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Saisonrückblick

13.05.2014 - 12:43 Uhr
Nach 38. Spieltagen und fast 10 Monaten Spielzeit steht der 17. Platz in der 3. Liga zugute. Im Toto Pokal schied man im Halbfinale gegen Wacker Burghausen aus. Alles in allem war es keine gute Saison, aber auch keine Katastrophe, denn man hat den sportlichen Verbleib im Profifußball mit einer jungen, sympathischen Truppe mit Potenzial gesichert.

Wie kam es dazu?

EINE VORAHNUNG

Die Saison began recht miserabel. Nach zwei wenig anregenden Unentschieden (Regensburg, Chemnitz) folgten zwei herbe Niederlagen (2:4 gegen BVB II und Darmstadt), die auf ein Fortsetzen der schlechten Rückrunde und damit einem Abstiegskampf deuteten.

EIN UNERWARTETE AUFSCHWUNG

Aus dem Nichts (und auch etwas glücklich) gewann Haching bei Rostock durch ein Tor von Florian Bichler mit 1:0. Danach folgten zwei Monate, die im Prinzip die Saison retteten. Vier Siege in Folge, ein paar Unentschieden, eine überflüssige Niederlage gegen Burghausen, weitere Unentschieden, und noch zwei Siege gegen Wehen (auswärts) und ein vielgerühmtes 4:0 gegen Stuttgart II. Man stand vollkommen überraschend nach dem 16. Spieltag auf dem 3. Platz der Tabelle.

DER KNACKPUNKT

Das nächste Spiel (17. Spieltag) war auswärts gegen Osnabrück nach einer Woche L. In der 18. Minute traf Maxi Welzmüller zum 1:0 für Unterhaching. Haching hatte zu diesem Zeitpunkt 30 Punkte und hätte den dritten Platz verteidigt mit 14 Punkten und 14 Plätzen zwischen ihnen und dem 18. Platz. Von Abstiegssorgen keine Spur. Binnen 15 Minuten verlor Haching dann doch (nicht unbedingt überraschend) mit 1:3.

DER ABSTURZ

Was danach folgte waren Wochen, sogar Monate in denen ein Last-Minute-Sieg gegen BVB II gelang, sonst aber fast nur Niederlagen (auch oft hohe Niederlagen). Bezeichnenderweise wurde Claus Schromm - Motivator - als Sportdirektor von der Bank abdirigiert. Ohne Schromm fehlte es an allen Ecken und Enden.

Manuel Baum weigerte sich sein "Konzept" umzustellen. Stattdessen bestand er nach jeder Niederlage mit steigender Vehemenz darauf, dass Haching wieder "unglücklich" und "unerklärlich" verloren hätte. Traurige Tiefpunkte dieser negativen Serie waren sicherlich die zwei Auswärtsniederlagen gegen Saarbrücken und Burghausen (je 0:1), sowie die Heimspielniederlage gegen Münster (1:2). Baum bestand aber weiter darauf, dass die Mannschaft "guten Fußball" spiele.

DIE SPÄTE WENDE

Viel zu späte wurde Baum entlassen. Nach dem indiskutabelen 0:1 gegen eine katastrophale Burghausener Elf konnte Baum nicht mehr verteidigt werden. Es folgte Christian Ziege und der kontroverse Co-Trainer Francisco Copado.

Auswärts sollte sich wenig ändern, aber daheim lernte Haching wieder Punkte zu erkämpfen statt sich mit i-Pad Fußball abschießen zu lassen. Ein Punkte gegen RB Leipzig und die starken Wehener folgte endlich der Durchbruch: 2:0 gegen Elversberg.

Dennoch: Man stand kurz vor dem Aus. Am viertletzten Spieltag verlor Haching noch mit 2:3 gegen den direkten Rivalen Stuttgart II. Es sah danach düster aus. Doch die wiedergewonnene Heimstärke verhalf Haching zu zwei souveränen, und in der Höhe auf wichtige Siege gegen Osnabrück und Duisburg. Nach dem 4:1 gegen Duisburg war der Klassenerhalt so gut wie gesichert. Das 0:2 am letzten Spieltag gegen Meister Heidenheim spielte keine Rolle, da Elversberg gleichzeitig mit 0:3 verlor und damit abstieg.

FAZIT

Das Jugendkonzept hat gerade nocheinmal geklappt. Allerdings bahnt sich, meines Erachtens nach, das Ende an. Präsident Schwabl besteht zwar darauf dieses Konzept noch radikaler durchzusetzen, allerdings sehe ich diese Weg als ein Tanz mit dem Tod.

Die Frage, die sich stellt, ist ob der Höhenflug des Herbsts (und das Ende der Saison) oder aber der miserabele Start und die katastrophale Mitte der Saison stellvertretend für die Mannschaft ist. Ich glaube ja, dass sie Potenzial hat, aber dass sie auch Erfahrung braucht um Rückschläge wegstecken zu können. Was Schwabl vorhat, würde sicher den Erfahrungswert einschränken, da man sich wohl kaum bemühen wird erfahrene Spieler einzukaufen.

Wer hatte Schuld am Absturz? Sicherlich muss sich die Mannschaft an die eigenen Nase fassen. Gerade Spieler wie Janik Haberer hätten viel stärker zum Vorschein treten müssen. Sicherlich hat Manni Schwabl zu spät erkannt, dass man in den Abstiegsstrudel reingerät. Aber so Leid es mir tut, Manuel Baum hat sich als inkompetent erwiesen. Mit Schromm dem Motivator konnte man noch Punkte rausholen. Mit Schromm auf dem Abstellgleis war Baum planlos, ideenlos, und zunehmend defensiv in seinen Interviews. Er konnte es sich nicht erklären weshalb Haching wochenlang verlor. Mit jeder Niederlage beharrte er noch intensiver auf sein "Konzept" und mit jeder Woche wurde diese Spielweise noch durchschaubar, sodass selbst Saarbrücken und Burghausen gewinnen konnten. Spieler, die hier hätten mithelfen können, wurden einfach übergangen (Hummels, Köpke, Bichler)

Christian Ziege hat nochmal einen Aufwind erzeugt, der hoffentlich in die neue Saison mitgenommen wird. Es bleibt abzuwarten wie sich Ziege und Copado darauf einstellen, aber ich bin davon überzeugt, dass Haching für die nächste Saison eine schlagkräftige Truppe stellen kann und wieder überleben kann. Allerdings müssen da auch 2-4 Spieler eingekauft werden, die Erfahrung mit sich bringen. Bei den Absteigern aus der 3. Liga würde ich erstmal anfangen.

Zum Abschluss: Haching hat nun die meisten Tore in der ewigen 3. Liga Tabelle erzielt. Man hat mit dem Sieg gegen Duisburg die 300 Punktemarke durchbrochen. Der Wahnsinn geht also weiter...FORZA UHG!
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