Belgien

Ligareform mit Playoffs

21.04.2015 - 17:24 Uhr
Hallo, wollte mal nachfragen was ihr grundsätzlich so von der Ligareform in Belgien (also der Modus mit Playoffs usw.) haltet und wie grundsätzlich in den Medien usw. darüber gesprochen wird?

Könnte mir so einen Modus eben auch sehr gut in der Schweiz vorstellen, allerdings lieber nur mit 14 Teams, ohne Punkteteilung und mit mehr K.O.-Spielen in der unteren Tabellenhälfte.

Wäre froh um ein paar Rückmeldungen ob die Liga dadurch spannender geworden ist oder wie ihr das grundsätzlich seht. Zumindest international scheints ja leistungsmässig immer noch zu stimmen ;).

Liebe Grüsse und Danke schon im Vorraus.

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Allgemeine Forderung für die MWA-Auswertung:

Benutzt den Median (Zentraler Mittelwert). Im Vergleich zum arithmetischen Mittel, oft Durchschnitt genannt, ist der Median robuster gegenüber Ausreißern (extrem abweichenden Werten) - also perfekt für die MWA.
Zeige Ergebnisse 1-1 von 1.
Ligareform mit Playoffs |#1
24.04.2015 - 11:37 Uhr
Ich persönlich bin ganz klar Anti-Play-Off.
Sicherlich ist das Zuschauerinteresse in den PO1 gestiegen und spannend ist es auch, allerdings finde ich es sportlich ungerecht. Eine Mannschaft kann sich in der regulären Saison einen passablen Vorsprung rausspielen, vor den PO's wird dieser halbiert und anschließend verliert die Mannschaft in den PO's an Boden, da sie sich in der regulären Saison verausgabt hat und die Kraft fehlt. (perfektes Beispiel ist die letzte Saison. Anderlecht startet mit 10 Punkten Rückstand auf Standard und wird trotzdem Meister). Die Eintrittspreise werden in den PO1 übrigens auch im Vergleich zur regulären Saison erhöht.
Ähnliches (bzw. noch krasseres) gilt für die PO3, die "Abstiegsplay-Offs": Zuschauerzahlen und Spannung sind sicherlich hoch, allerdings ist die sportliche Gerechtigkeit quasi 0. Der letzte kann in der regulären Saison 0 punkte holen, er muss nur 3 PO Spiele (von 5) gewinnen und er schaffts noch in die Endrunde mit den Zweitligisten. In der Endrunde scheitert der Erstligist aber meistens, da er sich in den PO3 kaputt gespielt hat und die ersten Spieler schon Verträge bei anderen Clubs unterschrieben haben (der Einzige positive Aspekt, da die Chancen für einen Zweitligisten steigen)
Die reguläre Saison wird m.M.n. abgewertet.
Am schlimmsten sind aber die PO2, der Zeitvertreib für die Mittelklasseclubs. Es geht um quasi nix mehr außer die Chance auf einen Euro League Quali Platz (für den man PO2 Gruppenerster sein muss, gegen den Sieger der 2. Gruppe in Hin & Rückspiel weiterkommen und anschließend gegen den ersten nicht Europaqualifizierten der PO1 in Hin & Rückspiel weiterkommen). Die Zuschauerzahlen und das öffentliche Interesse sind miserabel (Beveren vs. Genk 3425 Zuschauer, Mouscron vs. Oostende 1600). Sportlich gerecht wären sie m.M.n auch nicht, da der 14. der regulären Saison durch ein bisschen glückliche Fügung noch in die Euro League rutschen kann.

Bei den meisten organisierten Fans sind die Play-Offs auch "umstritten" (verhasst bei denen der "nicht-top-Vereinen"). Dieses Jahr hat sich auch eine neue Initiative mit dem Namen Respect voor de Fans (https://www.facebook.com/pages/Respect-voor-Fans/778461828915588?fref=ts) gegründet, die u.a. gegen die Play-Offs protestiert.

Für mich wäre eine normale Liga (mit 16 oder 18) Mannschaften ohne Play Offs deutlich lieber als das aktuelle System. Für die Vereine, die nicht oben mitspielen bringt das Play-Off-System nämlich gar nix. Ein Kompromiss wären allerhöchstens PO1 beibehalten und dadurch den kleinen Teams eine längere Vorbereitungszeit auf die folgende Saison gewährleisten. Da die unteren Klassen jetzt auch reformiert werden, glaube ich aber immer weniger daran.
Ein Traum wäre eine Rückkehr zum alten Sytem: Normale Meisterschaft, der letzte steigt ab, der vorletzte spielt die Endrunde mit den (nach belgischer Tradition) Tranchengewinnern der D2.
Es soll übrigens auch eine Art PO2 für die 8 übrig gebliebenen Zweitligisten eingeführt werden. Wenn das durchkommt wird die D1 ein geschlossenes System für 16 Teams werden, da selbst ein Aufstieg einer der 8 Zweitligisten so gut wie umöglich ist. Das System würde also 24 Proficlubs in der Verteilung 16+8 beinhalten. Darunter gibt's dann die Superliga der Amateure aus der man mit einer gesicherten Finanzierung aufsteigen könnte.
Beste alternative wäre m.M.n. eine abgewandeltes System der Duchatelet Idee gewesen.
Diese besagte: 24 Pro Clubs, die in 2 12er-Serien eingeteilt werden. Nachdem jede Serie eine reguläre Saison ausgetragen hat gibts Play-Offs zwischen den ersten 8 Teams der A Serie um die Meisterschaft, sowie zwischen den übrigen 4 Serie A Mannschaften und den 4 besten Serie B Teams um die 4 restlichen Plätzen in der A Serie. Die übrigen 8 Teams spielen Play Offs aus, bei denen v.a. junge Spieler rangeführt werden sollen um eine Geldprämie, die dann in die Jugendförderung investiert werden soll. Darunter sollte dann ebenfalls das Amateurligensystem etabliert werden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Philippe_Belgien am 24.04.2015 um 11:43 Uhr bearbeitet
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