Hertha BSC geht in Berufung
21.05.2012 - 23:12 Uhr
Nach der Ablehnung der letzten Verhandlung geht Hertha nun zur nächsten Instanz über.
Interessant dazu:
Zitat
Für Lorenz ist vollkommen offen, wie das Bundesgericht unter dem Vorsitz von Goetz Eilers entscheidet. Der Richter: „Mir ist kein Fall bekannt, in dem das Bundesgericht die Entscheidung des Sportgerichts revidiert hat. Es ist aber vollkommen frei und unabhängig. Und ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Hertha nun vors Bundesgericht zieht. Ich würde als Vereinsvertreter genauso handeln.“ Pikant: Eilers war früher stellvertretender Generalsekretär des DFB. Sein Chef war der heutige DFB-Boss Wolfgang Niersbach, ein bekennender Fortuna-Fan. Früher zeichnete er sogar mal für Düsseldorfs Stadionheft verantwortlich…
http://www.bz-berlin.de/sport/hertha-bsc/hertha-zieht-vor-das-dfb-bundesgericht-article1463323.html
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Bitte wie bisher an die gängigen Regeln halten, danke.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von PES am 28.05.2012 um 14:31 Uhr bearbeitet
21.05.2012 - 23:17 Uhr
Wie geil, der dritte Thread zum gleichen Thema ... wenn die beiden dann noch 2013 in der Reli nochmals aufeinandertreffen ist das wohl "Die unendliche Geschichte" im real Life. :D
21.05.2012 - 23:25 Uhr
Was ich an Herthas Einsprüchen stört ist einfach das niemand von den Fans mal sagt, OK, die Gründe sind eigentlich doch recht schwach, aber es ist halt unsere einzige Chance nächste Saison 1. Liga zu spielen. Stattdessen werden hier Gründe aufgebauscht das einem die Ohren rauschen.
Unterbechung des Spiels? Regenerationszeit für 10 Berliner und 11 Düsseldorfer, sehe das nicht als einseitigen Nachteil.
Fehlen der Eckfahne? Brauchen wir ja hoffentlich nicht wirklich drüber diskutieren, dass das kein Unterschied ausmacht, oder?
Aber so wird übertrieben bis sich die Balken biegen.
Aussagen die nicht in die eigene Argumentationskette passen, werden einfach ignoriert? Die lügt doch die Düsseldorfer Polizei und der Niersbach, der alte Düsseldorfer, Fussballmafia DFB.
Hertha sollte zusätzlich zu der rechtlichen Beratung mal eine PR Agentur zu Rate ziehen. Denn so werden die ohnehin negativen Auswirkungen des Abstieges nochmals verstärkt.
Unterbechung des Spiels? Regenerationszeit für 10 Berliner und 11 Düsseldorfer, sehe das nicht als einseitigen Nachteil.
Fehlen der Eckfahne? Brauchen wir ja hoffentlich nicht wirklich drüber diskutieren, dass das kein Unterschied ausmacht, oder?
Aber so wird übertrieben bis sich die Balken biegen.
Aussagen die nicht in die eigene Argumentationskette passen, werden einfach ignoriert? Die lügt doch die Düsseldorfer Polizei und der Niersbach, der alte Düsseldorfer, Fussballmafia DFB.
Hertha sollte zusätzlich zu der rechtlichen Beratung mal eine PR Agentur zu Rate ziehen. Denn so werden die ohnehin negativen Auswirkungen des Abstieges nochmals verstärkt.
21.05.2012 - 23:26 Uhr
http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/hertha-bsc/article106354561/Urteil-ist-ein-schlechtes-Signal-fuer-die-Zukunft.html
Interessantes Interview, gepostet vom User bones im alten Thread.
Edit, zum User über mir: Im ignorieren von anderslautenden Argumentationsketten nehmen sich nicht nur die jeweils gegenläufigen Userschaften rein gar nichts, sondern auch die zuständigen Rechtsprecher. Wir sind hier doch alle in bester Gesellschaft :) Kleiner Tipp am Rande: Es geht hier um Statuten und Regeln, und nicht ob subjektiv nun eine Eckfahne oder 1000 Leute auf dem Platz dich, Raffael oder Lumpi stören.
Interessantes Interview, gepostet vom User bones im alten Thread.
Edit, zum User über mir: Im ignorieren von anderslautenden Argumentationsketten nehmen sich nicht nur die jeweils gegenläufigen Userschaften rein gar nichts, sondern auch die zuständigen Rechtsprecher. Wir sind hier doch alle in bester Gesellschaft :) Kleiner Tipp am Rande: Es geht hier um Statuten und Regeln, und nicht ob subjektiv nun eine Eckfahne oder 1000 Leute auf dem Platz dich, Raffael oder Lumpi stören.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von OpusLuciferi am 21.05.2012 um 23:30 Uhr bearbeitet
21.05.2012 - 23:34 Uhr
Zitat von Sechzigerfan71:
Zitat von 359grad:
Ich möchte gerne eine kurze und ganz einfache Fragen an all diejenigen richten, die das heutige Urteil befürworten:
Warum wird das Abbrennen von Pyrotechnik auf dem Spielfeld nach einem unkontrollierten Platzsturm durch Fans als tendeziell positiv gewertet, selbiges im geschlossenen Fanblock aber als negativ?
Vor demjenigen, der mir eine plausible Antwort auf diese Frage liefern kann, ziehe ich meinen Hut.
Befürworte beides nicht.
Aber nochmal. Ich war als neutraler Zuschauer im Stadion und fand das was Hertha Fans abzogen genauso Sch...e wie hinterher den platzsturm der Fortuna Fans. Der Unterschied ist der das von Seiten der Hertha Fans aggressive Stimmung war und von Seiten der Fortuna Fans die pure Freude herrschte.was nach einer Wiederkehr von 15 Jahren in die 1 Liga normal ist( denke bei euch wäre es auch so oder?)
Das was die meisten wohl aufregt ist das bei Hertha sich an 90 Sekunden aufgehangen wird was in 36 spielen nicht klappte.
Ich rede gar nicht speziell von den Hertha-Fans im Spiel gegen Düsseldorf.
Mir geht es vielmehr darum, dass der DFB generell Pyrotechnik verteufelt. Das gilt auch, wenn Fans des Vereins X nach einem Torerfolg vor Freude im Block Pyrotechnik abbrennen - es ist vom DFB einfach nicht erwünscht und wird bestraft, weil es zu gefährlich zu sein scheint.
Und beim Platzsturm in Düsseldorf ist auf einmal alles anders - nämlich trotz Pyrotechnik positiv, ungefährlich und vor allem friedlich.
Ja, was denn nun? Der DFB kann doch nicht ein und dieselbe Sache unterschiedlich bewerten und Recht nach Gutdünken sprechen - das ist äußerst bedenklich.
Meiner Meinung nach ist das Urteil und vor allem die Begründung ein Witz - im besten Fall. Und vom Gegenteil konnte mich auch noch niemand überzeugen.
Abschließend: Mir ist es wirklich egal, welcher Verein nächste Saison 1. oder 2. Liga spielt, aber mir ist wichtig, dass alles fair über die Bühne geht - diesen Eindruck habe ich momentan nicht.
Zitat von 359grad:
Ich möchte gerne eine kurze und ganz einfache Fragen an all diejenigen richten, die das heutige Urteil befürworten:
Warum wird das Abbrennen von Pyrotechnik auf dem Spielfeld nach einem unkontrollierten Platzsturm durch Fans als tendeziell positiv gewertet, selbiges im geschlossenen Fanblock aber als negativ?
Vor demjenigen, der mir eine plausible Antwort auf diese Frage liefern kann, ziehe ich meinen Hut.
Befürworte beides nicht.
Aber nochmal. Ich war als neutraler Zuschauer im Stadion und fand das was Hertha Fans abzogen genauso Sch...e wie hinterher den platzsturm der Fortuna Fans. Der Unterschied ist der das von Seiten der Hertha Fans aggressive Stimmung war und von Seiten der Fortuna Fans die pure Freude herrschte.was nach einer Wiederkehr von 15 Jahren in die 1 Liga normal ist( denke bei euch wäre es auch so oder?)
Das was die meisten wohl aufregt ist das bei Hertha sich an 90 Sekunden aufgehangen wird was in 36 spielen nicht klappte.
Ich rede gar nicht speziell von den Hertha-Fans im Spiel gegen Düsseldorf.
Mir geht es vielmehr darum, dass der DFB generell Pyrotechnik verteufelt. Das gilt auch, wenn Fans des Vereins X nach einem Torerfolg vor Freude im Block Pyrotechnik abbrennen - es ist vom DFB einfach nicht erwünscht und wird bestraft, weil es zu gefährlich zu sein scheint.
Und beim Platzsturm in Düsseldorf ist auf einmal alles anders - nämlich trotz Pyrotechnik positiv, ungefährlich und vor allem friedlich.
Ja, was denn nun? Der DFB kann doch nicht ein und dieselbe Sache unterschiedlich bewerten und Recht nach Gutdünken sprechen - das ist äußerst bedenklich.
Meiner Meinung nach ist das Urteil und vor allem die Begründung ein Witz - im besten Fall. Und vom Gegenteil konnte mich auch noch niemand überzeugen.
Abschließend: Mir ist es wirklich egal, welcher Verein nächste Saison 1. oder 2. Liga spielt, aber mir ist wichtig, dass alles fair über die Bühne geht - diesen Eindruck habe ich momentan nicht.
21.05.2012 - 23:36 Uhr
Zitat von enjoy:
Aussagen die nicht in die eigene Argumentationskette passen, werden einfach ignoriert? Die lügt doch die Düsseldorfer Polizei und der Niersbach, der alte Düsseldorfer, Fussballmafia DFB.Wenn direkt nach Apfiff unzälige Fortunen den Platz stürmen, dann war keine Sicherheit vorhanden. Punkt! Somit verkommen die letzten Spielsekunden zur Frace!
Aussagen die nicht in die eigene Argumentationskette passen, werden einfach ignoriert? Die lügt doch die Düsseldorfer Polizei und der Niersbach, der alte Düsseldorfer, Fussballmafia DFB.Wenn direkt nach Apfiff unzälige Fortunen den Platz stürmen, dann war keine Sicherheit vorhanden. Punkt! Somit verkommen die letzten Spielsekunden zur Frace!
21.05.2012 - 23:39 Uhr
Zitat von OpusLuciferi:
http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/hertha-bsc/article106354561/Urteil-ist-ein-schlechtes-Signal-fuer-die-Zukunft.html
Interessantes Interview, gepostet vom User bones im alten Thread.
Edit, zum User über mir: Im ignorieren von anderslautenden Argumentationsketten nehmen sich nicht nur die jeweils gegenläufigen Userschaften rein gar nichts, sondern auch die zuständigen Rechtsprecher. Wir sind hier doch alle in bester Gesellschaft :) Kleiner Tipp am Rande: Es geht hier um Statuten und Regeln, und nicht ob subjektiv nun eine Eckfahne oder 1000 Leute auf dem Platz dich, Raffael oder Lumpi stören.
Das könnte böse enden. Theoretisch müsste wenn die dritte Instanz nicht schnell ein Urteil fällt, der Start der kommenden Fußballsaison in der 1. und 2. Bundesliga verschoben werden. Beide Vereine haben keine Planungssicherheit. Ich weiß nicht wie man die Kuh vom Eis bekommen soll.
http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/hertha-bsc/article106354561/Urteil-ist-ein-schlechtes-Signal-fuer-die-Zukunft.html
Interessantes Interview, gepostet vom User bones im alten Thread.
Edit, zum User über mir: Im ignorieren von anderslautenden Argumentationsketten nehmen sich nicht nur die jeweils gegenläufigen Userschaften rein gar nichts, sondern auch die zuständigen Rechtsprecher. Wir sind hier doch alle in bester Gesellschaft :) Kleiner Tipp am Rande: Es geht hier um Statuten und Regeln, und nicht ob subjektiv nun eine Eckfahne oder 1000 Leute auf dem Platz dich, Raffael oder Lumpi stören.
Das könnte böse enden. Theoretisch müsste wenn die dritte Instanz nicht schnell ein Urteil fällt, der Start der kommenden Fußballsaison in der 1. und 2. Bundesliga verschoben werden. Beide Vereine haben keine Planungssicherheit. Ich weiß nicht wie man die Kuh vom Eis bekommen soll.
21.05.2012 - 23:42 Uhr
Und weil da wieder nüscht rumkommt gehts dann vors Ständige Schiedsgericht.
21.05.2012 - 23:44 Uhr
Zitat von Nerthus:
Und weil da wieder nüscht rumkommt gehts dann vors Ständige Schiedsgericht.
richtig. das wiederum kann ich so gar nicht einschätzen.
wann kann man eigentlich vor den CAS ziehen? müssen da bestimmte dinge gegeben/erfüllt sein?
Und weil da wieder nüscht rumkommt gehts dann vors Ständige Schiedsgericht.
richtig. das wiederum kann ich so gar nicht einschätzen.
wann kann man eigentlich vor den CAS ziehen? müssen da bestimmte dinge gegeben/erfüllt sein?
21.05.2012 - 23:49 Uhr
Zitat von adailton:
Das könnte böse enden. Theoretisch müsste wenn die dritte Instanz nicht schnell ein Urteil fällt, der Start der kommenden Fußballsaison in der 1. und 2. Bundesliga verschoben werden. Beide Vereine haben keine Planungssicherheit. Ich weiß nicht wie man die Kuh vom Eis bekommen soll.
- ein Verein zieht zurück (wird nicht passieren)
- ein ordentliches Gericht spricht zeitnahe ein Urteil, dem sich alle beugen müssen
- der DFB lässt beide Vereine zwangsabsteigen und spielt mit 17/19 bzw. lässt einen Ab- / Nichtganzaufsteiger nachrücken
Allerdings glaube ich nicht, dass Preetz den Mumm hat vor ein ordentliches Gericht zu ziehen. Ich vermute nach der nächsten Instanz ist Schluss, sofern man sich damit über die MV am 29. retten kann. Ansonsten versucht man es vielleicht noch einmal und gibt dann klein bei.
Das könnte böse enden. Theoretisch müsste wenn die dritte Instanz nicht schnell ein Urteil fällt, der Start der kommenden Fußballsaison in der 1. und 2. Bundesliga verschoben werden. Beide Vereine haben keine Planungssicherheit. Ich weiß nicht wie man die Kuh vom Eis bekommen soll.
- ein Verein zieht zurück (wird nicht passieren)
- ein ordentliches Gericht spricht zeitnahe ein Urteil, dem sich alle beugen müssen
- der DFB lässt beide Vereine zwangsabsteigen und spielt mit 17/19 bzw. lässt einen Ab- / Nichtganzaufsteiger nachrücken
Allerdings glaube ich nicht, dass Preetz den Mumm hat vor ein ordentliches Gericht zu ziehen. Ich vermute nach der nächsten Instanz ist Schluss, sofern man sich damit über die MV am 29. retten kann. Ansonsten versucht man es vielleicht noch einmal und gibt dann klein bei.
21.05.2012 - 23:54 Uhr
@OpusLuciferi:
Gutes Interview mit dem Sportjuristen Michael Lehner der mMn vieles richtig darstellt. Hab mir mal erlaubt ein paar Auszuege zu kopieren. Ich denke mal nach der Verhandlung am Freitag, der Aussage Nachreiners und dem Urteil ist es klar dass man beim DFB einfach kein Wiederholungsspiel will und das versucht auf Biegen und Brechen argumentativ durchzubringen.
Ein paar Auszuege aus dem Interview:
Zitat
Michael Lehner: Nein, mit diesem Urteil kann ich wenig anfangen. Der Einspruchsgrund war, dass es eine Schwächung von Herthas Mannschaft gegeben hat. Und wenn zwei Minuten vor dem Abpfiff, mitten in der Berliner Schlussoffensive, 1000 Leute über den Platz ziehen und das Spiel lange unterbrochen werden muss, dann ist das eine Schwächung. Ob die Herthaner nun Todesangst gehabt haben, sei dahin gestellt. Aber ich kann doch 20 Minuten später nicht wieder anpfeifen und sagen: "Da war nix, macht weiter."
Welt Online: Der Sportrichter sagt, die Zuschauer hätten nur ihre Glücksgefühle ausgelebt, Gewalt ging nicht von ihnen aus.
Lehner: Das ist seine Interpretation. Im Nachhinein kann man auch sagen, dass nichts passiert ist. Aber wenn der Platz gestürmt wird, weiß ich ja nicht, ob die Stimmung nicht doch umschlägt. Das Argument zieht nicht.
Zitat
Welt Online: Herthas Spieler haben in der Unterbrechung den Schiedsrichter bepöbelt und in einem Fall offenbar sogar geschlagen. War das Argument "Todesangst" fadenscheinig?
Lehner: Solche Ausraster können auch der Extremsituation geschuldet sein. Aber das ist in diesem Fall gar nicht ausschlaggebend. Ein Jurist muss da strikt trennen zwischen den Vergehen der Hertha-Spielern und der Diskussion, ob das Spiel wieder hätte angepfiffen werden dürfen. Das sind zwei komplett unterschiedliche Sachverhalte, die separat verhandelt werden müssen.
Zitat
Welt Online: Hat das Urteil Auswirkungen auf die Zukunft?
Lehner: Jedenfalls keine positive. Zu sagen, die Zuschauer auf dem Rasen hätten sich ja nur gefreut und keine Gewalt angewendet, halte ich für kontraproduktiv, ja fast fahrlässig. Der Stadionbetreiber hat dafür zu sorgen, dass niemand auf dem Platz rennt. Niemand kann wissen, ob nur Freude herrscht, oder das ganze in Gewalt umschlägt. Ich halte das Urteil für ein schlechtes Signal für die Zukunft
Gutes Interview mit dem Sportjuristen Michael Lehner der mMn vieles richtig darstellt. Hab mir mal erlaubt ein paar Auszuege zu kopieren. Ich denke mal nach der Verhandlung am Freitag, der Aussage Nachreiners und dem Urteil ist es klar dass man beim DFB einfach kein Wiederholungsspiel will und das versucht auf Biegen und Brechen argumentativ durchzubringen.
Ein paar Auszuege aus dem Interview:
Zitat
Michael Lehner: Nein, mit diesem Urteil kann ich wenig anfangen. Der Einspruchsgrund war, dass es eine Schwächung von Herthas Mannschaft gegeben hat. Und wenn zwei Minuten vor dem Abpfiff, mitten in der Berliner Schlussoffensive, 1000 Leute über den Platz ziehen und das Spiel lange unterbrochen werden muss, dann ist das eine Schwächung. Ob die Herthaner nun Todesangst gehabt haben, sei dahin gestellt. Aber ich kann doch 20 Minuten später nicht wieder anpfeifen und sagen: "Da war nix, macht weiter."
Welt Online: Der Sportrichter sagt, die Zuschauer hätten nur ihre Glücksgefühle ausgelebt, Gewalt ging nicht von ihnen aus.
Lehner: Das ist seine Interpretation. Im Nachhinein kann man auch sagen, dass nichts passiert ist. Aber wenn der Platz gestürmt wird, weiß ich ja nicht, ob die Stimmung nicht doch umschlägt. Das Argument zieht nicht.
Zitat
Welt Online: Herthas Spieler haben in der Unterbrechung den Schiedsrichter bepöbelt und in einem Fall offenbar sogar geschlagen. War das Argument "Todesangst" fadenscheinig?
Lehner: Solche Ausraster können auch der Extremsituation geschuldet sein. Aber das ist in diesem Fall gar nicht ausschlaggebend. Ein Jurist muss da strikt trennen zwischen den Vergehen der Hertha-Spielern und der Diskussion, ob das Spiel wieder hätte angepfiffen werden dürfen. Das sind zwei komplett unterschiedliche Sachverhalte, die separat verhandelt werden müssen.
Zitat
Welt Online: Hat das Urteil Auswirkungen auf die Zukunft?
Lehner: Jedenfalls keine positive. Zu sagen, die Zuschauer auf dem Rasen hätten sich ja nur gefreut und keine Gewalt angewendet, halte ich für kontraproduktiv, ja fast fahrlässig. Der Stadionbetreiber hat dafür zu sorgen, dass niemand auf dem Platz rennt. Niemand kann wissen, ob nur Freude herrscht, oder das ganze in Gewalt umschlägt. Ich halte das Urteil für ein schlechtes Signal für die Zukunft
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