Fancard-Englische Verhältnisse
14.11.2009 - 00:39 Uhr
Die Konferenz der kantonalen Polizei- und Justizdirektoren (KKJPD) fordert, dass sich Schweizer Fussball- und Eishockeyfans ab der Saison 2011/2012 mit einer so genannten "Fancard" ausweisen müssen, wenn sie ein Spiel der obersten Liga besuchen wollen. So soll die Identifizierung von Gewalttätern an Fussball- und Eishockeyspielen erleichtert werden.
Als weitere Massnahmen fordert die KKJPD, dass in den Stadien bloss noch Sitzplätze angeboten werden dürfen und die Polizei auch im Stadion intervenieren soll.
Besonders einschränkend sollen die Massnahmen für die Gästefans ausfallen. Die Plätze für den Gästesektor sollen nur noch im so genanntes Kombiticket verkauft werden. Gemeint ist damit, dass die Fans ausschliesslich im Extrazug anreisen müssen und natürlich auch eine Fancard besitzen müssen. Alkohol soll im Extrazug verboten werden.
Den Behörden soll eine grosse Macht übertragen werden. Sie können den Stadionbetreiben vorschreiben, wann das Spiel angepfiffen wird, wie viel private Ordnungskräfte erforderlich sein sollen, bauliche Massnahmen vorschreiben und Vorschriften zu den Zutrittskontrollen, zum Alkoholverkauf und zur Verwendung von Transparenten, Megaphonen oder Fan-Choreografien erlassen. Die Behörden können bei Verstössen für kommende Spiele verschärfte Auflagen wie die Schliessung einzelner Stadionsektoren, eine Erhöhung des Sicherheitspersonals oder höhere Abgeltungen für den Polizeiaufwand verfügen.
Die Idee mit der Fancard ist nicht neu, bereits im Jahr 2006 wurde versucht ein Fanpass für Auswärtsfans einzuführen. Dieser Versuch ist damals kolossal gescheitert. Die Gästefans sind damals einfach in andere Sektoren ausgewichen und der Fanpass wurde nach nur wenigen Wochen wieder ad acta gelegt.
Auch die nun von der KKJPD geforderten Massnahmen sind ziemlich realitätsfern.
In der ganzen Diskussion um die Sicherheitsthematik betonen die Behörten immer wieder, wie man in England die Hooligans aus den Stadien gebracht hat. Alle von der KKJPD geforderten Massnahmen lehnen sich am "Taylor-Report" an.
Die Behörden vergessen dabei, dass der englische Markt nicht mit dem Schweizerischen vergleichbar ist. In England ist die Nachfrage für Fussballtickets so hoch, dass die Fans ausgesucht werden können. Dort gibt es genügend Leute, die bereit sind hohe Ticketpreise zu zahlen, Kombitickets zu kaufen oder bereit sind das Spiel auf einem festen Platz zu verfolgen.
In der Schweiz muss der Verein für jeden Zuschauer dankbar sein. Man kann unangenehme Zuschauer nicht einfach austauschen.
Was wären die Folgen einer Fancard?
Die Besitzer einer Saisonkarte sind ähnlich wie bei der Fancard registriert. Die Frage dürfte für den Saisonkartenbesitzer sein, wie Saisonkarte/Fanpass kombiniert ist und wer Zugang zu den Daten hat.
Hauptproblem beim Fanpass sind die Zuschauer ohne Saisonkarte. Viele von ihnen kommen nur gelegentlich, oftmals auch spontan, an ein Spiel. Müssen diese Personen alle eine Fancard besitzen, werden viele Leute abgehalten ins Stadion zu gehen.
Mit der Fancard würde es also einen Zuschauerrückgang geben.
Ist ein Sitzplatzzwang umsetzbar ?
Mit dem Sitzplatzzwang sollen die Fans genau einem Platz zugeordnet werden können.
Selbst wenn nur Sitzplätze angeboten werden, wird die Kurve trotzdem stehen und die Fans werden sich dort platzieren wo sie wollen.
Vereine mit einem veralteten Stadion könnten zudem nicht mehr in der SL spielen.
Nur mit einem Kombiticket an Auswärtsspiele:
Der Grossteil der Fans reist üblicherweise mit dem Extrazug an. Es gibt aber auch Fans, die von anderswo her kommen und solche die lieber mit dem Auto anreisen.
Problematisch sind individuell anreisenden Fans nicht. Zu den Scharmützel kommt es in der Regel, wenn die mit dem Extrazug anreisenden Gästefans mit Heimfans zusammenstossen oder sich von der Polizei provoziert fühlten.
Alkoholverbot im Extrazug und Vorschriften an Stadionbetreiber:
Auf welcher Rechtslage soll dies geschehen?
Die KKJPD hat einen restriktiven Massnahmenkatalog erarbeitet, der m.M. die Problem mit der Gewalt rund um den Fussball nicht lösen würde.
Das Probleme liegen nicht im Stadion, sondern ausserhalb. Die Fancard würde nur dazu führen, dass Zuschauer ausbleiben. Die Chaoten werden auch so weiter vor den Stadien wüten.
Viele geforderte Massnahmen sind reine Drohungen von Staatsgewalt.
Keine Frage, die Gewalt rund um die Stadien muss eingedämmt werden. Vielleicht reicht ein besserer Dialog mit den Fans, oder eine ausgeprägterere Fanarbeit.
Oder findet ihr, es braucht doch eine Fancard und mehr Repression?
Als weitere Massnahmen fordert die KKJPD, dass in den Stadien bloss noch Sitzplätze angeboten werden dürfen und die Polizei auch im Stadion intervenieren soll.
Besonders einschränkend sollen die Massnahmen für die Gästefans ausfallen. Die Plätze für den Gästesektor sollen nur noch im so genanntes Kombiticket verkauft werden. Gemeint ist damit, dass die Fans ausschliesslich im Extrazug anreisen müssen und natürlich auch eine Fancard besitzen müssen. Alkohol soll im Extrazug verboten werden.
Den Behörden soll eine grosse Macht übertragen werden. Sie können den Stadionbetreiben vorschreiben, wann das Spiel angepfiffen wird, wie viel private Ordnungskräfte erforderlich sein sollen, bauliche Massnahmen vorschreiben und Vorschriften zu den Zutrittskontrollen, zum Alkoholverkauf und zur Verwendung von Transparenten, Megaphonen oder Fan-Choreografien erlassen. Die Behörden können bei Verstössen für kommende Spiele verschärfte Auflagen wie die Schliessung einzelner Stadionsektoren, eine Erhöhung des Sicherheitspersonals oder höhere Abgeltungen für den Polizeiaufwand verfügen.
Die Idee mit der Fancard ist nicht neu, bereits im Jahr 2006 wurde versucht ein Fanpass für Auswärtsfans einzuführen. Dieser Versuch ist damals kolossal gescheitert. Die Gästefans sind damals einfach in andere Sektoren ausgewichen und der Fanpass wurde nach nur wenigen Wochen wieder ad acta gelegt.
Auch die nun von der KKJPD geforderten Massnahmen sind ziemlich realitätsfern.
In der ganzen Diskussion um die Sicherheitsthematik betonen die Behörten immer wieder, wie man in England die Hooligans aus den Stadien gebracht hat. Alle von der KKJPD geforderten Massnahmen lehnen sich am "Taylor-Report" an.
Die Behörden vergessen dabei, dass der englische Markt nicht mit dem Schweizerischen vergleichbar ist. In England ist die Nachfrage für Fussballtickets so hoch, dass die Fans ausgesucht werden können. Dort gibt es genügend Leute, die bereit sind hohe Ticketpreise zu zahlen, Kombitickets zu kaufen oder bereit sind das Spiel auf einem festen Platz zu verfolgen.
In der Schweiz muss der Verein für jeden Zuschauer dankbar sein. Man kann unangenehme Zuschauer nicht einfach austauschen.
Was wären die Folgen einer Fancard?
Die Besitzer einer Saisonkarte sind ähnlich wie bei der Fancard registriert. Die Frage dürfte für den Saisonkartenbesitzer sein, wie Saisonkarte/Fanpass kombiniert ist und wer Zugang zu den Daten hat.
Hauptproblem beim Fanpass sind die Zuschauer ohne Saisonkarte. Viele von ihnen kommen nur gelegentlich, oftmals auch spontan, an ein Spiel. Müssen diese Personen alle eine Fancard besitzen, werden viele Leute abgehalten ins Stadion zu gehen.
Mit der Fancard würde es also einen Zuschauerrückgang geben.
Ist ein Sitzplatzzwang umsetzbar ?
Mit dem Sitzplatzzwang sollen die Fans genau einem Platz zugeordnet werden können.
Selbst wenn nur Sitzplätze angeboten werden, wird die Kurve trotzdem stehen und die Fans werden sich dort platzieren wo sie wollen.
Vereine mit einem veralteten Stadion könnten zudem nicht mehr in der SL spielen.
Nur mit einem Kombiticket an Auswärtsspiele:
Der Grossteil der Fans reist üblicherweise mit dem Extrazug an. Es gibt aber auch Fans, die von anderswo her kommen und solche die lieber mit dem Auto anreisen.
Problematisch sind individuell anreisenden Fans nicht. Zu den Scharmützel kommt es in der Regel, wenn die mit dem Extrazug anreisenden Gästefans mit Heimfans zusammenstossen oder sich von der Polizei provoziert fühlten.
Alkoholverbot im Extrazug und Vorschriften an Stadionbetreiber:
Auf welcher Rechtslage soll dies geschehen?
Die KKJPD hat einen restriktiven Massnahmenkatalog erarbeitet, der m.M. die Problem mit der Gewalt rund um den Fussball nicht lösen würde.
Das Probleme liegen nicht im Stadion, sondern ausserhalb. Die Fancard würde nur dazu führen, dass Zuschauer ausbleiben. Die Chaoten werden auch so weiter vor den Stadien wüten.
Viele geforderte Massnahmen sind reine Drohungen von Staatsgewalt.
Keine Frage, die Gewalt rund um die Stadien muss eingedämmt werden. Vielleicht reicht ein besserer Dialog mit den Fans, oder eine ausgeprägterere Fanarbeit.
Oder findet ihr, es braucht doch eine Fancard und mehr Repression?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schuetteler am 14.11.2009 um 00:43 Uhr bearbeitet Zeige Ergebnisse 1-1 von 1.
14.11.2009 - 13:27 Uhr
hätte deinen Beitrag gerne hier:
http://www.transfermarkt.ch/de/forum/43/diskussionsrunde/thread/6274/anzeige.html
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