4. ST: Ein Kulturschock?
09.08.2011 - 12:58 Uhr
am Freitag, den 12.August 2011 um 20:30 Uhr im rewirpower-Stadion
VFL Bochum – FC St.Pauli
Vorabbemerkung:
Nachfolgende Zeilen sind eine Gemeinschaftsproduktion. Tobster hatte genau wie ich nicht genügend Zeit um einen abendfüllenden Beitrag alleine zu schreiben. Also haben wir uns zusammengetan und das folgende ist dabei rausgekommen:
Bochum und St.Pauli – Nicht nur Orte des Fußballs, sondern auch von Kunst und Kultur. Banausen? Bochum könnte die Stadt der Träume sein.
Zur Umfrage:
Einst sang ein Musikproduzent, Sänger und Schauspieler „ ... Bochum ich komm aus dir...“ obwohl das gar nicht stimmt. Der Künstler wurde in Göttingen geboren. Auch verlautete er, dass der ortsansässige Fußballverein „macht mit `nem Doppelpass jeden Gegner nass“. Und das, obwohl alle einschlägigen und von mir gefälschten Statistiken etwas anderes aussagen. Der Interpret unserer Stadtteilhymne hatte tatsächlich Zeit seines Lebens sein Herz auf St.Pauli. Und dieses Herz lebt noch heute im Verein, am und im Stadion und in den Fans des Magischen FC.
Wahrlich erfolgreich ist in Bochum ein anderer Traum, der nur wenige Meter von Stadion entfernt fast Tag für Tag wahr zu werden scheint. Das Musical über den Traum eines Junges, dessen Eisenbahnzüge im „Starlight Express“ lebendig werden ist wohl das schnellste und doch ortstreueste Musical der Welt. Die Akteure begeistern singend und Rollschuh laufend bereits seit fast 25 Jahren das Publikum.
Hier haben die Westfalen gegenüber St.Pauli eindeutig die Nase vorn. Im Operettenhaus von St.Pauli werden zwar auch seit Jahrzehnten erfolgreich Musicals aufgeführt, aber hier ist Bochum tatsächlich in jedem Bezug unschlagbar.
Der Blick in die Historie....
.....fördert mal wieder erstaunliches zu Tage. Das Bochum Teil der legendären Bokal-Serie ist, dürfte den meisten noch bekannt sein. Weiß aber jemand, wann wir das letzte Mal im Ruhrstadion gespielt haben? Im Februar 2000, also vor satten 11 Jahren! Man hat sich in den Ligen irgendwie immer verpasst. Bis heute. Noch historischer wird es allerdings, wenn man das Datum des letzten Tores beim VFL raussucht. Heutzutage gestandene Familienväter fingen damals gerade an sich für Mädchen zu interessieren, so lang ist es her. Es war auch ein Freitag-Abend, im Frühling 1994, als Marcus Marin zur zwischenzeitlichen 1:0 Führung traf. Das Spiel endete 1:1, in der Abwehr standen der heutige Hoffenheimtrainer Holger S. neben Eisen-Dieter Schlindwein und die gegnerischen Strafräume machten gewöhnlich die Koriphäen um Leonardo Manzi und Ari Hjelm unsicher.
Die Gesamtbilanz widerspricht, wie Eingangs erwähnt, Herbert Grönemeyer klar: Der VfL gewann lediglich 473 seiner bisher 1370 ausgetragenen Punktspiele in der ersten und zweiten Bundesliga, aber 546 Partien gingen verloren (Stand 7.8.2011). Beim Studium der Vergleichszahlen ist mir was ganz Besonderes aufgefallen. Der magische FC hat bislang 963 Partien in der 1. und 2. Liga gespielt. Einschließlich des Spieles gegen Aachen gab es bislang 339 Siege und 340 Niederlagen. Mit einem Sieg in Bochum wäre also endlich wieder eine ausgeglichene Allzeitbilanz erreicht. Das wäre doch mal was… .
Von Stollen und Fußballschuhen...
Heutzutage knirscht und knackt es im Gebälk des VFL Bochum. Wie manch einer nun vermuten mag, liegt das aber nicht an den durch Bergwerkstollen durchzogenen Ruhrgebiet. Vielmehr reibt sich der gemeine VFL-Fan so langsam aber sicher an der destruktiven Spielweise des Teams von Friedhelm Funkel. Es fehle, so der generelle Tenor, ein bisschen der Esprit in der Vorwärtsbewegung. Wenn es geht auch bitte gerne mal mit 2 Spitzen. So wie z.B. die Gladbachern in München. Bei den Bayern! Vom Trainer ist dazu aber der wunderbare Satz überliefert: "Es gibt in Deutschland eigentlich keinen Verein, der mit zwei zentralen Spitzen agiert. Für diese Diskussion habe ich kein Verständnis. Sie interessiert mich überhaupt nicht." Renitente Trainer sind unter Fußballfans ja eh immer besonders beliebt. Das (Luxus-) Problem des VFL ist es allerdings, dass die Ergebnisse stimmen. "Schließlich haben wir mit unserer taktischen Ausrichtung im Jahr 2011 ganze drei Ligaspiele verloren." (Friedhelm Funkel zum II.). Es scheint also man sieht sich hier mit dem immer währenden inneren Dilemma konfrontiert „Schön spielen und gewinnen? Das geht nun wirklich nicht!“
Damit wären wir dann auch schon bei unserem magischen FC:
Was unsere Jungs am Freitag-Abend erwartet dürfte ungefähr eine sehr kompaktstehende Bochumer Mannschaft sein, die durch die Einzelkönner in der Offensive trotzdem stets gefährlich sein wird. Hinzu kommt der Umstand eines Spiels in einem der „ehrlichsten Fußballstadien“ (der Übersteiger) der Republik. Es dürfte also kein Geheimnis sein, dass das eine richtige Standortbestimmung werden wird.
Was - oder besser gesagt wen - unsere Jungs nicht erwarten müssen ist Phillipp Bönig, der infolge einer gelbroten Karte im Montagspiel in .... gesperrt ist.
Bedauerlicherweise steht aber für dieses Spiel ausgerechnet auch hinter unserer Defensivformation ein großes Fragezeichen: Kalla fällt aus, er hat einen Stollen auf den Oberschenkel bekommen. Kalla und Thorandt angeschlagen, Sobiech und Funk unter der Woche bei der U21 im Einsatz. Unsere weiteren etatmäßigen IVs ohne Spielpraxis bzw. gerade erst nach Verletzung wieder genesen. Derzeit alles andere als optimale Voraussetzungen.
Egal:
Freitag-Abend, Fluchtlicht, Fußballatmosphäre: Rausgehen. Warmmachen. Weghauen
Bisher hat noch niemand auf dieses Thema geantwortet.
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