15.08.2026 - 12:59 | Quelle: dpa | Lesedauer: unter 5 Min.
ETSV Hamburg
Manuel Demir
Triumphale Rückkehr 

Demir feiert mit ETSV beim Herzensverein – „Wollten die Aufgabe unbedingt meistern“

Demir feiert mit ETSV beim Herzensverein – „Wollten die Aufgabe unbedingt meistern“
©noveski.com

Es war ein Spiel mit reichlich Brisanz. Ein Wiedersehen mit großer Vorgeschichte. Ein Duell, das allerhand Gesprächsstoff mit sich brachte. „Dass dieses Spiel aufgrund meiner langen Vergangenheit bei Concordia für mich persönlich ein besonderes und sicherlich auch emotionales Spiel werden würde, war mir bewusst. Ich war dort über 15 Jahre tätig und bin dem Verein für diese Zeit sehr dankbar“, leugnete Manuel Demirtrotz der Geschehnisse in der jüngeren Vergangenheit – nicht, dass Cordi sein „Herzensverein“ sei.


Baris Saglam, Manuel Demir, Oberliga Hamburg
Genügend Abstand vor Anpfiff zwischen Baris Saglam (li.) und Manuel Demir (re.). Foto: noveski.com



„Gerade als Jugendtrainer durfte ich unglaublich erfolgreiche Jahre mit mehreren Aufstiegen erleben. Einige der Jungs von damals sind heute Profis – darauf bin ich sehr stolz. Auch der Durchmarsch von der Kreisliga bis in die Landesliga war für mich als Trainer eine besondere Zeit, für die ich jedem einzelnen Beteiligten dankbar bin“, erinnerte an die Zeit mit der Zweitvertretung des Traditionsvereins.


Niklas Kiene, ETSV Hamburg, 2026
Hatte gut lachen: Ausgerechnet Niklas Kiene köpfte den ETSV in Front. Foto: noveski.com


"Wünsche Concordia von Herzen alles Gute"


Zuletzt war Demir als Vize-Präsident bei den „Bekkamplern“ tätig, wo es im vergangenen Winter zum ganz großen Knall und einer öffentlich ausgetragenen Schlammschlacht kam. „Leider konnten diese erfolgreichen Jahre irgendwann nicht mehr fortgeführt werden. Trotzdem wünsche ich Concordia von Herzen alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft“, beschwichtigte er nach der erstmaligen Rückkehr an die alte sowie langjährige Wirkungsstätte – und hat bei seiner neuen sportlichen Heimat binnen kürzester Zeit ein neues, erfolgreiches Konstrukt geschaffen. „Für mich hat inzwischen mit dem ETSV Hamburg ein neues Kapitel begonnen. Und ich muss meiner Mannschaft, unserem gesamten Staff und ganz besonders auch unseren Fans ein riesiges Kompliment machen. Was wir in der kurzen Zeit seit unserer Übernahme aufgebaut haben, obwohl wir praktisch bei null angefangen haben, macht mich sehr stolz. Die Mannschaft zieht hervorragend mit, jeder arbeitet für den anderen und die Jungs setzen unsere taktischen und individuellen Vorgaben immer besser um.“


Makoto Ayano, ETSV Hamburg, 2026
Makoto Ayano grätscht das Runde zum 2:0 ins Eckige. Foto: noveski.com


Ausgerechnet Kiene köpft ETSV in Front


Genau das habe man im Spiel bei der „Ex-Liebe“ gesehen. „Wir waren von der ersten Minute an hochkonzentriert und haben das Spiel aus meiner Sicht verdient kontrolliert“, urteilte Demir. Und als wäre die Rückkehr nicht schon triumphal genug gewesen, schrieb das Wiedersehen eine weitere ganz besondere Geschichte: Ausgerechnet Niklas Kiene, der im letzten Winter von Demir zum neuen Cordi-Coach ernannt wurde, sein Amt aber nie in einem offiziellen Spiel antrat, köpfte die Eisenbahner nach einer Ecke von Takuro Mohara in Front und brachte sein neues Team als Kapitän auf die Siegerstraße (38.). Genugtuung? Immerhin geisterte auch Kienes Name, ohne dessen Zutun, damals durch die Gazetten.


Yannick Siemsen, ETSV Hamburg, 2026
Yannick Siemsen, der seine Herren-Laufbahn bei Cordi begann, erhöhte vom Punkt auf 3:0. Foto: noveski.com


"Asiatischen Spieler haben den Unterschied gemacht"


„Nach dem 1:0 hätten wir aufgrund unserer Chancen bereits früher nachlegen müssen – daran müssen und werden wir arbeiten“, hätte sich Demir ein früheres zweites Tor gewünscht, musste aber bis kurz nach der Pause warten, als Makoto Ayano „eine sehr gute Kombination“ über Landsmann Taiki Iimura krönte (50.). Zwei Japaner im direkten Zusammenspiel – laut Cordi-Coach Baris Saglam der Schlüssel zum Sieg für die Gäste. „Meiner Meinung nach haben deren asiatische Spieler den Unterschied gemacht. Die Jungs waren brutal viel unterwegs, mit einer intensiven Laufbereitschaft. Glückwunsch.“


Baris Saglam, Concordia Hamburg, 2026
Ein bedienter Cordi-Coach Baris Saglam. Foto: noveski.com


"Zeigt die Mentalität dieser Mannschaft"


Währenddessen freute sich Demir darüber, dass dem 3:0 durch einen von Yannick Siemsen verwandelten Foulelfmeter – nachdem Ex-Concorde Ishmael Schubert-Abubakri nur regelwidrig zu stoppen war – ein „stark herausgespielter Angriff mit einem schnellen Ball in die Tiefe“ vorausging (61.). Der Moment, in dem die besondere Partie entschieden schien. Dachte sich offenbar auch der neuformierte Meister. Und Jan Schrage küsste Cordi mit dem Anschlusstor wach (74.). „Nach einigen Wechseln und einer kurzen Unachtsamkeit haben wir zwar das 3:1 kassiert, aber die unmittelbare Antwort mit dem 4:1 zeigt für mich auch die Mentalität dieser Mannschaft“, sprach Demir auf den Treffer zum Endstand an, den mit Sidi Fané natürlich ebenfalls ein Spieler erzielte (90.), der sogar noch in der letzten Aufstiegssaison am Bekkamp aktiv war. Zu jenem Zeitpunkt waren die Hausherren nach einer Notbremse von Schrage gegen Aladji Barrie nur noch zu zehnt auf dem Platz (84.).


Sidi Fané, ETSV Hamburg, 2026
Ex-Concorde Sidi Fané bejubelt sein Tor zum 4:1-Endstand für die Gäste. Foto: noveski.com


"ETSV hat den Sieg verdient"


Und so schlug Saglam nach Abpfiff versöhnliche Töne an: „Der ETSV war bissiger und hat den Sieg verdient“, zeigte er sich als äußerst fairer Verlierer. „Für uns heißt es: Wir müssen weiterhin hart arbeiten, um so schnell wie möglich Erfolge zu erzielen – geduldig, fokussiert und weiterhin geschlossen mit unbedingtem Willen.“ Das Fazit von seinem ehemaligen Vize-Präsidenten: „Diese anspruchsvolle Aufgabe bei Concordia wollten wir unbedingt meistern – und das haben die Jungs heute auf eine sehr überzeugende Art und Weise getan.“ Friede, Freude, Eierkuchen…


Manuel Demir, Concordia Hamburg, ETSV Hamburg, 2026
Kein Jubel bei ETSV-Trainer Manuel Demir mit dem Abpfiff. Foto: noveski.com


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