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BVB - Finanzen

28.01.2014 - 10:06 Uhr
BVB - Finanzen |#4191
16.03.2016 - 01:13 Uhr
Der Vergleich von Premier League und Aktienblase hinkt durchaus. Die TV-Milliarden basieren ja nicht auf einer Spekulation und das sich das ganze für einen Sender wie BSkyB rechnet, sieht man auch an den vorhandenen Zahlen. Von daher ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit albern, zumal gerade bei der internationalen Vermarktung noch extremes finanzielles Potenzial besteht. "Konsolidieren" könnte sich der Markt in der Hinsicht maximal, wenn es eine gigantische Wirtschaftskrise gäbe, welche die Menschen dazu zwingen würde, ihr Geld für andere Dinge als Pay-TV zu sparen. Darauf hoffen, dass der momentan enorm profitable Markt dort einfach irgendwann zusammenbricht, würde ich jedenfalls nicht.
BVB - Finanzen |#4192
16.03.2016 - 01:44 Uhr
Zitat von Rheinloewen
Der Vergleich von Premier League und Aktienblase hinkt durchaus. Die TV-Milliarden basieren ja nicht auf einer Spekulation und das sich das ganze für einen Sender wie BSkyB rechnet, sieht man auch an den vorhandenen Zahlen. Von daher ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit albern, zumal gerade bei der internationalen Vermarktung noch extremes finanzielles Potenzial besteht. "Konsolidieren" könnte sich der Markt in der Hinsicht maximal, wenn es eine gigantische Wirtschaftskrise gäbe, welche die Menschen dazu zwingen würde, ihr Geld für andere Dinge als Pay-TV zu sparen. Darauf hoffen, dass der momentan enorm profitable Markt dort einfach irgendwann zusammenbricht, würde ich jedenfalls nicht.


der zenit des wachstums ist aber irgendwann erreicht. heimmarkt in UK ist vergleichsweise klein. da bewegt man sich schon am limit was man an abos absetzen kann und wie diese preislich strukturiert sind.

bei der auslandsvermarktung konkurriert man in den staaten und in adien mit den likalen ligen die immer interessanter werden und sehr schnell wachsen.

dazu kann man das angebot an spielen nicht mehr erhöhen. zwei pokalwettbewerbe, 20 teams, und die sommervorbereitung auf reisen. das maximum ist da schon fast überschritten. rechnet mal die 2,4 millionen auf jedes spiel runter. dazu die kosten für aufgeblähte kader die man deswegen braucht.

die PL hat ein extremes momentum, dafür haben sie schon alle potenziale auf letzter rille ausgeschöpft. mehr als 5 topteams verträgt die liga auch nicht. dafür ist die cl zu bedeutend. vielleicht bald mit nur 3 britischen teilnehmern.
BVB - Finanzen |#4193
16.03.2016 - 07:25 Uhr
Zitat von fussballgucker
Zitat von halbgott


Dann werde doch mal konkret!!!

Ich versuche es mal:

Beim Neujahresempfang des HSV nannte DFL Chef Seifert für den neuen TV Vertrag inklusive Auslandsvermarktung 1,1 - 1,5 Milliarden Einnahmen für die Bundesliga. Wenn man vom oberen Ende dieser Schätzung ausgeht, also 1,5 Milliarden wäre das eine Steigerung von 79%

Die offiziellen Schätzungen nennen immer noch lediglich die Milliardengrenze als Ziel, bei 1,0 Milliarden wäre das lediglich eine Steigerung von 14,55% das halte ich für völligen Unsinn. Aber selbst die heutige Quelle Sportinformationsdienst SID nennt 1,0 Mrd inkl. Ausland als offizielles Ziel:

http://www.derwesten.de/sport/sport-medial/sportschau-zittert-rtl-koennte-ard-bundesliga-rechte-klauen-id11650610.html

Ich gehe eher von 1,5 Mrd. aus, der Punkt ist aber, daß dies nur die Gesamteinnahmen für die Bundesliga wären.

Aufgrund der neuen TV Gelder Verteilung für die Bundesliga wird Borussia Dortmund überproportional profitieren. Das ist aber noch nicht alles: Bei der TV Auslandsvermarktung würde BVB auch klar überproportional profitieren, das Meisterjahr 2010/11 entfällt bei der 5 Jahreswertung, in diesem Jahr schied man in der Gruppenphase aus, dafür kommt 2015/16 ein starkes Jahr mit mindestens EL Viertelfinale.

Ich schätze daher Borussia Dortmund wird durch den neuen TV Vertrag 100% höhere Einnahmen generieren.

Beim unmittelbaren prozentualen Wachstum ist Borussia Dortmund auch in allen anderen wesentlichen Einnahmesäulen ohnehin ziemlich gut im Rennen. Puma zahlte bei Vertragsunterzeichnung 6,25 Mio, jetzt ist es fast das Dreifache und bei der nächsten Vertragsunterzeichnung erwarte ich eine weitere Verdopplung.

In meinen Schätzungen bin ich in den letzten 5 Jahren IMMER von der Realität übertroffen worden, es kam stets besser als von mir vermutet.


Alles schön und gut, aber trotzdem wächst die Premier League schneller, dazu brauche ich mir nur die Umsätze der Deloitte Football Money League ansehen:

Umsatzwachstum von 2012/13 auf 2013/14 (Zahlen gerundet der Einfachkeit halber):
- BVB von 256 Mio. EUR auf 261 Mio. EUR (+ 5 Mio. EUR)
- Tottenham von 172 Mio. EUR auf 215 Mio. EUR (+ 43 Mio. EUR)
- Liverpool von 240 Mio. EUR auf 305 Mio. EUR (+ 65 Mio. EUR)
- Arsenal von 284 Mio. EUR auf 359 Mio. EUR (+ 75 Mio. EUR)
- Chelsea von 303 Mio. EUR auf 387 Mio. EUR (+ 84 Mio. EUR)
- ManCity von 316 Mio. EUR auf 415 Mio. EUR (+ 99 Mio. EUR)
- ManUnited von 423 Mio. EUR auf 518 Mio. EUR (+ 95 Mio. EUR)

Betrachtet man dann das Umsatzwachstum von 2013/14 auf 2014/15:
- BVB von 261 Mio. EUR auf 280 Mio. EUR (+ 19 Mio. EUR)
- Tottenham von 215 Mio. EUR auf 257 Mio. EUR (+ 42 Mio. EUR)
- Liverpool von 305 Mio. EUR auf 391 Mio. EUR (+ 86 Mio. EUR)
- Arsenal von 359 Mio. EUR auf 435 Mio. EUR (+ 76 Mio. EUR)
- Chelsea von 387 Mio. EUR auf 420 Mio. EUR (+ 33 Mio. EUR)
- ManCity von 415 Mio. EUR auf 463 Mio. EUR (+ 48 Mio. EUR)
- ManUnited von 518 Mio. EUR auf 519 Mio. EUR (+ 1 Mio. EUR)

Die PL-Clubs wachsen in Summe deutlich schneller, und das waren Zahlen vor dem neuen TV-Vertrag der Premier League, der ab aktueller Saison 2015/16 erst greift.

Ab nächster Saison wird der durchschnittliche PL-Club 150 Mio. EUR mehr (!!!) pro Jahr einnehmen als sein deutsches Gegenüber. Und es ist schon fast egal, ob die Bundesliga am Ende des Tages nun 1 Milliarde inklusive Auslandsrechten einnimmt, 1,2 Milliarden oder 1,4 Milliarden Euro - der Abstand zur PL (dann 4 Milliarden Euro) beträgt dann eben "nur" 2,8 oder 2,6 Milliarden Euro, und das Jahr für Jahr.

Der Abstand ist nie mehr auch nur ansatzweise einholbar, dazu eben dann auch noch - abseits von den TV-Geldern - die Durchschlageeffekte auf Sponsoring beispielsweise (Chevrolet, adidas, Warrior, ...).


Diese ganzen Zahlen sind ja absolut nicht von der Hand zu weisen und bei näherer Betrachtung sind sie auch echt krass. Da wird einem mal bewusst, wie gross die finanziellen Unterschiede im europäischen Fussball sind.
Aber im Endeffekt kommt es doch immer noch darauf an, wie man die Mittel einsetzt die man zur Verfügung hat! Und genau das ist doch das spannende am Fussball! Wenn du eine tolle Jugend hast, gut scoutest und Spieler günstig kaufst und entwickelst, kannst du auch eine Menge erreichen! "Geld schiesst Tore" stimmt zwar häufig, aber nicht immer...

Ich persönlich sehe der Geldflut der Engländer gelassen entgegen. Alle Teams haben aktuell noch nicht bewiesen, dass sie auch sinnvoll mit dem Geld umgehen können. Auf der anderen Seite profitiert die Bundesliga ja auch davon, dass Spieler zu Mondpreisen abgekauft werden (z.B. Klose oder auch de Bruyne).
Bevor bei de Bruyne einige meckern: Ja, er ist ein herausragender Spieler. Allerdings erst seit 1-2 Jahren und da finde ich eine Ablöse jenseits der 70 Mio. einfach (noch) nicht als angemessen an...
BVB - Finanzen |#4194
16.03.2016 - 07:43 Uhr
Ich finde es allgemein völlig spekulativ, wie nah die PL am Ende der Fahnenstange ist, ode ob sie sogar schon drüber ist ("Blase"). In meinen Augen ist von einer Blase hier nur schwerlich zu sprechen, denn die Rechtevergabe für die PL Ist nun mal eine begehrte Sache. Genau wie in Deutschland (mit dem Unterschied, dass die Konkurrenzsituation national und international geringer und die Nachfrage international traditionell weniger hoch ist). Erst mal gibt es doch gar keinen Grund, sich die PL kaputtzureden. Selbst wenn die gegenwärtigen Rechtehalter zur nächsten Verhandlung feststellen, dass sie überzogen haben, dann gibt es genug interessenten, die das Risiko eingehen würden - entweder, um bei Abonennten erstmal überhaupt den Fuß in die Tür zu kriegen, oder weil sie glauben, dass es sich bei ihnen doch irgendwie rechnen könnte. Und selbst wenn die Verhandlungen dann kein weiteres Wachstum sondern ein kleines Schrumpfen nach sich ziehen sollten (kaum vorstellbar) - das ist doch immernoch auf einem enorm hohen Niveau. Kurzum: Falls wir von einer Blase reden, dann von einer ziemlich langlebigen. Langlebig genug, dass der bisher bekannte europäische Fussball sich dadurch erneut drastisch verändern wird. Nichts anderes geschah ja mit der Kirch-Pleite, die den deutschen Fussball enorm zurückgeworfen hat.

Zum BVB: Ich halte es für den BVB für problematisch, dass es 10 Vereine gibt und die Zahl wachsen wird, die für den sportlichen Bereich das gleiche bzw. eigentlich deutlich mehr bishin zu mehr als dem Doppelten ausgeben können. Der BVB wird das zu spüren bekommen, da kann es keine zwei Meinungen geben. Der BVB wird immer wieder Zugänge finanzieren müssen, und da das allgemeine Preisniveau steigen wird, wird der BVB das hinnehmen müssen. Ich sehe nicht gänzlich schwarz dahingehend, dass der BVB plötzlich keine deutschen Nationalspieler mehr stellt - grade da kann er mit weichen Faktoren doch am ehesten den Ausschla geben. Aber ich vermute dass mehr noch als bisher schon der Fokus darauf wird liegen müssen, Spieler zu holen und besser zu machen, damit man die Chance hat, sie von den weichen Faktoren überzeugen zu können.

Der BVB kann aber durchaus auch selbst noch nennenswert wachsen und hat im Vergleich mit Bayern vielleicht die Chance, die Lücke gleichzuhalten oder schrumpfen zu lassen, sofern sich nicht für die Bayern ein grundsätzlich neues Wettberbsfeld auftut (Eigenvermarktung, Eine Superliga mit wertigerer Vermarktung als über die DFL vorstellbar oder ähnliches). Trotzdem sollte man vielleicht einfach mal realistisch auf die Dinge blicken: Der BVB wird nicht mal eben (= kurzfristig) den Umsatz verdoppeln können.

Auf 10 Jahre mag so gut wie alles denkbar sein: Vor 10 Jahren stand der BVB am Rande des Abgrunds, vor 10 Jahren dominierten italienische Vereine noch mit den internationalen Fussball, vor 10 Jahren war der deutsche Fussball sportlich international ein Underdog (was ja erst durchs Sommermärchen eine sichtbare Trendwende erlebte). Es ist eigentlich unvorhersagbar, wie es in 10 Jahren aussieht. Das gilt natürlich auch für die Finanzstärke auf der Insel aber das ist im Moment eine Glaubensfrage. Was wenn die Briten den Brexit durchziehen und dann feststellen, dass das der Wirtschaft gar nicht guttut? Alles denkbar, aber alles reine Spekulation. Genauso kann bis dahin auch jede ausser den englischen Liga eine Art zweite Liga geworden sein, die Superliaga Realität oder eine zünftige Wirtschaftskrise oder Reformen der UEFA den Fussball wie wir ihn kennen völlig verändert haben.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von gelbschreib am 16.03.2016 um 07:45 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#4195
16.03.2016 - 19:37 Uhr
Was mir in der Diskussion immer wieder zu wenig beachtet wird, ist die relative Abgeschlossenheit der Ligen untereinander. Sie sind in weiten Teilen ein in sich geschlossenes System.

Die wichtigste Ressource im Fußball ist der Spieler. Und der Pool an Profifußballern ist global, so dass sich selbst in der am meisten internationalisierten Liga mit 68% Anteil an ausländischen Spielern nur kleine Zahlen aus einzelnen Ländern dort spielen. Nur mal so als Information, es spielen gerade mal 35 Franzosen und 31 Spanier in der Premier League. Und das sind die Länder, die mit Abstand am meisten Spieler aus einer einzelnen Nation in der Liga stellen. Und dass sind nicht mal im Ansatz alles Topspieler.

Würde der Profifußball also qualitativ komplett einbrechen, wenn jetzt weitere 20 Deutsche zusätzlich zu den 8 bereits dort kickenden Personal kommen? Wohl kaum, wenn im Grunde genommen jedes Jahr 2-6 Topspieler dank unseres Nachwuchssystems rauskommen.

Letzteres wird in der wirtschaftlichen Debatte unterschätzt, denn im Rahmen es Fußball-Business hat man die seltene Fähigkeit in einer Branche Werte nahezu aus dem nichts zu erschaffen. Denn der Betrieb eines Jugendbereichs selbst nach höchsten Standards kostet nicht mal einen zweistelligen Millionenbetrag und kreiert mittels Transfers und sportlicher Leistung einen deutlichen Mehrwert. Quasi wie eine Rohstoffe fördernde Firma, die selbst diese Rohstoffe verarbeitet (Primera Division und Bundesliga), und nun von einer rein Rohstoff verarbeitenden Firma (Premier League) zum Verkauf seiner Rohstoffe überredet werden muss (Spieler). Wer ist da wohl in einer besseren Verhandlungsposition?


Vor allen Dingen hat die Premier League bereits schon seit einiger Zeit eine wirtschaftliche Dominanz. Nur mal so als Information, laut Deloitte hat die PL schon 13/14 mehr als doppelt so hohen Umsatz wie die Primera Division und setzte 1,6 Milliarden Euro mehr um als die Nummer 2, die Bundesliga. Hat sich das in sportliche Stärke wieder gespiegelt? Eher nicht...
Quelle: Deloitte

Und der BVB hat als deutsche Nummer zwei einen großen Vorteil: Die typische Karriere eines Profifußballers, sofern er nicht den seltenen Fall eines bei einem Topclub durchstartenden Talents darstellt, wird in der Regel bei guter Beratung mehrere Karriereschritte machen. Und da gehört eigentlich immer ein Klub der Kategorie 1b ala Atletico, Dortmund etc. zu. Und da wir in einem Land der drei produktivsten Nachwuchssysteme (Frankreich, Deutschland, Spanien) sitzen haben wir einen Recruiting Vorteil. Das englische Pendant ala Arsenal und Liverpool kann da nicht mit Halten, weil der Sprung zu einem größeren Klub dann auch noch mit einer kulturellen und taktischen Veränderung einhergeht. Die fischen dann eher nach einer gestanderen Spielern, als nach einem Stendera/Dahoud.

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Zitat von El_Jogi:
Der Alchemist Löw hatte 2010 den Plan, aus dem Mittelfeld Torgold herbeizuzaubern, und war damit erfolgreich; aber ohne wirklich zu verstehen, was dabei die Formel war.
BVB - Finanzen |#4196
16.03.2016 - 20:26 Uhr
Zitat von MattesSammer

Was mir in der Diskussion immer wieder zu wenig beachtet wird, ist die relative Abgeschlossenheit der Ligen untereinander. Sie sind in weiten Teilen ein in sich geschlossenes System.

Die wichtigste Ressource im Fußball ist der Spieler. Und der Pool an Profifußballern ist global, so dass sich selbst in der am meisten internationalisierten Liga mit 68% Anteil an ausländischen Spielern nur kleine Zahlen aus einzelnen Ländern dort spielen. Nur mal so als Information, es spielen gerade mal 35 Franzosen und 31 Spanier in der Premier League. Und das sind die Länder, die mit Abstand am meisten Spieler aus einer einzelnen Nation in der Liga stellen. Und dass sind nicht mal im Ansatz alles Topspieler.

Würde der Profifußball also qualitativ komplett einbrechen, wenn jetzt weitere 20 Deutsche zusätzlich zu den 8 bereits dort kickenden Personal kommen? Wohl kaum, wenn im Grunde genommen jedes Jahr 2-6 Topspieler dank unseres Nachwuchssystems rauskommen.

Letzteres wird in der wirtschaftlichen Debatte unterschätzt, denn im Rahmen es Fußball-Business hat man die seltene Fähigkeit in einer Branche Werte nahezu aus dem nichts zu erschaffen. Denn der Betrieb eines Jugendbereichs selbst nach höchsten Standards kostet nicht mal einen zweistelligen Millionenbetrag und kreiert mittels Transfers und sportlicher Leistung einen deutlichen Mehrwert. Quasi wie eine Rohstoffe fördernde Firma, die selbst diese Rohstoffe verarbeitet (Primera Division und Bundesliga), und nun von einer rein Rohstoff verarbeitenden Firma (Premier League) zum Verkauf seiner Rohstoffe überredet werden muss (Spieler). Wer ist da wohl in einer besseren Verhandlungsposition?


Vor allen Dingen hat die Premier League bereits schon seit einiger Zeit eine wirtschaftliche Dominanz. Nur mal so als Information, laut Deloitte hat die PL schon 13/14 mehr als doppelt so hohen Umsatz wie die Primera Division und setzte 1,6 Milliarden Euro mehr um als die Nummer 2, die Bundesliga. Hat sich das in sportliche Stärke wieder gespiegelt? Eher nicht...
Quelle: Deloitte

Und der BVB hat als deutsche Nummer zwei einen großen Vorteil: Die typische Karriere eines Profifußballers, sofern er nicht den seltenen Fall eines bei einem Topclub durchstartenden Talents darstellt, wird in der Regel bei guter Beratung mehrere Karriereschritte machen. Und da gehört eigentlich immer ein Klub der Kategorie 1b ala Atletico, Dortmund etc. zu. Und da wir in einem Land der drei produktivsten Nachwuchssysteme (Frankreich, Deutschland, Spanien) sitzen haben wir einen Recruiting Vorteil. Das englische Pendant ala Arsenal und Liverpool kann da nicht mit Halten, weil der Sprung zu einem größeren Klub dann auch noch mit einer kulturellen und taktischen Veränderung einhergeht. Die fischen dann eher nach einer gestanderen Spielern, als nach einem Stendera/Dahoud.


Ich finde deine Argumente bedenkenswert. Eines stört mich aber, und das habe ich hier auch schon merhmals von anderen gelesen. Das Argument geht sinngemäß so: "Die PL hat schon immer viel Geld, und macht daraus nix, deswegen ist das alles gar nicht so schlimm."
Mich stört daran, dass hier eine Zwangsläufigkeit unterstellt wird, die so gar nicht sein muss: Wer sagt denn, dass die PL in 3 oder 4 Jahren taktisch immer noch 4-5 Jahre hinter Deutschland hinterherhängt?
Grade weil sie der BL in der Vermarktung um ein Jahrzehnt voraus sind und dementsprechend viel Geld da ist, ist im Gegenteil durchaus möglich, dass sich das ganz schnell umdreht.

Und irgendwann wird sich vielleicht auch in der Jugendfördrung was tun. Das hat bei uns ungefähr 10-12 Jahre gedauert (Vogts hat quasi unmittelbar nach der WM 1990 das Thema Modernisierung der Jugendförderung mit initiiert, hat selber davon aber in seiner Bundestrainerzeit gar nicht profitiert und man musste praktisch bis 2006 warten, bis dies alles sichtbare Früchte getragen hat. Wenn wir mal so tun, als hätte England vor 3-4 Jahren die Zeichen der Zeit erkannt hätte, könnte es sein, dass man vielleicht noch 4-5 Jahre Schonfrist hat, bis es auch da besser läuft. Im taktischen kann man's aus dem Stand in zwei Jahren schaffen, komplett aufzuschließen.

Die einzigen beiden Hemmklötze die die Briten haben sind die Menge an Spielen und dass sie unter Umständen Gefahr laufen, ihre Kader mit schwer vermittelbaren weil gehaltsmäßig versauten aber überschätzten Stars und Sternchen aufblähen sodass sie ihre Gelder binden statt damit Europa kaputtzukaufen.
Aber das führt jetzt doch etwas weit von den BVB Finanzen weg.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von gelbschreib am 16.03.2016 um 20:27 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#4197
29.03.2016 - 16:23 Uhr
Wie "Sport Bild" berichtet, haben sich die Clubs SV Werder Bremen, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, 1. FC Köln und der VfB Stuttgart nun offiziell als "Team Marktwert" zusammengeschlossen. Das Bestreben der Vereine, einen neuen TV-Verteilerschlüssel umzusetzen, ist schon länger bekannt.

Wie die "Sport Bild" berichtet, erarbeiten die Clubs nun auf Bitte der Deutschen Fußball Liga (DFL) Kriterien, die ausdrücken, welche Clubs am meisten zur Marke Bundesliga beitragen. Dazu sollen beispielsweise TV-Reichweite, Social-Media-Relevanz, Mitgliederzahlen oder Zahl der Auswärtsfans gehören. Nach Saisonende will die Gruppe ihre Kriterien vorstellen und lädt alle Clubs der ersten beiden Ligen ein, sich mit Ideen einzubringen.
6 Bundesligisten erarbeiten für die DFL Kriterien, nach denen die TV-Gelder (zum Teil) neu verteilt werden könnten.

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Impossible is just a big word thrown around by small men who find it easier to live the world they have been given than to explore the power they have to change it. Impossible is not a fact. It is an opinion. Impossible is not a declaration. It is a dare. Impossible is potential. Impossible is temporary. Impossible is nothing.
BVB - Finanzen |#4198
29.03.2016 - 16:34 Uhr
Ich glaube nicht, dass wir davon profitieren. Wir bekommen eh schon die 2. meiste Kohle.

Eher profitieren sportlich schwächelnde Traditionsvereine wie HSV und Co. Dazu werden Vereine wie VW, Red Bull und Hoffenheim "geschwächt".
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lannister1909 am 29.03.2016 um 16:35 Uhr bearbeitet
BVB - Finanzen |#4199
29.03.2016 - 16:39 Uhr
Zitat von Leandro
Wie "Sport Bild" berichtet, haben sich die Clubs SV Werder Bremen, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, 1. FC Köln und der VfB Stuttgart nun offiziell als "Team Marktwert" zusammengeschlossen. Das Bestreben der Vereine, einen neuen TV-Verteilerschlüssel umzusetzen, ist schon länger bekannt.

Wie die "Sport Bild" berichtet, erarbeiten die Clubs nun auf Bitte der Deutschen Fußball Liga (DFL) Kriterien, die ausdrücken, welche Clubs am meisten zur Marke Bundesliga beitragen. Dazu sollen beispielsweise TV-Reichweite, Social-Media-Relevanz, Mitgliederzahlen oder Zahl der Auswärtsfans gehören. Nach Saisonende will die Gruppe ihre Kriterien vorstellen und lädt alle Clubs der ersten beiden Ligen ein, sich mit Ideen einzubringen.
6 Bundesligisten erarbeiten für die DFL Kriterien, nach denen die TV-Gelder (zum Teil) neu verteilt werden könnten.


Aki Watzke kann im Stillen triumphieren.
Seine 10 Jahre alte Forderung wird jetzt von einer größeren Menge Vereine vorgetragen,
ohne dass er dazu offiziell einen Finger rühren muss.

Jeder der sich für deutschen Fussball interessiert, weiss wofür Watzke steht
und deshalb ist er auch der bekannteste amtierende deutsche Fussball-Vereinsfunktionär.
BVB - Finanzen |#4200
29.03.2016 - 16:52 Uhr
Zitat von Lannister1909
Ich glaube nicht, dass wir davon profitieren. Wir bekommen eh schon die 2. meiste Kohle.

Eher profitieren sportlich schwächelnde Traditionsvereine wie HSV und Co. Dazu werden Vereine wie VW, Red Bull und Hoffenheim "geschwächt".


Da wäre ich mir nicht so sicher, bzw. halte ich es nur für teilweise richtig. Denn ich glaube, dass sich da noch einige Vereine kräftig ins eigene Fleisch schneiden werden, da die Kriterien vor allem für die Bayern, uns sowie mit etwas Abstand die Blauen und - bei weiterhin sportlich erfolgreichem Trend - Gladbach positiv sein werden.

Dementsprechend wird es wohl darauf rauslaufen, dass diese Vereine noch stärker bevorzugt werden, wenn diese Kriterien angewandt werden als bisher. Das Ganze auf Kosten der Vereine, die du u.a. aufgezählt hast + eventuell sogar noch Hannover, Leverkusen und einige der letztjährigen Fahrstuhlteams/Aufsteiger. Dazwischen wird sich effektiv vielleicht gar nicht viel ändern. Letztendlich erwarte ich daher, dass die Lücke nach oben, für genau die Teams, die sich hier besonders viel versprechen, dadurch größer wird, da man sehr schnell feststellen wird, dass nur sehr wenige Vereine einen gewichtigen Anteil an der Marke Bundesliga haben. Allein wenn ich mir da die Zahlen der Sky Einschaltquoten anschaue, scheint mir das jedenfalls sehr naheliegend!

Unterm Strich erwarte ich daher auch keine wirksamen Veränderung für uns, da wir sowohl nach vorne als auch nach hinten größer werdende Lücken bekommen werden.
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