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Babacar Wane
Geburtsdatum 06.12.1964
Alter 61
Nat. Mauretanien  Mauretanien
Funktion Leiter der Scouting-Abteilung
Akt. Verein VfL Bochum

Babacar Wane [Scout]

01.11.2012 - 14:56 Uhr
Babacar Wane [Scout] |#11
02.07.2019 - 13:55 Uhr
Es wird mehr gescoutet denn eh und je, nur die Strukturen dürften sich gewandelt haben - und zwar in Richtung Vorteil Verein. Die Wahrheit ist, dass immer noch unfassbar viele Leute in den Fussball drängen und dafür deutlich bessere dotierte Jobs an den Nagel hängen bzw. sich die Wochenenden um die Ohren schlagen.

Ich kennen einen Maschinenbauingenieur mit Trainerlizenz, der seinen Job bei einem nicht ganz unbekannten Industriegiganten auf 60% reduziert hat, damit er Regionalscout eines Zweitligisten sein darf. Sprich: Der SC wird jeden Tag Mails erhalten, in denen sich besonders junge Leute antragen für kleines - manchmal auch kein - Geld eine U15-Liga in Norddeutschland zu scouten, nur um womöglich eine Fuss in die schmale Tür Profifussball zu bekommen. Dazu Scout7 & Co., da kann man als Verein schon Taler sparen. Da gibt es auch immer mal wieder neue Allianzen wie z.B. jetzt mit jetzt mit Apertura, die sich ja den Blue Ocean Korea einverleibt haben als deutsche Agentur, nach dem Ginter-Transfer damals war das ja erstmal eher weniger denkbar.

Nicht selten gibt es gerade bei Agenturscouts auch Provisionsmodelle, sprich erhält man eine Art Signing-Fee vom Spielerberater bzw. dem Club für den man scoutet, wenn der Spieler unter Vertrag genommen bzw. von der Agentur mandatiert wird. Ich habe selbst mal für eine Agentur gescoutet und finde es in der Nachbetrachtung maximal desillusionierend, es sei denn, man strebt in die Selbständigkeit einer Berateragentur, dann können ein paar Telefonnummern, an die man selbst nie gekommen wäre, nicht schaden. Daher meine Meinung: Guter Nebenverdienst für kinderlos-ledige junge Männer, die noch studieren. Zieht man die Opportunitätskosten ins Kalkül ist das ein dickes Minusbusiness, Fussballliebe hin oder her.

Hauptamtlich Scout für einen Bundesligisten zu sei bedeutet sich von Familienwochenenden für 8 Monate im Jahr zu verabschieden - und ihr dürft mir glauben, dass da kein Scout Hilton-Gold-Member ist, da heisst es Booking.com und bitte unter 100 Euro pro Nacht bleiben. Und die fixe Bezahlung ohne Provisionen dürfte sich so etwa im Bereich stellvertretender Abteilungsleiter beim heimischen KMU mit 40 Wochenstunden bewegen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Madferit am 02.07.2019 um 14:16 Uhr bearbeitet
Babacar Wane [Scout] |#12
02.07.2019 - 15:54 Uhr
Quelle: www.piper.de
Lars Mrosko wächst in Berlin-Neukölln auf, wo die Jungs auch nachts um zwei auf dem Bolzplatz Fußball spielen, bis die Nachbarn mit Flaschen nach ihnen werfen. Als Scout für Bayern München, St. Pauli und den VfL Wolfsburg erlebt er bald, wie es im Innersten des Profifußballs zugeht. Auf der Jagd nach den besten Spielern durchkämmt er Trainingsplätze in ganz Europa. – Bestsellerautor Ronald Reng ­erzählt die erstaunliche ­Lebensgeschichte eines Neuköllner ­Jungen in der Welt der Spielerberater, Manager und Bundesliga-Trainer. Ein ­kurioses, tragisches, unglaubliches Buch über ­Getriebenheit und die grenzenlose Liebe zum Fußball.
So mancher hier wird es wohl kennen, aber als Buchempfehlung zur aktuellen Diskussion hier im Thread bring ich es mal an:
Ronald Reng "Mroskos Talente - Das erstaunliche Leben eines Bundesligascouts"
Ich hab's erst letzen Monat gelesen. Es bietet einige wirklich interessante Einblicke und ist zudem sehr unterhaltsam geschrieben.
Babacar Wane [Scout] |#13
02.07.2019 - 16:43 Uhr
Zitat von Madferit
Es wird mehr gescoutet denn eh und je, nur die Strukturen dürften sich gewandelt haben - und zwar in Richtung Vorteil Verein. Die Wahrheit ist, dass immer noch unfassbar viele Leute in den Fussball drängen und dafür deutlich bessere dotierte Jobs an den Nagel hängen bzw. sich die Wochenenden um die Ohren schlagen.

Ich kennen einen Maschinenbauingenieur mit Trainerlizenz, der seinen Job bei einem nicht ganz unbekannten Industriegiganten auf 60% reduziert hat, damit er Regionalscout eines Zweitligisten sein darf. Sprich: Der SC wird jeden Tag Mails erhalten, in denen sich besonders junge Leute antragen für kleines - manchmal auch kein - Geld eine U15-Liga in Norddeutschland zu scouten, nur um womöglich eine Fuss in die schmale Tür Profifussball zu bekommen. Dazu Scout7 & Co., da kann man als Verein schon Taler sparen. Da gibt es auch immer mal wieder neue Allianzen wie z.B. jetzt mit jetzt mit Apertura, die sich ja den Blue Ocean Korea einverleibt haben als deutsche Agentur, nach dem Ginter-Transfer damals war das ja erstmal eher weniger denkbar.

Nicht selten gibt es gerade bei Agenturscouts auch Provisionsmodelle, sprich erhält man eine Art Signing-Fee vom Spielerberater bzw. dem Club für den man scoutet, wenn der Spieler unter Vertrag genommen bzw. von der Agentur mandatiert wird. Ich habe selbst mal für eine Agentur gescoutet und finde es in der Nachbetrachtung maximal desillusionierend, es sei denn, man strebt in die Selbständigkeit einer Berateragentur, dann können ein paar Telefonnummern, an die man selbst nie gekommen wäre, nicht schaden. Daher meine Meinung: Guter Nebenverdienst für kinderlos-ledige junge Männer, die noch studieren. Zieht man die Opportunitätskosten ins Kalkül ist das ein dickes Minusbusiness, Fussballliebe hin oder her.

Hauptamtlich Scout für einen Bundesligisten zu sei bedeutet sich von Familienwochenenden für 8 Monate im Jahr zu verabschieden - und ihr dürft mir glauben, dass da kein Scout Hilton-Gold-Member ist, da heisst es Booking.com und bitte unter 100 Euro pro Nacht bleiben. Und die fixe Bezahlung ohne Provisionen dürfte sich so etwa im Bereich stellvertretender Abteilungsleiter beim heimischen KMU mit 40 Wochenstunden bewegen.


Dieser Thread entwickelt sich zu einer kleinen Perle. Danke für die Buchempfehlung. Ich werde das Buch gerne lesen. Zu den letzten Kommentaren, die ich sehr spannend finde: Ich kenne einige Scouts relativ gut. Einer meiner ehemaligen Trainerkollegen war Scout für Chelsea, zwei weitere Bundesligisten und ist jetzt bei einem der größten deutschen Vereine tätig. Darüber hinaus kenne ich Scouts von verschiedenen Bundesligisten, v.a. aus dem Jugendbereich ganz gut. Was madferit oben beschreibt, trifft die Situation eines Scouts relativ gut. Für viele Leute ist die Perspektive als Trainer oder Scout bei einem Bundesligisten so verlockend, dass sie dafür jegliche Vernunft verlieren. Da sind so viele Ex-Spieler, Sportstudenten und Fußballverrückte unterwegs, die alles dafür geben in die Szene rein zu kommen. Das ist ein Mörderjob und die Familie bleibt auf der Strecke. Was den Verdienst angeht, ist das aber bei Chelsea und den deutschen Branchenriesen als Scout schön deutlich mehr. Zu einem Sockelbetrag von ca. 1500€ gab es bei Chelsea einen Euro pro gefahrenen Kilometer und 250€ pro gesichtetem Spiel. Bei geschickter Routenplanung hat man da pro Samstag und Sonntag je 1000€ zusammen. Beim SCF wird das natürlich weniger sein. Sehr interessant fand ich dann die Scoutingdateien. In der Datei befand sich jeder relevante Spieler der Welt. Von Spielern der Champions League Teilnehmer bis zu B-Jugendlichen aus Deutschland. Man konnte nach allen Kriterien alle Spieler oder Talente der Welt durchsuchen.
Wie medferit schreibt, wird das Scouting trotz der Beraterszene immer wichtiger. Ein Berater oder seine Firma haben 5-50 Spieler und werden nur diese vermitteln können. Ein Verein muss aber so früh wie möglich erkennen welche Spieler genau zum Profil und der Spielweise des Vereins passen. Aus meiner Sicht ist der SC auch hier personell und finanziell relativ schlecht aufgestellt, leistet aber eine enorme Qualität. Ich habe es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Sie suchen nicht den fertigen Spieler, sondern den Spieler, der eine Phantasie auslöst.
Das ganze Scouting nimmt natürlich auch so langsam überhand. Ich habe mich gefreut, meinen Freund vor ein paar Wochen zu treffen, als er ein Spiel meiner Jugendmannschaft gegen einen südbadischen Bundeligisten smile im Auftrag seines großen Vereins beobachten musste.
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