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Borussias Jugend

12.07.2017 - 16:55 Uhr
Borussias Jugend |#1151
23.03.2022 - 13:27 Uhr
Zitat von denis_zaki
Erst einmal halte ich es für legitim, dass sich ein Spieler samt Familie für ein solch finanzielles Angebot entscheidet. 300.000 Euro sind ausreichend, um längere Zeit sorgenlos zu leben. Außerdem ist ja davon auszugehen, dass der FC Bayern die Familie insgesamt unterstützen wird und es nicht mit einer Einmalzahlung aufhört. Da kann Borussia mit vielleicht 10.000 Euro im Jahr nicht mithalten (ter Stegen soll damals in der U17 um die 500 Euro pro Monat bekommen haben).

Es ändert jedoch nichts daran wie falsch dieses System inzwischen ist. Ich habe schon öfters über den französischen Jugendfußball gesprochen. Im französischen Jugendfußball wird einem frühzeitigen nationalen Wechsel ein Riegel vorgeschoben, und auch ab einer bestimmten Altersgrenze wird es nicht einfacher ein Talent nach dem anderen zu verpflichten. Die aufnehmenden Vereine sollen auch nur die Spieler verpflichten, denen sie wirklich den Sprung zutrauen.

Ein solches System fehlt mir in Deutschland. Nach meinen vergangenen Recherchen müssen wir von einer Kapitalisierung des deutschen Jugendfußballs sprechen. Der FC Bayern und Borussia Dortmund nutzen ihren finanziellen Vorteil um die besten Talente des Landes in die eigenen Akademien zu holen. Inzwischen spielen ein Großteil der deutschen Jugendnationalspieler dort. Das Abwerben findet nicht mehr nur bei den kleinsten Vereinen statt, sondern die gesamte Bundesliga ist betroffen.

Noch vor Jahren hätte man gesagt, dass es jeder Verein über eine gute Jugendarbeit schaffen kann sich nach oben zu arbeiten. Das hat sich inzwischen erledigt, weil die Top-Talente überhaupt nicht mehr zu halten sind. Wieso sollte sich ein Talent für den Heimatverein entscheiden, wenn es mindestens unter denselben Bedingungen und einem erhöhten Gehalt woanders glücklich werden kann?

Der deutsche Fußball entwickelt sich leider in eine ganz falsche Richtung, und damit wiederhole ich das was ich schon öfters getan habe. Das größere Problem liegt nicht bei Borussia im Spezifischen, sondern in der gesamten Struktur im deutschen Jugendfußball. Die allermeisten Talente werden uns so früh weggeschnappt, dass ein Jahrgang fünf Jahre später nichts mehr für die Profis zu bieten hat.


Wie wurde es denn in Frankreich gelöst? Es gibt ja auch durchaus normale Wechsel weil eben die Familie aufgrund eines neuen Jobs umzieht und dann das Kind eben mit. Da dann zu sieben, was ist vorgetäuscht damit das Kind wechseln kann und was nicht, halte ich für ganz schwierig.
Borussias Jugend |#1152
23.03.2022 - 13:34 Uhr
Zitat von denis_zaki
Erst einmal halte ich es für legitim, dass sich ein Spieler samt Familie für ein solch finanzielles Angebot entscheidet. 300.000 Euro sind ausreichend, um längere Zeit sorgenlos zu leben. Außerdem ist ja davon auszugehen, dass der FC Bayern die Familie insgesamt unterstützen wird und es nicht mit einer Einmalzahlung aufhört. Da kann Borussia mit vielleicht 10.000 Euro im Jahr nicht mithalten (ter Stegen soll damals in der U17 um die 500 Euro pro Monat bekommen haben).

Es ändert jedoch nichts daran wie falsch dieses System inzwischen ist. Ich habe schon öfters über den französischen Jugendfußball gesprochen. Im französischen Jugendfußball wird einem frühzeitigen nationalen Wechsel ein Riegel vorgeschoben, und auch ab einer bestimmten Altersgrenze wird es nicht einfacher ein Talent nach dem anderen zu verpflichten. Die aufnehmenden Vereine sollen auch nur die Spieler verpflichten, denen sie wirklich den Sprung zutrauen.

Ein solches System fehlt mir in Deutschland. Nach meinen vergangenen Recherchen müssen wir von einer Kapitalisierung des deutschen Jugendfußballs sprechen. Der FC Bayern und Borussia Dortmund nutzen ihren finanziellen Vorteil um die besten Talente des Landes in die eigenen Akademien zu holen. Inzwischen spielen ein Großteil der deutschen Jugendnationalspieler dort. Das Abwerben findet nicht mehr nur bei den kleinsten Vereinen statt, sondern die gesamte Bundesliga ist betroffen.

Noch vor Jahren hätte man gesagt, dass es jeder Verein über eine gute Jugendarbeit schaffen kann sich nach oben zu arbeiten. Das hat sich inzwischen erledigt, weil die Top-Talente überhaupt nicht mehr zu halten sind. Wieso sollte sich ein Talent für den Heimatverein entscheiden, wenn es mindestens unter denselben Bedingungen und einem erhöhten Gehalt woanders glücklich werden kann?

Der deutsche Fußball entwickelt sich leider in eine ganz falsche Richtung, und damit wiederhole ich das was ich schon öfters getan habe. Das größere Problem liegt nicht bei Borussia im Spezifischen, sondern in der gesamten Struktur im deutschen Jugendfußball. Die allermeisten Talente werden uns so früh weggeschnappt, dass ein Jahrgang fünf Jahre später nichts mehr für die Profis zu bieten hat.


Mal ne Zwischenfrage, "schnappen" wir anderen oder auch "ganz" kleinen nicht auch die Talente weg?

Was zahlen wir eigentlich so den Jungs? Oder werden die nur mit frischer Fohlenluft angelockt?
Borussias Jugend |#1153
23.03.2022 - 13:43 Uhr
Doch tun wir wohl...machen nur nix draus gefühlt. So bleibt es unter dem Radar.
Borussias Jugend |#1154
23.03.2022 - 13:57 Uhr
Die nächste Stufe ist dann, dass Vereine Samenzellen von talentierten Vätern kaufen in der Hoffnung 20 Jahre später wird ein Star daraus.
Borussias Jugend |#1155
23.03.2022 - 14:18 Uhr
Zitat von LarssonH
Die nächste Stufe ist dann, dass Vereine Samenzellen von talentierten Vätern kaufen in der Hoffnung 20 Jahre später wird ein Star daraus.


Dann hast du noch nichts von Lonzo, LaMelo und LiAngelo Ball gehört. Das geht aber jetzt zu sehr ins OT.

Wer sich dafür interessiert kann sich das hier mal durchlesen: https://www.zeit.de/sport/2017-10/lavar-ball-lonzo-basketball

•     •     •

"Es ist nicht wichtig, was die Leute über dich denken, wenn du kommst. Es ist wichtig, was die Leute von dir denken, wenn du gehst."
Borussias Jugend |#1156
23.03.2022 - 14:23 Uhr
Zitat von denis_zaki
Zitat von LarssonH

Die nächste Stufe ist dann, dass Vereine Samenzellen von talentierten Vätern kaufen in der Hoffnung 20 Jahre später wird ein Star daraus.


Dann hast du noch nichts von Lonzo, LaMelo und LiAngelo Ball gehört. Das geht aber jetzt zu sehr ins OT.

Wer sich dafür interessiert kann sich das hier mal durchlesen: https://www.zeit.de/sport/2017-10/lavar-ball-lonzo-basketball


Haha, ich habe sogar ein Trikot von Ball, das wusste ich aber noch gar nicht, nur, dass er nen sehr schlechten Ruf in der NBA hat, das erkärt aber einiges.

Sehr interesant!

•     •     •

Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum wohnt. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide eins sind.

- Ghandi




Borussias Jugend |#1157
23.03.2022 - 14:47 Uhr
Genauso wie im Profibereich sind Infrastruktur und Gehälter die treibenden Parameter im Jugendfußball.

Nur die wenigsten Berater und Eltern gehen davon aus, dass ihr Sprössling auch dort zur Bundesligareife kommt , wo er auch ausgebildet worden ist. Deswegen ist es einfach kein Malus bei Dortmund oder Bayern ausgebildet zu werden. Der Sprung zu den Profis kann dann auch bei Freiburg, Mainz, Gladbach, Nürnberg oder wo auch immer erfolgen.
Bei der Unterschrift des ersten Profivertrages ist es sicher kein Nachteil Youth League gespielt zu haben auch wenn es nicht im ersten Anlauf für die Profis des FCBs nicht reicht.

Als bleiben neben dem "gewohnten" Umfeld nur noch die Faktoren Ausbildung (Sportlich und Schulisch) sowie Gehälter und Prämien. Und bei all diesen Faktoren sind wir einfach nicht Spitze im deutschen Profifußball.

Die "großen" Vereine im deutschen Jugendfußball sind ganz klar Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen, Leipzig, Dortmund, Schalke und Bayern. Dazu noch die Hertha mit dem ganz speziellen Einzugsgebiet.

Schalke wird sich vielleicht in nächster Zeit aufgrund deren finanzieller Ausgestellung aus der Gruppe verabschieden. Ansonsten ist das gesamt Paket, was die oben genannten Vereine anbieten einfach viel größer als man es sich vorstellen mag. Die zahlen das vielfache an Gehältern und Prämien als wir es tun. Hinzu kommt dann noch die Infrastruktur. Wenn ich mir überlegen, was hier im Forum über die 3-4 Millionen diskutiert wurde, die unsere NLZ gekostet hat... Jungs die Akademie in Wolfsburg hat das 10 fache gekostet.

Es hat für deutsche Toptalente nur einen Vorteil nicht zu den "Großen" zu gehen und das ist das gewohnte Umfeld und da sind wir mit dem Gladbacher Umland auch nicht besonders weit vorne!
Borussias Jugend |#1158
23.03.2022 - 17:31 Uhr
Zitat von felix_03
Zitat von felix_03

Zitat von Arize11

ist ja immer schwer mit der Jugend , je jünger , je schwerer vorhersehbar .
Aktuell für mich die grössten Hoffnungen :
Borges Sanchez, der muss jetzt aber zu der U23 hoch
IBRAHIM DIGBEREKOU B Junior
David Arize B Junior silent
JOSIAH UWAKHONYE C junior
WISDOM MIKE C junior


Du bist mein Mann haha. Genau die Jungs gefallen mir tatsächlich auch am besten. Über Borges Sanches wurde oft genug geredet. Digberekou ein absolutes Physis-Monster in der Innenverteidigung. Arize die Torgarantie der U17. J. Uwakhonye der Top-Scorer der U15 und Mike ein quirliger Dribbler aus der U14, der auch schon U15 spielt. Gibt noch ein paar andere Namen aber die hier sind schon sehr gut


Vor 2 Tagen noch drüber geschrieben und heute das:
„ News #FCBayern Campus: "Exceptional talent" Mike Wisdom from Borussia Mönchengladbach to Munich is a done deal. The 13/yo decided against BVB and Bayer 04. Total package of signing fee etc. more than €300.000! The striker will join FCB U15 in summer. “

Mike wechselt für 300K im Sommer zu den Bayern. Bin extrem enttäuscht, der hätte bei uns echt etwas werden können…

boah der ist 13 , dann macht den laden doch dicht , wenn jetzt schon 13 jährige abwandern , was für ein sinn steckt den hinter dem ganzen Invest ? Durchschnitts Junioren auszubilden, die dann später 4 oder 5 Liga spielen .

•     •     •

das " Ü B E R G A N G S J A H R " ist vorüber .... und jetzt ?
Borussias Jugend |#1159
23.03.2022 - 17:37 Uhr
Zitat von Splunder
Zitat von Juenter1900

Da wird es langsam pervers ...

https://sport.sky.de/fussball/artikel/fc-bayern-transfer-news-fcb-holt-13-jaehrigen-mike-wisdom-von-gladbach/12572869/34130

... da werden 13-jährige (!) weg verpflichtet augen-zuhalten

(nicht falsch verstehen, ... auch Borussia ist ja letztlich Teil des "kranken" Systems, nur gegen Bayern, Dortmund, Leverkusen chancenlos, wie Köln bei Wirtz).

Und in Verbindung mit dieser Meldung zeigt sich die Krankheit des Systems Bundesliga erst Recht:
https://www.n-tv.de/sport/fussball/Bayern-Boss-Kahn-klagt-ueber-fehlende-Einnahmen-article23216696.html


Der Junge kann doch einfach "nein" sagen zu den Bayern? Das perverse System wird auch irgendwie von allen Spielern unterstützt.

der wird doch gar nicht gefragtt , wenn Papa und Mama 200 000 euro bekommen , da arbeitet haenschen ganz schön lange für

•     •     •

das " Ü B E R G A N G S J A H R " ist vorüber .... und jetzt ?
Borussias Jugend |#1160
23.03.2022 - 17:38 Uhr
Zitat von BMG-Dave
So ein Transfer stört bzw. nervt mich aber wesentlich weniger als Aktionen wie beim Wirtz seinerzeit zwischen Leverkusen und Köln. Da haste nen Jungen jahrelang aufgebaut und rangezüchtet und kurz vor der Ernte wird er dir weggeschnappt. War ja seinerzeit auch nicht ganz geräuschlos.

Bei einem Spieler in seinem Alter find ich es noch "normal", dass man mal wechselt. Das erstaunliche sind halt die Dimensionen.

Das lustige ist für 300.000 könnte Bayern auch mal seine Jugendtrainer besser bezahlen grins

Jugentrainer gibts wie Sand am Meer
Top Talente eben nicht

•     •     •

das " Ü B E R G A N G S J A H R " ist vorüber .... und jetzt ?
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