Trainerfrage
25.01.2023 - 14:31 Uhr
06.02.2023 - 13:48 Uhr
Ich finde die Forderungen nach einem Konzept immer etwas abstrakt. Worin unterscheiden sich denn die „Konzepte“ von Mainz, Freiburg und Union konkret? Und wie soll sich unser Konzept von deren Konzept unterscheiden?
Das Konzept der meisten Bundesligavereine ist letztendlich durch eine stabile Defensive die Klasse zu halten und möglichst wenig Geld für Spieler auszugeben, die dich verbessern. Das können Jugendspieler sein oder auch Spieler, die woanders aussortiert wurden. Konstant bei diesen Teams jedenfalls ist, dass nicht nach 2 Saisons auf Platz 12 nach attraktiverem Offensivfußball gerufen wird. Die Finanzen der meisten Vereine der Bundesliga erlauben keine Ballbesitzfußballexperimente a la FC Barcelona. Für diese Art des Fußballs brauchst du nämlich auf fast jeder Position technisch talentierte Spieler. Diese kannst du als armer deutscher Verein aber nicht langfristig halten, weil sie zu finanziell besser ausgestatteten Vereinen im In- und Ausland wechseln. Selbst Dortmund muss regelmäßig die talentierten Spieler abgeben.
Deshalb sind auch alle Hoffnungen auf ein Ende des Umbruchs illusorisch. Ein erfolgreicher Verein in der Bundesliga erlebt jeden Sommer einen Umbruch. Schaut doch mal nach Cöpenick, nach Freiburg. Die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn 1. ein Management in der Lage ist, die gegangenen Spieler erneut günstig zu ersetzen und 2. ein Trainer am Werk ist, der Jahr für Jahr eine funktionierende Mannschaft formen kann, trotz Abgang der Leistungsträger. Soviel Flexibilität MUSS ein Trainer haben.
Gerade deswegen kann es auch mal sein, dass man nach einem sehr erfolgreichen Jahr ein weniger erfolgreiches erlebt oder gar gegen den Abstieg spielt. Glaubt ihr, Union schmeißt Fischer raus, wenn sie sich nächstes Jahr um diese Zeit auf Platz 12 befinden?
Letztendlich ist das Konzept für Erfolg, auf möglichst vielen Funktionärspositionen kompetente Personen zu finden und die eigenen Erwartungen zu managen. Auch die werde Fehler machen, aber im Endeffekt werden ihre Erfolge ihre Fehler mehr als aufwiegen. Das trifft aber nicht auf jede Person zu, die sich in einer solchen Position befindet. Im Prinzip spielt man solange Lotto, bis man die „richtige“ Person gefunden hat. Stabilität als Selbstzweck führt nicht zum Erfolg.
Deshalb jetzt zur Trainerfrage: meiner Meinung nach war Dardai ein Trainer, an dem man langfristig festhalten hätte können. War er perfekt? Sicherlich nicht. Aber für einen schon damals finanziell schwer belasteten Verein war er ein absoluter Glücksgriff, der uns in stabilem Erstligafahrwasser gehalten hat. Und ja, sein Fußball war defensiv und nicht schön anzusehen (hintenrumscheiße). Aber er war erfolgreich, hat trotz zahlreicher Abgänge von Leistungsträgern (Weiser, Lazaro, Brooks) funktioniert. Und Dardai ist vielleicht nicht ganz auf dem Level eines Streiches oder eines Fischers. Aber er hat hier über Jahre hinweg einen stabilen, kompetenten Job gemacht und aus einem Sammelsurium von Spielern eine funktionierende Einheit geschaffen. Ich erinnere an das Jahr 2016, als Pal immerhin das Pokalhalbfinale erreicht hat, der Höhepunkt der letzten 15 Jahre Hertha BSC. Guckt euch diese Mannschaft mal an und sagt ehrlich, ob die auf dem Papier so viel besser ist als die heutige. Vielleicht ein bisschen, aber das war auch nicht gerade das weiße Balett.
Man hatte also einen Trainer, der nachweislich erstligatauglich war. Damit war er schon damals bei uns eine Art Unikum, wenn man sich das sonstige Management anguckt. Leider kamen mit dem Erfolg, der maßgeblich mit Pal zusammenhing, auch die Hoffnungen und die Stümper rund um Michael P. Haben entschieden ihn abzusägen und durch den eigenen U23 Coach zu ersetzen. Der Rest ist Geschichte.
Mir ist deswegen schleierhaft, warum viele hier im Forum Schwarz eine Kadaverloyalität zeigen und Dardai nicht wieder hier sehen wollen. Der eine Trainer hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, erfolgreiche und nachhaltige Arbeit unter den schwierigen Bedingungen bei Hertha leisten zu können. Der andere wird wohl als Trainer mit dem schlechtesten Punkteschnitt bei Hertha in die Historie eingehen. Pal ist meiner Meinung nach die wahrscheinlichste (da realistische) und dazu noch relativ günstige Möglichkeit, den Verein zumindest sportlich und damit hoffentlich auch finanziell zu stabilisieren. Und darum muss es jetzt gehen, nicht um die Etablierung eines Konzepts von Kompromisslosem offensiv oder Pressingfußball.
Das Konzept der meisten Bundesligavereine ist letztendlich durch eine stabile Defensive die Klasse zu halten und möglichst wenig Geld für Spieler auszugeben, die dich verbessern. Das können Jugendspieler sein oder auch Spieler, die woanders aussortiert wurden. Konstant bei diesen Teams jedenfalls ist, dass nicht nach 2 Saisons auf Platz 12 nach attraktiverem Offensivfußball gerufen wird. Die Finanzen der meisten Vereine der Bundesliga erlauben keine Ballbesitzfußballexperimente a la FC Barcelona. Für diese Art des Fußballs brauchst du nämlich auf fast jeder Position technisch talentierte Spieler. Diese kannst du als armer deutscher Verein aber nicht langfristig halten, weil sie zu finanziell besser ausgestatteten Vereinen im In- und Ausland wechseln. Selbst Dortmund muss regelmäßig die talentierten Spieler abgeben.
Deshalb sind auch alle Hoffnungen auf ein Ende des Umbruchs illusorisch. Ein erfolgreicher Verein in der Bundesliga erlebt jeden Sommer einen Umbruch. Schaut doch mal nach Cöpenick, nach Freiburg. Die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn 1. ein Management in der Lage ist, die gegangenen Spieler erneut günstig zu ersetzen und 2. ein Trainer am Werk ist, der Jahr für Jahr eine funktionierende Mannschaft formen kann, trotz Abgang der Leistungsträger. Soviel Flexibilität MUSS ein Trainer haben.
Gerade deswegen kann es auch mal sein, dass man nach einem sehr erfolgreichen Jahr ein weniger erfolgreiches erlebt oder gar gegen den Abstieg spielt. Glaubt ihr, Union schmeißt Fischer raus, wenn sie sich nächstes Jahr um diese Zeit auf Platz 12 befinden?
Letztendlich ist das Konzept für Erfolg, auf möglichst vielen Funktionärspositionen kompetente Personen zu finden und die eigenen Erwartungen zu managen. Auch die werde Fehler machen, aber im Endeffekt werden ihre Erfolge ihre Fehler mehr als aufwiegen. Das trifft aber nicht auf jede Person zu, die sich in einer solchen Position befindet. Im Prinzip spielt man solange Lotto, bis man die „richtige“ Person gefunden hat. Stabilität als Selbstzweck führt nicht zum Erfolg.
Deshalb jetzt zur Trainerfrage: meiner Meinung nach war Dardai ein Trainer, an dem man langfristig festhalten hätte können. War er perfekt? Sicherlich nicht. Aber für einen schon damals finanziell schwer belasteten Verein war er ein absoluter Glücksgriff, der uns in stabilem Erstligafahrwasser gehalten hat. Und ja, sein Fußball war defensiv und nicht schön anzusehen (hintenrumscheiße). Aber er war erfolgreich, hat trotz zahlreicher Abgänge von Leistungsträgern (Weiser, Lazaro, Brooks) funktioniert. Und Dardai ist vielleicht nicht ganz auf dem Level eines Streiches oder eines Fischers. Aber er hat hier über Jahre hinweg einen stabilen, kompetenten Job gemacht und aus einem Sammelsurium von Spielern eine funktionierende Einheit geschaffen. Ich erinnere an das Jahr 2016, als Pal immerhin das Pokalhalbfinale erreicht hat, der Höhepunkt der letzten 15 Jahre Hertha BSC. Guckt euch diese Mannschaft mal an und sagt ehrlich, ob die auf dem Papier so viel besser ist als die heutige. Vielleicht ein bisschen, aber das war auch nicht gerade das weiße Balett.
Man hatte also einen Trainer, der nachweislich erstligatauglich war. Damit war er schon damals bei uns eine Art Unikum, wenn man sich das sonstige Management anguckt. Leider kamen mit dem Erfolg, der maßgeblich mit Pal zusammenhing, auch die Hoffnungen und die Stümper rund um Michael P. Haben entschieden ihn abzusägen und durch den eigenen U23 Coach zu ersetzen. Der Rest ist Geschichte.
Mir ist deswegen schleierhaft, warum viele hier im Forum Schwarz eine Kadaverloyalität zeigen und Dardai nicht wieder hier sehen wollen. Der eine Trainer hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, erfolgreiche und nachhaltige Arbeit unter den schwierigen Bedingungen bei Hertha leisten zu können. Der andere wird wohl als Trainer mit dem schlechtesten Punkteschnitt bei Hertha in die Historie eingehen. Pal ist meiner Meinung nach die wahrscheinlichste (da realistische) und dazu noch relativ günstige Möglichkeit, den Verein zumindest sportlich und damit hoffentlich auch finanziell zu stabilisieren. Und darum muss es jetzt gehen, nicht um die Etablierung eines Konzepts von Kompromisslosem offensiv oder Pressingfußball.
06.02.2023 - 16:51 Uhr
Zitat von denniebro_
Favre, Hoeneß, Pal und Magath sind die einzigen auf dem Markt die eine Verbindung zum Verein haben.
Die Frage ist nur: wer würde es machen?´
Hertha wird diese Saison unweigerlich absteigen und das völlig verdient. Man sollte in der GS sofort anfangen für die 2. Liga zu planen. Erstklassig zu bleiben wäre ein Wunder.
Favre, Hoeneß, Pal und Magath sind die einzigen auf dem Markt die eine Verbindung zum Verein haben.
Die Frage ist nur: wer würde es machen?´
Hertha wird diese Saison unweigerlich absteigen und das völlig verdient. Man sollte in der GS sofort anfangen für die 2. Liga zu planen. Erstklassig zu bleiben wäre ein Wunder.
Was sich Hertha erstmal fragen sollte: Will man so weiter wurschteln wie all die Jahre bisher, oder wirklich einen Neuanfang machen (ligaunabhängig)?
Bei ersterem ist einer der Kandidaten der richtige, mit Zecke als Spodi dahinter
Bei letzterem kann ichj aus Erfahrung mit dem FC sagen, es ist gut, alte Zöpfe abzuschneiden, und wirklich externe ins Boot zu holen. Vom Management bis zum Trainerteam. Radikal.
Denn im Zweifel ist die vielbeschworene Hertha DNA ein großer Teil des Problems, nicht der Lösung.
Analog war dies in Köln bei uns so.
07.02.2023 - 12:58 Uhr
Ich muss zugeben, dass es nicht viele Argumente gibt, die für ein Festhalten an Schwarz sprechen. Es gibt aber viele Punkte die gegen eine Suspendierung sprechen.
Pro Schwarz:
- er erreicht die Spieler (noch) auf persönlicher Ebene
- er wäre zu Beginn der Saison auch gekommen, wenn wir abgestiegen wären
- in der Hinrunde konnte er teilweise gute, wenn auch nicht erfolgreiche, Leistungen abrufen
- er ist absolut ehrlich und stellt sich ggü. der Medien schützend vor das Team
Contra Entlassung:
- man müsste wieder eine Abfindung zahlen oder sein Gehalt bis Vertragsende weiterzahlen (plus Gehalt eines neuen Trainers)
- der nächste Paukenschlag für den Verein und damit möglicherweise psychische Belastung für die Spieler
- der unausgewogene Kader bleibt bestehen
Meiner Meinung nach macht ein Trainerwechsel nicht viel Sinn. Es mag Trainer geben, die sich die Hertha in der derzeitigen Situation antun würden und es mag auch Trainer geben, die mit dem aktuellen Kader den Klassenerhalt schaffen würden. Ich denke aber, dass die Schnittmenge beider Trainer sehr klein ist. Dazu müsste dieser Trainer gefunden werden, von Weber überzeugt werden und auch bezahlt werden.
Ein Gang in die zweite Liga ist finanziell unfassbar belastend, aber wenn man wie letztes Jahr einen Feuerwehrmann, wie Magath einstellt, hat man in der Folgesaison die gleiche Situation, wie Anfang dieser Situation. Jetzt wo sich der Deal mit 777 langsam anbahnt, hätte man womöglich den letzten Strohhalm, um finanzielle Verluste von Außen ausgleichen zu können. Mit neuen Trainern haben wir jetzt seit Covic gearbeitet und das Resultat erleben wir jedes Wochenende. Ich denke übrigens auch, dass man bei der ersten Freistellung von Dardai ganz andere Kandidaten im Blick hatte und selbst in der damalige Situation wollten sich die Hochkaräter nicht an die Spree bewegen lassen und man hat aus der Not auf Covic zurück gegriffen.
Ob Schwarz der beste Kandidat für uns ist, möchte ich gar nicht beurteilen, aber bei Abwägung aller Umstände (Kosten, Struktur, Alternativen) gehe ich lieber mit Sandro in Liga 2, als das nächste Experiment einzugehen, welches auch scheitern kann.
Pro Schwarz:
- er erreicht die Spieler (noch) auf persönlicher Ebene
- er wäre zu Beginn der Saison auch gekommen, wenn wir abgestiegen wären
- in der Hinrunde konnte er teilweise gute, wenn auch nicht erfolgreiche, Leistungen abrufen
- er ist absolut ehrlich und stellt sich ggü. der Medien schützend vor das Team
Contra Entlassung:
- man müsste wieder eine Abfindung zahlen oder sein Gehalt bis Vertragsende weiterzahlen (plus Gehalt eines neuen Trainers)
- der nächste Paukenschlag für den Verein und damit möglicherweise psychische Belastung für die Spieler
- der unausgewogene Kader bleibt bestehen
Meiner Meinung nach macht ein Trainerwechsel nicht viel Sinn. Es mag Trainer geben, die sich die Hertha in der derzeitigen Situation antun würden und es mag auch Trainer geben, die mit dem aktuellen Kader den Klassenerhalt schaffen würden. Ich denke aber, dass die Schnittmenge beider Trainer sehr klein ist. Dazu müsste dieser Trainer gefunden werden, von Weber überzeugt werden und auch bezahlt werden.
Ein Gang in die zweite Liga ist finanziell unfassbar belastend, aber wenn man wie letztes Jahr einen Feuerwehrmann, wie Magath einstellt, hat man in der Folgesaison die gleiche Situation, wie Anfang dieser Situation. Jetzt wo sich der Deal mit 777 langsam anbahnt, hätte man womöglich den letzten Strohhalm, um finanzielle Verluste von Außen ausgleichen zu können. Mit neuen Trainern haben wir jetzt seit Covic gearbeitet und das Resultat erleben wir jedes Wochenende. Ich denke übrigens auch, dass man bei der ersten Freistellung von Dardai ganz andere Kandidaten im Blick hatte und selbst in der damalige Situation wollten sich die Hochkaräter nicht an die Spree bewegen lassen und man hat aus der Not auf Covic zurück gegriffen.
Ob Schwarz der beste Kandidat für uns ist, möchte ich gar nicht beurteilen, aber bei Abwägung aller Umstände (Kosten, Struktur, Alternativen) gehe ich lieber mit Sandro in Liga 2, als das nächste Experiment einzugehen, welches auch scheitern kann.
12.02.2023 - 11:45 Uhr
Zitat von SerbCon
Hoeneß ist nett, weil er 352 spielen lässt, aber so richtig rund lief es bei ihm auch nicht. Zumal er seine Karriere nach Hertha beerdigen könnte - warum sollte er sich das antun...
Hoeneß ist nett, weil er 352 spielen lässt, aber so richtig rund lief es bei ihm auch nicht. Zumal er seine Karriere nach Hertha beerdigen könnte - warum sollte er sich das antun...
Punkteschnitt von 1.4 bei Hoffenheim
Bei den Bayernamateuren zwischen 1.7 und 2,0
Ist ein gutes Resultat. Würde ich sofort nehmen.
Zusätzlich könnte er, sollte er denn kommen- und da stimme ich dir zu ob er es überhaupt machen würde , auch den Neuaufbau in Liga 2 leiten. Das wäre mal eine längerfristige Lösung und eine geile Aufgabe eine Traditionsverein wieder nach oben zu führen.
Versuchen würde ich es ihn zu holen, wenn er denn will. Und die Hertha kennt er auch. Passt zur blöden Herths DNA Philosophie des Präsidenten und Präsidiums.
Beste Alternative zu Schwarz derzeit - meine Meinung.
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