Allerdings sollte dies, wie oben angedeutet, Standard sein.
Wenn die Spieler und die Eltern/Erziehungsberechtigten einem Wechsel zustimmen und wirklich gewillt sind (und ohne Druck von Außen entscheiden), steht mMn einem Wechsel nichts im Weg.
Spannend ist die Frage nach den Ausbildungshilfen, dem Taschengeld, dem Fördergeld oder was weiß ich wie man "Gehalt" beschönigen kann.
Man stelle sich vor - wie von Blau geschrieben - ein gerade mal 15-Jähriger erhält ein Angebot über 5.000€/Monat und würde somit vermutlich mehr verdienen als seine eigenen Eltern. Das halte ich für unterste Schublade, somit beeinflusst man den jungen Spieler drastisch.
Wobei dies auch in unteren Ligen normal ist, dann gibt's zwar keine 5.000€, dafür dann halt ein neues Handy. Für mich ist es aber ein gewaltiger Unterschied, ob es hier um richtige Monatsgehälter geht oder lediglich um kleinere Dinge.
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