09.06.2026 - 16:36 | Quelle: dpa/FIFA | Lesedauer: unter 3 Min.
Weltmeisterschaft
Omar Artan
34-Jähriger gibt Einblicke 

FIFA machtlos: USA verweigern WM-Schiedsrichter Artan aus Somalia die Einreise

Eklat vor WM: USA verweigern WM-Schiedsrichter aus Somalia die Einreise
©IMAGO

Dieser Artikel erschien erstmals um 06:14 Uhr und wurde später mit neuen Aussagen und Informationen ergänzt.


Der für die Weltmeisterschaft vorgesehene somalische Schiedsrichter Omar Artan ist nach seiner verweigerten Einreise in die USA „sehr, sehr enttäuscht“. Er sei „einfach nur ein Schiedsrichter“, der versuche, sich mit der WM-Teilnahme den größten Traum seines Lebens zu erfüllen, sagte er der „New York Times“. Formelle Fehler seien ihm nicht unterlaufen: „Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte das richtige Visum.“



Der 2025 von der Afrikanischen Fußball-Konföderation (CAF) als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnete Referee habe zudem FIFA-Unterlagen sowie Nachweise über seine mehr als zehnjährige Karriere als Profi-Schiedsrichter vorgelegt. „Ich denke, sie haben ein Problem mit meinem Land“, sagte Artan weiter.



Die USA hatten dem Schiedsrichter die Einreise verweigert. Der Referee werde deshalb nicht bei der Weltmeisterschaft trainieren und im Einsatz sein können, teilte der Weltverband FIFA auf „dpa“-Anfrage mit. Man sei von den Behörden informiert worden, dass sich der Status von Artan derzeit nicht ändern werde.


Grenzschutzbehörde CBP hat im Fall Artan mächtige Rolle


Die Grenzschutzbehörde CBP hatte entschieden, dass ein Reisender aus Somalia, „ein Schiedsrichter für die FIFA-Weltmeisterschaft, aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht einreiseberechtigt war, und ihm wurde die Einreise verweigert“, hieß es in einer Stellungnahme der Behörde. Artan wurde darin nicht namentlich genannt, ist aber der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia.



Artan wollte den Angaben zufolge am Samstag in Miami in die USA einreisen. Der „New York Times“ schilderte er, seine Reise habe in Nairobi begonnen, wo er auf die erforderlichen Reisedokumente gewartet habe. Anschließend sei er über Istanbul nach Miami geflogen, um an einem Vorbereitungstreffen der FIFA-Schiedsrichter teilzunehmen.


Fragen an Artan zur Terrormiliz Al-Shabaab – Kritik aus Somalia


US-Grenzbeamte hätten ihn zu seiner Reise sowie zur politischen Lage in Somalia befragt, vor allem zur islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab, die in Teilen des Landes aktiv ist und seit Jahren gegen die somalische Regierung kämpft. Die CBP erklärte, bei Artan sei eine weitergehende Überprüfung für notwendig erachtet worden. Jede Einreiseerlaubnis sei eine Einzelfallentscheidung und Beamte der Behörde seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und Entscheidungen im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen.



Das somalische Ministerium für Jugend und Sport kritisierte die Entscheidung der US-Behörden. Artan sei die Einreise in die USA „ohne einen triftigen Grund“ verweigert worden, hieß es in einer Stellungnahme. Die somalische Regierung habe sofort Kontakt zu den US-Behörden und zur FIFA aufgenommen, bislang aber keine Lösung gefunden. Der Weltverband teilte weiter mit: „Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“ Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden.


Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele vorbereitet. So ist ein Einsatz von Artan auch in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen. In einer von der FIFA veröffentlichten Stellungnahme zeigte sich Artan trotzdem in positiver Stimmung: „Ich möchte mich bei der Fußball-Familie für ihre Nachrichten bedanken und wünsche meinen Kollegen den größtmöglichen Erfolg während der WM und freue mich, in zukünftigen Wettbewerben wieder bei ihnen zu sein.“


Auch Iraks Stürmer Hussein mehrere Stunden befragt


Zuvor war bekannt geworden, dass der irakische Stürmer Aymen Hussein mehrere Stunden lang von der Grenzschutzbehörde befragt wurde, als er am Freitag in Chicago in die USA einreisen wollte. „Nach der Kontrolle wurde einem Reisenden die Einreise in die Vereinigten Staaten gestattet“, hieß es von der CBP nach Angaben von „The Athletic“. „Der zweite Reisende, ein Fotograf und kein Spieler der Mannschaft, wurde aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung als nicht einreiseberechtigt eingestuft und ihm wurde die Einreise verweigert.“


Marktwert
Aymen Hussein
A. Hussein Mittelstürmer
400 Tsd. €


Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Letzte Beiträge Newsforum

default.jpg 12.06.2026 - 10:01
Zitat von servingwater
Zitat von MakeItEasy

Zitat von servingwater

Tja, da haette die Fifa halt den Trump noch nen zweiteh Peace Preis wohl geben muessen.
Eine Schande was aus den USA geworden ist, Banana Republic comes to mind.....


Stimmt. Absolute Schande, dass der Grenzschutz und Behörden ihre Arbeit machen.


Ja ja ... so wie ICE Ihrer "Arbeit gemacht haben" wenn sie Ihre eigenen Staatsbuerger verkloppen oder machen Faellen sogar erschiessen...

Das dies alles by Design ist, macht es ja zur Schande.


Hast vergessen zu erwähnen, dass die Staatsbürger aktiv, körperlich und bewaffnet (Auto/Pistole) in deren Ermittlungen und Operationen eingegriffen haben.
say_whuat Borussia Dortmund say_whuat 10.06.2026 - 16:40
Zitat von soki1072_2
Zitat von say_whuat

Zitat von SirKilkenny

Und es ist besonders traurig für ein Land, dessen Gründerväter Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit in der Verfassung proklamierten ... ihr Traum würde zerstört werden!


...und das waren ALLES mal Einwanderer 😂😭
Diese WM wird echt das lächerlichste Schauspiel, das man sich jemals im Fußball antun musste.
Bin ich froh, dass ich meine Tickets für die paar Spiele noch rechtzeitig verkaufen konnte


Stimme in allem zu, außer der Tatsache, dass es schwer wird an die Bodenlosigkeit der WM 1978 ranzukommen, die ohne jede Reue in einem Land ausgetragen wurde, dass damals Regime-Gegner in Flugzeuge gesetzt hat, sie aufs Meer rausgeflogen hat, um sie dann lebendig aus diesen Flugzeugen zu werfen.

Was diese WM angeht, sollte man eventuell mal sehen, das das was jetzt Fans, Schiedsrichter usw erleben in Relation noch gemäßigt ist zu der Tatsache, dass Millionen Amerikaner in Angst leben auf die Straße zu gehen, weil sie eben nicht hellhäutig sind, sondern mittelamerikanisch, oder südamerikanisch aussehen. Ein erheblicher Teil der von ICE aufgegriffenen Personen, waren amerikanische Staatsbürger und sind dennoch teilweise über Tage in Gefängnissen und Abschiebeeinrichtungen gelandet...


Da geb ich dir absolut Recht. '78 war auch eine WM der Schande, ich war damals leider noch im Sack meines Vaters und kann dementsprechend wenig dazu sagen. Heißt nicht, dass mich das nicht interessiert.
Ich war vor 3 Jahren in Mexico, nen Freund besuchen, der ne Mexikanerin geheiratet hat, und musste damals leider den Transit über Houston nehmen.
Ich bin fast 2h für die Einreisekontrolle angestanden, und das nur weil ich nen Transitflug hatte.
Warum ich da Lichtbild + Fingerabdrücke abgeben musste muss mir bis heute noch jemand erklären.
Also auch "damals" war das ganze Prozedere alles andere als Touristen-Freundlich, ich habs halt hingenommen und fertig.
Mittlerweile trau ich mich nicht mehr, in die USA einzureisen, da ich z.b. auf Twitter schon sehr abfällige Kommentare über Trumpf und Co. abgelassen hab. Damit kann ich aber gut leben, so lange der pädophile orangene HuSo an der Macht ist bekommen mich keine 1537395 Pferde dahin.
Schooly_D Schooly_D 10.06.2026 - 12:07
Zitat von hans_peter_dieter
Zitat von Sunshine_Sahin

Zitat von c0ldsun

Sry, verstehe nicht wie man sowas ausblenden kann. Da macht FIFA, DFB immer Werbung gegen Rassismus, Gleichberechtigung und was weiß ich was, aber dann heißt es, es geht um den Sport und man muss Politik ausblenden. Alles nur noch eine Farce, für Kohle wird einfach alles gemacht. Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen und werde mir nichts anschauen. (genauso wie die Amerikaner, die Soccer auch nicht interessiert)


Das kann man vergessen, es geht nur noch ums Geld.
Bei Katar hat man groß gekotzt, wegen Arbeitsbedingungen (in den USA & Mexiko sind diese auch oft nicht gut).
In Katar war das lustige, dass die Scheichs sich lustig gemacht haben über die deutschen, weil man öffentlich eine Geste macht, aber 2 Tage später wieder nach Sponsoring Deals Anfragte und meinte, dies solle nicht so persönlich genommen werden.

Beim Bündnispartner USA würde man aber offensichtlich selbst dann Schweigen, wenn Somalia sich qualifiziert hätte und die Einreise verwehrt werden würde. Die WM wird offenkundig für politischen Nonsens missbraucht.


Also bei aller berechtigter Kritik an den USA, die ich vollumfänglich teile, verstehe ich die hier in mehreren Beiträgen zum Ausdruck kommende Pro Katar Stimmung nicht. Ich würde es auch eher so bewerten, dass die moralischen Maßstäbe durch die WMs in Putins frühfaschistischem Russland und der repressiven Diktatur Katar, die positive Bezüge auf andere Lebensweisen offen abgelehnt hat, die moralischen Maßstäbe so weich gekocht hat, dass sich jetzt auch keiner mehr über das aufregt, was in den USA abgeht. Das ist eher eine eskalierende Entwicklung der Teilnahmslosigkeit; es wäre spätestens 2022 an den verbänden gewesen, sich über den Willen der FIFA hinwegzusetzen und im Zweifel anzureisen (weil, mal ehrlich: wären bspw. Deutschland, Frankreich, England abgereist und hätte ggf. noch jemand mitgezogen, was wäre das noch für eine WM gewesen?).
Die Lehre muss jedenfalls sein, dass man die Fifa solche Turniere nicht organisieren lassen kann, weil es denen nur um Profit geht und ihnen der Weg dort hin völlig egal ist. Man ignoriert die Umstände im Gastgeberinnen und wirft dabei im Zweifel auch massive Einschränkungen des Schutzes der Spieler und Schiedsrichter in Kauf. Damit untergräbt man übrigens auch die sportliche Integrität des Wettbewerbs (siehe - erneut bei aller Antiympathie für die Regierung - Iran).
Wie man sich aber hinstellen und Arbeitsbedingungen in den USA und Mexiko mit denen in Katar vor 22 vergleichen kann, ist mir ehrlich gesagt ein absolutes Rätsel. Damals starben unglaublich viele Menschen auf den Baustellen, erhielten ihr Gehalt nie, es gab keine medizinische Versorgung usw. Das mit dem Status in USA und Mexiko zu vergleichen, führt ins moralische nichts. Mir entsteht der Eindruck, dass durch diese Argumentation schlussendlich ein Standard als normal gesetzte wird (Katar), auf den sich die Fußball community nie hätte herablassen dürfen. Gemeint sind damit übrigens nicht die Fans (Konsumkritik hat noch nie was gebracht), sondern die Verbände, die vorausschauend und zum Schutz ihrer Mitarbeiter und Spieler schon viel früher gegen die Fifa hätten rebellieren müssen.


Ich würde mal sagen, wir leben im Kapitalismus. Somitauch die Uefa, Fifa, Verbände ... Somit macht es kaum nen Unterschied wer hier was veranstaltet, am Ende gehts ums Geld! Und da greifen alle zu.
Konsumkritik bringt leider nicht viel, aber wir können uns auch gerne alle in eine reihe braver Lämmer stellen ... Oder eben NICHT ... Zwangsläufig würde das allerdings auch dazu führen, sich aus dem Springer Forum hier zu verabschieden. Nur bekommen dann einige Leute gar keinen Widerspruch mehr. Auch nicht gut.

Und btw. ... es ist nicht schwer Coca Cola, Mc Donalds und Co zu boykottieren. Macht man schonmal nen Anfang.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.