Ehemalige Dynamos!
02.03.2009 - 14:18 Uhr
23.07.2012 - 06:16 Uhr
Quelle: www.sz-online.de
Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Montag, 23. Juli 2012
Ex-Dynamo jetzt Hobbystürmer in Heidenau
Von Jürgen Schwarz
Der Tscheche Pavel Dobry hat zig Tore für die Dresdner erzielt. Nach seiner Profilaufbahn soll er nun den Oberliga-Aufsteiger zum Klassenerhalt schießen.
Wenn sich im Fußball-Sommer das Spielerkarussell dreht, brodelt die Gerüchteküche. „Pavel Dobry zum Heidenauer SV? Nein, das glaube ich nun wirklich nicht“, antwortete ein älterer Herr seinem Gegenüber, der behauptet hatte, den Tschechen Anfang letzter Woche beim HSV-Training gesehen zu haben. Doch wenige Tage später bestätigte Vorstandsmitglied Torsten Mönch den sensationellen Transfer. Für ein Jahr unterschrieb der mittlerweile 36-Jährige beim Oberliga-Aufsteiger. Allein die Zahlen, die der stämmige „Sturmtank“ auf seiner Visitenkarte präsentiert, lassen aufhorchen: Insgesamt bestritt Dobry 354 Regionalliga- und Drittligaspiele, in denen er 95 Tore erzielte.
Berufsaussicht statt „Kohle“
Beim jüngsten Testspiel gegen Regionalligist VFC Plauen (4:6) demonstrierte Pavel Dobry sofort seine Klasse und schoss zwei Tore. Die Frage vieler Fans, wie die Heidenauer derartige Transfers finanzieren können, beantwortet Mönch so: „Natürlich zahlen wir hier keine großen Gehälter. Im Gegenteil, wir haben hier einen der kleinsten Etats der Oberliga. Aber wir haben den Vorteil, dass wir durch unsere Sponsoren den Spielern eine berufliche Perspektive für die Zeit nach ihrer aktiven Zeit bieten können.“ Das war bereits bei der spektakulären Verpflichtung von Torhüter Axel Keller, der mithilfe des Vereins den beruflichen Einstieg schaffte, gelungen. „Ich war nach dem Ende bei Dynamo Dresden zwei Monate arbeitslos, dann habe ich eine Anstellung bei der AOK bekommen.“ Im Gegenzug steht Keller beim HSV im Tor und half mit vielen tollen Paraden mit, den Aufstieg in die fünfte Liga zu realisieren.
23 Dynamo-Tore auf dem Konto
Der Fakt, dass viele Leistungsträger beim HSV weit über die 30sind, interessiert Trainer Bernd Fröhlich nicht: „Es zählt die Leistung, nicht das Alter. Außerdem machen junge Spieler an der Seite solch erfahrener Akteure schnellere und vor allem größere Fortschritte.“
Genau genommen, wird für Pavel Dobry das Toreschießen nun zum Hobby. Seine Laufbahn in Deutschland begann einst beim FSV Hoyerswerda, für den er zwei Jahre kickte. Zu den Lausitzern, die damals in der Oberliga spielten, war er 1999 von Viktoria Pilsen gekommen. Dobrys Tore machten den FSV zum Alleinunterhalter. Am Ende holten die Hoyerswerdaer, trainiert vom ehemaligen DDR-Auswahltrainer Eberhard („Matz“) Vogel, mit 21 Punkten Vorsprung die Meisterschaft, scheiterten aber in der Relegation. 2000/01 schoss Dobry dann zwar 17 Tore, aber mit dem Titelkampf hatte der FSV nichts zu tun. Dafür sicherte sich Aufsteiger 1. FC Magdeburg die Dienste des Angreifers mit der eingebauten Torgarantie. Nach 24 Monaten in der Bördestadt, zwei Jahren in Paderborn und drei Jahren in Kiel unterschrieb Dobry 2007 bei Dynamo Dresden. „Ich war zweimal Dritter in der Regionalliga geworden und wollte endlich mal eine Etage höher“, erinnert er sich. „Außerdem waren es von Kiel bis nach Hause 800 Kilometer, von Dresden aber nur rund 250.“ Ein Jahr später qualifizierte er sich mit Dynamo für die neue 3. Liga.
Nach drei Jahren, 96 Spielen und 23 Toren für die Schwarz-Gelben sagte er in Dresden tschüss. „Trainer Matthias Maucksch teilte mir mit, dass ich für die nächste Saison keine erste Wahl sei.“ Ich hatte aber keine Lust, auf der Bank zu sitzen, schließlich wollte ich noch zwei Jahre als Profi spielen.“ So nahm er den „Abstieg“ eine Klasse tiefer in Kauf und wechselte zum Chemnitzer FC.
Letzter Coup: Aufstieg mit CFC
Gerd Schädlich, Trainer der Himmelblauen, setzte auf die Erfahrung des damals 34-Jährigen–und landete einen Volltreffer. Was wohl auch Dobry nicht für möglich hielt, trat ein: Ein Jahr später kehrte er wieder in die dritthöchste Spielklasse zurück. In der Aufstiegsmannschaft stand auch Christian Fröhlich, mit dem er nun in Heidenau wieder zusammenspielt. Fröhlich arbeitet inzwischen als Spielerberater bei der Agentur seines Bruders Alexander, die Dobry betreut. Das war wohl auch ein ganz entscheidender Pluspunkt für die Heidenauer beim Werben um den Torjäger.
Mit seiner geballten Routine, seinem Vermögen, den Ball vor dem Gegner abzuschirmen, Freiräume für die Mitspieler zu schaffen, und vor allem mit seinem Kämpferherz, eroberte das Schlitzohr auch in Chemnitz die Herzen der Fans. Die Heidenauer Anhänger dürfen sich, wie schon am Sonnabend zu sehen war, nun auf Dobrys Tore freuen.
..... Montag, 23. Juli 2012
Ex-Dynamo jetzt Hobbystürmer in Heidenau
Von Jürgen Schwarz
Der Tscheche Pavel Dobry hat zig Tore für die Dresdner erzielt. Nach seiner Profilaufbahn soll er nun den Oberliga-Aufsteiger zum Klassenerhalt schießen.
Wenn sich im Fußball-Sommer das Spielerkarussell dreht, brodelt die Gerüchteküche. „Pavel Dobry zum Heidenauer SV? Nein, das glaube ich nun wirklich nicht“, antwortete ein älterer Herr seinem Gegenüber, der behauptet hatte, den Tschechen Anfang letzter Woche beim HSV-Training gesehen zu haben. Doch wenige Tage später bestätigte Vorstandsmitglied Torsten Mönch den sensationellen Transfer. Für ein Jahr unterschrieb der mittlerweile 36-Jährige beim Oberliga-Aufsteiger. Allein die Zahlen, die der stämmige „Sturmtank“ auf seiner Visitenkarte präsentiert, lassen aufhorchen: Insgesamt bestritt Dobry 354 Regionalliga- und Drittligaspiele, in denen er 95 Tore erzielte.
Berufsaussicht statt „Kohle“
Beim jüngsten Testspiel gegen Regionalligist VFC Plauen (4:6) demonstrierte Pavel Dobry sofort seine Klasse und schoss zwei Tore. Die Frage vieler Fans, wie die Heidenauer derartige Transfers finanzieren können, beantwortet Mönch so: „Natürlich zahlen wir hier keine großen Gehälter. Im Gegenteil, wir haben hier einen der kleinsten Etats der Oberliga. Aber wir haben den Vorteil, dass wir durch unsere Sponsoren den Spielern eine berufliche Perspektive für die Zeit nach ihrer aktiven Zeit bieten können.“ Das war bereits bei der spektakulären Verpflichtung von Torhüter Axel Keller, der mithilfe des Vereins den beruflichen Einstieg schaffte, gelungen. „Ich war nach dem Ende bei Dynamo Dresden zwei Monate arbeitslos, dann habe ich eine Anstellung bei der AOK bekommen.“ Im Gegenzug steht Keller beim HSV im Tor und half mit vielen tollen Paraden mit, den Aufstieg in die fünfte Liga zu realisieren.
23 Dynamo-Tore auf dem Konto
Der Fakt, dass viele Leistungsträger beim HSV weit über die 30sind, interessiert Trainer Bernd Fröhlich nicht: „Es zählt die Leistung, nicht das Alter. Außerdem machen junge Spieler an der Seite solch erfahrener Akteure schnellere und vor allem größere Fortschritte.“
Genau genommen, wird für Pavel Dobry das Toreschießen nun zum Hobby. Seine Laufbahn in Deutschland begann einst beim FSV Hoyerswerda, für den er zwei Jahre kickte. Zu den Lausitzern, die damals in der Oberliga spielten, war er 1999 von Viktoria Pilsen gekommen. Dobrys Tore machten den FSV zum Alleinunterhalter. Am Ende holten die Hoyerswerdaer, trainiert vom ehemaligen DDR-Auswahltrainer Eberhard („Matz“) Vogel, mit 21 Punkten Vorsprung die Meisterschaft, scheiterten aber in der Relegation. 2000/01 schoss Dobry dann zwar 17 Tore, aber mit dem Titelkampf hatte der FSV nichts zu tun. Dafür sicherte sich Aufsteiger 1. FC Magdeburg die Dienste des Angreifers mit der eingebauten Torgarantie. Nach 24 Monaten in der Bördestadt, zwei Jahren in Paderborn und drei Jahren in Kiel unterschrieb Dobry 2007 bei Dynamo Dresden. „Ich war zweimal Dritter in der Regionalliga geworden und wollte endlich mal eine Etage höher“, erinnert er sich. „Außerdem waren es von Kiel bis nach Hause 800 Kilometer, von Dresden aber nur rund 250.“ Ein Jahr später qualifizierte er sich mit Dynamo für die neue 3. Liga.
Nach drei Jahren, 96 Spielen und 23 Toren für die Schwarz-Gelben sagte er in Dresden tschüss. „Trainer Matthias Maucksch teilte mir mit, dass ich für die nächste Saison keine erste Wahl sei.“ Ich hatte aber keine Lust, auf der Bank zu sitzen, schließlich wollte ich noch zwei Jahre als Profi spielen.“ So nahm er den „Abstieg“ eine Klasse tiefer in Kauf und wechselte zum Chemnitzer FC.
Letzter Coup: Aufstieg mit CFC
Gerd Schädlich, Trainer der Himmelblauen, setzte auf die Erfahrung des damals 34-Jährigen–und landete einen Volltreffer. Was wohl auch Dobry nicht für möglich hielt, trat ein: Ein Jahr später kehrte er wieder in die dritthöchste Spielklasse zurück. In der Aufstiegsmannschaft stand auch Christian Fröhlich, mit dem er nun in Heidenau wieder zusammenspielt. Fröhlich arbeitet inzwischen als Spielerberater bei der Agentur seines Bruders Alexander, die Dobry betreut. Das war wohl auch ein ganz entscheidender Pluspunkt für die Heidenauer beim Werben um den Torjäger.
Mit seiner geballten Routine, seinem Vermögen, den Ball vor dem Gegner abzuschirmen, Freiräume für die Mitspieler zu schaffen, und vor allem mit seinem Kämpferherz, eroberte das Schlitzohr auch in Chemnitz die Herzen der Fans. Die Heidenauer Anhänger dürfen sich, wie schon am Sonnabend zu sehen war, nun auf Dobrys Tore freuen.
18.08.2012 - 22:22 Uhr
Quelle: www.bild.de
Chemnitz, Stadion an der Gellertstraße, Haupttribüne, unmittelbar hinter der oberen Reihe: dort steht (!) am Montag (18.30 Uhr) Christoph Franke (67), um sich das Sachsenspektakel Chemnitzer FC gegen Dynamo Dresden anzusehen.
Moment, Herr Franke, mit 67 Jahren wollen Sie keinen Sitzplatz? Franke: „Ich stehe dort immer, da sehe ich noch besser, als würde ich sitzen.“
Franke, ist seit Juli 2008 im Ruhestand. Er sorgte in Sachsen für Chemnitz und für Dresden selbst für allerbestes Fußballspektakel: zwei Aufstiege mit dem CFC 1999 (in die 2. Liga) und 2008 (Quali für Regionalliga), zweimal Aufstieg auch mit Dynamo 2002 (Regionalliga) und 2004 (2. Liga).
Franke,sagt: „Dresden ist Favorit, weil es höherklassig spielt. Wir haben aber das Heimspiel, das deshalb auch berechtigte Hoffnungen birgt.“
Erwischt. Franke spricht über Chemnitz und sagt „wir“. Er gesteht: „Zum CFC habe ich doch mehr Bezug, außerdem fällt es mir auch leichter, einem Außenseiter die Daumen zudrücken.“
Dresden ist Favorit. Franke erklärt dazu: „Die haben mit dem Mickael Poté so eine Art Mini-Drogba. Im Angriff geht der hohes Risiko. Und mit bisher nur einem Punkt aus den zwei Ligaspielen sehe ich Dynamo unter Wert gestartet.“
Die Chemnitzer Chancen verbindet Franke vor allem mit Anton Fink und Toni Wachsmuth: „Fink ist ebenso ein richtig guter Stürmer, ein anderer Typ zwar, aber eben ein guter. Und wenn Wachsmuth die Defensive stabil und zusammen hält, ist da bestimmt was möglich.“
Auf den Trainerbänken hat das Duell Gerd Schädlich gegen Ralf Loose Premiere.
Franke findet beide klasse: „Mein Freund Schäde hat ja mit Zwickau, Aue und Chemnitz bewiesen, dass er Aufstiege kann. Und Loose ist auch kein Schaumschläger, der steht dem Verein als ruhiger Zeitgenosse sehr gut zu Gesicht.“
Pfff, Franke, dann drücke doch dem FC Chemnitz die Daumen! :( Moment, Herr Franke, mit 67 Jahren wollen Sie keinen Sitzplatz? Franke: „Ich stehe dort immer, da sehe ich noch besser, als würde ich sitzen.“
Franke, ist seit Juli 2008 im Ruhestand. Er sorgte in Sachsen für Chemnitz und für Dresden selbst für allerbestes Fußballspektakel: zwei Aufstiege mit dem CFC 1999 (in die 2. Liga) und 2008 (Quali für Regionalliga), zweimal Aufstieg auch mit Dynamo 2002 (Regionalliga) und 2004 (2. Liga).
Franke,sagt: „Dresden ist Favorit, weil es höherklassig spielt. Wir haben aber das Heimspiel, das deshalb auch berechtigte Hoffnungen birgt.“
Erwischt. Franke spricht über Chemnitz und sagt „wir“. Er gesteht: „Zum CFC habe ich doch mehr Bezug, außerdem fällt es mir auch leichter, einem Außenseiter die Daumen zudrücken.“
Dresden ist Favorit. Franke erklärt dazu: „Die haben mit dem Mickael Poté so eine Art Mini-Drogba. Im Angriff geht der hohes Risiko. Und mit bisher nur einem Punkt aus den zwei Ligaspielen sehe ich Dynamo unter Wert gestartet.“
Die Chemnitzer Chancen verbindet Franke vor allem mit Anton Fink und Toni Wachsmuth: „Fink ist ebenso ein richtig guter Stürmer, ein anderer Typ zwar, aber eben ein guter. Und wenn Wachsmuth die Defensive stabil und zusammen hält, ist da bestimmt was möglich.“
Auf den Trainerbänken hat das Duell Gerd Schädlich gegen Ralf Loose Premiere.
Franke findet beide klasse: „Mein Freund Schäde hat ja mit Zwickau, Aue und Chemnitz bewiesen, dass er Aufstiege kann. Und Loose ist auch kein Schaumschläger, der steht dem Verein als ruhiger Zeitgenosse sehr gut zu Gesicht.“
08.09.2012 - 09:53 Uhr
Quelle: www.tlz.de
Alexander Schnetzler: Liebeserklärung an den FC Rot-Weiß
"Was macht eigentlich ...?" ist eine regelmäßige Rubrik dieser Zeitung. Diesmal kommt Alexander Schnetzler zu Wort, der 2009 nach fünf Jahren den FC Rot-Weiß Erfurt verlassen musste.
Erfurt/Pfullendorf. In der Skala der Beliebtheit steht er bei den Anhängern des FC Rot-Weiß noch immer ganz oben. Alexander Schnetzler ist so etwas, was man ein Idol nennt: offen, ehrlich, sportlich immer am Limit spielend. Zwischen 2004 und 2009 hatte er 108 Mal die Töppen für die Thüringer geschnürt, dabei acht Tore erzielt.
Jetzt, drei Jahre später, sagt der mittlerweile 33-Jährige: "In Erfurt habe ich sportlich und menschlich meine schönste Zeit verbracht." Dass 2009 der damals neue Trainer Rainer Hörgl nicht mehr auf seine Dienste bauen wollte, wurmt Alexander Schnetzler noch immer ein wenig: "Ich hatte nicht das Bestreben den Verein zu wechseln. Wenn das damals nicht gewesen wäre, würde ich heute vielleicht immer noch dort spielen."
Seine Fans haben ihm dennoch die Treue gehalten. Als der 1,73 Meter große Wirbelwind nur Monate nach seinem Wechsel mit dem VfL Osnabrück an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, dort 0:2 verlor, bereitete ihm der rot-weiße Anhang einen würdevollen und stimmgewaltigen Abschied. "Danke Alex", stand da auf einem Transparent. "Das war Gänsehaut pur für mich. So etwas habe ich noch nie erlebt. Aber da weiß man auch, für was man gearbeitet hat."
Gefeiert wurde Alexander Schnetzler aber auch auf seiner späteren Station bei Dynamo Dresden, auch wenn er beim Zweitligisten nur in einem Punktspiel eingesetzt wurde. Doch sein Highlight dort war sein 17-minütiger Pokalauftritt am 30. Juli 2011 gegen Bayer Leverkusen, wo er nach seiner Einwechslung den viel umjubelten 4:3-Siegtreffer erzielte. "Bei YouTube gucke ich mir die Szene ab und zu noch an", sagt er. Dresden sei keine vertane Zeit für ihn gewesen, auch wenn er dort fast ein Jahr nicht gespielt hat. Dass ihm im Sommer kein neuer Vertrag mehr angeboten wurde, hat er nicht tragisch genommen. Seit drei Wochen also ist Alexander Schnetzler wieder in seiner Heimat gelandet, spielt beim Südwest-Regionalligisten SC Pfullendorf. "Ich bereite mich hier auf mein Leben nach dem Fußball vor", sagt der Vollblutfußballer, der eine Ausbildung bei der Allianz in der Tasche hat: "Mein beruflicher Weg war immer geebnet. Doch diese Saison will ich es sportlich noch einmal wissen. Ich habe richtig Bock auf Fußball."
Bock hat er auch immer noch auf "meinen FC Rot-Weiß", wie er sagt. Mindestens zehn Mal war er in den letzten drei Jahren zu Besuch in Erfurt: "Ich habe noch viele Freunde dort." Zu ihnen gehören Tom Bertram, Rudi Zedi ("Wir schreiben uns öfters eine SMS") oder auch Manager Torsten Traub ("Er kam damals als Reutlinger als Spieler zu uns. Wir beiden Bayern haben uns sofort gut verstanden."). Gerade ihm traut Alexander Schnetzler zu, dass er mit beitragen wird, den Verein aus seiner momentanen kleinen sportlichen Krise zu führen. "Sie werden locker die Klasse halten, weil einfach das Potential da ist", glaubt er. Wenn auch nicht mehr als Spieler, aber als Zuschauer will Alexander Schnetzler irgendwann mal wieder ein Spiel in Erfurt besuchen.
-1953- "Was macht eigentlich ...?" ist eine regelmäßige Rubrik dieser Zeitung. Diesmal kommt Alexander Schnetzler zu Wort, der 2009 nach fünf Jahren den FC Rot-Weiß Erfurt verlassen musste.
Erfurt/Pfullendorf. In der Skala der Beliebtheit steht er bei den Anhängern des FC Rot-Weiß noch immer ganz oben. Alexander Schnetzler ist so etwas, was man ein Idol nennt: offen, ehrlich, sportlich immer am Limit spielend. Zwischen 2004 und 2009 hatte er 108 Mal die Töppen für die Thüringer geschnürt, dabei acht Tore erzielt.
Jetzt, drei Jahre später, sagt der mittlerweile 33-Jährige: "In Erfurt habe ich sportlich und menschlich meine schönste Zeit verbracht." Dass 2009 der damals neue Trainer Rainer Hörgl nicht mehr auf seine Dienste bauen wollte, wurmt Alexander Schnetzler noch immer ein wenig: "Ich hatte nicht das Bestreben den Verein zu wechseln. Wenn das damals nicht gewesen wäre, würde ich heute vielleicht immer noch dort spielen."
Seine Fans haben ihm dennoch die Treue gehalten. Als der 1,73 Meter große Wirbelwind nur Monate nach seinem Wechsel mit dem VfL Osnabrück an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, dort 0:2 verlor, bereitete ihm der rot-weiße Anhang einen würdevollen und stimmgewaltigen Abschied. "Danke Alex", stand da auf einem Transparent. "Das war Gänsehaut pur für mich. So etwas habe ich noch nie erlebt. Aber da weiß man auch, für was man gearbeitet hat."
Gefeiert wurde Alexander Schnetzler aber auch auf seiner späteren Station bei Dynamo Dresden, auch wenn er beim Zweitligisten nur in einem Punktspiel eingesetzt wurde. Doch sein Highlight dort war sein 17-minütiger Pokalauftritt am 30. Juli 2011 gegen Bayer Leverkusen, wo er nach seiner Einwechslung den viel umjubelten 4:3-Siegtreffer erzielte. "Bei YouTube gucke ich mir die Szene ab und zu noch an", sagt er. Dresden sei keine vertane Zeit für ihn gewesen, auch wenn er dort fast ein Jahr nicht gespielt hat. Dass ihm im Sommer kein neuer Vertrag mehr angeboten wurde, hat er nicht tragisch genommen. Seit drei Wochen also ist Alexander Schnetzler wieder in seiner Heimat gelandet, spielt beim Südwest-Regionalligisten SC Pfullendorf. "Ich bereite mich hier auf mein Leben nach dem Fußball vor", sagt der Vollblutfußballer, der eine Ausbildung bei der Allianz in der Tasche hat: "Mein beruflicher Weg war immer geebnet. Doch diese Saison will ich es sportlich noch einmal wissen. Ich habe richtig Bock auf Fußball."
Bock hat er auch immer noch auf "meinen FC Rot-Weiß", wie er sagt. Mindestens zehn Mal war er in den letzten drei Jahren zu Besuch in Erfurt: "Ich habe noch viele Freunde dort." Zu ihnen gehören Tom Bertram, Rudi Zedi ("Wir schreiben uns öfters eine SMS") oder auch Manager Torsten Traub ("Er kam damals als Reutlinger als Spieler zu uns. Wir beiden Bayern haben uns sofort gut verstanden."). Gerade ihm traut Alexander Schnetzler zu, dass er mit beitragen wird, den Verein aus seiner momentanen kleinen sportlichen Krise zu führen. "Sie werden locker die Klasse halten, weil einfach das Potential da ist", glaubt er. Wenn auch nicht mehr als Spieler, aber als Zuschauer will Alexander Schnetzler irgendwann mal wieder ein Spiel in Erfurt besuchen.
13.09.2012 - 09:01 Uhr
Quelle: www.transfermarkt.de
Der FC Energie Cottbus muss seinem ehemaligen Manager Steffen Heidrich keine Prämien nachzahlen. Die 2.Kammer des Arbeitsgerichtes Cottbus wies am Mittwoch eine Klage Heidrichs gegen den Fußball-Zweitligisten ab. Der Funktionär, der inzwischen als Sportdirektor beim Liga-Rivalen Erzgebirge Aue arbeitet, hatte von den Cottbusern Prämien in Höhe von 62.000 Euro aus der Pokal-Saison 2010/2011 gefordert.
Hoffentlich hatte er das Geld nicht eingeplant!
12.10.2012 - 15:10 Uhr
Quelle: www.bild.de
Länderspiel-Pause in der Bundesliga! Zeit, um mal bei einem der letzten deutschen Nationalspieler von Dynamo Dresden nachzufragen – bei Alexander Zickler (38) in Salzburg.
Die österreichische Staatsbürgerschaft ist für mich relativ nahe.“
Soso, ein Österreicher will der gute Alex werden.
Die österreichische Staatsbürgerschaft ist für mich relativ nahe.“
15.10.2012 - 12:11 Uhr
Quelle: www.nordbayern.de
Club: Das brisante Esswein-Dilemma
Trainer Hecking braucht seinen Linksaußen, darf sich aber nicht vorführen lassen. 4 Tore hat U21-Nationalstürmer Alexander Esswein erzielt für seinen Club. Vier Tore in 41 Spielen. Nicht nur die Trefferquote des extrovertierten Jung-Profis ist also ausbaufähig, dessen fußballerische Begabung nicht alltäglich ist. Sein Talent auch regelmäßig umzusetzen fällt ihm allerdings schwer.
Die Nürnberger hadern wohl etwas mit dem divenhaften Gehabe des A. Esswein ... Trainer Hecking braucht seinen Linksaußen, darf sich aber nicht vorführen lassen. 4 Tore hat U21-Nationalstürmer Alexander Esswein erzielt für seinen Club. Vier Tore in 41 Spielen. Nicht nur die Trefferquote des extrovertierten Jung-Profis ist also ausbaufähig, dessen fußballerische Begabung nicht alltäglich ist. Sein Talent auch regelmäßig umzusetzen fällt ihm allerdings schwer.
24.10.2012 - 18:47 Uhr
Quelle: liga-zwei.de
Alexander Ludwig: "Ich finde es sehr schade, dass ich trotz der vielen Verletzten in unserem Kader keine Chance bekomme." [...]
Nach Einschätzung von Trainer Bommer wäre der technisch beschlagene Mittelfeldmann aktuell keine Verstärkung [...]
Ändert sich an Ludwigs Lage nichts, [...] seine Zelte in der Lausitz spätestens am Ende der Saison abbricht, wenn sein Vertrag ausläuft
Auch greift liga-zwei das Gerücht um Dedic auf. Vielleicht kann man bei genügend medialem Interesse den Verantwortlichen ein Statement entlocken, ob an der Dedicsache mehr dran ist als die Rotweinflecke vom letzten Sommer. Nach Einschätzung von Trainer Bommer wäre der technisch beschlagene Mittelfeldmann aktuell keine Verstärkung [...]
Ändert sich an Ludwigs Lage nichts, [...] seine Zelte in der Lausitz spätestens am Ende der Saison abbricht, wenn sein Vertrag ausläuft
09.12.2012 - 22:08 Uhr
Quelle: www.11freunde.de
Uwe Rösler über Manchester City
»Ich habe noch nie so viele Menschen heulen sehen«
Am heutigen Sonntag steigt das Manchester-Derby. Wir sprachen mit Manchester City-Legende Uwe Rösler über Citys Scheich-Millionen, Fußball-Romantik in der Dritten Liga und Warm-Up in der Sauna.
..... »Ich habe noch nie so viele Menschen heulen sehen«
Am heutigen Sonntag steigt das Manchester-Derby. Wir sprachen mit Manchester City-Legende Uwe Rösler über Citys Scheich-Millionen, Fußball-Romantik in der Dritten Liga und Warm-Up in der Sauna.
11.12.2012 - 19:59 Uhr
Quelle: www.nordbayern.de
Esswein ist seinen "Lappen" los
Alexander Esswein hat am 7. April 2012 wohl allzu leichtfertig auf das Gaspedal seines PS-starken schwarzen BMW gedrückt. Mit satten 84 Kilometern in der Stunde wurde der 22-jährige Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg an diesem Tag in der Ostendstraße geblitzt - erlaubt sind dort 50 km/h.
Schnell war er schon immer, wenn er wollte ... :D Alexander Esswein hat am 7. April 2012 wohl allzu leichtfertig auf das Gaspedal seines PS-starken schwarzen BMW gedrückt. Mit satten 84 Kilometern in der Stunde wurde der 22-jährige Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg an diesem Tag in der Ostendstraße geblitzt - erlaubt sind dort 50 km/h.
22.01.2013 - 11:23 Uhr
Quelle: www.sz-online.de
Die Tränen sind getrocknet
Axel Keller musste nach dem Aufstieg bei Dynamo gehen – und beendete seine Karriere als Profi. Jetzt arbeitet er in dem Beruf, den er mal erlernt hat – und kann endlich die Wochenenden genießen.
Es war ein emotionaler Abschied. Töchterchen Marlene auf dem Arm verlor Axel Keller den Kampf gegen die Tränen, während ihn mehr als 20.000 Fans auf dem Dresdner Altmarkt feierten. Er hatte zwar nicht mehr im Tor gestanden, als die Dresdner Dynamos im Mai 2011 den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt machten, aber die Anhänger würdigten seine Leistungen für den Verein.
Drei Jahre lang war er den Schwarz-Gelben ein sicherer Rückhalt gewesen. Die Tränen fließen jedoch nicht nur aus Rührung. Wehmut kommt auf, sicher mischt sich Wut in das Gefühlschaos dieses besonderen Augenblicks. Er macht Schluss mit dem Profi-Fußball. Die Entscheidung hat er einige Wochen zuvor getroffen, nachdem er bei Dynamo erst hingehalten und dann – jedenfalls empfand er das so – abserviert worden war.
Nachkarten mag Keller nicht, obwohl er belegen könnte, dass er dem Klub damals ein faires Angebot unterbreitet hatte. „Die Art und Weise, wie es zu Ende ging, hat mir sogar geholfen, damit schneller abzuschließen“, sagt der 35-Jährige. „Ich will nicht sagen, dass es eine Erlösung gewesen sei. Aber der psychische Druck war weg“, erzählt Keller. „Bis auf das letzte Jahr bei Dynamo ging es für meine Vereine meist gegen den Abstieg. Je älter man wird, desto mehr Gedanken macht man sich, was da alles dran hängt und wer davon betroffen ist.“
Wenn er zurückblickt, staunt er, wie lange er sich behaupten konnte. Denn eigentlich war seine Karriere vorbei, bevor sie beginnen konnte. Beim ChemnitzerFC bekam er als junger Torhüter keine Chance, spielte deshalb bei unterklassigen Vereinen wie dem AltchemnitzerBSC, als ihn Trainer Thomas Gerstner 1998 zufällig entdeckte und zum FCCarl Zeiss Jena in die zweite Liga holte. „Plötzlich ging mein Traum doch noch in Erfüllung“, meint Keller, der gerade rechtzeitig seine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten abgeschlossen hatte.
Inzwischen arbeitet er in dem Beruf – als Berater für Gesundheitsförderung bei der AOKPlus in Dresden, kümmert sich unter anderem um die Organisation von Veranstaltungen zur Vorsorge bei Firmen. „Natürlich hatte sich nach 13Jahren durch den Gesetzgeber viel verändert“, sagt Keller. „Aber ich habe die Fortbildungsmöglichkeiten genutzt und mich schnell wieder eingearbeitet.“
Zwar spielt er weiter Fußball: beim HeidenauerSV in der Oberliga. Aber die Prioritäten haben sich verschoben. „Wenn ein dienstlicher Termin ansteht, lasse ich das Training natürlich sausen.“ Keller hat geschafft, womit sich viele Fußball-Profis schwertun: den nahtlosen Übergang ins Berufsleben. Weil er darauf vorbereitet war, zumindest gedanklich. „Ich habe mich nie der Illusion hingegeben, nicht mehr arbeiten zu müssen.“ Bei seinen sieben Stationen hat er gut verdient. „Wenn man mit 23 richtig viel Geld kriegt, aber nach einem Jahr feststellt, dass nichts übriggeblieben ist, fängt man an nachzudenken: Wie wird das später?“ Er hat gespart, ein Haus gebaut. Und er war sich im Klaren, dass später eine wesentlich geringere Summe auf seinem Lohnzettel stehen wird.
Auch die Umstellung vom Freiluftarbeiter zum Büroangestellten sei ihm leichter gefallen als gedacht. „Ich bin trotzdem viel unterwegs, lerne Menschen kennen“, sagt Keller, und schmunzelnd fügt er hinzu: „Ich muss mich nicht mehr jeden Tag bei Wind und Wetter in den Dreck werfen. Oder an den Feiertagen laufen gehen.“ Einerseits habe er wochentags weniger freie Zeit, der wohl größte Unterschied zum Leben als Fußballer. Andererseits könne er die Wochenenden viel mehr genießen. Wenn er früher schon einen Tag eher zum Auswärtsspiel fuhr und erst in der Nacht, oft am nächsten Morgen zurück war, sind die Fahrten mit dem Heidenauer SV ein Katzensprung.
Auch deshalb lehnte er 2011 ein Angebot aus der 3. Liga ab. „Ich hatte mir in drei Jahren bei Dynamo einen Namen gemacht, was ich mit einem nochmaligen Wechsel nicht kaputt machen wollte. Außerdem sah ich in Dresden den Lebensmittelpunkt für mich und meine Familie“, erzählt Axel Keller. Dieser Wunsch erfüllte sich nicht, aber über sein „privat schwieriges Jahr“ möchte er nicht reden.
Ins Stadion geht er nur selten, enthält sich deshalb jeden Kommentars zur aktuellen Lage bei Dynamo. „Da ist ein Haken dran.“ Wenn ihn Fans beim Stadtbummel erkennen, „grüßen sie freundlich“. Das sei ihm mehr wert als der Jubelchor nach Siegen. „Das vermisse ich nicht, weil ich es nie gebraucht habe. Da waren andere schneller auf dem Zaun“, meint Axel Keller. „Ich genieße es, mit Leuten in Kontakt zu kommen, deren Gespräche sich nicht nur um Fußball drehen.“ Die Tränen sind längst getrocknet.
- 1 - Axel Keller
Axel Keller musste nach dem Aufstieg bei Dynamo gehen – und beendete seine Karriere als Profi. Jetzt arbeitet er in dem Beruf, den er mal erlernt hat – und kann endlich die Wochenenden genießen.
Es war ein emotionaler Abschied. Töchterchen Marlene auf dem Arm verlor Axel Keller den Kampf gegen die Tränen, während ihn mehr als 20.000 Fans auf dem Dresdner Altmarkt feierten. Er hatte zwar nicht mehr im Tor gestanden, als die Dresdner Dynamos im Mai 2011 den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt machten, aber die Anhänger würdigten seine Leistungen für den Verein.
Drei Jahre lang war er den Schwarz-Gelben ein sicherer Rückhalt gewesen. Die Tränen fließen jedoch nicht nur aus Rührung. Wehmut kommt auf, sicher mischt sich Wut in das Gefühlschaos dieses besonderen Augenblicks. Er macht Schluss mit dem Profi-Fußball. Die Entscheidung hat er einige Wochen zuvor getroffen, nachdem er bei Dynamo erst hingehalten und dann – jedenfalls empfand er das so – abserviert worden war.
Nachkarten mag Keller nicht, obwohl er belegen könnte, dass er dem Klub damals ein faires Angebot unterbreitet hatte. „Die Art und Weise, wie es zu Ende ging, hat mir sogar geholfen, damit schneller abzuschließen“, sagt der 35-Jährige. „Ich will nicht sagen, dass es eine Erlösung gewesen sei. Aber der psychische Druck war weg“, erzählt Keller. „Bis auf das letzte Jahr bei Dynamo ging es für meine Vereine meist gegen den Abstieg. Je älter man wird, desto mehr Gedanken macht man sich, was da alles dran hängt und wer davon betroffen ist.“
Wenn er zurückblickt, staunt er, wie lange er sich behaupten konnte. Denn eigentlich war seine Karriere vorbei, bevor sie beginnen konnte. Beim ChemnitzerFC bekam er als junger Torhüter keine Chance, spielte deshalb bei unterklassigen Vereinen wie dem AltchemnitzerBSC, als ihn Trainer Thomas Gerstner 1998 zufällig entdeckte und zum FCCarl Zeiss Jena in die zweite Liga holte. „Plötzlich ging mein Traum doch noch in Erfüllung“, meint Keller, der gerade rechtzeitig seine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten abgeschlossen hatte.
Inzwischen arbeitet er in dem Beruf – als Berater für Gesundheitsförderung bei der AOKPlus in Dresden, kümmert sich unter anderem um die Organisation von Veranstaltungen zur Vorsorge bei Firmen. „Natürlich hatte sich nach 13Jahren durch den Gesetzgeber viel verändert“, sagt Keller. „Aber ich habe die Fortbildungsmöglichkeiten genutzt und mich schnell wieder eingearbeitet.“
Zwar spielt er weiter Fußball: beim HeidenauerSV in der Oberliga. Aber die Prioritäten haben sich verschoben. „Wenn ein dienstlicher Termin ansteht, lasse ich das Training natürlich sausen.“ Keller hat geschafft, womit sich viele Fußball-Profis schwertun: den nahtlosen Übergang ins Berufsleben. Weil er darauf vorbereitet war, zumindest gedanklich. „Ich habe mich nie der Illusion hingegeben, nicht mehr arbeiten zu müssen.“ Bei seinen sieben Stationen hat er gut verdient. „Wenn man mit 23 richtig viel Geld kriegt, aber nach einem Jahr feststellt, dass nichts übriggeblieben ist, fängt man an nachzudenken: Wie wird das später?“ Er hat gespart, ein Haus gebaut. Und er war sich im Klaren, dass später eine wesentlich geringere Summe auf seinem Lohnzettel stehen wird.
Auch die Umstellung vom Freiluftarbeiter zum Büroangestellten sei ihm leichter gefallen als gedacht. „Ich bin trotzdem viel unterwegs, lerne Menschen kennen“, sagt Keller, und schmunzelnd fügt er hinzu: „Ich muss mich nicht mehr jeden Tag bei Wind und Wetter in den Dreck werfen. Oder an den Feiertagen laufen gehen.“ Einerseits habe er wochentags weniger freie Zeit, der wohl größte Unterschied zum Leben als Fußballer. Andererseits könne er die Wochenenden viel mehr genießen. Wenn er früher schon einen Tag eher zum Auswärtsspiel fuhr und erst in der Nacht, oft am nächsten Morgen zurück war, sind die Fahrten mit dem Heidenauer SV ein Katzensprung.
Auch deshalb lehnte er 2011 ein Angebot aus der 3. Liga ab. „Ich hatte mir in drei Jahren bei Dynamo einen Namen gemacht, was ich mit einem nochmaligen Wechsel nicht kaputt machen wollte. Außerdem sah ich in Dresden den Lebensmittelpunkt für mich und meine Familie“, erzählt Axel Keller. Dieser Wunsch erfüllte sich nicht, aber über sein „privat schwieriges Jahr“ möchte er nicht reden.
Ins Stadion geht er nur selten, enthält sich deshalb jeden Kommentars zur aktuellen Lage bei Dynamo. „Da ist ein Haken dran.“ Wenn ihn Fans beim Stadtbummel erkennen, „grüßen sie freundlich“. Das sei ihm mehr wert als der Jubelchor nach Siegen. „Das vermisse ich nicht, weil ich es nie gebraucht habe. Da waren andere schneller auf dem Zaun“, meint Axel Keller. „Ich genieße es, mit Leuten in Kontakt zu kommen, deren Gespräche sich nicht nur um Fußball drehen.“ Die Tränen sind längst getrocknet.
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