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Antonio Conte
Geburtsdatum 31.07.1969
Alter 57
Nat. Italien  Italien
Funktion Trainer
Akt. Verein Vereinslos

Antonio Conte [Trainer]

03.07.2019 - 21:27 Uhr
Alles über unseren aktuellen Coach kann hier gepostet und diskutiert werden.

Antonio Conte

Geb./Alter: 31.07.1969 (49)

Geburtsort: Italien Lecce

Nationalität: Italien Italien

Trainerlizenz : UEFA-Pro-Lizenz

ø-Amtszeit als Trainer : 1,01 Jahre

Bevorzugte Formation : 3-5-2 / 3-4-3 / 3-4-1-2

https://www.transfermarkt.de/antonio-conte/profil/trainer/3517

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*** La Scala del Calcio ***

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Buzzurro am 03.07.2019 um 22:04 Uhr bearbeitet
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Antonio Conte [Trainer] |#1
09.07.2019 - 07:19 Uhr
Zitat von Tata07
Im heutigen Weltfussball gibt es mittlerweile fast keine eingeschworene Teams mehr. Um das zu erreichen müssen alle Parameter stimmen. Vor allem kickt jeder doch mittlerweile eh nur noch für sich und seine Erfolge und sein Geld. Alles andere kann man nur noch in romantischen Märchen erzählen.

Die einzigen die mittlerweile ein wirkliches Team gebildet haben sind vielleicht Liverpool und Tottenham. Davor war es Zidane mit Real. Aber das sind alles nur Phasen und Momentaufnahmen die sich iwann wieder zerschlagen weil dann gewisse Spieler ihren eigenen Weg gehen wollen und nicht den Weg des Vereines.

Um ein Team zu bilden müsste im Falle von Inter nochmal der ganze Kader umgekrempelt werden. Da müssen locker nochmal 200-300 Mio her. Will man mit Barella, Gagliardini, Vecino und Brozovic in die Saison gehen? Allein Lukaku kostet anscheinend schon 70 Mio und er müsste sich nochmal an die Liga gewöhnen. Verstehe da nicht wie man da an die Meisterschaft denken kann, im Falle von Marotta.

Der Abstand zu Napoli und Juve kommt nicht von ungefähr. Die spielen seit Jahren mit einem gewissen Kern. Bei Inter wird der lang aufgebaute Kern jetzt wieder aufgelöst und der Prozess beginnt von neu.

Der einzige Trainer der mit diesem Kern was hätte anfangen können wäre Simeone gewesen.

Jetzt muss man theoretisch sechs Spieler abgeben und neue dazu holen.


Du sagst es doch selbst...Beispiele für ein wirkliches Team waren letzte Saison Pool und die Spurs (international) und wohin hat sie diese "romantische" Vorstellung gebracht? Schaut man sich jetzt nur auf die schnelle die CL Sieger der letzten Jahre an: die Bayern 2013, Real 2014 waren Teams die absolut auf ein Zeil fokusiert waren. Bei den Bayern war es die Erfahrng von 2012 und bei Real die Sehnsucht nach dem 10ten Titel. Bei Barca 2015 hast du natürlich brutale Qualität als Faktor aber zu dem Zeitpunkt war das ja noch nicht der Neymar von PSG. Klar kann man vom Real der nächsten Jahre sagen, dass Christiano eine Sonderrolle hat aber die anderen arbeiteten glaube ich gerne für ihn mit solange er eben diese Trefferquote hatte.

Ich sehe das so...Radja war von Anfang an ein Fehler. Ich will jetzt gar nicht das Fass Zaniolo wieder aufmachen...vielleicht hat man mal etwas gelernt und erkannt, dass man jungen Spielern auch mal zumindest ein paar Einsätze geben muss um zu sehen ob sie nicht Material für inter sind. Dafür war Spalle (ich befürchte auch Conte) der völlig falsche Coach. Zurück zu Radja...ich hatte nie den Eindruck, dass er bei Inter sein will. Sein Lebenswandel ist scheinbar immer noch unprofessionell und wenn jetzt endlich mal jemand mit unseren Diven aufräumt dann stehe ich da voll hinter. Ich hätte mir gewünscht, dass man bei Perisic und teilweise Brozo ähnlich konsequent wäre wie bei Icardi und Radja aber gut...ist ja kein FM hier cool

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------------------Zenga------------------
Zanetti--Bergomi--Cordoba--Brehme--------
-----------------------------------------
--Matthäus----Cambiasso-----Stankovic----
----------------Baggio-------------------
---------Adriano------Recoba-------------
Antonio Conte [Trainer] |#2
19.07.2019 - 22:16 Uhr
Endlich mal einer der Druck auf die Führung ausübt. Der letzte war Benitez, davor Mou und danach gab es nur noch Ja sager. Political Co. Ist vorbei. Es muss Tacheles geredet werden, spieler die nicht mitziehen müssen auch den öffentlichen Druck spüren.

Seit 10 Jahren haben wir es mit schlechten Spielern, Diven, schlechten Dirigenti, falschen Entscheidungen, unmotivierten kack Fussball und schlechten Ergebnissen zu tun.

Endlich Endlich sind Leute wie Marotta, Oriali und Conte hier.

@San Siro

Wenn ich das wieder lese....Gottseidank bist du nicht Zhang. Ansonsten wären so Nulpen wie Giampaolo trainer hier...
Antonio Conte [Trainer] |#3
19.07.2019 - 22:40 Uhr
Nun mal langsam, ich finde an Conte's Aussagen überhaupt nichts Verwerfliches. Der Part mit dem Mercato klingt eher nach einem Bock der Führung. Klingt fast so, als wären Conte im Vorfeld Sachen versprochen worden die jetzt nicht eingehalten werden. Das geht so nicht und da muss sich die Führung an der eigenen Nase nehmen. Und der Part mit Perisic? Endlich mal einer der öffentlich ausspricht, was wir alle denken, nämlich dass Perisic auf den Prüfstand gehört.

Ich kann die ganzen Piolis, Spallettis, Stramaccionis nicht mehr sehen. Endlich ist mal einer da, der von Beginn an Dampf macht und sich nicht alles bieten lässt. Hoffentlich versaut es die Mannschaft/Funktionäre nicht mal wieder so wie bei De Boer, der auch mal Eier dazu hatte Spieler öffentlich an den Pranger zu stellen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von eXtreme am 19.07.2019 um 22:41 Uhr bearbeitet
Antonio Conte [Trainer] |#4
20.07.2019 - 00:48 Uhr
Also unabhängig vom Inhalt seiner Aussagen... Conte ist schon einer der grössten Kotzbrocken, welcher bei uns je den Mister stellte. Da hatte selbst ein Pioli oder Cúper eine angenehme Ausstrahlung im Vergleich. Deswegen verkörperte er bei Juve auch das Feindbild für mich hervorragend. Diese Wahrnehmung ist sicher sehr subjektiv und vielleicht auch gerade in ihrer Ausprägung aufgrund Contes Juve-Vergangenheit (auch als Spieler) stärker vorhanden.

Aber ich kann mir nicht helfen pazzeschi Interisti... ich werd einfach (noch) nicht warm mit unserem Toni. Und auch wenn er an der PK inhaltlich Recht hatte, war die Art und Weise schon echt brüsk. Ein Spalletti hatte eine wesentlich sarkastischere Art, solche Probleme anzusprechen.
Nun, wie einige erwähnt haben, vielleicht brauchts diesen grauäugig eisigen Wind, der durch unsere Kabinen bläst, um der Spitze wieder näher zu kommen und den lang ersehnten Erfolg wieder einzustellen. Das wird durch die Inter-Brille vielleicht auch das Zebra aus seiner Haut waschen. Aber das Verrückte war und ist (?) halt auch etwas unsere Identität. Ich spürs noch nicht mit Conte.

#Notforeveryone
Antonio Conte [Trainer] |#5
20.07.2019 - 09:48 Uhr
Zitat von Manuel1986


Inter muss doch eher aufpassen dass die eigene Identität nicht verloren geht. Wenn ich nur denke, marotta, Conte, asamoha und wie viele sich hier dybala oder kean wünschen. Ihr werdet noch Schwarz und weiß. Zunge raus

Lustig, dass du hier als Juventus Fan über die Identität von Inter sprichst.
Juventus hat sogar das eigene Wappen in ein lustigen Buchstaben ohne Bezug zu Turin geändert (jedes Wappen davor hatte den Turiner Stier enthalten bis auf das aktuelle da fehlt der Bezug zur Stadt) und Marotta wird hier als Juventus dargestellt? Der war davor bei zig anderen Vereinen und wird auch später noch andere Vereine Managen, das ist für den ein Job, aber der schläft sicher nicht in Juventus Bettwäsche.

Inter stand immer schon für eine "Offene" Kultur und war schon immer ein Verein der Spieler von allen Nationalitäten beinhaltete (Tradition) und dafür steht der Verein auch heute noch.

Ein Conte wird schon wissen was er macht und wieso er gewisse Aussagen tätigt. Da gab es mit Sicherheit Rücksprache ob er das machen darf. Evtl will man den Druck auf Icardi so erhöhen "wenn du dir keinen anderen Verein suchst, dann sitzt du eben wirklich 2 Jahre bei uns auf der Bank und deine aktive Karriere wäre somit beendet"

Die Aussage mit Naingolan war auch sicher kein spontaner versprechen sondern eine wohl durchdachte Aussage. Das Ziel dieser Aussage wird man wohl früher oder später noch sehen (evtl soll ihn das auch einfach nur anspornen?)
Antonio Conte [Trainer] |#6
20.07.2019 - 11:30 Uhr
Zitat von mogeltier


Ich hätte Nainggolan auf jeden Fall noch behalten Von den Anlagen her ist er doch wie geschaffen für Conte, also kann es nur an deren beider schwierigem Charakter liegen. augen-zuhalten


Conte will eben der absolute Chef im Ring sein und hätte auf dem Platz lieber 11 gehorsame "Soldaten", die sich in den Dienst der Sache stellen, als Exzentriker und Diven wie Radja, Icardi und mit Abstrichen sicher auch Ivan. Barella und Sensi sind da natürlich die idealen Transfers. Jung, formbar, neu bei Inter und bereit, sich voll und ganz der Sache zu verschreiben.

Daran ist erstmal überhaupt nichts Auszusetzen. Dieses "Kommendieren" von oben herab bzw. regieren mit harter Hand scheint für mich dann doch etwas aus der Mode gekommen zu sein. Man wird sehen, inwiefern Contes Plan bei uns Früchte trägt. Ich wünsche mir natürlich auch den Erfolg. Trotzdem würde ich

a) nicht blind jeden von Contes Wünschen erfüllen (Lukaku ist ein guter Spieler aber 80 Millionen sind Wahnsinn für einen Spieler, der viele Sachen sehr gut kann, aber nichts wirklich herausragend gut. Das Sturmduo Dzeko-Lautaro würde mir bedeutend besser gefallen by the way)

b) einem Trainer in unserer momentanen (!) Situation (gerade erst wieder die erste CL-Saison seit Jahren hinter uns und in der Liga nie besser als Platz 4 gewesen) keine 12 Millionen netto zahlen

c) nicht jede Aussage von Conte auf Pressekonferenzen völlig kritiklos hinnehmen.

Ich meine, es ist absolut positiv dass er mit so viel Feuer dabei ist. Besser als eine Schlaftablette wie Ranieri auf der Bank. Trotzdem ist ein Fußballtrainer in der heutigen Zeit auch immer als Diplomat gefragt. Conte scheint mir diesbezüglich etwas in den 90ern stehen geblieben zu sein.

Zitat von SoloInter

Was für einen Ja Sager hättest Du denn installiert?


Ich muss dir ehrlich gestehen ich weiß nicht wen ich geholt hätte. Conte war sicherlich von den verfügbaren Coaches einer der besten. Dennoch: Wenn man immer groß von "Projekt" redet, dann hätte ich ihn 1-2 Jahre später geholt. Das hätte mehrer Vorteile gehabt. Icardi wäre schon weg, Nainggolan müsste man nicht nach einem Jahr wieder absägen und Perisic würde vermutlich nicht mehr im Kader stehen. Drei Brandherde weniger und Conte könnte viel unbelasteter an die Arbeit gehen. Dafür wären vermutlich ein Barella und ein Sensi nicht bei uns. Wir werden es nie wissen. Ist viel hätte, wenn und aber dabei.

Im Prinzip ist die Diskussion ermüdend und überflüssig, denn jetzt ist Conte nämlich da und ich hoffe, dass er den größtmöglichen Erfolg mit uns einfährt.

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Antonio Conte [Trainer] |#7
17.09.2019 - 21:27 Uhr
Eigentlich wollte ich ein kurzes Zwischenfazit erst nach den Spielen gegen Milan und Lazio ziehen aber nach den letzten Spielen wollte ich mir doch etwas Frust von der Seele schreiben...

Vorab: Mir ist absolut klar das nicht von jetzt auf gleich alles funktionieren kann. Schon garnicht wenn man so radikal Kader und System ändert.
Und dennoch bin ich im Angesicht der letzten Spiele - und zwar nicht nur wegen dem heute gegen Prag - echt, ja wie soll man es sagen, fast schon schockiert.

Die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen passt überhaupt nicht. Teilweise sind enorme Lücken zwischen Abwehr (3er Kette) und Mittelfeld. Minuten später sieht man das genaue Gegenteil und unsere Jungs stehen sich gegenseitig auf den Füßen, nur das dann beide Stürmer komplett in der Luft hängen. Bezeichnend dabei auch das wir nicht in der Lage sind uns spielerisch dem Pressing zu entziehen. Außerdem ist auffällig das die beiden Fullbacks momentan noch überhaupt nicht ihre Rollen gefunden haben.
Standen sie gegen Cagliari oftmals viel zu hoch (teilweise auf einer Linie mit Lukaku/Lautaro - oder knapp dahinter) und haben so als Anspielstation im MF gefehlt - so standen sie heute oftmals viel viel zu tief.

Meiner Meinung nach absolut unverständlich wie man in einem CL Heimspiel, als Favorit, so das Spiel angehen kann. Wir haben eine enorme Qualität in der 3er Kette (in Bestbesetzung) da muss ich die AV einfach nach vorne ziehen um das Mittelfeld zu unterstützen. So kann ich erstens mit meinem Mittelfeld einen massiven Block im Zentrum vor der 3er Kette bilden und zweitens habe ich nicht permanent Unterzahl im Mittelfeld.

Der DAZN Kommentartor hat es gut gesagt, wir kommen in unserer eigenen Hälfte kaum in die Zweikämpfe weil 5 Verteidiger auf einer Linie stehen und die 3 Leute im Mittelfeld überhaupt keinen Zugriff mehr haben und nur Hinterherlaufen.

Spielte man bislang gegen vornehmlich mauernde Gegner so hat man heute (wie auch schon gegen Udinese bis zur Roten von De Paul) gesehen, das wir mit aggressiven Pressing auch nicht besser klarkommen. Im Gegenteil. Wird Brozovic aus dem Spiel genommen, ist der geordnete Spielaufbau quasi nicht mehr möglich. Auch hier muss Conte aber auch die Spieler auf dem Feld viel früher reagieren. Sensi muss sehen das Brozovic permanent zugestellt wird und dann einfach tief kommen und sich anbieten und Marcelo's Part übernehmen/ ihn unterstützen. Und wenn Sensi es nicht sieht dann muss Conte ihn anbrüllen und es ihm so begreiflich machen.

Die schwachsinnige Entscheidung Gagliardini spielen zu lassen machte es dann auch nicht besser. Barella hat wenigstens die Qualität, das Spiel auch selbst anzukurbeln - zur Not halt ohne Brozo. Was es dem Gegner wiederum deutlich schwieriger macht sich nur auf Brozovic zu konzentrieren. Allerdings muss man auch unseren Mittelfeldspielern ankreiden das sie es dem Gegner zu einfach machen. Kaum Tempoverschärfungen im Spiel, keine Diagonalbälle, schnelle Seitenwechsel oder Schnittstellenpässe. Nichts davon. Das ist auch einfach zu wenig.

Offensiv kann ich nicht verstehen warum pausenlos ***** ische lange Bälle geschlagen werden, es aber bis zur 92 Minute dauert bis Mal jemand auf die Idee kommt eine Flanke zu schlagen. Ich meine Lukaku allein bindet 2 Gegenspieler, wenn dann Mal noch jemand aus dem MF oder vom Flügel nachrücken würde, kann man da schnell in gute Positionen kommen.

Unsere Stürmer und vorallem Lukaku hängen da einfach in der Luft. Da sind Bälle dabei die kannst du niemals kontrollieren. Trotzdem müssen auch sie sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig zu tun. Kurz kommen, sich den Jungs aus dem Mittelfeld anbieten - am Spiel teilnehmen. Gerade Lukaku kann so 1 oder gar 2 Spieler aus der Kette ziehen und Räume öffnen. Auch das Ausweichen auf die Flügel vollzieht eigentlich nur Politano. Was Schade ist, weil auch das Räume, beispielsweise für nachrückenden Mittelfeldspieler eröffnen könnte.

Im Moment scheint da wieder so ein bisschen die Komfortzone drinnen zu sein. Jeder tut nur das absolut Notwendige was er muss und das war es. Viele Bälle die Nochmal und Nochmal und _NOCHMAL_ quergelegt werden. Das ist fast schon pomadig.

Also wie Eingangs erwähnt: Das nicht alles funktionieren würde war mir klar und das habe ich auch nicht erwartet. Aber klar ist auch Conte wurde geholt um uns deutlich weiterzuentwickeln. Die nächsten Schritte zu machen. Dafür wurde viel in ihn und den Kader investiert. Einen solchen Wunschkader hatten selbst Mancini und Spalletti nicht. Er wird liefern müssen. Platz 3 ist dabei sicher das Ziel, vorallem aber eine Weiterentwicklung der Mannschaft im spielerischen und mentalen Bereich. Daran wird er sich messen lassen müssen und Stand jetzt hat er noch verdammt viel Arbeit vor sich. Die Letzten Spiele wurden aus Sicht der genannten Punkte zuletzt eher schlechter, kurz vor dem Derby wäre ein guter Zeitpunkt diesen "Trend" zu drehen...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von JZ4Ever am 17.09.2019 um 21:34 Uhr bearbeitet
Antonio Conte [Trainer] |#8
10.11.2019 - 13:22 Uhr
12 Serie A-Spieltage, 4 CL-Spieltage: Ein Drittel der Saison ist gespielt, die Länderspielpause steht vor der Tür und es wird Zeit, ein erstes Fazit zur neuen Saison zu ziehen.

Fangen wir mal beim Trainer an. Antonio Conte hat genau das reingebracht, was ich mir von ihm erhofft habe: Mentalität, Siegeswille, Kampf, System. Er ist für mich mich keiner der Riege Klopp, Guardiola oder Simeone, aber wohl ein deutliches Upgrade zu Spalletti. Mit der Bilanz in der Liga (10 Siege aus 12 Spielen) muss man zufrieden sein, auch wenn es spielerisch oft harte Kost war. Was wir gegen Udinese, Parma, Brescia, in der eiten Hälfte bei Sassuolo oder zeitweise in Bologna veranstaltet haben, war oft harter Tobak an der Grenze des Erträglichen. Dennoch ist gerade der Saisonanfang unter Conte der beste Beweis dafür, dass im Fußball eben doch die Ergebnisse der ausschlaggebend Faktor sind. Schön spielen und verlieren ist besonders in Italien die Höchststrafe, da gewinne ich dann doch lieber. Und Conte hat das Gewinner-Gen bei uns eingepflanzt. Wie nachhaltig das Ganze ist, muss man jedoch erst sehen. Ich habe ja schon in der Vorbereitung auf die Saison angemahnt, dass Conte zwar das Maximale aus einem Team rauspressen kann, er aber bisher kein Meister in Sachen nachhaltige Entwicklung war. Dahingehend habe ich auch die Frage in den Raum gestellt, ob Conte nicht vielleicht zwei Jahre zu früh bei uns gelandet ist. Mit einem weiter gereiften Lautaro, einem weiter gereiften Bastoni und Skriniar, Brozovic, Barella und Sensi sowie besseren AVs hätten wir dann in 2 Jahren vielleicht ganz oben (auch in der CL) angreifen können. Meiner Meinung nach lässt sich Contes fordernd Art nicht ewig aufrechterhalten. Maximal über 2-3 Saisons.

Dennoch macht er momentan Vieles richtig und ich würde dm ersten Saisondrittel 7 von 10 Punkten geben. Dass es nicht mehr geworden sind, hat diverse Gründe. Womit wir bei den Kritikpunkten wären, die mir aufgefallen sind.

A) Conte rotiert zu wenig

Wir haben, insbesondere auf Schlüsselpositionen, einige Spieler, die massiv überspielt sind. Dies sind Skriniar (jedes Spiel gemacht), Brozovic, Lautaro und Lukaku. Besonders Brozo, der unendlich viel läuft und mental frisch sein muss, wirkt ausgelaugt. Hier erwarte ich vom Coach, dass er nach Sensis Rückkehr ein Mittel findet, um Brozo regelmäßige Schonzeiten zu gewährleisten. Im Sturm ist die Personaldecke dünn, aber auch hier könnte man was ändern (siehe Punkt B). Auch Lazaro ist für meinen Geschmack etwa zu spät reingerückt ins Team, dafür scheint er nun angekommen zu sein. Positiv muss man Conte anrechnen, dass Bastoni regelmäßig spielt.

B) Unsere dogmatische Fixierung auf das 3-5-2

Ich weiß nicht, in wievielen Fällen Spalletti letzte Saison mangelnde Flexibilität sowie fehlende Skills im In-Game-Coaching vorgeworfen wurde. Conte ist für mich bisher die Verkörperung von taktischer Unflexibilität. Klar, das 3-5-2 funktioniert in seinen Abläufen sehr gut. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir das seit Juli einstudieren. Andere Vereine studieren 2,3 Systeme parallel ein und können diese problemlos wechseln. Conte zeigt uns bisher nur das 3-5-2. Das finde ich gerade aufgrund von Sanchez`Verletzung im Sturm bedenklich. Immer mit Lautaro und Lukaku zu spielen, halte ich nicht für klug. Warum nicht mal ein 3-4-2-1 bringen mit Sensi und Politano hinter einer zentralen Spitze? Hier wünsche ich mir noch mehr Varianten im weiteren Saisonverlauf. Entweder die Systemumstellungen im Spiel sind an mir vorbeigegangen oder es gab bisher schlichtweg keine, aber Conte scheint auch bei seinen Wechseln immer systemtreu zu wechseln.
Des Weiteren finde ich, dass unsere Defensive momentan zu löchrig ist für den immensen läuferischen Aufwand, den unsere Stürmer nach hinten leisten. Ich muss hier nicht die vielen Gegentore der letzten Wochen niederschreiben (und die Gegner dazu), das wisst ihr alle selbst.

C) Trotz der guten Ergebnisse sehe ich Contes Handschrift noch nicht zu 100 % umgesetzt

Mit Contes "Handschrift" meine ich nicht die positiven Attribute wie Biss, Hunger, Leidenschaft, die er uns mitgebracht hat. Sondern ganz konkret die Spielidee. Conte will hoch pressen, nach Ballgewinn schnell in die Spitze schalten und den Gegner besonders im MF eng attackieren, damit dieser nicht zur Entfaltung kommen kann. Das hat in der CL gegen Barcelona und in Dortmund aber nur jeweils eine Halbzeit funktioniert und gegen Juventus so gut wie gar nicht. Also in den Big Games. Die Frage, warum das nur zeitweise funktioniert, muss aufgeworfen werden. Liegt es daran, dass das Team es noch nicht länger umsetzen kann als 45 Minuten? Ist es auf höchstem europäischen Niveau vielleicht nicht länger umsetzbar? Kurioserweise war das Heimspiel gegen den BVB zwar intelligent gespielt, aber nicht unbedingt aus dem Conte-Lehrbuch. Wir haben eher den BVB kommen lassen, nicht hoch gepresst, dem BVB in den unwichtigen Zonen den Ball überlassen und dann gegen Ende eiskalte Nadelstiche gesetzt. Mit Contes propagierter Idee vom Powerfußball (er hat ja oft auf Pressekonferenzen von "Feuerwerk" und "Dynamit" gesprochen), hatte das aber wenig zu tun.

D) Einsetzen von Spielern auf den falschen Positionen

Überschneider sich mit den Punkten A, B und C. Meiner Ansicht nach wären Skriniar und Godín bedeutend stärker in einer Viererkette als in einer Dreierkette. Bei De Vrij sehe ich die Dreierkette als Vorteil, bei Bastoni bin ich mir nicht sicher, da fehlen mir die Vergleichswerte. Ich würde sogar soweit gehen, dass Godín schon vor Contes Ankunft fix war und er diesen gestandenen Spieler nun irgendwie einbauen muss. Aber zu seiner Spielidee passt er eigentlich nicht.
Dafür wiederum sind Asamoah und Candreva im 3-5-2 besser aufgehoben als noch unter Spalletti. Dahingehend kommt das Conte-System uns entgegen. Bei Lukaku bin ich zwiegespalten. Manche von euch schreiben ja, er wird falsch eingesetzt. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob er beispielsweise in einem 4-3-3 als zentraler Stürmer mehr Impact haben würde. Er macht das schon ganz ordentlich im 3-5-2 als rackernder Stürmer. Man darf eben nur noch zu viel von ihm erwarten, die Ablöse sollte da nicht täuschen. Für mich ist Lautaro unser deutlich wertvollerer Stürmer. Wenn er noch eiskalt im Abschluss wird, dann werden wir mit dem Sturmduo noch viel Freude haben. Bei Lukaku vermisse ich in den Big Games noch den Impact, die Präsenz. Ich war gegen Dortmund in Mailand im Stadion, das war schon sehr blass. Natürlich ist es immer schwer, einen Stürmer zu kritisieren nach 9 Toren in 12 Spielen. Vergessen wird aber bitte nicht, wie die Tore teilweise gefallen sind. Von absolut phänomenal (der Strahl gegen Brescia) bishin zu "geschenkt" (Abstauber gegen Lecce, Bologna) war schon alles dabei. In der CL jedoch stehen noch 0 Tore nach 4 Spielen zu Buche. Und bei 65 Millionen Ablöse sowie fürstlichem Gehalt MUSS sich ein Spieler eben auch daran messen lassen. Sachen wie "er bindet permanent 2 Gegenspieler" sowie "er ist wichtig für die Stimmung im Team" sind dann zwar nett zu lesen, aber bringen uns meist wenig Zählbares.


Fazit: Wir verbessern uns vor allem ergebnistechnisch im Vergleich zur Vorsaison erheblich. In der CL ist wie im letzten Jahr auch nach 4 Spieltagen noch alles drin, wir haben es sogar in der eigenen Hand. Spielerisch und systembedingt sehe ich viel Licht, aber auch viel Schatten.
Sensi und Barella sind eine Offenbarung, da muss man Conte loben dass er auf die Jungs setzt und Marotta und Ausilio danken, dass sie die beiden Spieler eingetütet haben.

Wenn wir die Saison souverän auf Platz 2 abschließen, in Prag gewinnen (egal was dann am 6. Spieltag passiert) und ins Halbfinale der Coppa Italia kommen, war es für mich ein rundum gelungenes Jahr und auch die Investitionen wert.

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*** La Scala del Calcio ***
Antonio Conte [Trainer] |#9
10.11.2019 - 14:53 Uhr
Zitat von San_Siro
12 Serie A-Spieltage, 4 CL-Spieltage: Ein Drittel der Saison ist gespielt, die Länderspielpause steht vor der Tür und es wird Zeit, ein erstes Fazit zur neuen Saison zu ziehen.

Fangen wir mal beim Trainer an. Antonio Conte hat genau das reingebracht, was ich mir von ihm erhofft habe: Mentalität, Siegeswille, Kampf, System. Er ist für mich mich keiner der Riege Klopp, Guardiola oder Simeone, aber wohl ein deutliches Upgrade zu Spalletti. Mit der Bilanz in der Liga (10 Siege aus 12 Spielen) muss man zufrieden sein, auch wenn es spielerisch oft harte Kost war. Was wir gegen Udinese, Parma, Brescia, in der eiten Hälfte bei Sassuolo oder zeitweise in Bologna veranstaltet haben, war oft harter Tobak an der Grenze des Erträglichen. Dennoch ist gerade der Saisonanfang unter Conte der beste Beweis dafür, dass im Fußball eben doch die Ergebnisse der ausschlaggebend Faktor sind. Schön spielen und verlieren ist besonders in Italien die Höchststrafe, da gewinne ich dann doch lieber. Und Conte hat das Gewinner-Gen bei uns eingepflanzt. Wie nachhaltig das Ganze ist, muss man jedoch erst sehen. Ich habe ja schon in der Vorbereitung auf die Saison angemahnt, dass Conte zwar das Maximale aus einem Team rauspressen kann, er aber bisher kein Meister in Sachen nachhaltige Entwicklung war. Dahingehend habe ich auch die Frage in den Raum gestellt, ob Conte nicht vielleicht zwei Jahre zu früh bei uns gelandet ist. Mit einem weiter gereiften Lautaro, einem weiter gereiften Bastoni und Skriniar, Brozovic, Barella und Sensi sowie besseren AVs hätten wir dann in 2 Jahren vielleicht ganz oben (auch in der CL) angreifen können. Meiner Meinung nach lässt sich Contes fordernd Art nicht ewig aufrechterhalten. Maximal über 2-3 Saisons.


Es sei mal dahingestellt, ob und wie „nachhaltig“ Conte arbeiten kann bzw. wie lange er bei uns bleibt. Wenn du schon aber immer von Nachhaltigkeit redest, warum ignorierst du denn komplett die Tatsache, wie Juventus vor und nach Conte unterwegs war bzw. ist? Es gibt wohl keinen besseren Vergleich als das Juve von 2012 und dem heutigen Inter. Alle Erfolge, die Juve in den letzten Jahren feiern durfte, hatten ihren Ursprung in der Ära Conte. Er hat einen Verein, der von den Toten auferstanden ist, wieder ganz nach oben gebracht und Juve hat es geschafft, dank eines hervorragenden Managements um Marotta und Agnelli (ja ich bin „Fan“ von Agnelli - ein hervorragender Manager) den ganzen Verein wieder in die Elite des Fussballs zu hieven mit nachhaltigem Erfolg - sportlich wie auch finanziell. Das alles hatte aber wie bereits erwähnt einen gemeinsamen Ursprung: Antonio Conte.

Also wo genau war jetzt da die verbrannte Erde nach Conte? Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Bei Chelsea schaffte es Conte gleich im ersten Jahr den Titel in der schwierigsten Liga der Welt zu holen. Dass es danach nicht rosig weiter ging hatte sicherlich viele Gründe, die ich auch nicht alle kenne. Unterm Strich gewann Chelsea in den Jahren darauf zumindest einen internationalen Titel und gehört momentan wieder zu den Top 4 in England. Auch hier kann man festhalten, dass der Verein auch nach Conte keinen nachhaltigen Schaden davon getragen hat.

Zitat von San_Siro

Dennoch macht er momentan Vieles richtig und ich würde dm ersten Saisondrittel 7 von 10 Punkten geben. Dass es nicht mehr geworden sind, hat diverse Gründe. Womit wir bei den Kritikpunkten wären, die mir aufgefallen sind.


7 von 10 Punkten entspricht an der Uni einer „befriedigenden Note“. Also entweder du bist ein ähnlicher Sadist wie mein ehemaliger Statistik-Professor oder du bewertest hier schlicht und einfach nicht ganz objektiv zwinker 10 von 12 Serie A Spiele wurden gewonnen - das ist mind. eine gute bis sehr gute Leistung. Die Variable Champions Leage fällt natürlich auch noch ins Gewicht, aber abgesehen vom Spiel gegen Prag, waren es auch hier insgesamt gute Auftritte.


Zitat von San_Siro

A) Conte rotiert zu wenig

Wir haben, insbesondere auf Schlüsselpositionen, einige Spieler, die massiv überspielt sind. Dies sind Skriniar (jedes Spiel gemacht), Brozovic, Lautaro und Lukaku. Besonders Brozo, der unendlich viel läuft und mental frisch sein muss, wirkt ausgelaugt. Hier erwarte ich vom Coach, dass er nach Sensis Rückkehr ein Mittel findet, um Brozo regelmäßige Schonzeiten zu gewährleisten. Im Sturm ist die Personaldecke dünn, aber auch hier könnte man was ändern (siehe Punkt B). Auch Lazaro ist für meinen Geschmack etwa zu spät reingerückt ins Team, dafür scheint er nun angekommen zu sein. Positiv muss man Conte anrechnen, dass Bastoni regelmäßig spielt.


Conte rotiert nicht weniger als seine Vorgänger. Er rotiert sogar relativ oft meiner Meinung nach. Das Problem ist halt, dass uns nach wie vor die Qualität in der Breite fehlt. Ein Valero, Biraghi, Gagliardini & auch Vecino mit Abstrichen, genügen einfach nicht unseren Ansprüchen. Dass Conte diese Spieler nur dann einsetzt wenn es notwendig bzw. unausweichlich ist, kann ich zu 100% nachvollziehen. Das ist ja genau das Problem, welches Conte hier permanent anspricht. Und dieses Problem hat sich nochmals deutlich verschärft seit den Verletzungen von Sensi, Alexis & Asa. Auch Lazaro wurde nach einer entsprechenden Eingewöhnungszeit mittlerweile fest integriert und kommt zu seinen Einsätzen, die mittlerweile auch vielversprechend aussehen. Keine Ahnung, ob Lazaro bereits früher bereit gewesen wäre, aber ich denke Conte kann das besser beurteilen als wir.

Alles in allem muss ich dir bei Punkt a) nahezu komplett widersprechen.

Zitat von San_Siro

B) Unsere dogmatische Fixierung auf das 3-5-2

Ich weiß nicht, in wievielen Fällen Spalletti letzte Saison mangelnde Flexibilität sowie fehlende Skills im In-Game-Coaching vorgeworfen wurde. Conte ist für mich bisher die Verkörperung von taktischer Unflexibilität. Klar, das 3-5-2 funktioniert in seinen Abläufen sehr gut. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir das seit Juli einstudieren. Andere Vereine studieren 2,3 Systeme parallel ein und können diese problemlos wechseln. Conte zeigt uns bisher nur das 3-5-2. Das finde ich gerade aufgrund von Sanchez`Verletzung im Sturm bedenklich. Immer mit Lautaro und Lukaku zu spielen, halte ich nicht für klug. Warum nicht mal ein 3-4-2-1 bringen mit Sensi und Politano hinter einer zentralen Spitze? Hier wünsche ich mir noch mehr Varianten im weiteren Saisonverlauf. Entweder die Systemumstellungen im Spiel sind an mir vorbeigegangen oder es gab bisher schlichtweg keine, aber Conte scheint auch bei seinen Wechseln immer systemtreu zu wechseln.
Des Weiteren finde ich, dass unsere Defensive momentan zu löchrig ist für den immensen läuferischen Aufwand, den unsere Stürmer nach hinten leisten. Ich muss hier nicht die vielen Gegentore der letzten Wochen niederschreiben (und die Gegner dazu), das wisst ihr alle selbst.


Diesen Punkt finde ich etwas amüsant für jemanden, der hier stets Spalletti verteidigte. Nichts für ungut, aber wenn jemand dogmatisch an einem einzigen Spielsystem festhielt, dann war es doch zweifellos Luciano Spalletti, der in ganzen zwei Jahren ein einziges mal von seinem 4-2-3-1 abgewichen ist (damals auswärts bei Torino). Zusätzlich muss man festhalten, dass das 3-5-2 deutlich agiler und flexibler in der Ausführung ist als das 4-2-3-1 und man daher im Spiel auch öfters entsprechende Anpassungen vornehmen kann. Beim Spalletti‘schen 4-2-3-1 gab und gibt es jedoch nur einen Ansatz um Tore zu erzielen: Angriff über die Flügel. Das haben dann irgendwann auch die Gegner kapiert und unser Offensivspiel wurde selbst von Abstiegskandidaten gnadenlos kastriert. Ohne einen überragenden Icardi wären wir nie im Leben in die CL eingezogen.

Und ausserdem sind gerade mal 3 Monate vorbei und bisher gab es schlicht und einfach keine grossartigen Gründe, das System zu ändern. Dass Conte auch von seinem 3-5-2 abweicht wenn es nicht läuft, hat er ja bereits in Chelsea bewiesen. Damals stellte er nach der 3-0 (?) Niederlage gegen Arsenal auf ein 3-4-3 um und gewann am Ende wie bereits erwähnt den Titel.

Zitat von San_Siro

C) Trotz der guten Ergebnisse sehe ich Contes Handschrift noch nicht zu 100 % umgesetzt

Mit Contes "Handschrift" meine ich nicht die positiven Attribute wie Biss, Hunger, Leidenschaft, die er uns mitgebracht hat. Sondern ganz konkret die Spielidee. Conte will hoch pressen, nach Ballgewinn schnell in die Spitze schalten und den Gegner besonders im MF eng attackieren, damit dieser nicht zur Entfaltung kommen kann. Das hat in der CL gegen Barcelona und in Dortmund aber nur jeweils eine Halbzeit funktioniert und gegen Juventus so gut wie gar nicht. Also in den Big Games. Die Frage, warum das nur zeitweise funktioniert, muss aufgeworfen werden. Liegt es daran, dass das Team es noch nicht länger umsetzen kann als 45 Minuten? Ist es auf höchstem europäischen Niveau vielleicht nicht länger umsetzbar? Kurioserweise war das Heimspiel gegen den BVB zwar intelligent gespielt, aber nicht unbedingt aus dem Conte-Lehrbuch. Wir haben eher den BVB kommen lassen, nicht hoch gepresst, dem BVB in den unwichtigen Zonen den Ball überlassen und dann gegen Ende eiskalte Nadelstiche gesetzt. Mit Contes propagierter Idee vom Powerfußball (er hat ja oft auf Pressekonferenzen von "Feuerwerk" und "Dynamit" gesprochen), hatte das aber wenig zu tun.


Hier kann ich dir zum ersten mal bedingt zustimmen. Insbesondere beim Punkt „hoch pressen“ erwarte ich mir auch mehr. Das sah in der Vorbereitung dermassen vielversprechend aus, daher verwundert es mich ein wenig, dass die Spieler das noch zu selten praktizieren. Keine Ahnung woran das liegt, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Conte dies bewusst nur dosiert einsetzt, weil wir wie bereits erwähnt praktisch keine Qualität auf der Bank haben und wir daher wenn immer möglich die Energiereserven schonen. Es wäre eine nachvollziehbare Entscheidung, wenn es denn tatsächlich so ist. Genauso nachvollziehbar war auch die Taktik im Heimspiel gegen Dortmund, wo du dir eigentlich selber widersprichst - Conte beweist taktische Flexibilität, etwas, das sein Vorgänger nie konnte.

Zitat von San_Siro

D) Einsetzen von Spielern auf den falschen Positionen

Überschneider sich mit den Punkten A, B und C. Meiner Ansicht nach wären Skriniar und Godín bedeutend stärker in einer Viererkette als in einer Dreierkette. Bei De Vrij sehe ich die Dreierkette als Vorteil, bei Bastoni bin ich mir nicht sicher, da fehlen mir die Vergleichswerte. Ich würde sogar soweit gehen, dass Godín schon vor Contes Ankunft fix war und er diesen gestandenen Spieler nun irgendwie einbauen muss. Aber zu seiner Spielidee passt er eigentlich nicht.
Dafür wiederum sind Asamoah und Candreva im 3-5-2 besser aufgehoben als noch unter Spalletti. Dahingehend kommt das Conte-System uns entgegen. Bei Lukaku bin ich zwiegespalten. Manche von euch schreiben ja, er wird falsch eingesetzt. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob er beispielsweise in einem 4-3-3 als zentraler Stürmer mehr Impact haben würde. Er macht das schon ganz ordentlich im 3-5-2 als rackernder Stürmer. Man darf eben nur noch zu viel von ihm erwarten, die Ablöse sollte da nicht täuschen. Für mich ist Lautaro unser deutlich wertvollerer Stürmer. Wenn er noch eiskalt im Abschluss wird, dann werden wir mit dem Sturmduo noch viel Freude haben. Bei Lukaku vermisse ich in den Big Games noch den Impact, die Präsenz. Ich war gegen Dortmund in Mailand im Stadion, das war schon sehr blass. Natürlich ist es immer schwer, einen Stürmer zu kritisieren nach 9 Toren in 12 Spielen. Vergessen wird aber bitte nicht, wie die Tore teilweise gefallen sind. Von absolut phänomenal (der Strahl gegen Brescia) bishin zu "geschenkt" (Abstauber gegen Lecce, Bologna) war schon alles dabei. In der CL jedoch stehen noch 0 Tore nach 4 Spielen zu Buche. Und bei 65 Millionen Ablöse sowie fürstlichem Gehalt MUSS sich ein Spieler eben auch daran messen lassen. Sachen wie "er bindet permanent 2 Gegenspieler" sowie "er ist wichtig für die Stimmung im Team" sind dann zwar nett zu lesen, aber bringen uns meist wenig Zählbares.


Das mit Skriniar stimmt, er war in der Viererkette deutlich stärker. Und auch Godin war wie du bereits erwähnst bereits vor Conte fix. Trotzdem verstehe ich diese Kritik hier nicht. Bei jeder Systemumstellung gibt es Profiteure und solche, die zuvor besser ins System gepasst haben - bei uns wären dies Skriniar und Politano. Aber abgesehen von Skriniar und Politano profitieren fast alle anderen von Conte. Alleine Lautaro wirkt wie ein neuer Spieler, der endlich sein immenses Potenzial ausschöpfen kann. Auch de Vrij hat einen riesigen Sprung gemacht und entwickelt sich in Richtung Weltklasse. Die Wiedergeburt von Candreva und unser neues Prunkstück, das Mittelfeld mit Sensi, Brozo und Barella, müssen hier auch noch erwähnt werden. Auch ein Asamoah profitiert vom Systemwechsel. Unterm Strich kann man sagen, dass man hier viel mehr von einer Verbesserung sprechen muss, als von einem Problem. Natürlich vermisse ich auch den Skriniar aus den letzten zwei Jahren, aber Milan ist noch so jung und bei seiner Einstellung und seiner Qualität mache ich mir absolut keine Sorgen, dass er in naher Zukunft wieder zur alten Stärke findet. Alleine als RIV anstatt LIV wirkt er mittlerweile deutlich sicherer. Bei Politano werden wir sehen was die Zukunft bringt.

Zitat von San_Siro

Fazit: Wir verbessern uns vor allem ergebnistechnisch im Vergleich zur Vorsaison erheblich. In der CL ist wie im letzten Jahr auch nach 4 Spieltagen noch alles drin, wir haben es sogar in der eigenen Hand. Spielerisch und systembedingt sehe ich viel Licht, aber auch viel Schatten.
Sensi und Barella sind eine Offenbarung, da muss man Conte loben dass er auf die Jungs setzt und Marotta und Ausilio danken, dass sie die beiden Spieler eingetütet haben.

Wenn wir die Saison souverän auf Platz 2 abschließen, in Prag gewinnen (egal was dann am 6. Spieltag passiert) und ins Halbfinale der Coppa Italia kommen, war es für mich ein rundum gelungenes Jahr und auch die Investitionen wert.


Spielerisch haben wir uns deutlich (!) verbessert im Vergleich zu Spalletti. Alleine wie oft und insbesondere in welcher Art und Weise wir uns Torchancen erarbeiten, ist ein wahrer Segen im Vergleich zum immer gleichen und furchtbar ineffizienten Ball-Herumgeschiebe unter Luciano. Dass noch Luft nach oben besteht ist klar, aber Rom wurde auch nicht in einem Tag gebaut. Conte und die Mannschaft haben bisher geliefert, jetzt ist der Verein wieder am Zug. Im Winter müssen mind. 2-3 Spieler geholt werden, daran führt kein Weg vorbei. Und dann wird man sehen, wohin die Reise führt.

Von mir gibt es Stand heute 8.5 von 10 Punkten.

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