| Offizieller Vereinsname: | Chelsea Football Club |
|---|---|
| Anschrift: | Fulham Road |
| SW6 1HS London (Einwohner: 8.908.081) | |
| England | |
| Tel: | +44 (20) 73869 |
| Fax: | +44 (20) 73814 |
| Homepage: | www.chelseafc.com |
| Gründung: | 10.03.1905 |
| Mitglieder: | 30.000 (Stand: 14.03.2018) |
| Vereinsfarben: |
|
Die Veränderungen taten Chelsea sichtlich gut, in den ersten drei Spielen der neuen Saison trafen die Blauen 14 Mal. Insbesondere aufgrund des Dreiergespanns Dixon-Nevin-Speedie erreichte die Mannschaft rasch die Tabellenspitze, hielt sie bis zum Ende der Saison und schaffte 1984 den Aufstieg. Auch die Fans kehrten nun zum Club zurück, fast 10.000 von ihnen verfolgten das letzte Spiel der Saison, das die Blues auswärts bei Grimsby Town gewannen. Dixon hatte sich in jener Saison besonders hervorgetan, er erzielte in allen Wettbewerben insgesamt 36 Tore. Der Erfolg setzte sich 1984/85 fort und belohnte die Spieler mit dem 6. Platz, ein Ergebnis von dem 1983 niemand zu träumen gewagt hatte. John Neal trat mit Ende der Spielzeit 1984/85 aufgrund von Herzproblemen zurück und übergab sein Amt an Hollins. In dessen erstem Jahr als Manager 1985/86 wollte er den Schwung aus der vergangenen Saison mitnehmen und den Club weiter modernisieren. Als Zeichen der Veränderung wurde das Emblem des Vereins abgeändert, so dass der Löwe nun über den Buchstaben CFC stand. Chelsea schaltete sich 1986 erneut in den Titelkampf ein und stand im Februar auf dem ersten Platz, fiel dann aber zurück, als Dixon und Niedzwiecki verletzungsbedingt aussetzen mussten. Um Ostern herum hatten die Fans die Meisterschaft bereits abgeschrieben, als die Blues gegen die Queens Park Rangers eine 0:6-Schlappe einstecken musste. Zwei wichtige 2:1-Siege gegen Manchester United und West Ham United brachten Chelsea nochmals in Reichweite der Tabellenspitze, fünf Spieltage vom Ende der Saison entfernt trennten drei Punkte Tabellenführer Liverpool und das Team von John Hollins. Doch von 15 möglichen Zählern sicherte man sich nur Einen, wodurch der Titelkampf entschieden war. Die einzige Trophäe in jenem Jahr war die des Full Members Cup, der nach der Katastrophe von Heysel eingeführt wurde, da englische Clubs in dieser Zeit nicht am europäischen Fußball teilnehmen durften. Ein 5:4 Sieg gegen Manchester City brachte den Pokal an die Stamford Bridge, Speedie erzielte in diesem Spiel einen Hattrick. Wie so oft in der Geschichte des Vereins ließen auch diesmal die Leistungen nach einem viel versprechenden Anfang wieder nach und Chelsea beendete die nächste Meisterschaftsrunde nur auf Platz 14. Speedie und Spackman verließen den Club im Streit mit Hollins, der im März 1988 entlassen wurde, als erneut der Abstieg drohte. Bobby Campbell übernahm die Trainerpflichten und trat das kurz zuvor eingeführte Play-off-Spiel gegen Middlesbrough an, das den Absteiger bestimmen sollte. Nach Chelseas 1:2-Niederlage begannen Unruhen im Stadion, die schließlich dazu führten, dass mehrere Fans versuchten, auf den Platz zu gelangen. Daraufhin musste Chelsea die nächsten sechs Spiele in der zweiten Liga ohne Publikum austragen, dennoch gelang der sofortige Wiederaufstieg. Mit 99 Punkten, 17 Punkte mehr als Manchester City auf dem 2. Platz, kehrte Chelsea in die erste Liga zurück, obwohl sie in den ersten sechs Spielen des Jahres keinen Triumph feiern konnten. Nachdem Chelsea in der zweiten Liga alle anderen Teams überflügelt hatte, machte die Mannschaft auch in der First Division von sich reden, als sie ohne nennenswerte Starspieler 1989/90 den 5. Platz belegte. Auch der Full Members Cup gehörte wieder den Londonern, nachdem sie Middlesbrough im Wembleystadion mit 1:0 besiegt hatten. Im selben Jahr wurde die Strafe für englische Vereine nach der Heysel-Katastrophe aufgehoben, doch der einzige englische UEFA-Pokal-Startplatz wurde an Vizemeister Aston Villa vergeben, sodass Chelsea nicht am Wettbewerb teilnehmen konnte. Ein Jahr später trat Bobby Campell als Trainer zurück und Ian Porterfield übernahm seinen Posten. Der Club spielte stark genug, um sich für die neu gegründete Premier League zu qualifizieren, die 1992/93 den Spielbetrieb aufnahm. Porterfield kündigte zur Mitte der Saison und wurde kurzfristig durch David Webb ersetzt, unter dessen Leitung es für den 11. Platz reichte. Im Sommer 1993 kam Glenn Hoddle von Swindon Town zum FC Chelsea, um das Amt des Trainers auszufüllen. Hoddle war kurz davor mit Swindon Town als Spielertrainer in die erste Liga aufgestiegen. Gleichzeitig endete 1992 der zehn Jahre andauernde Rechtsstreit um die Stamford Bridge, als Marler Estates zahlungsunfähig wurde und Ken Bates einen entsprechenden Handel mit den zuständigen Banken abschloss. 1997 kauften die Chelsea Pitch Owners das Grundstück, um eine Trennung von Club und Stadion in Zukunft zu verhindern. Kurz darauf begannen zahlreiche Bauarbeiten; unter anderem wurden jegliche Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt, die Tribünen näher an den Platz herangebaut und alle Ränge überdacht. Unter Hoddles Regie baute Chelsea kurzzeitig ab und war zwischenzeitlich sogar abstiegsgefährdet, konnte sich aber wieder aus dem Leistungstief herausarbeiten. 1994 standen die Blues Manchester United im FA Cup Finale entgegen, in beiden Ligaspielen hatte Chelsea mit 1:0 gesiegt. Zur Halbzeit stand zwischen den Kontrahenten 0:0, doch zwei Elfmeter innerhalb von fünf Minuten gaben Manchester eine 2:0-Führung. Um den Ausgleich zu erzielen öffnete Hoddles Team seine Defensivreihen zu sehr und verlor schlussendlich mit 0:4. Da sich Manchester United in jener Saison schon für die Champions League qualifiziert hatte, trat an deren Stelle Chelsea im Europapokal der Pokalsieger an, schied dort jedoch im Halbfinale gegen die späteren Gewinner Real Saragossa mit 3:4 aus. Alles in allem hatten sich sowohl Leistung als auch Moral der Mannschaft deutlich verbessert, nicht zuletzt aufgrund ihres inspirierenden Kapitäns Dennis Wise. Zusätzliche Verstärkung kam im Sommer 1995 mit Ruud Gullit, Mark Hughes und Dan Petrescu an die Stamford Bridge. Hoddle selbst führte Chelsea 1996 zum 11. Platz in der Liga und bis ins FA Cup Halbfinale, wo jedoch wieder der spätere Sieger Manchester United den Sieg mit 2:1 davon trug. 1996 beendete Hoddle sein Engagement und wurde Trainer der englischen Nationalmannschaft. Gullit wurde 1996 zum Spielertrainer ernannt und begann sofort damit, das Team mit hochkarätigen Spielern zu stärken. Er holte den ehemaligen Juventus-Stürmer Gianluca Vialli, den französischen Verteidiger Frank Leboeuf, den schnell zum Publikumsliebling avancierenden Gianfranco Zola und Roberto Di Matteo ins Team. Später stießen noch Gustavo Poyet und Tore André Flo hinzu. Dank dieser Spieler entfernte Chelsea sich mehr und mehr vom Image des mittelmäßigen Großstadtclubs, stattdessen wurden das schnelle, unterhaltsame Passspiel und die technischen Finessen der Spieler bekannt. Der Beginn der Saison 1996/97 wurde vom Tod Matthew Hardings, dem Vizepräsidenten des Clubs, überschattet, der bei einem Helikopterabsturz nach dem Ligaspiel gegen die Bolton Wanderers ums Leben kam. Spielerisch war die Saison die beste seit 1990, Gullit führte die Londoner zu Platz 6 in der Tabelle. Im Endspiel des FA Cups schrieben sie Geschichte, als Di Matteo nach nur 43 Sekunden das schnellste Final-Tor in der Geschichte des Wettbewerbs erzielte. Das Spiel endete nach einem weiteren Tor von Eddie Newton mit 2:0. Im Februar 1998, das Team stand auf Platz 2 der Premier League, wurde Gullit unerwartet entlassen, offensichtlich aufgrund von Unstimmigkeiten über sein Gehalt. Gianluca Vialli wurde Nachfolger, in seinen ersten zwei Monaten als Spielertrainer gewann Chelsea zwei weitere Wettbewerbe. Der Ligapokal ging nach einem 2:0 Sieg über Middlesbrough genauso in den Besitz der Blues über wie der Europapokal der Pokalsieger nach einem 1:0 gegen Stuttgart im Finale in Stockholm. Das Tor erzielte Zola, 20 Sekunden nachdem er eingewechselt wurde. Das nächste Finale in dem die Londoner erfolgreich waren, war das des Supercups, in dem sich Chelsea und Real Madrid in Monaco gegenüberstanden. Das einzige Tor des Spiels erzielte Poyet in der 81. Minute. Im August 1999 stand die erstmalige Teilnahme in der Champions League an, in der ersten Gruppenphase hießen die Gegner Hertha BSC, AC Mailand und Galatasaray Istanbul. Die Mannschaft von Trainer Vialli sicherte sich überraschend den 1. Platz in der Gruppe und zog zusammen mit Berlin in die zweite Gruppenphase ein, in der Chelsea den 2. Platz hinter Lazio Rom belegte. Das Viertelfinalhinspiel in London gegen Barcelona endete mit einem 3:1-Sieg für die Blues, das Rückspiel stand bis sieben Minuten vor Schluss 2:1 für Barcelona, was den Einzug ins Halbfinale für Chelsea bedeutet hätte. Doch das 3:1 durch Dani zog die Verlängerung nach sich, in der zwei weitere Tore für die Katalanen fielen, wodurch das Vialli-Team mit 4:6 ausschied. In jenen Jahren hatte sich das Bild des Clubs deutlich verändert, es befanden sich so viele internationale Topspieler in den Reihen der Mannschaft, dass am 26. Dezember 1999 im Meisterschaftsspiel gegen Southampton kein Spieler aus dem Vereinigten Königreich mehr in der Startelf stand. Dies beeinflusste den Erfolg jedoch nicht im Geringsten, im Jahr 2000 stand Chelsea wieder im FA Cup Finale, das letzte, das im alten Wembleystadion stattfand. Der 2:0-Sieg über Aston Villa brachte den Pokal zum zweiten Mal in vier Jahren nach London, im August folgte das Charity Shield nach einem 2:0 gegen Manchester United. Vialli war auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei Chelsea und der bis dahin erfolgreichste Trainer der Mannschaft. Im Sommer 2000 gab Vialli fast 26 Millionen Pfund für weitere Spieler wie Jimmy Floyd Hasselbaink und Eidur Gudjohnsen aus, die in der Saison 2001/02 zusammen 50 Tore erzielten. Doch nachdem die Blues bis September in fünf Spielen nur einen Sieg erringen konnten, wurde Vialli entlassen und durch Claudio Ranieri ersetzt, der trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der englischen Sprache den Club zum 6. Platz führte. Ranieri verjüngte das Team durch den Verkauf älterer Spieler wie Dennis Wise und ersetzte sie durch John Terry, William Gallas, Frank Lampard und Jesper Grønkjær. In der zweiten Saison unter Ranieri gab es in der Liga keine Fortschritte, dafür aber in anderen Wettbewerben. Im Ligapokal erreichten die Blues das Halbfinale und im FA Cup sogar das Finale, wo sie sich den späteren Double-Gewinnern FC Arsenal mit 0:2 geschlagen geben mussten. Während der Saison kamen immer wieder Gerüchte über die angeschlagene finanzielle Verfassung des Clubs auf; tatsächlich konnte Ranieri im Sommer 2002 keine Neuverpflichtungen aufweisen. Die Erwartungen für die kommende Saison waren merklich gesunken, doch Chelsea schaltete sich in den Titelkampf ein und sicherte sich am letzten Spieltag mit einem 2:1 über Liverpool den vierten Platz und damit die Champions League-Teilnahme. Nach der Übernahme des Clubs durch Roman Abramowitsch am 1. Juli 2003 standen Ranieri unbegrenzte Mittel zur Verfügung, die er in Claude Makélélé, Geremi, Glen Johnson, Joe Cole und Damien Duff investierte. Die über 100 Millionen Pfund Transferkosten waren gut angelegt und wurden mit einem 2. Platz in der Premier League und dem Halbfinale der Champions League belohnt. Jenes Halbfinale wurde Ranieri jedoch zum Verhängnis, als Chelsea zunächst auswärts mit 3:1 gegen Monaco verlor und dann im Rückspiel an der Stamford Bridge eine 2:0 Führung vergeudete und schließlich 2:2 unentschieden spielte. Die Rückspielpleite war hauptsächlich auf die Einwechslungen Ranieris zurückzuführen, so wechselte er den erfahrenen Verteidiger Mario Melchiot aus und schickte stattdessen Glen Johnson auf den Platz, Rechtsverteidiger Geremi ging für Mittelfeldmann Scott Parker, um der Defensive mehr offensive Impulse zu geben. Schließlich löste er Hasselbaink aus der einträglichen Sturmpartnerschaft mit Gudjohnsen und ersetzte ihn durch Hernán Crespo. Bereits vor dem Rückspiel hatten sich die Verantwortlichen des Clubs mit dem Agenten José Mourinhos getroffen, wodurch noch mehr Druck auf Ranieri ausgeübt wurde. Mit den Einwechslungen wollte Ranieri die Führung zu einem hohen Sieg ausbauen, um Zweifel an seinen Entscheidungen zu zerstreuen. In seiner Biographie Proud Man Walking gibt Ranieri offen zu, dass er den Sieg mehr als alles andere wollte um seine Position zu stärken, seine Veränderungen seien allerdings rückblickend die falschen gewesen. Nicht umsonst nannte Ranieri sich selbst „The Tinkerman“ (von engl. to tinker: herumpfuschen), er veränderte die Startaufstellungen laufend, auch wenn es dafür keinen sichtbaren Grund gab. So siegte Chelsea im November 2003 zunächst 4:0 gegen Lazio in der Champions League und nur eine Woche später 5:0 gegen Newcastle, doch Ranieris Maxime war es, das Team immer ausgeruht und frisch zu halten, und so veränderte er die Aufstellung trotz des Erfolges. Viele dieser Veränderungen stießen jedoch bei Vorstand und Fans auf Unverständnis, beispielsweise spielte der linke Flügelstürmer Damien Duff häufig auf der rechten Seite (Coles Position) oder direkt hinter den Spitzen (Lampards Position). Zwar nahmen die Leistungen zum Ende der Saison zu, doch die Chance den späteren Meister Arsenal einzuholen war bereits verloren. Der ausbleibende Erfolg und Ranieris zunehmend sarkastisch-pessimistisch werdenden Äußerungen (zum Beispiel vor dem Rückspiel gegen Monaco, als er die anwesenden Journalisten bei der Pressekonferenz mit „Hello my sharks, welcome to the funeral“ (etwa: Hallo meine Haie, willkommen zur Beerdigung) begrüßte oder den steigenden Druck von Clubbesitzer Roman Abramowitsch mit „Look, I already have this sword embedded in me“ (Seht, dieses Schwert steckt schon in mir) kommentierte) führten zu seiner Entlassung im Sommer 2004. Der ehemalige Porto-Trainer José Mourinho, der in jenem Jahr die Champions League gewonnen hatte, übernahm seinen Posten. 2003 hatte sich der russische Milliardär Roman Abramowitsch entschlossen, einen Fußballclub zu kaufen, nachdem er bei der WM 2002 Interesse am Fußball entwickelt hatte. Neben Lazio Rom, Chelsea, Tottenham Hotspur und Arsenal war auch Manchester United eine mögliche Option, die Abramowitsch aber aufgrund des Kaufpreises in Höhe von etwa 700 Millionen Pfund verwarf. Der Preis für Chelsea lag weit darunter, die Aktien des Clubs hatten zu jener Zeit einen Marktwert von nur rund 20 Pence. Der damalige Vorstandsvorsitzende Trevor Birch trat am 23. Juni 2003 mit Pini Zahavi, einem Fußballagent im Auftrag Abramowitschs, in Verhandlungen und setzte den Preis pro Aktie auf 40 Pence an; falls Abramowitsch jedoch tatsächliches Interesse zeigen sollte, sei der Preis verhandelbar. Drei Tage später trafen Birch und Abramowitsch sich persönlich, der Handel an sich war nach zwanzig Minuten abgeschlossen. Abramowitsch überwies Clubbesitzer Ken Bates 60 Millionen Pfund, was für Bates einen vermuteten Gewinn von 17 Millionen Pfund bedeutete, nachdem er den Club 1982 für den symbolischen Betrag von nur einem Pfund gekauft hatte. Zusätzlich kam Abramowitsch für die Clubschulden in Höhe von rund 90 Millionen Pfund auf, wobei der Club noch weitere zehn Millionen Reserve hatte, so dass sich der Gesamtpreis auf 140 Millionen Pfund belief. Die Übernahme kam gerade noch rechtzeitig, denn Chelsea musste im Juli 2003 rund 23 Millionen Pfund Schulden tilgen, ein Betrag, den die Londoner ohne Abramowitschs Geld nicht zur Verfügung gehabt hätten. Bis zum Januar 2006 beliefen sich Abramowitschs gesamten Investitionen auf rund 440 Millionen Pfund, obwohl er angekündigt hatte, die Transferkosten in Zukunft zu verringern, da bald genug talentierte Spieler aus der eigenen Jugend nachrücken sollten. Kurz darauf distanzierte er sich jedoch von dieser Aussage, nachdem Gerüchte über ein mögliches Ende seines Engagements beim FC Chelsea laut wurden. Aufgrund der finanziellen Unterstützung ist Chelsea derzeit nicht gezwungen, wie ein gewöhnliches Unternehmen zu wirtschaften, im Jahr 2006 machte der Club rund 80 Millionen Pfund Verlust, plant jedoch zur Saison 2009/10 einen ausgeglichenen Haushalt. Nach Ranieris Entlassung wurde José Mourinho als neuer Trainer verpflichtet, der bis dahin Porto trainiert und zum Sieg in der Meisterschaft und Champions League geführt hatte. Zu seiner Einführung zeigte Mourinho sich betont selbstbewusst, sein Ausspruch „Please don’t call me arrogant, but I’m European champion and I think I’m a special one.“ („Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, doch ich bin Sieger der Champions League und ich denke, ich bin ein besonderer.“) brachte ihm den Spitznamen „The Special One“ ein; seine Einschätzung zum Team „We have top players and, sorry if I’m arrogant, we have a top manager.“ („Wir haben ein Top-Team und, entschuldigen Sie, wenn ich arrogant bin, wir haben einen Top-Trainer“) stieß auf ein gemischtes Echo. Manche hielten Mourinho für überheblich, während andere in ihm den Trainer sahen, der Chelsea führen und vertreten konnte, auch angesichts der immer wieder aufkommenden Kritik bezüglich der Finanzierung des Clubs.
Weniger Differenzen gab es über die Leistung des Teams, da Chelsea mit der Saison 2004/05 die erfolgreichste Spielzeit bis dahin antrat. Nach einem eher schleppenden Start mit nur acht Toren in neun Spielen und fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Arsenal nahm das Team mehr Fahrt auf. Dabei erwies sich Frank Lampard als wichtigster Anspielpartner im Mittelfeld, der nicht nur die Bälle weiter in die Spitzen verteilen konnte, sondern durch eigene Tore mit zum Erfolg beitrug. Didier Drogba, Joe Cole und Arjen Robben bildeten den Sturm, wobei Cole und Robben die Abwehr auseinander zogen und damit Platz für Drogbas Kopfballspiel schafften. Am 6. November 2004, nach einem Sieg gegen Everton, erreichte Chelsea die Tabellenspitze, die der Verein bis zum Ende der Saison hielt. Rückgrat des Teams war die Defensive, die mit Claude Makélélé im Mittelfeld, William Gallas als Flügelverteidiger, Kapitän John Terry in der Innenverteidigung und dem im Sommer unter Vertrag genommenen Petr ?ech als Torhüter für 25 Spiele ohne Gegentore (davon 1025 Minuten am Stück ohne Gegentreffer) und nur 15 Gegentore im Verlauf der Meisterschaftsrunde sorgte. Mit einem 2:0-Sieg gegen die Bolton Wanderers sicherten die Blues sich den ersten Titel seit 50 Jahren, zum Ende der Saison hatten sie mit 95 Punkten auf dem Konto einen neuen Premier League Rekord aufgestellt. Das Double machte Mourinhos Mannschaft mit einem 3:2 gegen Liverpool im Finale des Ligapokals im Millennium Stadium in Cardiff perfekt. In der Champions League hieß der erste Gegner nach der Gruppenphase FC Barcelona, gegen den die Londoner auswärts zunächst mit 1:0 in Führung gingen, später aber mit 1:2 verloren. José Mourinho warf dem Barça-Trainer Frank Rijkaard danach vor, in der Halbzeit mit Schiedsrichter Anders Frisk gesprochen zu haben, ein Vorwurf, der sich zwar als berechtigt herausstellte, jedoch für Mourinho eine Sperre von zwei Spielen nach sich zog, nachdem „Fans“ der Blauen Morddrohungen gegen Frisk ausgesprochen hatten. Dieser beendete daraufhin aus Sorge um seine eigene Sicherheit seine Schiedsrichterkarriere. Die zweite Partie gegen Barcelona gewann Chelsea zu Hause mit 4:2, die ersten drei Tore fielen innerhalb von 20 Minuten für die Blues. Im Viertelfinale warteten die Spieler des FC Bayern München, gegen die Chelsea im Heimspiel zunächst 4:2 gewann und dann auswärts mit 2:3 verlor, das 6:5 nach beiden Spielen reichte aber für das Halbfinale, das gegen Liverpool von beiden Seiten sehr taktisch geprägt war, so dass die Partie im Hinspiel in London nicht über ein 0:0 hinauskam. Das Rückspiel an der Anfield Road entschieden die „Reds“ für sich, als Luis García mit einem umstrittenen Tor das 1:0 erzielte und damit den Weg für den späteren Finalsieg gegen den AC Mailand ebnete. Mourinho sicherte sich während der Transferphase im Sommer 2005 die Dienste von Flügelverteidiger Asier Del Horno, Flügelspieler Shaun Wright-Phillips und beorderte Hernán Crespo von seiner Ausleihe an den AC Mailand zurück. Danach begannen die Blauen die Saison mit neun Siegen in Folge, darunter ein 4:1 gegen Liverpool, und waren zeitweise 18 Punkte vom nächsten Verfolger Manchester United entfernt. Zur Mitte der Saison zeigte die Mourinho-Elf Schwächen und so schmolz der Vorsprung auf sieben Punkte zusammen, doch ein 3:0 im Heimspiel gegen United sicherte schließlich die Titelverteidigung. In der Champions League gab es ein erneutes Aufeinandertreffen mit Barcelona, denen die Blues zunächst mit 1:2 unterlagen und im Rückspiel nur ein 1:1-Unentschieden abringen konnten, so dass der Wettbewerb bereits nach dem Achtelfinale für Chelsea beendet war. Im FA Cup kam man bis ins Halbfinale, wo Liverpool 2:1 siegte. Noch vor Beginn der Saison 2006/07 machten die Londoner von sich reden, als sie für die Rekordsumme von rund 50 Millionen Euro den ukrainischen Stürmer Andrij Schewtschenko vom AC Mailand kauften, zusätzlich kamen Salomon Kalou, Michael Ballack und Khalid Boulahrouz neu ins Team, während die Stürmer Eidur Gudjohnsen und Hernán Crespo, Flügelstürmer Damien Duff und Verteidiger William Gallas den Club verließen, Letzterer im Tausch mit Arsenals Ashley Cole. Nach Verletzungen von Stammtorhüter Petr ?ech und John Terry im Winter 2006 verlor die Abwehr an Sicherheit und Ligakonkurrent Manchester United zog an Chelsea vorbei. Nach der Rückkehr ?echs und Terrys stabilisierte sich die Abwehr wieder, doch Uniteds Vorsprung war mit zwischenzeitlichen 7 Punkten zu groß, um den Club von Trainer Alex Ferguson wieder einzuholen, so dass die Blues die Saison auf Platz 2 beendeten. Zwei Pokale konnten sie sich dennoch sichern, den Ligapokal mit einem 2:1 gegen Arsenal und den FA Cup mit 1:0 nach Verlängerung gegen Manchester United im neuen Wembleystadion, nachdem Chelsea auch die letzte Mannschaft war, die den Pokal im alten Wembleystadion gewann (zwischen 2001 und 2006 wurde das Finale im Millennium Stadium ausgetragen). In der Champions League traf das Team um Kapitän John Terry zum dritten Mal in Folge auf den FC Barcelona, diesmal in der Gruppenphase, meisterte diese jedoch und zog als Gruppenerster ins Achtelfinale gegen den FC Porto ein. Nach 1:1 und 2:1 trat Chelsea im Viertelfinale gegen Valencia an und setzte sich wieder mit 1:1 und 2:1 durch. Im Halbfinale endete schließlich der Traum vom Finale, als es nach Hin- und Rückspiel 1:1 stand und Chelsea im Elfmeterschießen mit 1:4 gegen Liverpool ausschied. Am 20. September 2007 gab der Verein auf seiner Webseite die Trennung von Mourinho bekannt. Sie sei im beiderseitigen Einverständnis erfolgt. Bereits Monate vorher war über das sich verschlechternde Verhältnis zwischen dem Trainer und Clubbesitzer Abramowitsch berichtet worden. So habe Abramowitsch nicht die Spieler bewilligt, die Mourinho unter Vertrag nehmen wollte. Daraufhin bemängelte Mourinho öffentlich die Qualität der Mannschaft. Ein konkreter Grund für die Trennung wurde nicht bekannt gegeben. Es wird jedoch angenommen, dass Abramowitsch von Mourinho attraktiveren und torreicheren Fußball verlangte. Chelsea spielte am Tag vor der Trennung trotz 23:7 Torschüssen nur 1:1 gegen Rosenborg Trondheim. Am Tag von Mourinhos Entlassung wurde Avram Grant als neuer Trainer vorgestellt, der im Sommer 2007 als Sportdirektor bei Chelsea verpflichtet worden war. Grant hatte bis dahin ausschließlich in Israel (von 2002 bis 2006 als Nationalcoach) gearbeitet. Als Co-Trainer fungierten Steve Clarke und der kurz darauf zum Trainerstab stoßende Henk Ten Cate. Grant unterschied sich von Mourinho sowohl im Fußball als auch im Auftreten. José Mourinho legte sein Hauptaugenmerk auf das Ergebnis, während Grant versuchte, den vom Clubeigner Abramowitsch gewünschten attraktiven Fußball spielen zu lassen. Auf seinen Pressekonferenzen gab Grant sich bewusst zurückhaltend, über sich selbst sagte er in Anspielung an Mourinho „I’m not special, just normal“ („Ich bin nicht besonders, sondern ganz normal“). Da er bis dahin keinen anderen europäischen Top-Club betreut hatte, wurde Grant von vielen als Trainer-Leichtgewicht betrachtet. Bei seinem Einstand als Trainer verlor Chelsea 0:2 gegen Manchester United. Doch die Leistungen verbesserten sich und so konnte Chelsea bis Weihnachten den 3. Platz halten und bis auf sieben Punkte auf Manchester United herankommen. Im Carling Cup erreichten die Blues das Finale, verloren dort jedoch nach Verlängerung mit 1:2 gegen Tottenham Hotspur. Im FA Cup war im Viertelfinale beim 0:1 gegen Barnsley Endstation. Im März zog Liga-Rivale Arsenal zeitweise mit 9 Punkten Vorsprung davon, doch der Vorsprung schmolz nach einigen Fehlern bei den Gunners rasch. Am 23. März übernahm Manchester United die Tabellenführung. Chelsea verbesserte sich bald darauf auf den 2. Platz und blieb den Red Devils mit zuerst fünf und später drei Punkten Abstand auf den Fersen. Im direkten Duell der beiden gewann Chelsea mit 2:1 und zog damit Punktgleich. Manchester blieb aufgrund des besseren Torverhältnisses dennoch Tabellenführer. Die Meisterschaft wurde erst am letzten Spieltag, dem 11. Mai 2008, entschieden, als Manchester United 2:0 gegen Wigan Athletic gewann, während Chelsea nur 1:1 Unentschieden gegen die Bolton Wanderers spielte. In der Champions League beendete Chelsea die Gruppenphase als Erster der Gruppe B und traf im Achtelfinale auf Olympiakos Piräus. Nach einem 0:0 im Hinspiel in Griechenland gewann Chelsea das Rückspiel mit 3:0. Im Viertelfinale folgte Fenerbahçe Istanbul, denen Chelsea im Hinspiel auswärts mit 1:2 unterlag. Im Rückspiel sicherten sich die Blues das Halbfinale durch ein 2:0. Im Halbfinale lautete der Gegner zum dritten Mal in vier Jahren Liverpool. Im Hinspiel an der Anfield Road unterlief dem Liverpooler Abwehrspieler John Arne Riise in der Nachspielzeit ein folgenschwerer Fehler, als er den Ball ins eigene Tor köpfte und damit den Führungstreffer von Dirk Kuyt ausglich. Im Rückspiel ging Chelsea nach einem Treffer von Didier Drogba erst in Führung, verlor diese jedoch durch ein Tor von Fernando Torres, so dass es Verlängerung gab. Hier verwandelte Frank Lampard zuerst einen Elfmeter bevor Drogba auf 3:1 erhöhte. Ryan Babels Anschlusstreffer zum 3:2 konnte den Einzug der Blauen ins erste Champions-League-Finale der Clubgeschichte nicht mehr verhindern. Im Finale scheiterten sie jedoch an Manchester United mit 6:7 im Elfmeterschießen. Am 24. Mai, drei Tage nach dem Finale, wurde Grant schließlich entlassen. Nach Avram Grants Entlassung wurde am 11. Juni 2008 Luiz Felipe Scolari als neuer Trainer bekanntgeben, der bis zu seinem Amtsamtritt am 1. Juli die portugiesische Nationalmannschaft trainierte. In der Transferzeit verließen unter Anderem Claude Makélélé, Andrij Schewtschenko, Claudio Pizarro und Shaun Wright-Phillips das Team, als Neuverpflichtungen wurden Deco, José Bosingwa und Mineiro vorgestellt. Scolaris Amtszeit begann mit 28:3 Toren und 12 Spielen ohne Niederlage in allen Wettbewerben stark. Den Auftakt in der Premier League am 17. August 2008 gewann die Mannschaft 4:0 gegen den FC Portsmouth. Am 26. Oktober verlor sie zu Hause 0:1 gegen den FC Liverpool, womit die Serie von 86 Liga-Heimspielen, bzw. 2 ein halb Jahren, ohne Niederlage riss. Danach fiel die Leistung der Mannschaft insbesondere bei Heimspielen ab. Aus 16 Ligaspielen holte man von 48 möglichen Punkten nur 29. Daraufhin wurde Scolari am 9. Februar entlassen. Am 11. Februar wurde Guus Hiddink als neuer Trainer vorgestellt. Hiddink behielt jedoch auch seinen Posten als russischer Nationaltrainer und wurde daher nur bis zum Ende der Saison verpflichtet, auch wenn Roman Abramowitsch ihn gerne länger behalten hätte. In der Champions League schafften sie es bis in das Halbfinale, wo sie allerdings nach einem 1:1 gegen den FC Barcelona aus dem Turnier flogen. Am Schluss schafften sie in der Premier League den 3. Platz, hinter Manchester United und dem FC Liverpool, und schafften es somit direkt in die Champions League. Hiddink gewann bei seinem letzten Spiel für Chelsea den FA Cup gegen den FC Everton 2:1. Am 1. Juni 2009 wurde Carlo Ancelotti als neuer Trainer von Chelsea vorgestellt. Dieser kam vom AC Mailand, mit welchen er 2007 die Champions League gewann und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. In seinem ersten Pflichtspiel gewann er mit dem FC Chelsea den FA Community Shield gegen Manchester United im Elfmeterschießen mit 4:1 (2:2;0:1). Matchwinner war Petr Cech, der die Elfmeter von Ryan Giggs und Patrice Evra halten konnte. Am 3. September 2009 verhängte die FIFA eine Transfersperre gegen den FC Chelsea für die Transferzeiten Winter 2009/10 und Sommer 2010. Grund der Bestrafung ist der Vertragsstreit um den Spieler Gael Kakuta, der 2007 von RC Lens zu Chelsea gewechselt war. Der französische Verein hatte bei der FIFA Beschwerde wegen Vertragsbruchs eingereicht. Der Fußballverband sah diese Beschwerde als gerechtfertigt an, Chelsea habe den Spieler zum Vertragsbruch angehalten. Neben dem Transferverbot muss Chelsea eine Ausbildungsvergütung in Höhe von 130.000 Euro an RC Lens zahlen.
1.Liga






Die Daten werden aktualisiert ...




